Guardiola.

Keine Wortspiele von mir zu diesem Thema. Sind ja eh alle schon gemacht worden. Von fast allen.

Der FC Bayern bekommt zum 01.07.2013 einen neuen Trainer. Josef – Jupp – Heynckes beendet seine dritte Amtszeit bei unserem Verein, Josep – Pep – Guardiola i Sala tritt seine Nachfolge an. Der – was man so liest – begehrteste Trainer auf dem Erdball. Ich kann nicht abstreiten, dass mich dieser Umstand stolz macht. Und ich dieser Tage viel Freude in mir trage. Aber wie ich es – auf Twitter, auf dem #tkss oder sonst wo – gesagt habe: #Pep ist nicht gleich #JM8. Will sagen, die Hysterie – auch und gerade von mir – rund um die Verpflichtung von Javier Martinez war eine ganz andere Liga als das Thema Guardiola. Und das hat gar nix mit ihm zu tun, dass liegt an mir.

Ich bin dazu in der Lage total durchzudrehen, völlig auszuflippen und alle Grenzen fallen zu lassen. Wer mir in diesen wilden Tagen auf Twitter folgte, weiß wovon die Rede ist. Selbst einige langjährige Verfolger folgen mir seitdem nicht mehr. Aus Gründen. Kein spanischer Tweet, keine Übersetzung, keine Meldung von Flughäfen, kein Bild eines FCB-Autos war vor mir sicher. Die Euphorie überstieg alles je da gewesene. Warum? Weil sich bei mir / bei uns Bayern-Fan eine wochenlang aufgebaute Erwartungshaltung, Enttäuschung, Hoffnung und Frust auf einmal entluden. Wenn ich an den Bilbao-Präsident denke, spüre ich schon wieder dieses Zucken.

Und dann diese Verdichtung der Emotionen. Sollte es wirklich sein, dass der FC Bayern “mal was Verrücktes” machen würde? So wie all die Reals, Milans und ManUtds? JA! Groß. Nun, dieser (Höhe)punkt liegt hinter uns. Und wer einmal den höchsten Hohepunkt erlebt hat, der empfindet einen normalen Höhepunkt nur noch als… Punkt. Mit dieser Analogie will ich in keinster Weise die Großartigkeit dieses Transfers kleinreden, aber ich muss ja auch nicht 24 Stunden schenkelklopfend auf dem Boden liegen vor Lachen. Manchmal reicht auch ein Schmunzeln. Loriotesk.

Ich bin begeistert. Davon, dass Guardiola sich tatsächlich für den FC Bayern und nicht für das Geld entschieden hat. Selbst wenn dieser Satz aus dem Munde eines Bayern-Fans bizarr klingt. Es geht um dieses Scheich- oder Russen-Geld, dass – und da sind wir uns ja alle einig – nicht nur “böse” ist sondern auch jedes seriöse Wirtschaften im Fußball endgültig ad absurdum führte. Ich find es klasse, dass unser neuer Trainer tatsächlich ein Mensch ist, dem andere Sachen wichtiger zu sein scheinen. Und dass diese “guten Sachen” nun mit meinem Verein verbunden werden.

Ich bin begeistert wie mein Verein diesen Transfer abgewickelt hat. Es drang nichts(!) nach außen. Und was waren wir ahnungslos als der Vertrag – nachweislich – längst unterschrieben war. Herrlich. Ich finde auch den Stil der Pressemitteilung meines Vereins klasse. Derlei war ich in den letzten Jahren bei Trainerwechseln nicht (mehr) gewohnt. Danke dafür.

