Von Wagenburgen, Medien, Tränen, dem Mob. Und Uli.

Eigentlich hatte ich Hoffnung. Hoffnung, dass inzwischen jeder alles zum Thema Ulrich H., Präsident der FC Bayern e.V. gesagt hatte. Falsch gedacht. Natürlich hatte auch ich mich schon geäußert. Damals, als die Gerüchte um seine Steuerhinterziehung auftauchten. Im Mainstream, im Boulevard, unter den Fans.

Inzwischen sind aus Gerüchten Fakten geworden. Die Staatsanwaltschaft München hat ermittelt und Anklage gegen unseren Präsidenten erhoben, das Gericht ließ – nach einer entsprechenden Einspruchsfrist für die Verteidigung – die Anklage inzwischen zu, der Prozess wird im März 2014 stattfinden. All diese Daten erzeugten keinen vergleichbaren… Shitstorm wie im April 2013. Ich hatte Hoffnung. Das wir mit diesem Thema seriös umgehen könnten. Und keine Stellvertretergefechte austragen, keine, teilweise lebenslangen Ressentiments ausgraben müssten. Und dann kam es dieser Woche zur FC Bayern Jahreshauptversammlung. Diese Veranstaltung ließ offenbar niemanden kalt. Die Reaktionen außerhalb des FC Bayern Biotops waren dann auch meine größte Motivation mal wieder in die Tasten zu hauen. Und ich war hier nicht der einzige langjährige Bayern-Fan, der das so sah.

Aber der Reihe nach. Am Montag gab ich dieses Interview auf Sport1.fm. Meine Zeit ist begrenzt, aber wenn man mich nett fragt und mir die Möglichkeit gibt, derlei in meinen Alltag zu integrieren, dann sage ich schon mal zu. Im Gegensatz zu meiner Erinnerung an obigen Beitrag, die ich im Interview zum Besten gab, hatte ich damals tatsächlich andere Meilensteine im Hinterkopf. Meilensteine, wann ich(!) denke, dass Hoeneß wie handeln sollte.

#1 Steuerhinterziehung ist strafbar. Für Alle. Auch für einen Uli Hoeneß.

#2 Hat sich Uli Hoeneß der Steuerhinterziehung strafbar gemacht, gehört er betraft.

#3 Ob sich Uli Hoeneß strafbar gemacht hat, sollte ein Richter entscheiden.

#4 Sollte Uli Hoeneß rechtswirksam verurteilt werden, muss er – meiner Meinung nach – von all seinen Ämtern beim FC Bayern zurücktreten.

#5 Ob Uli Hoeneß schon jetzt oder zumindest vor einer rechtskräftigen Verurteilung von seinen Ämtern zurücktreten sollte, entscheiden allein er oder die Gremien der AG und des Vereins.

#6 Ob der FC Bayern hier an einer Straftat beteiligt war oder davon profitierte, muss auf jeden Fall von den Ermittlungsbehörden oder in einem möglichen Gerichtsverfahren rückhaltlos aufgeklärt werden.

Inzwischen – und so habe ich mich am Montag auch geäußert – hätte ich(!) es angemessen gefunden, wenn Hoeneß schon nach Zulassung seiner Anklage “das eine oder andere Amt” hätte ruhen(!) lassen. In erster Linie würde ich hier den Posten Aufsichtsratsvorsitzenden sehen. Vor allem, weil bei ähnlichen Vergehen – in der freien Wirtschaft – eine Person in seiner Position längst gegangen worden wäre. Wie gesagt, dass hätte ich(!) mir gut vorstellen können. Ob er oder unser Aufsichtsrat sich das vorstellen können, müssen sowohl er als auch die Aufsichtsratsmitglieder (vor allem gegenüber der eigenen DAX-Konzernbelegschaft) entscheiden und begründen.

Nicht mein Bier.

Mein Bier ist meine Einstellung zu Hoeneß.

Als ein Uli Hoeneß Manager des FC Bayern wurde, war ich schon Fan dieses Vereins. Gleichwohl ist der FC Bayern imho sehr stark mit der Person Uli Hoeneß verbunden. Für mich war und ist Hoeneß immer eine der Konstanten beim FC Bayern und für mich als Fan gewesen. Er war halt immer da. Und war der Vater des Erfolgs, der “Erfinder” des neuen FC Bayern, der sich emporschwang und über Jahrzehnte zu einem der größten Fußballvereine Europas, wenn nicht der Welt wurde. Solch ein gemeinsamer Weg schweißt zusammen. Und wenn man so eng verbunden ist, dann fällt einem eine Trennung immer schwer.

Eine Trennung, eine Abkehr von Hoeneß, die am heutigen Tag einigen anderen Bayern-Fans ganz und gar leicht fiel. Innerhalb weniger Stunden. Nachdem unser Präsident dem FC Bayern seit 1970 als Spieler, Manager und Präsident immerzu und vorbildlich gedient hat (nein, ich will jetzt nicht über Ultra- und Fanproblematiken reden). Klar, seit heute wird man sich als Anhänger der Münchner für solche Sätze immer rechtfertigen müssen, weil diejenigen, die Hoeneß und den FCB ohnehin noch nie leiden konnten jetzt – endlich – die Munition erhalten haben, auf die sie – teilweise ein Fan-Leben lang – gewartet haben. Dieser Sturm wurde für mich phasenweise so unerträglich, dass ich Twitter & Co. für Stunden schließen musste – ein echtes Novum für mich.

