Das Arschloch im Schrank

Schon praktisch. Wenn man seine gesammelten Animositäten an einer Person festmachen kann. Immer mal wieder holt man das „Arschloch aus dem Schrank“, prügelt drauf ein und schon geht’s einem besser.

Uli Hoeneß ist so ein „Arschloch“.

Und dabei will ich gar nicht abstreiten, dass er derlei über die Jahre ab und an vielleicht sogar provoziert hat. Aktuell befindet er sich mal wieder ausserhalb des Schranks.

Aber zurück zur Sachebene.

Ich bin Bayern-Fan. Und Mitglied. Beides seit Jahrzehnten. Ich WEISS, dass Personen austauschbar sind. Spieler, Trainer und Funktionäre. Der Verein bleibt immer. Das ist schließlich auch meine Meinung.

Von allen für mich aber am wenigsten austauschbar, ist eben jener Uli Hoeneß (viel weniger als Rummenigge, Beckenbauer und Co.). Für viele mag diese Ansicht völlig unverständlich sein, aber ich sehe Hoeneß halt nicht immer nur mit puderrotem Kopf und während einer Brandrede. Selbst wenn das viele andere zumeist gerne ausblenden, weil es nicht ihrer Überzeugung entspricht.

Was ist denn überhaupt passiert?

Eigentlich bin ich’s fast leid über das Thema FC Bayern und seine Fans zu sprechen, aber es hilft ja nichts – man will es offenbar immer wieder von mir hören…

Grundlegendes habe ich zu diesem Punkt schon geäußert, ich muss es also nicht ständig wiederholen – meine Meinung hat sich nicht geändert.

Über den aktuellen Ausbruch von Hoeneß kann man dagegen durchaus diskutieren. Vor allem über Form und Podium. Über den Inhalt imho nur wenig.

Es wurde sich von Fan-Seite beschwert über Stimmung, Logen und Preispolitik.

Na fein.

Ein bißchen weltfremd ist das schon. Das Stadion hat durchaus ein bißchen Geld gekostet. Das hatten die Vereine nicht auf der hohen Kante. Ganz im Gegenteil, 1860 ging daran fast zugrunde und erst die 100%-tige Beteiligung des FC Bayern an der Allianz-Arena rettete die Löwen (war doch so, oder? Eben.).

An dieser Investition hat selbst ein (finanzieller) Großverein wie der FC Bayern noch einige Jahre zu knabbern. Ein Re-Invest durch Logen hilft dabei. Und jede Loge, die verkauft wird, sichert Geld, dass man in „billige“ Plätze stecken kann (oder verlieren, je nach Sichtweise). Man könnte so etwas als Quersubventionierung bezeichnen, womit wir bei den 7-Euro-Stehplatzkarten wären.

Ganz offensichtlich gibt es hier einen direkten Zusammenhang…

Das der Geschäftsmann in der Logo eventuell anders jubelt, als ein 12-jähriger Bayern-Fan in der Südkurve, ist nicht unlogisch (aber selbst dort soll das vorkommen). Wie viele Fan-Plätze unter den 69.000 Zuschauern stehen den Logen-Besuchern gegenüber? Theoretisch wäre die Stimmungslücke auszugleichen, oder?

Kommen wir also zur Stimmung.

Es gibt Stadien, in denen es lauter zugeht als in München. Das ist zum einen nichts Neues (und war auch schon im Olympiastadion so. Einem Olympiastadion, dass alle Fans irgendwann nur noch hinter sich lassen wollten) und hat zum anderen teilweise rein technische Gründe (auch hierzu habe ich mich schon ausgelassen). Ein weiterer Grund liegt tiefer. In den Gräben zwischen Verein, Fan-Betreuung, Alt-Fans und Ultras.

Wer dieses Thema schon länger verfolgt, kann diese Dinge ein wenig differenzierter sehen als Aussenstehende.

Von Vereinsseite sind sicher in der Vergangenheit diverse Fehler gemacht worden. Das ist unbestritten (zumindestens von mir). Auch hat man im Raststätten-Fall vielleicht überreagiert. Aber wieso sollte der Verein anders handeln, als die Staatsanwaltschaft? Wer den Finger hebt und auf den Vorstand zeigt (Stadionverbote, Jahrenkartensperren), sollte auch erwähnen, dass diverse Verbote und Sperren, ähnlich wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, in vielen Fällen aufgehoben, bzw. eingestellt wurden.

