Von Ellbogen, unerwarteter Dominanz und jeder Menge Barca

Ein neuer Rekord. Ein Breitnigge-Rekord. Noch nie habe ich einen Beitrag über ein Spiel verfasst, während das nächste Spiel schon hinter uns lag. Es sind die Umstände. Meine, die der Zeit und die Gewohnheiten. Sicher, früher hat das niemanden gestört, dass ein Bericht erst am Mittwoch online war. Vom Samstags-Spiel. Damals, als ich noch für 50 Leute geschrieben habe. Heute ist es – in der Regel – eine mind. 20-fache Zielgruppe.

Wie auch immer. Dann wird dieser Beitrag halt kürzer und – aus zwei mach eins – enthält ferner Inhalte zur gestrigen Championsleague-Auslosung.

Nach dem Hinspiel in München rieben wir uns alle schon die Augen, gingen wir doch – ob der medialen Überhitzung des Gegners – von einem “fast aussichtslosem Unterfangen” aus. Kaum etwas davon blieb im Nachgang übrig. Nicht, weil Juventus vielleicht nicht gewollt hätte, nein, nein, unser Pressing, unser Wille hat sie dann wohl doch überrascht.

Vor Tagen also das Rückspiel und wir alle dachten: “Aber jetzt bereitet uns Turin im neuen Stadion die Hölle auf Erden”. Ja. In den ersten 15 Minuten. Da war es laut, da war die alte Dame das heiße Messer in der Butter. Bis unsere Bayern Zugriff auf das Spiel bekamen und wir somit die Weichen für das Halbfinale stellten. Denn machen wir uns nichts vor: Hätten die Italiener in dieser Phase tatsächlich die Führung erzielt, ich weiß nicht, wovon dieser Beitrag heute handeln würde.

So kam es aber nun einmal anders und wir reden statt dessen von unserer Spitzenqualität über zwei Spiele DER Top-Mannschaft aus Italien den Zahn gezogen zu haben. Da brauchen wir jetzt auch nicht mehr den Konjunktiv, denn im Rückspiel gab es diese 150%-tigen Chancen für die Conte-Kicker nicht wirklich. Und falls doch war Neuer zur Stelle.

Die Tatsache, dass ich – nach drei Tagen – eigentlich nur noch die ersten 15-Juventus-Minuten, Neuers Taten, unseren Spielzugriff und die italienische Zweikampf-Härte im Hinterkopf habe, spricht für sich.

Wir müssen uns nicht mehr über das Hinspiel unterhalten, Vidal, Ribery, das Abseits und den Schiedsrichter insgesamt. Nein. Es ging für Juve ja noch darum, mit der seit Jahren bestehenden Heimstärke ein 0:2 umzudrehen. Sie hatten die gleichen Chancen wie wir. Gewonnen haben wir. Mit 2:0. Verdient. Aber der Reihe nach.

Der Anfang ließ mich zunächst Böses ahnen. Nicht nur besagte 15 Minuten, nein, auch der Schiedsrichter (der mit dem Faible für alles was Gelb ist). Und Herrn Chiellini. Man mag mir gerne Unsouveränität unterstellen (und davon wurde während des Spiels auf Twitter auch ausgiebig Gebrauch gemacht), aber ich war und bin schon ein wenig, sagen wir mal “irritiert”, dass ein Chiellini mit seiner Spielweise über 2x 90 Minuten in voller Länge auf dem Platz stand. “Tragisch” wird es für uns, dass Mandzukic zwei seine drei gelben Karten in Duellen mit diesem – seinem – Gegenspieler kassiert hat. Nicht, dass Mandzukic nicht auch einen Ruf hätte (dem er imho in seiner Anfangszeit in München leider auch gerecht wurde), aber sein Verhalten bzgl. Ellbogen-Einsatz hat sich in größerem Maße gebessert, als es von den Schiedsrichtern im In- und Ausland honoriert werden würde. Meine Meinung.

Zurück zur Tragik.

Im Hinspiel erhält Mandzukic als erster (FCB)Spieler eine gelbe Karte. Wohlgemerkt nach besagter Vidal-Ribery-Geschichte. Und im Rückspiel? Im Rückspiel erhält Mandzukic seine dritte gelbe Karte im laufenden Wettbewerb für eine Aktion, wo ich sogar schon in der Realgeschwindigkeit dachte “Foul Chiellini”! Denn imho trat der Italiener Mandzukic beim Kampf um den Ball vor das Schienbein. Zu meinem Entsetzen entschied der Unparteiische nicht nur auf Foul von Mandzukic, nein, er gab dem Kroaten auch noch Gelb. Da war ich dann sprachlos. Vor allem, da auch die Zeitlupen mich meine Meinung nicht ändern ließen…

Unsere schlimmsten Befürchtungen schienen einzutreten und ich sah neben Mandzukic auch Lahm und Dante in einem möglichen Halbfinale gesperrt. Allein, es kam anders. Welch’ ein Glück. Der Schiedsrichter beruhigte sich und bekam seine Gelb-Schwäche in den Griff. Als weiteren Verlust hatten wir – dank Arm-Einsatz des Gegners – nur Daniel van Buyten zu beklagen. Es kam Boateng. Erneut hatten wir nicht das Pech, dass die Spieler rund um Pirlo diese Schwäche auszunutzen vermochten.

Sehen wir es positiv: Im ersten Halbfinale müssen wir zwar auf Mandzukic – inzwischen eine unserer schärfsten (Pressing-)Waffen verzichten – den Rest der Championsleague steht er uns dann aber (Platzverweis und Verletzung außen vor) definitiv zur Verfügung. Ebenso wie unser zentrales Mittelfeld mit Schweinsteiger und Martinez, die ja nun wieder bei 0/2 gelben Karten stehen. Blieben nur Lahm und Dante als Faktor (Gustavo ist imho hier nicht relevant (s. BS und JM)). Wobei Lahm heuer keine Karte mehr bekommen und bei Dante (wie zumeist bei der Abwehr) es darauf ankommen wird, was das defensive Mittelfeld durchlassen muss. Gedankenspiele.

Wir stehen im Championsleague-Halbfinale. Und das ist mehr als ich in manchen Phasen dieser Europapokal-Saison erwartet hatte. Nach dem 1:3 gegen Bate oder dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Arsenal, welches ich live ertragen musste. Einerseits. Andererseits könnte nun gegen Barcelona auch wirklich Schluss sein. Könnte. Nie war diese Option aber unwahrscheinlicher als heute.

Warum habe ich also so gute Laune nach der Auslosung gehabt?

Wir haben lange (seit 2009) auf Barcelona gewartet. Und haben uns seit diesem 0:4 sicher in größeren Schritten weiterentwickelt als Barcelona. Klar, keine Kunst, aber näher “dran” an Barcelona waren wir nie. Wobei hier nicht (wie sicher jetzt von Einigen vermutet) die typische Bayern-Arroganz zum Tragen kommt, nein, denn ich meine hier nicht, dass wir nun annähernd so sind wie Barcelona, so als Kopie, auf keinen Fall, das wollen wir ja auch nicht. Wir haben aber – seit van Gaal und danach dann mit Heynckes – ein eigenes System auf die Beine gestellt und optimiert, dass uns nun doch dauerhaft unter die Top-Mannschaften Europas gebracht hat. Nachhaltig. Die CL-Erfolge der letzten Jahre sprechen da für sich (nicht nur auf Titel bezogen jetzt).

Warum also sollten wir Barcelona, welches für mich in dieser Saison nicht mehr so perfekt funktioniert wie zuvor, nicht auch gefährden können?! Weshalb sollten in zwei Spielen die Chancen nicht größer sein, als in einem Finale auf neutralem Grund? Eben. Ich bin zuversichtlich. Und auch zunächst in München zu spielen ist gut. Erstens weil wir die Auswärtstorregel im Rückspiel auf unserer Seite haben. Da wo wir es brauchen. Zweitens können wir im Heimspiel mit einem guten Ergebnis (0:0 oder Sieg zu Null) Druck auf Barca aufbauen. Hat Paris ja im Viertelfinale auch lange geschafft. Drittens ist es doch so: Wenn ausscheiden, dann bitte nicht noch einmal im Finale (das hatten wir jetzt 2x in drei Jahren, das reicht) und gegen wen, wenn nicht gegen Barca? Sind die Ende April, Anfang wieder so stark, dass die uns weghauen, dann sind wir wenigstens gegen den Championsleague-Sieger ausgeschieden!