An diesen Worten hat sich in den letzten Monaten Null-Komma-Null geändert. Deshalb auch das 1:1-Zitat. Für mich ist es kein Widerspruch, dass ich einerseits inzwischen den Funktionär Hoeneß differenter beurteile als den Menschen. Blenden wir all die (bis zum Beweis des Gegenteils) hanebüchenen Geschichten des Boulevards aus (hunderte Millionen auf Schweizer Konten, etc.), dann hat Hoeneß durch seine Selbstanzeige eingeräumt, dass er Steuern hinterzogen hat. Punkt. Dies ist eine Straftat. Es gibt in unserem Rechtsstaat aber seit einiger Zeit die Option der Selbstanzeige. Durch dieses Instrument begleicht der geständige Steuersünder seine Schuld und geht straffrei aus. Ich halte dies für ein legitimes Mittel. Denn damit kommt ja das Geld wieder in die Staatskassen, welches durch die Hinterziehung fehlte und welches “der Staat” dann nicht für Kinderspielplätze, -Betreuung & Co. investieren kann (das Lieblingsargument der Hoeneß-/Steuerhinterzieher-Bewerter). Alles richtig. Aber – Achtung – Meinung, ggf. Polemik – Steuerhinterziehung ist für mich(!) “weniger schlimm” als jemandem körperliches Leid zuzufügen. Einzelne erwecken ab und an den Eindruck, Hoeneß hätte genau dies getan. Schlimm.

Und mal ganz ehrlich, lieber Leser dieses Blogbeitrages: Noch nie im Rahmen einer Steuererklärung das Finanzamt um Geld erleichtert? Wirklich nicht? Ganz, ganz ehrlich?! Soso. Wo ist der Unterschied zwischen einem “ganz normalen” Steuersünder und einem Hoeneß? Die Summe. Welcher “normale” Steuerzahler schafft es – in seinem gesamten Leben – so viel Geld zu verdienen, wie Hoeneß hier offenbar hinterzogen hat? Wohl kaum jemand. Deshalb ist diese Story für die Medien, das Boulevard, schlicht die gesamte Öffentlichkeit so interessant. Und ja, natürlich ist das nur die Hälfte der Wahrheit. Denn nicht minder entscheidend bei der aktuellen Einschätzung der Akte Ulrich H. ist ja auch die Tatsache, dass er – Zeit seines Fußballer-/Manager-Lebens – ein Mahner war. Ein Kritiker der Auswüchse des modernen Fußballs, ein Moralist.

Das passt nicht zusammen. Irgendwo natürlich auch nicht (mehr) für mich. Logisch, ich bin ja nicht komplett meschugge. Und dann seine Tränen auf der jetzigen JHV. Da brach der Mob sich Bahn. Verteidigungsstragie! Eine üble noch dazu. Was sollen diese Krokodils Tränen?! Was soll diese schwachsinnige Rede? “Sportpalastrede” (ich setze hier bewusst keinen Link)!

Hui. Sind wir also nicht nur auf der Fäkalebene angekommen, nein, jetzt werden auch schon NS-Vergleiche herangezogen? Ich bin raus.

Auch dies habe ich ja im Interview erwähnt – ich unterhalte mich seit Monaten (seit April) nicht mit Außenstehenden über das Thema Hoeneß. Mit Außenstehenden sind hier Personen gemeint, die mit mir über mein Verhältnis (oder die Aufgabe dieser Beziehung) zu Hoeneß diskutieren wollen, die nicht verstehen können, wie man noch Fan eines solchen Vereins sein kann. Tja. Dann lasst es auch besser. Also mich dazu zu bewegen (s. oben).

Ganz ehrlich – für mich waren die Tränen von Hoeneß nicht… inszeniert. Warum sollte er so was machen? Für seine Verteidigung? Macht euch nicht lächerlich. Welcher Richter würde derlei in seinem Urteil berücksichtigen? Ausgerechnet diese Strafkammer? Ausgerechnet diese Staatsanwälte, die Hoeneß nach dem Breno-Prozess ohnehin nicht mehr, sagen wir mal “wohlgesonnen” waren? Ausgerechnet diese Strafermittlungsbehörde, die – in der Geschichte der BRD einmalig, oder? – Details über seine Selbstanzeige durchsickern ließ?

Nein, Hoeneß war – und das nehme ich ihm ab – wirklich emotional berührt. Kann sich irgendjemand eventuell vorstellen, dass die Story seit Monaten in ihm arbeitet und er sich ansonsten in der Öffentlichkeit nur besser unter Kontrolle hat? Ja, natürlich ist Hoeneß ambivalent. Ich verstehe auch nicht, was ihn dazu treibt, in seiner jetzigen Situation noch Wetten auf eine Niederlage der Dortmunder in Wolfsburg zu platzieren. Damit macht er viel mehr an “Verteidigung” kaputt, als er durch Tränen auf einer JHV erreichen könnte. Nur mal so.

Wie geht es jetzt weiter?

Je mehr Anfeindungen Hoeneß widerfahren, desto geschlossener werden die bayerischen Reihen sein. Punkt. Abgesehen natürlich von den Bayern-Fans, die sich inzwischen von Hoeneß verabschiedet haben. Auch gut. Muss jeder selber wissen. Ich bin dazu noch nicht in der Lage. Ich warte immer noch das Urteil ab. Lasst mich.

Je öfter Details von Hoeneß bekanntwerden, wie die Wette gegen Dortmund, wie so eine außerordentliche HV nach dem Urteil, wo ihm doch jetzt schon klar sein muss, dass er als verurteilter, inhaftierter(?) Steuerhinterzieher wohl kaum noch den FC Bayern als Präsident führen kann, desto mehr schadet er imho seiner Verteidigung. Keine Ahnung, ob es _jetzt_ noch Sinn macht, doch Ämter ruhen zu lassen, nieder zu legen. Echte Reue sähe anders aus, oder?

