Mrz 14

Ehrlich gesagt bin ich fast müde, derlei immer und immer wieder zu erzählen. Es ist nur leider so offensichtlich.

Spiele gegen den FC Bayern sind kein Maßstab. Für irgendwas. Jedes Team macht das Spiel des Jahres – nur leider sagt dies so gar nichts über den Rest der Saison aus.

Abstiegskandidaten bringen mich da jedes Mal zur Weißglut.

Der FC Köln zum Beispiel.

In der letzten Woche noch feierte man eine – zugegeben – wirklich gute Halbzeit gegen unseren Verein als Auferstehung und Start einer regelrechten Serie.

Ferner lieferte PrinzPeng keine so guten 45 Minuten in drei Jahren beim FC Bayern insgesamt, wie in diesem, seinem ersten Heimspiel gegen uns.

Ich habe das ja kritisch gesehen und musste mich anfeinden lassen, ob meiner selektiven Sichtweise.

Und jetzt?

Nur eine Woche später fährt der große, große FC nach Mainz. Dem anderen Karnevalsverein.

Ab der 27. Minute spielte der jecke Verein vom Rhein in Überzahl. Das ist ein Problem. Zum einen weil der FC sowas wie Kreativität nicht besitzt (eher das Gegenteil) und zum anderen auch jeglichen Willen vermissen ließ das Spiel gewinnen zu wollen.

Schlimm. Für alle FC-Fans. Aber Schwermut ist ja für die “echten und wahren” Fans oft und gerne das Mittel der Wahl.

Selbst wenn PrinzPeng nach einem Strohfeuer in der letzten Woche wieder in seine – aus drei Jahren München bekannte – Lethargie und Verweigerungshaltung zurückgefallen ist.

Einfach nur bitter. Nicht, weil ich schon wieder Recht hatte (will ich ja nicht immer haben), aber für die kölsche Seele jetzt.

Soll’ nur niemand sagen, ich hätte es nicht gesagt.

Apropos gesagt. Was der Mainzer Präsident über PrinzPeng nach dem Spiel sagte, spricht auch Bände.

Lukas Podolski ist auf dem besten Weg, ein richtig unbeliebter Spieler zu werden. Darüber muss er sich aber nicht wundern, denn das, was er auf dem Platz macht, geht gar nicht. Ich kann ihm nur raten: Lieber Lukas, konzentriere dich endlich wieder auf deine Leistung. [...] Poldi erinnert mich an Boris Becker zu seinen schlechtesten Zeiten. Becker hat sich auch immer aus dem Rhythmus gebracht, wenn er zu viel gemeckert und seinen Schläger geschmissen hat. Dann hat er auch immer verloren

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Okt 04

“Der Plan musste sein, die Bayern ihrer Spielfreude zu berauben. Das ist nicht destruktiv, sondern konzentriert.”

FC-Meier im Rechtfertigungsrausch.

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Okt 04

Es ist bemerkenswert, wie schnell sich die Eindrücke eines Fans ändern können.

Vor etwas mehr als einer Woche, wähnte ich mich als Bayern-Fan noch mitten in einer herrlichen Serie. Sah ich mein Team auf dem direkten Weg an die Tabellenspitze der Bundesliga.

Zu Recht, wie uns die erste Halbzeit im Gastspiel in Hamburg glauben lassen wollte. Dann dieses überflüssige 0:1 und ein zwar gutes, aber torloses Anrennen gegen die ital. Defensivkünstler aus Turin.

Alles nicht so dramatisch. Dachten wir. Schließlich hatten wir die beste erste Halbzeit der Saison gesehen. Oder so.

Nach dem Heimspiel gegen die Soldo-Kicker aus der Domstadt, dass ich aufgrund diverser Gründe weder live noch über 90 Minuten sehen “durfte”, sieht die Welt auf einmal ganz anders aus:

Seit drei Spielen schießen wir einfach kein Tor mehr!

Ohne Tore kann man keine Spiele gewinnen. Ohne Tore kann man auf einmal einen Rückstand von acht Punkten auf die Tabellenspitze der Fußballbundesliga haben.

Einzelkritik kann ich – mangels Bildervielfalt – nicht üben. Per Sms-Ticker erfuhr ich von einem grottigen Kick.

