Das war es noch nicht. Doch!

Am heutigen Tag wird Ulrich Hoeneß erneut zum Präsidenten des FC Bayern e.V. gewählt werden. Zwar steht die Wahl auf der Jahreshauptversammlung des eingetragenen Verein FC Bayern München noch aus, aber Hoeneß ist erstens einziger Kandidat und zweitens – sind wir einfach mal ehrlich – Meinungen und Überzeugungen wie die meine sind in der eindeutigen Minderheit. Für 1-3 Sekunden hatte ich zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt, mich selbst als Präsident zur Wahl zu stellen. Ist natürlich Unsinn und war auch nur eine kurze Tagträumerei über diesen speziellen Moment und die imaginären Gesichtszüge unseres Vorstandes. Illusorisch ist es ohnehin, da man bei einem Weltverein wie dem FC Bayern nicht „einfach so“ Präsident des e.V. werden kann. Die Kandidaten / der Kandidat werden / wird vom Verwaltungsbeirat vorgeschlagen und die JHV darf dann abnicken. Deutsches Vereinsrecht in Kombination mit einer Fußball-AG.

Es schließt sich für mich ein Kreis, habe ich doch als Bayernfan die Steueraffäre, den Prozess, die Verurteilung, die Haftzeit und seine Rückkehr verfolgt. Ich war – bekanntermaßen – Augen- und Ohrenzeuge von Hoeneß‘ letzter Rede in Freiheit auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung 2014. Ich bin immer noch schockiert, wenn ich daran denke. Seine Erregung, seine Vehemenz und die Stimmung unter der Mehrheit der anwesenden Bayernmitglieder. „Das war es noch nicht!“ waren seine abschließenden Worte und ich befürchtete, dass es genau zu diesem Punkt kommt, an dem wir uns heute befinden. Hoeneß kehrt zurück in alle Ämter, die er nach seiner Verurteilung abgeben musste. „So, als wäre nichts gewesen.“ ist mein diesbezüglicher Satz, der mir immer wieder in den Sinn kommt.

Wir müssen das nicht immer oder schon wieder durchkauen, ich weiß, dass es hier durchaus jede Menge gegensätzliche Meinungen gibt, aber für mich gibt es einfach gewisse Dinge in der Gesamtkonstellation Hoeneß und FC Bayern, die für mich nicht gehen (und damit ist nicht das Thema „Zweite Chance“, „Strafe abgesessen“ oder „Resozialisierung“ gemeint). Warum muss es diese Rückkehr sein? Damit es Hoeneß wirklich „allen gezeigt hat“? Braucht ein Hoeneß dies für sich? Braucht ein FC Bayern solch einen Hoeneß? Offensichtlich. Beides.

Kommen wir aber zu mir.

Nicht nur die Personalie Hoeneß hat mich in der jüngeren Vergangenheit meines Vereins umgetrieben. Es geht nicht weniger um Katar und den Umgang des FC Bayern damit. Sicher, einige Leser dieser Zeilen werden all das nicht mehr hören können. Damit muss und kann ich leben. Womit ich nicht leben kann, wäre eine gewisse Inkonsequenz meinerseits. Im Blog, auf meinen Social Media – Kanälen oder persönlichen Gesprächen, habe ich viel über Kausalitäten und Konsequenzen geredet – irgendwann muss man liefern, um glaubwürdig zu bleiben.

Lange Zeit stand der Besuch der heutigen JHV, gar eine Rede, eine Wortmeldung im Raum. Am Ende wurde es weder noch. Dies hat multiple Gründe, welche abendfüllend sind. Es hat mit dem Alltag als berufstätiger, zweifacher Vater und intensiver Ehrenämtler, Zeit, Geld und vielen anderen persönlichen wie privaten Dingen zu tun, die auszubreiten, ich noch nicht bereit bin. Kurzum: Ich schaff(t)e es schlicht nicht. In den letzten Wochen kam aber noch ein weiterer – stetig kräftiger werdender – Grund hinzu:

Seit Anfang der Saison bin ich Trainer – sog. „Vatertrainer“ – der Fußball-Mannschaft unseres Großen. Da trainiert man nicht nur die (seine!) Jungs, da ist man auch bei den Spielen mit Leib und Seele dabei. Am Tag nach der JHV findet um 12:00 das letzte Spiel der Hinrunde unserer E-Jugend statt. Wie sollte ich das schaffen? JHV in München besuchen und dann am Samstagmorgen den normalen Spielvorbeitungsrhythmus hier in Bonn? Für diesen Stress bin ich zu alt. Nein, als ich diesen Spielplan sah und die emotionale Bindung zu den Jungs spürte, war mir klar: Ich will auch gar nicht (mehr) zur JHV.

