BL 2014/15 #04 Hamburger SV – FC Bayern

Die letzten fünf Spiele (Historie):

Saison 2013/14
03.05.2014 Hamburger SV – FC Bayern 1:4 (0:1)
Saison 2012/13
03.11.2012 Hamburger SV – FC Bayern 0:3 (0:1)
Saison 2011/12
04.02.2012 Hamburger SV – FC Bayern 1:1 (1:0)
Saison 2010/11
22.10.2010 Hamburger SV – FC Bayern 0:0 (0:0)
Saison 2009/10
26.09.2009 Hamburger SV – FC Bayern 1:0 (0:0)

Aufstellung:

Neuer – Dante, Robben, Shaqiri, Rafinha, Pizarro, Boateng, Bernat, Lahm (K), Alaba, Hojbjerg

Auswechselbank:

Reina – Alonso, Benatia, Lewandowski, Götze, Rode, Müller

Was zu erwähnen wäre / Nachbericht:

- Ich wiederhole mich: Diese Hinrunde wird schwierig.

- Wer Siegesserien erwartet, verkennt die Realitäten

- Warum Spieler wie Shaqiri Einsatzzeiten fordern, Wechsel forcieren, dann aber kaum Gründe für Aufstellungen liefern, weiß man nicht

Weitere Links:

Miasanrot.de

BL 2013/14 #16 FC Bayern – Hamburger SV

Spiel: FC Bayern – Hamburger SV
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Hamburg

Saison 2012/13
30.03.2013 FC Bayern – Hamburger SV 9:2 (5:0)

Von Ex-Angstgegnern und Nicht-Meisterschaften

Was war das für eine Serie. 2005 ging es los. In Hamburg. Aber auch die Heimspiele. Eins schlimmer als das andere. Zwei Niederlagen, zwei Remis zwischen 2006 und 2008. Erst Anfang 2010 die Erlösung. Erlösung auch von jeder Menge Häme aus der hanseatischen Fan-, Blogger- und Twitterer-Ecke.

All dies scheint Lichtjahre entfernt. Die letzten Heimspiele gegen den SV aus Hamburg: 1:0, 6:0, 5:0 und am Samstag eben… 9:2! Ein epochales Spiel, ein Ergebnis wie ein Donnerhall. Einerseits. Andererseits sind diese Werte so dermaßen verwirrend, dass man sich kaum vorstellen mag, was passiert wäre, wenn die Bayern in HZ1 ihre zusätzlichen Chancen genutzt und den berechtigten Elfmeter bekommen hätten. Ich schätze mal – insofern wir voraussetzen, dass unser Torhüter seine Pfosten bei Eckbällen (nach Chelsea und Arsenal) endlich(!) einmal abdecken lassen würde – 12:0, 15:0?

Diese Zahlen klingen so albern, dass man sich kaum vorstellen kann, dass das Spiel wirklich so hätte laufen können. Warum nur? Weil die Bayern dieses Spiel ernst genommen haben. Und die Hamburger schlichtweg überfordert waren. Einige Hamburger – besonders in der Defensive – hätten sich sicherlich beim Binden der Schnürsenkel die Finger gebrochen. Es gibt solche Tage. Wenn man top motivierte Bayern einfach mal über die volle Distanz spielen lässt, dann kommt halt so etwas dabei heraus.

Was Fink, Arnesen, oder wer noch so alles was beim HSV zu sagen hat, daraus machen, soll nicht meine Sorge sein, ich schaute einfach nur über die volle Distanz mit offenem Mund diesem Treiben auf dem Münchner Rasen zu. Mit wachsender Begeisterung. Diese Begeisterung hatte fast ausschließlich mit meiner Mannschaft zu tun, Häme war mir hier völlig fremd. Wozu auch? Wenn das eigene Team mit solcher Inbrunst mit dem Gegner Katz und Maus spielt, überstrahlt die Freude darüber alles.

Erwähnen sollte man nämlich ferner, dass ich eine derartige Leistung, ob des HSV (zweimal gegen den BVB gewonnen in dieser Saison!), unserer 1b-Elf auf dem Platz, Juventus und der – an diesem Abend – nicht zu gewinnenden Meisterschaft im Kopf, nicht erwartet hätte. Ehrlich. Und zunächst sah es ja – bis zur 20. Minute auch danach aus. Zwar führten wir, dank einer sehr guten Einzelleistung des Sportkameraden Shaqiri, verdient und früh mit 1:0, aber danach vermochte es der HSV, kein weiteres Tor zuzulassen. Oder lag auch dies an uns? Wie auch immer. Mit dem 2:0 brachen alle Dämme. Überhaupt war dieses Tor sinnbildlich für das Spiel. Die Bayern frischer, die Bayern schneller, die Bayern mit aller Macht und Konsequenz, die wir Fans uns in allen Spielen dieser Saison gewünscht hätten. Aber gut, es sind Menschen.

Saison 2011/12
20.08.2011 FC Bayern – Hamburger SV 5:0 (3:0)

Der 71-Prozent-Robben oder Mitleid mit den Hanseaten

Ich war mehr als überrascht. Aber phasenweise hatte ich im Laufe der ersten Halbzeit unseres Heimspiels gegen den hanseatischen SV aus Hamburg Mitleid. So hilflos agierte unser Gegner. Für möglich gehalten hätte ich derlei Emotion nicht mehr. In meinem Fußballfan-Leben. Man lernt immer wieder hinzu.

Und die aktuelle Serie gefällt mir auch mehr als gut. Kunststück. Die davor war schließlich übel genug.

Seit zwei Jahren (oder vier Spielen) hat der HSV kein Tor mehr gegen uns geschossen. Wir hingegen zwölf erzielt. Drei Heimspiele in Folge insgesamt zwölf zu null gewonnen.

Aber kommen wir mal zum gestrigen Spiel.