Was den Spielbericht in Sportschau und Sportstudio betrifft, haben sich die Kölner – im Rahmen ihres letztmalig ermauterten 2:1-Sieg in München noch einmal verbessert:

Der erste Riegel von sechs Spielern erwartete die Bayern am 16-Meter-Raum, die restlichen Geißböcke bewachten den 5-Meter-Raum.

Die meisten Breitnigge-Leser wissen hoffentlich, was ich von derlei “Fußball” halte – noch viel weniger halte ich allerdings von meinen Bayern, dass es ihnen seit Jahren nicht (mehr) gelingt, derlei Bollwerke zu knacken und ich mir seit gefühlten Ewigkeiten solche (Trauer-)Spiele anschauen muss.

Schlimm. Ist gar kein Ausdruck.

Natürlich gab es mit der Verletzung von Robben und der Nicht-Fitness von Ribbéry wohl einen Bruch in unserer schönen, neuen 4-3-3-Welt. Aber muss das als Entschuldigung für alles herhalten??

Die restlichen 24 Spieler in unserem Kader können auch Fußball spielen, oder?

Im Laufe der Woche habe ich mich ebenfalls gefragt, ob das neue 4-3-3-System unsere “Alt”-Stürmer vielleicht lähmt, zu sehr unter Druck setzt. Weil die Konkurrenz-Situation von fünf Spielern für eine Planstelle nicht funktionieren kann, aber was soll unser Trainer machen, wenn die grundlegensten Dinge nicht mehr funktionieren?

Einen Ball aus 3, 4, oder 5 Metern einfach nur ins Tor zu zimmern?

Da machst Du nix.

Klar, das Boulevard hat seinen Spaß. Die neueste Statistik ist die torlose Zeit des Gesamtvereins. Na dann.

Ich kann darüber nur noch bedingt lachen.

Die Herbstmeisterschaft scheint so wohl offenbaur kaum noch möglich und ob wir in der Rückrunde unsere Aufholjagd endlich starten, bezweifle ich aktuell. Leider.

Noch mehr Geld in die Hand nehmen?

Keine Ahnung.

Die Sommer-Vorbereitung einfach bis in den Winter verlängern? Wäre eine Möglichkeit. Wird als Ausrede ja in diesen Tagen immer wieder gerne genutzt.

Ich habe zumindestens für die nächsten Tage den Kaffee auf.

Zum Glück ist Länderspielpause (das ich das mal sagen würde) und die Verletzung Robbens wirkt sich so nicht so stark auf den Spielplan aus. Wie zuvor befürchtet.

Irgendwas muss sich ändern. Was, dafür fehlt mir im Moment der Überblick.

Bezeichnend ist, dass ich diesem Kommentar hier fast schon zustimmen muss…

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Jul 14

“Wir brauchen Verstärkungen. Die Saison wird schwer genug.”

Lukas – Neu-Messias – Podolski, seines Zeichens so teuer wie 3-4 potentielle Kölner Neuzugänge.

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Mai 21

“Ich habe beim FC Bayern einen unglaublich großen Schritt nach vorne gemacht und mich als Mensch und Fußballer enorm weiterentwickelt”

Lukas Podolski, Exil-Kölner.

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Feb 22

Der Zustand der kritischen Masse hat sich zwar seit gestern leicht gebessert, trotzdem sehe ich keinen Anlass meine spontane Wortwahl zu überdenken.

Ich hätte mir ja schon was denken können. Als ich sah, wer dieses Spiel als Schiedsrichter leiten sollte. Rafati.

Da war doch was. Stimmt. Bochum. 3:3. Ein böses Omen?

Teilweise. Später dazu mehr. Ebenso wie zur phasenweise mehr als schlechten, wenn nicht zu sagen erschreckend schwachen Vorstellung der bayerischen Kicker gegen den bisherigen Tabellenelften.

Zunächst einmal möchte ich mich um etwas ganz anderes kümmern.

Den sogenannten Bayern-Bonus, -Dusel und was draus geworden ist.

Sollte es so etwas überhaupt jemals gegeben haben und nicht nur in den Köpfer einiger verwirrter Fußballanhänger, dann bekommen die Bayern es in dieser Saison aber mächtig heimgezahlt, oder?

Es geht hier gar nicht um Verschwörungstheorien und ich bin auch weit davon entfernt Schiedsrichtern und deren Assistenten hier Absicht zu unterstellen, aber die Liste liest sich inzwischen schon wie ein Who-is-who der Fehlentscheidungen. Grundlagen-Kurs, Schiedsrichterlehrgang DFB/DFL.