Andere – kritische – Bayernfans sind sowohl vor Ort als auch in der Lage und gewillt ihre Meinung dem Vorstand auf der Bühne mitzuteilen. Meine Unterstützung und Solidarität aus der Ferne ist ihnen gewiss!

Einen letzten Grund habe ich noch: Resignation. Meine Euphorie, kritische Stimmen zu sammeln, zu bündeln und zu verbreiten, hat spürbar nachgelassen. Ich hatte das schon auf dem Gipfel meiner Erregung, meiner Wut befürchtet (glaube gar, dass der Verein solche überaus menschlichen Verhaltensmuster bei uns „Wutfans“ einkalkuliert hat), aber ich erinnere mich eben noch ganz genau an meine damaligen Emotionen. Meine Meinung hat sich im Übrigen kein bisschen geändert, allein mir fehlt inzwischen die Kraft, diese offensiv zu vertreten. Einen Entschluss im Falle der heutigen Ereignisse habe ich hingegen schon vor längerer Zeit gefasst und setze diesen nun in die Tat um:

Nach über 25 Jahren Mitgliedschaft im FC Bayern München e.V. habe ich am heutigen Tag der JHV und Hoeneß-Wiederwahl meinen Austritt erklärt.

Einige Fans / Mitglieder werden nun fragen, weshalb ich diesen Schritt des Rückzug gehe und z.B. diesen „Status“ der niedrigen Mitgliedsnummer „einfach so“ aufgebe (Für manche Bayernfans ja Hauptgrund für eine Mitgliedschaft). Nun, erstens mache ich dies nicht „einfach so“ (siehe oben und die vielen Artikel unten) und zweitens sind wir da wieder beim Thema Resignation. Resignation ggü. diesem FC Bayern (seiner Führung!) im Speziellen und dem heutigen Fußball im Allgemeinen. Ferner erhält man auch mit niedrigen Mitgliedsnummern Absagen auf Ticketanfragen. Die „Garantieregionen“ (unter 3.000 oder 1.000) werde ich zu Lebzeiten ohnehin nicht mehr erreichen. Nicht ausgeschlossen ist hingegen eine Rückkehr. Mit einem neuen Vorstand und neuen Ansichten zu, mir wichtigen Themen. Die Hoffnung stirbt zuletzt und bis dahin bin ich halt raus.

Karten bekommen zu können, um mit meinen Jungs zu Bayernspielen zu gehen, war ein weiterer Aspekt, den ich bewertet habe. Sagen wir es so: Sind die Jungs alt genug, können sie selbst eintreten oder ich nutze eine der vielen – legalen – Optionen, an Tickets zu gelangen. All das war aber nicht Grund genug, diesen Schritt nicht zu gehen. Jeder geht anders mit diesen Themen um, für mich ist dies die richtige Konsequenz.

Und jetzt ist es auch mal gut.

Für wen es noch nicht gut ist und wer meine gesammelte Vorgeschichte noch einmal nachlesen will – bitteschön:

20.04.2013 Ach, Uli #1
15.11.2013 Von Wagenburgen, Medien, Tränen, dem Mob. Und Uli.
14.03.2014 Ach, Uli #2 oder Stunde Null
14.06.2014 Ach, Uli #3
07.05.2014 Paule, Uli, Karl, Pep und jede Menge Versammlungen
21.01.2015 Mia san mia oder Practise what you preach
17.01.2015 Fußball ist unpolitisch oder Ein Leben in der Blase
22.02.2015 Next stop: China
22.12.2015 Jedem Abschied wohnt eine gewisse Taktik inne
01.02.2016 Offener Brief an den Vorstand
28.02.2016 Zurück in die Zukunft oder Übervater Uli

Paule im 11Freunde-Bundesliga-Sonderheft. Auch 2016.

