Ode an Pep oder Emotionen sind emotional

Meine Blogbeiträge sind in meinem selbst gewählten Sabbatical reduziert. Mein Leben als Fan geht aber trotzdem weiter. Emotional wie eh und je. Apropos Emotionen. Nach dem Spiel gegen Bayer 04 twitterte ich. Ohne Filter. Einige irritierte das. Lest selber.

…oder…

Wohlgemerkt direkt nach dem Spiel. Früher bloggte ich gar zu solch frühen Zeitpunkten. Man merkte es den Beiträgen an. Adrenalin pur. Als ich am Samstag auf dem Weg nach Hause war, kam ich runter. Ließ mir das Spiel und die Gesamtsituation noch einmal durch den Kopf gehen. Wie ich es früher auch immer tat, um meine Gedanken für den ausstehenden Blogbeitrag zu sammeln, zu sortieren. Aktuell kommen dabei dann Tweets wie die folgenden zustande:

Die Essenz aus einem epischen Blogbeitrag. In jeweils 140-Zeichen-Häppchen.

Aber ist es nicht tatsächlich so, dass uns allen bei den Spielen in Manchester und Leverkusen kollektiv die Münder offen standen? Ob dieser Spielweise unserer Mannschaft? Wie war das noch in einem der Pep-Interviews? Er sagte, dass er gemerkt habe, dass es in der Bundesliga wichtig sei, dass man die schnellen Konter verhindern müsse. Ja. Sicher. Eben. Die Waffe der Dortmunder, Hannoveraner oder wer sonst noch diese Strategie fährt. Und Pep identifiziert das Problem (für uns Bayern) und löst es. Er verändert die Dinge, die noch fehlen in unserer Mannschaft. Dinge, die vielleicht viele andere Trainer auch sehen würden, aber Trainer wie er haben die Fähigkeit hier tatsächlich auch Mechanismen zu entwickeln, die als Gegenmittel funktionieren.

Was habe ich früher vor dem Fernseher oder im Stadion die bayerische Beherrschung des Spiels bewundert. Allerdings nicht ohne die Angst im Hinterkopf zu haben, dass gleich der Gegner den Ball erobert, uns überrennt und das Kontertor erzielt. Ballbesitz-Rekord hin oder her. Diese Angst ist seit Manchester & Leverkusen verschwunden. Und DAS Gefühl ist wirklich epochal. Wir sind nun wieder einmal an dem Punkt, an dem die Angst der Berichterstatter greift, dass den Bayern irgendwann die „ernsten“ Gegner ausgehen. Manchester war ein „erster Prüfstein“. Dann Leverkusen. Die Überraschung der Saison. Überraschung im Sinne von: Tolles Spiel, klasse Weiterentwicklung und Eindringen in die Bayerisch – Westfälische Liga-Dominanz der letzten Jahre. Am Ende des Tages bleibt diesen Experten dann nur noch die Floskel, dass die Gegner halt einen schlechtan Tag erwischt hätten, oder Ähnliches. Im Hintergrund die Furcht, dass Pep auf dem Weg ist, die „perfekten Bayern“ zu kreieren. Horror für die Spannungsfanatiker.

Ein Trainer van Gaal brachte uns die Grundlagen. Ein Trainer Heynckes optimierte dieses Grundgerüst und führte uns so zum Triple. Und der Trainer Guardiola? Kopierte eben nicht (wie kurzsichtig herbei geschrieben) das Barca-System nach München. Lässt doch kein eintöniges Ballbesitzspiel a la van Gaal spielen. Nein. Ein Trainer Guardiola etabliert seine Vorstellungen von Fußball und passt sie permanent sich verändernden Rahmenbedingungen an. Hier als Zeitzeuge dabei zu sein, beeindruckt mich und ließ mich am späten Samstag abend tatsächlich demütig werden. Und dankbar.

