Aug 28

Nach dem gestrigen Sieg der Pfälzer Aufsteiger gegen den amtierenden Doublegewinner konnte man aus deren Umfeld Stimme hören, die von einem verdienten Sieg sprachen.

Dies sei entschuldigt, wenn wir mal all die Emotionen aus dem Spiel und das bekannte Thema aussen vor lassen.

Für die Niederlage des FC Bayern gab es trotzdem gute – und belegbare – Gründe.

1. Der Spielplan

Trainer van Gaal hat schon recht, wenn er sagt, dass Spiele gegen euphorisierte Aufsteiger an den ersten 5 Spieltagen besonders schwierig sind. Kaiserslautern machte da keine Ausnahme. Und der Spielplan spielte ihnen in die Hände. Letzte Woche der Auswärtssieg beim Lieblingsgegner. Einer Mannschaft, die nur deshalb nicht schon im letzten Jahr abgestiegen ist, weil es leider genug andere Teams gab, die noch schlechter agierten (in diesem Zusammenhang kommt mir übrigens gerade noch die damalige Niederlage der Kölner in Lautern wieder hoch, die den Abstieg der Pfälzer in die dritte Liga verhinderte…). Und dann eben gegen die Bayern. Ein Heimspiel dem die ganze Region nun schon seit vier Jahren entgegenfiebert.

2. Die Vorbereitung

Es geht fließend weiter. Denn – und das ist doch wohl allen klar – wenn der FC Bayern ein vollständige Vorbereitung genossen hätte (wie eben ein FCK), dann hätten wir wohl kein 0:2 erlebt.

3. Die WM

Altes Thema. Gehört zu den Punkten 1+2. Somit sind wohl alle Bayern-Gegner in den nächsten Wochen noch leicht im Vorteil. Je weiter die Zeit voranschreitet, desto geringer wird er. Pech für die Spät-Hinrunden-Gegner.

4. Die Chancenverwertung und Konzentration vor dem Tor

Die Bayern hatten Chancen. Und zwar jede Menge. Die beste war die erste 100%tige. Hätte Müller diese genutzt (warum nicht, siehe 1-3), wäre es ein anderes Spiel geworden. Ebenso die massive Drangperiode zu Beginn der zweiten Halbzeit. Gleiche Phrase: Eine Verwertung und wir hätten ebenfalls ein anderes Spiel gesehen.

Ist alles nicht passiert. Immer fehlte etwas. Sei es die Übersicht (herrlich hier van Gaal: “Wir sind der FC Bayern. Müller muss seine Nebenleute sehen!”), die Konzentration oder die Flanken (Pranjic! Lahm!!).

Im Gegensatz dazu die Lauterer? Drei Chancen, zwei Tore in 66 Sekunden. Ohne Worte.

5. Die Geschwindigkeit

Jetzt mal ehrlich: Wann hatte der FCK die meisten Probleme? Als die Bayern s c h n e l l spielten. In diesen Phasen hatten die Bayern ihre größten Gelegenheiten. Wieso merkt man sowas als Spieler nicht und gibt dem Gegner somit den spielerischen Knockout? Kommen hier wieder die Punkte 1-3 ins Spiel?

Der FCK hat weiterhin eine gute Zweitligamannschaft, aber wenn man sein eigenes Potential so wenig durchsetzt, dann hat eben auch dieser Zweitligist die besten Chancen auf drei Punkte.

6. Arjen Robben

Meine Güte. Selten war es überdeutlicher, wie sehr uns ein Robben fehlt. Oder jemand, der dem zugedeckten Ribéry Entlastung verschafft. Robben ist Geschwindigkeit, Robben ist Verwirrung, Robben ist Gefahr für jeden Gegner.

Nichts, oder kaum etwas davon, sah man im gestrigen Spiel.

Das Wolfsburg-Spiel war da wohl für viele ein wenig Augenwischerei. Gut, dass es dort trotzdem zu drei Punkten gereicht hat.

7. Leidenschaft

Bei all der fehlenden Klasse der Lauterer und bei all unserer Überlegenheit in fast allen messbaren Werten: Leidenschaft kann man auch erwarten, wenn man 60 oder 80 Spiele der Vorsaison in den Beinen hat, oder?

Bis zur starken Bayern-Phase rund um die Müller-Chance war das doch Schlafwagen-Fußball der Bayern. Hätten wir direkt vom Anpfiff weg die Power wie nach dem Seitenwechsel gehabt, das Spiel wäre schnell entschieden gewesen. So aber hatte Lautern nach dem 2:0 die Chance, mit der eigenen Leidenschaft in der Defensive, die Räume noch enger zu staffeln und das Ergebnis über die Zeit zu retten.

Kein Vorwurf an dieser Stelle an unseren limitierten Gegner. Die Lauterer fuhren eine klare Pokalspiel-Strategie. Und die Bayern waren nicht dazu in der Lage dieses Problem zu lösen.

8. Holger Badstuber

Ich habe ja lange “gehalten die Schulter” über ihn. Und seine Spielweise in der Vorsaison auf die falsche Position geschoben. Aber im gestrigen Spiel kamen mir all diese Szenen (vor allem aus der CL-Vorsaison) wieder in den Sinn. Holger Badstuber ist für mich der Inbegriff des hölzernen Spielers. Da ist so gut wie keine Geschmeidigkeit. Ok, muss ja auch nicht. Aber gestern war da – zum Beispiel – dann wenigstens noch nicht einmal der Charakter eines Fels in der Brandung zu spüren. Da war nur Unsicherheit. Und das haben seine Gegenspiel auch recht schnell gemerkt. Sein Fehler vor dem 0:2? Kann passieren. Er ist jung. Seine Unsicherheiten in der zweiten Halbzeit, als er mehrmals a la Serbien-Spiel von Gegenspielern auf dem Flügel dübiert wurde? Übel. Und zur Krönung dann die Szene, als er seinen Gegenspieler abgedrängt glaubte, abdreht, dieser aber durchzieht und im Hechtsprung ihm den Ball noch an den Oberschenkel schnibbelt und somit eine Ecke herausholt. Da war bei mir der Geduldsfaden gerissen.

Ich sehe da keine Entwicklung. Und irgendwie entdecke ich bei ihm wesentlich mehr WM-Loch als bei einem Thomas Müller, dabei hat Badstuber doch nur einen Bruchteil von dessen Spiele absolviert. Und dazu dann noch sein Phlegmatismus. Schlimm.

9. Das Defensivverhalten

Es war allerdings nicht nur Badstuber, der uns zu denken geben sollte, wenn wir schon gegen einen Aufsteiger, der – und diese Zeit wird kommen – über die gesamte Saison wohl gegen den Abstieg spielen wird, in der Defensive Probleme haben (wie lange schauen wir uns Contento an?).