Alles noch in Frühjahrssternen, aber rund um eine solche Auslosung wird man sich ja mal Gedanken machen dürfen. Bis dahin einfach auf Bundesliga und Pokal konzentrieren – das macht den Kopf frei und hält frisch.

Weiter, immer weiter!

(So viel zum Thema kurzer Bericht)

Von alten Damen. Und dicken Ladys.

Vor dem Spiel gegen Juventus hatten wir vor dem Spiel gegen den HSV Sorge. Dass wir nur Juventus im Kopf hätten und das Spiel schwierig werden könnte. Das Resultat? Bekannt. Vor dem Spiel gegen Juventus hatten wir Sorge, dass die Gala in der Bundesliga die Sinne trüben und Bruder Leichtfuß wieder auftreten könnte. Resultat? Berauschend. Der nach-österliche FC Bayern hat ganz offensichtlich seine bisherige Saison-Ernsthaftigkeit zurückgewonnen. Eine Ernsthaftigkeit die in Hoffenheim, gegen Fortuna, Arsenal und in der zweiten Halbzeit in Leverkusen abhanden gekommen schien.

KRISE! Weg damit. Wir sind wieder da. Kein Spiel zu früh. Und ich bin – mal wieder ehrlich – aber mit diesen beiden Spielen hätte ich so tatsächlich nicht gerechnet. Weder mit diesen neun Toren noch mit einen so deutlichen Vorsprung für das Rückspiel in Turin. Ein 2:0 ist aus meiner Sicht herausragend. Das war Juventus, Leute. Nicht das von 2009, nein, dass Team, dass seit 2 Jahren die ital. Liga beherrscht. Und deshalb gefiel mir das Spiel richtig gut. Aber der Reihe nach.

Es mag nicht von Nachteil gewesen sein, dass Sportkamerad Alaba in der 24. Spielsekunde den Ball bekommt, auf das gegnerische Tor schießt und der Ball – dank Abfälschung – unhaltbar ins Tor fliegt. Wirklich nicht. Auch wenn wir uns im Nachgang für 15-20 Minuten Sorgen machen mussten, dass die Conte-Kicker ihrer Überlegenheit im Spiel irgendwann Tore folgen lassen würden. Aber dann kamen wir zurück. Wir kamen so stark zurück, wie wir zumeist die gesamte Saison schon zurückkommen. Wie wir nach zwei Meisterschaften des BVB zurückkamen. Großartig.

Großartig auch, wie wir gegen diese Spitzenmannschaft agierten. Taktisch meisterlich von unserem Trainer eingestellt. Wurde es erst nach der Verletzung von Kroos richtig gut? Was weiß ich denn schon? Es hatte den Anschein, aber das werden wir nie erfahren. Robben kam rein und brannte. Brannte für dieses Spiel. Brannte für was auch immer. Aber er brannte. Und deshalb brannte Juventus auch. Und zwar phasenweise lichterloh. Da war aber nicht nur Robben. Da war Ribéry, später Müller, da war Schweinsteiger, Lahm, Dante, Alaba, wer auch immer. Und als Krönung mal wieder: Mandzukic. Unfassbar was der erneut gelaufen ist, was der gekämpft hat.

Ich erinnere mich noch an eine Szene. Da bekommt ein italienischer Abwehrspieler den Ball und will ihn nach vorne treiben. Von hinten läuft Mandzukic ihn an. Der Gegner reagiert und schlägt Haken, Mandzukic muss reagieren und läuft eine Kurve, bleibt aber dran und schafft es, trotz wesentlich größerer Laufstrecke, seinen Gegner immer noch unter Druck zu setzen. Wahnsinn.

Sich zu wiederholen mag bisweilen langweilig wirken. Hier wiederhole ich mich aber inzwischen gerne, denn ich glaube immer noch, dass weder Hamburg sich freiwillig neun(!) Tore in München einschenken lässt, noch dass sich Juventus Turin(!) im Viertelfinal-Hinspiel der Championsleague – wissend um die eigene Stärke der letzten zwei Jahre und die Tatsache, dass wir Bayern auswärts eher noch stärker sind – freiwillig so eine Dominanz aufzwingen lässt. Nein, wenn wir in Top-Besetzung antreten können und die richtige Einstellung zum Spiel finden, dann kann uns in dieser Saison offenbar kaum jemand schlagen. Das Thema Barca (oder Madrid) lassen wir hier mal außen vor – wir sind noch nicht im Halbfinale.

Ob das überheblich ist? Nein, für mich ist das eher eine empirische Aussage. Bis wir eines Besseren belehrt werden. Denn immer wenn es diese Saison eng wurde, fehlten uns entweder wichtige Spieler (Martinez, Ribéry, Schweinsteiger) oder eben die Einstellung (Hoffenheim, Düsseldorf, etc.). Manchmal auch beides (s. Arsenal).

Kurz zurück zu Kroos. Gegen Juventus sah der Schachzug, dass wir Robben für Kroos bringen konnten und dieser dann zum Faktor wurde, genial aus. Aber erstens war dies nur ein Spiel und was machen wir, wenn Robben sich irgendwann im Rest der Saison erneut verletzt? Dann haben wir imho ein mittelgroßes Problem. Nicht in der Bundesliga (denn da ist am nächsten Samstag um 17:25 der Drops gelutscht), nein, vielleicht im Pokal aber ganz sicher in der Championsleague. Im möglichen Halbfinale (für das VF-Rückspiel hat selbst Robbens Körper zu wenig Zeit sich zu verletzen) oder erst recht in einem traumhaften (mehr ist es zur Zeit noch nicht) Finale in London. Denn dort geht es auf neutralem Grund gegen Real, Barca oder entfesselte Dortmunder. Könnte bessere Perspektiven an dieser Stelle geben.

Sehen wir es positiv. Wir haben Juventus zu Null und mit zwei Toren Unterschied geschlagen. Dies ist – wie erwähnt – wesentlich mehr als ich erwartet hatte. Wir stehen mit einem Bein im Halbfinale. Wenn wir in Turin ein Tor erzielen, sind es 1,5 Beine. Weil Turin zwei wichtige Spieler ersetzen muss. Einer davon ist Vidal. Und Vidal ist das Herz von Juventus. Während Pirlo das Gehirn ist. Pirlo konnten wir ausschalten, mit Vidal hatten wir eher mehr Probleme. Nun gut, der liebe Arturo ist fast einen eigenen Beitrag wert, die Gesamtsituation ist komplex.

Weil Vidal in der ersten Halbzeit “holzen” konnte / durfte, was unsere Muskeln, Sehnen und Bänder aushielten. Vor allem von Ribéry. Der englische Schiedsrichter ließ es zu. Er ließ recht viel zu und die Spieler dankten es ihm nicht. Die Fouls von Vidal, die Hände am Kopf und im Gesicht von Mandzukic, all solche Dinge hätte der Schiedsrichter bestrafen können. Hat er in der ersten Halbzeit nicht und deshalb kassierte Vidal seine dritte, Spielsperrende Karte in HZ2 für ein Handspiel. Ein Witz, denkt man an seine körperlichen Aktionen. Sei es, wie es war. Das Schiedsrichter-Gespann hatte sich in der Halbzeitpause – ganz offensichtlich – überlegt, die eigene Linie zu verschärfen. Nach Anpfiff der zweiten Halbzeit wurde phasenweise fast jede strafwürdige Aktion auf dem Rasen abgepfiffen. Erfahrene Championsleague-Schiedsrichter müssen eher nicht zu solchen Korrekturen gedrängt werden.

