Von Ellbogen, unerwarteter Dominanz und jeder Menge Barca

Ein neuer Rekord. Ein Breitnigge-Rekord. Noch nie habe ich einen Beitrag über ein Spiel verfasst, während das nächste Spiel schon hinter uns lag. Es sind die Umstände. Meine, die der Zeit und die Gewohnheiten. Sicher, früher hat das niemanden gestört, dass ein Bericht erst am Mittwoch online war. Vom Samstags-Spiel. Damals, als ich noch für 50 Leute geschrieben habe. Heute ist es – in der Regel – eine mind. 20-fache Zielgruppe.

Wie auch immer. Dann wird dieser Beitrag halt kürzer und – aus zwei mach eins – enthält ferner Inhalte zur gestrigen Championsleague-Auslosung.

Nach dem Hinspiel in München rieben wir uns alle schon die Augen, gingen wir doch – ob der medialen Überhitzung des Gegners – von einem „fast aussichtslosem Unterfangen“ aus. Kaum etwas davon blieb im Nachgang übrig. Nicht, weil Juventus vielleicht nicht gewollt hätte, nein, nein, unser Pressing, unser Wille hat sie dann wohl doch überrascht.

Vor Tagen also das Rückspiel und wir alle dachten: „Aber jetzt bereitet uns Turin im neuen Stadion die Hölle auf Erden“. Ja. In den ersten 15 Minuten. Da war es laut, da war die alte Dame das heiße Messer in der Butter. Bis unsere Bayern Zugriff auf das Spiel bekamen und wir somit die Weichen für das Halbfinale stellten. Denn machen wir uns nichts vor: Hätten die Italiener in dieser Phase tatsächlich die Führung erzielt, ich weiß nicht, wovon dieser Beitrag heute handeln würde.

So kam es aber nun einmal anders und wir reden statt dessen von unserer Spitzenqualität über zwei Spiele DER Top-Mannschaft aus Italien den Zahn gezogen zu haben. Da brauchen wir jetzt auch nicht mehr den Konjunktiv, denn im Rückspiel gab es diese 150%-tigen Chancen für die Conte-Kicker nicht wirklich. Und falls doch war Neuer zur Stelle.

Die Tatsache, dass ich – nach drei Tagen – eigentlich nur noch die ersten 15-Juventus-Minuten, Neuers Taten, unseren Spielzugriff und die italienische Zweikampf-Härte im Hinterkopf habe, spricht für sich.

Wir müssen uns nicht mehr über das Hinspiel unterhalten, Vidal, Ribery, das Abseits und den Schiedsrichter insgesamt. Nein. Es ging für Juve ja noch darum, mit der seit Jahren bestehenden Heimstärke ein 0:2 umzudrehen. Sie hatten die gleichen Chancen wie wir. Gewonnen haben wir. Mit 2:0. Verdient. Aber der Reihe nach.

Der Anfang ließ mich zunächst Böses ahnen. Nicht nur besagte 15 Minuten, nein, auch der Schiedsrichter (der mit dem Faible für alles was Gelb ist). Und Herrn Chiellini. Man mag mir gerne Unsouveränität unterstellen (und davon wurde während des Spiels auf Twitter auch ausgiebig Gebrauch gemacht), aber ich war und bin schon ein wenig, sagen wir mal „irritiert“, dass ein Chiellini mit seiner Spielweise über 2x 90 Minuten in voller Länge auf dem Platz stand. „Tragisch“ wird es für uns, dass Mandzukic zwei seine drei gelben Karten in Duellen mit diesem – seinem – Gegenspieler kassiert hat. Nicht, dass Mandzukic nicht auch einen Ruf hätte (dem er imho in seiner Anfangszeit in München leider auch gerecht wurde), aber sein Verhalten bzgl. Ellbogen-Einsatz hat sich in größerem Maße gebessert, als es von den Schiedsrichtern im In- und Ausland honoriert werden würde. Meine Meinung.

Zurück zur Tragik.