Sicher, ein Ribéry hat auch nicht gerade jeden Gegenspieler über das gesamte Spielfeld gejagt, aber von einem van Bommel darf ich das schon eher erwarten und der gute Mark ist viel, viel tiefer in der Krise als zum Beispiel Schweinsteiger. Und somit sind wir dann nun einmal wesentlich anfälliger im Rückwärtsgang.

Womit sich der Kreis schließt.

In den nächsten Wochen wird es besser werden, muss es einfach besser werden, denn mit diesen Voraussetzungen war aktuell (noch) nicht mehr zu erwarten. Das wussten wir – dachten allerdings, dass es nach Supercup, Pokal und Wolfsburg-Spiel schon viel besser aussähe. Sieht es nicht. Zumindest Stand gestern.

10. Das Stadion, die Fans, die Stimmung, die Hölle und das Fritz-Walter-Wetter

Alles Schmarrn.

Wie es van Bommel nach dem Spiel völlig korrekt sagte: Wir haben in der letzten Saison Championsleague gespielt, zum Beispiel in Old Trafford. Da ist mehr Musik drin.

Und tatsächlich habe ich da in den letzten 30 Jahren schon wesentlich schlimmere Erlebnisse gehabt. Standard würde ich sagen. Der Rest ist vom Lauterer Umfeld (Pfeifen im Walde) und den Medien (Sensation!) geschürt.

Aber wie sagte es doch der (während des Spiels wie ein Geisterkranker umherirrende und nach Spiel zumeist ganz normale) Lauterer Trainer nach Spielschluss im Interview:

“Das werden jetzt alle Mannschaften hier erleben.”

Nö, denke ich nicht.

Denn wenn den Pfälzern all die grauen Mäuse und nicht minder destruktiven Bollwerke der Liga über den Weg laufen, ist es schnell vorbei mit der Herrlichkeit – denn ein Spiel aktiv gestalten ist etwas ganz anderes, als sich mit zwei 5er-Ketten am eigenen Strafraum zu versammeln und auf schnelle Konter und zwei defensive Mega-Aussetzer in der Abwehr des Gegners zu setzen (womit wir wieder bei den gestrigen Schwächen der Bayern wären).

Einfach mal abwarten was die nächsten Wochen für beide Teams so bringen.

Das einzig Positive an der nun anstehenden Länderspielpause ist, dass sich ein Arjen Robben erholt und (ein gesperrter) Ribéry ungestört seinen Rückstand aufarbeiten kann, während keine Pflichtspiele diese Bayern-Schwäche zementieren.

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
3,591 views

Aug 22

“Auch dann finde ich eine Lösung.”

Bayern-Trainer van Gaal über den möglichen Abschied von Martin Demichelis.

Tags: , , , , , , , , , , ,
1,707 views

Aug 15

Ich habe mich ja die ganze Zeit schon darüber aufgeregt, bis mir gestern Abend jemand einen Tipp gab.

Wieso spielen die Bayern am Montagabend gegen Germania Windeck?

Na weil sie selbst nicht früher wollten. Aufgrund des Franz-Beckenbauer-Cups.

Ist ja auch klar, dass man, spielt man am Freitag zu später Stunde noch so eine Art Freundschaftsspiel, dann kann man nicht am Samstag oder Sonntag zum Pokal in Köln antreten. Logisch.

Wenn auch unnötig.

Denn diesen überdimensionierten Pokal (Casillas hatte sichtbar Problem diesen zu stemmen) wird der FC Bayern in absehbarer Zeit ohnehin nicht gewinnen.

Er liegt falsch und die Gegner sind zumeist zu stark.

Das war gegen Barca so (Mehmet Scholl Abschiedsspiel), gegen Inter ebenfalls und gegen Real Casillas erst Recht.

Nicht das wir nicht unsere Chancen gehabt hätten und ich mich von Herzen freute einen derart spielfreudigen Ribéry auf dem Platz wirbeln zu sehen oder gar den nächsten aus der Gerland’schen Rasselbande.

Nein, soweit alles super und wir hatten Madrid ja auch weitestgehend im Griff, aber

- ein Badstuber darf bitte keine Elfmeter schießen

- ein Pranjic ist höchstens ein Backup, den will ich nicht in der Startelf sehen

- ein Sosa sollte wohl nur für seinen Verkauf Werbung laufen

- und Brafheid hat es in München mehr als schwer, was sich ja auch direkt im Spiel zeigte. Bezeichnend, dass er den letzten Elfer eben auch noch verschoss.

Gleichwohl machte es mir gar nicht so viel aus wie in den letzten Jahren. Gegen Real Madrid zu verlieren. Liegt scheinbar an Mourinho. Und dieser Satz ist in doppelter Hinsicht revolutionär für mich.

Stand ich beiden Themen in den letzten Jahren, teilweise Jahrzehnten doch mehr als ablehnend gegenüber.

Aber Mourinho ist einfach ‘ne coole Sau. Allein wie er die provinzielle Wettverbots-Posse mit dem Abstreifen seiner Trainingsjacke ad absurdum führte. Herrlich. Auf der anderen Seite ist das natürlich schrecklich und aus tiefstem Herzen abzulehnen, denn wer weiß wieviele Jugendliche jetzt plötzlich spielsüchtig geworden sind. Millionen. Allein weil sie diesen Schriftzug gesehen haben. Oh mein Gott.

Ich schweife ab.

Im Ernst sehe ich Real Madrid mit der Verpflichtung gerade dieses Trainers wieder ganz oben auf der Favoritenposition für mögliche Titel. So sehr mich das für Barcelona – meinen spanischen Verein – stört, aber was hat bei Real bei all der Einkaufswut in den letzten Jahren gefehlt?

Richtig, ein Defensiv-Konzept.

Denn offensiv bleiben da kaum Wünsche offen.

Dieses Thema betrifft die ferne Zukunft.

Die nahe Zukunft ist das morgige Pokalspiel in Köln gegen die Germania aus Windeck.

Normalerweise gibt es über dieses Spiel nix zu berichten. Klassisches Erstrundenspiel. Bayern – wie immer – haushoher Favorit.

Das ist aber Theorie und vor dem Spiel stehen die Chancen eben 50:50.

Zumal die Bayern immer noch nicht mit ihrer Wunsch-Startelf antreten können. Abgesehen jetzt von Trainingsrückständen.

Robben ist sowieso verletzt. Aber jetzt fallen auch noch Olic und van Buyten aus.

Und wo hat sich unser Kampfschwein verletzt? Na klar, bei der Nationalmannschaft! Herrje.

Trotzdem.

Ich denke, dass die Zeiten der großen Erstrunden-Niederlagen der Bundesligisten irgendwie vorbei sind. Das ist schade für’s Boulevard und ARD/ZDF, weil so die Weinheim- und Vestenbergsgreuth-Einspieler immer mehr zu Archiv-Aufnahmen verkommen und man sich langsam neue Worthülsen zulegen muss, aber die Verlockung, auf kurzem Weg, die klammen Etats aufzubessern (wohlgemerkt der grauen Bundesliga-Mäuse), lässt die Herren Profis laufen.