Vidal also für das Rückspiel gesperrt. Insgesamt hätte er auch Gelb-Rot bekommen können. Ebenso wie Chiellini übrigens (Thema Hände und Gesicht Mandzukic) auch. Die weitere Spielsperre für Juve in Person von Lichtsteiner ist imho zu hart. In der Aktion mit Dante im Strafraum war es weder eine Schwalbe von Lichtsteiner, noch foult hier Dante strafstoßwürdig (was ich teilweise auf Twitter zu lesen bekam). Normale Aktion in Strafraum. Gut für uns, schlecht vom Schiedsrichter.

Nicht minder gut für uns und schlecht für das Schiedsrichter-Gespann war der Tritt von Ribéry gegen Vidal. Wir reden hier nicht davon, dass “es mit Vidal ja schon irgendwie den Richtigen getroffen hat”, nein, wir reden hier davon, dass ein Weltklasse-Spieler wie Ribéry sich – auch wenn er noch so oft im Spiel getreten und gefoult wurde – nicht zu einer solchen Aktion hinreißen lassen darf. Das darf man nicht in einem Championsleague-Viertelfinale. Und auch nicht einem Pokalspiel in Augsburg. So sehr einen der Gegner auch provoziert. Das hast Du doch gar nicht nötig, Franck! Glück für uns, dass der Schiedsrichter ganz offensichtlich die Aktion tatsächlich gesehen hat(!) aber trotzdem das Platzverweiswürdige Foul nicht als solches bewertet hat(!!). Ribéry ist somit im Rückspiel dabei, Vidal nicht. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass all die Schiedsrichter, die in Zukunft (dieser Saison) ein Spiel des FC Bayern in der Championsleague pfeifen werden, ein ganz besonderes Auge auf Ribéry werfen werden. Das hat er nun davon.

Nun, die Oper ist noch nicht zu Ende, die fette Lady hat noch nicht gesungen. Turin ist zuhause inzwischen eine Macht und ein frühes Heimtor wird uns eventuell verunsichern können. Wer weiß das jetzt schon mit Sicherheit auszuschließen? Zu unserem Glück haben wir kaum Zeit uns dieses Szenario auszumalen. Wir spielen am Samstag um die Deutsche Meisterschaft in Frankfurt und danach geht es direkt nach Turin. Das Gegenteil vom Achtelfinale. So muss es sein.

Es klingt komisch. Aber in diesen Tagen dürfen / müssen wir Bayern nur von Spiel zu Spiel denken. Frankfurt. Turin. Sind wir dann Meister und stehen im Halbfinale der Championsleague, geht es weiter. Und unser Trainer wird sicher auch dann das Richtige tun, um unsere frisch zurückgewonnene Ernsthaftigkeit beizubehalten. Sonst lässt er denMatthias auf die Mannschaft los. Fass! ;-)

Habe ich was vergessen?

Kein Gegentor nach einer Ecke. Fabulös. Kein Spieler für das Rückspiel gesperrt, Martinez steht wieder zur Verfügung, analog zu Schweinsteiger bei quasi 0 Verwarnungen. Gefährdet sind dafür weiter Lahm & Dante und zusätzlich nun Gustavo und Mandzukic. Zwei davon können wir ausklammern. Wenn unser Kapitän das will, bekommt der im restlichen Verlauf der Saison keine Karte mehr und Gustavo wird nur noch ein Faktor werden, wenn Martinez oder Schweinsteiger sich verletzen oder später noch eine Sperre absitzen (beides möge der Fußballgott verhindern (am Ende im Finale?!)). Bleiben also als negative Faktoren Dante und vor allem Mandzukic. Fällt unser kroatische Super-Mario aus, bricht unsere größte Pressing-Waffe weg, denn wer glaubt ernsthaft, dass ein Gomez diese Eigenschaft kompensieren könnte? Was Gomez aber kompensieren könnte, wäre die Torgefährlichkeit in der roten Zone, klar. Die hat mit Mandzukic’ Pressing natürlich gegen Juventus gefehlt. Wie man sieht, gibt es immer noch vortreffliche Optionen im Münchner Kader. Noch. Andererseits: Uns stehen “nur” noch (max.) sechs Partien in den Pokalpartien dieser Saison bevor. Realistisch betrachtet, sind es wohl nur noch vier kritische Spiele in der Königsklasse. Denn gegen Wolfsburg, Freiburg oder Stuttgart muss es – in dieser Saison – doch eigentlich auch die 1b-Elf schaffen. Ansonsten wäre bisher national was schief gelaufen…

Kommen wir langsam zum Ende.

Die Ausgangslage gegen Juventus ist bemerkenswert und unerwartet. Lasst uns diese Chance verwerten. Und lasst uns bitte am Samstag mit einem Sieg in Frankfurt endlich diese Rekordmeisterschaft holen!

Auf geht’s, Ihr Roten!

Paule der Schiriversteher – eine Lobhudelei

Anfangs war ich ein bisschen wütend. Wirklich nur ein kleines bisschen.

Ich hörte diesen Podcast und dachte: Was ist das denn? Schiedsrichter sind ja auch nur Menschen. Und plötzlich konnte ich diesen Menschen nicht mehr böse sein. Oder so.

Natürlich ist dies nicht ganz richtig, denn schon seit der fabulösen Schiedsrichter-Dokumentation rund um die EM 2008, die uns einen nie zuvor gekannten Einblick in die Welt der Schiedsrichter gewährte, war ich “auf der Spur”. Auf der Spur der Schiedsrichterversteher.

Jetzt nun dieser Schiedsrichter-Podcast “Collinas Erben“. In der Regel sprechen hier die beiden Ex-Schiedsrichter(!) Klaas Reese (Twitter: @sportkultur) und Alex Feuerherdt (Twitter: @lizaswelt) über die Fußball-Regeln, driften aber in letzter Zeit immer mehr auch in das Tagesgeschäft der Bundesliga ab.

Mir gefällt das sehr, zeigt es doch einen Blickwinkel auf unser aller Fußball, der uns durch die Berichterstattung der üblichen Verdächtigen (ARD, ZDF, Sky, LigaTotel, Sport1, etc.) zumeist verwehrt bleibt.

Warum?

Wohl weil die Quote drückt und mit “trockenen” Regel-Themen und unpopulistischen Fakten kaum die Masse der Zuschauer zu begeistern ist. Schade eigentlich.

“Trocken” ist hier ohnehin das falsche Wort. Nicht allein die Tatsache, dass ich beide persönlich kenne und sie mehr als schätze, führt dazu, dass ich über viele Dinge im Rahmen der regelmäßigen Podcasts schmunzeln kann (Elfmeter gegen FCK-Torhüter in der 90.Minute durch Linienrichter Alex F.!). Nein, die Themen werden auch derart plastisch aufbereitet, dass man sein Weltbild als Fan nachhaltig verändert.

Ich kann nun nicht mehr ohne schlechtes Gewissen über den Schiedsrichter schimpfen. Ich habe vielmehr in der Szene schon den Hintergedanken, was wohl im nächsten “Collinas Erben” – Podcast darüber gesagt werden wird.

Das kann man gut oder schlecht finden – es ist zumindest besser als einen niederländischen Schiedsrichter-Assistenten tödlich zu attackieren.

Wem das alles zu viel Lobhudelei ist – selber reinhören!

Jedem Ende wohnt ein Zauber inne oder Kokolores-Kalle

Es ist vollbracht. Die Winterpause ist da. In den letzten Wochen habe ich ja kaum noch daran geglaubt, dass wir die mal erreichen würden. Also eher meinte ich damit mich selbst und meine Müdigkeit. Aber ich will Euch damit nicht noch weiter langweilen.

Das letzte Pflichtspiel im Jahre 2012 unseres FC Bayern liegt hinter uns. Dies soll kein Jahresrückblick werden – solche Worte bieten sich da halt einfach an. Bedeutungsschwanger, in größeren Zeiträumen denkend.

