Drei Tage im August oder Königstransfer, Der

Er ist da. Javier Martinez. Unser Königstransfer.

Aber welche Anstrengung liegt da jetzt hinter uns? Sicher, unsere Verantwortlichen haben seit Wochen im Hintergrund wie vor den Mikros Europas für diesen Transfer gekämpft.

Aber was haben wir durchlitten? In den letzten Tagen und Stunden?

Ich denke, dass wir unseren Kindern noch von diesen drei Tagen erzählen werden.

Wer meinem Twitter-Account folgt, wird im Ansatz mitbekommen haben, wie sehr mich das mitgenommen hat.

Am Montagabend spürte ich eine ähnliche Erschöpfung wie nach dem verlorenen #FinaleDahoam. Unglaublich eigentlich, spielte sich doch alles nur auf so einem kleinen Smartphone ab. Aber diese Schnipsel, auf die wir uns alle stürzten, jedes Gerücht, jeder Fake wurde gierig aufgesaugt. Ist er in dieser nächsten Maschine? Was sagt der Flughafen dazu, gibt es einen neuen Tweet seiner Freundin und ist das etwa nicht der echte Account von Bilbao?

Aufregung, Anspannung bis zum Anschlag.

Und dann die Ernüchterung. Als er weder in irgendeiner Maschine saß, noch sich viele Meldungen tatsächlich als Gerüchte oder einfach nur falsch herausstellten. Aber morgen, morgen kommt er dann wirklich…

Zu diesem Zeitpunkt war ich fertig mit dem Thema. Meine Twitter-Timeline bekam das zu spüren. Der Dienstag war ruhig. Fast ruhiger als normal.

Erst am Abend kam dann wieder Bewegung in die Sache, als tatsächlich – man kann es gut oder schlecht finden – die ersten Tweets über das Statement der BILD hereinzwitscherten. Und besagtes Blatt hatte sich bei all dieser Hysterie spürbar zurückgehalten. Was Einigen im Laufe der Tage durchaus auffiel und ein gewissen Nachdenken erzeugte. Wie wir inzwischen wissen, war man dort einfach top informiert, denn alles was gesagt wurde (auch vor zwei Wochen), stimmte so ziemlich mit der Realität überein. Woher nur immer wieder diese Infos kommen? Wer konnte die denen bloß gesteckt haben? Aus dem innersten Kreis?

Wie auch immer.

Als in Schwabing eine echte Bombe gesprengt wurde, Feuer ausbrachen und man sich ernsthaft die Frage stellte, was man da eigentlich gerade abfeiern würde (ob der Bilder von den Bränden), platzte gegen 0:00 der Tweet eines eifrigen #SSND-Reporters in unsere Timeline. Ein Bild (eines Films) von Martinez. Auf dem Weg zur sportärztlichen Untersuchung bei unserem Vereinsarzt. Unbemerkt von allen Reportern, die seit Tagen den Münchner Flughafen belagerten. Verrückt.

Als Martinez die Praxis verließ ein weiteres Bild eines BR-Reporters. Gegen 4:00 morgens.

Ich ging um 23:30 ins Bett. Hätte ich Twitter nur 30 Minuten länger genutzt, hätte ich in dieser Nacht wahrscheinlich gar nicht geschlafen. Vor Aufregung.

Dann die Gerüchte über den Besuch beim spanischen Verband am heutigen Mittwoch. Die sich als wahr herausstellten, weitere Sorgen, weil Bilbao in einem letzten Zucken, Martinez’ unentschuldigtes Fehlen beim 10:00-Training kritisierte und mit Konsequenzen drohte.

Zum Schluss hingegen die Vollzugsmeldung vom FC Bayern (per Twitter! Ebenfalls vor wenigen Tagen noch unvorstellbar.). Ein letztes Aufflackern der Hysterie (die Retweets dieser FCB-Meldung erreichte Rekordwerte) – und dann war nur noch Stille. Also zumindest bei mir. Und auch nur fast.

Aber da war Erleichterung. Grenzenlose Erleichterung. Dass wir diesen Transfer tatsächlich gestemmt hatten. Das wir uns durchgesetzt haben. Gegen Bilbaos Präsident. Gegen die Kritiker von außen (die aber so oder so unsere Transfers kritisieren würden). Und gegen all die anderen Großkopferten aus Madrid, Barcelona, Manchester und Mailand. Oder wer so alles Martinez ebenfalls haben wollte.

