Paules 11Freunde-Bundesliga-Sonderheft-Verlosung

Wie auch in den letzten Jahren stellen die 11Freunde zum diesjährigen Erscheinen der Breitnigge-Antworten in der Beilage des Bundesliga-Sonderheftes fünf Ausgaben zwecks Verlosung zur Verfügung.

Freut mich. Für euch, die Breitnigge.de-Leser.

„Ohne Fleiss allerdings kein Preis“ und deshalb gibt es hier die Frage, die es zu beantworten gilt:

Wer war der letzte Torschütze für den FC Bayern in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga 1965?

Die Antworten bitte einfach in die Kommentare schreiben. In die Verlosung kommen alle richtigen Antworten, die bis morgen (24.07.2015) 20:00 eintreffen.

Die Gewinner brauchen mir dann nur noch ihre Postadresse an meine hinterlegte E-Mail-Adresse zu senden, die Sonderhefte werden dann direkt von den 11Freunden verschickt.

Kleiner Tipp: Aufmerksamen Lesern der Breitnigge-Statistik wird die Antwort sicher nicht schwer fallen… 😉

Paule ist zurück. Im 11Freunde-Bundesliga-Sonderheft

Nach zwei Jahren Pause hatte ich dieses Jahr endlich mal wieder Zeit, Lust und Muße (alles gleichzeitig), die Fragen der 11Freunde-Redaktion für deren Bundesliga-Sonderheft-Beilagenheft zu beantworten.

Da die elf Freunde aber immer eine Vielzahl an Fragen schicken, von denen sie bei jedem Blogger – der Abwechslung wegen – immer nur einen Teil publizieren, gibt es auch dieses Mal an dieser Stelle alle meine Antworten…

Die neue Saison wird legendär, weil… es ja schlechter als die letzte kaum noch geht. Schlimm.

Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann… mache ich mir Sorgen um manchen FC Bayern-Fan. Wenn der FC Bayern irgendwann tatsächlich mal wieder wie unter Magath spielt.

Wenn ich einen durchgeknallten russischen Milliardär kennenlerne, kaufe ich meinem Klub… ein Rückflugticket für ihn. Sieht es so aus, als ob Geld das Problem des FC Bayern wäre?

Mein schlimmster Albtraum… ist ein CL-Sieg der Lauterer in der Allianz-Arena und ich stehe im Block der Pfälzer.

Mein Held vergangener Jahre… war Breitner. Und Rummenigge. Wie immer.

Die lustigste Fan-Aktion der vergangenen Saison war… keine von denen, die ich sehen durfte. Vielmehr muss ich mich an dieser Stelle bei Fans, @clubnr12 und seinen Helfern für all die tollen Choreos bedanken!

Auf Auswärtsfahrten darf niemals fehlen… #DieMannschaft #DieFans #DieLeidenschaft

Ich gehe nie wieder ins Stadion, wenn… meine Liebe zum Verein erloschen ist. Trainingslager in Katar oder China reichen da (noch) nicht aus.

Mit einer Klatschpappe kann man prima… klatschen. Aber bitte nicht (mehr) beim FC Bayern!

Mein Verein muss an den DFB Strafe zahlen, weil wir im Stadion… irgendwann lauter sein werden als jedes Helene-Fischer-Medley.

Unser aktuelles Trikot ist… endlich wieder Rot. Wenn auch noch nicht wieder so Rot-Weiß wie in Wembley.

Wenn Pep Guardiola im nächsten Jahr nicht mindestens vier Titel holt, dann… holt er sie halt im übernächsten Jahr. Vielleicht.

Auf diese Schlagzeile warte ich schon seit Jahren… Gibt es denn eine, die es über den FC Bayern noch nicht gab?

Diesen Fußball-Twitteraccount habe ich immer im Auge… @erfolgsfans – es sind gute Jungs und es passt auch zum FCB-Fan-Klischee.

Der nächste Pokal im Trophäenschrank meines Klubs ist… der Uli-Hoeneß-Cup. Oder wie der heißt.

Fußball gucke ich am liebsten… ohne Eventfans.

Die Erste Liga verlässt nach unten… der HSV noch nicht einmal auf Platz 18. Dann würde der Fußballgott halt noch zwei Lizenzentzüge herbeizaubern. #Unabsteigbar

Gegner des HSV in der Relegation wird… RB Leipzig. Damit man wenigstens 1x dem HSV die Daumen drücken kann.

Folgender Filmtitel beschreibt meinen Verein perfekt: 40 years of Red – Drama, Baby

Wenn ich Trainer wäre, würde ich zuallererst… einen Twitteraccount anlegen.

Wenn Aliens auf der Erde landen und ich ihnen Fußball erklären müsste, würde ich sagen… Leberkässemmel oder Bratwurst? Und mit Senf? Hier, Euer Bier.

Die Superkraft meines Vereins ist… es, mich seit fast 40 Jahren zu fesseln, wo er andere nur langweilt.

Der USA-Franchise-Name meines Klubs wäre… Damit macht man keine Scherze…

Dieses Extra würde unser Stadion perfekt machen: Nach der Verbesserungen der letzten Jahre nur noch eines: Rote Sitze!

Die Saison ist tot, es lebe die Saison

So weit weg sich die alte Saison nun schon anfühlt, so fern wirkt noch die neue Spielzeit. Man wähnt sich zwischen den Stühlen auch und gerade weil ja selbst jetzt immer irgendwo Fußball gespielt und geschaut wird. Ganz loslassen mag ich die Saison 2014/15 aber doch noch nicht, ein paar Gedanken müssen raus. Über unseren FC Bayern. Los geht’s.

