Jan 14

Echt jetzt. Sonst bin ich ja immer bei ihm. Der Seele des modernen FC Bayern. Aber ab und zu muss selbst ich grübeln.

Wieso jetzt genau?

Wegen dem hier.

“Die Verkürzung der Winterpause halte ich für einen Fehler, der dem deutschen Fußball schaden wird.”

Warum?

Im Vergleich mit den europäischen Topligen verliere die Bundesliga dadurch “einen unserer letzten Vorteile”, betonte Hoeneß. “Bisher hatten wir den Vorteil, dass die deutschen Klubs ausgeruht in die K.o-Runden der internationalen Wettbewerbe gehen konnten.”

Achso. Stimmt. Deshalb haben die Deutschen in den letzten Jahren ja die Pokale abgeräumt, dass es weh tat, gelle?!

Manchmal verzweifle ich ein wenig an unseren Funktionären. Jetzt nicht nur an denen aus München, so ganz allgemein. Was haben wir damals ein Gezeter gehabt, dass man doch unbedingt einen Hallenpokal bräuchte, damit die lange Winterpause (finanziell) sinnvoll gefüllt werde. Dieser ganze wilde Hallenturnier-Quatsch gehörte gefälligst organisiert.

Dann haben die Funktionäre (der Top-Teams) gemerkt, dass Hallenfußball auch ganz schön weh tun kann (vor allem den teuren Stars) und nur noch B-Mannschaften auf den Kunstrasen geschickt. So war der organisierte Verbands-Hallenfußball bald wieder am Ende.

Ein Ende des Gejammers war aber nicht ins Sicht, schließlich sind wir hier in Deutschland. Plötzlich war die Winterpause völlig überbewertet und sowieso viel zu lang, denn andere Ligen haben die gar nicht und bleiben so im Rhythmus. Ferner hat man dann Ende Januar schon viel mehr Spiele abgearbeitet, kann so den Terminplan entzerren und hat mehr Luft im Sommer oder vor großen Turnieren.

Eigentlich war das auch immer schon meine Meinung. Und selbst wenn mal – das Totschlagargument der 80er – Schnee und Eis in Deutschland liegen bleibt, hat man immer noch mehr Gelegenheit Spiele nachzuholen, als bei einem Restart erst im Februar.

Umso unverständlicher jetzt die Aussage von Hoeneß. Meiner Meinung nach (andere sehen das ja immer so und bei allem was er sagt…). Denn wer ist in Europa Marktführer? Richtig. England.

Und wieviele Spiele, Pokale und Belastungen gibt es dort?

Eben.

Gewinnen die jetzt trotz oder gerade wegen der nicht vorhandenen Winterpause regelmäßig die Championsleague?

Das wäre mal eine Antwort auf eine sehr interessante Frage wert, Uli.

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18 Kommentare zu “Manchmal versteh’ ich Dich nicht, Uli”

  1. 1. martin Says:

    Wenn wir aber schon keine Winterpause mehr haben, können wir die Bundesliga gleich auf 20Manschaften erweitern, weil 4 Spiele Mehr machen auch nich mehr den Unterschied… Aber man muss dann halt auch in einen größeren Kader investieren, da jeder Spieler dann mal verletzt ist oder einfach mal ein Spiel Pause braucht… Ich fänds nicht schlecht, vorallem weil man dann weiß was man den Winter über am Samstag macht! ;) Und Englische Wochen bräuchten wir auch keine mehr…

  2. 2. vadder Says:

    Da hast du mal wieder genau das richtige Thema getroffen, paule. Soweit ich mich erinnern kann, waren es doch auch bayern Funktionäre, die die Winterpause abschaffen wollten? Oder zumnidest drastisch kürzen.

    Habe das gestern auch nicht verstanden.

  3. 3. Rantus Says:

    Da haut der gute Uli jetzt in die Kerbe unserer Fitnessgurus. Diese äußerten sich unlängst dazu, dass die Winterpause Vorteile habe gegenüber anderen Nationen.
    Das erinnert mich etwas ans Fähnchen im Wind.

    Uli selbst plädiert ja eher für eine Verkleinerung der Bundesliga auf 16 Teams und dann mehr Geld für alle.
    Meine persönliche Meinung ist, dass ich 20 Teams besser finden würde. Das Ganze dann mit arg verkürzter WP und einem deutlich besseren Ligapokal, der mehr Stellenwert bekommt, z.B. auch während der Saison.
    Also nicht ganz so dramatisch wie in England, aber schon tendenziell in die Richtung.

    Marcel Jansen hat zwar auch recht, wenn er sagt, dass man den Fan nicht überfüttern darf mit Fußball und dass Spieler nur noch Maschinen sind, aber ich denke es ist noch etwas Luft drin.

    Aber das Thema ist fast mehr ein typischer Füller fürs Winterloch. Haben wir diese Diskussionen nicht jedes Jahr mit fast wöchentlich wechselnder Meinung?

