Weisheiten #266

“Natürlich ist es eigentlich fast unmöglich, das alles zu wiederholen – vor allem direkt im Jahr darauf. Aber wir streben danach. Wir wollen wieder da hin, wo wir waren. Wir wollen wieder in die Finals, wir wollen wieder Trophäen! Das wird eine große Herausforderung.”

Philipp Lahm, bayerischer Kapitän.

Weisheiten #265

Mandzukic ist auf Bayern München konzentriert. Nach Ende dieser Saison hat Mario weitere zwei Jahre Vertrag, und er fühlt sich in München sehr wohl. Guardiola schätzt Mandzukic sehr, und das hat er im ersten Teil der Saison auch gezeigt. Mandzukic will den Champions-League-Titel verteidigen.”

Ivan Cvjetkovic, kroatischer Berater

Weisheiten #263

“Durch meine Vorgeschichte habe ich dieses Ziel nicht so konkret formuliert. Weil ich gelernt habe, kurzfristig zu denken. Aber wenn der Reha-Verlauf weiterhin so positiv und schnell voranschreitet, wenn ich wieder fit bin, am Saison-Ende vielleicht noch Einsatzzeiten kriege und wieder in einen Rhythmus komme, warum soll ich dann eine WM abhaken?”

Holger Badstuber, bayerischer Optimist.

Der FC Bayern wird Deutscher Meister. Oder?

Winterpausenspielerei.

Klar, es ist Fußballfreie Zeit. Aber der Gedanke schwirrte schon länger mal in meinem Hinterkopf herum. Wie sehr sich die aktuelle von der letzten Saison unterscheidet. Und was der Grund dafür ist, dass alle Welt uns schon zur Meisterschaft gratulieren will.

Aus diesem Grunde habe ich dieser Tage eine Excel-Datei angelegt und die Punkte des FC Bayern mit denen des BVB verglichen. 2011/12 und 2012/13.

Die Auflösung ist ganz einfach: Die Dortmunder stehen – im Vergleich zur letzten Saison – nicht viel schlechter da. Lediglich vier Punkte haben sie in dieser Hinrunde weniger gewonnen als in der Double-Saison. Allein, der FC Bayern hat derer fünf mehr gewonnen, was in der Summe einen Unterschied von neun Punkten ergibt. Bedenkt man nun, dass die Borussia den Bayern in der letzten Rückrunde insgesamt acht Punkte abgenommen hat, wären die Bayern somit mit einem Punkt Vorsprung Deutscher Meister. Oder so.

Natürlich ist dies eine Milchmädchenrechnung. Sie soll ja auch etwas ganz Anderes zeigen: Der FC Bayern macht ernst. Man nimmt die Bundesliga ernst, die Gegner, die Borussia! Bedenkt man nun ferner, dass die Bayern vor Jahresfrist vor allem den Auftakt der Rückrunde mächtig versemmelt haben (Dortmund gewann die ersten sieben(!) Spiele nach der Winterpause, die Bayern hingegen holten nur 14 von 21 möglichen Punkten) und dies so nicht unbedingt erneut zu erwarten ist, kann es für die Münchner nur eine einzige Marschroute geben:

Einfach nur immer so weiter machen, Kurs halten. Selbst eine erneute Rekord-Rückrunde sollte dem BVB heuer nicht mehr helfen.

Packen wir es an.

Auf geht’s, Ihr Roten!

P.S. Habe ich Leverkusen vergessen? Ja, klar. Die Spieler hoffentlich nicht (bis 16.03.).

Weisheiten #226

“Den Bayern ist die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Man kann sie ihnen nicht nehmen, sie können sie nur selber hergeben. Ich befürchte, das werden sie nicht tun.”

Jürgen Klopp, Realist.

Von Fragezeichen bis Begeisterung oder Kirchhoff nicht Schlaudraff

Der FC Bayern gab heute auf seiner Webseite den Transfer von Jan Kirchhoff bekannt. Ich bin ganz ehrlich, mir war zuvor sowohl der Name, als auch unser Interesse völlig unbekannt. Weshalb ich zunächst nur Fragezeichen empfand als ich davon hörte.