Bei einigen wurde die Saison des FC Bayern eher nicht als erfolgreich bewertet. Zu präsent die Bilder vom Ausscheiden aus allen K.O.-Wettbewerben, von den Niederlagen in der auslaufenden Bundesliga-Runde, der Vielzahl an Verletzungen, der vermeintlich gefühlslosen Meisterfeier. Wer so denkt, dem muss ich helfen. Und zwar auf die Sprünge. Es gab viel mehr als das. Es gab eine Hinrunde, es gab berauschende Siege, eine überzeugende dritte Meisterschaft in Folge in einer Spielzeit nach einer WM – traditionell beim Münchner Ensemble ein größeres Problem, da zumeist einige bayerische Spieler von dieser Extra-Belastung betroffen sind – und es gab trotz allem und dieser Niederlageserie zum Schluss sogar weitere Rekorde. Nicht, dass ich gesteigertes Interesse an dieser Jagd hätte, aber deren Erwähnung soll illustrieren: Es war nicht alles schlecht…

Die Gründe für den Ausgang der Saison sind meiner Meinung nach schnell gefunden, allein, sie aufzuzählen dauert. Starten wir mit der schweren Knieverletzung des vom Trainer angedachten Stützpfeilers der Dreierkette Javier Martinez im Supercup gegen Borussia Dortmund. Man verpflichtete den besten Innenverteidiger der italienischen Liga, Benatia. Als sich ein anderer epochaler Stützpfeiler auch eines anderen (Weltmeister-)Teams verletzte – Bastian Schweinsteiger – leierte man Real Madrid Alonso aus dem Kreuz, dessen Einstieg beim FC Bayern und in der Bundesliga in die Geschichtsbücher einging. Neben der – medial sehr beliebten – Legende, dass der frisch gebackene Championsleague-Sieger aus dem Flugzeug direkt auf dem Platz zu seinen neuen, bislang nur vom Fernsehen oder aus direkten Duellen bekannten Münchner Mitspielern stieß und unmittelbar zum Chefdirigenten aufstieg, war auch jeder Bayernfan von seiner Eleganz, Lässigkeit und seinen unglaublichen Pässen begeistert.

Zu dieser Saison gehört nun allerdings nicht nur Alonsos „Aufstieg“ sondern auch sein „tiefer Fall“ (ein Fest für fast jeden Sportjournalisten der Republik), der sich in seiner spielerischen Dekodierung und dem Versagen seiner Kräfte manifestierte.

Wie gab einer der Wortakrobaten aus der Sportmedienbranche vor einiger Zeit zum Besten? „Am Ende kackt die Ente!“ Dieser Satz enthält zu allergrößten Teilen Wahrheit und natürlich war unsere Rückrunde gegen Ende ein Muster fast ohne Wert, aber im Gegensatz zum letzten Jahr kann man hier unserem Trainer keinen Vorwurf hinsichtlich abfallender Motivationskurve machen. Der Titel wurde vergleichbar früh eingefahren, die folgenden, schlechteren Ergebnisse resultierten heuer in erster Linie aber aus der absoluten Ausgebranntheit unserer Akteure. Die massive Verletztenliste schränkte die Optionen des Trainers massiv ein und war die Startelf der letztjährigen Niederlage in Augsburg noch einer möglichen Veränderung in der Einstellung zur Meisterschaft geschuldet, waren vergleichbare taktische Entscheidungen diesmal allein dem sportlichen Überleben untergeordnet. Ich erinnere mich gar an Äußerungen aus der bayerischen Fan-Szene, die fast schon derlei herbei sehnten und die Niederlagen in der Bundesliga erwarteten, einkalkulierten und den Fokus bewusst auf die K.O.-Spiele lenkten.

Aber zurück zur Hinrunde.

Haben wir all diese Siege und tollen Leistungen verdrängt? Mit dem 4:0 gegen Tabellenführer Paderborn startete am fünften Spieltag endlich auch unsere Saison (zuvor das 0:0 in Hamburg – ja, auch wir tragen Schuld am Nicht-Abstieg der Hanseaten). Und wie. Danach folgten nur noch ein Remis bei extrem starken Gladbachern und ansonsten elf Siege und 33:2 Tore. In der Bundesliga. Im Oktober dieses sagenhafte 7:1 bei der Roma in der Championsleague-Gruppenphase. Und selbst in der Rückrunde gab es Fußballfeste in der Bundesliga (8:0 gegen HSV, 6:0 in Paderborn, 4:0 in Bremen) und Championsleague (7:0 gegen Donezk, 6:1 gegen Porto).

Das Ausscheiden im Pokalhalbfinale kann man getrost als Slapstick bezeichnen und viele Dortmunder wussten bis weit ins Berliner Finale nicht, wie sie es dahin geschafft haben, aber wer beste Chancen gegen einen unterlegenen Gegner nicht nutzt und dann solch ein – ebenfalls geschichtsträchtiges – Elfmeterschießen hinlegt, darf sich an einem solchen Abend vielleicht auch mal nicht über die Verletzten beklagen. Sei es drum.

Durchaus ein Faktor waren die fehlenden Akteure dann im Halbfinale der Championsleague gegen den späteren Sieger Barcelona. Die Vorzeichen waren im Prinzip genau entgegen gesetzt zur Vorschlussrunde zwei Jahre zuvor. Damals spielte der FC Bayern in Topbesetzung und Vollbesitz seiner Kräfte, während die Katalanen unter einem schwächelnden und nicht fitten Superstar Messi litten. Diesmal agierte der spätere Triplesieger unter Volldampf und die Pep-Kicker schlichen auf dem Zahnfleisch über den Rasen. Bemerkenswert ist es demnach vielmehr, dass es die Münchner schafften, bis zum Schluss die Chance auf das Berliner Finale am Leben zu halten. Im Hinspiel hätte es zu einem guten bis sehr guten Ergebnis reichen können, wenn man nach dem 0:1-Rückstand oder spätestens nach dem 0:2 auf Sicherheit gespielt hätte. Das 0:3 in der Nachspielzeit war der Tod für die Berechnungsgrundlagen des Rückspiels. Auf das berühmte Auswärtstor hätte man im Hinspiel gehen können, wenn wir unsere Stammelf in Form auf dem Platz gehabt hätten. Fahrradkette.

Das Rückspiel durfte ich live im Stadion erleben und da dies mein erster Einsatz seit 1-2 Jahren in München war, konnte ich erst an diesem Abend die neue Pracht unserer Südkurve auf mich wirken wirken lassen und mir Gänsehaut und ein, zwei Freudentränchen abholen. Stammstadiongänger schwächten diesen Eindruck zwar ab, aber für mich ging hier schlichtweg ein jahrelanger Traum in Erfüllung, den in dieser Kraft und Energie in der Arena noch nie beiwohnen durfte. Die Entwicklung des Spiels tat zunächst ihr übriges und erst die beiden Gegentore dämpfte diese Euphorie. Wie sehr man aber auch noch auf dem Zahnfleisch brennen kann, zeigte mir die zweite Halbzeit – der abschließende Sieg versöhnte mich endgültig mit dieser Saison. Es war eben keine 0:7-Revanche, nein, wir schieden zwar insgesamt verdient gegen den Transfersperren-Club aus, aber für uns wurde es nicht zum Desaster wie 2013 für Messi und Co.