Angebote von Seiten des Vereins wurden von Fan-Seite oft ausgeschlagen, wohl oft aus prinzipiellen Gründen (wer sich also durch seine Prinzipien verschließt, mit dem kann man nur schwer kommunizieren). Die Hoeneß-Frage „Wer glaubt Ihr, dass Ihr seid?“ ist so abwegig für mich nicht. Zumindestens auf einzelne Teile der Fan-Szene bezogen. Aufmerksame Leser werden wissen, was ich von Teilen der Ultra-Szene halte. Mit „Gewalt“ (im doppelten Sinne, hier mit Stimmungsboykott) soll hier gegen den Verein ein neues Fan-Sein, Fan-Wesen durchgedrückt werden. Ohne mich. Vor allem, wenn es diese Ausmaße annimmt, mit derlei Konsequenzen.

Wer Hoeneß nicht durch seine ein-dimensionale Brille sieht, wird ebenfalls wissen, dass er mit seinen Anschuldigungen NICHT alle Fans gemeint hat. Wer ihm derlei unterstellt, hat ganz andere Interessen, die der Fans verfolgt er sicherlich nicht.

Ich habe für vieles Verständnis und das hier soll auch keine Brandrede Pro Vorstand werden, aber die Aufregung verstehe ich in ihrer Gänze nicht wirklich. Vielmehr ist mir ein Hoeneß, in all seiner Offenheit und Authentizität zig mal lieber als all die „Schwiegersöhne“ dieser Welt à la Bierhoff & Co..

Wie geht’s jetzt weiter?

Wir kommen nur gemeinsam zu einer Lösung. Oder glauben Vereinigungen wie SM und Club12 tatsächlich, dass sie soviel Macht haben, den Vorstand aus dem Verein zu drängen? Sollte so etwas möglich sein, wäre das ohnehin nicht mehr mein Verein, dann wären wir ja Italien…

Nein. Es muss Kommunikation geben. Denn es geht um den Verein. Um den FC Bayern. Und daran ist doch wohl offensichtlich allen gelegen, oder habe ich da was falsch verstanden?

Die Lösungen liegen parat. Habe ich ebenfalls schon mal alles vorgeschlagen:

– Zusammenlegung der Fangruppen innerhalb der Südkurve (bis unters Dach)
– Mehr Stehplätze (aber nicht gleichzeitig weniger Logen)
– Keine Mischung zwischen Fangruppen („Fans“ mit Familienvätern & Co.)
– Verbannung der gegnerischen Fans in „akustisch schwächere“ Blocks
– Verbesserung der Kartensituation (s. Stehplätze)

und schließlich

– Mehr Verständnis füreinander (Verein -> Fans -> Verein)

Wäre doch mal ein Anfang, oder?

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0 Gedanken zu “Das Arschloch im Schrank

  1. Du sprichst mir mal wieder aus dem Herzen!
    Danke für dieses klare Statement – hoffe, dass es nicht ganz ungehört verhallt…

  2. Wie schön, dass Du etwas einforderst, was die Vereinsführung, wenn überhaupt, offenbar nur unter Qualen und lautestem Getöse bereit ist, selbst aufzubringen: Verständnis für die andere Seite.

    Das aus-der-Haut-fahren von Hoeneß wird auch dadurch nicht besser, wenn der Vorstand zwei Tage später als Entschuldigung den Ausbruch plötzlich in einen Zusammenhang mit den gewalttätigen Idioten bringt. Davon war auf der Vereinssitzung aber gar nicht die Rede, seine Tirade ging ja nicht deswegen los, weil jemand den Umgang mit den Ultras kritisiert hat.

    Denn so wird selbst das schönste sachlich richtige Argument durch die Form des Hoeneß’schen Vortrags übertönt. In der Sache mag er ja noch so viel recht haben, die Form, wie er seine Replik angebracht hat, ist einfach unter aller Sau und zeugt von einem mangelhaften Respekt gegenüber denen, die letztlich den Verein stellen.

    Und geh mal auf die Vereinssitzungen. Da lernt man im Laufe der Jahre schon recht genau den Umgang der Vereinsführung mit Kritikern aus den eigenen Reihen – und sei es den leisesten Kritkern – kennen. Aber tröste Dich, zu Zeiten des geplanten Um- bzw. Ausbaus des Olympiastadions im Vorfeld des Arena-Baus ging es z.T. noch höher her.

  3. Ich kann sogar nachvollziehen, dass man als Bayern-Fan dem Uli einen gewissen Schneid nicht absprechen will. Und doch gibt es ein sehr gutes Beispiel dafür, dass er und seine Spießgesellen einfach vollkommen OHNE JEDE BINDUNG zum „einfachen Fan“ vor sich hin wurschteln (ha, ha, der war Zufall):

    Diese wahnwitzige Idee mit der Blaskapelle, deren Ablehnung er persönlich zu nehmen scheint.