Nach dem „Comeback“ im letzten Jahr, wurde ich auch in diesem Jahr erneut um meine Antworten auf die 11Freunde-Bundesliga-Sonderheft-Fragen gebeten. Da diese bekanntlich in der Blogger-Beilage gekürzt werden (müssen), anbei – ebenfalls traditionell – meine vollständigen Antworten…

Die neue Saison könnte ganz eventuell legendär werden, weil der FC Bayern unter Ancelotti eher nicht einbrechen wird. Weniger Verletzungen von Schlüsselspielern in der Rückrunde schaden aber auch nicht.

Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann schwelge ich erneut in Erinnerungen. Und ärgere mich trotzdem darüber, dass Müller doch auch diesen einen Elfmeter gegen Atletico hätte verwandeln können!

Wenn ich einen durchgeknallten russischen Milliardär kennenlerne, kaufe ich meinem Klub immer noch das Rückflugticket für ihn.

Mein schlimmster Albtraum: Eines Morgens aufzuwachen – Felix Magath ist Trainer und wir müssen mit Lell & Braafheid beim FC Barcelona antreten…

Aus meinem Team auf dem Zettel haben muss man alle Spieler. Aber selbst das nützt nichts, da es weder Startelf noch starres System gibt. Zuletzt. Mal sehen, was Ancelotti dazu einfällt.

Die lustigste Fan-Aktion der vergangenen Saison war nicht zwingend eine unserer Choreos. Klasse waren sie deshalb nicht minder. Danke dafür!

Auswärts brauche ich Bier, drei Punkte und keine Randale.

Das müsste passieren, damit ich nie wieder ins Stadion gehe: Mein Verein müsste sich von seinen Wurzeln verabschieden.

Meine Klatschpappe benutze ich beim nächsten Stadionbesuch um sie auf Instagram zu posten. Danach kann die weg.

Mein Verein muss an den DFB Strafe zahlen, weil wir uns im Stadion nicht an die Regeln gehalten haben. So langweilig wie wahr.

Exakt so läuft jeder Heimspielsamstag bei mir ab: Mittags am Spielfeldrand vom Team des Großen. Danach mit dem Großen auf dem Sofa vorm TV.

Am Montagabend ins Stadion gehen ist wie am Samstag ins Stadion zu gehen. Nur nerviger, anstrengender, schwieriger, teurer, Fan-unfreundlicher. In einem Wort: Mist.

Unser aktuelles Trikot ist mal wieder rot und schön. Man muss ja jede Saison aufs Neue dafür dankbar sein.

Wenn David Guetta Stadion-DJ wird, dann wird alles nur noch schlimmer.

Auf diese Schlagzeile warte ich schon seit Jahren: FC Bayern Trainingslager endlich wieder dahoam.

In fünf Jahren ist mein Klub neun Mal in Folge Meister geworden. Nein, bitte nicht.

Die Liga nach unten verlässt der Tabellenletzte. Und der Vorletzte. Mit Sicherheit.

Mit Bayern Meister werden würde außer Ancelotti auch der Regenschirm von Max Merkel.

Wäre mein Klub ein Mittagessen, dann definitiv ein Vier-Gänge-Menü. Nächstes Jahr ggf. Fünf.

RedBull verleiht der 50+1 – Bewegung noch mal richtig Schwung.

Für 10 Millionen in Richtung China verlässt uns im Winter noch nicht mal der Greenkeeper.

Wenn ich einem Außerirdischen Fußball erklären müsste, würde ich sagen: Dann macht es bumm, ja und dann kracht’s
 und alles schreit: der Müller macht’s. Dann macht es bumm, dann gibt’s ein Tor und alles schreit dann: Müller vor!

Eine Blutgrätsche verdient hätte der – anonyme – homophobe, rassistische oder einfach nur „besorgte“ Spieler, Trainer, Funktionär oder Fan.

Wenn Darmstadt vor meinem Klub landet, dann würde ich gratulieren. Und kurz danach aufwachen.

Die US-Variante meines Klubs hieße FC Bayern München. Da braucht es doch inzwischen gar keinen Kunstnamen mehr…

Irgendwann heißt die Bundesliga nicht mehr Bundesliga sondern „European Super Soccer League, District Germany“

Den Namen unseres Stadions finde ich ok. Was ist an „Stadion am Kurt-Landauer-Weg“ auszusetzen?