Seit diesem Wochenende habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr von „Rückschlägen“ wie gegen Wolfsburg oder anderen Spielen dieser Hinrunde von der Überzeugung abbringen zu lassen, dass mein Verein mit diesen Trainer auf einem guten Weg ist. Punkt.

Mehr bleibt mir nicht zu sagen. Lest vielleicht noch, was andere – von mir geschätzte Schreiber – sich so gedacht haben:

Spielverlagerung: Bayer 04 Leverkusen – Bayern München 1:1

Der Bayern Blog: Bayer 04 Leverkusen – FC Bayern 1:1 (1:1)

Miasanrot: FC Bayern in Leverkusen – Die Geschichte vom Schwanenkönig

Fernglas FCB: Klassenunterschied

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33 Gedanken zu “Ode an Pep oder Emotionen sind emotional

  1. Ja, so ist es. Kann deine Gefühlswelt voll nachempfinden – sie entspricht (im Bezug auf Peps Bayern) meiner eigenen.

    Da entsteht was Großes auf einer Grundlage, die schon groß ist. Und diese Symbiose auf Bayern und Barca, aus vGaal, Jupp und Pep ist großartig – die letzten großen Personalentscheidungen der Bosse saßen allesamt.

  2. Mir stand auch der Mund offen, bei beiden Spielen.
    Dieses Kribbeln im Bauch, diese „Boah-Momente“, diese Gänsehaut, dieses „Scheisse, sind *die* gut“-in-sich-hineinbrummeln – ob des irrsinnig inspirierten Fussballs, der mir da dankenswerterweise dargeboten wird, habe ich selten.
    Das erste Mal war es bei den 1982er Brasilianern…

    In einem französischen Forum hab ich neulich einen coolen Satz gelesen:
    „Stellt Euch mal vor, Ihr wärt ein Leben lang Fan vom FCB, was das für ein Gefühl sein muss… “
    Ich schmunzelte nur in mich rein.

  3. Ich würde das mit dem Twittern auch bleiben lassen, kommt eh nichts Gehaltvolles bei rum. Und nach diesem Statement komme ich mir gerade sehr alt und irgendwie rückständig vor.

  4. @paule
    große Zustimmung!
    Zwei Anmerkungen:
    Der Plural bei „Trainer wie er…“ ist unangebracht, es sind nicht mehr als einer 😉
    und:
    Zwischenzeitlich dachte ich, der Gaul geht gleich mit Dir durch, aber am Ende hast du gut abgeschlossen (besser als die Jungs in Lebbahausen). Wir sollten uns von „Rückschlägen“ in der Tat nicht beirren lassen, selbst dann nicht, wenn welche kommen sollten, die schlimmer sind als ein 1:0 gegen WOB. Aber unter dem Stichwort „Demut“ warte ich andererseits auch lieber noch mal ab, ob die Spielweise der letzten beiden Spiele wirklich die neue Realität wird. Man wagt es ja kaum zu glauben.
    Großartige Perspektiven, spannende Zeiten, der Mund steht wirklich immer öfter offen und es fühlt sich sehr, sehr gut an, nach all den Jahren als Fan des FCB, die ja auch zuweilen nicht ganz schlecht waren.
    Blöde Länderspielpause.

  5. Oh, jetzt kleistert man schon Tweets zu einem Blog Statement zusammen …
    Schade um deinen Blog, der keiner mehr ist, aber Ich hoffe natürlich, dass du irgendwann wieder loslegst, Paule. Twitter kostet mehr Aufmerksamkeit und Energie, als du dir eingestehen willst. FastFood für den Kopf. Ab und zu OK, aber sonst … Ist halt eher was für Ego-Vermarkter.

  6. Nach der Wies’n noch was zum Kotzen:

    Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund erhält den renommierten Econ Award für Unternehmenskommunikation. Die Jury zeichnet den Vizemeister und Champions-League-Finalisten als „Persönlichkeit des Jahres“ aus. Der Preis wird damit erstmals keiner Person, sondern einem Unternehmen verliehen.