Im Hinspiel erhält Mandzukic als erster (FCB)Spieler eine gelbe Karte. Wohlgemerkt nach besagter Vidal-Ribery-Geschichte. Und im Rückspiel? Im Rückspiel erhält Mandzukic seine dritte gelbe Karte im laufenden Wettbewerb für eine Aktion, wo ich sogar schon in der Realgeschwindigkeit dachte „Foul Chiellini“! Denn imho trat der Italiener Mandzukic beim Kampf um den Ball vor das Schienbein. Zu meinem Entsetzen entschied der Unparteiische nicht nur auf Foul von Mandzukic, nein, er gab dem Kroaten auch noch Gelb. Da war ich dann sprachlos. Vor allem, da auch die Zeitlupen mich meine Meinung nicht ändern ließen…

Unsere schlimmsten Befürchtungen schienen einzutreten und ich sah neben Mandzukic auch Lahm und Dante in einem möglichen Halbfinale gesperrt. Allein, es kam anders. Welch‘ ein Glück. Der Schiedsrichter beruhigte sich und bekam seine Gelb-Schwäche in den Griff. Als weiteren Verlust hatten wir – dank Arm-Einsatz des Gegners – nur Daniel van Buyten zu beklagen. Es kam Boateng. Erneut hatten wir nicht das Pech, dass die Spieler rund um Pirlo diese Schwäche auszunutzen vermochten.

Sehen wir es positiv: Im ersten Halbfinale müssen wir zwar auf Mandzukic – inzwischen eine unserer schärfsten (Pressing-)Waffen verzichten – den Rest der Championsleague steht er uns dann aber (Platzverweis und Verletzung außen vor) definitiv zur Verfügung. Ebenso wie unser zentrales Mittelfeld mit Schweinsteiger und Martinez, die ja nun wieder bei 0/2 gelben Karten stehen. Blieben nur Lahm und Dante als Faktor (Gustavo ist imho hier nicht relevant (s. BS und JM)). Wobei Lahm heuer keine Karte mehr bekommen und bei Dante (wie zumeist bei der Abwehr) es darauf ankommen wird, was das defensive Mittelfeld durchlassen muss. Gedankenspiele.

Wir stehen im Championsleague-Halbfinale. Und das ist mehr als ich in manchen Phasen dieser Europapokal-Saison erwartet hatte. Nach dem 1:3 gegen Bate oder dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Arsenal, welches ich live ertragen musste. Einerseits. Andererseits könnte nun gegen Barcelona auch wirklich Schluss sein. Könnte. Nie war diese Option aber unwahrscheinlicher als heute.

Warum habe ich also so gute Laune nach der Auslosung gehabt?

Wir haben lange (seit 2009) auf Barcelona gewartet. Und haben uns seit diesem 0:4 sicher in größeren Schritten weiterentwickelt als Barcelona. Klar, keine Kunst, aber näher „dran“ an Barcelona waren wir nie. Wobei hier nicht (wie sicher jetzt von Einigen vermutet) die typische Bayern-Arroganz zum Tragen kommt, nein, denn ich meine hier nicht, dass wir nun annähernd so sind wie Barcelona, so als Kopie, auf keinen Fall, das wollen wir ja auch nicht. Wir haben aber – seit van Gaal und danach dann mit Heynckes – ein eigenes System auf die Beine gestellt und optimiert, dass uns nun doch dauerhaft unter die Top-Mannschaften Europas gebracht hat. Nachhaltig. Die CL-Erfolge der letzten Jahre sprechen da für sich (nicht nur auf Titel bezogen jetzt).

Warum also sollten wir Barcelona, welches für mich in dieser Saison nicht mehr so perfekt funktioniert wie zuvor, nicht auch gefährden können?! Weshalb sollten in zwei Spielen die Chancen nicht größer sein, als in einem Finale auf neutralem Grund? Eben. Ich bin zuversichtlich. Und auch zunächst in München zu spielen ist gut. Erstens weil wir die Auswärtstorregel im Rückspiel auf unserer Seite haben. Da wo wir es brauchen. Zweitens können wir im Heimspiel mit einem guten Ergebnis (0:0 oder Sieg zu Null) Druck auf Barca aufbauen. Hat Paris ja im Viertelfinale auch lange geschafft. Drittens ist es doch so: Wenn ausscheiden, dann bitte nicht noch einmal im Finale (das hatten wir jetzt 2x in drei Jahren, das reicht) und gegen wen, wenn nicht gegen Barca? Sind die Ende April, Anfang wieder so stark, dass die uns weghauen, dann sind wir wenigstens gegen den Championsleague-Sieger ausgeschieden!