    Die Bayern-Vorstand wird die Belange einer Ultragruppierung nicht nur nie ernst nehmen – er wird sie niemals verstehen. Fußball und Fußball ist eben nicht das Gleiche.

  4. Ich verstehe die Aufregung auch nicht. Ohne zu wissen, was in der Fanszene in München oder bei der Bayern-Jahreshauptversammlung jedes Jahr abgeht,behaupte ich, daß Uli Hoeneß nicht übers Ziel schießt. Stimmung machen nunmal nicht die Logen-Fuzzis, dafür sind die Kurven zuständig. Das sich die Münchener da untereinander nicht einig sind, ist nicht das Problem von Hoeneß und singen muss er auch nicht. Ihn dafür abzukanzeln, das es in der AllianzArena ist wie es ist, ist daher schlichtweg falsch.
    (Ausnahmen und Regel-Regel wird angewandt)

  5. @Kai: Wie gesagt. Für mich ging es die ganze Zeit nur um die „besagten Fans“ bei dieser Geschichte. Auch ohne dass es der Vorstand im Nachhinein noch erklären muss. Vielmehr denke ich, dass sich bei ihm so einiges aufgestaut hat. Die nicht immer flüssigen Sätze zeugen ja davon, dass die Brandrede keinem Manuskript gefolgt ist…

    Eine ganz andere Frage: Du bist ja regelmäßiger Stadiongänger, oder? Wo siehst Du Dich selbst eigentlich, bei den Traditionalisten oder auf Seiten der Ultras? Wollte ich schon mal gefragt haben…

    @Steckschuss: Dann erklär‘ sie mir doch noch einmal. So aus Deiner Sicht. Ich habe mit diesen Dingen, wie sie die SM oder der Club12 sehen, offenbar auch so meine Probleme.

  6. Schade, dass die Videos der alles auslösenden Rede bei Youtube nicht mehr online sind. Ich würde sie mehr gerne noch einmal anschauen. 🙁

    War der Redner ein Ultra? Gar aus des SM?
    -> Ich denke nicht. Schien mir eher ein „normaler“ Fan zu sein, ohne Dauerkarte, aber ab und an im Stadion

    Beschwerte er sich über Logen und Businesseats?
    -> Ich denke nicht.

    Er beschwerte sich über die schlechte Stimmung in der AA. Aber machte er Uli H. persönlich einen Vorwurf?

    Ich erinnere mich eher wie er seine Eindrücke in der Arena beschrieb, wie er über Fans, Gäste und Kunden rätselte. MMn sogar rel. sachlich.

    Er sprach von Enttäuschung. Von enttäuschter Liebe. Von Liebe zu Verein.

    Es ist die Liebe, das Herzblut, das einen Fußballfreund vom Fan unterscheidet. Ein Fan fühlt sich dazugehörend. Wie oft spricht ein Fan von „wir“ wenn er über die Mannschaft, den Verein spricht. (Btw. Beckenbauer spricht im Fernsehen von „den Bayern“)
    All das drückt die Liebe zum Verein aus. Diese Liebe will aber auch zurückgegeben werden. Unerwiderte Liebe führt zu Liebeskummer. Und genau das ist der Zustand im dem ein Teil der Fans sich zur Zeit befinden scheint. 🙁

    Hatte der Redner nicht Recht, als er meinte früher im Oly wurden Dauerkartenfans als Basis einer guten Stadionauslastung auch zu kalten Zeiten geschätzt. Heute bei überhöhter Nachfrage fühlt man zum Subventionsempfänger (ich will jetzt gar nicht mit Sozialhilfeticket anfangen) degradiert. 🙁

    Klar, für 7€ pro Spiel kann man keine Ansprüche stellen. Aber wer zahlt denn noch für Logen und Businesseats, ohne einen Hauch Stadionatmosphäre?

    Auch wenn UH inhaltlich im großen ganzen Recht hat. Auch wenn für die schlechte Stimmung zuallererst die Fans zuständig sind. So geht man mit Vereinsmitgliedern, mit Fans nicht um!