Oder wieviele Pokalblamagen gab es bislang an diesem Wochenende?

Und auch mit nur 14 Tagen Vorbereitung für unsere WM-Spieler sollte es dann wohl doch was werden mit dem Einzug in die zweite Pokalrunde.

Meiner Meinung nach. Aber ich schau’ es mir ja live an und kann notfalls persönlich eingreifen.

Auf geht’s Jungs, die neue Saison startet endlich!

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
1,495 views

Jul 25

Eins muss man Louis van Gaal lassen. Er zieht sein Ding durch. Auch wenn es komisch wirkt. Für Fans. Aber ohne van Gaal wären Thomas Müller und Holger Badstuber nicht möglich gewesen.

Das Ergebnis ist bekannt.

In dieser Sommerpause wurde – wie immer – die FC Bayern-Sau durch das Blätterwald-Dorf getrieben.

Wer wurde uns in den letzten Wochen nicht alles in den Kader geschrieben.

Als Baustelle im Kader benannte der Verein offiziell allerdings nur die Aussenverteidiger-Position(en).

Nationalmannschafts-Kapitän Lahm ist gesetzt. Klar. Egal auf welcher Seite. Fehlt nur ein entsprechend starkes Pendant auf der jeweils anderen Seite.

Herr van der Wiel war mal ein Option. Eine andere Herr Coentrao.

King Louis hatte bei beiden Bauchschmerzen geäußert. Jetzt steht fest: Der FC Bayern ebenfalls. Bauchschmerzen jetzt. Beide sind uns offiziell zu teuer und haben auch nicht die geforderte Klasse.

Dem kann ich nicht unbedingt widersprechen.

Die Konsequenz des FC Bayern sieht allerdings jetzt so aus, dass man sich auf unseren Nachwuchskicker Herrn Contento eingeschworen hat.

Internationale (Lahm-)Klasse?

Nö.

Und früher hätte mich diese Perspektive nervös gemacht. So nervös, wie ich vor der letzten Saison war.

Bevor ich Herrn van Gaal kennen und schätzen lernte. Der Mann weiß, was er macht.

Und hat uns einen neuen Müller und einen Badstuber geschenkt.

Sind das keine Argumente?

Werden wir nicht vielmehr in 12 Monaten schmunzeln, dass wir jemals an der Klasse eines Contento gezweifelt haben?

Interessante Zeiten beim FC Bayern.

Tags: , , , , , , , , , , , , ,
2,565 views

Mai 23

Es ist Demut angesagt.

Inter Mailand hat verdient das Finale der Championsleague gewonnen. Sie konnten im größten Spiel der europäischen Fußballsaison die Bestleistung abrufen. Der FC Bayern nicht. Aber der Reihe nach.

Sicher.

Wir könnten darüber diskutieren, dass

- Howard Webb kein Heimschiedsrichter (Bayern war per Los zur “Heimmannschaft” bestimmt worden) war,

- er somit das Ribéry’eske Foul Sneijders an Robben (wie lange stand dieser auf Robbens Knöchel?) nicht ähnlich ahndete,

- dieser Sneijder später den Traumpass auf Milito vor dessen 0:1 spielen konnte.

Machen wir aber nicht.

Wir diskutieren eher darüber, dass

- ein Thomas Müller (noch) kein abgezockter Goalgetter ist und somit eben nicht kurz nach dem Pausentee das 1:1 erzielte,

- dummerweise unsere beiden – in dieser Saison – Weltklasse-6er sich gerade in Madrid ihre Auszeit nahmen,

und

- unsere Innenverteidigung deshalb knallhart ihre Unzulänglichkeiten (1:1-Situationen, Schnellig-, Wendigkeit) vor Augen geführt bekamen.

Nein.

Für Inter waren wir gestern wie Werder vor Wochenfrist: Nutzt man seine eigenen Chancen nicht, bekommt man vom Gegner eine kostenlose Lehrstunde.

In einem Finale, noch dazu der Championsleague, muss man seine Bestform abrufen. Taten einige Spieler nicht. Die komplette Zentrale – ansonsten in dieser Saison oft unsere Paradedisziplin – war offen wie ein Scheunentor. Schweinsteiger, van Bommel, Demichelis und van Buyten.

Da half es auch nichts, dass die Comeback-Bayern es immer und immer wieder versuchten. Ein Robben immer und immer wieder Anlauf nahm. Die Bayern kontrollierten den Ball, Inter das Spiel.

Ich mache auch das Fass Ribéry nicht mehr auf. Aber man merkte dass er uns fehlte. Nicht für sich, aber vor allem für Robben. Drei Gegenspieler sind ja schon in der Bundesliga eine Menge Holz, aber in der Championsleague?

Womit wir bei der Taktik sind. Und Mourinho.

Ganz ehrlich: Was habe ich diesen Typen gehasst. Zu seiner Chelsea-Zeit. Bäh. Und wie sehr hat sich dies in den letzten Wochen geändert. Vor allem auch nach dem gestrigen Spiel.

Hinter dem öffentlichen Bild steckt ein ganz anderer Mensch. Und vor allem – was für ein Trainer!

Er sagt vor dem Spiel: “Wir haben beim FC Bayern eine Schwäche in der Innenverteidigung ausgemacht.”

Und was passiert? Genau diese Schwäche wird knallhart ausgenutzt.

Sie wussten um die Stärken eines Robben.

Und was passiert? Genau diese Stärke wird ihm genommen. Volle Kontration, ihm seine berühmten Märsche quer zum Strafraum zu nehmen. Aussen, Grundlinie, ok, aber diese Bälle nach innen trafen ja ohnehin, über die gesamte Spielzeit, nur Inter-Spieler.

Das war Weltklasse.

Die Organisation, das System, zwar nicht schön anzusehen, aber dermaßen effizient und eingespielt, dass es eben weh tut.

Sind wir weiterhin ehrlich: Daran hat sich eben halb (oder seit gestern ganz) Europa die Zähne ausgebissen.

Die Bayern hatten in dieser Saison eine Chance in der Gesamtabrechnung. Haben immer das Richtige gemacht. In der Summe. Vier Niederlagen haben sie kassiert. Und sind trotzdem, oder gerade deshalb, ins Finale eingezogen.

Im Finale selbst gibt es aber keine Summen. Kein Hin- und Rückspiel. Kein Auswärtstor. Da gibt es nur das Finale. Und dafür sind einige Spieler des FC Bayern noch zu grün hinter den Ohren.

Vielleicht waren aber auch die letzten Wochen Gift für die Mannschaft. Das ging alles zu leicht. Einige waren schon sehr lässig und dachten wohl, dass das jetzt so weitergehen würde.

Falsch gedacht.

Von all diesen Dingen abgesehen lasse ich mir aber meine, unsere Spitzen-Saison nicht kaputtmachen.

Das war klasse.

Alter, wir haben das Double geholt und standen im Championsleague-Finale – wie geil ist das denn?