Sicher, der FC Bayern wäre nicht der FC Bayern und die Medien nicht die Medien, wenn am Folgetag nicht schon wieder “Zwietracht” gesät werden würde. Oder zumindest der Versuch gestartet wird. Unser Präsident gibt dem ZDF ein Interview und die Medienvertreter, denen nach dem, für sie überraschenden #Pep-Big-Bang, die Stories auszugehen drohen, machen sich nicht die Mühe, dessen Aussagen ungekürzt wiederzugeben. So entsteht der Eindruck, man habe Heynckes doch – gegen seinen Willen – vor die Tür gesetzt. Geschenkt, man muss derlei nicht lesen. Ich für meinen Teil habe mir in der ZDF-Mediathek zumindest das Interview angesehen. Und für mich klingt das nicht unbedingt so. Für mich klingt das so, dass es natürlich ziemlich naiv gewesen wäre, erst nach der Mitteilung von DonJupp kurz vor Weihnachten in die Verhandlungen mit Guardiola einzusteigen. Definitiv. Man hat mit ihm, respektive seinen Beratern gesprochen. Ja, und? Wir hatten einen Trainer, dessen Vertrag zum Saisonende auslaufen würde und Guardiola war auf dem Markt. Ich kann ferner nicht erkennen, dass die “bisherige Sprachregelung” des Vereins etwas anderes behauptet hat. Aber ich habe ja auch keine Ahnung.

Jetzt ist Guardiola verpflichtet, er lernt Deutsch und er tut dies in New York. Weiter weg von Heynckes und einer noch zu spielenden Bundesliga-Rückrunde geht es nicht. Mehr Souveränität und Professionalität ebenfalls nicht. All das wirkt – bis auf weiteres – perfekt.

Womit wir zu meiner Einschätzung des Trainers Guardiola kommen.

Es steht außer Frage, dass er mit Barcelona maximalen Erfolg hatte und ein großer Trainer ist. Selbst wenn man Max Merkel zitieren will, dass Messi & Co. vielleicht auch ein Spazierstock zum Championsleague-Sieg geführt hätte. Aber ist das so? Was wissen wir denn schon? Nur weil Guardiola nicht der Lautsprecher oder ein eher kein… extrovertierter Typ wie Basler, Klopp, Sammer, Lattek oder Mourinho ist / war? Wissen wir wirklich etwas zu sagen über seine Qualität als Trainer? Nein. Andererseits hat er selbst uns allen noch nicht gezeigt, dass er als Trainer auch außerhalb Barcelonas funktionieren kann. Ein Wagnis. Für ihn und für uns. Ich bin bereit dafür.

Guardiola hat für mich auch keine Auswirkungen auf die Bundesliga, deren Außenwirkung oder andere Dinge, die in den letzten Stunden kolportiert wurden. Mir als Bayern-Fan muss auch niemand auf die Schulter klopfen oder den Verein für diesen Transfer beglückwünschen, denn es steht selbstverständlich fest, dass wir Guardiola genau deshalb geholt haben, um erneut eine Ära zu prägen. Er soll für uns den Erfolg sichern und uns auch in Europa – ohne die Bundesliga zu vernachlässigen – zu höchsten Weihen führen. Warum sollten wir das abstreiten? Dafür muss uns niemand lieben – alles andere wäre sogar sehr merkwürdig!

Ob Guardiola das kann, oder wir ihm dazu die Zeit geben werden – wer weiß das schon. Aber eins steht fest: Wenn einem Trainer das möglich gemacht wird (in München) – dann ihm! Denn Guardiola ist genau der “Welttrainer”, der unsere Großkopferten in der Führungsriege ruhig stellen kann. Keine Personalie hätte hier mehr elektrisiert als #Pep. Die (Fußball)welt schaut ab sofort nach München. Noch mehr als zuvor. Und unsere Führung wird es sich gut überlegen, ob sie einen Guardiola verbrennen wollen. An dem Feuer könnten sich selbst Rummenigge, Hoeneß oder Beckenbauer die Finger verglühen. Seine Chance. Eine Chance, die Klinsmann und später van Gaal nicht hatten.

Der FC Bayern steht vor einer goldenen Zukunft. Oder epochalen Veränderungen in der Führung. Es könnte ein entscheidender Schritt in die Zukunft sein. Oder eben die Zementierung des Provinziellen.