Diese Liste – um mich hier nicht angreifbar machen zu lassen – kommt übrigens nicht von mir (dafür habe ich schon seit einiger Zeit keine Ressourcen mehr), nein, Sie kommt von den Freunden der Wahren Tabelle.

Und laut deren Übersicht haben die Bayern heuer zwar auch Tore und einen Elfmeter “geschenkt” bekommen, aber entscheidende Fehler kosteten die Klinsmanntruppe inzwischen fünf Punkte. Tabellenführung. Und zwar klar.

Allein Kloses gestrige 1:0. Wie – um Himmels willen – kann man da als Schiedsrichter-Assistent auf Abseits entscheiden? Das war so klar kein Abseits, dass es schon beim Zuschauen weh tut. Mir zumindestens.

Und mit einem 1:0 im Rücken, wäre das Spiel eventuell ein klein wenig anders verlaufen.

Aber die Schiedsrichter-Entscheidungen in dieser Saison sind bestimmt und auf gar keinen Fall die Ursache für die Probleme der Münchner mit der Tabellenführung. Ein Grund vielleicht. Unter vielen (gar nicht erst will ich über die beiden Elfmeter-würdigen Situationen (Petit gg. Klose und Broich gg. Donovan) reden).

Womit wir zu Punkt zwei auf meiner persönlichen Liste kommen: Der Chancenverwertung.

Meine Güte. Was sind die Bayern in dieser Spielzeit schlecht im Verwerten ihrer Torchancen. Kein Team hat offenbar mehr Großchancen. Wahrscheinlich wären wir ebenfalls schon mit Abstand Spitzenreiter, wenn wenigstens hier die Quote besser wäre.

Im gestrigen Spiel gab es allerdings noch nicht einmal etwas, was man dieser Kategorie zuschreiben könnte! Oder kann sich jemand an Großchancen wie z.B. im HSV-Spiel erinnern?

Ein zweiter Grund.

Der dritte und entscheidende Grund, zu dem kommen wir jetzt.

Die Mannschaft (und hier sollten Leser, denen Kraftausdrücke nicht so zusagen, besser aufhören)!

Zunächst mal in der Einzelkritik.

Rensing: 3

Im Gegensatz zum HSV- und Hertha-Spiel an keinen entscheidenden Gegentoren beteiligt, dafür war der FC auch wirklich zu ungefährlich. Deshalb diesmal eine neutrale Bewertung.

Lahm: 3

Solide Leistung, aber nicht überragend. Rannte sich auch immer wieder im kölschen Abwehrbollwerk fest.

Demichelis: 4

Ließ sich von van Buyten anstecken und erinnerte an seine schlimmsten Ausfälle zu Beginn seiner Bayern-Zeit. Ich befürchte seine Formkurve zeigt steil nach unten. Soviel Unsicherheit, so wenig gutes Stellungsspiel.

van Buyten: HZ1: 6, HZ2: 4, insgesamt also: 5

Heilige Scheiße. Was van Buyten in HZ1 gezeigt hat, habe ich ja seit Kuffour und Babbel auf dieser Position nicht mehr gesehen! An jedem Gegentor der Kölner ursächlich beteiligt (1,5 Fehlpässe zum Gegner, vor dem 0:2 im eigenen 5er auf Raumdeckung umgeschaltet). Und dafür lasse ich auch die fehlende Spielpraxis nicht gelten. Das mag für die belgische Nationalmannschaft reichen, nicht aber für den FC Bayern.

In HZ2 dann ein besseres Bild. Und noch später, als er Mittelstürmer spielte, steckte er in Sachen Engagement und Gefährlichkeit nicht nur Klose, Donovan und Podolski in die Tasche, nein, er hätte fast auch noch den Ausgleich erzielt. Unfassbar. Somit konnte er sich zumindestens auf eine Gesamtnote 5 retten…

Oddo: 3

Schlimm genug, dass ich einen wie Oddo loben muss. Auch wenn es nach Lell auf jeden Fall nur besser werden konnte. Aber was der Flanken-Italiener gegen Köln anbot war tatsächlich gar nicht so schlecht. Zumindestens offensiv war das gestern im Rahmen.