Genau dieser Umstand war die größte Gefahr für unsere Jungs beim Pokal-Achtelfinale in Augsburg. Eine andere Gefahr gab es nicht (abgesehen von einer gewissen Unbeherrschtheit, aber dazu später mehr). Denn wie schon im Bundesligaspiel an gleicher Stätte, so war ich auch diesmal davon überzeugt, dass uns die Augsburger nicht schlagen können würden.

Natürlich, es war “ein Pokalspiel”, es spielte “Klein gegen Groß”, “arme Schlucker gegen Steinreich” – oder einfach der FC Bayern. Der “große” FC Bayern. Habe ich etwas in der Mottenkiste der üblichen Verdächtigen an den Mikros und vor den Kameras übersehen? Wahrscheinlich. Denn unser Verein dient ja als Projektionsfläche für so ziemlich alles und jeden in diesem (Fußball)Land. Diesen Umstand haben wir uns hart erarbeitet, sicher, aber es darf mich trotzdem in jedem dieser Spiele, die – glaubt man den Kommentierern – jederzeit hin zu einer Seensaatiioon kippen könnte, stören.

Es brauchte nicht lange, da wurde uns dieser Umstand auch am Dienstag eingeredet.

Ich will nicht in Abrede stellen, dass Augsburg gerannt ist, gekämpft hat, alles in die Waagschale geworfen hat, was sie zu bieten hatten. Ich will einräumen, dass da mehr kam als vor Wochen im Bundesliga-Aufeinandertreffen. Ich muss erwähnen, dass wir durchaus einen Handelfmeter hätten bekommen können. Aber! Hätte all dies etwa gereicht, unseren FC Bayern ernsthaft zu gefährden? Nein. Meiner Meinung nach nicht.

Viele dachten (hofften) ja, dass wir nach dem Platzverweis gegen Ribéry irgendwie anfangen würden zu wackeln. Zu dumm, dass die 2012/13er Münchner bis jetzt niemandem diesen Gefallen getan haben. Analog zu den Dortmundern der jüngeren Vergangenheit.

Selten war ich im Laufe eines Pokalspiels meines FC Bayern relaxter als in diesen 90 Minuten. Augsburg war einfach zu schwach. Punkt. Und da kann man als Augsburger Spieler oder Funktionär noch so viel Lobendes über die Leistung in diesem(!) Spiel sagen, am Ende des Tages sind sie raus aus dem Pokal und stehen in der Bundesliga auch nicht gerade rosig da. Irgendwann hat sich das Argument “Pech” mal abgenutzt.

Genug dazu.

Apropos Ribéry.

Unser kleiner französischer Turbodribbler hat sich und uns einen Bärendienst erwiesen. Wirbelte er zuvor noch die Augsburger Defensive durcheinander, zeigte er nach der Provokation kurz nach der Pause Nerven und ließ sich zu einem, sagen wir mal, unangemessenen Kontakt mit seinem Gegenspieler hinreissen.

Ich bin da ganz bei DonJupp. “Ein Spieler des FC Bayern darf sich nicht provozieren lassen.” Noch einmal: Punkt.

Alle(!) anderen Aussagen zu diesem Thema (Schweinsteiger(!), Sammer(!!), Rummenigge(!!!)) sind brutaler Kokolores.

Ribéry wird gefoult und gefoult und gefoult. Und provoziert. Klar. Das ist nix Neues. Und ja, auch vor dieser rote Karte war das so.

Aber erstens wurde das Foul gepfiffen, zweitens deutet er nicht nur einen Tritt in Richtigung seines Pendants an, nein, die Hände im Gesicht des Gegners nehmen im Schlagabtausch in ihrer Wirkung zu. Erst ein leichter Wischer von Ribéry, dann eine stärkerer Wischer des Augsburgers (sorry, ich habe inzwischen sogar seinen Namen vergessen, so unwichtig ist mir das) und zu “guter” Letzt für alle sichtbar ein Schlag von Ribéry.

Das geht nicht, lieber Franck!

Welche Konsequenzen sein Verhalten hatte? Er fehlt uns bis zu einem möglichen Finale in Berlin. Und vor allem in der nächsten Runde, im imho vorweggenommenen Finale gegen die schwarzgelbe Borussia aus Dortmund. In München.

Das ist nicht dramatisch, aber es hat Dimensionen, als ob beim BVB “Rötze” gleichzeitig fehlen. Zwar bin ich von einem “Mimimi” weit entfernt, aber sein hätte es nicht müssen.

Da tröstet mich auch nicht der Umstand, dass die Augsburger im weiteren Spielverlauf mit der Aufgabe selbst das Spiel zu machen und nun ihrerseits gegen einen tiefer stehenden, brutal anlaufenden und auf Konter lauernden Gegner überfordert waren. Deutlich überfordert. Gefährlicher waren sie gegen 11 Bayern allemal.

Mir hat das Spiel gefallen. Weil Herr Neuer endlich mal wieder seine Klasse in einigen Paraden zeigen konnte (Seid ehrlich, einige von Euch haben doch insgeheim schon wieder Gedanken gehabt…). Und weil es mir einen Müller-Moment schenkte, wofür wir diesen Klasse-Typen einfach immer nur lieben werden. Was für eine gemalte Choreografie, dass der Thomas nur kurze Zeit später seinen Vertrag beim FC Bayern verlängerte. Signalwirkung.

Das Spiel ist inzwischen zwei Tage her und ich erinnere mich nicht mal mehr an alle relevanten Szenen (was aber auch an meinem Alter und meiner momentanen (Blog)Müdigkeit liegen kann *g*). Aber neben der roten Karte, dem möglichen Handelfmeter, den beiden Toren – was war da noch?

Ach ja, das “Tor” von Herrn Timoschtschuk.

Seit ich Stammhörer des Schiedsrichter-Podcast “Collinas Erben” bin, habe ich meine Einstellung zu und meine Sichtweise auf die Schiedsrichter erneut angepasst. Früher ging mir ein “das muss der doch sehen” viel leichter über die Lippen oder durch den Kopf als heute.

Wer im ersten Augenblick zweifelsfrei erkannt hat (Live!), dass der Ball von Timoschtschuk klar hinter der Linie war, der hebe bitte die Hand. Ach, erst in der zweiten Zeitlupe? Oh.

LizasWelt, 50% Prozent des fabulösen Schiedsrichter-Podcasts hat über Twitter die entscheidende Spielszene mit grafischen Unterstreichungen publiziert. Darauf ist Folgendes zu sehen:

1.) Der Schiedsrichter hatte eine verdeckte Sicht, da in dem Moment, als der Ball – hinter der Linie – im Tor einschlug, der Augsburger Torhüter am Boden – und somit vor dem Ball – lag.

2.) Der Schiedsrichter-Assistent konnte das Tor nicht erkennen, da er – regelkonform – auf der Höhe des (vor)letzten(?) Abwehrspielers stand um eine mögliche Abseitssituation zu erkennen.

Was hier fehlte?

Ein Torschiedsrichter (wie in der Championsleague) oder ein Chip im Ball (und keine Ballchip-Kamera, oder was auch immer uns die ARD in der Übertragung für einen Unsinn erzählt hat)!

So was passiert. Und das gehört zum Fußball dazu. Was viel wichtiger ist? Das es Spieler wie Thomas Müller gibt, die, auch wenn sie mal von der Bank ins Spiel kommen, brennen, laufen und jeden Ball vernünftig an den Mann bringen wollen (und können).

Wie für einen Lehrfilm ist hier seine Vorarbeit zum entscheidenden 2:0 durch Herrn Shaqiri zu bewerten. Sagenhaft. Weshalb der Jubel seiner Kollegen auch eher ihm und weniger dem Schweizer Schützen galt.

Ich könnte noch viel mehr über meine Bayern reden. Was ich von Gomez und Mandzukic in diesem Spielt hielt (wenig). Was von unseren Außen Alaba und Lahm (noch weniger). Aber ich möchte es dabei bewenden lassen.