Und dann die üblichen Kommentare. Vom Schlage “Viel Spaß in München auf der Bank, Jan!”. Wie soll man da anders reagieren als mit dem üblichen Durchzug? Auch und gerade wenn man erfährt, dass andere Vereine aus der Liga (Schalke, Dortmund) wohl ebenfalls interessiert waren und “wir es denen jetzt mal wieder gezeigt haben”. Nicht nur ich musste in diesem Moment an Uli Hoeneß, Klaus Allofs und Jan Schlaudraff denken.

Relativ schnell wich dieser Eindruck aber den fundierten Berichten über diesen Spieler, die auch bei mir die Zweifel auflösten. Kirchhoff ist jung, hat aber schon einige Bundesligaerfahrung. Er ist U21-Nationalspieler, er ist im Sommer Ablösefrei. Und er ist spielstark, schnell und unser sportdirektorMatthias ist von ihm begeistert, weil er ihn “seit Jahren beobachtet”. Na dann.

Erst recht wurde all dies schlüssig, wenn man bedenkt, dass den Sportskameraden van Buyten und Timoschtschuk jetzt nicht zwingend die Zukunft gehört, weshalb schon zwei Stamm- oder Vertretungs-IV-Optionen im Sommer 2013 wegfallen dürften. Wir haben dann Dante, Badstuber, Boateng und eben Kirchhoff. Dazu als Vertretung Martinez und wenn alle Stricke reissen die van-Gaal’sche Option Gustavo. Ich persönlich finde das in Ordnung. Alles gut.

Die Krönung ist dann noch der Eindruck, dass der Verein hier planvoll agiert. Sei willkommen, Zukunft!

Paules Crowd oder Breitnigges Funding

Was ist das jetzt schon wieder?

Was, Crowdfunding? Das hier.

Aber der Reihe nach. Wenn ich allerdings nur wüsste, wo die Reihe anfängt. Vielleicht da: Ich finde den Gedanken faszinierend, dass man nicht wie früher – und ich habe diese Zeiten in der New-Economy-Blase vor mehr als 10 Jahren miterlebt – größere (Einzel-)Geldgeber von seiner Idee, seinem Projekt überzeugen muss, nein, man überzeugt einfach “die Masse”.

Wieso von einem Geldgeber 100.000,- Euro, wenn man auch von 100.000 Geldgebern 1,- Euro bekommen kann?

Gedankenspiele.

Ein anderer roter Faden für diesen Beitrag ist viel konkreter. Ich erziele mit meinem Weblog (und anderen Webseiten) Einnahmen. Werbeeinnahmen. Nicht die Welt, aber zumindest so viel, dass ich mir dafür extra einen Steuerberater nehmen musste, weil man da mit der Lieschen-Müller-Steuer-DVD-aus-dem-Aldi irgendwann nicht mehr weiter kommt und jede Menge Geld ans Finanzamt verschenkt.

Am Anfang waren diese Einnahmen ein Taschengeld, dass meine Kosten für den Betrieb meiner multiplen Aktivitäten im Netz deckten. Über die Jahre wurde es kontinuierlich mehr und führte sogar dazu, dass ich mir wieder diverse Live-Spiele in München leisten wollte, konnte, inklusive Flug und Hotel.

Und auch wenn ich diese Einnahmen nie als feste Einnahmen einkalkuliert habe – denn Werbeeinnahmen können von einem Monat auf den nächsten wegbrechen – gewöhnte ich mich schon ein wenig daran – klar, wer würde dies abstreiten.

Konkret ist es nun so, dass eine größere Einzelvermarktung definitiv zum Jahreswechsel wegfällt. In Zahlen bedeutet dies ca. 60% weniger Einnahmen. Kein Drama, aber es könnte durchaus sein, dass das Spiel gegen Arsenal, für welches zur Zeit eine Karte auf dem Weg nach Bonn ist, dass einzige Spiel in der Rückrunde bleiben wird.

Auch dies ist nicht schlimm – warum erzähle ich es dann überhaupt?