    Ich bleibe dabei. Es sind die Kleinigkeiten im Leben. Aus Kleinem entsteht Großes. Und mit Kleinem kann ich Großes kaputt machen.
    Gerade in der Liebe… 😉

    Meine Meinung.
    (Kein Ultra, kein Fanclubmitglied, Bayernfan seit über 20 Jahren, also seit ich denken kann ;), FCB Mitglied seit 2001, Dauerkarte Stehplatz seit 2002, jetzt Nordkurve und dort sehr zufrieden.) 🙂

  7. Die ganze Fans Sache wird immer groesser. Es ist schon lange nicht mehr nur eine Sport Sache, sondern eine der ganzen Gesellschaft. Und wie alle gute Dingen, es bleibt nicht in England, es besucht uns auch 🙂

  8. sehr richtig thomas.
    der inhalt der rede war eigentlich (zu grossen teilen) nicht falsch, die art aber auf jeden fall.
    aber das problem ist das alles was er angeprangert hat, von dem fan gar nicht kritisiert wurde, und leider sind eben die leute die sich nur aus den medien informieren und die rede nicht gesehen haben, wie du anscheinen auch, voll drauf reingefallen. der fan hat ja z.b gesagt das er weis das die logen wichtig sind und die will ja auch keiner abschaffen, über die preise im allgemeinen hat er sich auch nicht beschwert.
    übrigens bringen die „normalen“ fans wohl trotzdem mehr kohle in die kasse (merchendising, essen/trinken, fernsehen…)
    eigentlich war die rede von hoeneß eine klassische themaverfehlung, da ging wohl nur die angesammelte wut aus ihm raus, da er wohl auch selbst weis (selbst wenn er immer was anderes behauptet) das die stimmung bei uns mies ist, er sitzt ja selbst immer im stadion 😉
    er kann sich wohl nur nicht erklären warum, naja bei dem fanbeauftrgten auch kein wunder^^

    noch ein paar fragen zu deinem eintrag:
    was für vorschläge hat der verein den gemacht? du willst doch nicht wircklich eine blaskapelle in der kurve?!
    und bei dir hört sich das leider auch so an als stellst du den c12 und die sm auf eine stufe.
    das ist leider einer der grössten kritikpunkte an hoeneß rede und auch nachträglich interviews das er die immer auf eine ebene stellt das zeigt leider auch das er wohl eigentlich keine ahnung über unsere fanszene hat…
    der c12 will den vorstand bestimmt nicht rausdrängen ^^

    aber eine person könnt ruhig gehen, die rede von khr fand ich an lächerlichkeit nicht zu überbieten, DEM sind die fans wircklich 0.00 wert dem gehts nur noch um die kohle, allein die aussage für was ein museum brauchen wir bauen doch jetzt eine schöne erlebniswelt, da kann man echt nur noch den kopf schütteln, dieser mensch ist schön langsam untragbar für den verein.
    davor die kritik an hitzfeld. wenn der franz mal wieder irgend einen stuss rausläst kann man ja noch drüber schmunzeln, weil er ja eigentlich zumidest im tagesgeschäft eigentlich nichts mehr zu sagen hat, aber der heinz hat leider wircklich was zu sagen…

  9. Es geht hier eben nicht um den Umgang mit den Ultras. Die mögen noch so viel Scheiße gebaut haben, es bringt nichts, wenn man wegen deren Taten einen Nicht-Ultra so anblökt, wie es Uli getan hat. Das hatte im übrigen auch keiner der anderen Wortmelder verdient, das war kein Thema. Wenn der Vorstand und auch Du dann Tage danach den Ausbruch in einen Zusammenhang mit den Ultras oder gar italienischen Zuständen stellen, ist das arg konstruiert und auch nicht hilfreich in der Diskussion.

    Das, was Hoeneß da abgeliefert hat, ist und bleibt eine Unverschämtheit – und man darf es auch so nennen. Man kann sich ja meinetwegen auch gerne anschließend wieder an einen Tisch setzen.

    (Bemerkenswert, aber eher lustig, finde ich ja auch, wie er es mit seiner Tirade innerhalb kürzester Zeit – nicht einmal zwei Minuten – schafft, die Traditionalisten, den Turnverein, die eigenen Mitglieder, Fans, Logengäste und Ebay- sowie Google-Nutzer zu beleidigen. Aber das wirklich nur am Rande).

    Es gibt ein Stimmungs-Problem, auch wenn der Vorstand sich dafür nicht zuständig fühlt. Um mal ein persönliches Beispiel zu nennen: ich bin im Olympiastadion (für das ich auch eine Dauerkarte hatte) nie von hinter mir sitzenden Gästen angepöbelt bzw. mit Essensresten beworfen worden, weil ich es gewagt hatte, der Mannschaft beim Einlaufen im Stehen zu applaudieren. In der Arena hat es neulich deswegen fast eine Prügelei gegeben (wer mag, soll übrigens vom Umgang dieser speziellen Gäste mit Lebensmitteln gerne auf deren Persönlichkeit schließen). Aber dieses Problem – das man gerne läppisch finden kann – kann man natürlich auch dadurch lösen, dass man immer mehr solche Gäste ins Stadion holt und die Fans nach und nach verschwinden.