Je öfter und intensiver Fans, Leser oder ganz normale Menschen in der näheren Zukunft versuchen werden, mir ihre Hoeneß-Meinung aufzuzwingen, desto intensiver werde ich das Thema auf das Wetter lenken. Betrifft ja zum Glück zurzeit nur einen überschaubaren Teil von Menschen.

Abschließend will ich noch einmal mit dem Thema Differenzierung nerven. Die Intensität, die einige Fans anderer Vereine bei der Bewertung Hoeneß’ an den Tag legen, irritiert mich schon. Manchmal. Und dann muss ich immer an die Zeiten zurückdenken, als der BVB auch mal bei mir öfter Objekt der Beurteilung oder von Blogbeiträgen war. Lange her. Niebaum-/Meier-Zeiten. Wer Lust und Zeit hat, darf hier gerne mal mein Breitnigge-Archiv durchforsten. Viel Spaß und viel Erfolg bei der Suche. Bei der Suche nach ähnlichen Verhaltensweisen meinerseits, a la “Siehst, hast Du doch ganz genauso gemacht!”.

Ich bin gespannt.

9.124

Jedes Jahr im Juli. Kopfschütteln unter allen Nicht-FCB-Mitgliedern und Vorfreude unter uns Nervenbündeln, wie arg denn die eigene Mitgliedsnummer dieses Jahre wieder gefallen ist.

Meine ist gefallen. Immerhin.

Von 10.209 auf 9.999 auf 9.772 auf 9.603 auf 9.382 auf 9.249 auf nun 9.124.

Minus 125. In erfolgreichen Spielzeiten wird halt weniger ausgetreten. Aber wer – mal ernsthaft – tritt unterhalb der 10.000 freiwillig aus?

Eben.

Andererseits werde ich die ominöse 3.000er-Grenze ohnehin erst im eigenen Ruhestand erreichen. Oder so. Ob ich die “Ticket-Garantie” dann noch brauche?

Pep kommt. Paule geht.

Ich bin mir noch nicht sicher, welchen Weg dieser Beitrag gehen wird, aber die Inhalte stehen fest. Es geht nicht um unseren neuen Trainer. Allein den Zeitpunkt seiner Vorstellung fand ich passend für meinen Beitrag.

Worum geht es? Zunächst einmal muss ich erwähnen, dass es sicher nicht in meiner “Tradition” gewesen wäre, von diesem Problem in meinem Blog nicht zu berichten. Schließlich lasse ich meine Community ja sonst auch ein Stück weit an meinem Leben teilhaben.

Der Reihe nach.

Als unser erster Sohn geboren wurde, hatte ich Bedenken ob meiner Blog-Produktivität. Zu Unrecht. Es waren zwar nicht immer 70, 80 Berichte pro Monat wie zu Spitzenzeiten, aber das “normale Tagesgeschäft” konnte aufrecht erhalten werden. Und ein wenig mehr.

Als unser zweiter Sohn geboren wurde, sah ich endgültig den Untergang des Blog-Abendlandes vorraus. Resultat? Ich bloggte wie zuvor und fing sogar an, wieder regelmäßig Live-Fußball zu genießen. In München wie anderswo. Niemand war darüber erstaunter als ich.

Wann genau der Bruch kam, kann ich nicht mehr reproduzieren, vielleicht verlief der Prozess auch eher schleichend, im Hintergrund. Es fiel mir zunehmend schwerer mich zeitnah “aufzuraffen”, an Rechner oder sonstige Blog-technisch geeignete Geräte zu setzen. Der Alltag mit zwei heranwachsenden Kindern, die zunehmend ihr Recht am Papa einforderten, eine Frau, zwar nicht Fußball-fern, aber doch immer wieder großzügig über mein zeitintensives Hobby hinwegsehend, die auch mal einen Samstag-, Sonntag-, Montag-, Mittwoch-, oder Donnerstagabend mehr von ihrem Mann hätte, steigende Belastung im Job, nicht geringer werdende Erwartungshaltung der treuen Breitnigge-Gemeinde, eigener Druck bezüglich Beitrags-Frequenz und -Qualität erzeugten irgendwann das Gegenteil. Kreativität lässt sich nicht auf Kommando produzieren. Nicht durch mich, den “Hobby-Journalisten” und auch nicht in dem Spannungsfeld, in dem ich seit Monaten lebe.

Oft ließen meine Berichte zu den Spielen länger auf sich warten, als viele meiner Leser dies gewohnt waren (weil die meisten die Anfangszeiten nicht mehr kennen gelernt haben), oft waren mir Details zum Spiel gar schon entfallen, oft schrieb ich Berichte über das iPhone. All dies wurde bemerkt. Und die (berechtigte) Qualitätskritik zog mich weiter runter. Erste Gedanken an Veränderung brannten sich in meinen Kopf. Dann Gegengedanken, doch zumindest bis zum 10-jährigen Blog-Jubiläum 2014 “durchzuhalten”, um eine runde Zahl zu haben, für eine mögliche Veröffentlichung in meinem Buch-Projekt. Wohlgemerkt weitere 40-50 Berichte. Ungeschriebene Berichte. Ein Graus, wenn schon die aktuellen Berichte mehr Anstrengung als Freude sind.