    Echte Liebe – so lautet das Versprechen von Borussia Dortmund. Das selbst gewählte Credo ist beim BVB keine Phrase. Es spiegelt sich in einer klaren Strategie und der Nähe des Vereins zu seinen Fans wieder. Dies und die Entwicklung, die der börsennotierte Fußballverein damit in den vergangenen Jahren erleben konnte, haben die Jury der Econ Awards Unternehmenskommunikation beeindruckt“, heißt es in der Begründung der Jury.

  7. Mir waren die Vorstellungen gegen Manchester City und Leverkusen auch schon fast unheimlich, so genial sah das aus. Aber wenn die Effizienz so eklatant zu wünschen übrig lässt, ist das schon eine Euphoriebremse. Schließlich wäre es ja selbst in Manchester mit viel Pech beinahe noch eng geworden …

    Außerdem misstraue ich dem Ganzen, dank eines in Jahrzehnten als Bayernfan gelernten Zweckpessimismus. Also genieße ich den Moment, aber träume höchstens davon, dass es immer so weitergeht …

  8. @franky: bzgl. Twitter hast Du auf gewisse Art recht. Man weiß, dass jeder Tweet in der Timeliner der Follower minütlich nach unten rutscht. Also schwimmt man mit dem Grundrauschen mit wenn einem danach ist. Oder man macht es wie Paule und wirft eine ganze Reihe von Tweets in den Ring und gibt so ein etwas diferenzierteres Statement ab. Das ist dann wie bloggen, nur schwerer zu lesen.

    Gegenargument: bei Twitter bekommt man immer wieder ausgesprochen interessante Leseanregungen aus den verschiedensten Quellen.

  9. @ Nummer Vier
    ‚Zu wünschen übrig‘ ist in meinen Augen doch deutlich zu kritisch formuliert.
    Ich finde es jedenfalls unchlaublich positiv, dass die schwersten Auswärtsspiele unserer Mannschaft, wie Du sagst, mit viel Pech beinahe eng werden könnten 😉

    Wer von uns hätte sich in seinen kühnsten Träumen ausgemalt, dass wir mal auf so einem hohen Niveau jammern dürfen 🙂

  10. @Litti (apropos: Litti – zu Gast hier? 🙂 )

    Ich meine aber wirklich nur die Effizienz – vor allem in Leverkusen war es nur ein Tor, wo es fünf bis sechs hätten sein müssen.

    Ansonsten gebe ich Dir völlig Recht!

  11. @Paule
    Mich auch!

    Twitter und damit breitnigge und 1000 andere interessante Themen ist nur einen Llick vom Blog entfernt. Wo ist das Problem? Leute, stellt Euch Euer Internet so zusammen wie Ihr wollt!
    Fluide und unberechenbar wie die Bayern 😉

  12. @ Paule, ja ich weiß, ich habe Twitter nicht verstanden.
    Ich kann nachvollziehen, wenn man viel um die Ohren hat und andere Prios setzen möchte. Nur halte ich den Aufwand einmal die Woche einen Blogartikel zu verfassen für geringer, als täglich 10 Tweets zu schreiben. Bei allen Vorteilen und Möglichkeiten, die Twitter bietet: Erweiterung des eigenen Sichthorizonts, neue Anregungen, Verabredungen organisieren etc.

