Aug 27

Na? Gegen wen fliegen die Bayern denn in diesem Jahr mit Pauken und Trompeten raus? Aus der Championsleague.

Keine Ahnung. Ob es schon in der Vorrunde der Fall ist, kann man so eindeutig nicht beantworten.

Schwierig zu spielen. Vor allem für mich. Sind doch neben den Bayern, meine beiden Lieblingsvereine aus Frankreich und Italien zugelost worden.

Ok. Also Juve hat in meiner Zuneigung nach dem Skandal ein wenig gelitten, aber alte Liebe rostet nicht.

Und Bordeaux – über die geht in Frankreich für mich sowieso nix.

Dazu noch Haifa – da sollte der dritte Platz zumindestens schon mal gesichert sein.

Zum Auftakt nach Israel, zur Wies’n gegen Brazzo und Diego, in Bordeaux, gegen Bordeaux und Haifa und zum Schluss nach Turin – wir hatten schon schlechtere Gruppen.

Aber auch bessere mit einem Desaster am Ende.

Girondins Bordeaux ist seit 1996 ohnehin immer gern gesehen in München und gegen Juventus ist definitiv noch eine Rechnung offen. Zu Ballack Zeiten gab’s vier enge Spiele, in denen die alte Dame dreimal knapp und zumeist kurz vor Schluss die Oberhand behielt. Das haben wir nicht vergessen!

Kurzum: Ich bin zufrieden.

Wolfsburg dagegen mit dem Losglück des Neulings (nur ManU schwierig, Achtelfinale möglich), ebenso wie übrigens der schwäbische VfB. Fast eine Frechheit, was die für ‘ne Gruppe bekommen haben:

Sevilla, Rangers und Unirea Urziceni.

Ein Witz. Wenn’s ganz böse kommt, schneidet Stuttgart in der Vorrunde gar besser ab als der FCB.

Aber wen kümmert das – wir schauen – mit unserem neuen Flügelturbo – ohnehin nur auf uns…

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Jun 15

In der letzten Saison gab’s beim FC Bayern den großen Umbruch. Viele neue Spieler kamen zum Verein, viele andere verließen diesen. Teilweise nach diversen Jahren. Letztens hatte ich noch mal kurz einen Gedanken, was die so alle woanders gemacht haben. Deshalb habe ich das mal kurz für mich zusammengetragen.

Owen Hargreaves: Meisterschaft und Championsleague-Sieg mit ManU.

Roy Makaay: Mit Feyenoord Rotterdam (6.Platz) lange mitgehalten im Kampf um die Meisterschaft, am Ende Pokalsieg.

Hasan Salihamidzic: Mit Juventus als “Aufsteiger” den dritten Platz erreicht (CL-Quali). 4 Tore in 26 von 38 Spielen erzielt.

Roque Santa Cruz: Unglaubliche 19(!) Tore bei den Blackburn Rovers (7.Platz) in der Premiere League.

Claudio Pizarro: Beim FC Chelsea ausgemustert, zuvor 2 von 38 Spielen (17x eingewechselt, 2 Tore) in der Premiere League.

Ali Karimi: ?

Mehmet Scholl: Karriereende (beim Fußball), Münchner Vize-Stadtmeister in der 1.Kegelmannschaft des FC Bayern.

Sebastian Deisler: Karriereende, mehr weiß man nicht.

Alles dabei, würde ich sagen.

Vom Abstellgleis bis zum Championsleague-Sieg.

Am erstaunlichsten finde ich die 19 Tore von RSC. Ehrlich. Wieviele Tore hat der in seiner gesamten Zeit beim FC Bayern erzielt? 25? Wahnsinn. Naja. Wahrscheinlich hatte er zur Abwechslung mal eine Saison ohne Verletzung und dort auch regelmäßig als Top-Stürmer gespielt. Ich gönn’s ihm. Uns hat er in all den Jahren trotzdem mehr als wahnsinnig gemacht und wir haben ihm wirklich genug Chancen gegeben.

So ist Fußball.

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Aug 17

Stimmt. Hatte ich ja ganz vergessen. Der Altintop kann da(s) ja auch spielen. Aussenverteidiger.

Nach der Verletzung von Jansen hatte ich noch Bedenken, wir müssten mit Lell’chen antreten…

Klasse.

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Mai 22

Ganz nebenbei war ja das letzte Spiel von Mehmet Scholl auch noch ein Bundesliga-Pflichtspiel.

5:2 hört sich an wie ein fröhlicher Sommerkick. Und das war’s auch.