Der Entschluss, in der nächsten Saison kürzer zu treten, fiel in diesem Frühjahr. Sabbatical. Ich gehe an dieser Stelle nicht näher auf all die ermüdenden Diskussionen rund um Monetarisierung, sinkende Werbeeinnahmen, Wertschätzung von geistiger Arbeit und all diesen Themen ein, weil es unerheblich war für meine Entscheidung. Denn Geld hätte mich nicht davor schützen können, was mir später den Rest gegeben hat.

Ich will eher darüber reden, dass es mich selbst verblüffte, dass plötzlich meine Berichte – auch vor meinem eigenen kritischen Auge – wieder besser wurden. Imho so gut, wie ich sie bei all diesen neuen – jüngeren, frischeren – Bayern-Bloggern zu lesen bekam. Noch so ein Thema (“andere können es inzwischen viel besser“, etc.). Natürlich mag es am wachsenden Erfolg unseres Teams gelegen haben, oder dass die angehende Triple-Saison in die Zielgerade abbog und sich nicht nur ein “ermüdender” BL-Sieg an den anderen reihte (was sollte man da auch jede Woche kollossal Neues schreiben?!). Es gibt dafür einen medizinischen Fachausdruck. Also diesen positiven, emotionalen Schub, bevor es dann zu Ende geht. Irgendwie fühlt sich das für mich nun so an. So glücklich ich als Fan meines Vereins bin, so ausgebrannt bin ich es als Blogger.

Dann unser Urlaub. Auf die exakten Details will ich hier aus persönlichen Gründen nicht näher eingehen, aber tatsächlich trat meine totale Erschöpfung aufgrund des obigen Mix offen zu Tage. Ein überdeutliches Warnsignal für mich. Und ich habe verstanden. Veränderung tut Not. Radikaler und nachhaltiger als zuvor geplant. Es ist schlichtweg notwendig – im wahrsten Sinne des Wortes.

Was bedeutet dies aber nun konkret? Für euch? Für mich?

Ich werde weiterhin Fan des FC Bayern sein.

Ich werde weiterhin voller Freude und Inbrunst über meinen Verein reden, schimpfen, schreiben.

Ich werde weiterhin bloggen. Über Fußball, über den FC Bayern, über alles was mich bewegt.

Ich werde weiterhin mit meinen Lesern diskutieren und vielleicht sogar mehr als zuvor. Wer weiß.

Ich werde aber nicht mehr über jedes Spiel einen eigenen Beitrag schreiben, mich diesem Publikationsdruck aussetzen.

Ich werde (versuchen) nur noch Dinge zu tun, die mir Freude bereiten, werde Prioritäten setzen. Und das betrifft meine gesamten Social-Media-Aktivitäten.

Ich werde mir keinen Termin für das Ende dieser Auszeit setzen, wie ich es zunächst geplant hatte.

Ich werde einfach mal abwarten, was passiert. Es bleibt mir eh’ nichts anderes übrig.

Und auf Verständniss werde ich hoffen. Von euch.

JuppJuppJuppJupp

Hallo Jupp (ich darf doch Jupp sagen, Herr Heynckes?),

der Gewinn des Triples ist – wunderbare, immer noch unglaubliche – bayerische Geschichte. Die mediale Aufarbeitung weitestgehend abgeschlossen (aus der ich mich überwiegend herausgehalten habe – aus Gründen) und in dieser Sommerpause, spätestens aber zum Jahresende, wird die Saison, werden die Protagonisten geehrt, gewürdigt.

Ich befinde mich da eher zwischen den Stühlen. Zu spät dran für aktuelle Analysen, zu früh für das ganz große Jahresenden-Rückblick-Rad. Mir geht es aber eher um eine persönliche Note. Ein Dankeschön. Von mir selbst. Los geht’s.

Danke, dass Du es mir nicht übel genommen hast, dass ich nicht immer vollends von Dir überzeugt war, von Zeit zu Zeit a weng an Dir gezweifelt habe.

Danke, dass Du Deine offenbar vorhandene Enttäuschung nach unserer Pep-Verpflichtung nicht in Resignation, sondern in noch größere Motivation, Zielstrebigkeit und Arbeitseifer auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Triple-Ziel kanalisiert hast.

Danke, dass Du so flexibel warst, im “hohen Alter” noch einmal Dich und unser Spielsystem anzupassen.

Danke, dass Du es als Verantwortlicher geschafft hast, die Enttäuschung nach der letzten Saison in eine so unfassbar positive Energie zu wandeln, die uns die gesamte Spielzeit begleitet hat.

Danke, dass Du es geschafft hast, den letzten Rest an Egoismus aus unserem Team zu vertreiben und sogar die Diven Ribéry und Robben zu perfekten Mannschaftsspielern umzuformen.

Danke, dass Dein Umgang mit den Medien sich so wohltuend von vielen Deiner (jüngeren) Kollegen unterscheidet.

Danke, dass Du in der Öffentlichkeit immer sparsam mit Emotionen umgegangen bist, denn so konnte ich Deine Tränen in Gladbach voller Respekt und Demut sehen.

Danke, dass Du Dich zum Ende der Bayern-Zeit endlich mal so locker zeigen konntest, wie Du – nach eigener Aussage – immer bist. Es macht Dich mir noch sympathischer.

Danke, dass Du Dein Marienplatz-Versprechen nach 23 Jahren eingelöst hast.

Danke, dass Du 5 1/2 Jahre unser Trainer warst und für mich immer ein Teil unserer Bayern-Familie bleiben wirst.

Danke, Jupp!

Triple-Tipp-Finale

Hier, das Breitnigge-Tippspiel ist übrigens auch beendet. Es gibt Sieger. Gleich drei.

Herzlichen Glückwunsch!