Alles noch in Frühjahrssternen, aber rund um eine solche Auslosung wird man sich ja mal Gedanken machen dürfen. Bis dahin einfach auf Bundesliga und Pokal konzentrieren – das macht den Kopf frei und hält frisch.

Weiter, immer weiter!

(So viel zum Thema kurzer Bericht)

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23 Gedanken zu “Von Ellbogen, unerwarteter Dominanz und jeder Menge Barca

  1. Paule meint:
    „Sind die (Barca) Ende April, Anfang wieder so stark, dass die uns weghauen, dann sind wir wenigstens gegen den Championsleague-Sieger ausgeschieden!“

    Was macht dich denn da so sicher? Nur weil Barca Bayern ausschaltet, haben sie noch lange nicht die CL gewonnen. Sollten sie (was ich nicht hoffe) auf Real treffen, dann ist der Drops noch lange nicht gelutscht. Real hat in den letzten Spielen oft genug gezeigt, wie man Barca knackt. Wieso sollten sie es dann im Endspiel nicht nochmals schaffen?
    Nach deiner Logik wäre Chelsea dann ja auch zurecht CL-Sieger geworden, weil sie zuvor Barca im Halbfinale bezwungen haben. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass dir diese Logik gefällt. 😉

  2. Brüller von KHR im Sportstudio auf die Frage, was er zu Klopps Kommentar sagen würde („Ich verwette meinen Arsch darauf, dass Sammer und Guardiola vor dem Halbfinale telefonieren“):

    „Ich glaube, da hat er etwas zuviel verwettet. Hätte er seine Haare verwettet, dann hätte er ja noch ein paar zum Transplantieren gehabt. Aber ich fürchte, sein Arsch wird irgendwann bei uns im Museum stehen.“ 😀

  3. @Alexander44: SICHER bin ich mir nicht. Aber ich glaube / hoffe, dass Barca – um uns zu schlagen – zu alter Topform zurückfinden muss. Schaffen sie das, sind sie imho Top-Favorit im Finale, egal gegen wen… 😉

  4. Ich denke auch, dass Barca in 2 Spielen schlagbarer ist, als in einem. Zumal sie es schaffen (bzw. geschafft haben), in den jeweiligen Endspielen keine Schwäche zu zeigen (siehe auch Spanien gg. Italien).
    Überhaupt sehe ich es so, dass es im Wesentlichen von der Form/Einstellung Barcas abhängt, wie das HF ausgeht.
    Ich denke wir sind noch nicht auf Augenhöhe, aus folgenden Gründen:
    Bei Barca ist jeder Spieler absolut stabil, pressingresistent, abgebrüht.
    Bei uns fehlt diese Durchgängigkeit. Ein 19-jähriger auf einer wichtigen AV-Position kann beim Gegenpressing von Messi, Xavi und Alves schon mal ins Schwimmen geraten.
    Der zweite Punkt ist, dass wir eine Mannschaft sind, die definitiv mitspielen will, während vor allem Chelsea und Inter NUR aufs verteidigen verlegt haben. Das können wir nicht. Ich glaube auch nicht, dass wir es schaffen werden, Barca unser Spiel aufzudrücken, insofern müssen wir einen Mittelweg finden.
    Was mich zuversichtlich macht ist trotzdem unsere Defensive (wer zweimal gg Juve zu Null spielt ist nicht ganz blind), unsere Offensivpower und unser ZMF.
    Wenn wir es schaffen unsererseits gegen zu pressen und Messi aus der Partie nehmen (und das kann man nict mit Kettenhung Gustl, das kann nur gemeinsam funktionieren) sowie vorne effizient sind, haben wir eine Chance.
    Aber ist ja noch etwas Zeit bis dahin. Hoffe die Spieler schaffen es besser, sich auf WOB zu konzentrieren als ich. 😉

  5. @Alexander: Da kann der Paule so sicher sein, weil bisher JEDE Mannschaft, die den FCB in einem europäischen Halbfinale ausgeschaltet hat, im Finale siegreich war!!! Von daher müssten Real und der BVB den Bayern die Dauem drücken im HF 😉