Es ist Winterpause und wir haben eine ausgezeichnete Ausgangsposition für die Rückrunde. Wir sind in allen Wettbewerben noch top vertreten, haben einen unglaublichen Vorsprung in der Bundesliga, eine Chance zur Pokalfinal-Revanche im Pokal-Viertelfinale und mit dem FC Arsenal einen schlagbaren Gegner in der Championsleague vor der Brust.

Es könnte uns schlimmer gehen.

Ganz zu schweigen von den verletzten Spielern, von denen – bis auf Herrn Badstuber – alle zur Rückrunde wieder auf dem Platz stehen können sollten. Vor allem Gustavo und Robben. Denn direkt im Spät-Winter und Früh-Frühjahr heißt es improvisieren.

Gegen Dortmund fehlt unser Motor Ribéry. Da brauchen wir mit Robben eine zusätzliche, vielleicht Überraschung erzeugende Option.

Gegen Dortmund fehlt unser IV Nr.2 oder 3 Boateng. Da brauchen wir einen Martinez eventuell auf dessen Position und somit einen Gustavo (in der Form der frühen Hinrunde) um gegen Arsenal nichts anbrennen zu lassen.

Schlimm genug, dass wir diese Umstellungen aufgrund von unnötigen Platzverweisen durchdenken müssen.

Was passiert jetzt?

Wir feiern Weihnachten und genießen die Ruhe. Im neuen Jahr sammeln wir unsere Kräfte und versuchen die Ernte dieser Hinrunde einzufahren. Ich, wie Ihr, wie der FC Bayern.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Der Jerome, der Marc-Andre und kein Pech

Fangen wir am Ende an. Der FC Bayern hat eine fabulöse Hinrunde gespielt. Eine der besten in seiner Geschichte.

Der FC Bayern hat ein Spiel verloren. Und dreimal nur ein Remis erzielt. Den Rest: Gewonnen! Mit einer insgesamt unfassbaren Tordifferenz.

Soll man da jetzt von Pech reden, dass wir gegen Gladbach einen Handelfmeter ertragen mussten und der gegnerische Torhüter alle unsere Schüsse pariert hat (bis auf einen)?

Den Elfmeter kann man geben. Nicht weniger zumindest als den Handelfmeter für uns gegen Augsburg.

Das Problem war hier eher, dass a) Herr Boateng so wenig, sagen wir mal… Körpergefühl, Geschmeidigkeit hat und b) die Gladbacher durch ein, zwei schlampige Pässe überhaupt erst in der Lage waren, den Ball an Jeromes Hände oder Arme zu befördern. Punkt.

Die Bayern haben – nach einer eher durchschnittlichen Halbzeit – im zweiten Spielabschnitt das einzig Richtige gemacht:

Weiter, immer weiter zu machen. Zu laufen, zu passen, zu schießen. Allein, unsere Mannschaft fand in der Kabine die Fast-Forward-Taste. Lernen aus Fehlern. Auch kurzfristig. Mehr kann man nicht verlangen als Kassenpatient.

Klar, muss Herr ter Stegen ausgerechnet gegen uns so ein gutes Spiel zeigen? Ähnlich wie Herr Weidenfeller vor zwei Wochen?

Müssen sie nicht, können sie aber.

Entscheidend ist imho eh etwas anderes. Heute las ich – sorry, Leute ;-) – auf Twitter von der Statistik, welche Tabelle es gäbe, wenn man nur die Spiele 1.-7. und 8.-18. betrachtet. In den ersten Paarungen liegt der BVB vor den Bayern!

Was uns das sagt? In all den Spielen gegen “die Kleinen” gewinnt man die Liga. Wie viele Haare haben wir Bayern-Fans in den letzten Jahren in diesen Spielen verloren?

Eben.

Der BVB und auch Gladbach können sich von mir aus gerne für ihre Remis in München abfeiern. Wir haben diesen unglaublichen Vorsprung.

Und noch ein Wert ist treffend: In dieser Hinrunde haben beide Borussias gegen uns insgesamt schon vier Punkte weniger geholt als letzte Saison. Doppelpunkt.

Was zum Spiel?

Über Twitter habe ich mich ja schon ausgiebig über die Augapfel-Quetschung von Javier Martinez ausgelassen. Herr Stranzl, wir haben uns das gemerkt.

Zum Glück ist es nicht so schlimm und er kann möglicherweise am Dienstag sogar spielen.

So alles in allem würde ich einfach mal in den Raum stellen, dass die Winterpause für einige Spieler zur rechten Zeit kommt. Herrn Schweinsteiger zähle ich dazu. Ebenso Herrn Kroos. Da war – speziell in HZ1 – einiges an “Reservetank”.

Herr Boateng hat die Spielzeit – in Kombination mit Herrn Dante – extrem stark begonnen. Nach seiner Rückkehr (nach Verletzung) deutet sein Gesamteindruck eher nicht ins Positive. Herr Heynckes, Herr Sammer, bitte übernehmen Sie!

Immer so weiter spielen könnten aktuell sicher die Sportskameraden Gomez, Ribery und Shaqiri. Nicht wenige Momente dieser Drei retteten uns in den letzten Spielen. Danke dafür, Jungs!

Ein Extra-Lob erhält hier ausdrücklich Dante. Nicht umsonst spielte er offenbar als einziger bayerischer Akteur alle Hinrunden-Minuten. Zu Recht.

Ganz starker Transfer, Typ und Retter. Wie wäre wohl unsere (IV-)Situation, wenn wir ihn nicht hätten? Nicht drüber nachdenken, Paule.

Denken wir jetzt lieber noch einmal an Augsburg. Und an ein anderes Spiel. Ein Pokalspiel. Eigene Gesetze und so. Für den guten Gesamteindruck dieser ersten 50% der Saison.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Kein Derby, keine Mühe, keine Sorgen – die Bayern in Augsburg

Es geht dahin.

Dies ist der erste Bericht in dieser Saison, wo ich im Vorfeld weder eine Überschrift im Kopf, noch beim Schreiben die Details für den Beitrag im Hinterkopf hatte.

Nur gut, dass unsere Spieler einfach immer nur weiter machen und von Sieg zu Sieg eilen. Denn langweilig wird mir bei Bayern-Siegen nie, allenfalls werde ich irgendwann blogmüde. So wie zur Zeit der Fall ist. Ihr kennt da meine Gefühlswelt (die natürlicht nicht aus der Siegesserie resultiert sondern aus meinen Umständen). Die Winterpause soll da als Platzhalten dienen. Für ein Luftholen, ein Auftanken. Hoffen wir das Beste.

Das Beste liefert ohnehin der FC Bayern auf dem Rasen. Ein Rekord jagt den nächsten. Tatsächlich war es schon das letzte Auswärtsspiel dieser Hinrunde und wir haben allen Ernstes nur ein(!) Gegentor kassiert und nur ein(!) Spiel nicht gewonnen? Unfassbar. Und da machen wir Bayern-Fans uns immer noch einen Kopf um irgendwelche “Probleme”? Haben wir schon vergessen, was hinter uns liegt? Was wir allein in der letzten Saison “gelitten” haben?

Ab und an sollten sogar wir Roten mal eine Auszeit nehmen, uns zurücklehnen und diesen Anblick genießen. Diesen Anblick der bisherigen Saison. Wie gesagt: Winterpause.

Es war – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – kein wirklich berauschendes Spiel. Aber erstens muss und kann es das ja nicht in jedem Spiel geben und zweitens hatten wir mit solchen “Halbe-Kraft”-Spielen gegen defensive Gegner in den letzten Jahren genug Punktverluste zu beklagen. Wir schlagen den BVB mit seinen eigenen Waffen. So habe ich mir dies vor der Saison erträumt. Läuft.