1. megadrive_fcb 426 Punkte
2. 7stringwizard 406 Punkte
3. Joshtree 402 Punkte

Am meisten hat mich allerdings die Platzierung meines 2:1-Tippdummys… amüsiert. Platz 15. Hihi.

Breitnigge und das Leistungsschutzrecht. Und so.

Was für sperriges Thema. Zumindest für ein Blog. Noch dazu Fußballblog. Aber es führt leider kein Weg daran vorbei. Für mich. Für Euch. Für uns alle, die wir in diesem Internetdingsbums aktiv sind.

Das Leistungsschutzrecht (LSR).

Ich selbst will mich gar nicht groß – persönlich – dazu äußern. Dies können Andere besser und haben Andere auch schon getan. Grundlegend klärt hier zunächst Wikipedia auf. Richtig betrübte mich dann dieser Artikel zur Gesamtsituation im digitalen Deutschland. Schlimm.

Ich beobachte das Thema LSR schon seit einiger Zeit. Aufgrund der bislang offenen Verfahrenssituation nur am Rande, muss ich gestehen. Tatsächlich hatte ich fest damit gerechnet, dass es den Bundesrat nicht passiert. Falsch gedacht.

Dieser gestrige Beitrag brachte mich selbst dem Entschluss “Nägel mit Köpfen zu machen” entscheidend näher. Wie sehen nun diese Nägel aus? Die Nägel sind ein Plugin. Dieses Plugin.

Seit gestern ist dieses Plugin auf diesem Blog im Einsatz. Ich bitte für diese Maßnahme um Euer Verständnis, aber es geht hier schlichtweg um Selbstschutz. Post von Verlagsjuristen oder Abmahnanwälten braucht kein Mensch.

Von all dem Unsinn abgesehen braucht – meiner Meinung nach – kein Mensch diese Links oder diesen Content. Es widerspricht zwar deutlich dem Sinn des Internets – aber wollen wir diese Denkweise wirklich bei den Holzmedien-Verlegern und politischen Entscheidern dieses Landes erwarten? Gerade dieses Blog lebt ja nun einmal von meiner Sichtweise auf, meinen Gedanken über den Fußball, den FC Bayern. Und Euren Diskussionen darüber. Wozu also dann noch der Content dieser Medien?

Eben.

Im Auge des Sturms oder Paule & Robert

Er ist vorbei. Der Sturm. Das “Twitter-Gewitter” (Zitat Sport 1), das los brach, als ich am Montagabend einen Tweet zu den neuerlich aufkommenden Gerüchten rund um eine “feststehende” Verpflichtung von Robert Lewandowski durch den FC Bayern schrieb. Gleichwohl möchte ich noch einmal – auch hier im Blog – ein wenig Dokumentation betreiben und persönliche Würze ins Spiel bringen. Der Reihe nach.

04.02.2013, 23:17. Erste Diskussionen schließen sich direkt an den Tweet an. Auch die Antwort des Users @petar68 aka Pietro Nicolodi, der sich als Mitarbeiter von “SkyItalia” zu erkennen gibt und erwähnt, dass man meinen Tweet in der Sendung “Sky Calcio Mercato” zitiert habe.

So weit so schmeichelhaft. Ich spiele im Nachgang auch ein wenig mit dem Gerücht, ich hätte etwas mit dem Gerücht zu tun. Dabei habe ich die ganze Zeit den Hashtag #Ironie im Hinterkopf. Zumeist und auch in besagtem Tweet aber eben nur im Hinterkopf. Die Lawine rollt so langsam an. Warum? Weil die Befindlichkeiten in der Bayern-Welt, also den Fans, den Medien, die sich mit Fußball im Allgemeinen und dem FC Bayern im Speziellen befassen, doch sehr sprunghaft sind. Nach zwei Jahren der schwarz-gelben Dominanz. Nach der Hysterie rund um den #Martinez-Transfer und die Euphorie der #Guardiola-Verpflichtung. Hätte ich wissen können, aber ich(!) bin ja hier nicht der Journalist, der der Sorgfalt verpflichtet ist und dafür ein Gehalt bezieht. ;-)

Ins Bett ging ich in dieser Nacht mit dem Unwissen, was am folgenden Tag folgen sollte.

Die Zahl meiner Mentions (“Erwähnungen”) auf Twitter schoss in die Höhe. Mehr als zu #JM8- oder #Pep-Zeiten. Die Zitate meines Tweets nahmen zu und erreichten die “richtigen” Medien. Ich stand all dem belustigt gegenüber. Ein befreundeter BVB-Blogger fasste erstmals die Ereignisse zusammen. Zunächst noch in einer launigen Atmosphäre einer Gerüchteküche, wie sie auf Twitter häufiger vorkommt.

“Ernst” wurde es dann, als ich per Twitter eine erste Interviewanfrage von der Abendzeitung erhielt. Ein erstes Telefoninterview folgte. Dieser Artikel war das Resultat davon. Über diesen Artikel – einer der ersten, der mich Namentlich erwähnte, wurde vehement auf Twitter diskutiert. Und weil die AZ das mit dem Social Web durchaus lebt, gab es Korrekturen. Auch eine, die durch mich veranlasst wurde, denn in der ersten Version konnte der Eindruck entstehen, ich würde SkyItalia-Vollzugsmeldungen genauso ernst nehmen wie die einzig wahren – die des FC Bayern.

Kurz nach diesem Artikel erhielt ich zwei weitere Anfragen: Für ein Telefon-Interview mit einem Sportredakteur der Ruhr Nachrichten Dortmund und eine Live-Telefon-Schalte in die Sport1-Sendung “Bundesliga Aktuell”. Zu diesem Zeitpunkt ging es in den Interviews noch darum, dass ich a) meine Sicht der Dinge darlege und b) den Journalisten dabei helfe, Licht in die Verwirrung zu bringen (dass ich nicht die Ursache für das Gerücht war).