Fußball gucke ich am liebsten ohne Eventfans. Wo hab‘ ich das schon mal gelesen?!

Diese Saison als erstes gefeuert wird der Trainer des TSV 1860 München.

Und falls es doch nicht Labbadia ist? Der Sportdirektor des TSV 1860 München.

Packing war gestern: In dieser neuen Statistik wäre mein Klub ganz vorne: Punkting.

Paules Kicktipp 2015/16 – das Ding ist durch!

Und schon wieder ist eine Bundesliga-Saison beendet. Aber nicht nur der Fußball ruht, auch die Kicktipp-Spielzeit fand ein knappes Ende.

Meine Glückwünsche gehen an die Top-3-Platzierten in der Gesamtwertung:

1. alex_muc86 404 Punkte
2. chefchen 401 Punkte
3. manufcbm 381 Punkte

Seinen Gesamtsieg verdankt „alex_muc86“ sicher auch seinen Tagessiegen…

1. alex_muc86 3,00 Tagesiege
2. TommyTulpe 2,58 Tagesiege
3. Rembremmerding 2,50 Tagesiege

…und selbst hinter den Bonusfragen-Gewinnern folgt unmittelbar unser Gesamsieger.

1. derKaiser 16 Punkte
1. Halbraumlibero 16 Punkte
1. Nicolas 16 Punkte
1. Scrolz 16 Punkte
1. StillGlorious 16 Punkte

Gleichwohl gilt allen Gewinnern und allen sonstigen Teilnehmern meine Gratulation – auf ein neues in der neuen Saison!

Paules 11Freunde-Bundesliga-Sonderheft-Verlosung

Wie auch in den letzten Jahren stellen die 11Freunde zum diesjährigen Erscheinen der Breitnigge-Antworten in der Beilage des Bundesliga-Sonderheftes fünf Ausgaben zwecks Verlosung zur Verfügung.

Freut mich. Für euch, die Breitnigge.de-Leser.

„Ohne Fleiss allerdings kein Preis“ und deshalb gibt es hier die Frage, die es zu beantworten gilt:

Wer war der letzte Torschütze für den FC Bayern in der Aufstiegsrunde zur Fußball-Bundesliga 1965?

Die Antworten bitte einfach in die Kommentare schreiben. In die Verlosung kommen alle richtigen Antworten, die bis morgen (24.07.2015) 20:00 eintreffen.

Die Gewinner brauchen mir dann nur noch ihre Postadresse an meine hinterlegte E-Mail-Adresse zu senden, die Sonderhefte werden dann direkt von den 11Freunden verschickt.

Kleiner Tipp: Aufmerksamen Lesern der Breitnigge-Statistik wird die Antwort sicher nicht schwer fallen… 😉

Paule ist zurück. Im 11Freunde-Bundesliga-Sonderheft

Nach zwei Jahren Pause hatte ich dieses Jahr endlich mal wieder Zeit, Lust und Muße (alles gleichzeitig), die Fragen der 11Freunde-Redaktion für deren Bundesliga-Sonderheft-Beilagenheft zu beantworten.

Da die elf Freunde aber immer eine Vielzahl an Fragen schicken, von denen sie bei jedem Blogger – der Abwechslung wegen – immer nur einen Teil publizieren, gibt es auch dieses Mal an dieser Stelle alle meine Antworten…

Die neue Saison wird legendär, weil… es ja schlechter als die letzte kaum noch geht. Schlimm.

Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann… mache ich mir Sorgen um manchen FC Bayern-Fan. Wenn der FC Bayern irgendwann tatsächlich mal wieder wie unter Magath spielt.

Wenn ich einen durchgeknallten russischen Milliardär kennenlerne, kaufe ich meinem Klub… ein Rückflugticket für ihn. Sieht es so aus, als ob Geld das Problem des FC Bayern wäre?

Mein schlimmster Albtraum… ist ein CL-Sieg der Lauterer in der Allianz-Arena und ich stehe im Block der Pfälzer.

Mein Held vergangener Jahre… war Breitner. Und Rummenigge. Wie immer.

Die lustigste Fan-Aktion der vergangenen Saison war… keine von denen, die ich sehen durfte. Vielmehr muss ich mich an dieser Stelle bei Fans, @clubnr12 und seinen Helfern für all die tollen Choreos bedanken!