Die eine oder andere gute Flanke und Zug nach vorne. Das es defensiv, im Spiel eins gegen eins und in der generellen Ballsicherheit Probleme gab, ist man von dieser Seite bei den Münchnern ja gewohnt. Von daher: Fast schon ein Lichtblick, allein, so hat er in der Hinrunde auch anfangs gespielt und danach ging es nur noch bergab, bis zum Gipfel in Stuttgart.

Zé Roberto: 4

Zé ist ein Phenomän. In jeder Hinsicht. Seine Kunst braucht immer wieder Pausen. Gestern war so eine. So fiel auch ihm keine Lösung der 10-0-0-Aufstellung der Kölner ein. Schade.

ab 65. Borowski: 4

Sein Einsatz brachte mir die Hoffnung auf Jokertore. Diesem Image wird Borowski aber immer weniger gerecht. Fiel nicht weiter auf. Keine Fehler, aber auch keine erinnerungswürdigen Aktionen.

van Bommel: 4

Ach, der Mark. Auf der anderen Seite: Im Gegensatz zu vielen seiner Mitspieler ist er wenigstens gelaufen. Und zwar jede Menge. Allein, zumeist den Gegnern hinterher und somit höchst ineffizient. Wo ist nur Deine Stärke der Vorsaison hin, Mark?

Normalform sieht anders aus und so gibt es auch keinen Grund den Vertrag zu verlängern. Egal ob um ein, zwei oder drei Jahre. Schade.

Schweinsteiger: 5-

Herrschaftzeiten. Ist er jetzt etwa vom Pizarro-Syndrom befallen? Nach Vertragsverlängerung immer nur noch schlechter zu werden?

Heilige Scheisse war das schlecht, was derBastian in HZ1 angeboten hat.

Hat er überhaupt einen Zweikampf gewonnen? Jeder Ball landete doch nach 10 Sekunden direkt wieder beim Gegner, was dieser wiederum direkt in einen Konter ummünzte. Für diese Frechheit, die er selbst wohl als Leistung bezeichnen würde, sollte er tatsächlich mal für zwei, drei Spiele auf de Bank.

Unfassbar. Und während des Spiels hatte ich noch ganz andere Gedanken über ihn…

ab 46. Altintop: 3

Klare Verbesserung zum Katastrophen-Schweinsteiger. Um 100% (Ballsicherheit, Zweikampfverhalten). Nicht nur die Flanke zum 1:2 geschlagen, nein, jetzt hoffentlich auch in den Augen Klinsmanns der Top-Kandidat für die Startelf auf dieser Position.

Ribéry: 4-

Bei unserem Franck habe ich mich lange zurückgehalten und aufgrund seiner Fähigkeiten, seiner Verdienste und seiner Wichtigkeit für unser Spiel, den Mantel des Schweigens über seine zuletzt gezeigten Leistungen gelegt.

Gestern allerdings ist mir da der Kragen geplatzt. Bei allem Respekt: Das war ein großer Haufen Scheisse, Herr Ribéry.

Ribéry spielt nur offensiv. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er bleibt bei Ballverlust zumeist an der Mittellinie stehen und schaut seinen Mitspielern hinterher. Er erobert keine Bälle (mehr) zurück. Und rennt sich immer wieder fest, anstatt über eine Veränderung seiner Spielweise nachzudenken. Inzwischen sollte nämlich auch der letzte Defensive der Liga die Wege und Finten Ribérys auswendig kennen…

Ribéry ist ein ausserordentlicher Spieler mit einem Weltklasse-Repertoire. Aber er ist kein Spielmacher und kein Leader. War vielleicht bekannt. Was wir jetzt erst wissen, ist aber, dass er schon ein wenig eine Diva ist. Wenn ich sehe, wie eingeschnappt er teilweise reagiert, wenn einer seiner (dummen) Mitspieler bei seinen Aktionen mal wieder nicht mitspielen konnte – sowas geht nicht. Da hat man den Eindruck, Ribéry betrachtet Mitspieler nur als Doppelpass-Prellwand.

Es kann nicht sein, dass unser Spiel, unser Erfolg so sehr von den Launen des kleinen Franzosen abhängig ist!

Herr Klinsmann, übernehmen Sie.

Klose: 3-

Was hätte es für ihn für ein Spiel werden können, wenn man ihm nicht sein 1:0 geklaut hätte? Zumindestens ein besseres. Unauffällig wie zuletzt meistens, aber trotzdem mit erster Groß-Chance des Spiels (70.Min.?) zu einem weiteren Tor, welches lediglich die gute Reaktion des Kölner Keepers verhinderte.