Viele waren vor dem Anpfiff mehr als irritiert. Über DonJupps Schachzug. Mit van Buyten und Timoschtschuk. Ich auch. Und in den Tagen zuvor erst. All der Frust über die möglicherweise erneut verletzten Robben und Ribéry.

Und dann das.

Freistoß Robben, Kopfball van Buyten, Ribéry, Traumtor Robben. Ferner Pfosten Gomez, Müller und Alleingang Müller.

Ein sechszunull wie in der Vorsaison schien schon zur Halbzeit möglich.

Zur allgemeinen Überraschung traten die Oenning-Kicker zum zweiten Abschnitt an und die Bayern gewährten ihnen – wie schon in HZ1 – fünf Minuten Mitspielrecht.

Für einige wird all das überheblich klingen. Vor allem für einige HSV-Fans. Aber die können das Spiel nicht gesehen haben, denn es war tatsächlich so dermaßen eindeutig dass es weh tat. Vor allem den Hanseaten.

Andererseits. Selten war eine Mannschaft so im Umbruch wie dieser HSV. Ok, vielleicht jedweder Magath-Verein nach dessen Verpflichtung, aber sonst?

Buchstäblich der halbe Kader wurde ausgewechselt. Und mit jungen Nachwuchskräften zusammengewürfelt. Das bekannte Ergebnis kommt da vielleicht doch nicht so überraschend.

Sei es drum.

Saison 2010/11
12.03.2011 FC Bayern – Hamburger SV 6:0 (1:0)

So macht das keinen Spaß, liebe Hamburger oder Nicht meine Südkurve

Was gab es in der jüngeren Vergangenheit nicht für Spiele gegen den HSV. Mit ebenso glücklichen wie unverdienten Siegen oder Punktgewinnen für den HSV.

Und dann so ein Kick wie am Samstag? Nein, liebe Hamburger, so machen Siege gegen Euch keinen Spaß. Wenn Ihr Euch so dermaßen aufgebt.

Und Häme liegt mir so natürlich auch fern. Vor allem gegenüber den üblichen Verdächtigen. Aber auf einen Verein, der so dermaßen am Boden liegt, da tritt man nicht drauf. Da hat man Mitleid. Auch wenn es sich der HSV größtenteils selbst zuzuschreiben hat, dass man – nach außen, wie nach innen – so desolat auftritt.

All dies sind allerdings nicht meine Sorgen. Und das ist gut so. Wir haben eigene. Und die sind auch nach einem 6:0-Sieg nicht kleiner geworden.

Aber der Reihe nach.

Zunächst sah es ja so aus, wie man beide Mannschaften nach dieser lahme-Enten-Woche auch erwarten konnte. Schlimm.

Und ja, das Spiel ist jetzt schon ein paar Tage her, aber wieso sollte ich vergessen, wie schlecht z.B. die Sportskameraden Lahm, Schweinsteiger, Kroos und Pranjic gespielt haben?

Es ist sicher eine Leistung, wenn man 100 Spiele am Stück absolviert. Aber wie wäre es, wenn wir mal die Sichtweise drehen und darüber nachdenken, ob es vielleicht schlicht und einfach nur einen Grund gibt, weshalb unser “Kapitän” Lahm so lange auf dem Platz stand: Fehlende Alternativen.

Meiner Meinung und Beobachtung nach kann der Leistungsgedanke hier schon lange nicht mehr der Gradmesser für eine Position in der Startelf sein. Übel, was derPhilipp sich da in der ersten Halbzeit so für Fehlleistungen erlaubt hat.

Nicht weniger schlimm der Auftritt von Herrn Kroos. Ich kann mich – bis die Mannschaft durch den Dreifach-Robben euphorisiert wurde – kaum an gelungene Situationen unseres Ex-Leihspielers erinnern. Wie kann man nur so viel Power und Qualität nach einer Ausleihe verlieren? Mir unbegreiflich.

Sein Pendant Schweinsteiger war zwar bemüht, aber viel besser als zuletzt war das Gezeigte nun doch erneut nicht. Und somit stand dem Krisen-HSV in der Anfangsphase – wie fast jedem Gegner der letzten Wochen – Tür und Tor offen auf unseres zu marschieren. Was man auch ausgiebig tat. Allein die eigene Hilflosigkeit verhinderte einen Rückstand für die van-Gaal-Kicker.

Herr Pranjic erwähne nicht noch einmal gesondert – alles wie immer.

Positiv – und das ist eben bemerkenswert – stach unsere Innenverteidigung heraus!

Natürlich hatten Herr van Buyten und Herr Gustavo noch nie zusammen gespielt (wie auch – als der eine zuletzt in der Startelf stand, war der andere noch gar nicht im Verein), aber zum einen die Harmlosigkeit und Fehlende Wendigkeit der Hamburger (van Buyten) und die eigene aktuelle Stärke (Gustavo) waren am Samstag eine gute Mischung. Gut. Oder zumindest besser als andersherum.

Von Ex-Angstgegnern und Nicht-Meisterschaften

Was war das für eine Serie. 2005 ging es los. In Hamburg. Aber auch die Heimspiele. Eins schlimmer als das andere. Zwei Niederlagen, zwei Remis zwischen 2006 und 2008. Erst Anfang 2010 die Erlösung. Erlösung auch von jeder Menge Häme aus der hanseatischen Fan-, Blogger- und Twitterer-Ecke.

All dies scheint Lichtjahre entfernt. Die letzten Heimspiele gegen den SV aus Hamburg: 1:0, 6:0, 5:0 und am Samstag eben… 9:2! Ein epochales Spiel, ein Ergebnis wie ein Donnerhall. Einerseits. Andererseits sind diese Werte so dermaßen verwirrend, dass man sich kaum vorstellen mag, was passiert wäre, wenn die Bayern in HZ1 ihre zusätzlichen Chancen genutzt und den berechtigten Elfmeter bekommen hätten. Ich schätze mal – insofern wir voraussetzen, dass unser Torhüter seine Pfosten bei Eckbällen (nach Chelsea und Arsenal) endlich(!) einmal abdecken lassen würde – 12:0, 15:0?