Auf Auswärtsfahrten darf niemals fehlen… #DieMannschaft #DieFans #DieLeidenschaft

Ich gehe nie wieder ins Stadion, wenn… meine Liebe zum Verein erloschen ist. Trainingslager in Katar oder China reichen da (noch) nicht aus.

Mit einer Klatschpappe kann man prima… klatschen. Aber bitte nicht (mehr) beim FC Bayern!

Mein Verein muss an den DFB Strafe zahlen, weil wir im Stadion… irgendwann lauter sein werden als jedes Helene-Fischer-Medley.

Unser aktuelles Trikot ist… endlich wieder Rot. Wenn auch noch nicht wieder so Rot-Weiß wie in Wembley.

Wenn Pep Guardiola im nächsten Jahr nicht mindestens vier Titel holt, dann… holt er sie halt im übernächsten Jahr. Vielleicht.

Auf diese Schlagzeile warte ich schon seit Jahren… Gibt es denn eine, die es über den FC Bayern noch nicht gab?

Diesen Fußball-Twitteraccount habe ich immer im Auge… @erfolgsfans – es sind gute Jungs und es passt auch zum FCB-Fan-Klischee.

Der nächste Pokal im Trophäenschrank meines Klubs ist… der Uli-Hoeneß-Cup. Oder wie der heißt.

Fußball gucke ich am liebsten… ohne Eventfans.

Die Erste Liga verlässt nach unten… der HSV noch nicht einmal auf Platz 18. Dann würde der Fußballgott halt noch zwei Lizenzentzüge herbeizaubern. #Unabsteigbar

Gegner des HSV in der Relegation wird… RB Leipzig. Damit man wenigstens 1x dem HSV die Daumen drücken kann.

Folgender Filmtitel beschreibt meinen Verein perfekt: 40 years of Red – Drama, Baby

Wenn ich Trainer wäre, würde ich zuallererst… einen Twitteraccount anlegen.

Wenn Aliens auf der Erde landen und ich ihnen Fußball erklären müsste, würde ich sagen… Leberkässemmel oder Bratwurst? Und mit Senf? Hier, Euer Bier.

Die Superkraft meines Vereins ist… es, mich seit fast 40 Jahren zu fesseln, wo er andere nur langweilt.

Der USA-Franchise-Name meines Klubs wäre… Damit macht man keine Scherze…

Dieses Extra würde unser Stadion perfekt machen: Nach der Verbesserungen der letzten Jahre nur noch eines: Rote Sitze!

Next stop: China

Die Empörungswelle rund um das Wintertrainingslager des FC Bayern ist im Laufe der Rückrunde dann doch – wie eigentlich erwartet – abgeebbt. Aber weder kann ich für mich davon sprechen, dieses Thema verdrängt oder gar vergessen zu haben, noch würde ich behaupten, dass mich nicht jetzt schon wieder die nächsten FC Bayern-Events dieser Art beschäftigen. Trotz aller zurückgekehrten Emotionalität im Rahmen der Kickerei von Robben, Müller & Co.

China ist hier das Thema.

Erste Infos zu diesem, für mich nicht konfliktfreien Thema, tröpfelten rund um die Pressemitteilung des FC Bayern zwecks Zusammenarbeit mit dem Chinesischen Staatsfernsehen.

Total Soccer, die populärste Fußball-Sendung des chinesischen Staats-Fernsehens CCTV-Sports, und der FC Bayern München arbeiten in Zukunft eng zusammen. Der deutsche Rekordmeister wird für das zweistündige internationale Fußball-Programm jeden Montagabend exklusive Interviews und Film-Material produzieren.

Ich versteh‘ schon. Neue Märkte, Auslandsvermarktung, Merchandising, etc. – zitierfähig ist aus meiner Sicht und im Kontext dieses Beitrages vor allem diese Aussage:

Für Karl-Heinz Rummenigge, den Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München, bedeutet diese Medien-Kooperation „eine einzigartige Möglichkeit, unsere Ideale und Werte bis in die äußersten Regionen des weltgrößten Sportmarkts zu transportieren.“

(Hervorhebungen durch mich)

Welche „Ideale und Werte“ hier gemeint sind, könnte dieser Beitrag erläutern. Die klassischen Medien griffen das Thema erst ein paar Tage später auf…

