Von Fans, einer Schale und dem Europapokal (Werbung)

Zwanzig Jahre ist das nun jetzt schon her und ich kann es gerade nicht fassen. Beim FC Bayern gab es noch einen Tag der offenen Tür und die Säbener Straße platzte regelmäßig aus allen Nähten. Erst recht 1996, hatten die Münchner rund um Klinsmann und Matthäus doch zuvor den ersten Europapokal seit 1976 und zum ersten Mal überhaupt den UEFA-Pokal gewonnen. Also machten wir uns an diesem sehr frühen Samstagmorgen auf den Weg in die bayerische Landeshauptstadt, es galt schließlich diesen Triumph entsprechend zu würdigen und den Pokal selbst zu berühren, denn genau das war die Hauptattraktion: Ein Foto mit dem UEFA-Pokal.

Zu diesen Zeiten konnte man zu solchen Ereignissen noch in den Seitenstraßen der „Säbener“ parken und fußläufig zum Vereinsgelände gelangen. Das Vereinsgelände des FC Bayern war zur damaligen Zeit noch ein wenig kleiner als heute, schätzungsweise 1-2 Umbauten vor dem Status quo und so war es allein unserer sehr frühen Ankunftszeit geschuldet, dass wir einerseits noch ungeniert durch das Eingangstor gehen und wir andererseits die Besichtigung der Verwaltungsgebäude (Büro Uli Hoeneß!), aufgebauten Opel-Zelte und des Mannschaftsbusses in aller Ruhe genießen konnten. Wer kann sich heute noch vorstellen, dass der – damals noch neue – Fanbeauftragte Raimond Aumann, ebenso unbehelligt wie unerkannt in einer Ecke saß und auf eintreffende Fans wartete?

In einer hinteren Ecke des damals eben noch engeren Vereinsgelände, endlich das Objekt der Begierde – der frisch gewonnene UEFA-Pokal. Die Schlange war überschaubar, Fotowand und Kamera-Ausrüstung nach heutigen Maßstäben eher putzig. Sollte mich meine Erinnerung nicht täuschen, überreichte mir sogar Markus Hörwick persönlich den Pokal, den ich dann für gefühlte zwei Minuten, real aber nur für die Dauer zweier Kamera-Auslöser-Zyklen halten durfte. Ich und der Europapokal. In vielerlei Hinsicht ein erhebender Moment, war es doch der erste seiner Art, den mein Verein während meines aktiven Fan-Lebens gewonnen hatte. Nach zwei Final- und weiteren Halbfinal-Niederlagen.

Der Rest des Tages nahm den erwarteten Verlauf und mit dem Foto im Gepäck machten wir uns irgendwann auf den Rückweg ins Rheinland.

Im Jahr drauf gewann der FC Bayern unter Trainer Trapattoni die Deutsche Meisterschaft. Ich muss zugeben, dass es mich kurz zwickte, erneut zum „Tag der offenen Tür“ zu reisen, aber unerwähnt blieb bisher die Überfüllung, die wir im Laufe des Tages erlebten und wie viel Zeit und Nerven es uns kostete, das Vereinsgelände zu verlassen. Solche Aufläufe sind nichts für mich und im Zusammenhang mit der notwendigen Anreise entschieden wir uns dagegen. Natürlich gewann der FC Bayern auch in den Jahren danach noch einige Male die „Salatschüssel“ – eine Nähe, wie wir sie damals hatten oder haben konnten, wurde von Seiten des Verein aber danach – auch aus Sicherheitsgründen, ob der weiter stark steigenden Fan- und Mitgliederzahlen – bewusst zurück gefahren. Der „Tag der offenen Tür“ heißt heute Saisoneröffnung und wird vor 70.000 Zuschauern in der Allianz-Arena durchgeführt – mehr muss man dazu nicht wissen.

Die damalige Aktion, sich mit der Meisterschale fotografieren zu lassen, gibt es aber trotzdem auch heute – 20 Jahre später – noch:

Hermes, Offizieller Premium-Partner der Bundesliga bietet diese Aktion für interessierte Fans an. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, ob es diesen Service schon gab, als der letzte Deutsche Meister mal nicht aus München kam, heuer finden die Hermes-Aktionen aber erneut in der bayerischen Landeshauptstadt statt.

