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Weisheiten #96
“Ich habe beim FC Bayern einen unglaublich großen Schritt nach vorne gemacht und mich als Mensch und Fußballer enorm weiterentwickelt”
Lukas Podolski, Exil-Kölner.
Wer will schon zu den Blatter-Festspielen?
Heute startete der erste Durchgang des Ticketvorverkaufs für die WM 2010. In Südafrika.
Ich erinnere mich noch an das Chaos, die Intensität und die Ereignisse rund um die letzte WM. In Deutschland. Und die Ticketvergabe. Darüber wurden sogar Bücher geschrieben. Zumindestens in Teilen. Ich sach’ nur Goosen.
Und jetzt? Kennt irgendjemand, irgendjemanden, der sich das Thema in Südafrika antun will?
Wer bitte fährt denn freiwillig zu einer WM, wo die Nationalspieler wahrscheinlich Tag und Nacht bewacht werden müssen und man als Tourist besser ganz genau aufpasst, ob man nicht gerade falsch abbiegt?
Nein.
Ich bin immer noch der Meinung, dass Afrika – auch Südafrika – ganz andere Probleme hat und bestimmt (noch) keine Fußball-WM ausrichten muss. Als ob danach all die Probleme rund um Armut, Kriminalität, Korruption und den ganzen Rest gelöst wären…
Verschwörungstheorien sind hier zwar fehl am Platze, aber es ist doch mehr oder weniger ein offenes Geheimnis, dass Südafrika 2010 unbedingt die WM bekommen musste, nachdem der Deal (rund um Blatters Wiederwahl) 2006 schiefgegangen war. Schließlich wurde extra deshalb ja diese imho bekloppte Kontinent-Rotation eingeführt, damit es nur ja Südafrika werden kann.
Völlig abwegig? Von mir aus. Trotzdem muss ich die Blatter-Festspiele dort nicht mögen.
Kehrt der Prinz heim nach Köln?
Hoeneß sagt, dass morgen wohl Vollzug gemeldet werden wird.
Offenbar haben die Kölner die letzten 2,50 Euro aufgetrieben und die Bayern nun bekommen, was sie wollten. Die Kölner natürlich auch: Ein aufgewärmtes Sommermärchen.
Das Beste an der Meldung ist allerdings das hier:
Trotzdem müssen die Rheinländer noch aufpassen, denn der Vierjahresvertrag bis 2013 kommt nur zustande, wenn die “Geißböcke” in der Bundesliga bleiben und nicht in die Zweite Liga absteigen.
Auf was soll ich da jetzt hoffen? Auf einen Abstieg der Kölner, damit ich meine Fahrstuhl-Einschätzung der Domkicker nicht revidieren muss oder auf einen Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse, damit wir endlich diesen Anti-Fußballer Störfaktor loswerden?
Schwierig.
Zumindestens sind die Diskussionen jetzt wohl beendet. Das reicht mir für’s Erste.
Don’t stop, thinking about tomorrow
Ich weiß, dass das zwiespältig rüberkommt. Bin ich doch politisch eher links, liebe ich aber einen Fußballverein, der eher rechts, nah bei der CSU steht. Vielleicht war mir daher einer wie Breitner immer so sympathisch (selbst wenn viele der Vorurteile über ihn nur Image waren/sind).
Konservativ war immer auch der FC Bayern. Man hielt an bewährten Dingen fest. Sportlich, finanziell und bei fast allem anderen nicht weniger.
Seit einigen Monaten ist das anders. Einer wie Uli Hoeneß sprang über seinen Schatten, überzeugte die anderen und nahm sie mit ins Boot.
Die Folge waren Investitionen in die Mannschaft wie noch nie. Weltstars wurden an die Säbener Straße geholt. Wir Bayern-Fans waren im letzten Sommer wie im Rausch. Dann erste Schwächen im neuen Dreamteam. Schwächen, die nichts mit der Klasse der Mischung aus alten und neuen Spielern zu tun hatten. Nein. Es ging um ganz elementare Dinge wie Wille, Kampf, Leidenschaft, oder einfach Motivation und Emotion. Eher weiche Themen. Denn grundsätzlich kann der FC Bayern durch einen Regenschirm trainiert werden (Zitat Max Merkel). Dem reaktivierten Hitzfeld traute man diesen entscheidenden letzten Schritt der Entwicklung nicht mehr zu.