    Trotzdem ist diese ständige Neugier auf „News“, dieser permanente Erregungszustand („… alles ist irgendwie spannend…“) „unfassbar“ 😉 anstrengend. Ich glaube, man büßt über kurz oder lang (sic!) seine Konzentrationsfähigkeit ein.
    Ich verweise hier gerne auf Rolf Dobellis Essay „Vergessen Sie die News“

    Nichts für ungut Paule – wir halten hier die Stellung 🙂

  13. Falls es jemanden interessiert: Ich sehe das ähnlich wie frankyy. Ein Blog und auch ein Forum verstehe ich noch irgendwie, Twitter aber nicht mehr. Allein schon diese dusselige Beschränkung auf 140 Zeichen. Entweder man erhebt das zur Kunstform (macht ein Germanistikprofessor in den USA – ganz erstaunlich, welche geistvollen Sätze dabei herauskommen) oder es ist halt wirklich nur Geschnatter. Das kann ja mal ganz nett, auf die Dauer dürfte es aber doch reichlich öde und zeitfressend sein. Und wer bitte ist schon so wichtig und sagt ständig so viel Kluges, dass ich mir auch alle diese Ein-Satz-Absonderungen ständig durchlesen will? Keiner – außer meiner Frau natürlich. Dafür brauche ich Gottseidank kein Twitter.

  14. T-online über unsere Wirtschaftskraft:
    http(Doppelpunkt)//m.t-online.de/#article?id=65896770
    FC Bayern: Die Welt ist nicht genug

    Welchen Preis gibt das?

  15. Zum Thema Econ Award:

    Da geht es um Kommunikation und nicht um Umsatzrekorde. Und man darf dem BVB schon zubilligen, da eine Nische sehr clever zu belegen. Ob das wirklich immer authentisch ist steht auf einem anderen Blatt. Davon ab finde ich es schon reichlich absurd, dass man da jetzt einen Verein bzw. ein Unternehmen auszeichnet. Haben sich wohl vom Time Magazin inspirieren lassen, das seine … of the Year-Prämierung ja auch recht kreativ handhabt.

  16. Ich fand Paules Beitrag weit mehr als nur ein „Twitter-Geschnipsel“. Danke dafür!

    Heute kam mein Heimtrikot – mein Flock GUARDIOLA 🙂

    Nachdem ich vor seiner Verpflichtung und auch in den ersten Wochen noch skeptisch war (erstes Engagement außerhalb Barcelona, Mentalitätsunterschied Spanien-Deutschland, Sprache), bin ich nun großer Fan.
    platoche und seit82 haben mein momentanes Gefühl auch gut in Worte gefasst – Wie viel Spaß macht es gerade, Bayern-Fan zu sehen und gespannt zu warten, was da noch alles kommen wird!

  17. Also ich sehe es im Grunde wie @franky. Bin ganz ehrlich. Kann mit Twitter nur begrenzt was anfangen. Dieses ganze Konzept von „immer online sein“ stresst mich schon wenn ich dran denke.

    @paule ich finde es auch…komisch, wenn du auf Twitter Blog-Kommentare kritisierst und andeutest, dich nur auf Twitter beschränken zu wollen. Wirkt irgendwie…herablassend.

    Sicher, das ist dein Ding, überhaupt keine Frage, aber wenn eine Konkurrenzsituation entsteht ist doch auch keinem geholfen. Mir letzten Endes naja, nicht egal aber deine Entscheidung (wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass du dich längst für Twitter entschieden hast und es nur eine Frage der Zeit ist, bis hier die Lichter ausgehen, warum auch immer, vermutlich „aus Gründen“. 😉 – nur mein Eindruck…)

    Aber, nochmal, jeder wie er will, ist doch ganz klar. Bei Twitter bekomme ich Pusteln deswegen lasse ich es weitestgehend. Hier ist mir alles etwas fundierter, nachhaltiger, strkturierter, nachvollziehbarer undundund.

    Wollt ich nur loswerden.

    Länderspielpause ist doof….

  18. Wollte den Preis ja nicht streitig machen.
    Unsere Preise stehen in der Vitrine, oder?
    Das Marketing der Dortmunder ist gut, kann aber zum schönen Bumerang werden.

  19. Twitter vs Blog

    Paule, es ist selbstredend Deine Sache, wie Du Deine zeitlichen Kapazitäten aufteilst und Prioritäten setzt. Gar keine Frage!