Ansatzweise ein Desaster erlebten wir in dieser Saison in der Außenwirkung des Vereins. Hier sei zum einen das Wintertrainingslager in Katar und das Freundschaftsspiel in Saudi-Arabien erwähnt (näher darauf eingehen will ich an dieser Stelle nicht, derlei ist ja schon passiert), zum anderen aber die phasenweise mögliche Rückkehr des FC Hollywood.

Ich kann mir gut vorstellen, dass aufgrund einzelner Ergebnisse und vor allem aufgrund der zahlreichen Verletzungen und Rückschläge bei Rückkehrern, die Nerven einiger Verantwortlichen beim FC Bayern blank lagen. Was sich aber im Vorfeld oder eben in der Kabine nach dem Porto-Hinspiel abgespielt haben muss, spottete jeder Beschreibung. Am Ende des Tages geht es doch für alle Beteiligten nur um das Wohl des FC Bayern. Das gilt vom Vorstand über die medizinische Abteilung, den Trainer, die Mannschaft bis hin zu den Fans. Ferner kann ich mir vorstellen, dass es eine Menge Dinge gab, die unseren ehemaligen, jahrzehntelangen Vereinsarzt massiv gestört haben müssen, aber wenn er tatsächlich zum Wohle des Vereins hätte handeln wollen, dann hätte er seinen fristlosen Abschied nicht in einer solch prekären Situation für den Verein verkündet. Nach einem verlorenen Viertelfinal-Hinspiel, das drohende CL-Aus vor Augen und einer dermaßen großen Patientenakte auf dem Tisch, agiere ich doch als Vereinsikone anders. Also ich würde so reagieren. Aber gut, man steckt nicht drin. Insgesamt zeigt sich ja inzwischem in Ansätzen, dass der FC Bayern ohnehin, oder gerade in Bezug auf diese angestoßene Veränderung, fast alle medizinischen Steine umdreht. Kann ja nicht noch eine Saiaon geben, in der nur wir als deutsches, oder europäisches Topteam eine solche Verletztenliste aufweisen.

Müssen wir über den Trainer sprechen? Können wir machen, auch wenn mir dazu ein wenig die Lust fehlt. Aber gut. Ich bin weder einer dieser chronischen Pep-Kritiker, die ihn und seine Methoden, etc., per se ablehnen, noch ein völlig kritikloser Fanboy. Ich bin froh und dankbar, dass wir einen, wenn nicht den besten Trainer der Gegenwart in unseren Reihen haben, weiß aber auch, dass er wohl kaum seine Karriere bei uns beenden wird. Man kann – aufgrund der Vielzahl unserer Verletzungen – gerne über sein Training diskutieren. Aber wie viele Verletzungen basieren auf seinen Trainingsmethoden? Alaba verletzte sich z.B. beim Länderspiel in einem Zweikampf rund um einen Einwurf. Ribery kam bis heute nicht wieder auf die Beine, weil unsere medizinische Abteilung einen Riss in seinem Knöchel acht Wochen lang übersah (war doch so, oder?!) – nur zwei Beispiele, die man, meiner Meinung nach, in diese Bewertung mit einbeziehen muss.

Ob Guardiola über 2016 hinaus (einige Medienvertreter wollten ihn ja schon 2015 aus dem Amt schreiben) bei uns bleibt und wann dies entschieden wird, steht aktuell wohl noch nicht fest. Tatsächlich ist dies keines meiner größten Probleme rund um den FC Bayern. Ich seh da vielmehr die Kaderplanung und mögliche Transfers für die kommende Saison, die kommenden Jahre.

Nach der Entschlüsselung Alonsos stellt sich die Frage, ob er auch in der kommenden Saison noch ein derart tragende Rolle spielen sollte. Noch dazu, da derlei ja eigentlich – perspektivisch gar nicht geplant war. Mit der Rückkehr von Højbjerg, der Verpflichtung von Kimmich, einer „richtigen“ Sommerpause für Schweinsteiger, Lahm, Thiago und Martinez, ferner dem in München sehr gut entwickelten Rode, ist mir auf diesen Positionen eigentlich nicht bange. Sorgen bereitet da vielmehr die gleichwertige Breite im Kader, vor allem in Hinblick auf die körperliche Fitness-Perspektive bei Sportskameraden wie Badstuber, Ribery, und Co.

Kader-Baustellen wären somit Positionen wie die von Dante, Rafinha, Ribery oder Pizarro. Schaun mer mal, was unsere Verantwortlichen da aus dem Hut zaubern. Zeit bleibt ja noch bis zum 31.08.2015.

Was bleibt mir noch zu sagen? Ich freue mich auf die neue Saison 2015/16 – nur noch nicht jetzt. Das kommt später, jetzt ist erst einmal Pause. Wer von mir ferner eine Entscheidung über die Rückkehr zur alten Blog-Frequenz erwartet hatte, den muss ich leider enttäuschen. Stand heute, wird es bis auf weiteres so weiterlaufen wie zuvor. Andererseits ist für manchen ja genau diese Information schon etwas Positives – es geht weiter mit Breitnigge.de!

In diesem Sinne: Auf geht’s, Ihr Roten! Auch in der neuen Saison. Euch allen einen schönen, erholsamen Urlaub.

Tippspiel-Kicktipp-Finale 2014/15

Nicht nur die Bundesliga-Saison fand mit der Relegation ein endgültiges Ende, nein, auch die entsprechenden Kicktipp-Tippspiele küren ihre Sieger.

So auch das Breitnigge-Kicktipp-Tippspiel.

Die Sieger nach Punkten lauten:

1. chefchen 407 Punkte
2. derKaiser 387
3. Settler 381

Die meisten Spieltagsiege erzielten:

1. Settler 4,20 Spieltagssiege
2. chefchen 3,75
3. Cochise 3,20

Zu guter Letzt die Bonuspunkte:

1. Cochise 20 Bonuspunkte
1. janbucks 20
1. Rembremmerding 20
1. Scrolz 20
1. Settler 20

Herzlichen Glückwunsch!