Bienvenido a Munich, el señor Guardiola! (Pff, Google Translate)

Die Mutter aller Spiele-des-Jahres oder Bayerische Zocker

Dieser Bericht wird mehr als eine Facette haben.

Ein Handlungsstrang handelt von den Handlungen unseres Trainerstabs. Einerseits war ich schockiert, als ich vor dem Spiel von der massiven Rotation in unserer Startelf erfuhr. Andererseits ging es zwar gut, war es aber ein Tanz auf der Rasierklinge.

Sicher, nach dem Spiel ist man immer schlauer und wirkt es unglaublich weitsichtig hier ein paar Stars 60 Minuten geschont zu haben.

Was wäre allerdings passiert, wenn die Herren Contento, Pranjic oder Timoschtschuk – aufgrund ihrer fehlenden Spielpraxis den entscheidenden Fehler zum Rückstand in Nürnberg gemacht hätten?

Glück gehabt.

Im Prinzip kann ich unseren Trainer hier ja sogar verstehen. Spieler schonen ist wichtig und richtig. Aber erstens haben wir dafür nicht die Bank. Also nicht ohne einen – spürbaren – Qualitätsverlust. Zweitens hätte man doch einigen Spielern diese Spielpraxis geben können. In diesen – gefühlten – 10:0-Sieg-Spielen.

Apropos spürbar.

Ging schon nach dem Seitenwechsel ein gewisser Ruck durch unsere Mannschaft, war es imho endgültig um den Club geschehen als Schweinsteiger und Ribéry den Rasen betraten. Zuvor zeigte sich die – übliche – Mauertaktik mit Kontern ja noch erfolgreich, danach kamen die Hecking-Kicker aber nicht mehr aus ihrer Höhle heraus.

Bis auf die Schlussphase. Unfassbar, wie sehr die Bayern da das Ergebnis noch einmal in Gefahr brachten. Später mehr dazu.

Nein, ich hatte zwar nach der 60.Minute immer noch Zweifel, ob wir das entscheidende Tor wirklich erzielen würden, aber das Grundgefühl war schlagartig besser. Auch weil vor allem Schweinsteiger hier richtig stark agierte. Unser Franzose fand zunächst nicht statt. Allein seine Anwesenheit verschob die Statik der Defensive der Heimmannschaft hingegend vorentscheidend.

Am Ende muss man mit diesem Arbeitssieg zufrieden sein. Meine Befürchtungen nach den oben erwähnten leichten Siegen wurden bestätigt. Gladbach, Hannover und Nürnberg hätten mich auch weniger Nerven kosten können. Das wir am Ende jetzt doch so gut da stehen finde ich gut. Überraschend gut und ich will nicht tauschen.

Fußball ist immer noch so. Vor ein paar Wochen hätten wir im Frankenland verloren und der BVB keinen 4:4-Ausgleich in der 93.Minute bekommen.

Derlei lässt mich nicht vom Triple träumen, aber es zeigt mir, dass unsere Lage zumindest nicht “hoffnungslos” ist, was mir reicht. Im Moment.

Zum Spiel im Allgemeinen.

Der Club hatte schon vor diesem – fälschlicherweise – so genannten “Derby” keinen guten Lauf. Das Spiel bestätigte diesen Eindruck. Oder waren wir wirklich zu gut?

In der Defensive, im Mittelfeld. ‘Würde ich unterschreiben. Wenn man auch mit dieser B-Elf nicht alles unterbinden konnte und mehr Luft als gewöhnlich nach oben war. Unsere Offensive agierte einmal mehr zu einfallslos, zu statisch, zu Robbenesk.

Zu wenig um die 6-8 Vorstopper der Clubberer zu überfordern.

Am schlimmsten fand ich allerdings die Schlussphase, als es genau dieser Mannschaft gelang, uns noch einmal in ernsthafte Gefahr zu bringen. Dieser Mannschaft, die sich über weite Phasen der zweiten Halbzeit darauf beschränkte unseren Offensiv-Bemühungen zuzusehen?