    Aber da zu diesem Thema hier gerade ein paar Statements auftauchen, gebe ich natürlich auch noch gerne meinen Senf dazu…

    Ich habe diesen Blog vor einigen Jahren entdeckt und zähle ihn praktisch seit diesem Tag zu meinem allabendlichen Rundblick im Netz.
    Interessante Beiträge, niveauvolle Kommentare, fundierter Meinungsaustausch, zuweilen auch neue Sichtweisen, und, und, und.

    All dies genieße ich nach einem langen Arbeitstag abends, gelegentlich veredelt durch ein kühles Hefeweizen, entspannt in aller Ruhe und mit reichlich Genuß.

    Dieser ganze Twitter-Kram ist situationsbedingt sicher deutlich aktueller, emotionaler und ungefilterter. Aber brauche ich das? Ganz klar NEIN!
    Im Gegenteil. Da ich als Pendler täglich mit der Bahn bzw. Straßenbahn unterwegs bin, nerven mich schon allein die Scharen von Leuten, die mit dem Kopf nach unten permanent auf ihr Smartphone starren und mich zum ständigen Slalom zwingen.
    Nur ja nichts verpassen. Nie. Immer online, immer aktuell….

    Nee, danke! Da könnte bei mir in keinster Weise so etwas wie Genuss aufkommen.
    Dies aber nur als ganz persönliche Meinung, die Dir vielleicht ein wenig einen Einblick geben soll, wie Teile der breitenigge-Gemeinde so ticken.

    Viel wichtiger ist aber natürlich wie unsere roten Helden momentan ticken! Und das ist in der Tat ein purer Genuss! So sehr, dass mir nach den Spielen in Leverkusen und Manchester das jeweilige Ergebnis sogar ziemlich wurscht war, weil ich mich allein an dem Spiel so berauschen konnte!
    Ich habe ja gehofft, dass unter Guardiola irgendwann einmal so etwas heraus kommt, aber dass das so früh in der Situation schon der Fall sein wird, hätte ich nicht gedacht.
    Ob es weiter so steil nach vorne geht? Keine Ahnung und eigentlich zu schön um wahr zu sein. Also genieße auch ich einfach den Moment und freue mich auf eine gloreiche tiefrote Zukunft!

  20. Also vllt. habe ich da was verpasst, übersehen oder einfach nur nicht verstanden, aber woher kommt denn diese Diskussion über Paules Gezwitscher? Ich habe selbst keinerlei Interesse am Twitter, da zu schnell wieder weg, aber wenn man es mag, dann bitte schön. Bin da tolerant.
    Aber zum „Problem“(?): Gibt es tatsächlich eine Konkurrenz zwischen Blog und Twitter? Grundsätzlich oder bei Breitnigge? Droht Paule den Laden hier dicht zu machen? @paule, steht das an?
    Dann verstünde ich zumindest die Aufregung, das wäre sehr sehr schade, nein, wäre ein Riesenverlust, von @simply red sehr treffend umschrieben.
    Un Paules Beitrag oben finde ich sehr treffen, auch wenn mir der Zwitscher-Teil zugegeben weniger gibt, aber das ist ja nicht alles…

  21. @all: Ich verstehe das Problem nicht. Wann habe ich behauptet, dass ich mein Blog schließen will? Um nur noch zu twittern? Woher kommt diese Schärfe? Haben hier Einzelne die Vermutung, ich wolle sie missionieren?! Unsinn.

    Meine Enttäuschung, die mein Kommentar widerspiegelte, mein lieber Frankyy, basierte auf dem Unterton Deiner ersten Zeilen. Die wirkten auf mich wiederum herablassend. Ich bin – wie gesagt – weit davon entfernt, meine Breitnigge-Community zu spalten oder zu Twitter „zu migrieren“. Die Einbettung meiner Tweets sollte nur den Eindruck meiner Zerrissenheit rund um das Spiel gegen Leverkusen unterstreichen. Die Wandlung meiner emotionalen hin zu rationalen Äußerungen. Wäre es besser gewesen, ich hätte die Twitter-Zeilen nur als Zitat oder gar komplett in den Fließtext übernommen. Wäre das besser „angekommen“?