Hier die Daten:

Datum: Mittwoch, 11. Mai 2016 und Donnerstag, 12.Mai 2016
Uhrzeit: 16:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Aktion: Foto-Aktion und Gewinnspiel
Ort: SportScheck, Neuhauser Str. 21, 80331 München

Datum: Freitag, den 13.05.16
Uhrzeit: 11:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Aktion: Foto-Aktion und Gewinnspiel
Ort: SportScheck, Neuhauser Str. 21, 80331 München

Würde ich in München wohnen, könnte es sogar sein, dass ich mich hier in die Schlange stelle, denn der Gewinn der Deutschen Meisterschaft und somit die „Salatschüssel“ werden für mich nie langweilig.

Hinweis: Dies ist ein sog. „Sponsored Post“. Tatsächlich habe ich den Text aber zu 100% selbst geschrieben, allein der Hinweis auf den Sponsor und die Daten für die Aktion galt es unterzubringen.

Klick zum Ende der Kommentarliste

3 Gedanken zu “Von Fans, einer Schale und dem Europapokal (Werbung)

  1. Hm…eine echte Paule-Geschichte in gewohnter Qualität erzählt wird am Ende zum Werbebeitrag. Überraschend, aber ok, da ja auch eindeutig deklariert. Lieber so, als penetrantes Pop-Up-Zeug oder in den Vordergrund eingeblendetes Geflimmer. (Nutze bewusst keine Werbeblocker, denn ich erkenne an, das gute Angebote einen Wert haben und nicht ewig kostenlos vom Himmel fallen können)

    • Es war eine Abwägung zwischen diesem Angebot und meinen Prinzipien, generell auf solche Beiträge zu verzichten. Zur Erklärung: Ich erhalte pro Woche 2-3 solcher Angebote für bezahlte oder unbezahlte Gastbeiträge. In der Regel fällt es mir leicht, diese Anfragen abzulehnen, da mir entweder komplette Beiträge vorgesetzt werden oder die Themen völlig an meinem Blog vorbei gehen.

      Warum habe ich mich hier zum ersten Mal dazu entschlossen, einen solchen Beitrag zu verfassen?

      1. Ich durfte Worte und Thema völlig frei wählen (abgesehen von Erwähnung Sponsor & Daten) und selbst beim Drüberlesen gab es quasi keine Korrektur.

      2. Ich kann mich mit der Aktion identifizieren, was man dem Text und der Geschichte offenbar anmerkt.

      3. Es wurde mir spontan und ohne große Bedenken ein Betrag angeboten, der meinen Anteil am gemeinsamen Familienurlaub im Sommer quasi refinanziert. Ich bin auch nur ein Mensch. 😉

      Kurzum: Dieses eine Mal, wo alles zusammen passte, soll kein Fingerzeig für die Zukunft von Breitnigge.de sein. Aber wie Du richtig sagst, verzichte ich ja auch ansonsten auf mehr oder weniger stark belästigende Werbung, da kann man ggf. auch mal so einen Beitrag schnell weglesen… 😉

  2. Zur Location Sport-Scheck: 1982 bekam ich im zarten Alter von 14 Jahren mein erstes Bayern-Trikot. Iveco Magirus Werbung, Nummer 8 und unter der Rückennummer der Name Breitner (heute normal, damals eine Seltenheit). Gabs damals glaub ich nur bei Sport Scheck, meine Mutter bzw. das Christkind scheuten nicht den Weg von 170 km um mich glücklich zu machen. Mann war ich stolz.
    Im Herbst 1989 machte ich mich im Vorfeld eines Heimpiels auf den Weg in die Innenstadt, um ein neues Trikot zu kaufen. Das Breitnertrikot wurde doch zu eng. Wieder bei Sport Scheck, diesmal Opel-Werbung, die Nummer 9, kein Name. Wer trug damals diese Nummer? Klar, Roland Wohlfarth. Und wieder war ich total happy.
    Ich war in meinem Dorf damals der einzige, der ein Bayerntrikot hatte. Kein Wunder, wo gabs so was schon zu kaufen. Nur im Sportgeschäft in München, zum stolzen Preis von 70 Mark. Mein Kumpel winkte damals dankend ab.
    Und heute: Bayerntrikots wirds bald bei Aldi und Lidl geben. Hätte damals niemand geglaubt.

  3. Ende

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.