Kaum zu glauben, wie sehr der Puls da noch einmal hochging.

Egal. Wir haben es überstanden und konnten ein paar Stars für dieses unfassbar schwere Rückspiel gegen Marseille schonen.

Gegenfrage: Was macht unsere sportliche Führung eigentlich erst, wenn ein mögliches Halbfinale gegen Real Madrid ansteht? Spielen wir dann in Bremen (zwischen Hin- und Rückspiel) mit der Aufstellung Jonkers?

Wer gewinnt hat Recht. Also war auch diese Startaufstellung richtig. So.

Ein weitere Geschichte dieses Spiels sind die Fans. Die Club-Fans.

Nun, wenn ich ehrlich bin, dann beruht derlei nicht auf Gegenseitigkeit, aber irgendein Problem scheinen die Clubberer mit uns zu haben. Ein Problem, dass ich weder nachvollziehen noch verstehen kann.

Auf Nachfrage werden mir dann immer historische Gründe – auch fernab des Fußballs – genannt. Von mir aus. Ich bin Rheinländer und zu weit weg. Leute die es wissen müssen, reden davon, dass sich da was hochgeschaukelt hat und es irgendwann vielleicht sogar Tote geben wird. Mhm.

Ich bin – wie gesagt – zu weit weg, um auch nur ansatzweise Verständnis für solche Dinge zu haben. Ferner bin ich ja nur ein Erfolgsfan, oder zumindest Sesselpupser.

Ein Vorteil hat mein Zustand als Außenstehender an dieser Stelle: Ich habe ein Jahr Ruhe davor.

Noch etwas vergessen?

Außer mit Dortmund würde ich aktuell mit niemandem tauschen wollen. Tabellarisch und so. Ob das am Abend des 11.04. immer noch so ist, werden wir sehen.

Jetzt müssen wir zunächst einmal sicher stellen, dass wir das Halbfinale der Championsleague erreichen und Marseille nach diesem Hinspiel nicht mehr zurück kommt.

Und erst danach denken wir an Augsburg. Versprochen, Jupp?

Allez les Rouges!

DonJupp: Der, die, das Dritte

Ich bin spät dran. Aber damit hatte ich mich ja schon beschäftigt.

Unser neuer Trainer wird Jupp Heynckes heißen. Keine Überraschung mehr. Und passt auch ins Bild. Die Zeiten der Experimente sind beim FC Bayern endgültig vorbei. Zurück zum Bewährten. Und vermeintlich/hoffentlich erfolgreichen FCB.

Kein anderer Trainer war in der internen Lostrommel (abgesehen von dem üblichen Hitzfeld vielleicht). Sagt man. Wir glauben es mal.

Seit der offiziellen Bestätigung und auch den deutlichen Buschtrommeln zuvor, ist nun doch noch einiges an Zeit vergangen. Zeit zum Nachdenken.

Und tatsächlich bin ich inzwischen eher amerikanisch unterwegs.

Nach der Präsidenten-Wahl schart sich das ganze Land hinter den Gewählten. Es ist auf einmal “der Präsident aller Amerikaner”.

So sollten wir nun endlich einmal vorgehen.

Für mich sind die Grabenkämpfe vorüber. Ich bin auch zu müde, um weiter über van Gaal zu lästern, ihn permanent zu kritisieren oder am neuen Trainer – DonJupp – herumzumäkeln.

Was bringt das? Wem sollte das helfen?

Die Würfel sind gefallen und wir sollten uns nun darauf konzentrieren, die aktuelle Saison seriös zu Ende zu bringen (d.h. entweder P2/P3 oder P6) und dann in der neuen Saison neu und gestärkt anzugreifen.

So sieht meine Strategie für die nächsten Wochen aus.

Der Vorstand und alle anderen Entscheider in meinem Verein stehen hingegen für mich unter Beobachtung und agieren auf Bewährung. Dafür war deren Vorgehen in den letzten Wochen und Monaten einfach nicht mehr in der Richtung, die ich für meinen Verein für die richtige halte.