Und wer hätte dies noch Mitte der Hinrunde erwartet? Als die Bayern anfingen, dass Feld (und das war ein weites Feld) von hinten aufzurollen. Noch dazu ein ums andere Mal dem CL-Ausscheiden von der Schippe sprangen.

Am Ende überwiegt die Freude des Erreichten. Und die Perspektive. Ob Inter eine Ära starten wird? Ich glaube nicht. Inter nutzte “bloß” die Chance der Schwäche der Etablierten perfekt aus. Mit einem System. Dem Mourinho-System. Der ist nun weg. Bei Real. Aber immerhin nutzten sie die Chance (von daher erinnert mich die Saison an den Titel des FC Porto…).

Die Bayern dagegen habe etliche Frischlinge im Team. Und die bringt – man kann sich alles schönreden, aber das sehe ich so, ich sag nur 1999 – eine Niederlage im CL-Finale in ihrer Entwicklung weiter, als wenn wir nun das Triple geholt hätten.

Soviel Potential. Dazu noch – möglicherweise – ein Ribéry. Da wächst – entsprechende (defensive) Ergänzungen – was Großes zusammen.

Und erhöht somit schon jetzt die Vorfreude auf die Zukunft.

Danke Jungs. Für diese Saison!

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
261 views

Apr 24

Respekt, Felix.

Von Dir können wir alle noch was lernen. Du kannst in die Zukunft schauen. Hast Du doch tatsächlich vorhergesehen, dass eine Mannschaft, die “noch auf allen drei Hochzeiten tanzt” ab und an Probleme im Liga-Alltag bekommt. Vor allem im Gegensatz zu Fahrstuhlmannschaften, die, wenn die Großen spielen, nur zuschauen dürfen.

Aber – meinen Glückwunsch – das wird sich ja in der nächsten Saison ändern: Schalke ist seit heute für die Championsleague, der Liga der Erwachsenen, qualifiziert.

Ich find’ das gut. Freue ich mich doch schon darauf, wie Deine zusammengesparte Rasselbande mit dieser Mehrfachbelastung klarkommt.

Meiner Meinung nach müssen wir uns um Euch in der nächsten Saison keine Sorgen mehr machen…

Aber genug davon für den Moment.

Die Bayern haben in Mönchengladbach zwei Punkte verloren. Das ist doof. Aber ich hatte damit gerechnet. Insgesamt durften wir uns auf dem Weg zum Titel ein Remis leisten. Und das Auswärtsspiel bei den Ex-Fohlen sah ich als das schwerste Spiel unseres Restprogramms.

Aus mehreren Gründen.

Es gibt halt ein paar Vereine, die haben pro Saison nur zwei Ziele: Nicht absteigen und den Bayern Punkte, oder – im Idealfall – Titel abnehmen. Neben Gladbach zählen z.B. die Lauterer dazu. Das Vergnügen haben wir ja in der nächsten Saison wohl auch wieder. Ich freu’ mich.

Betrachten wir das Spiel mal bei Lichte, hat der Verlust unseres Vorsprungs in der Tabelle tatsächlich mehrere Gründe. Die Championsleague spielt da imho nur eine Nebenrolle.

Erstens kann ich mir kaum vorstellen, dass es irgendeinen Spieler im Bayern-Kader gibt, der ernsthaft glaubt, dass man am 31.Spieltag, mit zwei Punkten Vorsprung, auch nur einen Millimeter nachlassen kann.

Zweitens kam das Gegentor nur deshalb zustande, weil van Gaal einen seiner wenigen Fehler begang. Er ließ den offensichtlich verletzten van Buyten im Spiel. Und dieser ließ vor dem 0:1 Reus ziehen. Vielmehr musste er ihn ziehen lassen, denn er konnte kaum noch laufen.

Schlimm.

Das sich in Halbzeit 1 ebenfalls van Buytens Pendant Demichelis verletzt zu haben schien, erklärt zumindest dessen Ausfälle im Spiel und somit die sonstigen Chancen der Gladbacher.

Ich will damit nicht behaupten, dass der Punkt für die Gladbacher unverdient gewesen wäre, oder das Tor nur Zufall sein konnte, nein, es geht mir darum, dass Tore durch Fehler passieren und davon gab es auf Seiten der Bayern heute wieder ‘ne Menge.

Kloses Tor dagegen war schon eher der Klasse der Bayern geschuldet. Selbst wenn Lahm (wg. der Flanke) oder Klose (wg. des Tores selbst) beteiligt sind.

Davon ab und nur um es noch einmal klarzustellen: Die nun wieder erreichte Punktgleichheit an der Tabellenspitze liegt nicht im heutigen Spiel der Bayern begründet, sondern eher in solchen in Frankfurt oder Köln oder ähnlichen läppischen Begegnungen seitens der Bayern.

Nun, Schalke schießt den Siegtreffer gegen das schwächste Team der Liga in der 87. Minute und kann sich ansonsten bei Herrn Neuer bedanken – duselig, aber zu ändern ist das nicht und verlassen kann sich der FC Bayern sowieso nicht auf die Gegner der Schalker.

Das muss allen bewusst sein.

Ich für meinen Teil gehe sogar fest davon aus, dass die Bremer am nächsten Spieltag die Qualifikation für die Championsleague aufs Spiel setzen würden, wenn es eine Meisterschaft der Bayern verhindert. Es wäre nicht das erste Mal.

Trotzdem hat sich kaum etwas geändert.

Die Bayern können am nächsten Spieltag Deutscher Meister werden. Gewinnen sie gegen Bochum und verlieren die Schalker ihr Heimspiel gegen Bremen, müsste Schalke am letzten Spieltag mind. 15 Tore aufholen. Insofern die Bayern in Berlin verlieren und die Königsblauen in Mainz gewinnen.

Rechenspiele.

Die machen genauso viel Sinn, wie Spekulationen über Konzentrationsschwächen rund um Championsleague-Spiele…

Einfach zwei Siege und alles ist geritzt.

Und sonst?

Hoffentlich ist Catcher van Buyten, nach der Attacke von Bodybuilder Bobadilla nicht ernsthaft verletzt. Ebenso wie Demichelis. Denn der Wirbel, den Lyon sicher über unsere Defensive jagen wird, sollte kein Tandem Badstuber / Timoschtschuk ertragen müssen.

Zum Glück ist unser Kapitän endlich wieder an Bord. Leider muss ich Herrn Reif zustimmen: Herr Pranjic ist auf Dauer keine Alternative. Die Freistoß-Szene mit Ribéry kurz vor dem Schlusspfiff war dafür symbolhaft.

Schlimmer.

Was übrigens ebenfalls für uns spricht in der Meisterschaft: Ribéry kann sich schonen und nur noch auf diesen Titel konzentrieren. Schade für Bochum, gut für uns. Irgendwann wird sich hoffentlich all dieser Frust seinen Weg bahnen. Und dann schnappt sich unsere Flügelzange den Titel. Wenn Ribéry zurückkommt. Mental, körperlich.