Der Klub arbeitet verstärkt daran, sich international bekannter zu machen. Im vergangenen Sommer war die Mannschaft auf einer Reise in den USA, in diesem Juli wird sie nach China fliegen und voraussichtlich in Peking und Shanghai spielen. Jörg Wacker, beim FCB Vorstand für Internationalisierung und Strategie, hat vor Kurzem in einem Interview gesagt, dass es in China mehr als 170 Millionen Fußballfans gebe, darunter „fast 90 Millionen Bayern-Sympathisanten“: „Da sehen wir ein riesiges Potenzial, vor allem auch im Fanartikel-Verkauf.“

Womit wir wieder das beliebte Thema Trikots auf dem Tisch hätten. Anschließende Diskussionen zogen weitere Kreise – eben auch in Bezug auf (ältere) Aspekte rund um China, Asien, (Trikot-)Produktionsstätten, Arbeitsbedingungen und Co. (Was ich mich ja immer frage: Welche Chinesen sollen eigentlich all die FCB-Trikots kaufen? Die Arbeiter in den Fabriken doch eher nicht, oder?).

Wie mein Verein mit den Themen Katar und Saudi-Arabien umging, kann man gut, ausreichend oder schlecht finden – da war die gesamte Bandbreite dabei – relevant und Grundlage meiner Bewertung der Zukunft (hier: Sommertrainingslager in China) sind für mich die offiziellen Aussagen des FC Bayern. Über eine Stellungnahme

Der FC Bayern München als Verein verurteilt jede Form von grausamer Bestrafung, die nicht im Einklang mit den Menschenrechten steht, wie im aktuellen Fall mit dem islamkritischen Blogger Raif Badawi. Es wäre besser gewesen, das im Rahmen unseres Spieles in Saudi-Arabien deutlich anzusprechen. […] Wir sind ein Fußballverein und keine politischen Entscheidungsträger, aber natürlich tragen am Ende alle, also auch wir, dafür Verantwortung, dass Menschenrechte eingehalten werden. […] Gerade unser Klub hat sich immer gegen jegliche Diskriminierung, gegen Gewalt und gegen Rassismus bekannt. Und wir machten und machen uns stets für Toleranz stark. Fußball ist immer auch im Dienste der Völkerverständigung unterwegs, Menschenrechte sind darin ein integrierter Wert.

(Hervorhebungen durch mich)

…oder im persönlichen Gespräch, dessen Inhalte für die Öffentlichkeit freigegeben wurde.

Der Verein sieht zwischen dem Trainingslager in Katar und dem Testspiel in Saudi-Arabien einen Unterschied. […] Dreesen meinte sinngemäß, es wäre besser gewesen, im Rahmen dieses Testspiels deutlich das Thema der Menschenrechte anzusprechen und die Haltung des FC Bayern dazu klarzumachen. […] Es gibt offenbar auch keinen langfristigen Vertrag mit Katar (oder mit einem Sponsor). Und es gibt Stand heute noch keine Entscheidung, wo das nächste Trainingslager stattfinden wird. […] Nach eigenen Angaben wurde dem Verein die Brisanz des Reiseziels erst so richtig bewusst, als das Thema von den Fan-Diskussionen auf Twitter ausgelöst (so hat Dreesen das auch verstanden) und von den Medien breitgewalzt wurde. […] Ich empfahl Herrn Dreesen, wie auch immer die Entscheidung fürs nächste Trainingslager ausfällt, diese besser, offener und differenzierter zu kommunizieren.

(Hervorhebungen durch mich)

Die Aussagen des FC Bayern sind imho eindeutig und daran werde ich ihn auch messen. Nur „Jubelperser“-Fotos und massentaugliche Social-Media-Beiträge oder eben auch einmal ein kritisches Wort hier und da.

Natürlich kann mein Verein nichts dafür, dass mir im mittleren Alter „plötzlich“ mein (politisches) Gewissen immer mehr Anlass zum Nachdenken gibt, aber ich als Fan dieses Vereins – und dies seit den 70er-Jahren – darf ihn imho durchaus nach seinem Handeln bewerten. Denn auf dieser Bewertung wird mein Urteil für meine mittel- bis langfristige Entscheidung basieren – in Abwägung gegen mein (politisches) Gewissen – ob ich auch in Zukunft Teil des Zirkus Fußball sein will.