Bis zum Neustart des Tippspiel kann jeder Teilnehmer noch seine Tippleistungen bewundern… 😉

Fegefeuer, Eitelkeiten, Institutionen und jede Menge Emotion

Die letzten Tage rund um den FC Bayern waren wild. Viel wilder als wir es noch wenige Tage vor diesen Tagen erwartet haben. Klar, den Pessimisten war sicher schon zuvor bewusst, dass das irgendwann mit der Verletztenliste des FC Bayern mal schief gehen müsste, die, durchaus noch als nicht gerade schwach zu bezeichnende Münchner Startelf irgendwann auf dem körperlichen und mentalen Zahnfleisch gehen würde. Nach den Schlachten in Dortmund und in Leverkusen. Derlei wäre und ist nur allzu menschlich.

Das Spiel gegen Frankfurt war hier eine Verblendung, nahmen doch die Hessen an diesem Spiel eher nicht direkt teil – problematisch wurde es dann in Porto, als es gegen einen Gegner ging, der nicht nur gebrannt hat sondern auch zu 100% richtig gecoacht wurde. Dieser Gegner rannte sich von Anfang an die Seele aus dem Leib und zwang unsere wenigen Problemstellen in Probleme. Wer körperlich erschöpft ist, bei dem hinken manchmal auch der Kopf und somit noch intensiver die Beine hinterher. Eine mehr als schlüssige Erklärung für das frühe 0:2 nach 9-10 Minuten in Portugal. Lassen wir diese ersten Minuten mal außen vor, hätte der FC Bayern im Viertelfinal-Hinspiel ein durchaus verdientes Remis erzielt und so ein Fehler, wie vor dem dritten Gegentor, passiert dem Sportskameraden Boateng auch nur einmal pro Saison. Schade, dass es an diesem Abend sein musste, sonst hätte es vielleicht auch ein Auswärtssieg sein können.

So weit so schlecht die Ausgangssituation vor dem Rückspiel am nächsten Dienstag.

Wäre das Ergebnis und die aktuelle Verletztenlage nicht schon schlimm genug (danach auch noch Götze angeschlagen und seit gestern unser Kapitän mit Magen-Darm-Problemen), kam es zu einem offensichtlichen Comeback des FC Hollywood. Und zwar auf allen Ebenen: Unser langjähriger Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt schmeißt unmittelbar nach der Porto-Pleite die Brocken hin. Mit sofortiger Wirkung und sein Team gleich mit. Der FC Bayern – noch dazu in dieser, nicht gerade einfachen Situation – steht medizinisch quasi blank da. Natürlich ist dem nicht so und man hat inzwischen den Teamarzt der Amateure kommissarisch eingesetzt, aber spontan war ich sprachlos. Ähnlich sprachlos, wie ich es beim Daum-Skandal war, oder als Hoeneß‘ Steuerstory publik wurde. So fühlt sich das an, wenn so langjährige Institutionen des eigenen Vereins sich von eben diesem entfernen. Bayerische Erdbeben.

Betrachten wir zunächst einmal nicht den medialen Gesichtspunkt, war ich unmittelbar danach noch viel erschrockener, wie sich einige Bayern-Fans in Rage redeten gegenüber unserem Trainer. Was da aus Einigen herausbrach, irritierte mich zunehmend. Ergänzen muss ich hier natürlich, dass ich generell mit zwischenmenschlichen Äußerungen Probleme habe, denen ich anmerke, mein Gegenüber hat nur auf eine Gelegenheit gewartet, diese Häme, Flüche, etc. los zu werden. Völlig losgelöst vom Fußball, Fans und auch ganz allgemein. Ist halt ein Wesenszug von mir und dies nur zur Erklärung meiner Einschätzung. Zurück zu den Stunden dieses sehr aufgeladenen Abends. Ich entschied spontan, mich zunächst extrem wenig, bis gar nicht zu äußern, auf keinem meiner Kommunikationskanäle. Ich verteilte nur Twitter-Sterne für die wenigen besonnenen Stimmen.

Was genau war hier eigentlich das Problem? Unser Ex-Arzt verschickt eine Pressemitteilung, die jede Menge Raum für Spekulationen bietet. Ob bewusst oder unbewusst, sei einmal dahin gestellt. Er unterrichtet darüber nicht einmal den Verein, für den er fast 40 Jahre gearbeitet hat. Die Fans, die hier unserem Trainer spontan vorwarfen, er zerstöre den Verein, wenn er nun auch noch diese Vereinsikone rausekeln würde, sollten auch einmal diesen Umstand beleuchten. Hat Müller-Wohlfarth eigentlich daran gedacht, in welche Lage er den FC Bayern bringt durch seine Entscheidung? Alles Spekulation, sicher, aber wieso sollte ich nicht auf all die ins Kraut schießenden Spekulationen mit Gegen-Spekulationen reagieren?

Gegen Pep wurde argumentiert, dass er ja noch nie mit „Mull“ gekonnt hätte und er diesen, nicht nur zuletzt in Leverkusen, öffentlich angegangen wäre („Klatsch-Szene“) – das entsprechende Video machte schnell die Runde. Die Diskussionen wurden, in meinen Augen, zu diesem Zeitpunkt immer hysterischer. Der Verein – wie gesagt, ohne Vorab-Kenntnis dieses „radikalen“ Schnittes – musste sich zunächst sammeln und gab dann irgendwann eine Pressemitteilung heraus, die formal korrekt war und die Arbeit und die Verdienste von MW entsprechend würdigte. Diese Pressemitteilung enthielt weder Meinungen, noch weitergehende Informationen, bot aber vielen, die immer noch emotional aufgeladen waren und vor allem den Medien, augenscheinlich erneut eine Steilvorlage. Die (Pflicht-)Pressekonferenz vor dem Spiel der Bayern in Hoffenheim tat ihr übriges, da es in dieser PK fast ausschließlich um das nächste Bundesligaspiel ging. Man kann über die Wortwahl und die „Basta“-Verhaltensweise von Markus Hörwick denken was man will (ich denke auch, man hätte hier souveräner reagieren können, aber wer will den Stab über Hörwick brechen und wer weiß, was dieser Rücktritt intern wirklich ausgelöst hat?), aber im Prinzip war das Thema dieser PK nicht der Rücktritt des Mannschaftsarztes. Punkt. Das können die Medien gut oder schlecht finden, war aber so und ob all das mit einem Uli Hoeneß in verantwortlicher Positionen anders gelaufen wäre – wer will das wissen?