Wie auch immer.

Ich habe mich nach Spielen in dieser Spielzeit schon heftiger aufgeregt. Belassen wir es dabei. Es ist weiterhin alles offen und das meiste spricht für uns.

Also dann: Auf gehts, Ihr Roten!

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,
138 views

Apr 08

Alter Schwede, dass muss mir unser Trainer mal erzählen, was da in seinem Pausentee drin ist.

War der FC Bayern vor der Pause in Manchester noch mausetot, wollte ich persönlich Butt, Badstuber, Ribéry und einige andere Spieler zum Teufel schicken, drehte sich urplötzlich nach dem Seitenwechsel die Situation.

Sowas nennt man wohl mentale Stärke, wenn man mit 0:3 hinten liegt, quasi aus der Championsleague ausgeschieden ist, nur noch hofft, nicht ein ähnliches Debakel wie im Vorjahr zu erleben, der Gegner aber weiter Katz und Maus mit einem spielt und man trotzdem ruhig bleibt (jetzt mal abgesehen von unserer Abwehr).

So ruhig, dass man aus der Kabine kommt, den Gegner seinerseits in die Defensive und in die Unterzahl drängt, das ebenso notwendige wie fehlende Tor erzielt, um dann das Wunschresultat über die Zeit zu retten.

Sowas ist europäische Spitzenklasse. Und somit stehen wir insgesamt verdient im Halbfinale der Championsleague.

Darüberhinaus haben wir die individuelle Klasse, auch einen Gegner wie ManUtd mit Einzelaktionen zu besiegen.

Womit wir fast schon am Ende der positiven Meldungen diesbzgl. wären.

Klar ist so ein “Sieg” eine geile Sache, aber wie uns United in der ersten Halbzeit phasenweise vorgeführt hat, war schon übel.

Wären wir ausgeschieden, hätte ich mich beim Gegner bedankt.

Dafür, dass uns überdeutlich aufgezeigt wurde, wie sehr wir eine Transferpolitik betrieben haben, die meiner Meinung nach nicht nur einen Fehler enthielt. Wir haben den besten linken Flügel Europas mit Lahm, Zé Roberto und Ribéry kaputt gemacht und statt einfach nur die noch fehlende Lücke auf Rechts zu schließen, wird wie wild herumexperimentiert.

Zu polemisch?

Wie kann man so eine Frage stellen, wenn man diese erste Halbzeit gesehen hat?

Und warum sollte ich durch den Einzug ins Halbfinale darüber hinwegsehen und den Mantel des Schweigens bemühen?

Nein. Daran gilt es zu arbeiten. Für die neue Saison. So geht es zumindestens nicht weiter.

Genauso wenig wie mit der Lustlosigkeit unserer französischen Diva.

Eine reine Frechheit war das, was uns Ribéry in Halbzeit 1 anbot. Mit dieser Leistung, mit der er natürlich auch einen jungen Spieler wie Badstuber mit ins Verderben reisst, bekommen wir gegen Lyon 3-4 Tore und gegen Barca in einem möglichen Finale mindestens 6.

Und muss es denn erst der holländische Pausentee sein, bis Herr Ribéry begreift, dass Fußball ein Mannschaftsspiel ist? Glaubt er, dass er sich derlei bei Real oder Barca erlauben kann? Naja, bei Real vielleicht, aber definitiv nicht bei den Katalanen.

Egal. Es ging ja noch einmal gut. Wollen wir mal nicht so sein.

Wenigstens haben sich die Bayern gesteigert. In Halbzeit 2. Besser als nichts. Und ManUtd ist ‘ne geile Mannschaft. Die sind bestimmt nicht mit Absicht ausgeschieden. Aber wenn man in zwei Spielen, in 180 Minuten, über weite Strecken nur auf das Halten des aktuellen Ergebnisses spielt, muss man eigentlich aus Prinzip bestraft werden.

Und dazu noch Bayern, die in der Championsleague die Effizienz zeigen, die sie in der Liga oft vermissen lassen. Respekt. Spitz auf Knopf.

Bayern ist nicht Barca, klar. Aber schämen müssen wir uns für das Halbfinale auch nicht gerade. Noch so ein Sieg der Effizienz und dann darf uns Barcelona und Messi gerne noch einmal verprügeln. Wie vor einem Jahr. Aber eben im Finale. Und was mir das – obwohl Bayern-Fan – für meine “Freunde” aus Madrid bedeuten würde, vermag ich nicht zu beschreiben (geschweige denn, wenn wir dort erneut ein Wunder schaffen würden, aber wer glaubt das schon)…

Bleibt noch Platz für Einzelkritik?

In Halbzeit 1 war fast alles schlecht. Die Abwehr, haltbare Bälle auf Butt, die Absicherung, die Offensive. Alles Mist. Das einzig Positive war mal wieder Turbo-Olic. Genial. Mehr muss man dazu nicht sagen.

In Halbzeit 2 dann die erhoffte Steigerung. Fast aller Spieler. Weniger Druck auf die Defensive brachte diese auch weniger in Bedrängnis (trotzdem wird ein Butt keine guter Fußballer mehr). Gut. Und als die Sicherheit kam (und der Irrglaube Manchesters, ein Ergebnis gegen diese Viertelfinal-Bayern halten zu können) lief der Ball wieder in van-Gaal’scher Manier in den roten Reihen.

Ferner musste Robben nicht bis ans Limit gehen und steht im letzten Spiel dieser “Wochen-der-Wahrheit” wohl (hoffentlich) ebenfalls zur Verfügung. Gut. Und Altintop wird immer mehr zu einem echten und vollwertigen Backup für unseren Wunder-Holländer. Klasse, was der da nach seiner Einwechslung auf den Rasen brachte.

Nein. Insgesamt bin ich schon mehr als zufrieden, nur wollte ich die Schwächen nicht unerwähnt lassen. Vor allem, weil ich ja weiß, dass der FC Bayern mein Blog liest und parallel (hoffentlich) mitten in den Kader-Planungen für die neue Saison steckt.

Trotz allem: Leverkusen in die Köpfe, mal eine Woche ausruhen, dann Hannover (vorsicht, ein “Kleiner”) und erst dann beschäftigen wir uns mit Lyon, ok?

Schließlich haben wir immer noch zwei europäische Fahrstuhlmannschaften als Gegner in der Liga um uns herum. Da gilt es die Konzentration hochzuhalten, denn – und da beißt die Maus keinen Faden ab – gewonnen haben die Bayern in dieser Saison noch rein gar nichts, auch wenn Pokalfinale und Championsleague-Halbfinale schon jetzt als im grünen Bereich abgespeichert werden können.

Für das Gesamtbild müssen wir aber noch ein wenig “arbeiten”.

Setzen wir die Arbeit am Samstag Abend fort!

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
145 views

Feb 18

Na, habe ich es nicht gesagt?