Diese Zahlen klingen so albern, dass man sich kaum vorstellen kann, dass das Spiel wirklich so hätte laufen können. Warum nur? Weil die Bayern dieses Spiel ernst genommen haben. Und die Hamburger schlichtweg überfordert waren. Einige Hamburger – besonders in der Defensive – hätten sich sicherlich beim Binden der Schnürsenkel die Finger gebrochen. Es gibt solche Tage. Wenn man top motivierte Bayern einfach mal über die volle Distanz spielen lässt, dann kommt halt so etwas dabei heraus.

Was Fink, Arnesen, oder wer noch so alles was beim HSV zu sagen hat, daraus machen, soll nicht meine Sorge sein, ich schaute einfach nur über die volle Distanz mit offenem Mund diesem Treiben auf dem Münchner Rasen zu. Mit wachsender Begeisterung. Diese Begeisterung hatte fast ausschließlich mit meiner Mannschaft zu tun, Häme war mir hier völlig fremd. Wozu auch? Wenn das eigene Team mit solcher Inbrunst mit dem Gegner Katz und Maus spielt, überstrahlt die Freude darüber alles.

Erwähnen sollte man nämlich ferner, dass ich eine derartige Leistung, ob des HSV (zweimal gegen den BVB gewonnen in dieser Saison!), unserer 1b-Elf auf dem Platz, Juventus und der – an diesem Abend – nicht zu gewinnenden Meisterschaft im Kopf, nicht erwartet hätte. Ehrlich. Und zunächst sah es ja – bis zur 20. Minute auch danach aus. Zwar führten wir, dank einer sehr guten Einzelleistung des Sportkameraden Shaqiri, verdient und früh mit 1:0, aber danach vermochte es der HSV, kein weiteres Tor zuzulassen. Oder lag auch dies an uns? Wie auch immer. Mit dem 2:0 brachen alle Dämme. Überhaupt war dieses Tor sinnbildlich für das Spiel. Die Bayern frischer, die Bayern schneller, die Bayern mit aller Macht und Konsequenz, die wir Fans uns in allen Spielen dieser Saison gewünscht hätten. Aber gut, es sind Menschen.

Schnelle Ecke, Flanke, Kopfball Schweinsteiger. Als die Hamburger noch mit Protestieren beschäftigt waren, löste sich die bayerische Jubeltraube fast schon wieder auf. Und dann diese Konsequenz. Die Konsequenz noch beim Stand von 7:0 – nach der Einwechslung von Müller und Ribéry – weiter Vollgas zu geben. So als hätte man den Eindruck, dass die Beiden angesäuert waren, bisher nicht in der Liste der Torschützen aufzutauchen. Faszinierend. Nein, ich kann den Hamburgern hier Trost spenden. Selbst für FCB-Verhältnisse war dies ein besonderer Abend. Selbst für uns Fans sind 9(!) Tore etwas ganz Besonderes. Berauschend. Und somit ist auch der Umkehrschluss richtig: Solch eine desaströse Niederlage kann kein Fingerzeig für eine Saison sein. Es bleibt eine Ausnahme. Was allerdings ein HSV-Manager Arnesen nach dem Spiel in die Mikros hauchte, würde mir da als HSV’er mehr Sorge machen. Wie naiv kann man sich in Sachen Badstuber verhalten? Aber egal, nicht meine Baustelle.

Meine Baustelle ist das anstehende Spiel gegen Juventus. Ein 9:2 in einem Heimspiel ist schön. Aber auch gefährlich. Oder läuft man dann keine Gefahr, einen Gegner wie den italienischen Meister zu unterschätzen? Mhm. Dafür war das Ergebnis wohl einfach viel zu hoch. Selbst dem größten Optimisten sollte klar sein, dass das Viertelfinal-Hinspiel ein so was von völlig anderes Spiel werden wird. Die gegnerische Abwehr wird uns – auch und gerade nach den Leistungen der HSV-Defensive – definitiv ganz anders begegnen. Ebenso wird die Schaltzentrale unserem anfälligen Zentrum (Martinez vs. Gustavo!) Kopfzerbrechen bereiten. Starke Kopfschmerzen. Schweinsteiger wird nicht so brillieren können, Lahm und auch der genesene Alaba werden nicht so viele gefährliche Offensiv-Aktionen haben. Vielmehr wird es für unseren Kapitän und unseren Abwehrchef darauf ankommen, die Turiner Offensive ohne Verwarnung zu stoppen. Einen Verlust von Lahm und Dante könnte uns endgültig das Genick in der diesjährigen Championsleague brechen.

Ob sich Ribéry, Mandzukic, Müller oder Robben, zusammen mit Kroos so leicht tun werden wie in der bisherigen Saison (in der Bundesliga)? Eine Dreierkette auf der Seite des Gegner vermag offensiv klingen, aber selbst in einer schwächer werdenden italienischen Liga muss man erst einmal zwei Jahre in Folge an der Tabellenspitze stehen (letzte Saison keine(!) Niederlage).

Wir werden sehen. Das Spiel gegen den HSV so zu gewinnen – und da lege ich mich fest – war gut. Besser als ein Punktverlust (wie vor dem Spiel befürchtet) und das aberwitzige Resultat plus der – da bin ich mir sicher – optimalen Ansprache unseres Trainers wird hier die richtigen Weichen stellen! Ich bin für das Viertelfinale leicht optimistisch. In Zahlen eher 55:45. Weil es nicht nur ein Heim- sondern auch ein Rückspiel geben wird. Vermeiden wir in München ein Gegentor und erzielen wir ein oder zwei Tore, könnte es etwas werden. Wer hier allerdings noch das letzte 4:1 in Turin im Hinterkopf hat, sollte daran danken, dass Juve seit letzter Saison in einem neuen Stadion spielt. Eine Hölle, was man so hört. In keinster Weise ein Vergleich zum alten – ungeliebten – 90er-WM-Stadion.