    Und tu auch Du die Ultras bitte nicht mit dem Club Nr. 12 zusammen, das sind zwei paar Schuhe. Der Club Nr. 12 hat übrigens inzwischen auch einen offenen Brief geschrieben, lies den mal, ist ganz interessant.

    Eine ganz andere Frage: Du bist ja regelmäßiger Stadiongänger, oder? Wo siehst Du Dich selbst eigentlich, bei den Traditionalisten oder auf Seiten der Ultras?

    Wieso oder? Natürlich bin ich das. Und wie ich die Sache sehe, um die es hier geht, habe ich bereits an anderer Stelle geschrieben. Oder auch hier.

    Zur Frage: Traditionalisten oder Ultras? (Mehr Auswahl gibt’s nicht??). Wo ich stehe? Im Mittelrang, im Zweifel. Und zu den Ultras habe ich bei Dir schon was geschrieben, das sollte eigentlich reichen.
    Grüße aus München

    probek

    PS: Eins noch, aber ganz nebenbei: warum nennst Du mich eigentlich bei meinem Vornamen, während Du andere weiter mit ihrem Pseudonym ansprichst? Nenn mich doch bitte ‚probek‘, das hat 1. einen Grund und 2. macht es auch für andere Leser leichter, die Diskussion zu verfolgen. Danke, Oliver.

  10. Ich bin Bayern-Fan, aber kein Mitglied, und Gelegenheitsstadiongänger (wenn man denn mal an Karten rankommt). Und nicht zuletzt wegen der Kartensituation habe ich in letzter Zeit überlegt, doch mal Mitglied zu werden. Dank den Hoeneß’schen Ausfällen hat sich diese Überlegung erledigt. Wäre ich Mitglied, ich würde sofort austreten.

    Da mag Herr Hoeneß inhaltlich noch so recht haben, aber so geht man mit dem treuen Anhang einfach nicht um, Punkt. Das ist nicht nur schlechter Stil, sondern gar keiner.

    Was die Stimmung betrifft, habe ich das beim Pokalspiel gegen Gladbach erlebt. Ein 90 Minuten singender Gladbach-Block (trotz Niederlage) vs. weitgehende Stille der Bayern-Fans. Da kann man schon mal neidisch werden, wenn man Bilder aus Schalke oder Dortmund sieht (auch teure, kommerzielle Arenen). Von Mainz, Aachen oder St. Pauli ganz zu schweigen. Aber deine Lösungsvorschläge sind genau richtig und es wäre toll, wenn sich in diese Richtung was bewegen würde.

  11. Was das Gladbach-Spiel angeht, habe ich es ebenso empfunden. Ich hab mich geschämt und die „…schon wieder keine Stimmung-FCB“-Lieder der Gladbacher trafen ins Schwarze.

  12. Um 11:19 Uhr gesagt, aber erst gegen 18:00 Uhr veröffentlicht, sollte als Zeitmarke noch bei meinem Statement stehen.

    (ja ja, ich weiß, die vielen Links…)

  13. @m8: Du sagst es. Bei Hoeneß hatte sich ganz offensichtlich ziemlich viel aufgestaut. Hab‘ ich ja schon angemerkt. Ich persönlich kann das durchaus nachvollziehen, passiert mir derlei durchaus auch mal ab und zu. Und mein Gegenüber kann das dann gar nicht verstehen, hätte sein Verhalten normalerweise gar nicht zu solch einer Reaktion geführt.

    Anyway.

    Im letzten Bayern-Magazin war ein Artikel zu diesem Thema (habe ich leider aufgrund eines fehlerhaften Nachsendeantrags erst vorgestern gelesen). Ein Interview von UH mit dem Club Nr. 12. Da stand nichts drin von der Kapelle – hatte ich ohnehin noch nie was von gehört – stattdessen etwas von einem Fan-Infostand hinter der Fankurve. Leider erinnerte ich mich fehlerhaft, dass das ein Vorschlag von Vereinsseite war, war’s aber nicht. UH hat lediglich erklärt, warum es den bisher noch nicht gibt…

    Und ob ich die SM und den Club Nr. 12 auf eine Stufe stelle? Weiß ich nicht, fühlen sich beide denn auf der gleichen Stufe?

    Ich missbillige einiges von dem, was „unsere“ Ultras so veranstalten, insofern sich der Club Nr. 12 davon distanziert, würde ich selbstverständlich niemals Vergleiche ziehen wollen…

    @Kai probek:

    1. Ich bin berufstätig. Und das zwischen 9 und 12 Stunden pro Tag.

    2. Ich habe tagsüber (und an vielen Abenden) nicht wirklich Zeit dafür (s. 1.), Berichte über Uli Hoeneß zu schreiben (das geht an die, die im Vorfeld des Berichten meinten zu behaupten, ich würde mich vor diesem Thema drücken…) oder Kommentare zu moderieren.

