“Wo bei uns 9,5 steht, steht in München eine 1,2.”
BVB-Watze, ohne Fast-Insolvenz-Erinnerung.
Schlagwort-Archive: JHV
Ich habe ein Problem oder Ich suche eine Vertretung
Heute bekam ich Post. Vom FC Bayern. Die Einladung zur diesjährigen Jahreshauptversammlung.
Und jetzt habe ich ein Problem. Weil ich mal was gesagt habe und weil ich das jetzt wohl nicht einlösen kann.
Was habe ich gesagt?
Im Rahmen der Entlassung unseres Ex-Trainer van Gaal. Beziehungsweise vor allem rund um die Bekanntgabe des vorzeitigen Vertragsendes und der gleichzeitigen Weiterbeschäftigung bis zum Saisonende.
Es geht um diese Frage:
Welche Auffassung über die strategische Ausrichtung des Klubs hat denn der Vorstand des FC Bayern?
Nun, wenn ich ehrlich bin, finde ich jetzt den entsprechenden Link nicht mehr, aber es gab eine Diskussion deren Vision mir damals recht smart erschien, dass ich diese Frage(n) vielleicht konkret und direkt auf der Jahreshauptversammlung stellen sollte. Nur wenige Meter von unserem Präsidenten entfernt. Vom Rednerpult.
Soviel zur Theorie.
Jetzt liegt die Einladung auf dem Tisch.
Fakt ist aber ferner, dass ich es – in zähen Verhandlungen mit dem Familienrat – geschafft habe, die gekauften Championsleague-Karten gegen Villareal auch nutzen zu dürfen und somit ohnehin vom 22. bis 23.11. in München sein werde.
Im Vorfeld hatte ich sogar mal mit einem Aufenthalt vom 19. bis 23.11. geliebäugelt (ohne mir ernsthaft Hoffnungen auf Karten für das Heimspiel gegen den BVB gemacht zu haben).
Mit der Jahreshauptversammlung am 18.11. hätte aber dieser Plan viel mehr Sinn gemacht (und weniger Verhandlungen mit dem Familienrat erfordert).
Es ist wie es ist und ich werde an der JHV nicht teilnehmen können.
Nun mein Anliegen:
Wer kann diese Frage(n) an meiner Stelle an den Verein, den Vorstand, den Präsidenten stellen?
Auch gerne im eigenen Namen, denn eigentlich geht es uns Bayern-Fans hier ja wirklich nur um die Antwort!
Etwaige Bewerber bzw. Redner werden auf meinem Blog, in meinen Kanälen wohlwollend geehrt und erwähnt.
Von Löwen, Schweinen und Fußballfans
Am Samstag, im Rahmen des Gastspiels der Fohlen in München, kam es zu Aktionen in der bayerischen Fankurve, über die mal wieder die halbe deutsche Fußballwelt diskutiert.
Auch ich habe dazu natürlich eine Meinung. Wie auch zu den Neuer-Protesten im Rahmen des Schalker Pokalspiels oder die Haupttribünen-Proteste von Teilen des harten Bayern-Fans-Kern nach verstärkten Einlasskontrollen.
Um das mal ganz klar zu sagen:
Ich bin für Meinungsfreiheit. Sogar, wenn die geäußerte Meinung nicht die meine ist.
Ich kann – bis zu einem gewissen Punkt – die Beweggründe der protestierenden Bayern-Fans nachvollziehen. Wenn ich mich in ihre Welt hineinversetze.
Ich kann verstehen, dass man gegen eine Verpflichtung Manuel Neuers, gegen eine Rettung der Löwen ist. Prinzipiell bin ich als Bayern-Fan das ja sogar selbst (gegen die Rettung der Löwen).
Der Punkt ist – und da hörte es bei mir am Samstag eben auf – dass man bei all diesen Protesten (und davon gab es in der letzten Zeit eben eine ganze Menge) nicht vergessen sollte, worum es eigentlich geht.
Zum Beispiel als Fan seine Mannschaft zu unterstützen. Jederzeit. Bedingungslos. Und vor allem, wenn die das mal braucht. Ansonsten wäre man ja nur ein “Erfolgsfan”. Nichts liegt doch den Ultras ferner, oder?
Bei Ultràs handelt es sich um fanatische Anhänger, deren Ziel es ist, ihren Verein “immer und überall bestmöglich zu unterstützen.”
Hmm. Am Samstag sah das ein wenig anders aus. Hauptsächlich war man – einmal mehr – mit anderen Dingen beschäftigt. Mit den Ein- und Ausrollen und Tragen von Transparenten.