Den HSV in dieser Art und Weise zu schlagen war ferner die einzig richtige Antwort auf das nachmittägliche Erfolgserlebnis der Dortmunder im Schwabenland. Ob wir Meister im März, an Ostern oder wann auch immer werden, sollten wir nicht ernsthaft von Anderen abhängig machen. Auch wenn ich mich darüber gefreut hätte, aber wir müssen es eh nehmen wie es kommt und eine Rekordsaison wird es so oder so werden. Noch eine bayerische Antwort auf die letztjährige schwarz-gelbe Rekordjagd. Einfach mal im nächsten Jahr die All-Time-Rekords pulverisieren. Das Imperium… Ihr wisst Bescheid.

Welche Emotion wohl freigesetzt werden wird, wenn wir gegen Turin ein gutes Resultat erzielen und danach in Frankfurt Meister werden (wer zweifelt daran, dass wir (oder der BVB) den letzten fehlenden Punkt (oder von mir aus auch zwei) holen/abliefern?)? Unsere Gegner und all die Zweifler werden ein Feuerwerk erleben, da bin ich mir sicher. Einem FC Bayern verwehrt man nicht “ungestraft” zweimal die Meisterschaft – und das Rückspiel in Norditalien ist ja erst am Mittwoch… ;-)

Explizite Einzelkritik will ich nach diesem Spiel nicht vornehmen. Wir spielten wie aus einem Guss. Wir konnten trotzdem Kräfte sparen und mussten die Startelf gegen Juve nicht schon gegen die Hamburger ins Feuer werfen. Der Luxus des FC Bayern im Frühjahr 2013.

Jetzt also alle Kräfte auf die Championsleague bündeln. Nichts anderes ist für die nächsten Stunden relevant.

Auf geht’s, Ihr Roten!

BL 2012/13 #27 FC Bayern – Hamburger SV

Spiel: FC Bayern – Hamburger SV
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Hamburger SV

Gegner:

Webseite: Link
Wikipedia: Link
Bilanz Spiele: 61/23/21
Bilanz Übersicht: Link

Der Hamburger SV ist offenbar so eine Art Lieblingsgegner des FC Bayern. Vor allem in München. Sagt man. Meine Erinnerung deckt sich damit. Über die Jahre 2006 bis 2008 (siehe Breitnigge Historie) decken wir einmal dezent den Mantel des Schweigens. Vor allem die letzten drei Heimspiele boten ja auch wieder Freude in Hülle und Fülle. Drei Siege. 12:0 Tore. So darf das nun weiter gehen. Ob wir dann nach dem Spiel schon Deutscher Meister sein werden? Who cares? Dafür müsste schließlich der schwäbische VfB gegen den BVB mitspielen und einen schwarzgelben Sieg verhindern. Ich hoffe das, allein, mir fehlt der Glaube.

Ein eigener Sieg gegen Hamburg wird schwer genug. Und 75% der noch fehlenden Punkte würden wir damit ebenfalls holen. Also:

Auf geht’s, Ihr Roten!

Hanseatischer Wille und Bayerischer Berg

Das Gastspiel unseres FC Bayern in Hamburg ist für mich immer ein ganz besonderes Spiel. Aus Gründen. Der Historie zum Beispiel. Himmel, was waren da für Spiele, respektive Enttäuschungen dabei.

Davon konnte am Samstag nach dem famosen 3:0-Auswärtssieg keine Rede (mehr) sein. Es war uns allen ein Fest. Und die drei Tore waren ja für den Hamburger SV noch geschmeichelt. Allein schon aufgrund der ersten Minuten nach dem Seitenwechsel.

Aber der Reihe nach.

Wie erwähnt, ich war ein wenig nervös. Würden wir diese ersten Zweifel nach der Niederlage gegen die Dusel-Leverkusener wirklich größer werden lassen? Würden wir jetzt tatsächlich die “Meisterflatter” kriegen? Nachdem wir zuvor alles, einfach alles gewonnen hatten?

Ich hatte auch hier Zweifel, allerdings in die andere Richtung. Wie verrückt ist das denn? Man siegt und siegt und siegt und dann verliert man – zum ersten Mal in der Bundesliga – Punkte und schon soll das gesamte bayerischen Kartenhaus zusammenfallen?

Wie schnelllebig sind unsere Sportmedien geworden? Schlimm.

Inzwischen wissen wir: Keiner dieser Zweifel hatte eine Grundlage. Die Bayern spielen souveräner als zuvor und es macht mir und uns weiterhin einen bächtigen Spaß diesem Treiben zuzuschauen.

Ich hätte im Nachgang einiges dafür gegeben, allein die 10 Minuten vor und 10 Minuten nach der Pause live im hanseatischen Stadion mitzuerleben. Aber auch so war es ein Genuss.

Mit der erwähnten Grundstimmung und unter dem Eindruck der ersten 15-20 Minuten in diesem Spiel hätte man das nicht unbedingt erwartet. Die Fink-Kicker pressten lauffreudig und agil. Die Bayern kamen so nicht wie gewünscht in ihr Spiel. Muss man ja erwähnen dürfen, zumal jetzt jeder nur noch den Eindruck der kompletten bayerischen Dominanz im Hinterkof hat.

Nach dieser guten HSV-Phase aber übernahmen unsere Künstler das Kommando. Nix gegen den lieben Holger, aber wie sehr uns der Sportskamerad Alaba im Vergleich zu Herrn Badstuber auf der LAV weiterbringt, hat dieses Spiel hoffentlich allen Beteiligten final aufgezeigt. Hammer!