Von Seiten der Medien wird dann gar von einem Bruch der „Pressefreiheit“ gefaselt, weil die öffentliche Kommunikation des FC Bayern zu diesem Thema nicht die gewünschte Richtung hat und man darum bittet, in der PK keine weiteren Fragen zu diesem Thema zu stellen – geht es auch eine Nummer kleiner? Ich als mündiger Bürger würde von der freien Presse schlichtweg erwarten, dass man sich nicht nur in eine PK setzt und dann darauf wartet, dass hier der Verein die Schlagzeilen produziert – ich erwarte von „den Medien“, dass diese die Produktion der Storys, die Recherche, die handwerklich erforderliche Arbeit selbst übernimmt! Das ist meine Erwartungshaltung an „die Medien“ – auch und gerade wenn es um Fußball und meinen Verein geht.

Meine Erwartungshaltung ist im Übrigen auch – und jetzt kommen wir zu meinem roten Faden – das wir nicht nur Berichte über die Sprachkünste, die Kleidung oder andere triviale Themen zu Pep Guardiola lesen, hören, vorgelegt bekommen, sondern auch einmal selbst recherchiert wird, wie die Gemengelage im Team so aussieht, schlichtweg kritisch gearbeitet wird. Die journalistische Arbeit kann ja nicht darin bestehen, dass man zunächst den Trainer Guardiola zu einer Ikone, zu einem Welttrainer hochjazzt, um ihn dann irgendwann, in vergleichbaren Situationen wie der jetzigen, „vom Hof zu schreiben“. Natürlich leben wir in einer „Medienwelt“, die offenbar immer seichter wird, aber gut finden muss ich das nicht und kritisieren darf ich dann auch, dass einzelne Medienvertreter mit Geschützen wie „Gefahr für die Pressefreiheit“ ein wenig sparsamer umgehen sollten. Danke.

Apropos Kritik.

Am Trainer Guardiola ist sicher nicht alles Gold was glänzt und nicht alles an diesem Trainer gefällt mir vorbehaltlos (wie z.B. seine Katar-Tätigkeit), aber ich versuche zumindest derlei Bedenken nicht zu sammeln, um sie dann irgendwann komplett auf den Tisch zu legen, nein, ich versuche, kritisches auch schon einmal aktuell zu äußern. Viel wichtiger finde ich in diesem Zusammenhang aber, dass man auch die Person der „Klub-Ikone“ Müller-Wohlfahrt einmal etwas kritischer beleuchtet. Es geht mir nicht darum, dass ich in Abrede stellen will, dass MW auch für mich eine sehr große Identifikationsfigur ist/war (er ist/war quasi so lange Arzt beim FC Bayern wie ich Fan dieses Vereins bin) und schon gar nicht will ich seine Verdienste rund um den Klub schmälern, es muss aber durchaus auch erlaubt sein, kritisch mit dem Mediziner MW umzugehen.

Warum zum Beispiel muss ich bei unabhängigen Medienvertretern, die sich teilweise mühsam durch Crowdfunding finanzieren müssen, von den – bei anderen Medizinern und Experten durchaus – umstrittenen Behandlungsmethoden lesen und hören? Warum lese ich derlei nur sehr wenig bei „alteingesessenen“ Journalisten und auch nicht zwingend in Münchner Medien? Warum erfahre ich aus eben diesen unabhängigen Kanälen, dass unser Ex-„Medizinmann“ Kontakte hatte zum Doping-Arzt Klümper?

Worauf ich hinaus will: Ein Müller-Wohlfahrt ist kein „Heiliger“, auch wenn ihn einige (Bayern)Fans in den letzten Tagen dazu machen wollten. Wir Außenstehende wissen weder Details noch Fakten – wir spekulieren nur (s. oben). Ins Bild passt da, dass es – gerüchteweise – gar nicht Guardiola sondern Rummenigge war, der MW nach dem Porto-Spiel noch in der Kabine Vorwürfe machte hinsichtlich der Ribéry-Verletzung. War das wirklich der Anlass für seine fristlose Kündigung? Was ist da zuvor gelaufen? Der Streit mit Guardiola hinsichtlich Teamärzten, die direkt an der Säbener Straße arbeiten und Verletzungen (im Training) direkt vor Ort behandeln können? Aus meiner Sicht hat hier Pep Recht. Oder der Streit um die Thiago-Verletzung? Hier hatte aus meiner Sicht wiederum unsere medizinische Abteilung Recht und Pep hat dies im Nachhinein auch akzeptiert und sich entschuldigt (oder etwas nicht?).

Nein – meiner spekulativen Meinung nach – geht es hier ganz viel um verletzte Eitelkeit, um Machtspiele, um das Verteidigen des eigenen Einflussbereiches. Ich muss das in keinster Weise gut finden, denn alles was dem Verein schadet lehne ich ab, aber offenbar stimmte hier die Chemie nicht. Und da hat dann auch unsere Führung versagt, denn die ist für das interne Betriebsklima verantwortlich und hätte hier evtl. bei Problemen einschreiten müssen. Ob sie diese Probleme gesehen hat oder nicht und ob sie versucht hat, diese Probleme auszuräumen oder eben nicht – wir wissen es nicht! Wir wissen aber, dass daran nur und ausschließlich unser Trainer Schuld trägt? Atmet mal bitte ganz tief durch.

Insgesamt muss ich sagen, dass die Gesamtsituation mehr als bedenklich ist. Der Verein sieht sich nun gezwungen seine komplette medizinische Abteilung neu zu strukturieren, noch dazu mit einer größeren Verletztenliste von Weltklasse-Spielern, deren Rückkehr mehr als sehnlich erwartet wird. Im Worst-case-Szenario scheiden wir am Dienstag schon im Viertelfinale aus der Königsklasse aus, weil unser Team körperlich wie mental angeschlagen ist. Wie das Pokal-Halbfinale gegen die Dortmunder Borussia verlaufen soll mit dieser Ausgangslage, wo die Anzahl der abwesenden Spieler eher größer als kleiner wird (noch dazu, weil dann die Belastung für die Spieler, die noch spielen, sich aber gar nicht mehr ausruhen können, immer größer wird, usw.) und der Gegner – nach dem bevorstehenden Abschied seines Kulttrainers zum Saisonende – mit Sicherheit noch einmal zu maximal möglicher Leistung aufschwingen wird, um Klopp zum Abschied einen Titel zu schenken – Puh.

Wer auch immer für diese komplexe Ausgangslage verantwortlich ist – Vielen Dank. Nicht.

Natürlich kann man nun argumentieren, dass auch schon das aktuell Erreichte mit diesem Kader und der Verletztenliste eine ganz ordentliche Leistung ist, aber dann kommen wir zum nächsten Punkt, den ich auch nicht müde werde zu erwähnen: Erwartungshaltung!