Und ja, Herr Hoeneß, dass “liegt auch an diesem Internet, bei dem plötzlich alle mitreden wollen”.

Derlei nennt man Zukunft, Fortschritt, Weiterentwicklung!

Ach ja, DonJupp: Herzlich willkommen zurück und viel Erfolg!

Zu diesem Rowdy-Verein gehe ich nicht. Ich gehe zum FC Bayern.

Was wäre wohl aus Beckenbauer, dem FC Bayern oder gar dem deutschen Fußball geworden, wenn der 12-jährige, spätere Kaiser im Sommer 1958 bei einem Schülerturnier seines SC München 1906 im Endspiel gegen 1860 München nicht von seinem dortigen Gegenspieler geohrfeigt worden wäre?

Man weiß es nicht. Aber für uns Bayern-Fans lief seit dem alles wie am Schnürchen.

Heute Abend steigt das Abschiedsspiel von Franz Beckenbauer. Mit 31 Jahren Verspätung.

Danke Franz.

Und danke lieber unbekannter Jugendspieler des TSV 1860 München.

P.S. Parallel endet übrigens diese Sommerpause. Endlich.

Wie erfolgreich eine Saison war, merkt man oft erst danach

Wie bitte?

Die Bayern stellen den Trainer des Jahres und die ersten VIER Platzierten bei der Wahl zum Spieler des Jahres?

Waren wir wirklich so dominant? Scheinbar.

Lustig, dass ich gerade heute diese Notiz veröffentlichte.

Achso. Und Glückwunsch Herr Robben und Herr van Gaal!

FC Bayern – dies und das – 09/10 #8

Aus der aktuellen Saison ist die Luft raus. Wie meistens nach dem letzten Spiel.

Gleichzeitig werden Blogbeiträge mehr und mehr Sommerpausen’esk.

Transferspekulationen sind da das Salz in der Suppe.

Auch oder gerade beim FC Bayern.

Was haben wir denn da?

Die Vertragsverlängerung von Herrn Ribéry steht da wohl an erster Stelle. Schon mal seehr gut. Nicht unbedingt wegen 2009/10. Sondern weil wir 2007/08 gesehen haben, was mit ihm in Topform möglich ist. Was wäre das für eine Saison geworden, wenn ein Ribéry in der Form aus 2007/08 im Finale neben Turbo-Robben gespielt hätte? Ach lassen wir das Träumen. Nächste Saison…

Ein gewisser Toni Kroos kommt nach seinem Qualitätssprung aus der Farbenstadt zurück an die Isar. Wenn ich wiederum an diese Offensive denke mit Kroos, Robben und Ribéry, dann wird mir jetzt schon warm ums Herzchen.

Ebenfalls wieder zurück kommen will Herr Braafheid. Herr Toni eher nicht.

Ersteres kann ich verstehen – fangen wir einfach noch einmal von vorne an. Letzteres ist vor allem finanziell für den Verein gut. Wie man so hört war derLuca irgendwann dann wohl doch mal endlich bereit, von seinen überhöhten Gehaltsvorstellungen abzurücken. Die drohende Rückkehr zum Tulpen-General versetzte hier scheinbar italienische Berge.

Ganz und gar nicht überraschend sind ferner die Abschiede von zwei Ex-Hoffnungsträgern: Rensing und Görlitz. Alles Gute.

Definitive Zugänge gibt es momentan vor allem im Betreuerstab. Beides ist aber eigentlich keine große Story.

Marcel Bout war schon unter van Gaal in Alkmaar tätig. FCB.de sagt, dass er die Spielanalyse von Egon Coordes übernehmen soll. Im Videotext hatte ich gestern aber (erneut) noch gelesen, dass er Hermann Gerland ersetzen soll, der wiederum die zweite Mannschaft der Bayern von Herrn Scholl zurückbekommt.