Nicht nur, dass Alaba läuft, als gäbe es kein Morgen, nein, seine Dynamik und seine Interaktion mit Ribéry ist schon Spitzenklasse. Ja, ja, “nur der HSV” und “überfordert” und “kein richtiger Gegner” – alles richtig. Aber ausgerechnet dieser HSV war doch zuletzt so gut drauf und hat sich vom Tabellenkeller in die CL-Regionen zurück gekämpft. Oder? Eben.

Nein. Unsere neue / alte linke Seite ist wieder erste Sahne. Unsere rechte Seite ist weiterhin nicht schlecht, fiel aber am Samstag doch ein wenig ab. Unser Interview-Wortführer, äh Kapitän hatte weniger anzubieten als sein österreichisches Pendant. Und vielleicht auch deshalb war Herr Müller zunächst viel weniger im Spiel als Ribéry.

Aber auch und gerade im Fall von Thomas Müller ist dies komplett irrelevant. Ein Thomas Müller in der aktuellen Form ist – ebenso wie wohl Franck Ribéry – der beste Müller, den wir je hatten. Sein Spielwitz, seine Spielintelligenz und Spielweise sind eben auch ein Faktor für den aktuellen Erfolg.

Natürlich haben wir bisher nicht Barcelona im Championsleague-Finale mit 4:0 an die Wand gespielt, aber so wie wir heuer die Bundesliga angehen, lasse ich nicht in jedem Spiel diese Standard-Ausrede “wartet mal, bis die starken Gegner kommen” gelten.

In der letzten Woche habe ich mich über diese Niederlage aufgeregt. Na klar. Aber ganz offensichtlich war sie das Beste, was uns passieren konnte. Für eine erneute und nachhaltige Fokussierung auf das Wesentliche:

Nichts kommt von allein. Auch und gerade beim FC Bayern!

Sauber. Hat sich dieser Gedanke tatsächlich in unser Team eingebrannt, steht uns eine rosige Saison bevor (zumindest national).

Einzelkritik?

Alaba, Müller, Ribéry – Extraklasse. Der Rest fiel kaum ab und überzeugte im Kollektiv. Ein Tor schöner als das andere und auch Herr Kroos hatte erneut ein besseres Spiel.

Euphorischer wird es nicht. Dafür ist das Spiel schon wieder zu lange her, habe ich schon wieder zu viel gearbeitet und freue ich mich vom Kopf her schon wieder zu sehr auf mein Gastspiel in München gegen Lille.

Diese Knochenbrecher will ich mir am Mittwoch mal aus der Nähe ansehen – ob Ribéry vielleicht geschont wird? Bis zu dem Zeitpunkt, wo wir ihn tatsächlich für einen notwendigen Sieg benötigen?

Hoffen wir das Beste – ich werde berichten!

Auf geht’s, Ihr Roten!

Murmeltiertag an der Alster oder Ausgerechnet Ivica

Irgendwas ist da mit Hamburg. Seinem SV. In dessen Stadion.

Zumindest in den letzten Jahren kommt es mir so vor, als würde ich ein und dasselbe Spiel wieder und wieder sehen.

Murmeltiertag.

Und was haben wir Bayern für üble Sachen erlebt.

Auf die Details gehe ich später noch ein. Aber gehen die Bayern in der HSV-Arena (ich nenne sie einmal nicht beim Namen, heißt in absehbarer Zeit bestimmt wieder anders) mit 1:0 in Führung – wenn das Tor wirklich gegeben worden wäre – sehen wir definitiv ein anderes Spiel. Mit einem 1:0 haben die Bayern heuer weniger Probleme als mit einem 0:1. Das steht mal fest.

Fest steht allerdings auch, dass der gestrige Schiedsrichter das Tor aufgrund eines zuvorigen Foul von Gomez an Westermann nicht gegeben hat.

Sicher. Streng nach der Regel kann man da abpfeifen, aber bei Lichte betrachtet, wird diese Regel doch zumeist angewendet, wenn es eine direkte Behinderung des Abwehrspielers gab. Wo aber hat Westermann hier ein Problem? Er kann schließlich noch in den Zweikampf gehen und das Kopfball gegen Badstuber und Co. “gewinnen”.

Das “Foul” von Gomez habe ich zunächst gar nicht bemerkt, weil weder Westermann entscheidend in seinem Bewegungsablauf gestört wurde noch die Szene direkt vorm Eigentor einen Regelverstoß zeigte.

Nun. Wir können es nicht mehr ändern. Derlei passiert uns halt oft in Hamburg.

Murmeltiertag I.

Trotzdem darf es einen FC Bayern eigentlich nicht nervös machen, wenn eine Mannschaft wie der HSV, die zuletzt nicht nur einmal vorgeführt wurde, gegen uns plötzlich wie aus einem Guss, mit Biss, Willen und Tempo dagegenhält.

Derlei müsste uns doch inzwischen bekannt sein. Wo sind unsere Gegenentwürfe?

Murmeltiertag II.

Wie dünn ferner unser Kader ist, zeigte sich in der Verlegenheitsaufstellung des Sportskameraden Timoschtschuk auf der rechten Außenverteidiger-Position.

Keine Frage, er ist ein solider und oft auch sicherer 6er. Aber rechts hinten – das war leider nix. Und diese Schwäche nutzten die Hamburger gnadenlos aus. Das ist zu einfach. Auch das Gegentor – zu diesem Zeitpunkt wie aus heiterem Himmel – kam so zustande.

Wieso war das 0:1 glücklich?

Weil die Anfangseuphorie der Hanseaten da schon abgeflaut, Durchschnaufen angesagt und die Bayern inzwischen Chef im Hause waren. Und weil unsere Defensive einmal mehr Schwächen zeigte, die wir uns so seit einiger Zeit eigentlich nicht mehr leisten können. Machen wir aber trotzdem. Nur so konnte der BVB allein in drei Spielen in 2012 fünf Punkte auf uns aufholen.