Das war gestern ja mal ein feines Zittererlebnis meines FC Bayern. Und erneut musste uns ein irreguläres Tor helfen. Erneut gab es aber auch keine Frage, wer hier der verdiente Sieger war.

Trotzdem darf man sich auch mal auf dem Platz konzentrieren und nicht als Nervenbündel umherirren. Einem Contento mache ich da vor dem Ausgleich der Italiener keinen Vorwurf. In seinem ersten CL-Spiel? In seinem Alter?

Nein. Da sind andere Stammkräfte gefragt.

Es ist eben Championsleague. Und da trafen die Bayern auf eine nur dem Anschein nach schwächelnde Florenzer Mannschaft. Das war ein Taktik, wie sie perfekter nicht sein konnte. Aus Sicht des 11. der italienischen Liga.

Eine perfekt auf den FCB abgestimmte Taktik, die genau der Gegenentwurf zu unserem Spiel war. Ribéry und Robben aus dem Spiel nehmen, die Mitte dicht machen und ansonsten die Schwächen der bayerischen Defensive aufdecken.

Hätte fast geklappt. Aber nur fast. Und eigentlich kann auch unser Gegner von Glück reden, dass die Chancenverwertung (auch hier: in der CL gibt es nicht so viele wie in der Bundesliga – andere Liga halt) in dieser Rückrunde noch nicht wesentlich besser geworden ist.

Trotzdem muss der Schiedsrichter und erst recht der Linienrichter Kloses Abseits sehen. Alter Schwede, soviel Abseits habe ich noch bei keinem Tor gesehen. Echt nicht. Waren das 1,5 oder eher 2 Meter?

In diesen Tagen fällt es schwer dagegen zu argumentieren und ich habe, ehrlich gesagt weder Zeit noch Lust, Dusel-Gegenbeispiele herauszusuchen. Wenn jemand von euch was parat hat, bitteschön. Was ich allerdings, ist, dass es sich ausgleicht. Immer. Irgendwann. Spontan fallen mir all unsere Latten- und Pfostentreffer in der Bundesliga ein, oder der von Toni in Bordeaux. Nur mal so.

Ist aber latte. Der Schiedsrichter hat’s anders entschieden und dass eben dieser Spielleiter offenbar kein Freund der Italiener ist (EM 2008), ist ja nicht unsere Sache und sowieso nur Spekulation.

Davon ab war es ein eher mittelmäßiges Spiel. Taktisch geprägt. Von Florenz. Die Bayern agierten ob dieser Starre wie in der Hinrunde: statisch und zu langsam. Trotz Ribéry und Robben.

Aber wie nach dem Spiel von van Bommel und van Gaal erwähnt: wird Robben von drei Gegenspielern belästigt, muss man den Ball schnell auf die andere Seite spielen. Wird dort Ribéry ebenfalls von 3-4 Spielern attackiert, wieder zurück, etc.

Irgendwann entsteht so schon die erforderliche Lücke.

Apropos Lücke.

Aufgrund der roten Karte spielte Florenz die Partie mit 10 Mann zu Ende. Machte allerdings keinen Unterschied, ob man rund um den Strafraum mit 10 oder 9 Feldspielern agiert.

Beim FC Bayern sah das aber lange Zeit ähnlich aus. Und hier verstehe ich van Gaal manchmal nicht so recht. Sicher hat er seine Prinzipien und wenn er mal von einem Spieler überzeugt ist, zieht er das mit ihm durch. Aber wieso dürfen Demichelis und Müller immer und immer wieder so lange auf dem Platz stehen?

Bei Demichelis mag es ja noch die fehlende Alternative sein, aber Müller hängt doch ein Olic im Nacken, oder sehe ich das falsch?

Zumindestens gibt Olic immer wieder nach einer Einwechslung Gas und auch wenn noch nicht wieder in dieser Zauberform vom Ende der Hinrunde ist, so vermag er doch von der Leistung her aktuell einen Müller mehr als zu übertreffen.

Das mich keiner falsch versteht, ich bin von Müller ebenfalls überzeugt. Junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs zu integrieren, noch dazu, wenn sie das Vertrauen lange Zeit derart zurückgegeben haben, sind auch meine Sache, aber dass ein Thomas Müller seit Wochen nur noch auf Reserver läuft – sieht das van Gaal nicht?!?

Noch dazu am gestrigen Abend, an dem Florenz mehrere undurchdringliche Abwehrriegel aufgebaut hatte, hätte es doch mehr als einen Gomez im Sturmzentrum gebraucht. Ein zurückgezogener Müller, zusammen mit Robben und Ribéry? Wen sollten die im Strafraum anspielen? Diese Taktik erschloss sich mir nicht.

Später zeigte sich ja auch, dass zumindestens, was die Laufbereitschaft betrifft, das Duo Klose/Olic aktiver und effektiver war.

Im Nürnberg-Spiel gibt’s die nächste Chance auf Einsicht, Louis.

Mit der Verletzung van Buytens (warum fällt immer der falsche Innenverteidiger aus?) kam ein Contento ins Spiel. Ein Contento, der mich ja schon im Pokalspiel begeisterte. Nicht dass ein Badstuber auf der linken Aussenverteidiger-Position wirklich schlecht gespielt hätte, aber Contento ist dort einfach besser geeignet. Sah man im späteren Verlauf, als er seine Nervösität abgelegt hatte. Da war mehr Zug nach Vorne. Nach hinten musste gestern – spätestens nach dem 1:1 ohnehin nicht mehr gearbeitet werden.

Dumm nur, dass Badstuber und Demichelis so gar nicht zusammenpassen. Der eine ein Nervenbündel und andere ein junger Spieler, der zur Zeit noch einen starken Partner (van Buyten) braucht, um seine Topleistung abzurufen – soll der Badstuber etwa dem Micho aus der Krise helfen?!

Ich könnte auch noch was zu Schweinsteiger schreiben, dass er erneut ein wenig fahrig war und diverse Fehlerpässe nebst einer gewissen fehlenden Konzentration an den Tag legte, aber ich habe eine andere Theorie, die ich, falls sie stimmt, für wesentlich bedenklicher halte:

Standen gestern etwa kranke Spieler auf dem Platz? Und was sagt das über unseren Kader aus?

Der besagte Magen-und-Darm-Virus scheint zum einen “in der Bayern-Kabine” ja immer noch nicht ausgerottet zu sein und zum anderen erfuhr man so nebenbei, dass Schweinsteiger (eben kein Magen-und-Darm) und Robben (meine Güte, hat der nach dem Schlusspfiff gepumpt) wohl erkältet ins Spiel gegangen sind.

Bedenkt man dies, muss man vor der Leistung und dem Laufpensum Robbens erneut den Hut ziehen. Respekt.

Respekt auch vor der, nach dem Spiel geäußerten Selbstkritik.

Von van Gaal und vor allem von van Bommel.

Tatsächlich hatte dieser nämlich vollkommen Recht, dass, wenn er “richtig” zum Ball geht, das Gegentor niemals fällt. Warum steht van Bommel denn beim Eckball am Pfosten und geht dann doch zusammen mit Butt eher mittig auf den Gegner und öffnet so die kurze Ecke?