In der gleichen Quelle stand geschrieben, dass Bout von Alkmaar zuletzt an SC Telstar “ausgeliehen” war – sowas habe ich in Bezug auf einen Trainer überhaupt noch nie gelesen…

Frans Hoek ersetzt Torwarttrainer Walter Junghans. Dies stand – soweit ich weiß – schon länger fest. Also der Abschied, bzw. die “Versetzung” in die Bayern-Jugend. Bei diesem Thema bin ich neutral. Ich kann an dieser Stelle die Tatsache, dass Junghans überhaupt bei uns Torwarttrainer war, weder bewerten noch kommentieren. Sollen andere machen.

Hoek soll eine Fußballschule betreiben und ferner mit van Gaal schon in Amsterdam, Barcelona und der Elftal zusammengearbeitet haben.

Was all das für den FC Bayern bedeutet werden wir sehen.

Noch was vergessen?

Am 21.06. ist Trainingsauftakt beim FC Bayern.

Servus, Mehmet – mach’ es gut!

Eine Thema ist in den letzten Tagen dann doch ein wenig untergegangen. Hier. Bei mir.

Der Abgang eines Mehmet Scholl beim FC Bayern. Nach 18 Jahren.

Persönlich finde ich das mehr als schade. Wegen solcher Interviews zum Beispiel.

Ich war bei Scholls Abschiedsspiel dabei. Und habe mich meiner Tränen nicht geschämt.

Er blieb uns danach erhalten und wurde gar zum Nachfolger des Tigers. In der dritten Liga. Alles lief bestens und Blut hatte er – nach eigener Aussage – auch noch geleckt. Am Job des Trainers.

Perfekt.

Und dann kam der DFB. Und seine Normen. Und Schubladen.

Da passt das Runde (Verband) nicht ins Eckige (Scholl).

Er will es ja machen. Die Regeln einhalten. Und seinen “Schein machen”. Schließlich sind wir ja in Deutschland. Da braucht man das.

Da Scholl aber auch noch arbeiten wollte, für FCB II und die ARD, passte das alles nicht.

Der Verein hatte dafür Verständnis. Wenn auch schweren Herzens. Wie ich. Denn Scholls Abgang ist für den FC Bayern ein Verlust. In jeder Hinsicht. Aber man trifft sich im Leben bekanntlich immer zweimal.

Also wünsche ich Dir auf Deinem Weg alles Gute, Mehmet. Mach’ Dein Ding. Und komm’ irgendwann mal wieder zurück, ok?

Der Felix, die Meisterschaft und die königsblaue Allmacht

Felix Magath ist lernfähig.

So etwas wie beim FC Bayern sollte ihm nicht noch einmal passieren. Sich von anderen Alphatieren ins eigene Handeln herein reden lassen? Nö.

Und so entstand die Allmacht in Wolfsburg.

Passte ja auch perfekt. Graue Maus im Niemandsland mit Konzern und “Gerne Groß”-Ambitionen trifft auf Ex-Feuerwehrmann und frischen Doppel-Double-Gewinner.

Magath ließ sich beispiellose Befugnisse in den Vertrag schreiben, drehte jeden Stein auf links und in seine Richtung – Resultat?

Die deutsche Meisterschaft.

Gratulation.

Felix ist aber auch clever.

Er wusste wahrscheinlich genau, dass er, wenn er in Wolfsburg bleibt, nur verlieren kann.

Eine Tatsache, die die Wolfsburger und ihr ambitioniertes Umfeld sicherlich übersehen haben. Ist allerdings ein fußballerisches Naturgesetz. Muss ich nicht jedes Mal neu erklären.

Somit war Magaths Abschied zu einem Team wie Schalke mit nahezu überirdischen Ambitionen mehr als folgerichtig.

Ihm war damals aber sicherlich nur teilweise bewusst in welche Dimensionen er mit einer Tätigkeit in Schalke stoßen würde. Positiv wie negativ.

Jede Menge Erwartungshaltung und Geldnöte aber auch Begeisterung und mögliche Unsterblichkeit.