Naja.

Podolski: 5

Was war das denn, Podolski? Ein Schuss auf’s Tor, ansonsten Standfußball? Selbst wenn man die lange Pause und die damit verbundene fehlende Spielpraxis berücksichtigt: Alter, das ging gar nicht!

Was sollte das Gelaber, bis zum Schluss, Gas und sowieso alles für den FC Bayern geben zu wollen? Selten zuvor zeigte sich, wie wenig ein Podolski – von seinen Fähigkeiten und seiner Einstellung – zum Klinsmann-Klub passt.

Schlimm. noch schlimmer, dass wir auf so’ne Type bis zum Saisonschluss angewiesen sind!

ab 46. Minute Donovan: 4

Es wird Zeit das er geht. Bemerkt, dass er auf dem Platz stand, hat man ohnehin nicht. Seine beste Aktion war noch, dass er beim Novakovic-Kopfball auf der Linie stand. Vielleicht wäre alles ganz anders verlaufen, wenn er diesen Ball in der letzten Woche gegen Hertha versenkt hätte. Hat er aber nicht. Diesmal gab es noch nicht mal ‘ne Chance. Zum Glück ist uns das noch aufgefallen, bevor wir den Amis die Euros in den Rachen geworfen haben!

Zusammenfassung und generell zur Mannschaft:

Man merkt eben erst, wie sehr jemand fehlt, wenn er fehlt. Luca Toni zum Beispiel, oder Lucio. Der zweite Anzug scheint nicht so richtig zu passen. Und auch wenn ein Ribéry eine Diva ist, so braucht er doch Unterstützung. Ferner wiederhole ich mich da gerne: Wenn zwei bis vier Spieler auf Ribéry draufgehen, wo sind dann bitte die dann freien Mitspieler?

Nein. An einzelnen Spielern kann man es eigentlich nicht festmachen. Es ist die Einstellung, die Motivation. Und hier kommt Klinsmann ins Spiel. Dafür ist er nämlich zuständig. Und bekannt.

Sieht man ja auch immer. In der zweiten Halbzeit. Jetzt wäre es wichtig, dass mal von Anfang an zu erreichen.

Aber wieso hat jetzt der FC in München gewonnen?

Weil sie gerannt sind. Wie die Bekloppten. Alle für einen, einer für alle. Sie waren ein Team, nicht nur eine Ansammlung von starken Indiviualisten!

Abschließend:

Ausgerechnet Daum, ausgerechnet der FC und ausgerechnet nach 4.011 Tagen.

Aber wie Herr Daum es ja so schön gesagt hat: Irgendwann endet jede Serie. Und “Angst” vor eben genau dieser Situation, dass Daum einmal beim FC Bayern, bei Uli Hoeneß gewinnen könnte, habe ich schon seit Jahren nicht mehr. Dafür ist in der Beziehung zwischen mir und dem FC, seinen Verantwortlichen und seinen Fans schon lange die Kontroverse raus. Da gibt’s ganz andere Teams, gegen die eine Niederlage viel schwerer wiegen würde.

Für mich.

Für den FC Bayern ist jede Niederlage gleich schmerzvoll.

In diesem Sinne: Auf ein Neues in Lissabon!

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Feb 20

Als Bayern-Fan erlebt man ja in dieser Rückrunde aktuell ein Wechselbad der Gefühle. Siege kurz vor Schluss (BVB). Niederlagen trotz teilweiser massiver Überlegenheit, gepaart mit erschütternder Unfähigkeit vor des Gegners Tor (Hertha, HSV).

Deshalb stehen die Bayern auch noch nicht auf Platz 1 sondern 4.

An diesem Wochenende könnte es, dem Gesetz der Serie folgend, wieder nach oben gehen.

Wieso das?

Na weil diverse Spitzenteams imho vor schwierigen Aufgaben stehen.

Überraschungs-Tabellenführer Hertha muss zu Magaths Wölfen (und die wollen ja auch dringend oben angreifen), Überraschungsaufsteigerundtabellenführerverfolger Hoffenheim zum Derby(?) nach Stuttgart und der Dusel-HSV nach Düsseldorf zu den Leverkusenern.