    Für die Zahleninteressierten: 1967/68 HF EC 2 (Milan 0:2 + 0:0) / 1971/72 HF EC 2 (Glasgow Rangers 0:2 + 1:1) / 1979/80 HF EC 3 (Frankfurt 2:0 + 1:5 n. V.) / 1980/81 HF EC 1 (FC Liverpool 0:0 + 1:1) / 1984/85 HF EC 2 (FC Everton 0:0 + 1:3) / 1988/89 HF EC 3 (SSC Neapel 0:2 + 2:2) / 1989/90 HF EC 1 (AC Mailand 0:1 + 2:1 n. V.) / 1990/91 HF EC 1 (Roter Stern Belgrad 1:2 + 2:2) / 1994/95 HF CL (Ajax Amsterdam 0:0 + 2:5) / 1999/00 HF CL (Real Madrid 0:2 + 2:1) / 2007/08 HF Uefa-Cup (St Petersburg 1:1 + 0:4)

  6. Was mich positiv stimmt, sind Barcas Sorgen im Personalbereich der Abwehr. Mit Puyol und Mascherano fehlen 2 nominelle Innenverteidiger und Pique ist, trotz seiner Klasse, ein Typ, der eigentlich einen Puyol an seiner Seite braucht, um seine Stärken auszuspielen (siehe bei uns Dantes Aura, die van Buyten beflügelt). Dazu ist dann noch Adrianno gelb-gesperrt, was doch eine relative „Rumpfabwehr“ (für Barcelona Verhältnisse) bedeutet.
    Bedenkt man dann noch unsere offensichtlichen Vorteile bei Standards (da hat Barcelona ja zum Teil auch gegen Celtic etc. kassiert), sehe ich genug Raum für uns, im Hinspiel eine gute Ausgangsposition für den ersten Mai zu schaffen.

  7. Es wird ja zuweilen zuviel rund um den Fussball geredet, möchte man meinen. Aber manchmal ist es auch höchst unterhaltsam. Da glaubt der obergeile Experte was über den Kollegen Heynckes absondern zu müssen, was dieser sich schon ausdrücklich verbeten hat. (btw, wo bleibt da der Respekt vor dem Kollegen, Herr Klopp?) und dann schießt KHR dergestalt frech zurück, dass das Studio raunt. Das ist beste Unterhaltung. Anders als der meist etwas ungeschickte Polterer UH (auch wenn er dabei ja meistens recht hat) trifft der Kalle genau den richtigen Ton… Chapeau!
    Ansonsten freue ich mich aufs Pokalhalbfinale (Live dabei, jippie) und dann auf Barca. Hoffe, dass das echte fussballerische Festwochen werden, die Zeichen stehen gut.

  8. @seit82: Was den Respekt angeht oder auch angebliches (internes) Wissen über den jeweils anderen Verein: Du weißt doch, wenn zwei das Gleiche tun, ist dies noch lange nicht das Selbe ;-).

    Was die HFs angeht, da denke ich ist beide Male alles möglich. Wird sicherlich neben den üblichen Zufällen (abgefälschte Schüsse, blöde Fehler, die ausgenutzt werden, vorteilhafte SR-Entscheidungen, Latte und Pfosten, etc.) sehr stark von den jeweils leitenden Kartenspielern abhängen. Ich befürchte, dass wieder einmal am Ende im Finale zwei Mannschaften ohne optimale Bestzung antreten dürfen, weil irgendwelche blödsinnigen oder wegen mangelndem Fingerspitzengefühl verteilte Karten dies verhindern.
    Leider kann sich die Uefa ja nicht dazu durchringen ab HF alle gelben Karten (nicht die Sperren!) zu streichen und zu sagen, dass außer bei Rot keiner im Finale fehlen wird, selbst wenn er in beiden HFs gelb sehen sollte, damit auch wirklich die stärksten Manschaften das FInale bestreiten können.

  9. seit82 meint:

    „Das ist beste Unterhaltung. Anders als der meist etwas ungeschickte Polterer UH (auch wenn er dabei ja meistens recht hat) trifft der Kalle genau den richtigen Ton… Chapeau!“

    Na ja, ich weiß nicht. Kann sich noch jemand an Kalles letzten Klopper erinnern, der da lautete: „Ich mag das Wort Krieg im Zusammenhang mit Fußball gar nicht – und erst recht nicht, wenn es von einem Spieler aus Montenegro kommt. Das war sehr unglücklich.“

    Unglücklich war da eher Kalles Aussage, einen Spieler aus Montenegro mit Krieg in Verbindung zu setzen. Wenn´s ein Serbe gewesen wäre – aber gerade einen Montenegriner? Puh … (das letzte Mal, dass Montenegro kriegsmäßig richtig auf die Kacke gehauen hat, war Anfang des letzten Jahrhunderts.)