    Eins wollen wir doch mal festhalten – Freunde der Sonne – am Ende des Tages waren es immer noch _meine_ Gedanken(!), die ich hier geäußert habe, dass Medium, ob Twitter oder Blog, ist da für meine Gedanken eher nebensächlich.

    Und nein, 1 Blogbeitrag braucht nicht genauso viel Zeit wie 10 Tweets. Ganz im Gegenteil. Das Blog ist tatsächlich viel komplexer zu bedienen, zu befüllen. Auf Twitter musste ich mir am Samstag Abend wiederum Sprüche anhören, ob ich meine Blogbeiträge jetzt twittern würde. Es sprudelte aber nun einmal aus mir heraus. Und Twitter war zur Hand, war da. Am späten Abend mich noch einmal an den PC zu setzen, dazu fehlte mir die Kraft, sorry. Überhaupt, wer weiß wirklich, wie es um mich steht?! Wenige. Aber so ein lockerer Spruch über meine (sozialen) Gewohnheiten ist ja schnell gemacht. Nicht falsch verstehen, aber nach dem ich über so viele Jahre hier treue, kostenlose und vor allem regelmäßige Dienste geleistet habe, kommen solche Äußerungen bei mir vielleicht kritischer an, als es früher der Fall gewesen wäre.

    Zurück zu Twitter, Smartphones und dem ganzen Rest.

    Es ist keinesfalls so, dass ich den ganzen Tag nur gebeugt gehe und Tweets lese. Das Smartphone bietet mir aber die Möglichkeit(!), soziale Medien so zu nutzen, wie sie zu meinem(!) Leben passen (will sagen, ich kann es nutzen, muss (und tue) es aber nicht immer & permanent). Und mein Sabbatical betrifft natürlich auch Twitter. Auch hier ging meine Frequenz zurück. Ich lese keine 800-1.000 Tages-Tweets mehr nach. Und ja, dies tat ich, als ich noch vollwertig, „richtig“ bloggte. Twitter & Breitnigge-Blog sind keine Konkurrenten. Mein Blog steht in „Konkurrenz“ mit meinem realen Leben, meiner Frau, meinen Kindern, meiner Arbeit, meinen Freunden. Bei wem ist das nicht so?!

    Und nein, ich plane auch nicht, mein Blog zu schließen. Es bleibt als Blog bestehen. Völlig unabhängig von Beitragsfrequenzen.

    Das alles müssen nicht alle verstehen, es sind nur meine… Gedanken.

    Gute Nacht.

  22. (#180420) frankyy sagte am 9. Oktober 2013 um 19:32 :

    Ich verweise hier gerne auf Rolf Dobellis Essay “Vergessen Sie die News”

    Besten Dank! Kannte ich nicht. Kenne ich jetzt.

  23. Da ich auch involviert war….:

    @paule
    „Wann habe ich behauptet, dass ich mein Blog schließen will? Um nur noch zu twittern?“

    Naja, welche Interpretation lassen den Tweets wie der:

    „Am besten lass‘ ich den ganzen Quatsch sein und gehe nur noch zu: #tpbn, #tkss, #tpdus & @trainerbaade – Lesungen. #Social

    direkt nach

    „Manche Blogkommentare… machen mich fertig. Manchmal. #Breitnigge“

    Schon zu?

    Aus meiner Sicht: Ich lasse den ganzen Quatsch [mit dem Blog], (da nervig) und mache nur noch t…[weet…] (da nicht nervig).

    Wie gesagt, nur Interpretation. Und da kann man mich jetzt auch steinigen, das war für mich einfach nicht fair den Kommentieren hier gegenüber.