Wer den Blauen Millionen zuschiebt, hat unser Vertrauen nicht verdient. Hoeneß, du Lügner.
Darüber kann man streiten. Wenn man in dieser Schwarz-Weiß-Welt lebt. Und man allein auf öffentliche Aussagen zurückgreift. Ob Hoeneß in diesem Punkt allerdings gelogen hat (allein die Wortwahl halte ich für kritisch), vermag ich nicht zu beurteilen.
Fest steht beim Thema 1860 übrigens eins: Wenn der FC Bayern auf eine Insolvenz der Löwen abzielt, verliert er definitiv eine Menge Geld (andersherum hat er zumindest eine Chance es wiederzusehen). Zweitens gäbe es ohne die Partnerschaft mit dem TSV unsere Allianz-Arena gar nicht. Gäbe es ohne die Arena den aktuellen FC Bayern? Die aktuellen Spieler, diese Gehälter? Wäre das eher im Sinne der Kritiker?
Blaue Schweine schlachtet man und rettet sie nicht. Und du willst Metzger sein, Uli?
Das ist für mich eines der übelsten Plakate in der Südkurven-Geschichte. Und es entspricht eindeutig nicht der Wortwahl und Gesinnung, die ich einem FC Bayern zuschreiben würde. Ist es vielleicht gar ein versteckter Aufruf oder zumindest eine Tolerierung einer Gewaltanwendung?
Klar ist man im Stadion, in der Kurve gerne mal emotional. Und entstehen Fangesänge aus eben diesen Emotionen. Wer wüsste das besser als ich und aus meinem Mund war damals auch nicht immer alles spruchreif. Aber erstens ist so was ja ohnehin nicht das Ding der Ultras (spontane Aktionen aus der Emotion/Spielsituation heraus) und zweitens war derlei bei mir nach dem Verlassen des Stadions zumeist vorbei. Die Trennung von Mensch und Fußball-Fan. Eine Unterscheidung, auf die ich zuletzt in einem anderen Zusammenhang noch einmal hingewiesen wurde.
Insgesamt wurde aus den Reihen dieser Fans jede Menge Energie auf die Erstellung und Präsentation der Plakate verwendet. Ich war nicht live dabei, aber Augen- und Ohrenzeugen bestätigten mir, dass in diesem Spiel darauf das Hauptaugenmerk gerichtet war. Ein Widerspruch, den ich in dieser Form in fast 35 Jahren Bayern-Fanseins noch nie erlebt habe.
TSV und Uli H.: Restlaufzeit verkürzen
Hier wollte man sowohl aktuell als auch witzig sein? Hat nicht geklappt. Was die asiatischen Bayern-Fanclubs wohl über derlei Äußerungen denken?
Insgesamt deckte man die gesamte Bandbreite der Themen ab.
Neuer im Tor ist für uns wie Trainer Daum und Manager Lemke für Dich.
Leute, wo ist hier der Zusammenhang?
Was hat uns Manuel Neuer getan? Er hat mit einer Eckfahne gewedelt. Er ist/war Schalker Ultra. Hui. Und? Wen stört das außerhalb der Ultra-Welt, die sich ohnehin zumeist mit sich selbst und anderen Ultra-Gruppierungen beschäftigt?
Hat Manuel Neuer irgendein Mitglied der Bayern-Familie in der Öffentlichkeit durch seine (Lebens-)Lügen derart in Bedrängnis gebracht und der gesamtdeutschen Öffentlichkeit zum Abschuss freigegeben, dass die eigene Familie unter Polizeischutz gestellt wurde und sie somit “die schlimmste Zeit des Lebens” erleben musste?
Und hat Manuel Neuer etwa über Jahre hinweg mit, teilweise politisch motivierten “Klassenkampf”-Parolen die Stimmung mehr als unangenehm gegen die Bayern aufgeheizt?
Mir ist derlei nicht bekannt. Aber vielleicht bekomme ich ja auch nicht alles mit. Denn schließlich bin ich ja kein richtiger Fan.
Deshalb kann ich wahrscheinlich einzelne Kommentare auch hier auf meinem Blog nicht nachvollziehen. Die die Aktionen und Proteste der letzten Wochen für mehr als legitim, sinnvoll und notwendig halten.
Vor dem Spiel hatte ich trotzdem noch eine gewisse Sympathie für die Form des Protestes gegen die Löwenrettung und die mehr oder weniger offensichtliche Beteiligung des FC Bayern. Das ist nun anders.
