Sep 04

Besser: eine Bloggerin weniger.

Sagt sie. Vorerst.

Ich kann ihre Gründe nachvollziehen.

Wer sich dem Thema Ultras nähert, prallt schnell mit den Ideologen zusammen. Diese Erfahrung habe ich schon hinter mir. Da kann man mal schnell die Lust am Bloggen verlieren. Vor allem, weil es für einen selbst noch was anderes gibt. Neben dem Internet. Oder neben dem Fußball. Ein ruhiges Leben zum Beispiel.

Ich habe den besagten Beitrag bei ihr nur kurz überflogen. Kommt mir aber doch ziemlich derbe vor.

Schlimm. Wenn man sich an einer “Nebensächlichkeit” so aufhängt (auch wenn’s die schönste ist). Aber wenn der Stolz der Capos getroffen wird, wird’s böse.

Ein Grund, weshalb ich das Thema in letzter Zeit überwiegend ausgeblendet habe. Zumindestens hier auf dem Blog. Eine Meinung habe ich zu all dem weiterhin.

So kommt es übrigens auch, dass ich zu den letzten “Events” der sog. Bayern-Fans nichts geschrieben habe. Wird auch so bleiben…

Zurück zum Thema.

Ich wollte einfach nur kurz der Tina meine Solidarität und ausgesprochenes Verständnis bekunden. Einem Fan, der mit Andersdenkenden ganz entspannt umgehen kann. Innerhalb und ausserhalb der eigenen Reihen. Sehr erfrischend, wie ich schon auf einem gemeinsamen Bloggertreffen erfahren durfte.

Nicht unterkriegen lassen!

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1 Trackback für “Wieder ein Blogger weniger.”

  1. DailySoccer 07/09/2009 | Spielfeldrand - Das Magazin Says:

    [...] Wieder ein Blogger weniger. Spielfeldrand bedankt sich für den Besuch dieser Angebote: Sportwetten bei Interwetten.com (No Ratings Yet)  Loading … [...]


12 Kommentare zu “Wieder ein Blogger weniger.”

  1. 1. tina Says:

    Lieber, lieber Breitnigge, ich danke Dir wirklich ganz herzlich für Deine Worte. Du glaubst nicht, wie gut sie mir tun. Ich selber glaube nicht, wie fertig einen das machen kann, wenn man aus einer “bestimmten Ecke” kollektiv und in den fiesesten Tönen niedergemacht wird. Dachte, ich stehe da locker drüber. Im Moment macht es mich aber einfach traurig…

    Sende Dir ganz liebe Grüße.

  2. 2. faulerbeamter Says:

    Den sogenannten Stolz der Ultras haben wir beim Wolfsburg-Spiel mitbekommen. Das passt zum Beitrag wie die Faust aufs Auge. In jedem zweiten Südkurvenbladdl wird vom Norden mehr Stimmung verlangt.

    Beim Wolfsburg-Spiel war die Nordkurve recht gut drauf, der Lärmpegel war dort von Anfang an spürbar lauter als sonst. Wenn die Südkurve das Herz des Vereins ist, ist die Nordkurve die Lunge des Stadions. Das Herz schlägt dauernd, aber über die Nordkurve holt die Arena Luft.

    Diesmal hatte die Nordkurve im Spiel ein paar Wellen gestartet, was angesichts der gleich nebenan liegenden Westtribüne (VIPs und Co) schon recht optimistisch ist. Beim dritten Versuch machten Teile der Westtribüne tatsächlich mit, aber in Richtung Südwesten wurde die Welle schwächer und aus wars. Beim vierten Versuch zog die Westtribüne fast komplett mit (und sogar ein paar Gegnerfans, beim Stand von 0:2 aus deren Sicht, Respekt!), wurde zwar etwas schwächer, aber jedem war klar, dass sie die Südkurve noch mit ordentlichem Schwung erreichen – und mit noch grösserem Schwung wieder verlassen würde. Pustekuchen! Stehplätze Süd verweigerten die Welle und machten lieber im Dauersupport weiter. Zwei weitere Versuche endeten im selben Resultat – die Südkurve zieht nicht bei einer La Ola mit, die sie nicht selbst gestartet hat, das ist schon ein starkes Stück!