Weil ich meine Leser, meine Community, meine Crowd hier an meinen Lebensumständen teilhaben lassen will. Ich will euch alle mit einbeziehen. Zumindest möchte ich den Versuch starten, für mich persönlich herauszufinden, was für ein Potential in euch, meinen Lesern – ob treu oder neu – steckt.

Es soll jetzt noch gar nicht um ein professionelles Crowdfunding gehen, soweit sind wir noch nicht, aber ab und an befrage ich meine Leser zu diversen Themen – inzwischen fast schon eine Tradition. Diesmal bin ich noch gespannter als sonst, was dabei heraus kommt.

Über Geld zu reden ist ja – zumindest in Deutschland – immer so eine Sache. Und ich trete nun auch nicht als Bittsteller auf, damit ihr mir weiterhin “mein FCB-Fan-Leben” finanziert. Nein, mein Interesse geht noch einen Schritt weiter.

Ich selbst bin schon, seit dem ich im Internet und seinen Diensten aktiv bin, der Meinung, dass Arbeit ihren Preis und vor allem ihren Wert hat. Ich habe es nie als selbstverständlich empfunden, dass “im Internet alles kostenlos zu sein hat, weil es ja schließlich das Internet ist”. Hinter jeder (ok, fast jeder) Webseite steckt Arbeit. Mal mehr, mal weniger. Und diese Menschen machen dies nicht alle nur zu ihrem Privatvergnügen. Ich gebe zu, dass Breitnigge.de anfangs nur ein Hobby von mir war. Und das ist es auch heute noch. Aber ist ein Unterschied, ob man ein Blog “zusammen kloppt”, dass 50 Leser im Monat hat und es eigentlich egal ist, ob man Beiträge zum Spiel schreibt oder nicht, oder ob man ein Weblog mit teilweise um die 2.000 Lesern pro Tag am Leben halten will und es quasi “erwartet” wird, dass zu jedem Spiel ein Bericht folgt und am besten auch noch mit individuellem Stil, der sich von all den anderen Nachrichten-Quellen unterscheidet. Während man ganz nebenbei noch ein privates Familienleben mit Frau und Kindern und einen nicht minder fordernden Job hat.

Mich soll hier niemand falsch verstehen, ich mache all dies immer noch sehr, sehr gerne und werde es sicherlich auch noch eine lange Zeit so weiter machen, ich will nur illustrieren, was hinter diesen Zeilen oftmals für Anstrengungen stehen.

Im Übrigen nicht nur bei mir, es gibt da noch jede Menge andere, noch viel größere Webseiten, oder Blogs die noch viel mehr Arbeit erfordern, dahinter kann ich mich locker verstecken.

Wie gehen wir also vor und wo will ich hin?

Wir rollen das Pferd von hinten auf. Ich will zunächst einmal wissen, wie die allgemeine Zufriedenheit mit Breitnigge.de ist. Danach interessiert mich, ob ihr der ähnlichen Meinung wie ich seid, ob es für auch einen Wert darstellt, was hier so regelmäßig zu lesen ist. Und abschließend ein paar Fragen zu organisatorischen Dingen.

Was mir übrigens ebenfalls völlig klar ist: Sollten die Umfragen ergeben, dass ich meine obige Meinung exklusiv habe und keinerlei Bereitschaft besteht, meinen Gedanken zu folgen, werde ich das akzeptieren. So funktioniert Demokratie nun einmal. ;-)

Umfrage 1: Wie zufrieden bist Du mit Breitnigge?

P.S. Bevor ich das vergesse: Sollte das mit “Paules Crowdfunding” erfolgreich sein, wird Breitnigge.de natürlich werbefrei werden (und bleiben) – denn dann seid ihr ja meine “Financiers” und somit ein entscheidender Teil von Breitnigge.de. Analog zu App.net – dem “besseren” Twitter. ;-)

Der Jerome, der Marc-Andre und kein Pech

Fangen wir am Ende an. Der FC Bayern hat eine fabulöse Hinrunde gespielt. Eine der besten in seiner Geschichte.