Noch einmal: Es gibt durchaus inhaltliche Überschneidungen in den Protesten und meiner Überzeugung, meiner Meinung zu diesen Themen. Teilweise. Aber die Form ist nun endgültig völlig inakzeptabel geworden und das ist endgültig auch nicht mehr meine Protest- und Streitkultur, meine Südkurve oder mein Niveau. Sorry. Aus genau diesem Grund halte ich mich nun mit weiteren Bewertungen und persönlichen Einschätzungen der Protestler zurück.
Hier wurde eine Grenze überschritten. Bei allem Verständnis, dass man irgendwie – auch wenn es schwer fällt – für diese Denke entwickeln könnte.
Es reicht.
DIE Bayern-Fans – von denen ja immer wieder verallgemeinernd die Rede ist – sollten sich in dieser Saison-zum-Vergessen endlich auf das Wesentliche konzentrieren: Die Unterstützung der Mannschaft. Die braucht das nämlich gerade. Wie man mehr als deutlich am Samstag sehen konnte.
Alles andere ist aktuell uninteressant! Und wer seinen Verein in dieser Situation nicht unterstützen will, der soll momentan nicht ins Stadion gehen, sondern seinen Platz räumen und zwar für die, die noch den FC Bayern und nichts als den FC Bayern im Sinn haben. Bei aller berechtigten Kritik. Denn über die können wir von mir aus nach diesen letzten sechs Spielen diskutieren. Ausführlichst.
Eins ist allerdings immer noch glasklar:
Der FC Bayern ist größer als Uli Hoeneß, als seine Spieler, als seine Fans, als ich und eben auch als alle Ultras und sonstige Gruppierungen.
Oder fühlt sich jemand nicht an dieses Grundgesetz gebunden?
DANN SCHLEICHTS EUCH!
FC Bayern – dies und das – 09/10 #7
Meine Güte.
Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Und jedes Jahr fallen wir wieder darauf herein.
Winterpause. Nichts passiert. Der Ball ruht. Das Boulevard muss aber trotzdem seine Seiten füllen. Streut Gerüchte, Geschichten.
Und was machen wir? Springen voll darauf an. Diskutieren als gäb es kein Morgen.
Na dann.
Hier das neueste Futter:
—-
“Wir haben nicht so viel Qualität, das ist Fakt. Aber das sind keine Außerirdischen. Als Mannschaft können wir so gut sein wie die. Wir haben eine gute Philosophie.”
So unser Kapitän. Zu den Chancen der Bayern in der Championsleague. Nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem klassische Winter-, Sommerpausen-Sätze.
—-
Ein anderer “van” macht sich Gedanken über die neue Vertragsphilosophie des FC Bayern. Die Philosophie, die den Abschied von Zé Roberto zur Folge hatte, bei van Bommel aber funktioniert hat: Stars über 30 nur noch kurzfristige Verträge zu geben.
Ich sag’s mal so: Konsequenz bedeutet, dass man sie immer hat. Die Väter und Mütter unter uns wissen, wovon die Rede ist.
Schade wäre es auf jeden Fall, wenn wir einen van Buyten hier zeitnah verlieren würden. Vor allem, nachdem dieser nun (doch plötzlich) unser Abwehrchef geworden ist.
Herr Nerlinger, bitte übernehmen Sie (und bauen Sie keinen Mist! Danke.).
—-
Die von Herrn Rummenigge “locker” vorgetragene Ode an Franz Beckenbauer, könnte für unseren AG-Chef eventuell Folgen haben. Die (vermeintliche) Autorin der vom ihm gesprochenen Zeilen, reichte nun Klage ein (“wegen Urheberrechtsverletzung einen Erlass auf Einstweilige Verfügung beim Landgericht Hamburg”).
Eine aussergerichtliche Einigung sei zuvor wohl gescheitert. Dies begleitet Sie in Reimen:
“Wann meldest Du Dich denn bei mir? Ich klär’ es gern bei ein paar Bier. Doch einfach so, so geht das nicht – schließlich ist es mein Gedicht.”
Winterpause…
—-
Muss ich wirklich noch was zum Thema Ribéry sagen?
Wir stecken nicht drin. In den Köpfen des FC Bayern, Ribérys, seines Beraters.
Ich weiß nur eins: All das macht nach aussen keinen guten, professionellen Eindruck.
Desweiteren: Ribéry hat nicht den ersten Berater in seinem Fußballerleben. Vorgänger auf diesem Posten verklagen ihn gerne auch mal. Ich frage mich, wo er sich seine Berater aussucht.
Achja, noch was. Berater sind die Pest.
—-
Zum Schluss noch ein paar Gedanken zu Herrn Nerlinger.
Entweder ist der ‘ne coole Sau, oder total überfordert auf diesem Posten.