Wieso aber nun ein solcher Beitrag so kurz vor dem Pokalhalbfinale zwischen Schalke und Bayern?

Nicht weil ich Stimmung machen oder Giftpfeile schießen will.

Nein. Die desaströse Niederlage des – mag glaubt es kaum glauben – immer noch amtierenden Deutschen Meisters aus Wolfsburg. Gegen die, vor Wochenfrist doch noch so abgestiegene Hertha aus Berlin. 1:5. Wie peinlich war das denn?

Dies zum Einen. Zum Anderen aber auch ein sehr interessanter Bericht im Rahmen der immer wieder interessanten WDR-Reihe “sport inside“. Über Felix Magath, Wolfsburg, Schalke und seine Allmacht.

Denn seine Allmacht in Schalke übersteigt die, die er in Wolfsburg hatte um ein Vielfaches.

Wenn ich das korrekt mitbekommen habe, dann ist Magath bald Trainer, Manager und Vorstand. In Personalunion. Wobei ich mir nicht sicher war, ob neben ihm noch jemand anderes im Vorstand sitzt. Abgesehen vielleicht von Leuten, die Magath wohlgesonnen sind.

“So viel Macht hatte seinerzeit noch nicht einmal Rudi Assauer” war eine der Kernaussagen im Bericht.

“Das System Magath funktioniert nur mit Felix Magath” eine andere.

Und jetzt sind wir beim roten Faden.

So erfolgreich Schalke in dieser Saison auch ist. So schwierig wird es in der nächsten werden.

Aus finanziellen Aspekten heraus ist die Championsleague-Teilnahme für Schalke ein Segen. Aus sportlicher Sicht sicher auch.

Was aber die Erwartungshaltung im Umfeld und die Leistungsgrenze des Kaders betrifft sicher nicht.

Vielleicht kreiert Magath mit Schalke ja sein Lebenswerk. Wer weiß das schon.

Ich sehe – für Schalke – aber eher die Gefahr, dass, wenn Magath doch “scheitert” und den Verein irgendwann verlässt (wenn es dann überhaupt noch jemanden gibt, der ihn entlassen kann), das ganze Kartenhaus zusammenfällt.

Aber was macht man nicht alles, wenn man sich etwas so sehr wünscht.

Und nichts im deutschen Fußball wird so sehr gewünscht, wie die Meisterschale nach Schalke zu bringen. Von den Schalkern.

Riskantes Spiel.

Von harten Männern, drei Punkten und jeder Menge Heuchelei

Was waren wir alle betroffen. Als wir vom Selbstmord Robert Enkes erfuhren.

Die Medien, die (Fußball-)Branche, die Fans und Funktionäre – wir alle wollten alles ändern. Oder so.

Das ein Mensch, ein Fußballer, durch den Sport, unseren Sport krank wurde und seinem Leben ein Ende setzen wollte – schlimm.

Da geht jeder individuell mit um. Ich auf meine Art. Andere eben anders.

Schwere Kost kam von mir später noch hinzu.

Und was kam vom Boulevard?

Klare Sache: Als es in die Stimmung passte, man damit Schlagzeilen produzieren konnte, wollte man noch alles ändern. Je weniger die Gedanken der breiten Masse bei Enke waren, desto kleiner wurden dort auch die Headlines. Irgendwie konsequent. Nur soll sich darüber niemand beschweren. Boulevard will Geld verdienen. Egal wie.

Und die Funktionäre?

Es sollte weniger Druck geben. Im Fußball. Irgendwie so.

Aha.

Ich war ja damals schon misstrauisch ob dieser Töne.

Ganz speziell war es natürlich für Hannover 96 selbst. Die ersten Tage danach, die ersten Spiele: Jede Menge Rücksicht. Für die 96-Kicker.

Selbst ein Schmadtke, ansonsten eher ein Freund des Säbels statt der feinen Klinge, hielt sich zurück.

Aber irgendwann ist da wohl trotzdem Schluss.