Außenstehende sind immer noch verwirrt ob dieser Begeisterung. Auch Bayern-Fans neigen teilweise immer noch zu diesen Gefühlen.

Ich nicht.

Endgültig sind für mich nun die bösen Geister der letzten Saison vertrieben. Als wäre eine Last von meinen Schultern genommen, der graue Schleicher über unserer Vize-Welt weggerissen worden.

Darum geht es! Welcher Bayern-Fan würde in Abrede stellen, dass die letzten beiden Jahre und besonders die letzte Saison, der letzte Mai an unserem Selbstwertgefühl geknabbert hätte? Dieser Transfer ist ein Statement. Ein Statement, dass wir uns das nicht gefallen lassen, dass wir uns wehren, wieder angreifen wollen.

Auch gegen die europäische Konkurrenz, nicht nur die in der Bundesliga.

Warum?

Weil Martinez imho tatsächlich der Spieler ist, der uns in unserem Mosaik noch fehlt.

Wir haben Dante geholt, um die IV zu vervollständigen. Wir haben Shaqiri geholt, um Alternativen zu Ribéry und Robben zu haben. Und jetzt haben wir endlich einen Martinez, der die offene Wunde 6er schließen kann!

Wer will abstreiten, dass der fehlende – mindestens gleichwertige – Ersatz für den verletzten Schweinsteiger in der letzten Saison der Knackpunkt war?

Natürlich hätten wir fast das Triple geholt und es lag eben nicht nur an der langen Verletzung Schweinsteigers, aber als er zurück kam, war er doch in den entscheidenden Spielen noch nicht wieder im Vollbesitz seiner körperlichen wie geistigen Kräfte?!

Und was wäre möglich gewesen, wenn wir z.b. nur im Pokalfinale einen Martinez statt eines Gustavo hätten aufbieten können? Gerade gegen eine solche Mannschaft wie den BVB?

Dazu kann man stehen wie man will, es ist zumindest meine Meinung und ich bin davon überzeugt, dass wir an Martinez noch so einige Freude haben werden.

Willkommen in München, Javier Martínez Aginaga!

Weisheiten #216

“Bayern wird viel Freude an ihm haben. Er ist ein Super-Spieler und großartiger Mensch. Er ist der geborene Anführer. Ein kompletter Spieler. Er hat quasi das komplette Spielfeld im Auge. Da kann man Bayern nur gratulieren.”

Vicente del Bosque, Experte

Irgendwas mit großen Bänken, Löchern und Langeweile.

Es ist schon ein Kreuz. Mit dieser Sommerpause.

Wir Fußball-affine Menschen leiden. Und zwar nicht zu knapp. Leuten wie uns (Bayern-Fans) kann da zumeist auch kein Turnier einer Nationalmannschaft helfen.

Abwechslung in diesen – jedes Jahr wiederkehrenden – Wochen zwischen Juni, Juli und August bieten eigentlich nur die täglichen(!) Meldungen rund um unseren Verein. Einerseits.

Andererseits sind diese Meldungen zum Selbstzweck geworden, will sagen, es wird etwas gemeldet, obwohl es eigentlich gar nichts zu vermelden gibt. Was man ja auch an meiner Blog-Beitrags-Frequenz ablesen kann.

Die Langeweile, die eigentlich bekämpft werden sollte, kehrt somit zu uns zurück.

Wirklich übel sind ohnehin nur die Meldungen, die von Verletzungen unserer Spieler berichten. In der Vorbereitung! Aktuell ist diese Liste nicht gering, in den allerletzten Tagen aber nicht größer geworden.

Es fing an mit dem Rückkehrer Schweinsteiger, der ohnehin nur reduziert zurückkam. Die Vorbereitung also nicht vollwertig absolvieren konnte (abgesehen von diesem allgemeinen EM-Fahrer-Thema).

Dann die Alaba-Verletzung. Zack. Dann seine Vertretung Contento, Rafinha. Dann Gomez. Und sicher noch ein paar andere, die mir jetzt gerade entfallen sind.

Das klingt alles nicht gut.