Die Mainzer, im Grunde schon vor dem Spiel abgestiegen, spielten munter mit und hatten die ersten Chancen im Spiel. Im Bayern-Tor stand nicht Kahn, sondern der 40-jährige Dreher (Rekord für einen Bayern-Spieler in der Bundesliga-Geschichte). Wer Rensing vermisst hatte: Der war für die Regionalliga vorgesehen und gar nicht im Kader. Die 40 Lenze merkte man Dreher zunächst auch an, bei den Mainzer Frühchancen fühlte man sich an Bahnschranken erinnert. Ging aber gut.

Bayern hatte mehr vom Spiel, die unbelastete Spielfreude rund um den Motor Scholl wirkte mehr als inspirierend auf alle auf dem Platz stehenden Bayern-Profis. Schon komisch: Seit den Beschimpfungen (auch durch mich) spielen diverse Abschiedskandidaten im Kader plötzlich wie im Rausch. Das fiel schon in Gladbach, erst Recht in Cottbus und gegen Mainz sowieso auf.

Karimi zauberte, Santa Cruz und Pizarro schießen Tore in Serie als pure Selbstverständlichkeit. Bizarr.

Vielleicht aber nur Empfehlungen für neue Arbeitgeber…

Welche Gründe dieser merkwürdige Leistungssprung auch immer haben mochte, es lieferte den Fans eine Klasse-Spiel. Spätestens ab der 30. Minute kochte das Stadion, als zunächst Santa Cruz seine Saisonausbeute verdoppelte und Scholl kurze Zeit später zum 2:0 einnetzte. Orkan im Stadion.

Dem 3:0 durch van Bommel (dem einzigen Bayern-Tor des Tages von einem Bestandsspieler) folgten beinah’ noch das vierte und fünfte Tor in HZ1. Die Bayern ließen es dabei bewenden.

Nach dem Seitenwechsel aber ein ähnliches Bild: Mitspielenden Mainzer wurden zwei Tore gegönnt, Karimi und Pizarro schossen ihre endgültigen Abschiedstore.

Selten passiert es allerdings, dass derlei fast untergeht, hatten wir doch alle nur Augen für Scholl, seine Ehrenrunde, das schwäbische 2:1 auf der Anzeigentafel und zum Schluss noch unsBrazzo, der ebenfalls im Stadionrund stimmungsvoll verabschiedet wurde. Das ging alles unter die Haut.

Wehmütig wurden dann zusätzlich noch die Mainzer, als ihr Abstieg unwiederbringlich feststand. Auch das berührte mich – aber was nicht an diesem sonnigen Samstag in Fröttmaning??

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Mai 22

“Der Uli hat geweint, der Brazzo hat geweint. Jetzt heule ich heute Abend auch noch, dann tauschen wir die Frauen. Dann ist alles wieder gut.”

So Mehmet Scholl nach seinem Abschied am Samstag in der Münchner Allianz-Arena. Das ich geweint habe, hatte ich ja schon vermutet, aber das selbst ein Uli Hoeneß die Fassung verliert, habe ich zum einen erst in den Sportschau-Bildern gesehen und zum anderen nicht erwartet. Aber das zeigt nur umso mehr, wie nah uns allen Scholl nach 15 Jahren FC Bayern steht.

Schon bei der Verabschiedung vor dem Spiel konnte ich das Wasser nicht halten und bei der Ehrenrunde (während das Spiel weiterlief, was aber niemanden im Stadion in diesen Minuten interessierte) lief es mir mehr als kalt den Rücken herunter. Wie werde ich Spieler wie Scholl und Brazzo vermissen. Auch wenn wir irgendwann wieder Titel holen werden, die Ära dieser Spieler ist vorbei!

Das Spiel war ein Traum, schöner hätte wohl selbst Scholl es sich nicht vorstellen können, beim 2:0 durch ihn bin ich so hoch gesprungen, dass mir mein Handy aus der Tasche geflogen ist und ich mich innerlich schon von ihm verabschiedet hatte. Robust wie es ist hat es sogar den Beton-Aufprall aus 2,5m Höhe ohne Kratzer überstanden. Musste es auch. Die nächsten Fotos wollten gemacht werden.

Brazzos Ehrenrunde später im Spiel ging dagegen leider ein wenig unter, dafür feierte die gesamte Mannschaft nach dem Spiel, die da schon halbnackten Helden auf dem Rasen der Arena und auch die zahlreichen Mainzer Fans zollten den beiden Respekt, Anerkennung und Tribut – aber darauf gehe ich noch einmal gesondert ein.

Ein würdiger Abschied für unseren Mehmet und das eigentliche Abschiedsspiel im August kommt ja noch. Gegner ist der spanische FCB im Rahmen des Franz-Beckenbauer-Cups. Vielleicht fahr’ ich dann nochmal hin. Tränenreiche Emotionen machen süchtig. Das hatte ich in den letzten 6 Jahren schon fast vergessen. Von daher war der vierte Platz in dieser Saison ganz hilfreich. Irgendwie.

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