Wieso köpft Boateng den Ball in die völlig falsche Richtung, in die Mitte?

Wieso kann Lahm seine Seite einfach nicht dicht halten?

Fragen über Fragen?

Eine Antwort könnte schlichtweg “Geschwindigkeit” sein!

Offensiv haben wir sie nicht und defensiv sind wir so immer anfällig.

Murmeltiertag III.

Von all dem abgesehen und um diesem Beitrag den Anstrich der Souveränität zu geben: Der HSV hat sehr gut gespielt. Verglichen mit dem Hinspiel und dem Hinrundenauftakt.

Da war Ordnung, Pressing, Laufbereitschaft und ab und an ein paar Konter.

Was hatten wir zu bieten?

Ballbesitz. Ballstafetten. Probleme im Abschluss und direkt vorm Tor.

Ich blick’ da einfach nicht durch weshalb man unsere Probleme nicht “wegtrainieren” kann.

Schnelles Umschalten? Vertikale Pässe? Risiko? Offensiv-Pressing?

Naja, wird schon wieder. Wenn erst mal unsere Stammspieler ihre Stammform(ation) (wieder)gefunden haben. Nein, diesen Satz nehme ich zurück, Ironie ist aktuell fehl am Platze.

Ich hatte mich nach den letzten Spielen noch beschwichtigend eingeschaltet.

Aber gegen den HSV war eines meiner No-Go-Spiele. Zum Glück konnte – ausgerechnet – der gute Ivica den totalen Crash verhindern.

Womit wir bei unserer Offensive angekommen wären und hier zähle ich mal das Mittelfeld hinzu.

Da funktioniert immer noch so einiges nicht, hat man das Gefühl von Trainingslager-Sand im Getriebe.

Was genau hat man in diesem Trainingslager trainiert (Polemik ist im Gegensatz zur Ironie hier nicht verboten)?

Freistöße sicher nicht. Und Eckbälle auch nicht.

Murmeltiertag IV.

Ein Hohn wenn man hört, dass fast alle unsere Rückrundentore aus Standards entstanden sind.

Was die Fitness, die Laufwege, die Anspielstationen und Pässe betrifft, scheint es mir, dass wir uns immer noch in der Vorbereitung befinden.

Wie sollen wir die Gegner auch BVB-esk auseinandernehmen, wenn

- Ribéry zwar engagiert aber oft allein gelassen wirkt?

- Robben immer noch keine Flexibilität in seine Aktionen bekommt?

- Kroos auf der 6er-Position verschenkt wird?

- Müller im Loch seiner Karriere steckt und trotzdem immer wieder in der Startelf steht?

- Gomez keine vernünftigen Bälle bekommt und somit abgeschnitten vom Spiel wirkt?

Hängt all das wirklich nur am fehlenden Erfolgserlebnis? Am Druck den der BVB ausübt? Also bitte!

In den letzten Tagen sind genügend Analysen rund um die Probleme des FC Bayern in diesem Punkt auf den Tisch gelegt worden. Müssen wir wirklich darauf hoffen, dass unser Trainer all diese – ebenso einfachen wie offensichtlichen – Fakten ebenfalls besitzt und nur – aus welchen Gründen auch immer – nicht anwenden kann?

Müssen wir uns hier Sorgen machen?

Die Stärke der Hinrunden-Bayern ist verflogen. In einer dieser besagten Analysen las ich, dass man das seinerzeit hervorragende Offensiv-Pressing immer und immer wieder trainieren muss. Es aber aufgrund der englischen Wochen nicht konnte.

Schön und gut.

Wie passt dieser – durchaus einleuchtende – Umstand mit der Tatsache zusammen, dass man von einzelnen Bayern-Akteuren den Eindruck gewinnen konnte, total ausgepumpt zu sein? Am dritten Rückrunden-Spieltag? Ohne nur eine einzige zusätzliche Belastung, so kurz nach “dem besten Trainingslager alles Zeiten”?

In diesem Punkt bin ich ratlos. Unsere Verantwortlichen hoffentlich nicht.

Zurück zum Spiel.

Der HSV erzielte sein Tor aus seinem ersten und letzten direkten Torschuss im Spiel? Die Bayern hingegen bissen sich an der defensiven Grundordnung des Gegners und an deren Torhüter die Zähne aus?

Das spricht in keinster Weise für uns. Und Pech kann man dies in Serie nun sicher nicht mehr nennen.

Was bleibt zu tun (von hinten nach vorne)?

- Wer bringt Lahm bei, dass er seine Flanke dicht machen soll?

- Bitte das IV-Pärchen jetzt nicht mehr trennen.

- Rafinha auf rechts gesetzt lassen – mindestens 5 Spiele darf er ja jetzt wieder am Stück absolvieren.

- Schweinsteiger auf der 6 belassen, Kroos nach vorne, hinter die Spitzen.

- Olic rein, Müller auf die Bank – der liebe Thomas braucht dringend eine Pause.

Am Mittwoch können wir dieses Vorgehen schon einmal testen, gegen Kaiserslautern sichern – in einer Woche werden wir wissen, wohin die Reise in dieser Saison gehen kann.

Auf geht’s, Ihr Roten!

P.S. Noch mehr Analyse, gibt es wieder immer hier.

Weisheiten #194

“Gegen Dortmund haben wir absolut nicht optimal gespielt, aber noch schlechter waren wir in der Vorrunde gegen die Bayern. Da waren wir wirklich kein echter Gegner. Dieses 0:5 kann aber kein Maßstab sein, wir haben uns seitdem schon weiterentwickelt. Und ich bin mir auch sicher, dass dieses 1:5 gegen Dortmund ein Ausrutscher von unserer Seite war.”

Marcell Jansen, Ex-1-Jahres-Bayer und Optimist

Gegen die Wolfswand, den Schiedsrichter und die eigene Blockade

Meine Güte, der FC Bayern hat es dieser Tage aber auch nicht leicht.