Trotzdem bin ich gelassen.

Warum?

Weil ich erstens noch immer nicht im Fußball-Modus bin. Aus diversen, wechselnden Gründen kaum Vorbereitungs-Spiele meines FC Bayern im TV “bewundern” durfte und mir somit auch Niederlagen wie am Samstag gegen Werder Bremen erspart bleiben. Zweitens neige ich ferner (zurzeit noch) nicht zu Extremen.

Was ist denn genau passiert?

Obige Spieler fallen ein paar Wochen aus. Ok. Grob gesagt, fällt die Hälfte dieser Zeitspanne in die Sommerpause. Nicht gut, aber auch nicht dramatisch. Punkt. Denn spielen wir etwa in drei Wochen das Pokalfinale, oder gar ein entscheidendes Spiel gegen den BVB um die Meisterschaft?

PLUS: Was passiert mit unserer Startaufstellung?

Mussten unter Herrn van Gaal noch all seine mitgebrachten Spieler ran und in der letzten Saison allerlei Positionsfremde Vertretungen, haben wir jetzt – plötzlich – mehrere Optionen.

Alaba und Contento können in der Anfangsphase dieser, noch nicht einmal gestarteten Saison von Lahm, Badstuber, Gustavo oder Can vertreten werden. Weil wir Lahm mit Herrn Boateng, Badstuber mit Herrn van Buyten oder Herrn Dante, Herrn Gustavo mit Herr Timoschtschuk oder Herrn Can vertreten können.

Und Herr Gomez? Für den steht Herr Mandzukic oder Herr Pizarro in der Startelf / als Backup parat. Und nicht mehr Olic und Petersen. Nix persönlich gegen die beiden, aber konnten wir uns mit beiden ruhig zurücklehnen und den Dingen ihren Lauf lassen?

Nein, ich persönlich denke, dass wir vor dieser Saison die Bank massiv verbessert haben. Viele mögen dies im Rahmen der Transferaktivitäten oft nicht so wahrgenommen haben, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es diesbezüglich bei uns in der kommenden Spielzeit weniger Sorgen geben wird.

Ob jetzt Martinez nun doch kommt oder nicht und alles wieder nur eine Boulevard-Ente ist, wird man sehen. Schaden sollte uns ein Spieler seines Kalibers sicher nicht und es sollte durchaus ebenfalls nicht schaden, wenn wir etwas Druck von den Schweinsteiger’schen Schultern nehmen könnten.

Mir wäre dieser Aspekt auch verrückte 40 Mio. Euro wert.

Hallo, ich bin ein verspäteter Artikel. Immerhin.

Dieser Artikel hat Moos angesetzt. Oder Patina. Seit Wochen ist er fällig. Und inzwischen musste ich ihn im Kopf gar umschreiben. Weil wir längst in der Vorbereitung zur neuen Saison stecken. Endlich, möchte ich hinzufügen.

Worum geht es?

Um den FC Bayern in der Saison 2012/13. Und seinen Kader. Oder zumindest den Veränderungen in demselben.

Es musste, sollte sich etwas ändern. Nach der Vize-Saison.

Einige Spieler verließen den Verein, andere kamen hinzu. Ich wollte schon länger mal eine Gegenüberstellung machen, wie da der aktuelle Stand ist. So für mich. Den ihr habt das ja alles schon längst durchdiskutiert… ;-)

Wer ging (von hinten nach vorne)?

Butt (T), Breno (A), Pranjic (M), Usami (M), Olic (S), Petersen (S).

Wer kam (ebenfalls)?

Starke (T), Raeder (T), Dante (A), Can (M), Shaqiri (M), Weiser (M), Pizarro (S), Mandzukic (S), Weihrauch (S)

Liest sich gut. Ok, man sollte die ganz jungen Kerle vielleicht herausrechnen, aber über die Breite im Kader ging es ja auch zuletzt und über das Fordern und Fördern von Talenten. Also bitte.

Im Tor sind wir weiterhin sehr gut aufgestellt. Die Abwehr ist besser geworden. Wer würde das bezweifeln, wenn wir den “Tausch” Dante vs Breno betrachten. Ferner einen van Buyten, der vielleicht mal wieder eine verletzungsfreie Saison einlegt.