Die Bayern ihrerseits treffen entweder auf einen Turbo-FC aus Kölle, oder verkaterte, vom Karnevals-Heimweh geplagte Spieler, die vielleicht doch noch mal in den Abstiegsstrudel geraten.

Alles ist drin, aber meine Glaskugel sagt mir, dass an diesem Wochenende mehr Chancen als Gefahren lauern.

Enttäuscht mich nicht, Ihr Ribérys, Kloses, Zé Robertos, Rensings, Schweinsteigers und Podolskis!

Meine Tipps:

VfL Wolfsburg – Hertha BSC 2:2
VfB Stuttgart – 1899 Hoffenheim 2:1
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 3:2
Bayern München – 1. FC Köln 4:2

Unrealistisch?

Nicht unbedingt. Aber die Tabelle sähe danach zumindestens so aus:

Glaskugel Tabelle Bundesliga nach 21. Spieltag

[via Kicker-Tabellenrechner]

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Jan 25

“Ich will hier Gas geben und mit Bayern Meister werden, den Pokal und vielleicht die Champions League holen.”

Prinz Poldi, demnächst wohl längere Zeit ohne Titelgewinn…

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Jan 18

Hoeneß sagt, dass morgen wohl Vollzug gemeldet werden wird.

Offenbar haben die Kölner die letzten 2,50 Euro aufgetrieben und die Bayern nun bekommen, was sie wollten. Die Kölner natürlich auch: Ein aufgewärmtes Sommermärchen.

Das Beste an der Meldung ist allerdings das hier:

Trotzdem müssen die Rheinländer noch aufpassen, denn der Vierjahresvertrag bis 2013 kommt nur zustande, wenn die “Geißböcke” in der Bundesliga bleiben und nicht in die Zweite Liga absteigen.

Auf was soll ich da jetzt hoffen? Auf einen Abstieg der Kölner, damit ich meine Fahrstuhl-Einschätzung der Domkicker nicht revidieren muss oder auf einen Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse, damit wir endlich diesen Anti-Fußballer Störfaktor loswerden?

Schwierig.

Zumindestens sind die Diskussionen jetzt wohl beendet. Das reicht mir für’s Erste.

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Jan 10

Ich denke wir erleben die letzten Tage des kölschen Prinzen an der Isar. Jemand anderer Meinung?

Klinsmann bestätigte schon mal den Abschied, Hoeneß geht von einer baldigen Einigung mit Köln aus und Podolski gibt wie zur Belohnung bekannt, dass er “in den letzten Monaten noch alles geben will”.

Ehrlich gesagt, habe ich daran überhaupt kein Interesse. Wenn ich daran denke, dass er dies – hoffentlich – schon seit drei Jahren in München versucht.

War das bisher Dein “Alles”, Lukas?

Dann setz’ Dich bitte auf die Tribüne und überlasse Deinen Jokerplatz dem Landon.

Wer das jetzt wie billiges Nachtreten empfindet, der mag gerne mal in meinen Blogbeiträgen der letzten Jahre schmökern, dass ich Podolski wirklich lange die Stange gehalten, ihn verteidigt habe. Aber irgendwann ist Schluss.

Jetzt mal völlig aussen vorgelassen, dass viele ohnehin denken, dass die Bayern hier mal wieder ein großes Talent (wenn nicht das größte deutsche Talent aller Zeiten) kaputtgemacht haben, muss man sich doch mal ein paar Fragen stellen dürfen, oder?

1. Woher sollten die Bayern 2006 wissen, dass Podolski bei keinem anderen Verein als dem 1.FC Köln klar kommt und seine volle Leistungsstärke abrufen kann?

2. Wieso sollten die Bayern nicht davon ausgehen, dass sich ein Fußballprofi, wenn er – mit fürstlichem Gehalt ausgestattet – drei Jahre lang unter Top-Bedingungen arbeiten, trainieren, spielen und lernen kann, einfach mal weiterentwickelt?

Für mich hat Podolski heute noch die gleichen Schwächen wie 2006 – will man das ernsthaft den Bayern anlasten? In dieser Zeit hatte er drei Trainer beim FC Bayern, allesamt keine Laufkundschaft, noch dazu zum Schluss seinen Förderer in der Nationalmannschaft und es verbesserte sich wirklich gar nichts?! Unfassbar.