Mein Telefonat mit dem RN-Redakteur floss in diesen Artikel ein, mein Teil der Sport1-Sendung ist hier zu sehen.

Parallel kam eine Anfrage der 11Freunde. Dieses letzte Interview des Tages fasst es dann wohl am besten zusammen.

Mehr Links will ich zu diesem Thema nicht posten, da sie sich erstens zumeist ähneln und zweitens obige Seiten, Sendungen eben direkt von mir, von meinem Feedback befüllt wurden. Das Echo war mehr als breit. Ich habe auf Twitter Erwähnungen erhalten in Sprachen und mit Schriftzeichen, die ich zuvor noch nie gesehen habe – allein dies zeigte mir einmal hautnah und ganz persönlich, welche Verbreitung und thematische Durchdringung das Thema FC Bayern, Europa- oder gar Weltweit hat. Beeindruckend.

Was es von mir nun – auch zwei Tage später – noch zu sagen gibt, was ich oder andere nicht längst gesagt haben?

Vielleicht, dass ich unterstreichen will, das niemand von uns das Rad der Zeit zurück drehen will oder kann. Der aktuelle “Zustand” des (Fußball-, Sport-)Journalismus hat viele Ausprägungen. Es ist sicherlich gut, dass es heutzutage in dieser Branche viel transparenter zugeht als früher. Dem Internet und den sozialen Medien sei Dank. Andererseits hat, nicht nur meiner Meinung nach, sicherlich aufgrund der Geschwindigkeit, die die große Masse an Medien oder eben das Medien selbst erzeugt, dazu geführt, dass journalistische Grundprinzipien (nachhaltige und belastbare Recherche, Bestätigung eines Gerüchtes durch mehrere Quellen, etc.) in den letzten Jahren – bei einigen(!) Vertretern der Zunft ein wenig “gelitten” hat. Dies soll bewusst keine Pauschalkritik sein und irgendwo sind wir, bin ich ja auch Teil dieses Konstrukts, aber mein Beispiel, die Entwicklung, die mein Tweet genommen hat, zeigt dies doch eigentlich recht deutlich auf. Und da kann auch der “Nährboden”, den Gerüchte rund um den FC Bayern haben, keine Entschuldigung sein. So sehr mich – als Bayern-Fan – auch Gerüchte um Neuverpflichtungen interessieren, so sehr bin ich doch manchmal von dieser Jagd nach der exklusiven Schlagzeile genervt.

Was für mich am Ende des Tages (sic!) übrig blieb?

Zahlen. Und Reichweite.

- 400.000 TV-Zuschauer während meiner Live-Schalte bei Sport1.
- Über 10.000 Hits, 5.000 PIs (Seitenaufrufe) und 2.000 Besucher auf meinem Blog an einem Tag (doppelt so viel wie am Tag der Guardiola-Verpflichtung oder dem #FinaleDahoam).
- Inzwischen über 3.000 Follower auf Twitter (10% Zuwachs an einem(!) Tag).
- 10% mehr Fans auf meiner Facebook-Seite.

Ich kenne, schätze und glaube (an) das berühmte Warhol-Zitat. Und habe immer daran gedacht, wie das wohl sein müsste, wenn man diese “15 Minuten” erlebt. Ganz realistisch und nüchtern habe ich meine “Chance” darauf an dieser Stelle genutzt. Meine Frau hat am Abend Termine verschoben, weil mir (und ihr) z.B. völlig klar war, dass dieses Sport1-Fernseh-Interview nur zu diesem Zeitpunkt stattfinden konnte. Einen Tag später wäre das Thema schon tot gewesen. Zu Recht (siehe “Schnelllebigkeit”). Gleichwohl habe ich es genossen, allein schon, weil ich so was sowieso nicht täglich gebrauchen könnte, denn an “normalen Tagesablauf” war nicht mehr zu denken.

Jetzt, liebe (leicht vergrößerte) Community sind wir wieder “unter uns” – und Samstag ist das nächste Spiel.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Paule hat verstanden. Ein Fazit.

Einige Tage ist es jetzt her, da habe die Frage gestellt, was meine Community so von meinen Gedanken und was sie so überhaupt von diesem Blog hier hält.

Das Ergebnis meiner Umfrage ist relativ eindeutig und wird sich nun wohl nicht mehr groß verändern. Mehr als 3/4 meiner User sind mehr als zufrieden so wie es ist. Und das finde ich gut. Natürlich. Und gesagt habe ich das ja nicht nur einmal, dass ich einfach mal von Zeit zu Zeit so ein Feedback brauche. Als Bestätigung oder als neue Motivation. Und diese Motivation ist angekommen. Angekommen ist auch, dass kaum jemand ernsthaft für meine Beiträge bezahlen würde. Zumal viele ohnehin in den Kommentaren zu meinen Beiträgen den größeren Mehrwert erkennen. Dagegen habe ich gar nichts, es freut mich vielmehr. Klar geworden ist mir dies erst wieder mal durch die Kommentare – wozu solche Umfragen doch gut sein können…

Fakt Nummer 1: Es bleibt dabei – und nichts anderes habe ich ja immer wieder gesagt – für Beiträge auf Breitnigge.de muss man auch in Zukunft kein Geld bezahlen.