Man weiß es nicht. Aber van Gaal wird auch dies in der heutigen Besprechung thematisieren. Ein Lerneffekt wird eintreten. Da bin ich mir mit unserem Trainer einig.

Überhaupt wird das Rückspiel ein anderes Spiel werden.

Oder glaubt irgendjemand, dass Florenz mit der gestrigen Taktik das Spiel zu gewinnen glaubt?

Mit entsprechender Konzentration und Konsequenz – vor dem Tor des Gegners und dem eigenen – wird das alles schon schiefgehen. Wenn man das Hinspiel als rechtzeitigen (und auch für die Bundesliga endgültig letzten) Warnschuss akzeptiert.

Noch ein anderes Thema, dass mir seit gestern im Kopf herumspukt:

Haben die Bayern aktuell wieder den berühmten – von unseren “Freunden” herbeigeredeten – Dusel?

Oder ist es vielmehr so, dass man das Glück – sprichwörtlich – auch erzwingen kann? Im Gegensatz zu unserer Hinrunde. Oder hatte die gar nix mit Pech zu tun?

Was denkt ihr darüber?

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
146 views

Feb 14

Zum Kotzen. Ein verfi**tes sch**ss Dre**stor.

So meine Gefühlswelt direkt nach dem Schlusspfiff. Da haben wir den 22.Spieltag, Bayern rauscht inzwischen von Sieg zu Sieg und es fehlt allen Ernstes immer noch ein einziges Tor zu dieser Tabellenführung?

Kaum zu fassen.

Und dann führen die Bayern im Spiel gegen die schwachgelbe Borussia ab der 65. Minute mit 3:1, wissen im Grunde ganz genau, dass ihnen nur noch ein Tor zur Tabellenführung fehlt und was passiert dann?

Die Bayern tun alles, damit es beim 3:1 bleibt. Gomez wird plötzlich zum Klose, als er freistehend(!) noch auf Olic passen will und somit der BVB den Ball klären kann. Und in der 82. Minute nimmt van Gaal auch noch den letzten Hoffnungsschimmer auf sowas wie Kreativität vom Feld. Als ob es Robben irgendetwas für das Spiel gegen Florenz nützt, wenn er zehn Minuten (inkl. zwei Minuten Nachspielzeit) auf der Bank sitzt.

Lächerlich.

Sowas macht mich als Fan rasend vor Wut. Nicht dass ich es nicht ähnlich sehen würde, dass nur die Tabellenführung nach dem 34.Spieltag zählt, aber früher schadet es nicht. Schließlich sind wir nicht der FC Schalke (ich sag’ nur 2005)!

Schlimm finde ich auch die weichgespülten Statements unserer Bayern. Nach dem Spiel. Da wird dann irgendwas gefaselt von “klar wollen wir Tabellenführer werden” und “wir haben ja auch alles versucht”. Blahblahblah.

F**k you.

Ich werd’ echt irre. Vor allem, wenn ich dann im Sportstudio sehen muss, dass beide Tore für Leverkusen Geschenke der Wolfsburger waren.

Wie bitte? Ach, dass ist alles Konjunktiv, dann hätte Bayer halt andere Tore geschossen und morgen ist sowieso das alles schon wieder vergessen?

Ja, ne, iss klar. Aber wehe der FC Bayern ist im Spiel. Dann gilt das Gegenteil.

Womit wir beim Thema und beim Spiel wären.

Nur damit ich den Spinnern und Wirrköpfen, die jetzt wieder aus den Löchern kommen werden, vorab schon mal den Wind aus den Segeln nehmen kann:

Dem 2:1 ging ein Foul von Demichelis voraus (hat der Schiedsrichter später in einer anderen Situation auch so gegen Bayern gepfiffen) und vor dem 3:1 stand Gomez (mal wieder) knapp im Abseits.

So. Reicht das an Objektivität?

Dann brauchen wir ja die Fehlentscheidungen nicht gegeneinander aufrechnen.

Gomez selbst hat im Interview behauptet, dass er “dann einfach den anderen Ball reingemacht hätte”. Wenn das 3:1 nicht gegeben worden wäre.

Ach so. Aber warum dann nicht sicherheitshalber trotzdem?!

Wie auch immer. Da beißt die Maus keinen Faden ab, der Sieg der Bayern ist verdient. Und die Schwachgelben haben (wie alle Verlierer in diesen Tagen – nicht wahr Schalke, und FC?) mal wieder Futter für Verschwörungstheorien. Genießt es. Bald wird, wenn das so weitergeht, der Norden die Borussia ohnehin wieder aus den Europa-League-Plätzen gekickt haben (egal, ob ich das gut finde oder nicht).

Aber ich wollte ja was zum Spiel sagen.

Das war – ähnlich wie gegen Greuther Fürth – phasenweise Grottenfußball der Bayern!

Die ersten 10 Minuten ein Alptraum. Kurz vor der Halbzeit dann wieder. Nur dazwischen und danach war es aus Bayern-Sicht einigermaßen erträglich.

Positiv:

Mark van Bommel mit einem seiner besten Spiele für die Bayern. Zog Schweinsteiger mit. Robben wie oft zuletzt Weltklasse. Ribéry mit ansteigender Form, aber immer noch zu langsam und zu zweikampfschwach. Kommt bald. Hoffentlich.

Ein Sonderlob natürlich für unseren Torhüter. Hier zeigt sich – einmal mehr – der große Irrtum eines Klinsmann: Alter schützt vor Stärke nicht. Weltklasse, was Butt gerade so abliefert. Ohne die Fehlentscheidungen und Butt, hätte der BVB fast die Chance gehabt, das Hinspielergebnis zu egalisieren. Schlimm.

Negativ:

Demichelis, Demichelis und nochmal Demichelis. Raus mit ihm! Warum erkennt das keiner im Trainerstab? Mehr muss nicht sagen. Leider läßt sich van Buyten inzwischen von diesem Nervenbündel anstecken. Ansonsten wären zwei solcher Fehler wie vor dem 0:1 niemals möglich gewesen. Niemals.

Insgesamt war unsere Abwehr gestern über zu weite Strecken ein Hühnerhaufen (Lahm und Badstuber: oh-mein-Gott!). Allein van Bommel ist es zu verdanken, dass wir in der ersten Hälfte nicht noch zwei Tore mehr bekommen haben.

Weiter vorne geht’s direkt weiter: Schweinsteiger. Es ist ja nicht so, dass ich das Bashing suche. Die Zeiten schienen doch vorbei, aber die Vermisstenanzeige, die wir während des Pokalspiels am Mittwoch nach ihm aufgeben wollten, landete gestern direkt im Papierkorb. Alter Schwede, was war das denn? Insgesamt kann ich mich nur an ein, zwei sehr gute Aktionen erinnern – der Rest war wieder die ganz alte Schweini-Schule.