Der FC Bayern hat ein Spiel verloren. Und dreimal nur ein Remis erzielt. Den Rest: Gewonnen! Mit einer insgesamt unfassbaren Tordifferenz.

Soll man da jetzt von Pech reden, dass wir gegen Gladbach einen Handelfmeter ertragen mussten und der gegnerische Torhüter alle unsere Schüsse pariert hat (bis auf einen)?

Den Elfmeter kann man geben. Nicht weniger zumindest als den Handelfmeter für uns gegen Augsburg.

Das Problem war hier eher, dass a) Herr Boateng so wenig, sagen wir mal… Körpergefühl, Geschmeidigkeit hat und b) die Gladbacher durch ein, zwei schlampige Pässe überhaupt erst in der Lage waren, den Ball an Jeromes Hände oder Arme zu befördern. Punkt.

Die Bayern haben – nach einer eher durchschnittlichen Halbzeit – im zweiten Spielabschnitt das einzig Richtige gemacht:

Weiter, immer weiter zu machen. Zu laufen, zu passen, zu schießen. Allein, unsere Mannschaft fand in der Kabine die Fast-Forward-Taste. Lernen aus Fehlern. Auch kurzfristig. Mehr kann man nicht verlangen als Kassenpatient.

Klar, muss Herr ter Stegen ausgerechnet gegen uns so ein gutes Spiel zeigen? Ähnlich wie Herr Weidenfeller vor zwei Wochen?

Müssen sie nicht, können sie aber.

Entscheidend ist imho eh etwas anderes. Heute las ich – sorry, Leute ;-) – auf Twitter von der Statistik, welche Tabelle es gäbe, wenn man nur die Spiele 1.-7. und 8.-18. betrachtet. In den ersten Paarungen liegt der BVB vor den Bayern!

Was uns das sagt? In all den Spielen gegen “die Kleinen” gewinnt man die Liga. Wie viele Haare haben wir Bayern-Fans in den letzten Jahren in diesen Spielen verloren?

Eben.

Der BVB und auch Gladbach können sich von mir aus gerne für ihre Remis in München abfeiern. Wir haben diesen unglaublichen Vorsprung.

Und noch ein Wert ist treffend: In dieser Hinrunde haben beide Borussias gegen uns insgesamt schon vier Punkte weniger geholt als letzte Saison. Doppelpunkt.

Was zum Spiel?

Über Twitter habe ich mich ja schon ausgiebig über die Augapfel-Quetschung von Javier Martinez ausgelassen. Herr Stranzl, wir haben uns das gemerkt.

Zum Glück ist es nicht so schlimm und er kann möglicherweise am Dienstag sogar spielen.

So alles in allem würde ich einfach mal in den Raum stellen, dass die Winterpause für einige Spieler zur rechten Zeit kommt. Herrn Schweinsteiger zähle ich dazu. Ebenso Herrn Kroos. Da war – speziell in HZ1 – einiges an “Reservetank”.

Herr Boateng hat die Spielzeit – in Kombination mit Herrn Dante – extrem stark begonnen. Nach seiner Rückkehr (nach Verletzung) deutet sein Gesamteindruck eher nicht ins Positive. Herr Heynckes, Herr Sammer, bitte übernehmen Sie!

Immer so weiter spielen könnten aktuell sicher die Sportskameraden Gomez, Ribery und Shaqiri. Nicht wenige Momente dieser Drei retteten uns in den letzten Spielen. Danke dafür, Jungs!

Ein Extra-Lob erhält hier ausdrücklich Dante. Nicht umsonst spielte er offenbar als einziger bayerischer Akteur alle Hinrunden-Minuten. Zu Recht.

Ganz starker Transfer, Typ und Retter. Wie wäre wohl unsere (IV-)Situation, wenn wir ihn nicht hätten? Nicht drüber nachdenken, Paule.

Denken wir jetzt lieber noch einmal an Augsburg. Und an ein anderes Spiel. Ein Pokalspiel. Eigene Gesetze und so. Für den guten Gesamteindruck dieser ersten 50% der Saison.

Auf geht’s, Ihr Roten!