Die letzten Jahre(!) waren für viele Bayernfans (auch für mich) einfach nur ein Weltklasse-Traum. Da ich nun aber durchaus Tendenzen zum Pessimismus habe, hatte ich immer im Hinterkopf, diese Phase bloß nur so maximal wie möglich genießen zu wollen, denn irgendwann ist all das auch mal wieder zu ende. Die, die die Phrasen dreschten „die Bundesliga ist tot“, hatten diese Fähigkeit offenbar nicht, aber Fakt ist, dass all diese Erfolge, all diese Dominanz, irgendwann einmal zu einem Ende kommen müssen. Der FC Bayern ist allenfalls in der sehr komfortablen Lage, nach einer längeren Hochphase und einem kleinen „Tief“ die nächste Hochphase einzuleiten. Hoffentlich, muss man als Bayern-Fan sagen, aber wenn man sich die Historie anschaut, dann war es ja oft so. Gegenbeispiel ist hier Borussia Dortmund, die diese Hochphase nicht beliebig verlängern konnten und tatsächlich Schwankungen nicht so gut auffangen können, wie ein FC Bayern durch seine Jahrzehntelange sehr gute Arbeit. Ich schweife ab.

Mit einem Fazit komme ich zum Schluss dieses Beitrages: Es gibt für diese Situation nicht den Verantwortlichen. Es gibt in München viele Alphatiere in verantwortlichen Positionen. Derlei war immer die Strategie und die Ausrichtung bei meinem Verein, damit sind wir Zeit meines Fan-Lebens gut gefahren. Aber die Welt entwickelt sich weiter, auch der Fußball. Wer glaubte ernsthaft, dann wir das 2013er Triplejahr beliebig verlängern hätten können? War nicht gerade der Weg hin zu Guardiola der entscheidende Unterschied zu 2001, als uns nur ein „Weiter so“ einfiel? Denkt mal drüber nach, aber nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte – als einzelnes Jahr betrachtet, größer als andere Jahre des FCB zuvor – hätten wir, wenn wir im CL-Halbfinal-Rückspiel gegen einen brennenden Gegner nicht die falsche – vom Team gewünschte – Taktik genutzt hätten, beinah eben dieses Triple verteidigt! So falsch kann also diese Weiterentwicklung hin zu Pep Guardiola nicht gewesen sein, oder? Und jetzt müssen wir wieder zurück in Prä-Pep-Ära? Wird dann alles wieder gut? Was ist denn gerade schlecht?!

Menschen machen Fehler. Fans, Journalisten, Trainer, Präsidenten und Vereinsärzte. Derlei sollten wir bei unserer Einschätzung des aktuellen FC Bayern immer berücksichtigen und wer weiß, irgendwann einmal, wenn alle Beteiligten an dieser Situation einmal ihre Memoiren geschrieben haben, werden wir eventuell die wahren Hintergründe erfahren. Bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als zu versuchen, über die Gräben hinweg zu sehen und zusammen für den Erfolg des Vereins alles zu geben. Denn der Erfolg dieser Saison steht gerade auf der Kippe – wer will am Ende des Tages für ein Scheitern mitverantwortlich sein? Ich nicht.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Der David-Schock oder Lass uns den Laden zusperren?

Ich bin durchaus ein emotionaler Mensch, als Fußballfan ohnehin. Wenn es dann – wie heute – noch eine weitere Hiobsbotschaft gibt, schlägt das nicht nur im FC Bayern-Kosmos ganz allgemein sondern auch bei mir persönlich hohe Wellen. Anfangs. Eine weitere Eigenschaft, die ich mir zu Eigen gemacht habe, ist die Beruhigung.

Sicher, nach der Verletzung von Arjen Robben ist der Riss der Alababänder natürlich ein weiteres Problem, welches unser Trainer und im Nachgang die verbliebenen Sportskameraden lösen müssen. Wer mag solche Verluste schon und ohne Robben & Alaba zu spielen ist in meinen Augen durchaus vergleichbar mit dem Verlust von Ronaldo für Real, oder Messi für Barca. Oder auch nicht, wenn man die Ausgewogenheit unseres Kaders betrachtet.

Aber was weiß ich denn schon?!

Betrachten wir es doch einmal von der anderen Seite:

Seit Saisonstart fehlen uns Thiago & Martinez. Lange Zeit ein Schweinsteiger, während der Vorrunde schon einmal ein Alaba. Immer wieder Ribery. Von Badstuber ganz zu schweigen. Wir kämpfen also die ganze Zeit mit einem kleineren, manchmal größeren Verletzungspech. Und was ist passiert? Wir befinden uns im Viertelfinale im Pokal und in der Championsleague, in der Bundesliga liegen wir mit 10 Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz und sind auf dem besten Weg zur dritten Meisterschaft in Folge.

Für mich ist das alles andere als eine düstere Bilanz. Und weil das so ist, habe ich mich im Laufe dieses bayerischen „Hysterie“-Tages selbst wieder beruhigt. Natürlich kann und darf man sich jetzt um unsere Saisonziele Sorgen machen und sich über Nationalmannschafts-Freundschaftsspiele aufregen. Dabei sollte man aber bedenken, dass sich z.B. ein Philipp Lahm, unser Mister Zuverlässig und Fußball-Käfer, seine langwierige Verletzung im Training(!) zugezogen hat.

Lasst uns alle also bitte mal zusammen ein paar Mal tief durchatmen.

Für die Aufstellung und Taktiken mit diesem neuen, um Robben & Alaba reduzierten Kader ist Pep Guardiola zuständig, die bayerischen Analysten haben sich ebenfalls schon ihre sehr guten Gedanken gemacht – was bleibt mir da noch zu tun? Ein paar Zahlen- und Ergebnisspiele. So als Vorschau und Beruhigung.

Ich lasse hier bewusst die anstehenden K.O-Spiele gegen Porto & Leverkusen außen vor, denn die sind für mich eigene Themen, nein, ich betrachte – fast schon Breitnigge-traditionell – das Restprogramm der verbliebenen Kontrahenten um die Bundesliga-Meisterschaft: Wolfsburg und Bayern München.