    3. Wenn Du doch wusstest, dass Dein Kommentar ob der vielen Links in der Moderation hing, wieso dann noch die „spitze“ Bemerkung?

    4. Ich blogge seit 3-4 Jahren. Einige Blogger kenne ich mit Vornamen. Andere nicht. Aus Höflichkeitsgründen spreche ich obige eben mit Vornamen an. Bei Dir habe ich mir den Namen sogar rausgesucht. Ich wollte ebenfalls höflich sein. Wenn Du nun diese Höflichkeit für Dich nicht mehr in Anspruch nehmen möchtest – kein Problem. Dann in Zukunft wieder ein Stück weit unpersönlicher. An den Gründen wäre ich allerdings sehr interessiert, darfst Du mir per E-Mail darlegen – falls Du magst.

    5. Ich habe nicht „Tage später einen Zusammenhang konstruiert“ (s. Kommentar oben), sondern zum Zeitpunkt des Verfassens, die Geschichte und die mir bekannten Hintergründe aus meiner Sicht erzählt. Ok. Von mir aus. Ich habe keine Bilder von der HV gesehen, war auf Zitate und Online-Bilder angewiesen. Trotzdem darf ich eine Meinung zur Meinung anderer haben, die aus meiner Sicht mal wieder nur darauf gewartet haben, derlei über Hoeneß rauszuhauen, oder? Wie ich jetzt hier schon häufiger erwähnt habe, war Hoeneß Ausbruch imho spontan und höchst emotional. Die „armen“ Vorredner waren nur der Anlass, nicht der Grund. Da darf man gerne kritisieren, dass er sich in diesem Augenblick nicht unter Kontrolle und im Ton vergriffen hatte. Habe ich auch nicht immer, schließlich bin ich selbst ab und an ein klein wenig jähzornig. Aber das geht vorbei. Deshalb bin ich generell noch lange kein „Arschloch“… 😉

    6. Wo und wann hat Hoeneß in seiner „Brandrede“ „Traditionalisten, den Turnverein, die eigenen Mitglieder, Fans, Logengäste und Ebay- sowie Google-Nutzer“ beleidigt?

    Die Löwen von mir aus. Vor allem die, die vergessen haben, dass sie mal fast pleite waren.

    Die eigenen Mitglieder? Bin ich auch, fühlte ich aber nicht so.

    Logengäste? Wegen „Geld aus der Tasche ziehen“? Soll ich Dir was verraten? Ich befürchte, die wissen das… Die geben sogar gerne ein paar Scheine ab, um diesen Komfort zu haben und ihren eigenen Geschäftskunden sowas bieten zu können… Du hälst das für populistisch? Nein. So denken Geschäftskunden nun einmal.

    eBay- und Google-Nutzer? Jetzt hör‘ aber auf. Er hat gesagt, dass „er eBay nicht ändern wird“. Was ist daran falsch? Das Problem ist nicht eBay, das Problem sind die „Mitglieder“ oder sonstige Individuen, die dort Tickets einstellen und sie sich zu überhöhten Preisen abkaufen lassen. Dagegen unternimmt der Verein allerdings jede Menge! Ein anderes Problem ist die Kartensituation ganz generell. Die Masse erdrückt das Angebot. Wir befinden uns eben nicht mehr in den 90ern, wo man oft noch an der Tageskasse Karten für das Olympiastadion kaufen konnte. Ehrlich gesagt will ich auch nicht mehr zurück in die Zeiten, als das Stadion oft halbvoll war. Oder ich mit 10.000 anderen frierenden Fans im Winter Grottenspiele anschauen musste… Oder willst Du da wieder hin? Stimmung gab’s da zumindestens keine…

    7. Du machst Hoeneß dafür verantwortlich, dass Zuschauer in der Allianz-Arena Dich mit Lebensmitteln beworfen haben? Im Ernst? Dazu muss ich nicht wirklich was sagen…

    8. Ich weiß, dass Du regelmäßig ins Stadion gehst – die Frage war suggestiv gemeint.

    9. Du bist also weder nur Traditionalist noch reiner Ultra-Anhänger? Nun. Insofern ich den Ursprungsgedanken der Ultra-Bewegung als Grundlage heranziehe und meine traditionalistische Haltung betrachte, sieht es bei mir ähnlich aus. Fanatische Unterstützung meines Vereins würde ich für mich nicht abstreiten, nur das sich diese anders äußert, als es die „Ultras“ für relevant halten würden…

    @Abspannsitzenbleiber: Ich bin ehrlich gesagt ziemlich erstaunt, dass der Verein langsam nicht mal selber auf derlei Maßnahmen kommt… Für mich sind diese Dinge mehr als logisch und die klare Konsequenz aus zweieinhalb Jahren Allianz-Arena!