Diese Einstellung zum Beruf sollte Warnung genug sein. Für den kölschen FC. Aber auch für alle anderen Vereine. Oder plant Podolski mit 23 schon sein Karriereende am Dom?

3. Köln ist nun in der Podolski-Falle.

Behält dieser die Einstellung der Bayern-Jahre, geht’s mit ihm weiter bergab. Schlägt er nicht sofort ein wie ‘ne Bombe, gerät die Führungsriege des Vereins aber sowas von unter Druck (denn verkauft bekommt man Podolski nach dieser bayerischen Erfahrung und der resultierenden Konsequenz, dass er nur in Köln funktioniert, ohnehin nicht mehr) und beginnen vielleicht einige Anhänger doch mal mit so etwas wie Reflektion. Ich wünsche Podolski und den Kölnern jetzt nicht unbedingt diesen Super-GAU, aber wie soll ich mir sonst unsere gemeinsamen drei Jahre erklären?

4. Wie kann es sein, dass ich das heutige Testspiel der Bayern im Wüsten-Trainingslager sehe (also jetzt nur die zweite Hälfte der ersten Halbzeit) und dabei einen Landon Donovan beobachte, seines Zeichens Weltstar in dieser amerikanischen Zirkusliga und schon einmal in Deutschland gescheitert, aber trotzdem um ein vielfaches spritziger, spielfreudiger, eingebundener, und schusssicherer (beidfüßig!) als ich es von Lukas P. seit Monaten angeboten bekam?

Wie kann das sein, Lukas?

5. Wie kann das sein, Lukas, dass ich heute Meldungen lese, dass unser Trainer Dir vorwirft, dass Du den Kampf offenbar nicht angenommen hast? Das Du eben bisher nicht alles gegeben hast?

Den Kölnern ist das alles egal.

Die feiern – habe ich ebenfalls heute abend gelesen – schon erste Comeback-Parties. Aus deren Sicht verständlich – hoffentlich ist der Kater danach nicht allzu groß…

Die ursprüngliche Idee zu diesem “Abschiedsbrief” kam mir aber aufgrund eines Kommentars in der FTD (ich verlink’ den mal, obwohl ich weiß, dass deren Deep-Links irgendwann verschwinden).

Allein die Überschrift sprach mir aus der Seele:

“Podolski: Für großen Fußball zu klein”

Und ja, auch hier wurde die Frage gestellt, wieso es beim FCB oft so ist, dass Talente dort nicht zünden – ein Thema für einen eigenen Beitrag, aber sicher keine grundlegende Tendenz, gibt es doch auch genug Gegenbeispiele.

Ich zitiere hier einmal meine Lieblingszeilen von Herrn Kintzinger.

Was für ein Trauerspiel: Podolski ist eines der größten Stürmertalente, die der deutsche Fußball in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Er hätte ein Großer werden können. In anderen Ländern sind vergleichbare Talente in Podolskis Alter längst Weltstars: Cristiano Ronaldo (Manchester United) etwa oder der noch jüngere Lionel Messi (FC Barcelona). “Poldi” aber hat die dann insgesamt drei Jahre seiner Karriere in München verschenkt. Hat wenig gespielt, hat sich nicht weiterentwickelt. Und kickt fortan in der deutschen Fußballprovinz mit dem 1. FC Köln gegen den Abstieg.

Die Schuld dafür trägt er erst einmal selber. Schließlich darf man von einem extrem hoch bezahlten Profi erwarten, dass er seine Leistung auch abruft, wenn der Rhein nicht vor der Haustür liegt. Podolski aber fremdelte von Beginn an in München, hatte weder Lust noch die intellektuelle Fähigkeit, sich dort zu akklimatisieren.

[...]

Die Rückkehr zum 1. FC Köln manifestiert den sportlichen Stillstand des Lukas Podolski. Er mag sich nicht einmal der Herausforderung stellen, für einen Verein wie den Hamburger SV zu spielen, der ziemlich verlässlich im Europacup vertreten ist. Von Top-Klubs in Italien und England, die auch Interesse an einer Verpflichtung des Stürmers signalisiert hatten, ganz zu schweigen.

Es ist wohl so: Lukas Podolski ist für den großen Fußball schlicht zu klein. An seiner Körpergröße von 1,80 Metern liegt das nicht.

Mehr fällt mir dazu eben auch nicht mehr ein.

Trotzdem alles Gute, Lukas.

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