Fakt Nummer 2: Ich werde weiterhin meine Arbeit und die Kosten rund um dieses Blog durch Werbung refinanzieren. Mit Werbebannern müsst ihr also weiterhin leben. ;-)

Fakt Nummer 3: Die “Spendenmöglichkeiten”, die – wie zuvor – auf Freiwilligkeit beruhen, werde ich ausbauen, oder zumindest deutlicher kennzeichnen. Flattr ist ja hier als Begriff öfter gefallen. Wer mag kann sich dort ja registrieren und mich (und andere) darüber ein wenig unterstützen. Als weitere Option werde ich – per Plugin – auch Paypal anbieten, erste Recherchen haben da ganz smarte Möglichkeiten aufgezeigt.

Fakt Nummer 4: Es gab Featurewünsche, die ich hier mal kurz aufliste:

1. Schreibstil (Absätze, Kurz-Sätze)

2. Weniger Verweise auf Twitter oder zumindest inkl. Links. ;-)

3. Kurz-Vorberichte zu Spielen zwecks Kommentiervorlage

4. Durchnummerierung der Kommentare

5. Mehr Paule-Kommentare

Zu 1.) Hier muss ich einfach mal abwarten, was sich in Zukunft ergibt. Ich gebe zu, dass ich mich ein wenig habe treiben lassen, weil mir diese – mehr gedankliche – Art zu schreiben schon sehr viel Spaß macht. Andererseits: Was nützt es, wenn die (meisten) Leser diesen Spaß eben nicht haben…

Zu 2.) Ich werde mich bemühen. Mir fällt es halt ab und an schwer, zu akzeptieren, dass es immer noch jede Menge von Menschen gibt, die mit diesem Web 2.0-Kram – abgesehen von diesem Blog hier – so gar nix am Hut haben. Offenbar bin ich da ein Pendler zwischen den Welten. Ich werde mich bessern. Und es muss mir auch niemand aus Prinzip auf Twitter folgen, obwohl ihm das eigentlich gar nichts gibt. ;-)

Zu 3.) Tatsächlich ist dieser Punkt selbst bei mir ein schon länger schwelendes “Problem”. Warum? Weil es mich selbst am meisten stört, dass ich nicht mehr die Zeit wie früher habe, die Beiträge zum Spiel schneller zu verfassen und somit die Kommentare unterhalb der Beiträge “ausfransen”. Das ist keine Kritik an euch, allein, mich als Leser (des Beitrags) würde dies irritieren. Andererseits sind dies natürlich Tendenzen, die eher die Form eines Forums annehmen. Ich weiß, für viele ist Breitnigge.de schon längst ein “Forum”, selbst wenn dieses “Weblog” technisch hier (noch) etwas ganz anderes ist. Eins könnt ihr mir so oder so glauben: Ich binde mir nicht auch noch die Verantwortung für ein Forum ans Bein. Allein aus rechtlichen (Haftungs)gründen hört es dann für mich vom Aufwand her auf.

Worauf es hinauslaufen wird und was ich in der Rückrunde nun einmal testen werde: Ich werde – und in WordPress ist das auch sehr smart zu realisieren – 17 Bundesliga-Vorberichte erstellen, die relativ wenig eigenen Content und vor allem Statistiken, Links und Co. enthalten. Diese werde ich automatisiert rund um das Spiel publizieren lassen und euch somit die Möglichkeit geben, hier völlig frei das laufende Spiel zu kommentieren.

Ist das was?! ;-)

Zu 4.) Puh. Hier habe ich mir schon einmal die Zähne ausgebissen. Aufgrund der damaligen Recherche lasse ich ja die Comment-ID in den Kommentaren anzeigen, damit man zumindest eine Option hat, sich auf einzelne Kommentare zu beziehen. Das aktuelle Theme, dass mir erstens weiterhin sehr gut gefällt und zweitens schon jede Menge Arbeit enthält (in der Anpassung, da es ja eines der Worpress-Standard-Themes ist), möchte ich deshalb nur sehr ungern aufgeben. Sorry. Ich kann aber die Tage noch einmal recherchieren, ob nicht doch was möglich ist.

Zu 5.) Das ist ein Punkt. Über das Smartphone ist hier sicherlich mehr möglich, als es das Bloggen über dieses Gerät vermag. Will sagen: Ich versuch es!

Noch was vergessen? Nein? Dann bitte weitermachen und von den Neuerungen überraschen lassen. ;-)

Paules Crowd-Umfrage #1 – Allgemeine Zufriedenheit

Bitte ebenso fleissig wie ehrlich abstimmen, eure Meinung ist wichtig! Mir zumindest.

Wie zufrieden bist Du mit Breitnigge?

  • Sehr zufrieden. Aber besser geht immer. (55%, 213 Votes)
  • Wunschlos glücklich. Bitte nichts verändern. (21%, 82 Votes)
  • Hat stark nachgelassen. Früher war es besser. (8%, 32 Votes)
  • Jetzt auch noch bezahlen? Weg hier. (8%, 32 Votes)
  • Ist ok. Könnte besser sein. (8%, 27 Votes)

Total Voters: 386

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Ergänzendes Feedback (Was ist gut, schlecht, was soll/muss verbessert werden?) bitte in die Kommentare.

Paules Crowd oder Breitnigges Funding

Was ist das jetzt schon wieder?

Was, Crowdfunding? Das hier.

Aber der Reihe nach. Wenn ich allerdings nur wüsste, wo die Reihe anfängt. Vielleicht da: Ich finde den Gedanken faszinierend, dass man nicht wie früher – und ich habe diese Zeiten in der New-Economy-Blase vor mehr als 10 Jahren miterlebt – größere (Einzel-)Geldgeber von seiner Idee, seinem Projekt überzeugen muss, nein, man überzeugt einfach “die Masse”.