Sicher, die Formkurve entwickelt sich bei vielen Bayern-Akteuren aktuell in unterschiedliche Richtungen, aber zum Glück gab es bei den meisten Spielern regelrechte Kurven und nicht nur lineare Verläufe (im schlimmsten Fall immer nur abwärts). Der diesjährige Glücksfall: Wir konnten Alternativen aufbieten. Der entscheidende Vorteil auf dem Weg zum Titel? Könnte sein. Und diese Chance sollten wir nutzen. Nicht, dass die schwarz-gelbe Borussia in der nächsten Saison auch noch lernt mit der Dreifachbelastung umzugehen. Titel abholen, wenn sich die Chancen dazu bieten. Und tatsächlich glaube ich, dass den Dortmundern heuer nicht noch einmal so eine Aufholjagd wie in der letzten Saison gelingt.

Was gibt es zum Spiel in Augsburg zu sagen?

Einerseits war dies kein Derby, liebe Medien und lieber FC Bayern (Twitter & Web)!

Anderseits war Augsburg zwar der erwartet unbequeme Gegner (sic!), der aber insgesamt trotzdem zu Recht dort in der Tabelle steht, wo er steht. Richtig gut war da nur die – phasenweise – Einstellung der Puppenkistenkicker, aber so richtig gefährlich für den FC Bayern? Nein, dafür sind wir wohl schon zu gefestigt, zu sehr auf Effizienz und Sieg gepolt. Ein beruhigender Zustand. Vor allem für Fans für mich.

Gibt es etwas zum Spiel zu diskutieren?

Den Handelfmeter? Nein, der war unstrittig. Allenfalls die Vorteilsauslegung von Schiedsrichter Drees. Aber das sollen Collinas Erben auseinanderpflücken.

Das zwei-zu-null von Joker Gomez? Gerne. Und ich habe auch nix gegen diesen Sportjournalisten-Reflex, dass man immer noch die Sekunden zählt, bis er nach seiner Einwechslung den Ball im Tor versenkt. Wie viel waren es diesmal? 180? In jeder Hinsicht ist dieser Umstand bemerkenswert, allein, weil Gomez früher nie ein Stürmer war, der nach Einwechslungen gut spielte. So kann sich Konkurrenz doch mal positiv auswirken, gelle?!

Über den Rest legen wir den Mantel des Schweigens.

Jetzt noch am Freitag Gladbach schlagen, sich somit – teilweise – für die letzte Saison revanchieren, dann erneut nach Augsburg reisen, um im Pokal eine weitere Runde spielen zu können und dann ist endlich Pause.

Also, Bayern – noch einmal die letzten Kräfte sammeln, kämpfen und siegen.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Spanische Blitzeinschläge und Bayerischer Schlendrian

Machen wir es kurz – ich bin schließlich mal wieder spät dran.

GUT:

  • Der FC Bayern steht im Achtelfinale der Championsleague, überwintert im Europapokal.
  • Weitere Einnahmen und Abendspiele (mit der Option auf Eintrittskarten für mich) sind gesichert.
  • Wir haben es im Heimspiel gegen BATE selbst in der Hand den Gruppensieg zu fixieren. Mit einem Sieg in beliebiger Höhe.
  • Wir hatten endlich einmal einen guten Schiedsrichter in dieser CL-Saison.
  • Der FC Bayern kann noch mit zwei Stürmern spielen.
  • In Valencia kann der Blitz in Spieler einschlagen und die spielen danach einfach weiter.
  • Holger Badstuber kann Bälle nicht nur zum Torwart zurück spielen. Ich habe es selbst gesehen.

SCHLECHT:

  • Unser Turbodribbler, die Seele unseres Spiels – Franck Ribéry – spielte unter Schmerzen und war spätestens nach den ersten Fouls an ihm nur noch ein Schatten seiner selbst.
  • Wir hatten mit 10 Valencia-Gegnern mehr Probleme als gegen 11.
  • Unsere Standards sind weiterhin… verbesserungswürdig.
  • Insgesamt war es kein gutes Spiel.
  • Selbst dieser gute Schiedsrichter pfiff einen, an Lächerlichkeit nicht zu steigernden Freistoß für Valencia. Vor der spanischen Führung.

Sind das alle relevanten Punkte? Mehr fallen mir zumindest inzwischen nicht mehr ein.

Klar bin ich froh, dass wir – Dank der BATE-Niederlage gegen Lille – nun für das Achtelfinale qualifiziert sind, es im letzten Heimspiel nur noch um den Gruppensieg geht und wir es selbst in der Hand haben. Andererseits bin ich aber irritiert, dass wir in dieser Gruppe überhaupt so lange Probleme hatten, für klare Verhältnisse zu sorgen. Aber gut – abgerechnet wird am Ende der Saison. Denn was nützt dem amtierenden Deutschen Meister z.B. diese – zugegeben – nicht schlechte Gruppenphase, wenn man jetzt im Achtelfinale ausscheidet? Eben.

Nein. In diesem Spiel war eigentlich vom Anpfiff weg, nach dem Platzverweis und erst Recht nach dem Rückstand nur eines wichtig: Das Erreichen des Minimalziels: K.O.-Runde. Geschafft. Abhaken.

Bei all dieser Begeisterung der bisherigen – hervorragenden – Hinrunde, ist es uns Bayern-Fans offenbar gegeben, trotzdem hinter jedem Tor, jedem Ball, jedem Grashalm das herannahende Verderben zu vermuten. Wer zwei Jahre gebrannt hat, scheut das Euphorie-Feuer. Oder so.

Natürlich bin ich begeistert, wenn ich immer wieder auf die bisherige Saisonbilanz zurückblicke. Ich bin allerdings auch voller Zweifel, wenn ich unsere Abhängigkeit von Ribéry beobachte. Er fehlte gegen Leverkusen, gegen Nürnberg und er war – in keinster Weise – gegen Valencia nur im Ansatz im Besitz seiner vollen Kräfte. Resultat? Bekannt.

Ist das nun normal für eine europäische Spitzenmannschaft? Wie hat der BVB (ergebnismäßig) gespielt als es noch kein “Rötze” gab sondern nur den heimgekehrten Borussen-Jung?

Ganz genau.

Bitter war es lediglich mitanzusehen, wie sehr unser Franck leidete. Leidete nach den ersten Fouls der Spanier. Bei jedem Sprint, jedem Zweikampf. Und wenn ein Kämpfer wie er aufgibt, dann muss es echt weh tun.

Andererseits: Es hat ja geklappt. Shaqiri machte nach seiner Einwechslung richtig Alarm und brachte Schwung. Ebenso Gomez. Gut, dass der auch wieder dabei ist. Nicht weniger gut, dass der Trainer Müller auf dem Platz ließ. Trotz seiner zuvor eher schwächeren Leistung. Aber nur einer mit solch krummen Beinen konnte diesen Ball zum Ausgleich ins Netz zimmern.

So verdient dieser Ausgleich ob unserer Leistung über 90 Minuten durchaus war, dass wir nicht mehr aus unseren vorhandenen Gelegenheiten und unserer numerischen Überlegenheit machten, muss uns Warnung genug sein. So kann das auf Dauer nicht weiter gehen. Dieser – zurückgekehrte – Schlendrian wird uns irgendwann vielleicht einmal das Genick brechen. Und dies völlig zu Recht.

In diesen Zeiten ist kein noch so großer tabellarischer Vorsprung, kein 4:0 in der 60. Minute sicher genug, als das sich auch eine Mannschaft wie der FC Bayern zurücklehnen könnte.

Erklären kann ich mir es nicht, aber einige unserer Spieler schafften es nicht gegen unseren spanischen Gegner die volle Leistung abzurufen. War das dieser Schlendrian? War es der Gegner? War es die (geistige) Erschöpfung nach den letzten englischen (Erfolgs)Wochen?

Wer weiß das schon oder steckt in unseren Spielern drin? Der Trainer? Das will ich doch mal hoffen. Nicht auszudenken, wie desillusionierend es wäre, wenn auch der keinen Plan für das große Ganze hätte.