  14. Hi Paule,

    zu Deinen Anmerkungen:

    1. schön 2. ist doch klar und 3. oooch bitte, so war das nun wirklich nicht gemeint. Jetzt fang nicht an, den Hoeneß schon soweit zu channeln, als dass Du mir das jetzt krummnimmst. Tiefer hängen.

    4. Du nennst Dich hier doch auch Paule, irgendeinen Grund wird das ja haben. Ich lehne halt die Verwendung meines echten Vornamens in der Regel nicht aus Höflichkeitsgründen ab, sondern weil ich so ins Internet reingeschrieben erstmal lieber mit Pseudonym arbeite – spätestens wenn es dann zum direkten Kontakt kommt (per E-Mail/Telefon/Chat/Real Life… wasauchimmer) hört das dann aber auf. Und es ist natürlich nicht so gemeint, als dass ich jetzt wegen irgendwelcher strittigen Thesen Deinerseits jetzt plötzlich auf ‚probek‘ bestehe und Dir damit Deine nette Geste übel nehme. Ich fühl mich einfach nur ein bisschen wohler so, auch wenn die Meinungen von probek und Kai zu 100 Prozent deckungsgleich sind. Aber ein bisschen Arbeit möchte ich schon noch denen lassen, die wissen wollen, wer hinter dem Pseudonym steckt. Und man sollte auch das hier nicht ganz außer Acht lassen.
    5. Dann mach halt nicht den selben Fehler wie der Vereinsvorstand und vermische die Themen. Ich zitiere aus dem offenen Brief des Club Nr. 12 an Rummenigge:

    Diese Spaltung ist genauso bedauerlich wie überflüssig, da sich beide Positionen gar nicht gegenseitig ausschließend gegenüberstehen. Trotzdem wird der entstandene Graben nun von Ihnen noch weiter vertieft, indem Sie in Ihrem offen Brief engagierte und friedlich auftretende Bayernfans indirekt mit gewalttätigen italienischen Fangruppierungen in Verbindung bringen.

    Ich möchte hier auch gar nicht weiter in die tiefenpsychologische Deutung hinein gehen, warum Hoeneß so ausgebrochen ist, so plausibel es für Dich auch immer sein mag. Es ist eine Unverschämtheit, so mit jemandem umzugehen, dem man nicht mal die Chance zur Gegenrede gibt. Ganz abgesehen von den Beleidigungen, die der stellvertretende Vorsitzende der AG auch in andere Richtungen verteilt hat (vgl. 6).

    6. Darüber kann ich nicht ernsthaft diskutieren, das musst Du schon selber merken 😉

    Hör es dir doch einfach noch mal an (zur Not bei mir), da findest Du schon Belege für jede einzelne Gruppe. Dir macht das ja eh nicht so viel aus, das zu hören, ich habe das Problem damit, dass ich, je öfter ich mir das anhöre, um so wütender werde. Noch.

    Ich denke aber auch, dass ein vor über hundert Jahren gegründeter Verein letztlich auch über einer Person wie Hoeneß steht. Und er sich mit solchen Auftritten in gewaltigen Schritten einem Zustand nähert, wo der Verein ohne ihn möglicherweise besser da stünde, so undenkbar das für Dich und mich (!) zur Zeit noch sein mag.

    (und heh, Nr. 6 war ursprünglich eine Randbemerkung in Klammern!)

    7. Wo mache ich Hoeneß dafür direkt verantwortlich? Das ganze soll ein selbst erlebtes Beispiel dafür sein, was für ein Publikum inzwischen in der Arena auch sitzt. Wenn Du das als lächerlich abtun willst, ist das Deine Sache, ich fand’s ganz passend.
    8. Na dann ist ja alles klar, kam so nicht rüber.

    9. Wie schreibt der Club Nr. 12 so schön, aber leicht verschwurbelt: „beide Positionen stehen sich gar nicht gegenseitig ausschließend gegenüber“. Gleiches gilt, trotz aller Diskrepanzen, auch für unsere Diskussion. Ich habe bisher immer mit Gewinn hier mitdiskutiert – und zumeist mit Vergnügen Deine Beiträge gelesen. Ich hoffe, dass das auch in Zukunft so bleibt, selbst wenn Du ein rettungsloser Hoeneß-Fan bist.

  15. Ups. Ich dachte, Du hättest das Blockquote-CSS verändert (beim ersten Mal sah es doch auch schöner aus?!), wollte gar nicht so schreien.