    Und ich möchte von Kalle dementsprechend zukünftig auch nicht mehr kriegerische Ausdrücke aus seinem Munde hören wie „der Bomber der Nation“, „Abwehrschlacht“ oder „zum Angriff blasen“ (das darf Kalle aufs Schlafzimmer beschränken). Und als überzeugter Demokrat sollte Kalle auch nicht mehr von „Kaiser Franz“ reden. Diese monarchistischen Zeiten sind doch hoffentlich in Deutschland schon lange vorbei. 😉

  10. chicken schlägt vor:

    „Leider kann sich die Uefa ja nicht dazu durchringen ab HF alle gelben Karten (nicht die Sperren!) zu streichen und zu sagen, dass außer bei Rot keiner im Finale fehlen wird, selbst wenn er in beiden HFs gelb sehen sollte, damit auch wirklich die stärksten Manschaften das FInale bestreiten können.“

    Hört sich erst einmal gut an. Aber ist ein Freifahrtschein für alle Spieler, im HF noch mal schön auf die Socken zu geben – zumindest so dosiert, dass es keine Rote Karte gibt. Dann sitzt man die Sperre im 1. Spiel der neuen CL-Saison-Runde ab und das war´s dann? Kann´s doch nicht sein. In so einem Fall erwarte ich wirklich ein Gelb-Kartenfestival in den Halbfinals. Wenn ein Martinez oder Großkreutz in den nächsten Spielen nicht aufpasst, dann sieht er im Endspiel halt nur zu (falls es dazu überhaupt kommt). Und wen Martinez (oder wer auch immer) unbedingt im Endspiel dabei sein will, dann muss er sich die Gelbe halt im Hinspiel holen und im Rückspiel aussetzen. Das weiß man alles vorher und jeder kann taktieren, wie er es für richtig hält.

  11. Also bei der EM und WM werden auch die gelben Karten nach dem Viertelfinale gelöscht und da habe ich auch noch kein „Freifahrtsschein-Getrete“ beobachten können. Zumindest nicht in dem Ausmaß, dass man das auf die Löschung der Gelben zurückführen könnte. Aber nicht nur da ist die FIFA der UEFA voraus. Immerhin darf ab dem Halbfinale auch kein Schiedsrichter mehr pfeifen, wenn er aus einem noch vertretenen Land kommt.

    Über das Los freue ich mich sehr und die Vorfreude auf Dienstag hält sich auch eher in Grenzen. 🙂

  12. Felix Magath:
    „Zurzeit ist Bayern die beste Mannschaft Europas“, sagte der 59-Jährige bei LIGA total!: „Ich gehe davon aus, dass Barca in der Verfassung, in der sie momentan sind, gegen Bayern keine Chance hat!“

    Das ist mal nen Statement.

  13. @Alexander44
    zugegeben, der Montenegro-Teil in KHR’s (ansonsten richtigem) Statement war mehr als entbehrlich. Also kein generelles Lob, Abzüge beim Chapeau. Aber Der Kloppo-Konter war trotzdem gut.

    @frankky:
    Magath ist ein kluger Mann, der spielt sogar (gut) Schach, sagt man.
    Und von Fussball versteht er hoffentlich auch was 😉

  14. Ich kenne eigentlich niemanden, der offen so falsch stolz darauf sein kann, im Zweifelsfall lieber ignorant zu bleiben, ohne schräg angeschaut zu werden.

    Eine normale Reaktion von Heynckes wäre die Antwort gewesen, dass sie natürlich alle Informationen schon haben, aber er lässt sich offen, auch noch mit Guardiola zu sprechen. Statt dessen kommt eine unsouverän-patzige Antwort im unseligen Stil des arroganten Jogi Löw.

    Wenn es dann schief gehen sollte, wird man ihm auch noch den Vorwurf machen können, dass er nicht alles versucht hat. Warum macht er unnötig so eine Flanke auf?

    In solchen Begegnungen kommt es auch auf die kleinsten Details an, und wenn man bei Guardiola nicht nachfragt wegen kleiner nutzbarer Geheimnisse, z.B. ob es ein „tell“ gibt, wohin sich Xavi/Iniesta drehen und wie man ihnen den Ball abnehmen kann, dann hätte man seine Arbeitspflicht verletzt.