    Just my 2 Cents…

    Damit wäre es dann für mich auch gut.

    Kalt ist es geworden…

  24. Ich hab mich vor ein paar Jahren mal bei einer Tagträumerei ertappt. Die Ära van Gaal war gerade vorbei und Jupp stand bereits in den Startlöchern. Barcelona zelebrierte Fußball vom anderen Stern und war nur durch destruktive Taktik zu stoppen. Damals stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn eines Tages Guardiola Bayern-Trainer würde. Wie wir ebenfalls die großen Titel in Serie gewinnen würden. Wie die Fußballwelt andächtig auf uns schauen würde und unsere Art zu spielen als Nonplusultra gefeiert werden würde. Wie die Starkicker an der Säbener Schlange stehen würden.
    Damals dachte ich mir: Träumen wird ja noch erlaubt sein!
    Nun scheinen wir tatsächlich auf dem Weg dorthin zu sein. Guardiola zeigt, dass er in der Lage ist, auch außerhalb Kataloniens gut zu arbeiten. Dass er kein One-Hit-Wonder ist, sondern den Sport weiterentwickeln und verbessern will (und kann).
    Trotzdem betrachte ich die aktuellen Entwicklungen nüchterner, als ich es befürchtet hatte. Denn noch haben wir nichts gewonnen. Noch haben wir keine Härtetests gegen Deutschlands und Europas Elite bestanden.
    Das mag vielleicht ein wenig nach Erfolgsfan klingen. Aber was bringt uns der tollste Rasenzauber, wenn wir am Ende in Schönheit sterben.
    In unserer Erinnerung wird nicht Louis van Gaal bleiben, der nachweislich das Fundament und den Rohbau für die jüngsten Erfolge geschaffen hat –
    es wird Jupp Heynckes sein, der die Titel abgeräumt hat.

    Wir sind auf dem Weg. Und Pep ist ein wunderbarer Reiseleiter. Der beste, den ich mir je hätte vorstellen können. Ich bin verzückt ob unserer Spielweise. Pack ma’s!

  25. @Ribben: Dann _interpretiere_ vollständig… Mit „der ganze Quatsch“ war/ist social Media insgesamt gemeint gewesen. Twitter, Facebook, Blog, etc. und die folgenden Hashtags stehen für Twitterstammtische, d.h. Treffen von realen Menschen, die sich halt über dieses Medium kennen gelernt haben. Nicht mehr und nicht weniger.

    Um es noch einmal zu erläutern. Ich fühlte mich tatsächlich angegriffen, kritisiert. Noch dazu für meine private Interessen, allein weil sie teilweise von meinen Blogtätigkeiten abweichen. So nach den Motto: „Schreib‘ gefälligst mehr Beiträge für uns & lass den Rest sein“.

    Sorry, falls das ein Missverständnis war. Anscheinend ist da gerade die Zeit für… 😉

  26. Was ist denn auf einmal los?

    Leute, wenn Paule eine Pause vom Bloggen braucht und sie sich nimmt, ist das eine weise Entscheidung. Und wenn Paule dann noch ein bisschen hier und da rumschwirrt, ist das sein Bier. Unser Gastgeber ist ja kein bezahlter Entertainer.

    Ich spreche aus eigener Erfahrung – es macht keinen, wirklich keinen Sinn, auf Teufel komm raus was zu machen (hier ist es das Bloggen, bei mir war es das Leiten einer Rollenspielrunde), wenn es derzeit einfach nicht geht und man uninspiriert ist.

    Schlimmstenfalls geht dann nämlich alles den Bach runter. Und das wäre nun wirklich schade und obendrein noch höchst überflüssig.