Fehlpassfestival galore.

Auch wenn er da nicht der einzige war.

Auf der anderen Seite: Vielleicht lag’s ja auch am Virus. Der die Bayern-Kabine heimgesucht haben soll. Vielleicht waren all die Genesenen gar nicht so genesen, wie man es uns verkaufen wollte. Wer selber schon mal Magen-und-Darm hatte, weiß, wie schlapp man sich danach noch fühlt.

Egal. Ich will keine billigen Ausreden liefern.

Apropos Ausreden.

Welche Ausreden findet van Gaal gegenüber der Mannschaft, dass ein Thomas Müller, der erkennbar schon seit Wochen nur noch auf Reserve läuft, weiterhin durchspielen darf?

Bei jeder Auswechslung dachte ich, ok, jetzt geht Müller vom Platz. Denkste. Allein der Erkrankung Olic’ ist es wohl geschuldet, dass dieser nicht früher und für Müller eingewechselt wurde. Denn von arg viel Dynamik war auch beim Kroaten nichts zu merken.

Ganz zu schweigen von Herrn Gomez, der bis auf sein Tor und der Klose-Einlage, kaum in Erscheinung trat.

Womit wir dann auch die Mängelliste durch hätten, oder?

Sicher. Der Frust ist da. Vor allem, weil wir so mit einem Rutsch all die Bayern-seit-55-Spieltagen-nicht-oben-Schwätzer mundtot gemacht hätten. Müssen wir halt eine Woche länger warten.

Oder glaubt jemand, dass wir dieses eine Tor in Nürnberg (7 Niederlagen in 9 Spielen) nicht aufholen, während Leverkusen in Bremen, die scheinbar zurück in die Spur gefunden haben (3 Sieg in letzten 3 Spielen im Februar), sein Glück versucht?

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
188 views

Feb 13

Sind die Bayern heute Abend Tabellenführer?

Möglich wäre das. Zum ersten Mal seit – glaubt man dem Boulevard – Jahrzehnten. Wir müssen einfach nur zwei Tore mehr erzielen als Leverkusen.

Im Weg stehen uns die schwachgelben Borussen. In der Chemiestadt ist der sog. Deutsche Meister zu Gast.

Beides sind Gegner, die man normalerweise als gefährlich bezeichnen würde. Dortmund immer und Wolfsburg, weil sie jetzt halt mal Meister geworden sind.

Blickt man auf die jeweilige Bilanz, steht uns das schwierigere Spiel bevor:

Dortmund: 2:3 (H), 1:4 (A), aber zuvor 1:0 (H), 3:2 (A), 1:0 (H) plus drei weitere Siege (einer in Wolfsburg).

Wolfsburg: 1:3 (H), 1:1 (A), 2:3 (H), 1:3 (A), 2:2 (A), insgesamt siegte man zuletzt Anfang November.

Nebenbei spielt Dortmund heuer mit dem HSV um den Europa-League-Platz, Wolfsburg als Meister dagegen hat nur acht Punkte Vorsprung auf die Relegation.

Soviel zur Theorie.

Auf der anderen Seite hat es Bayer im letzten Spiel auch nicht geschafft beim ebenfalls abstiegsgefährdeten VfL in Bochum zu gewinnen.

So ist Fußball. Und jede Vorhersage Spekulation.

Wer weiß schon, ob gerade heute bei Wolfsburg in Leverkusen der Knoten platzt, oder ausgerechnet in München eine neue Serie der schwachgelben Borussen startet?

Niemand.

Was ich weiß, ist die Tatsache, dass ich mit Hermann Gerland erneut einer Meinung bin.

Wieso mussten wir Mats Hummels tatsächlich nach Dortmund verkaufen? Warum nicht nur eine verlängerte Ausleihe?

Oder eine Rückkehr im Sommer 2010, als inzwischen etablierter Bundesliga-Profi, hätte perfekt zum Abschied eines Martin Demichelis gepasst…

Aber nein, wir mussten ihn ja unbedingt loswerden.

Der Super-GAU wäre es jetzt noch, wenn Hummels, der – analog zu van Buyten – in Dortmund seine Torjäger-Fähigkeiten gefunden hat, gegen Demichelis ein Gegentor gelingt. Soo abwegig ist das in der aktuellen Forum unseres Weltstars-für-eine-Saison nicht. Definitiv nicht.

Dachte man von Seiten des FC Bayern, dass ein guter Innenverteidiger aus der eigenen Jugend, mit Potential die etablierten Kräfte zu verdrängen, reicht?

Falsch gedacht.

Und die Rechnung werden wir auch noch serviert bekommen. Spätestens wenn die Bayern-Serie aufgrund des nächsten hanebüchenen Fehlers Demichelis’ reisst.

Zum Glück hat man aus den Fehlern der (Klinsmann-)Vergangenheit gelernt. Gibt Spielern – unabhängig vom Alter – Vertrags-Verlängerungen. Wenn die Leistung stimmt. Und bindet junge Spieler mit mehr als großem Potential an den Verein. Nachdem man ihnen zuvor auch mal Chancen gegeben hat, ihr Potential zu präsentieren.

Siehe van Buyten, Badstuber und Müller.

Unserem Trainer van Gaal sei dank.

Ich weiß, dass ich derlei auch mal anders gesehen habe. Im Falle der Nicht-Vertragsverlängerung von Zé Roberto und der Verpflichtung von Timoschtschuk. Aber all das sind Altlasten aus der ebenso kurzen wie schmerzlichen Klinsmann-Ära beim FC Bayern.

Schlimm.

Die Tage dann eine Meldung, dass ein weiterer Jugendspieler des FC Bayern – zuvor ausgeliehen – den Verein nun endgültig verlässt. Georg Niedermeier wird für die nächsten vier Jahre ein Schwabe.

Natürlich ist klar, dass das FCB-übliche Ausleih-Modell nicht ewig funktioniert. Also für den jeweiligen Spieler jetzt. Irgendwann muss eine Entscheidung her. Die ist nun gefallen.

Was hat das allerdings für Hintergründe und war die Entscheidung richtig?

Niedermeier ist überwiegend Innenverteidiger. Mit einem rechten Fuß. Per van-Gaal-Definition haben wir da ja schon einen Spieler. Daniel van Buyten. Und auch noch Martin Demichelis. Beide Spieler sind inzwischen bis 2012 an den Verein gebunden. Das war als Perspektive Niedermeier wohl zu wenig. Und dem Verein auch.

Etwas anderes wäre es, wenn intern längst klar wäre, dass das mit Demichelis nichts mehr wird und er seine Form auch in dieser Saison nicht mehr findet.

Eventuell haben die Bayern aber längst einen Plan-B in der Hinterhand. Demichelis weg, Badstuber wieder nach innen, Breno in Top-Form vom Club zurück und auf links Contento. Oder so.

Hätte was.

Aber jetzt erstmal den BVB putzen. Ob mit oder ohne starkem Hummels.

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
210 views