Die Branche, die sich so sehr ändern wollte, stößt an ihre Grenzen, wenn die ursprünglichen Ziele aus dem Fokus und man selbst in die Abstiegszone rutscht.

“Hannover auf einem Abstiegsplatz? Also bei aller Liebe, jetzt ist mal gut mit diesem Trauer-Gedöns, jetzt müssen wieder Blut, Schweiß und Tränen fließen. Wer nicht mitzieht fliegt raus! Weicheier.”

Ist so ein Kommentar weltfremd? Auch nach dem Freitod Enkes?

Nö.

Bitteschön. Zumindestens so ähnlich.

“Das hat kein Niveau, das ist Betriebssport. [...] Wenn es um etwas geht, hebt jeder den Arm. Aber da draußen sehe ich nichts. Das geht so nicht.”

Genau. Immer drauf. Die sollen laufen, die faulen Hunde!

Trainer Bergmann bekam ebenfalls sein Fett weg. Vom Europapokal-träumenden Präsidenten.

“Der Mannschaft ist die Situation noch immer nicht ganz bewusst. Deshalb begrüße ich es, dass dann auch mal Hochdeutsch geredet wird.”

Wurde es. Von ihm.

“Bergmann muss härter arbeiten und stärker handeln. Und er muss sich in die Linie von Schmadtke hinein entwickeln.”

Zu dumm, dass das alles nicht half. Man verlor zum Rückrunden-Auftakt gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten. Der zuvor nur eins und 17 Spielen gewonnen hatte – gegen Hannover.

Da verlor sogar das – nach Enkes Tod – doch so arg sensibel gewordene Boulevard alle Hemmungen.

11x Note 6 habe ich so noch nie gesehen. Und ich beobachte die Bundesliga seit über drei Jahrzehnten.

Worauf ich hinaus will:

Bitte, kommt mir nicht mit Betroffenheit! Faselt nicht davon, dass sich im Fußball irgendwann irgendetwas ändern soll, muss, wird!

Das ist Schwachsinn.

Was ich aber am wenigsten ertragen kann, ist diese unendliche Heuchelei. Hört endlich auf damit!

Danke.

P.S. Dieser Artikel brennt mir schon länger unter den Nägeln. Deshalb der leichte zeitliche Verzug…

Was erlauben, Domenech?

Gestern abend hab’ ich die Meldung zum ersten Mal bemerkt, um sie direkt danach ein zweites, drittes Mal zu lesen.

Was erlauben, Domenech?

Einen Spieler, der bei seinem Arbeitgeber, in diesem Fall der FC Bayern, in der Voreitung kein einziges Spiel gemacht hat, direkt mal zur Nationalmannschaft einladen?

Ist Frankreich inzwischen so schwach auf der Brust, dass man auf Ribéry derart angewiesen ist?

Und haben die Bayern mit der Asienreise des Herrn Schweinsteiger im Nationaltrikot nicht schon genug schlechte Erfahrungen gemacht?

Nein? Na dann ist ja alles klar.

Für mich ist das alles ein Witz.

Oder doch nicht und Ribéry erfährt gerade eine Wunderheilung?

Bayern München reist zum Bundesliga-Auftakt am Samstag bei 1899 Hoffenheim nun möglicherweise doch mit Mittelfeldstar Franck Ribery und Sturm-Neuzugang Ivica Olic im Aufgebot an. [...] “Sie haben gestern und heute sehr intensiv trainiert. Jetzt müssen wir mal abwarten, wie sie auf die Belastungen reagieren”

Von mir aus. Wenn beide wirklich wieder fit sind.

Und auch wenn eine Spielsystem-OP am offenen Rauten-Herzen schon ein gewisses Risiko in sich trägt: Spieler vom Schlage eines Ribéry sollten mit derlei umgehen können und im Spiel nicht ständig dem linken Flügel im Weg stehen. Nur so aus Gewohnheit.

Wie auch immer. Am Samstag sind wir schlauer. Und am 31.08. sowieso.

Also abwarten.

Noch 4 Tage.