  27. Sollte jetzt alles durch sein. Einfach weiter, immer weiter!
    Auch ich sitze vor dem Fernseher und staune über die schiere Übermacht.
    Und das ist erst der Anfang einer Entwicklung …
    Ausmalen, wo das hinführen wird, kann ich mir nicht. Es bleibt das Staunen und die Frage ob andere Mannschaften nachziehen können, Mittel finden, oder Ballbesitzquoten jenseits der 70 % zur Gewohnheit werden.

  28. @Finanzbeamter: Ja, diese Tagträumereien kenne ich. Für mich sind sie in Erfüllung gegangen, als wir letzte Saison Barcelona mit spielerischen Mitteln bezwungen – besser: überfahren – haben.

    Dass Pep uns (und das hätte ich nicht für möglich gehalten) jetzt tatsächlich noch weiterentwickelt, ist der Wahnsinn. Da kann man euphorisch werden. Ich gebe dir recht, dass wir noch nichts gewonnen haben – aber das wird nur die logische Konsequenz sein.

    Bei vGaal widerspreche ich dir: Zumindest mir wird er genauso in Erinnerung bleiben wie Heynckes und Pep – er hat das Fundament gelegt, uns wieder ins CL-Finale geführt, (auch) ihm verdanken wir Müller, Badstuber und einen Linksverteidiger Alaba. Keine Ahnung, wo man solche Spieler hätte herbekommen wollen – geschweige denn zu welchem Preis.

    Und das ist doch das schöne: man sieht eine kontinuierliche Entwicklung über Jahre, wenn sie auch bittere Momente und Auseinandersetzungen hatte. Aber: es geht ständig aufwärts.

  29. @ Finanzbeamter
    Komisch, darum gehts mir gar nicht, dass irgendwelche „Stars beim FCB Schlange stehen“, (lieber wieder mehr Müllers und Badstubers heranziehen) und auch nicht, möglichst viele (alle) Titel abzuräumen.
    Wir sind auf dem Weg zum (nahezu) perfekten Fußball, geiler als obergeil 😉 mit einem Super Team ohne Kotzbrocken. Macht tierisch Laune, das zu sehen, mein FCB spielt schon jetzt genial wie noch nie und wird womöglich noch besser.
    Titel werden dann „nebenbei“ auch dazu kommen, da bin ich sicher…
    (Zugegeben, vielleicht etwas romantisch…)
    Aber weite Teile und vor allem deinen Schlussabsatz unterschreibe ich sofort!

  30. (#180445) Raptor sagte am 10. Oktober 2013 um 10:14 :

    „Es bleibt das Staunen und die Frage ob andere Mannschaften nachziehen können, Mittel finden, oder Ballbesitzquoten jenseits der 70 % zur Gewohnheit werden.“

    Es gab vor allem das Staunen bei Barca, bisweilen beim BVB und nun wieder so richtig beim FCB. Und vor langer Zeit staunte man über Viererkette usw. Insofern: Barca ist abgelöst worden – und Bayern wird auch irgendwann (vor allem international) wieder abgelöst werden. Denn für jedes Problem gibt es eine Lösung und die werden sich die anderen (auch nicht ganz so blöden Trainer) schon in Ruhe überlegen. Unabhängig von der grandiosen Spielkultur bei Bayern (Flexibilität, Ballbesitz etc.) kommt für mich noch Mannschaftsgeist hinzu, unterfüttert von den Erfolgen des letzten Jahres. Das ist schon eine sehr gute Mischung.

  31. Was Pep im Moment mit den Bayern abzieht, ist schon krass, dass muss man sogar als BVB-Fan anerkennen. 😉 Die Spieler wirken überaus abgeklärt und ruhig auf dem Platz, scheinen die Spielidee Gardiolas schnell verstanden zu haben. Wenn sich dann das Lazarett des FC Bayerns noch lichtet, wird es ganz schwer diese Mannschaft aufzuhalten. Trotzdem hoffe ich das der BVB euch noch ein bisschen auf den Fersen bleibt – soviel zum Thema „Spannungsfanatiker“ ^^

  32. Ende

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