  16. @Probek: Bei Punkt 7 scheint es Bei Oliver das selbe Missverständnis zu geben wie bei UH. 😉
    Btw. Ich hab das beim Spiel gegen die Eintracht auch erst wieder erlebt, dass (ok vor dem Spiel) von hinten Kommentare kamen, wir möchten uns doch bitte setzten. Während der 90 Minuten vielen diese „reiferen Herren“ leider auch nur durch massives Meckern auf. Von Anfeuerung, gleich welcher Art war nix zu hören. Schade.

  17. [OT] Und was mir beim Lesen der Kommentare gerade auch noch auffällt: Die Ticketagentur, mit der der FC Bayern kooperiert, arbeitet mit Linkspam. Pfui!

  18. Das mit der Kapelle scheint schon älter zu sein. Im Interview mit der FAZ sagt Felix Redetzki, der Vorsitzender des Fanklubs Red Sharks, dass die Idee schon drei Jahre alt ist.

    Wie sind denn der und sein Fanklub einzuordnen? Eher Ultras oder ehr Traditionalisten?

  19. Die Wortwahl, Verallgemeinerung und Nichtberücksichtigung einiger entscheidender Fakten bei Hoeneß‘ Wutrede ist die eine Sache – das kann man vielleicht verzeihen -, aber den offenen Brief – ein paar Tage später, mit genug Zeit nachzudenken und die Dinge zu relativieren – finde ich vom Inhalt her eine Unverschämtheit. Das zeugt nicht wirklich von Einsicht, ist in der Sache völlig daneben. Und das zeigt mir, dass sich die Führung des FCB mittlerweile so weit von den Fans entfernt hat, dass da gar kein Verständnis mehr vorhanden ist. So etwas kennt man von Großkonzernen – da lebt das Management auch in einer anderen Welt.

  20. @probek: Na ist doch schön, dass wir das meiste ausräumen konnten, wäre ja noch schöner, wenn wir uns wegen Hoeneß in die Haare kriegen… 😉

    Kurz noch ein paar Anmerkungen:

    „Pseudonyme“

    Tatsächlich ist es sogar so, dass ich auch schon als Oliver geschrieben habe, speziell dann, wenn ich mich zuvor nicht angemeldet hatte… das Verhältnis ist aktuell 525:54. Davon abgesehen habe ich schon unter mehreren „Pseudonymen“ im Internet gepostet. Mein altes Blog hieß ja auch ganz anders, da kannte man mich als „Mythos“. Das mit „paule“ hat sich seinerzeit recht spontan ergeben…

    „Beleidigte Gruppen“

    Hoeneß Rede anzuhören, habe ich mir auch „angetan“ und genau deshalb konnte ich ja Deine Liste der von ihm Beschuldigten nicht nachvollziehen. Aber offenbar gibt’s hier einfach ein Unterschied in der Wahrnehmung. Macht ja nix. Kein Grund für lange Diskussionen.

    „Zuschauer in der Arena“

    Es ging mir in meiner Reaktion lediglich darum, dass man Hoeneß und Co imho keinen Vorwurf machen kann, wer alles in Deutschland, in Europa, aus der ganzen Welt Karten für den FC Bayern kauft. Die stehen nicht daneben und selektieren die Tickets. Natürlich sind solche Verhaltensweisen das Allerletzte, aber bei der Masse passiert das offensichtlich. Und selbst wenn Hoeneß und Co. das zu Ohren käme, wie sollten die reagieren? Solchen „Fans“ Karten verwehren?

    Sind das denn Dauerkarten-Inhaber? Na ja, iss ja auch egal. Ich wollte nur darlegen, dass man den Verein so direkt dafür eben nicht verantwortlich machen kann und schriebst eben:

    Es gibt ein Stimmungs-Problem, auch wenn der Vorstand sich dafür nicht zuständig fühlt. […] Aber dieses Problem – das man gerne läppisch finden kann – kann man natürlich auch dadurch lösen, dass man immer mehr solche Gäste ins Stadion holt und die Fans nach und nach verschwinden.

    und darauf leitete ich tatsächlich ab, dass Du suggerieren wolltest, dass Hoeneß und Co. daran schuld wären…

    Das Du auch in Zukunft hier mitliest und fleissig kommentierst, kann ich sicherlich kaum beeinflussen, verhindern will es natürlich keinesfalls. Schließlich ist meine Grundhaltung, dass konstruktive Kritik einen immer weiterbringt und gerade kontroverse Themen machen ja am meisten Spaß – also herzlich willkommen hier – auch in Zukunft. 😉

    P.S. Eigentlich hatte ich die Stylesheets angepasst. Ich schau noch mal…

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  22. Ende