Das ist das eine. Etwas anderes war die Alternative.
Erneut berauschend war für alle Bayern-Fans die Art und Weise, wie der Klinsmann-Deal geheim gehalten werden konnte. Warum? Na weil offenbar endlich die undichten Stellen in Verein und Vorstand geschlossen wurden.
Ein Schelm, wer da den Kaiser in Verdacht hatte.
Bin ich allerdings gerne. Ein Schelm.
Dessen B**D-Kolumne geht mir/uns schon seit Jahren auf die Nerven. Und irgendwie hat er insgesamt wohl ferner ein wenig den Anschluss verloren. An die Zukunft. Des Vereins. Diese Entwicklung geschah nicht plötzlich, deutete sich vielmehr über Jahre an. Über die Jahre, die es dauerte die 2006er WM nach Deutschland zu holen.
Wir halten fest: Beckenbauers Einfluss beim FC Bayern nahm ab. Und das ist gut so (s.oben). Wie sehr er selbst daran zu knabbern hat(te), sah man ihm auf der Klinsmann-Präsentation-PK förmlich an. Nur schwer konnte er da an sich halten.
Gar nicht an sich halten, konnten im Nachgang derLoddar, derSepp und derFranz selbst.
Zum Schmunzeln.
Wieso?
Na weil das alles so ganz und gar nicht überraschend kam. Schließlich waren Beckenbauer, Matthäus und die B**D zuvor kläglich mit dem Versuch gescheitert, den fränkischen Raumausstatter ins Traineramt beim FC Bayern zu drücken!
Und der Maier Sepp?
Dem merkt man die Verbitterung, seinerzeit von Klinsmann rund um die Kahn-Ausbootung vor der WM, selbst aus dem Betreuerstab der Nationalmannschaft geworfen worden zu sein, immer noch deutlich an.
All das ist/war dermaßen offensichtlich, dass es weh tat.
Mir dagegen tut es ganz und gar nicht (mehr) weh, mich von diesen Granden zu verabschieden. Ihr steht der Zukunft im Weg, Lothar, Sepp, und Franz!
Die Welt dreht sich weiter und nichts ist größer als der Verein. Als der FC Bayern.
Euer Gerede interessiert eigentlich nur noch das Boulevard. Mich/uns nicht mehr.
Und selbst wenn Klinsmann beim FC Bayern scheitern sollte (was Ihr Euch bestimmt wünscht, obwohl Ihr doch den Verein im Herzen haben wollt), war dies ein Anfang. Ein mutiger Anfang (auch unabhängig von der Person Klinsmann, wäre doch einer wie Klopp die andere Wahl gewesen).
Ich war dabei und das macht mich stolz!
Mission erfüllt. Vorwärts in die Vergangenheit.
Viel gibt’s zu dieser Meldung nicht zu sagen.
Blatter wurde mit Hilfe von Versprechungen gegenüber den kleinen Fußballnationen, ganz besonders aus Afrika, zum FIFA-Präsidenten gewählt. Für 2006 ging sein Teil der Abmachung noch schief, vier Jahre später hat’s dank Rotation dann geklappt. Und somit braucht man eben diese nicht mehr.
Alles ganz einfach, oder?!
Lehmann wird zum Kahn
Das wird lustig. Jens Lehmann, seines Zeichens vor der WM 2006 per Beschluss zu Deutschlands Torhüter Nummer 1 geworden, erlebt im eigenen Verein jetzt wohl das gleiche wie Kahn seinerzeit.
Bei Arsenal London ist der deutsche Nationaltorhüter Jens Lehmann nicht mehr unantastbar. So will Trainer Arsène Wenger dem 37-Jährigen nicht mehr ausdrücklich einen Stammplatz versprechen. Ein Wettkampf mit dem bisherigen Ersatzmann Manuel Almunia steht bevor. [...] “Es wird also zu einem Kampf um den Stammplatz kommen, denn Almunia hat sich erheblich verbessert.”
Möge der Bessere gewinnen.