Man spielt gegen zumeist tief stehende Gegner und findet einfach kein Mittel, das inzwischen ebenso allgemein gültige wie erfolgreiche Vorgehen gegen die oft so grandios aufspielenden Hinrunden-Münchner zu eliminieren.

Man spricht von fehlender Kreativität, von fehlender Frische, Spritzigkeit.

Himmel!

Hinter uns liegt eine 9-tägige Rückrunde. Die Anstrengungen noch weit vor uns. Und weshalb dann immer diese Marketing-relevanten und geschliffenen Phrasen vom “besten Trainingslager aller Zeiten”?

Im bayerischen Getriebe ist Sand und es knirscht.

Weil Schweinsteiger noch nicht Schweinsteiger, Robben noch nicht Robben und die Einstellung noch nicht identisch ist mit der der traumhaften Hinserie.

Der letzte Punkt ist entscheidend.

Denn es braucht nicht immer einen Ribéry, Robben oder Schweinsteiger. Laufbereitschaft, Wille, Kampf und Einsatz reichen da oft schon aus – hier reden wir offenbar gegen eine Wand. Aber ich habe ja keine Ahnung.

Apropos Wand.

Die Wolfsburger traten mit der erwarteten Taktik an. Klar, es gab Stürmer im Aufgebot und auf dem Platz, aber gebraucht hätte es sie nicht. Allenfalls ein paar Spieler, die mit dem Ball schnell rennen können und allein schon so die Bayern-Defensive vor Probleme stellen würden.

Es lief hingegen besser als gegen Gladbach. Erstens weil unsere Defensive 5% besser stand (Boateng innen wesentlich besser) und zweitens Wolfsburg kein echtes Interesse an einem eigenen Tor hatte. Ein 0:0 erschien als erschöpfendes Ziel.

All dies ist nicht neu und sollte dem FC Bayern und seinen Verantwortlichen nicht mehr zu denken geben. Es sollten inzwischen eigentlich längst Lösungen auf dem Flipchart präsentiert werden können. Wo sind sie?

Gäbe es sie, müssten wir nicht über die Euro-2008-Gedächtnis-Gomez-Chance in HZ1 reden. Und auch nicht über die Schiedsrichterleistung.

Im allgemeinen erwähne ich dies nicht sonderlich aktiv, aber – sorry – die Szene mit Ribéry im Strafraum war leider ein Elfer. Und was ist das eigentlich für ein Reflex einzelner deutscher Schiedsrichter im Zweifelsfall in München immer gegen die Heimmannschaft zu pfeifen?

Diesen Punkt sehen Fans der 17 anderen Bundesligavereinen sicher subjektiv genau anders herum, aber wie gesagt, in der Regel ist dies bei mir keine Erwähnung wert.

Wie wäre allerdings das Spiel verlaufen, wenn es zur Halbzeit schon 2:0 gestanden hätte?

Dann hätten wir uns um unsere Tordifferenz zwecks Tabellenführung in HZ2 keine Gedanken machen müssen. Ganz im Gegenteil.

Geschichte. Entscheidend waren wie immer nur wir selbst.

Wir verfallen zu schnell und zu oft in diese alten, in der Hinrunde längst vergessen geglaubten Muster.

Wir haben es am Ende ja dann doch noch zum Guten gedreht.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und in der nächsten Woche erwartet uns eins dieser No-Go-Spiele.

In derlei Spiele verlieren wir besser keine Punkte, sonst werde ich ungemütlich.

Ungünstig für diesen Plan, dass uns inzwischen die Verteidiger ausgehen.

Herr Rafinha ist gesperrt (stört da sein Image? Fünf gelbe Karten bei so wenig Einsätzen?), Herr van Buyten bekanntlich ebenso wie Herr Contento verletzt.

Derlei führt zu der – so würde ich einmal stark vermuten, wir kennen ja unseren donJupp – unweigerlichen Konsequenz, dass Herr Boateng wieder über die rechte Außenbahn rumpeln wird und Herr Gustavo oder Herr Timoschtschuk oder Herr Breno den Partner an der Seite Herrn Badstubers geben wird.

Ich habe schon ruhiger geschlafen vor bayerischen Auswärtsspielen.

Auf der anderen Seite: Wir spielen gegen den HSV, gegen den hat ja sogar der BVB gewonnen…

Zurück zum Ernst der Lage:

Mich stören Arbeitssiege ganz und gar nicht.

Sollen die Dortmunder doch weiterhin zaubern und sich vom Sportjournalismus in den Himmel hypen lassen. Solange wir Tabellenführer bleiben, ist imho alles gut. Genau das ist am Ende des Tages entscheidend, nicht mehr und nicht weniger.

Die Zeit spielt ohnehin für uns. Denn wo lägen wir emotional, wenn wir nicht glauben würden, dass die Formkurve von Herrn Schweinsteiger von Spiel zu Spiel weiter nach oben zeigt (was sie gestern getan hat), Ribéry seine Form aus der späten Hinrunde konserviert und die Herrn Robben(!) und Müller(!!) die ihrige irgendwann einmal wiederfinden?

Insofern uns diese Geschenke nicht erst der Osterhase bringt, bin ich weiterhin optmistisch was unsere Saison angeht.

Drum: Auf geht’s, Ihr Roten, lasst uns die hanseatische Arena stürmen!

P.S. Bitte Herr Heynckes, Herrn Kroos nicht mehr neben Herrn Schweinsteiger ausprobieren. Das war (unerwartet) übel in HZ1.

P.P.S. Was wäre wohl mit unseren AVs gegen einen echten Gegner passiert? Noch dazu einen, der über eigene Flügelspieler verfügt? Noch übeler.

P.P.P.S. Als perfekte Ergänzung empfehle ich – wie immer, aber diesmal mit Link – den Spielverlagerung-Bericht.