Man reduziert den Kader und schließt auch in dieser Transferperiode nicht die dringensten Baustellen (zum wievielten Mal in Folge?). Ok, ein paar haben sich inzwischen erledigt, oder zumindestens beruhigt (“Tor” zum Beispiel). Aber was soll ich mit der Aussage anfangen, dass wir in dieser Winterpause auf gar keinen Fall neue Spieler dazuholen?
Sicher. Wir suchen nur noch Spieler vom Niveau eines Ribéry. Und so. Aber ist es jetzt wirklich die neue Strategie des FC Bayern, keine Konkurrenten mehr zu schwächen (Rafinha), sie sogar eher noch stärker zu machen (Baumjohann)?
Social Bavaria Munich?
Toll.
Oder ist van Gaal der Seher und präsentiert in der Rückrunde zwei neue “Müller und Badstuber”?
Fragen über Fragen.
99,3 Prozent oder Wir begrüßen den neuen Präsidenten mit sozialistischem Gruß
Na das ist doch mal ein Wahlergebnis.
Für den neuen Präsidenten des FC Bayern e.V. und Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern AG. Uli Hoeneß.
Respekt. Da wäre manch SED-Kreisvorsitzender wohl neidisch geworden.
Im Ernst: Dieses Ergebnis zeigt einfach die Akzeptanz, die Liebe und den Respekt, den sich ein Hoeneß über die letzten 39 Jahre beim FC Bayern als Spieler wie als Manager erarbeitet hat.
Nicht jede (aktuelle) Führungskraft hätte dieses Ergebnis erzielen können.
An dieser Stelle sollte eigentlich ein großer Rückblick nebst Lobpreisung unseres nun Ex-Managers stehen. Hatte ich mir fest vorgenommen.
Aber erstens bin ich dafür ziemlich spät dran und zweitens gibt es die ja inzwischen recht zahlreich überall nachzulesen.
Nur soviel: Für mich war und ist Hoeneß der moderne FC Bayern. Und da lasse ich auch die aktuelle Diskussion um van Gaal, Systeme und all den ganzen Kram nicht gelten!
Er war es, der den verschuldeten Mittelklasse-Verein, der sich Ende der 70er hinter Vereinen wie dem FC aus Köln und dem Hamburger SV verstecken musste (die haben nämlich damals die ersten Mio.-Transfers getätigt – nur mal so am Rande für die sozialistischen Romantiker und Bayern-Kritiker).
Und was ist der Verein heute? Der Top-Verein Deutschlands, wirtschaftlich nur von ganz wenigen Vereinen auf der Welt übertroffen. Das wird in dieser Form so wohl nicht noch einmal passieren. Allein schon deshalb, weil es heutzutage solche Zyklen auf diesen Posten nicht mehr gibt…
Ganz persönlich erinnere ich mich an meine erste Begegnung mit Hoeneß noch, als wäre es gestern gewesen.
Ende der 80er weilte ich im Rahmen meines ersten FCB-Auswärtsspiels im Rheinstadion zu Düsseldorf.
Der Gästeblock befand sich – die Älteren werden sich erinnern – auf der offenen Seite des Stadions (in den 70ern baute man solche Stadien) – Seitenblick Richtung Rhein.
Die Entfernung Richtung Tartanbahn war nicht allzu weit, die Spieler kamen aus einem Tunnel hinter dem Tor. Und als die Stimmung im Block sich dem Warmmachen von Wohlfarth, Schwabl (den Torschützen) & Co. näherte, trat er auf die Bühne. Der Manager himself. Seines Zeichens 10 Jahre im Amt.
Spontan rief ich ihm “Hey, Uli” zu. Hatte er mich gehört? Zumindestens schaute er in den Block (zu diesen Zeiten gab es noch Auswärtsspiele, die nicht über Jahre ausverkauft waren), seine Bayern-Jacke lässig über den Arm und warf uns (mir) einen Blick zu, der Ablehnung verriert, auf derlei vonderSeiteanquatschen zu reagieren.
Immerhin.
Das Spiel gewannen wir trotzdem. Fortan unterließ ich derlei Ausbrüche. Gesehen habe ich ihn vor Spielen aber noch viele Male. In vielen Stadion Deutschland und auch im alten “VIP”-Bereich des Olympiastadions (heute unvorstellbar: mit freiem Zutritt für Fans).
P.S. Die üblichen Rekordzahlen muss man nicht weiter kommentieren, daher hier die Quelle.
P.P.S. Hier übrigens noch ein Live-Ticker von der JHV. Lesenswert. Danke an Probek.