  15. Heynckes war bei der ersten Frage dieser Art auf der ersten PK einigermassen angepi**t. Auch auf weitere Fragen hat er immer klipp und klar gesagt, dass er das nicht nötig hat. Warum ist das ignorant?
    Und warum kümmert ihr (oder der BVB im Allgemeinen) euch nicht um euer eigenes Spiel? Oder ist es dann vlt. doch so, dass es euch gar nicht recht ist, dass sich quasi alle Medien auf das Duell FCB-FCB stürzen und das andere HF zumindest momentan nicht so hoch im medialen Kurs steht?

    @Alexander
    nicht dein Ernst, dass du Ausdrücke wie „Abwehschlacht“ mit Aussagen wie „es wird Krieg geben“ auf eine Stufe stellst? Aber so langsam wundert mich gar nichts mehr. Selber immerzu und gern sticheln aber dann schlecht einstecken können, das Bild verfestigt sich langsam vom BVB und dessen Umfeld.

    Viel mehr bin ich mal auf den morgigen Tag gespannt und die Argumente, die von sämtlichen Glubberern verwendet werden für das, was am Freitag noch das „Spiel des Jahres“ war. 😉

  16. @Frantisek
    habe ich als bekennender „Don-Jupp-Nicht-Möger“ auch zuerst so gesehen, allerdings war die Frage dieses „Journalisten“ auch nur eindeutig provokant gemeint und sollte nur wieder eine Story liefern. Hat funktioniert.
    Jeder weiß, das DJ oft dünnhäutig/patzig reagiert. Somit fand ich das respektlos gegenüber ihm!

    Wir mögen zwar momentan vielleicht die stärkste Mannschaft Europas sein, aber Souveränität und Eloquenz in Interviews/PK geht anders. Da nehmen sich Beckenbauer, Hoeness, KHR oder auch Heynckes nicht viel. Da ist noch viel Gutsherrenart dabei.

    Einzig MS gibt Anlass zu Hoffnung. (#nobilo)

  17. Fragt denn Klopp immer schön bei Mainz nach, weil er doch immer noch so gute Kontakte dahin hat? Nicht? Ist die Frage, ob er da nach fragt nicht auch unverschämt? Doch? Na, also.

    Man hat doch schon bei den Anmoderationen zu dem Beitrag (auf sport1 beispielsweise) gemerkt, wie sehr die Reporter dem Zuschauer von vornherein versichern mussten, dass die Frage ganz legitim sei. Mehrfach wurde daruf hingewiesen „Es war eine ganz normale Frage“. Wenn sie das wirklich wäre, müsste man das dem Zuschauer nicht ständig sagen. Die wussten genau, dass das eine Provokation ist.

    Und anmaßend ist es natürlich von Klopp zu behaupten, dass Bayern (in der Person Matthias Sammer) da lügt und sie doch über das Spiel sprächen. Es nicht nur zu vermuten sondern, es ihm tatsächlich zu unterstellen, so sehr dass er Körperteile verwettet. Aber der Klopp ist ja so respektvoll. Pff…

  18. … ach kommt Leute, jetzt ists aber gut. Das ist alles Spektakel und gehört zum Business. Und das Kloppo gerne im Fäkal-/Analbereich artikuliert gehört nun mal zu seiner professionellen Inszenierung als authentischer Kumpel-Typ. Dieses Underdog/Rebellen/Gallische Dorf-Ding kriegt er (und der gesamte BVB) ziemlich gut hin. Unterhaltsamer (und darum geht er auch so gut in den Medien) ists allemal.

  19. Vorneweg: ich fand nicht, dass JH „dünnhäutig“ reagiert hat. Ich würde das eher als authentisch bezeichnen. Wer so im medialen Blickpunkt steht, darf auch mal angegriffen reagieren. Bei van Gaal wäre es als eiskalte Abfuhr gewertet worden, bei Heynckes heißt es gleich wieder „dünnhäutig“.