Sehe ich die Vergleiche Shaqiri, Can und Weise gegenüber Usami und Pranjic wird mir auch nicht bange. Ebenso wenig bei Pizarro, Mandzukic und Weihrauch vs. Olic und Petersen.

Ende gut, alles gut?

Abwarten.

Natürlich ist hier der “versprochene” Uli-Kracher noch nicht dabei. Schön wäre das schon. Vor allem jemanden zu finden, der entweder unseren Schweinsteiger massiv unterstützt oder ihm Beine macht. Je nach dem, was der Bastian so braucht in der neuen Saison. Khedira- oder Martinez-Klasse wäre dafür wohl vonnöten.

Müssen wir über einen 10er reden? Ist das Kroos, gar Müller oder sonstwer im Kader? Und falls nicht, brauchen wir so einen? Ich weiß es nicht. Was ich weiß, dass Herr Gomez in der nächsten Saison sicherlich (hoffentlich) mehr Druck bekommt, bekommen kann, als in der abgelaufenen Spielzeit. Dafür sollten Mandzukic und Pizarro schon sorgen.

Nein, ich bin dann doch nicht unzufrieden. Wenn jetzt noch “ein Guter”, “ein Kracher” kommt, sind auch die Medien zufrieden und wir – sind wir mal ehrlich – doch auch.

Kann losgehen, die Saison!

Update: Herr Martinez hat sich heute klar zu Bilbao bekannt. Na dann.

Herzlich Willkommen, Mitchell!

Und das nächste Talent, dass beim FC Bayern auf der Bank versauert. Wirklich?

Gegenthese: Wer die Klasse hat, sich beim FC Bayern durch zu setzen, setzt sich durch. Egal wie alt er ist. Punkt.

Sollte dieses Video kein Einzelfall sein, gehe ich davon aus, dass er nur für kurze Zeit unserer zweiten Mannschaft zur Verfügung stehen wird. Bevor er den Kollegen aus “der Ersten” Druck macht.

Aber schön ein Schritt nach dem anderen. U-17-Bundesliga ist das eine – Regionalliga etwas anderes.

Herzlich Willkommen, Mitchell!

Weisheiten #196

“Der Wechsel macht Sinn. Ich habe Uli Hoeneß schon vor etwa einem Jahr gesagt, dass Xherdan ein außergewöhnlicher Spieler ist, ein anpassungsfähiger Mensch, der jederzeit in einer Top-Mannschaft spielen kann.”

Ottmar Hitzfeld, Trainer und Experte

Weisheiten #193

“Xherdan ist ein frecher Hund und sehr spiel- und dribbelstark. Er war schon mit 17 Jahren bei einer Weltmeisterschaft. Wenn er dorthin gehen würde, ist das jemand, der neuer Publikumsliebling werden kann. Allein schon von seiner Figur her. Er ist ganz klein, wie Bixente Lizarazu, und sieht aus wie ein Ninja Hero Turtle. Sehr sympathischer Junge, sehr offen!”

Thorsten Fink, Ex-Ninja-Trainer

Reus, Reus? Xherdan Shaqiri!

Na dann wollen wir mal. In die Gerüchteküche einsteigen.

Auch wenn immer noch Winterpause ist und das Boulevard kaum anderes zu tun hat als jeden Tag eine andere Transfersau durch das bayerische Dorf zu treiben, bin ich bei der Personalie Xherdan Shaqiri mal ganz seriös unterwegs.

Soweit ich mich erinnere, war der doch schon mal bei uns auf der Liste, oder? Was man seinerzeit so las.

Und wenn ich ganz ehrlich bin – ganz ohne negative Gedanken – wieso Reus nachtrauern, wenn man Shaqiri (noch) haben kann?

Brauchen wie einen Konterspieler oder brauchen wir einen Dribbler, der mal 1:1 gehen kann und was Überraschendes gegen massive Deckungen probiert?

Also ICH weiß, was ich darüber denke.

Und wer mal was sehen will, sollte den Youtube-Links auf dieser Seite folgen.

Da erinnere ich mich spontan an die ersten Videos von einem gewissen Franck Ribéry…

Herr Nerlinger, bitte übernehmen Sie!

P.S. Das hier gefällt mir übrigens auch sehr gut.