Ich schweife ab.

Irgendwie sind wir wohl alle ein wenig müde. Trotzdem müssen wir uns für die letzten 7 Pflichtspiele des Jahres motivieren, denn in der Bundesliga entscheidet sich nun, mit wie viel Vorsprung wir die Herbstmeisterschaft gewinnen und in die Rückrunde starten. Gegen Hannover, in Freiburg und dann das “Giganten Duell” gegen den BVB. Danach sollte klar sein, wohin unsere Saisonreise geht. Gewinnen wir die ersten beiden Spiele, können wir gegen Dortmund schon Herbstmeister werden. Wir könnten aber plötzlich auch Schalke oder Frankfurt (spielen am WE gegeneinander) konkret im Nacken haben und den BVB mit halbem Punkteabstand in Reichweite.

Beides ist möglich – aber wir haben es in der eigenen Hand! Auch, ob sich schwarz-gelbe Aufholjagd-Geschichte wiederholt. Oder wir neue Geschichte schreiben. Für unseren glorreichen FC Bayern.

Lasst die Spiele beginnen!

Auf geht’s, Ihr Roten!

Bissige Doggen bellen, sie beißen nicht oder Arbeitende Künstler

Leute, ich habe schlechte Laune. Das hat zwar nicht (mehr) mit dem Fußball zu tun, es behindert mich aber dabei kreativ zu sein. Und dies sollte man sein können, wenn man einen Blogbeitrag verfasst.

Denke ich. Muss aber nicht, wie einige andere Blogger zeigen. Manchmal ist halt auch weniger mehr.

So sieht mein heutiger roter Faden aus. Ohnehin bin ich spät dran und deshalb ist sicher schon alles zum Gastspiel unseres FC Bayern in Nordfrankreich gesagt. Nur noch nicht von jedem.

Machen wir es tatsächlich kurz.

Die Bayern haben einen lupenreinen Arbeitssieg geschafft. Und das gefällt mir mehr als alles andere in unserer aktuellen Championsleague-Situation. Verrückt, habe ich doch langsam die Ahnung, dass der BVB und wir in diesen Tagen die Rollen getauscht haben. Wir müssen uns mühsam von Punktgewinn zu Punktgewinn zittern und die Dortmunder schlagen fast ManCity und holen die verlorenen Punkte im Heimspiel gegen die Königlichen zurück.

Sicher, Real in Deutschland zu besiegen, ist allein schon statistisch keine Kunst, aber immerhin. Wie wäre das Spiel wohl in der letzten schwarzgelben Saison ausgegangen? Und schuld bin ich ja eh selber. Was schau’ ich mir das Spiel auch an? Derlei brachte mir noch nie Glück. Schlimm genug, dass man sich mit Ronaldo freuen muss. Kommt nicht wieder vor.

Zurück zu unserem Spiel.

Ich wollte mich kurz fassen.

Lille war einfach zu harmlos um uns wirklich gefährlich zu werden. Und trotzdem wurden sie uns gefährlich. Weil wir in den schlimmen Phasen der zweiten Halbzeit z.B. dem Gegner im eigenen Strafraum den Ball in den Fuß spielten. Übel.

Sind wir froh, dass Lahm einer seiner immer seltener gewordenen Offensivvorstöße mit einem Foul des Gegners beenden konnte und der Herr Müller offenbar ‘ne coole Sau vom Elfmeterpunkt ist.

Apropos Elfmeter.

Den muss man nicht geben. Wenn, dann schon eher das 16er-Handspiel der Franzosen in HZ2. Und 11 Franzosen hätten zur Halbzeit auch nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen. Eher vielleicht so um die 9-10.

Den Lohn dieser laschen Schiedsrichter-Linie durfte unser aller Weltklasse-Form-Franck einfahren, der verletzt auf der Bank mitansehen musste, wie es schlimmer und schlimmer wurde im zweiten Spielabschnitt.

Nein, das war wahrlich keines dieser berauschenden Spieler der letzten Bundesliga-Wochen. Aber es reichte und dies ist in unserer momentanen – übrigens selbst verschuldeten – Situation in der Gruppenphase genau das, was wir brauchten. Wir haben den Gruppensieg immer noch in der eigenen Hand und im nächsten Heimspiel schau’ ich mir diese französichen Doggen mal aus der Nähe an.

Noch was? Einzelkritik?

Eher nicht. Das habt ihr doch alle schon gemacht, oder?

Jetzt erst einmal Wunden lecken und auf Sonntag, auf Leverkusen fokussieren.

Auf geht’s, Ihr Roten!

(Wie versprochen – kurz)

Von Schongängen, Umschaltern und Mr. Perfect

Ich fühle mich komisch während ich hier sitze und den Bericht zum gestrigen Heimsieg gegen Mainz verfasse.

Komisch, weil mir einfach nix einfallen will, was ich zu kritisieren hätte.

Die Bayern haben die ersten 20 Minuten in dieser Begegnung einen perfekten Fußball gespielt gegen eines von diesen Teams, die uns – bislang – angeblich so wenig liegen sollen. Also extrem gut in der Defensive gestaffelt (inklusive Extrem-Nachlaufing) und bei Ballbesitz explosionsartig in Richtung unseres Tores rennen, um auf direktem Weg den Abschluss zu suchen.

Von Mainz – gerüchteweise als Angstgegner tituliert – sah man derlei nur sehr selten. Und selbst in den Phasen, als die Bayern schon im Schongang waren und Mainz “mal machen ließen” – auf Deutsch: Wir durch unseren Schlendrian in “Gefahr” gerieten – war unsere eigene Defensive zumeist Herr der Lage. Stark, was die Sportskameraden Neuer, Lahm, Boateng, Dante und Badstuber ablieferten. Nicht minder erwähnenswert die Leistung der Herren Schweinsteiger und Gustavo (hört, hört).

Sicher. In der letzten Saison, den letzten Jahren, hatte Mainz mit seiner Taktik nicht unerheblichen Erfolg, aber erneut (schon im dritten Spiel) hatte ich eigentlich kaum Sorge um mein Team. Und Mainz hat es ja – nach den ersten 20 Minuten und in HZ2 – tatsächlich probiert. Aber irgendwann war halt Schluss. Und wäre der – verdiente – Elfmeter nicht gewesen, hätte Dante nicht seinen einzigen Fehler (war es nicht gar sein erster in dieser Saison?) gemacht, Mainz wäre wohl erneut ohne Tor geblieben (ohnehin nur per Elfmeter in dieser Saison).

Schwacher Gegner, von mir aus. Aber eben diese(r) schwache(r)n Gegner haben uns bis heute trotzdem Probleme bereitet. Mich euphorisiert so eine Erkenntnis. Und mit dieser Beschreibung ist zunächst einmal gemeint, ich nicht schon nach drei Spieltagen erste Flecken auf unserer weißen Weste analysieren muss.

Allein, es gibt noch mehr, worüber wir Bayern-Fans uns endlich wieder freuen können.

Was wäre wohl noch vor Jahresfrist hier und all überall in der Community los gewesen, wenn wir kurz vor einem Spiel erfahren hätten, dass neben Alaba, Gomez auch Ribéry und Robben verletzt fehlen? Der weißblaue Himmel wäre uns bedrohlich nahe gekommen.

Und jetzt?

Spult – zugegeben gegen (noch) keine großen Gegner – Herr Badstuber solide und oft kritikfrei sein Programm als dritter Vertreter auf der LAV-Position ab und schicken wir einfach Shaqiri und Müller (auf seine WM 2012er-Position) ins Rennen. Ganz zu schweigen von Mandzukic, der Herrn Gomez sicherlich – und völlig zu Recht – nicht kampflos den Stammplatz zurückgeben wird (wann kommt Super-Mario 1 eigentlich wieder zurück?)!

Sehr, sehr gut.

Und wenn all das nicht schon positiv genug wäre, durften wir die letzten 15 Minuten erneut unseren neuen Mr. Perfect bewundern.