Weisheiten #178

Schon als kleines Kind, als der HSV noch in Europa glänzte und die größten Erfolge feierte, habe ich die “Rothosen” immer bewundert. Und als Spieler, egal ob beim Karlsruher SC oder dem FC Bayern München, waren die Spiele gegen den HSV immer etwas ganz Besonderes.

Thorsten Fink, Dino-Retter

Der 71-Prozent-Robben oder Mitleid mit den Hanseaten

Ich war mehr als überrascht. Aber phasenweise hatte ich im Laufe der ersten Halbzeit unseres Heimspiels gegen den hanseatischen SV aus Hamburg Mitleid. So hilflos agierte unser Gegner. Für möglich gehalten hätte ich derlei Emotion nicht mehr. In meinem Fußballfan-Leben. Man lernt immer wieder hinzu.

Und die aktuelle Serie gefällt mir auch mehr als gut. Kunststück. Die davor war schließlich übel genug.

Seit zwei Jahren (oder vier Spielen) hat der HSV kein Tor mehr gegen uns geschossen. Wir hingegen zwölf erzielt. Drei Heimspiele in Folge insgesamt zwölf zu null gewonnen.

Aber kommen wir mal zum gestrigen Spiel.

Viele waren vor dem Anpfiff mehr als irritiert. Über DonJupps Schachzug. Mit van Buyten und Timoschtschuk. Ich auch. Und in den Tagen zuvor erst. All der Frust über die möglicherweise erneut verletzten Robben und Ribéry.

Und dann das.

Freistoß Robben, Kopfball van Buyten, Ribéry, Traumtor Robben. Ferner Pfosten Gomez, Müller und Alleingang Müller.

Ein sechszunull wie in der Vorsaison schien schon zur Halbzeit möglich.

Zur allgemeinen Überraschung traten die Oenning-Kicker zum zweiten Abschnitt an und die Bayern gewährten ihnen – wie schon in HZ1 – fünf Minuten Mitspielrecht.

Für einige wird all das überheblich klingen. Vor allem für einige HSV-Fans. Aber die können das Spiel nicht gesehen haben, denn es war tatsächlich so dermaßen eindeutig dass es weh tat. Vor allem den Hanseaten.

Andererseits. Selten war eine Mannschaft so im Umbruch wie dieser HSV. Ok, vielleicht jedweder Magath-Verein nach dessen Verpflichtung, aber sonst?

Buchstäblich der halbe Kader wurde ausgewechselt. Und mit jungen Nachwuchskräften zusammengewürfelt. Das bekannte Ergebnis kommt da vielleicht doch nicht so überraschend.

Sei es drum.

Der Vorteil, den die Gladbacher Borussen zu Recht auf ihrer Seite wähnten, scheint verflogen (bayerische Selbstfindungsphase).

Das bayerische Glas ist inzwischen dreiviertelvoll. Und Herr Robben erst bei 71 Prozent. Na Prost Mahlzeit restliche Liga.

Aber auch hier wollen wir mal lieber abwarten, ob die restlichen 29 Prozent noch kommen, oder doch wieder mehr Besuche in der Praxis bei HWMW anstehen. Bei unseren zwei Ballkünstlern im Speziellen und dem Rest im Allgemeinen.

Thema Olic zum Beispiel.

Mir taten die Hamburger ja irgendwie leid. Und das ist was Neues. Aber als ich heute von der Verletzung Olics hörte und seinem sechs bis achtwöchigen Ausfall, musste ich dann doch mal wieder meine übliche Hasskappe aus der Schublade holen. Herr Bruma ist somit für das Rückspiel vorgemerkt.

Das war es dann aber schon mit den unerfreulichen Themen.

Kann man tatsächlich noch was kritisieren?

Das Herr Gomez schon ein Abseitstor für den ersten Treffer der Saison braucht? Und ebenso wie Herr Müller mal wieder ein wenig Torschuss-Präzisionstraining? Mhm. Wäre eine Maßnahme. Denn diese Chancenverwertung war der blanke Hohn.

Eigentlich – und dies drückt die wahre Überlegenheit (oder Gegner-Schwäche) in diesem Spiel aus – hätte es zweistellig ausgehen müssen.

Wollen wir hoffen, dass wir uns ein paar Tore für das entscheidende Spiel am Dienstag in Zürich aufgehoben haben und sich dort die erfreuliche Entwicklung der letzten Spiele fortsetzt. Oder wenigstens ein Sieg, ein Remis oder eine Niederlage nur mit einem Tor Unterschied. Selbst damit wäre ich aktuell schon zufrieden. Zufrieden genug, den Ausrutscher der letzten Saison irgendwie vergessen zu machen. Einen Schlussstrich zu ziehen.

Sonst noch was?

Unsere Spontan-Abwehr-Formation agierte sicher. Nicht verwunderlich bei diesem Gegner. Unser Mittelfeld überbrückte phasenweise recht flott die Distanz zum Sturm. Und unsere Offensive selbst wirbelte als gäbe es kein Morgen.

Womit wir – einmal mehr, wenn es um Sieg oder Niederlage im Allgemeinen und den FC Bayern im Speziellen geht – bei der alles entscheidenden Frage wären: Gegner schwach, oder eigenes Team bärenstark?

Antwort: Beides.

Die Bayern waren so stark, dass der HSV ganz und gar keine Chance auf irgendwas in diesem Spiel hatte. Trotzdem: Auch unter van Gaal haben wir den “alten” HSV mit 6:0 vernascht.

Sei es wie es ist.

Selbst in diesem Spiel gab es nur drei Punkte. Aber derlei war in der jüngeren Vergangenheit schon schwer genug. Und meine Bayern haben meine Ansage offenbar verstanden. Nächste Woche Samstag folgt Teil 2 dieser Trilogie der ebenso erwarteten wie persönlich benötigten Siege.

Auf geht’s, Ihr Roten!