  4. 4. chicken Says:

    @ Rantus: Absolut richtig!
    Es gibt halt Dinge, die immer wiederkehren. Was der Politik ihr Sommerloch ist, das scheint dem BuLi-Fußball das Winterloch zu sein.

    Ich sage: Winterpause weg bzw. drastisch verkürzt, bei 18 Mannschaften bleiben und den Rest lassen wie er ist (= kein großartig neu ins Leben gerufener und mit “Tradition” behafteter Ligapokal, es ei denn, man akzeptiert von vorneherein, dass dort die B-Mannschaften und Rekonvaleszenten ihre Form bzw. die Trainer den zweiten Anzug auf Tauglichkeit überprüfen).
    Das Ganze ergäbe eine nicht notwendige zweite Vorbereitung / keine Unterbrechung des Spielrhythmus –> etwas, das bisher immer das Argument gegen die Winterpause war <– sowie die Möglichkeit den ach so stressigen Spielplan zu entzerren, damit die Herren (deutsche/bzw. in D’land beschäftigten) Profis nicht so arg über die Belastung jammern müssen. Zuzüglich kommen durch die gewonnenen drei bis viereinhalb Wochen genügend Ersatztermine für eventuell notwendige Nachholspiele zum Vorschein.

    Klar, es fallen so aussagekröftige Tests wie gegen arabische Thekenmannschaften oder auch Teams aus der unteren Tabellenhälfte der zypriotischen Liga weg, aber – ganz ehrlich – damit kann ich leben . . .

  5. 5. Rantus Says:

    Ja, das mit dem Ligapokal wäre z.B. so eine Sache die für die 2te Garnitur interssant wäre. Ist ja in England ähnlich. Dort wird auch nicht immer der gute Anzug für jede Hochzeit genommen. Das könnte man durchaus einführen und würde auch den 2ten Anzug mehr Chancen bringen mit überschaubaren Risiko.
    Eine Entzerrung des Plans könnte ich mir gut vorstellen, bzw. ich hätte auch nichts dagegen wenn die Nationalmannschaftstermine mal ordentlicher und kompakter gelegt werden würden.
    Von mir aus findet man da ein gewisses Zeitfenster indem man sich darauf spezialisiert und reißt dann nicht immer die Liga und die Teams auseinander.
    Das ist beim Spielplan der Punkt der mich am meißten stört. Die “Länderspiel-Pausen”.

  6. 6. Joggl Says:

    Dieses Jahr sehe ich die Winterpause fast noch ein, da wir ja einen “echten” Winter haben. Nicht wie sonst er erst Ende Februar oder so. Grundsätzlich muss mMn die Winterpause zumindest auf 2 Wochen gekürzt werden. Von mir aus dürfen die Profis um Weihnachten und Neujahr gerne bei ihren Familien bleiben. Bin ich nicht nett?! ;)

  7. 7. zechbauer Says:

    Ich bezweifle zwar, dass die “fehlende” Winterpause der Grund für Englands Leadership im europäischen Fußball sein soll – aber grundsätzlich bin ich da ganz bei Paule: Wir brauchen eigentlich keine Winterpause. Diese bietet keinen Vorteil und verzerrt manchmal auch etwas den Wettbewerb.

    Wir haben meist milde Winter und beheizte Rasenflächen – demnach greift das Wetter-Argument auch nicht mehr. Der Zeitgewinn würde zum Sommer hin einige Probleme lösen, wenn die Spitzenteams schon aus dem letzten Loch pfeifen und dann die Top-Entscheidungen (BuLi, EC, NM) vor der Tür stehen.

  8. 8. q Says:

    Mal ganz ketzerisch: Woher kommt eigentlich das Gerücht von England als Europas “Marktführer”? Du meinst nur im Sinne von Geld, oder? Am Erfolg kann man es jedenfalls nicht festmachen. Die letzten 10 Jahre 3mal CL und 1mal UEFA-Cup, das reicht noch nicht für einen Marktführer. Mindestens Spanien würde sich darüber doch arg beschweren ;)

  9. 9. zechbauer Says:

    In den letzten vier Jahren kamen die CL-Sieger zwei Mal von der Insel. Und ansonsten ist das Abschneiden der englischen Teams ja auch nicht das schlechteste. Ganz abgesehen von der monetären Potenz und den Fülle von Top-Stars die in der Premier League spielen. Aber das ist nur mein subjektiver Eindruck – ich habe keine Vergleichsrechnung aufgestellt.

  10. 10. Gunnar Says:

    Andererseits haben wir die englische Nationalmannschaft (deren Mitglieder ja fast ausnahmslos in der englischen Liga spielen) schon oft genug bei den Turnieren eher uninspiriert gesehen, was dann mitunter auch auf fehlende Fitness nach der langen Saison, u. a. wegen fehlender Winterpause, zurückgeführt wurde.
    Ist sicherlich nicht der einzige Grund, klar, aber könnte ja auch was dran sein.