1. FC Bayern 26 70:13 +57 64 Punkte
2. Wolfsburg 26 57:29 +28 54 Punkte

Restprogramm FC Bayern (Meine Tipps in Klammern, Topspiele fett)

#27 Borussia Dortmund – FC Bayern (2:2)
#28 FC Bayern – Eintracht Frankfurt (3:1)
#29 TSG Hoffenheim – FC Bayern (1:2)
#30 FC Bayern – Hertha BSC (3:0)
#31 Bayer 04 Leverkusen – FC Bayern (2:2)
#32 FC Bayern – FC Augsburg (2:1)
#33 SC Freiburg – FC Bayern (0:2)
#34 FC Bayern – 1. FSV Mainz 05 (3:2)

Restprogramm Wolfsburg (Meine Tipps in Klammern, Topspiele fett)

#27 Wolfsburg – VfB Stuttgart (3:0)
#28 Hamburger SV – Wolfsburg (0:2)
#29 Wolfsburg – FC Schalke 04 (2:1)
#30 Bor. Mönchengladbach – Wolfsburg (2:1)

#31 Wolfsburg – Hannover 96 (4:1)
#32 SC Paderborn 07 – Wolfsburg (1:3)
#33 Wolfsburg – Borussia Dortmund (2:2)
#34 1. FC Köln – Wolfsburg (0:2)

1. FC Bayern 34 89:22 +67 84 Punkte
2. Wolfsburg 34 76:36 +40 73 Punkte

Wo ist das Problem?

Gute Besserung Arjen und David!

Weisheiten #304

„Aus meiner Sicht müssen sportliche, wirtschaftliche und humanitäre Aspekte klar und deutlich voneinander getrennt werden. […] Sollen wir Katar für alle Zeiten meiden? Ist das der Weg der Globalisierung? Sicherlich nicht!“

Alexander Jobst, Marketingvorstand Schalke 04

Next stop: China

Die Empörungswelle rund um das Wintertrainingslager des FC Bayern ist im Laufe der Rückrunde dann doch – wie eigentlich erwartet – abgeebbt. Aber weder kann ich für mich davon sprechen, dieses Thema verdrängt oder gar vergessen zu haben, noch würde ich behaupten, dass mich nicht jetzt schon wieder die nächsten FC Bayern-Events dieser Art beschäftigen. Trotz aller zurückgekehrten Emotionalität im Rahmen der Kickerei von Robben, Müller & Co.

China ist hier das Thema.

Erste Infos zu diesem, für mich nicht konfliktfreien Thema, tröpfelten rund um die Pressemitteilung des FC Bayern zwecks Zusammenarbeit mit dem Chinesischen Staatsfernsehen.

Total Soccer, die populärste Fußball-Sendung des chinesischen Staats-Fernsehens CCTV-Sports, und der FC Bayern München arbeiten in Zukunft eng zusammen. Der deutsche Rekordmeister wird für das zweistündige internationale Fußball-Programm jeden Montagabend exklusive Interviews und Film-Material produzieren.

Ich versteh‘ schon. Neue Märkte, Auslandsvermarktung, Merchandising, etc. – zitierfähig ist aus meiner Sicht und im Kontext dieses Beitrages vor allem diese Aussage:

Für Karl-Heinz Rummenigge, den Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München, bedeutet diese Medien-Kooperation „eine einzigartige Möglichkeit, unsere Ideale und Werte bis in die äußersten Regionen des weltgrößten Sportmarkts zu transportieren.“

(Hervorhebungen durch mich)

Welche „Ideale und Werte“ hier gemeint sind, könnte dieser Beitrag erläutern. Die klassischen Medien griffen das Thema erst ein paar Tage später auf…

Der Klub arbeitet verstärkt daran, sich international bekannter zu machen. Im vergangenen Sommer war die Mannschaft auf einer Reise in den USA, in diesem Juli wird sie nach China fliegen und voraussichtlich in Peking und Shanghai spielen. Jörg Wacker, beim FCB Vorstand für Internationalisierung und Strategie, hat vor Kurzem in einem Interview gesagt, dass es in China mehr als 170 Millionen Fußballfans gebe, darunter „fast 90 Millionen Bayern-Sympathisanten“: „Da sehen wir ein riesiges Potenzial, vor allem auch im Fanartikel-Verkauf.“

Womit wir wieder das beliebte Thema Trikots auf dem Tisch hätten. Anschließende Diskussionen zogen weitere Kreise – eben auch in Bezug auf (ältere) Aspekte rund um China, Asien, (Trikot-)Produktionsstätten, Arbeitsbedingungen und Co. (Was ich mich ja immer frage: Welche Chinesen sollen eigentlich all die FCB-Trikots kaufen? Die Arbeiter in den Fabriken doch eher nicht, oder?).

Wie mein Verein mit den Themen Katar und Saudi-Arabien umging, kann man gut, ausreichend oder schlecht finden – da war die gesamte Bandbreite dabei – relevant und Grundlage meiner Bewertung der Zukunft (hier: Sommertrainingslager in China) sind für mich die offiziellen Aussagen des FC Bayern. Über eine Stellungnahme

Der FC Bayern München als Verein verurteilt jede Form von grausamer Bestrafung, die nicht im Einklang mit den Menschenrechten steht, wie im aktuellen Fall mit dem islamkritischen Blogger Raif Badawi. Es wäre besser gewesen, das im Rahmen unseres Spieles in Saudi-Arabien deutlich anzusprechen. […] Wir sind ein Fußballverein und keine politischen Entscheidungsträger, aber natürlich tragen am Ende alle, also auch wir, dafür Verantwortung, dass Menschenrechte eingehalten werden. […] Gerade unser Klub hat sich immer gegen jegliche Diskriminierung, gegen Gewalt und gegen Rassismus bekannt. Und wir machten und machen uns stets für Toleranz stark. Fußball ist immer auch im Dienste der Völkerverständigung unterwegs, Menschenrechte sind darin ein integrierter Wert.

(Hervorhebungen durch mich)

…oder im persönlichen Gespräch, dessen Inhalte für die Öffentlichkeit freigegeben wurde.