  3. 3. paule Says:

    @tina: Ab und an muss man einfach mal (wieder) Stellung beziehen. Aus der schweigenden Mehrheit heraus. Damit man nicht den Eindruck bekommt, die laute Minderheit würde die Mehrheit repräsentieren…

    “Fans” mit derlei Wertevorstellung (“ich bin ein guter Fan, weil… Du bist ein schlechter Fan, weil”) kann ich sowieso nicht ernstnehmen. Das ist 3.Klasse Grundschule.

    Damals habe ich nämlich auch so genauso gedacht. Überraschenderweise denke ich – kaum vier Jahrzehnte später – irgendwie anders.

    Hach. Ich könnte stundenlang über dieses Thema reden. Mach’ ich aber nicht, dafür ist mir meine Zeit zu schade und ändern werden wir bei der Zielgruppe sowieso nix. Also lassen wir das.

  4. 4. vadder Says:

    @faulerbeamter: da hast du mal wieder recht. Habe es genauso erlebt, obwohl ich auf Westtribüne unterrang saß. Bei uns wurde bei der Welle gut mitgemacht, ab höhe mittellinie deutlich weniger usw.

    dafür von Süd dauersupport. egal, was gerade auf dem platz passsiert…

    egal: ich bin dem paule dankbar, das er diese fan diskussionen hier nicht lostritt. Das würde dann wohl auch viele “Fans” hier anlocken, die eigentlich keiner braucht.

    Siehe auch die letzten geschehnisse in Aschaffenburg/würzburg. Und das immer vor meiner haustüre…das ist etwas, das ich als Fan/mitglied im zusammenhang mit meinem Verein nicht erleben will, aber nun schon zum 2ten mal erleben muß…leider. Und wie sehr das nervt, das könnt ihr euch hoffentlich alle vorstellen.

  5. 5. Nick Says:

    @faulerbeamter: Na ja, die Welle. Ist auch nicht gerade so, dass die sich in erster Linie aufs Spiel bezieht. ‘La Ola’ gibts doch meistens, wenn es den Leuten ein bisschen langweilig ist. Ich finde sie, im Gegensatz zu verbaler Anfeuerung, eher störend und ablenkend und ein Zeichen für zu viel ‘Eventpublikum’.

    Was die Selbstgerechtigkeit MANCHER Ultras angeht, stimme ich mit Oliver und allen Kommentatoren hier überein, aber trotzdem habe ich lieber ein Stadionpublikum, das zu hören ist, als eins, das nur die Welle macht.

  6. 6. Wohlfarth Says:

    Es ist verdammt schwierig geworden, ins Stadion zu gehen um einfach nur Fußball zu schauen. Als junger Kerl wollte ich auch in die Südkurve, Stimmung, singen und und und. Jetzt bin ich in den Vierzigern, sitze im Oberrang und will in Ruhe Fußball schauen. Mit meinem Kumpel über Taktik und Aufstellung diskutieren, bei Toren jubelnd hochspringen, bei schlechter Leistung meiner Mannschaft schimpfen usw..
    Muß mir aber nicht von irgendjemanden Vorschreiben lassen, das ich meine Mannschaft anfeuern muss, auch bei noch so unterirdischer Leistung.
    Ich will in Ruhe Fußball schauen, bin ich deshalb ein schlechterer Fan als ein krakelender Halbstarker? Bestimmt nicht.
    Operettenpublikum Müchen? Ja!! Na und.
    Bekomme das immer wieder von meinem Bekanntenkreis (60er, Clubberer usw.) vorgeworfen. Sorry, aber ein 2-1-Sieg gegen Freiburg mag für einen Clubfan das höchste aller Gefühle sein, einen Bayernfan reißt man damit halt nicht vom Hocker.
    Und in der KO-Runde in der Championsleague geht die Post auch bei uns ab.

  7. 7. paule Says:

    @Nick: La Ola kam – und da trügt mich meine Erinnerung wahrscheinlich nicht – doch aus dem Tennis zu uns rüber, oder?