    Jetzt zum eigentlichen: Ich kann JH Reaktion sehr gut verstehen. Die Frage des Reporters steht ja nicht für sich, sondern im Kontext der immer stärker werdenden Mediengeilheit nach mutmaßlichem Kompetenzgerangel.
    Zu Beginn der Saison hat man alles versucht ein Kompetenzproblem zwischen Sammer und Heynckes zu inszenieren. Auch nach der Meisterschaft gingen viele Fragen diesbezüglich an Sammer („wie schätzen sie ihren Beitrag am Erfolg des FCB ein“ etc). Zumindest wurde JH nach diesem Triumph mit solchen Fragen in Ruhe gelassen. Wie fatal solche Medienarbeit sein kann, sieht man doch in Leverkusen, da haben sie den Fall Hyypiä vs. Lewandowski weit genug getrieben. Gut zu erkennen war das gestern im Sportstudio, als im Interview mit Michael Wiesinger versucht wurde, dezidiert die Kompetenzbereiche zwischen ihm und seinem Vize Reutershahn aufzuschlüsseln (O-Ton Müller-Hohenstein: „Also Reutershahn ist der Chef und sie sind der Chef Chef?“). Den Hintergrund kennt Heynckes zu genau, von daher war seine Reaktion genau richtig.

  20. (#167116) Frantisek sagte am 14. April 2013 um 19:26 :

    „Eine normale Reaktion von Heynckes wäre die Antwort gewesen, dass sie natürlich alle Informationen schon haben, aber er lässt sich offen, auch noch mit Guardiola zu sprechen. Statt dessen kommt eine unsouverän-patzige Antwort im unseligen Stil des arroganten Jogi Löw. Wenn es dann schief gehen sollte, wird man ihm auch noch den Vorwurf machen können, dass er nicht alles versucht hat. Warum macht er unnötig so eine Flanke auf? In solchen Begegnungen kommt es auch auf die kleinsten Details an, und wenn man bei Guardiola nicht nachfragt wegen kleiner nutzbarer Geheimnisse, z.B. ob es ein “tell” gibt, wohin sich Xavi/Iniesta drehen und wie man ihnen den Ball abnehmen kann, dann hätte man seine Arbeitspflicht verletzt.“

    Nee, das seh ich anders. Stil würde Pep beweisen, wenn er auf eventuelle Fragen seitens Heynkes usw. keine Antworten liefern würde. Aus Respekt vor seinem alten Arbeitgeber und Verein. Denn von dem ist er im Guten gegangen, oder?
    Ich glaube zudem wirklich, dass Heynkes nicht nachfragen würde. Und ich finde, dass Heynkes das auch gar nicht nötig hat, und habe die Frage seitens der Journalisten auch als dreist empfunden. Insofern gehe ich diesmal auch nicht mit Kloppos Replik konform. Der soll sich mehr darum kümmern, dass er den BVB ins Finale führt.

    (#167118) Ribben sagte am 14. April 2013 um 19:43 :

    „@Alexander
    nicht dein Ernst, dass du Ausdrücke wie “Abwehschlacht” mit Aussagen wie “es wird Krieg geben” auf eine Stufe stellst? Aber so langsam wundert mich gar nichts mehr. Selber immerzu und gern sticheln aber dann schlecht einstecken können, das Bild verfestigt sich langsam vom BVB und dessen Umfeld.“

    Was musste ich denn einstecken? Da gibt es nichts einzustecken.
    Ich habe nur darauf hingewiesen – und das ist eigentlich schon ein Allgemeinplatz -, dass Kriegsmetaphorik im Fußball schon immer ihren Platz hatte. Muss ich da noch andere Beispiele bringen? Wie oft rede(te)n die Engländer von den „deutschen Panzern“ bei Länderspielen (vor allem zwischen Deutschland und England?) Wo, wenn nicht eben beim Fußball, gibt es „vernichtende Niederlagen“? Wer fordert immer wieder „dreckige Siege“? (unter anderem hier im Forum!) „Kampf bis zum bitteren Ende“, „Belagerung des gegnerischen Strafraums“ usw. – die Fußballsprache ist voll von militaristischem Slang!

    Zudem: das ganze Fußballspiel ist militärisch organisiert. Da haben wir Abwehr- und Angriffsreihen, wird der Gegner über die Flügel beackert usw. Und da regt sich ernsthaft noch jemand auf, wenn so ein Turiner von Krieg spricht? Wieso?! Und schau dir doch nur die neuzeiltiche Kriegsbemalung der Fußballer an – auch eurer Bayern! Tattoos mit den schönsten Siegen. Tattoos der Vereinswappen, die sich manche Fußballsöldner (!) stechen lassen. (Da kommt so `ne läppische Vereinskutte nicht mehr mit.)