Der Verein sieht zwischen dem Trainingslager in Katar und dem Testspiel in Saudi-Arabien einen Unterschied. […] Dreesen meinte sinngemäß, es wäre besser gewesen, im Rahmen dieses Testspiels deutlich das Thema der Menschenrechte anzusprechen und die Haltung des FC Bayern dazu klarzumachen. […] Es gibt offenbar auch keinen langfristigen Vertrag mit Katar (oder mit einem Sponsor). Und es gibt Stand heute noch keine Entscheidung, wo das nächste Trainingslager stattfinden wird. […] Nach eigenen Angaben wurde dem Verein die Brisanz des Reiseziels erst so richtig bewusst, als das Thema von den Fan-Diskussionen auf Twitter ausgelöst (so hat Dreesen das auch verstanden) und von den Medien breitgewalzt wurde. […] Ich empfahl Herrn Dreesen, wie auch immer die Entscheidung fürs nächste Trainingslager ausfällt, diese besser, offener und differenzierter zu kommunizieren.

(Hervorhebungen durch mich)

Die Aussagen des FC Bayern sind imho eindeutig und daran werde ich ihn auch messen. Nur „Jubelperser“-Fotos und massentaugliche Social-Media-Beiträge oder eben auch einmal ein kritisches Wort hier und da.

Natürlich kann mein Verein nichts dafür, dass mir im mittleren Alter „plötzlich“ mein (politisches) Gewissen immer mehr Anlass zum Nachdenken gibt, aber ich als Fan dieses Vereins – und dies seit den 70er-Jahren – darf ihn imho durchaus nach seinem Handeln bewerten. Denn auf dieser Bewertung wird mein Urteil für meine mittel- bis langfristige Entscheidung basieren – in Abwägung gegen mein (politisches) Gewissen – ob ich auch in Zukunft Teil des Zirkus Fußball sein will.

Mia san mia oder Practise what you preach

Es geht wild zu dieser Tage. In unserer Blase. Es wird viel diskutiert, argumentiert oder missverstanden.

Unmissverständlich hingegen sind die… Regel, die Vorgaben, die Ausarbeitungen – bekannt unter dem Oberbegriff „Mia san mia“, die der FC Bayern vor einigen Jahren (öffentlich) niederschrieb, in Worte fasste und an der Säbener Straße auf große Leinwände, Bilder drucken ließ.

Dies sollte einmal konkret zusammen fassen, illustrieren, was der zuvor eher vage Begriff tatsächlich bedeutet, quasi das Selbstverständnis des Verein aufzeigen.

Aus Gründen soll dieser Beitrag diese 16 Aussagen auch noch einmal zusammen fassen, da mir während der Recherche wenig bis gar nichts diesbezüglich über den digitalen Weg lief…

1. Mia san ein Verein:
Unsere Herkunft, Entstehung und Geschichte liegt in einer gemeinnützigen Idee eines Vereins, die wir bis heute leben.

2. Mia san Botschafter:
Durch unser Auftreten im In- und Ausland haben wir ein großes Maß an Verantwortung. Jeder Spieler, Trainer, Manager, Betreuer und Angestellte trägt mit seiner Persönlichkeit nicht nur zum Image des FC Bayern, sondern zu einem Bild des Clubs in der Öffentlichkeit bei.

3. Mia san Vorbilder:
Auf und neben dem Platz sind wir Vorbilder für die Jugend. An unseren Werten und wie wir diese leben orientieren sich die Sportler von morgen.

4. Mia san Tradition:
Wir haben eine lange und erfolgreiche Geschichte und die Entwicklung des Fußballs maßgeblich mitgeprägt. Darauf können wir stolz sein.

5. Mia san Innovation:
Die Verbesserung auf allen Ebenen unserer Arbeit ist unser Ansporn. Ob sportlich, administrativ, technologisch oder zwischenmenschlich, lernen wir täglich dazu und wollen Maßstäbe setzen und Vorreiter als einer der Topclubs der Welt sein.

6. Mia san Selbstvertrauen:
Wir gehen in jedes Spiel, um zu gewinnen. Neunzig Minuten spielen wir mutig nach vorne und setzen unser Spiel durch. Wir haben stets das Heft in der Hand.

7. Mia san grenzenlos:
Unsere Wurzeln und Werte resultieren aus der Entwicklung unseres Landes. Durch unsere kulturelle Vielfältigkeit und die Erfahrungen, die wir in der täglichen Arbeit mit unseren Spielern machen, verbinden wir unsere Tugenden mit globaler Denkweise und verbessern unser Spiel.

8. Mia san Fußball:
Ob alt oder jung, männlich oder weiblich, schwarz oder weiß, ob Champions League oder Kreisklasse, wir sind Fußball zum Anfassen und Mitspielen. Für uns ist die „schönste Nebensache der Welt“ einfach unsere Berufung.

9. Mia san Respekt:
Ob Spieler, Geschäftsstellenmitarbeiter, Betreuer, Vorstand, Trainer, Aushilfen oder Präsidium – ohne unseren respektvollen Umgang im Team wären wir nicht auf diesem Weltklasseniveau.

10. Mia san Freude:
Wir freuen uns am Spiel, an der Arbeit, am Gewinnen, am Wettbewerb, am Tore schießen, am Zweikampf, an der Gemeinschaft und am Teamgeist. Dies alles treibt uns täglich an. Aber wir akzeptieren auch Niederlagen.

11. Mia san Treue:
Über zwölf Millionen Fans bekennen sich allein in Deutschland zum FC Bayern, zehntausende reisen von weit her zu unseren Spielen an. Alles für 90 Minuten Leidenschaft.

12. Mia san Partner:
Zu unseren Fans, Fanclubs, Mitgliedern und Sponsoren pflegen wir ein partnerschaftliches Verhältnis. Doch wir wollen darüber hinaus zuverlässige, verlässliche Freunde sein. Wir leben und entwickeln den Sport mit all seinen Facetten zusammen weiter.

13. Mia san Heimat:
Der FC Bayern München ist überall auf der Welt zu Hause. Doch wir wissen, wo wir daheim sind.

14. Mia san Motor:
Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, wie viel Energie im FC Bayern steckt. Dies gibt uns allen Selbstvertrauen und ist Motivation für die Zukunft.

15. Mia san Verantwortung:
Unserem gemeinnützigen Auftrag werden wir gerecht durch verantwortungsvolles Handeln. Vorbildlich kümmern wir uns um den Menschen. Toleranz, Hilfsbereitschaft und Fairness sind uns Verpflichtung.

16. Mia san Familie:
Auch nach einer aktiven Karriere ist unsere Tür für alle offen. Wir stehen ein Leben lang zusammen.

Tatsächlich erwäge ich zum ersten Mal schon beim Schreiben eines Beitrags bewusst seine Wiedervorlage. Mindestens zu jedem Sommer- oder Wintertrainingslager meines – immer noch – geliebten FC Bayern.