    Gab es da nicht dieses legendäre Tennismatch im Daviscup, als Becker und Co. in Mexiko baden gingen und die Zuschauer – damals beim Tennis noch sehr unbekannt – immer und immer wieder die Welle der Begeisterung anstimmten?

    So sehe ich übrigens auch die Welle. Wieviele Spiele hast Du denn schon gesehen, wo “die Leute” aus Langeweile(?) eine La Ola starten?

    Meiner Meinung nach kommt sowas nur im Rahmen einer deutlichen Führung, einer Sensation oder einfach einer guten Laune zustande…

  8. 8. bilbo Says:

    @wohlfahrt
    dann mach das doch zuhause, vorm Fernsehen.

  9. 9. Nick Says:

    @Oliver: Deine Antwort impliziert das eigentlich, was ich meine. La Ola gibt es im Rahmen einer deutlichen Führung, weil das Spiel allein nicht mehr spannend genug ist (bzw. die Leute es nicht mehr spannend/interessant finden). Dann beschäftigt man sich halt mit sich selbst. Das kann man positiv interpretieren (“gute Laune”) oder negativ (das Spiel wird zur Nebensache). Faktisch schauen die Zuschauer dann jedenfalls mindestens genauso in die Ränge wie aufs Feld.

    Ich glaube aber nicht, dass Fußballfans La Ola starten, wenn eine Sensation bevorsteht, zumindest nicht, so lange der Spielausgang noch offen ist.

  10. 10. Kees Jaratz Says:

    Die Anfänge von La Ola habe ich ja auf engste mit der WM 86 in Mexiko verbunden. Aber wenn wir Wikipedia mit den Fakten zur Kulturgeschichte der Sportbegeisterung glauben, begann das alles in den USA 1981.

    http://de.wikipedia.org/wiki/La_ola

    Euer unterschiedliches Verständnis vom “Wesen” der Welle ist da übrigens auch vermerkt.

    Oder schreibt ihr gar mit? ;-)

  11. 11. Nick Says:

    @Kees Jaratz: Nein, ich zumindest nicht. Mit der Darstellung kann ich mich aber auf jeden Fall anfreunden!

  12. 12. faulerbeamter Says:

    Was ich damit sagen wollte ist nicht, dass gefälligst jeder bei der Welle mitzumachen hat.

    Eigentlich sollte sich der Kern der Aussage weniger auf die Welle als solches, sondern auf ein selbst verliehenes Stimmungsmonopol der SM beziehen. Diese fordert mit flammenden Reden in jedem zweiten Südkurvenbladd’l alle Stadionbesucher zu mehr Stimmung und Lärm auf. Selbst gestartete Wellen werden schon vorsorglich vom organisierten Pfeifkonzert begleitet, wenn diese abzuebben drohen, andererseits werden fremdgestartete Wellen nicht nur boykottiert, sondern nach allen Regeln der Kunst ignoriert und bei Gesängen, die nicht im harten Kern “intoniert” wurden, wird fast schon demonstrativ ein lauterer, weil koordinierter “Gegengesang” eingestimmt.

    NATÜRLICH begleitet La Ola definitionsgemäß hauptsächlich wichtige oder hohe Siege in unserem Schlauchboot, aber so ist das halt bei uns Grantel-Bayern, hier gehen wir halt generell auf andere Art und Weise mit unserem Verein um. Da wird halt mal bei einem Unentschieden gegen Bochum gepfiffen – und zwar zurecht!

    Andererseits lachen sich gestandene Bayern-Kutten krumm, wenn sie jemanden mit einem Trikot mit der Nummer 0, Name “Fehleinkauf” rumlaufen sehen (Ja, ich habs getan, auch wenn mir das im Fanshop der Arena verständnislose Blicke beim Beflocker eingebracht hat). In so manch anderer Fankurve wärst Du nach dieser Art von “Aufarbeitung der Transferpolitik” ein Fall für die Zahnersatzversicherung.

    Bei uns laufen die Dinge halt a bissl anders