  11. 11. Hirngabel Says:

    Ich finde wir sollten uns nicht an England orientieren sondern an dem wirklichen Sportmarktführer. Schließlich hat doch die NFL Jahr für Jahr beim Superbowl die Mördereinschaltquoten.

    Daher heisst eigentlich die logische Konsequenz “Mehrere Conferences und ein ordentliches Playoff-System!”.

    (Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten)

  12. 12. Rantus Says:

    Das mit der Ironie hoffe ich doch.
    Lebloser US-Sport ist so ziemlich das schlimmste. Wer da mal live im Stadion war weiß, dass das größtenteils nur noch Show ist….
    Kein Feeling mehr.

    Das mit der “Nationalmannschaft” bei England liegt eher am hohen Ausländeranteil der oberen Ligen.
    Insgesamt, das darf man nicht vergessen, hat die PL “nur” 4 Ligaspiele mehr, da diverse Cups mit der kompletten zweiten Garnitur vollzogen werden.
    Also die eigentlichen englischen Wochen sind weniger bei gleichem Spielplan.

    Ich denke das sinnvollste ist ein gewisser Spagat und darum finde ich die Neuerung durchaus sinnvoll. Ein paar Wochen für Regeneration und nochmal Kraft pumpen, aber auch nicht so lange um komplett aus dem Rhythmus zu kommen.

    Also indem Fall haben wir eigentlich wieder so einen, wo man die Worte von Uli nicht auf die Goldwaage legen sollte. ;)

  13. 13. Conti Says:

    Der Zeitgewinn würde zum Sommer hin einige Probleme lösen, wenn die Spitzenteams schon aus dem letzten Loch pfeifen und dann die Top-Entscheidungen (BuLi, EC, NM) vor der Tür stehen.

    Versteh ich nicht. Pfeifen sie nicht noch mehr, wenn sie keine Pause haben? Oder meinst du, weil die eng. Wochen wegfallen? Bei Tunieren wie WM/EM sehe ich es ja ein, aber BL/EC? – anderseits schneiden bei Tunieren die Deutschen meist gut ab (und fast alle dt. NS spielen in der BuLi…)

  14. 14. zechbauer Says:

    Nehmen wir die Bayern als Beispiel: Da ist zum einen der Endspurt in der BuLi, im Pokal und bestenfalls auch in der CL. Dazu kommen i.d.R. noch Länderspiele – was ich meinte ist eine Entzerrung.
    Es spräche doch nichts dagegen, dass die Bundesliga schon vorbei ist, bevor Champions League und DFB-Pokalwettbewerb in die Endphase gehen, und dazwischen mehr als nur drei Tage liegen (Endspiele). Im Hinblick auf die NM wäre so auch eine längere Vorbereitungsphase vor EM oder WM-Turnieren gegeben.

    Hätten wir in der Winterpause durchgespielt, könnte die Saison fünf Wochen früher zu Ende sein (das Weihnachtswochenende lassen wir mal frei). Hieße, dass die Saison am 18. April zu Ende wäre. Eine Woche später wäre dann das HF im DFB-Pokal, wieder ein Woche später findet das HF-Hinspiel in der CL statt… und eine Woche darauf das Rückspiel. Dann kommen noch Ende Mai die Endspiele aus beiden Wettbewerben, wobei man das DFB-Pokalfinale dann sogar noch vorziehen könnte/sollte. Verstehst Du, worauf ich hinaus will?

  15. 15. Joshtree Says:

    @Zechbauer: Na ja, im Halbfinale der Cl steht maximal eine deutsche Mannschaft (DIE deutsche Mannschaft!), im Halbfinale des Pokals 4, davon ist eine mit gewisser Wahrscheinlichkeit auch die aus der CL. Für alle anderen Teams wäre dann im April Sommerpause. Also 4 Monate lang nix mit Fußball, nur Spekulieren, Poldiliederdichten, … Oh Graus!

  16. 16. zechbauer Says:

    ;) Ja, stimmt… wenn ich mir allein den Poldi-Ticker beim Express so anschaue, war mein Vorschlag wohl doch nicht so gut.

  17. 17. Rantus Says:

    Generell schon.
    Der Vorschlag sollte nur beinhalten, dass die Saison so wie jetzt endet, die englischen Wochen aber weniger werden. Dann kommen unsere Jungs auch nicht immer auf dem Zahnfleisch daher und der Rhytmus lässt mehr Zeit für Regeneration.
    Wie gesagt. Die Engländer spielen durch und haben bei den Spielen die sie in Vollbesetzung auflaufen somit eigentlich gute Regenerationszeiten und wenn die Wochen etwas enger liegen wegen dem 2ten Cup dann darf sich da die Reserve mal beweißen.

    Ist doch nicht schlecht.

  18. 18. hoschi2 Says:

    Das Argument gegen die Winterpause, weil in England es ja auch keine WP gibt und die Liga so stark ist,ist kein Argument. Die geben auch hunderte von Millionen mehr aus für Spieler. Vielleicht wären sie ja mit WP noch besser ?