Auf Twitter gelte ich ja inzwischen schon als #Fanboy und ich glaube tatsächlich, dass hier vieles medial auch arg überhöht wird (um ihn bei der nächsten Gelegenheit zünftig abstürzen lassen zu können), aber wie stark war gestern erneut die Performance von Javier Martinez?

Einem Spieler, der quasi ohne(!) Vorbereitung vor zwei Wochen bei uns aufgeschlagen ist und dann mal locker so einen Sprint in der 92. Minute hinlegt und ebenso butterweich wie präzise auf Toni – der-hat-so-eine-tolle-Schusstechnik – Kroos flankt.

Der Wahnsinn.

Andererseits: Bremsen, Leute.

Jetzt fängt endlich die Saison an. Wir haben sieben Bundesliga-Spieltage bis zum nächsten Länderspiel-”Spaß” zu absolvieren und am Mittwoch startet ferner die nächste Königsklasse. Ganz zu schweigen vom nächsten nationalen Spiel in Gelsenkirchen. Da wird sich zeigen, wie viel von der Euphorie da der Realität standhält.

Aber freuen darf ja wohl erlaubt sein. Es gab nicht wenige Saisonstarts, da mussten wir uns zum gleichen Zeitpunkt schon ganz andere Sorgen machen. So.

Wer mich allerdings kennt, der kann sich vorstellen, dass ich trotzdem noch ein wenig was zum Kritisieren finde.

Zum Beispiel, weshalb wir überhaupt erst in diesen Schongang verfallen sind. Beim Stand von “nur” 2:0. Oder was sich Herr Dante dabei dachte, vor dem Elfmeter seinen Gegner derart zu verteidigen. Oder das rings um das Gegentor der Schiedsrichter sich sicherlich eher nicht um die Auszeichnung “Heimschiedsrichter des Monats” beworben hat.

Womit wir wieder beim Punkt Euphorie wären: Es kratzt uns alle nicht! Wir machen einfach weiter und finden auch immer wieder den Umschalter. Offenbar bald eine Phrase weniger, die die üblichen Verdächtigen im Zusammenhang mit dem FC Bayern benutzen können.

Mich stört es nicht.

Weitere Einzelkritik vonnöten?

Nö. Ihrso?

Jetzt gegen Valencia gut auf der “Road-to-London” starten und danach(!) auf Schalke fixieren. Das wird schwer genug.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Kölsche Zweitklassigkeit oder Die Saison ist um. Und das ist gut so.

Die Bundesliga-Saison ist zu Ende. Alle Entscheidungen sind gefallen. Es wurde langsam Zeit. Auch und gerade aus Sicht der Bayern, denn ab sofort kann man sich um die Endspiele kümmern, die uns doch noch zwei von drei möglichen Titeln dieser Spielzeit bescheren sollen.

Mit dem Sieg in Köln haben wir eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Als Tabellenzweiter haben wir 73(!) Punkte erzielt. In 49 Bundesliga-Jahren hätte dies 45-mal zur Meisterschaft gereicht. Zu dumm, dass es dieses Jahr – erneut – einen Gegner gab, der von Rekord zu Rekord eilte und den wir daran nicht hindern konnten.

Deshalb ist unsere Saison aber nicht schlecht. In keinster Weise. Zeit für einen ausführlichen Rückblick wird es noch geben. Später.

Apropos richtig schlecht.

Der kölsche FC ist einmal mehr abgestiegen. Sicher, hätten wir in Köln verloren, hätten die Domkicker sich noch auf den Relegationsplatz retten können.

Aber erstens, wieso sollten wir das tun? Und zweitens, dafür hätte diese Mannschaft doch zunächst einmal selbst etwas tun müssen, oder?

Ich war – ebenso unerwartet wie spontan – Zeuge dieses Unterfangens und ich muss es einfach klipp und klar sagen: Ich konnte – abgesehen von den Anfangsphasen beider Spielhälften – keinerlei Bereitschaft erkennen, den Abstieg vermeiden zu wollen.

Na klar, es gab da diese strittige Situation, als Contento den Ball wohl mit der Hand gespielt hat und ja, nach dem Seitenwechsel waren die Schäfer-Jungs für 6-7 Minuten richtig unter Dampf, aber – mal ganz ehrlich – reicht das, um in einem solchen Endspiel den letzten Strohhalm zu rechtfertigen?

Pech für die Kölner, dass die Bayern mit ihrer potentiellen CL-Finale-Start-Elf antraten, allerdings wäre das Ergebnis von 1:4 doch wohl wesentlich höher ausgefallen, wenn die Bayern ihre zahlreichen Konter in der ersten Halbzeit konzentrierter zu Ende gespielt hätten und in der zweiten Halbzeit nicht bei dem Versuch gescheitert wären, Mario Gomez die fehlenden Tore zur Kanone aufzulegen.

Das hatte beinah peinliche Züge, wie da der besser postierte Mann den Ball trotzdem noch dem, zumeist schlechter stehenden Gomez versuchte zuzuspielen. Schlimm.

Nein, das Ergebnis ist schon ok. Sowohl der Abstieg der Kölner als auch unsere Vizemeisterschaft hatte mit dem gestrigen Spiel nix zu tun. Beides lag in der eher suboptimalen Rückrunde begründet.

Muss ich noch auf Einzelschicksale unserer Bayern eingehen?

In der Offensive haben wir – da sind wir uns offenbar alle einig – kein Problem für die Finals. Ein wenig mehr Zielstrebigkeit, Beweglichkeit und vor allem Konzentriertheit reicht völlig aus, um hier das Maximum zu erreichen.

Das Mittelfeld sollte – dank der steil aufsteigenden Formkurve des Sportskameraden Schweinsteiger – zunehmend kein Problem mehr darstellen. Und die Gustavo-Position können wir, denke ich, ganz gut kompensieren.

Über Neuer muss ich ohnehin kein Wort verlieren. Erreichen wir in beiden Endspielen ein Elfmeterschießen… ihr wisst, was ich darüber denke.

Ein Problem haben wir aber zu 25-50% in unserer Abwehr.

Selbst einer Mannschaft wie den Kölnern, ihres Zeichens Schießbude der Liga und mit der schlechtesten Tordifferenz der Saison gesegnet, gelang es in zwei, drei Situationen uns defensiv Probleme zu bereiten. Wie wird das gegen Chelsea aussehen?

Erst die spätere Hereinnahme von Herrn Badstuber brachte hier sofort eine gefühlte Stabilisierung im Verbund. Gut für das Pokalfinale (Dank der Perspektiven Alaba und Badstuber, die hoffentlich in der Startelf stehen werden, Praxis gab es doch jetzt genug für die Kollegen Contento und Timoschtschuk), nicht ganz so beruhigend für das #FinaleDahoam.

Nun denn, wir hoffen weiterhin das Beste.

Ab sofort gilt die volle Konzentration auf das Pokalfinale in Berlin.

Hier meine Wunschaufstellung:

Neuer
Lahm – Boateng – Badstuber – Alaba
Schweinsteiger – Kroos / Timoschtschuk (Pranjic)
Robben – Kroos / Thomas Müller* – Ribéry
Gomez

*Thomas Müller sehe ich hier nicht zwingend auf der 10. Er ist für mich eine Option, wenn Kroos auf die 8 zuückrückt oder in unserer Offensive generell die Rotation angeworfen wird und alle Akteure wild durcheinander würfeln, damit er auf seinen geliebten rechten Flügel gehen kann.

P.S. Zu den Szenen in der 89.Minute muss man nicht extra noch etwas sagen, mein Video reicht da vollkommen aus.

P.P.S. Wie auf Facebook geschrieben: Wozu zahl’ ich 40,- für eine Sitzplatzkarte, wenn es mir dann doch auf den Kopf regnet (Und ja, ich war in den 80er und 90er-Jahren oft genug in den “alten” Stadien (Grotenburg, Parkstadion, Bökelberg, etc.) und bin richtig nass geworden – und jetzt?)?