Wieso von einem Geldgeber 100.000,- Euro, wenn man auch von 100.000 Geldgebern 1,- Euro bekommen kann?

Gedankenspiele.

Ein anderer roter Faden für diesen Beitrag ist viel konkreter. Ich erziele mit meinem Weblog (und anderen Webseiten) Einnahmen. Werbeeinnahmen. Nicht die Welt, aber zumindest so viel, dass ich mir dafür extra einen Steuerberater nehmen musste, weil man da mit der Lieschen-Müller-Steuer-DVD-aus-dem-Aldi irgendwann nicht mehr weiter kommt und jede Menge Geld ans Finanzamt verschenkt.

Am Anfang waren diese Einnahmen ein Taschengeld, dass meine Kosten für den Betrieb meiner multiplen Aktivitäten im Netz deckten. Über die Jahre wurde es kontinuierlich mehr und führte sogar dazu, dass ich mir wieder diverse Live-Spiele in München leisten wollte, konnte, inklusive Flug und Hotel.

Und auch wenn ich diese Einnahmen nie als feste Einnahmen einkalkuliert habe – denn Werbeeinnahmen können von einem Monat auf den nächsten wegbrechen – gewöhnte ich mich schon ein wenig daran – klar, wer würde dies abstreiten.

Konkret ist es nun so, dass eine größere Einzelvermarktung definitiv zum Jahreswechsel wegfällt. In Zahlen bedeutet dies ca. 60% weniger Einnahmen. Kein Drama, aber es könnte durchaus sein, dass das Spiel gegen Arsenal, für welches zur Zeit eine Karte auf dem Weg nach Bonn ist, dass einzige Spiel in der Rückrunde bleiben wird.

Auch dies ist nicht schlimm – warum erzähle ich es dann überhaupt?

Weil ich meine Leser, meine Community, meine Crowd hier an meinen Lebensumständen teilhaben lassen will. Ich will euch alle mit einbeziehen. Zumindest möchte ich den Versuch starten, für mich persönlich herauszufinden, was für ein Potential in euch, meinen Lesern – ob treu oder neu – steckt.

Es soll jetzt noch gar nicht um ein professionelles Crowdfunding gehen, soweit sind wir noch nicht, aber ab und an befrage ich meine Leser zu diversen Themen – inzwischen fast schon eine Tradition. Diesmal bin ich noch gespannter als sonst, was dabei heraus kommt.

Über Geld zu reden ist ja – zumindest in Deutschland – immer so eine Sache. Und ich trete nun auch nicht als Bittsteller auf, damit ihr mir weiterhin “mein FCB-Fan-Leben” finanziert. Nein, mein Interesse geht noch einen Schritt weiter.

Ich selbst bin schon, seit dem ich im Internet und seinen Diensten aktiv bin, der Meinung, dass Arbeit ihren Preis und vor allem ihren Wert hat. Ich habe es nie als selbstverständlich empfunden, dass “im Internet alles kostenlos zu sein hat, weil es ja schließlich das Internet ist”. Hinter jeder (ok, fast jeder) Webseite steckt Arbeit. Mal mehr, mal weniger. Und diese Menschen machen dies nicht alle nur zu ihrem Privatvergnügen. Ich gebe zu, dass Breitnigge.de anfangs nur ein Hobby von mir war. Und das ist es auch heute noch. Aber ist ein Unterschied, ob man ein Blog “zusammen kloppt”, dass 50 Leser im Monat hat und es eigentlich egal ist, ob man Beiträge zum Spiel schreibt oder nicht, oder ob man ein Weblog mit teilweise um die 2.000 Lesern pro Tag am Leben halten will und es quasi “erwartet” wird, dass zu jedem Spiel ein Bericht folgt und am besten auch noch mit individuellem Stil, der sich von all den anderen Nachrichten-Quellen unterscheidet. Während man ganz nebenbei noch ein privates Familienleben mit Frau und Kindern und einen nicht minder fordernden Job hat.

Mich soll hier niemand falsch verstehen, ich mache all dies immer noch sehr, sehr gerne und werde es sicherlich auch noch eine lange Zeit so weiter machen, ich will nur illustrieren, was hinter diesen Zeilen oftmals für Anstrengungen stehen.

Im Übrigen nicht nur bei mir, es gibt da noch jede Menge andere, noch viel größere Webseiten, oder Blogs die noch viel mehr Arbeit erfordern, dahinter kann ich mich locker verstecken.

Wie gehen wir also vor und wo will ich hin?

Wir rollen das Pferd von hinten auf. Ich will zunächst einmal wissen, wie die allgemeine Zufriedenheit mit Breitnigge.de ist. Danach interessiert mich, ob ihr der ähnlichen Meinung wie ich seid, ob es für auch einen Wert darstellt, was hier so regelmäßig zu lesen ist. Und abschließend ein paar Fragen zu organisatorischen Dingen.

Was mir übrigens ebenfalls völlig klar ist: Sollten die Umfragen ergeben, dass ich meine obige Meinung exklusiv habe und keinerlei Bereitschaft besteht, meinen Gedanken zu folgen, werde ich das akzeptieren. So funktioniert Demokratie nun einmal. ;-)

Umfrage 1: Wie zufrieden bist Du mit Breitnigge?

P.S. Bevor ich das vergesse: Sollte das mit “Paules Crowdfunding” erfolgreich sein, wird Breitnigge.de natürlich werbefrei werden (und bleiben) – denn dann seid ihr ja meine “Financiers” und somit ein entscheidender Teil von Breitnigge.de. Analog zu App.net – dem “besseren” Twitter. ;-)