    In dem Sinne. Nicht ich spreche von Krieg, der Fußball bedient sich seit Ewigkeiten der Kriegssprache. Ob es einem passt oder nicht.

  21. ach Gott: das zweite Mal in 24 Stunden, dass ich Alexander zustimme. Gibts ja nicht. Gestern sein Anti-Anti-Gomez-Statement und heute bei der Guardiola-Heynckes-Sache.

    Es stimmt Guardiolas Rolle wird hier gar nicht thematisiert. Überall wird nur diskutiert, ob die Bayern ihn um Hilfe bitten sollten. Nicht aber, ob er überhaupt helfen sollte, wenn die Bayern denn frügen.

    Was den „Krieg“ angeht, seh ich einen Unterschied zwischen „Das Spiel wird ein Krieg“ und dem historisch gewachsenen(?) allgemeinen militärischen Slang, den es ja tatsächlich gibt. Wenn Fußball militärisch betrachtet wird, ist jedes Spiel Krieg. Und dann ist die Aussage „Das Spiel wird ein Krieg“ ein Nullaussage. Also denke ich nicht, dass sie so gemeint war. Somit wird der „Krieg“ schon als Ausnahmezustand wahrgenommen, und damit aus der Fußballsprache enthoben und rückt in meinem Empfinden damit näher an den echten Krieg und ist somit eher unschön ausgedrückt. Von den Engländern mit ihren deutschen Panzern halte ich auch nichts. (Oder von ähnlichem Geplänkel zwischen Zeitungen aus Polen und Deutschland die jeweils vom Springerverlag herausgegeben werden, wie es seinerzeit zwischen Fakt und Bild eine Weile hin und her ging.)

  22. Von einem seriösen Journalisten würde ich die Frage nach Guardiola verlangen. Es wurde ja mit keiner Silbe angedeutet, dass Heynckes seinen Aufgaben nicht gewappnet ist, sondern dass man beim zumindest maßgeblichen Weiterentwickler des Barca-Systems Internas erfährt, die eben nur ein Pep weiß. Wo es auf absolute Kleinigkeiten ankommt, könnte das entscheidend sein, wobei ich tatsächlich auch glaube, dass Pep sich nicht äußern würde.
    Klopps Arsch-Antwort ist einfach nur peinlich. Auch wenn er befragt wurde, kann der nicht einfach sagen, dass ihn das nicht angeht? Der Typ wird mir wirklich von immer unsympathischer.

  23. Ich habe schon länger den Eindruck, dass Heynckes das Gefühl hat, dass seine Leistung nicht ausreichend gewürdigt wird. Zumindest in den Medien/der öffentlichen Wahrnehmung.
    Kommt ein Spruch in die Richtung, schießt er zurück. Mag der ein oder andere unsouverän finden, aber so ist er eben.

    Wobei Heynckes m.E. auch Recht hat. Während andere Trainer als Taktikfüchse mit Super-Matchplan hingestellt werden, ist von Heynckes‘ Leistung relativ wenig die Rede. Da kommt statt dessen häufiger der Hinweis, dass man ja primär Dortmunds Spielweise kopiert hätte. Ist zwar falsch, wird aber trotzdem weiter verbreitet.

    Aber wenn man sich ansieht, welche taktische Entwicklung Bayern München in der Zeit unter Heynckes gemacht hat, muss man dem Trainer ein Riesenlob zollen.
    Die Grundlagen die van Gaal mit dem Ballbesitzfußball gelegt hatte wurden konsequent weiterentwickelt. Zuerst mehr Flexibilität im Angriffsspiel wodurch man offensiv weniger ausrechenbar wurde. Auch wurde die Defensivarbeit der offensiven Spieler sukzessive verbessert. Dann kam diese Saison noch das Gegenpressing dazu und auch die Schwäche bei Standards wurde durch Transfers (zusätzliche Kopfballstärke durch Dante, Mandzukic und Martinez) und angeblich verstärktes Training behoben.
    Zusätzlich hatte man den Eindruck, dass in vielen Spielen auch ein ganz genauer Plan existierte, wie man gegen diesen Gegner spielen will.

    Ich bin optimistisch, dass dem Trainerteam auch gegen Barca etwas einfallen wird. Ohne, dass man beim zukünftigen Trainer nachfragen muss.

  24. Ende

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