Stell Dir vor es ist Frauen-WM und keinen interessiert es oder Das konstruierte Sommermärchen

In zwei Wochen startet die Frauen-WM. Auf deutschem Boden. Hui.

Persönlich interessiert mich das nicht die Bohne. Und das liegt nicht daran, dass ich vielleicht kein Freund von Frauen-Fußball bin.

Nein. Was mich vor allem stört ist dieses Zwanghafte.

Hurra. Das nächste Sommermärchen!

Oder was will uns diese massive Welle dieser multiplen Marketing-Maßnahmen glauben lassen wollen müssen?

Natürlich ist derlei weder so penetrant noch so umfänglich wie vor der 2006er-Herren-WM in Deutschland, aber konstruiert ist all dies nicht minder.

Also wie alle diese “Märchen”, die wir seit 2006 im Boulevard und allen angeschlossenen Sendern (die drüber berichten dürfen) ertragen müssen. Wintermärchen beim Handball 2007. Sommermärchen EM 2008. Undsoweiter.

Übel.

Entweder es kommt oder es kommt nicht. Das Märchen. Ist leider so. Auch wenn das vielleicht für Planbarkeit von Marketing-Maßnahmen etwas schwierig ist.

Ich sag’ es mal so:

Vielleicht kommt das Fieber ja noch. So wie 2010. Und dann bestimmt nicht aufgrund der grenzdebilen Werbespots (wirklich noch schlimmer als die Schokoladenaufstrich-Boys) oder freizügiger Playboy-Fotos.

Sondern weil mich der Sport oder das Turnier überzeugt.

Und am Ende des Tages müssen dann auch die Medien und alle, die gerade diese Kampagne fahren, akzeptieren, dass Frauen-Fußball und Frauen WM Quoten einfach eine Nummer kleiner sind. Von mir aus “noch”.

Die Akte Robben 09/10 – Ende absehbar?

Lange Zeit war es ein wenig ruhig geworden um das Thema Robben. Also abgesehen von der – von Bayern-Fans – sehnsüchtig erwarteten Rückkehr unseres Flügelflitzers.

Doch dann trudelten doch noch ein paar Meldungen ein.

[22.12.2010] Zeichnet sich tatsächlich eine Einigung zwischen dem FC Bayern und dem KNVB ab? Es scheint so.

“Die Niederländer sind bemüht, die Kuh vom Eis zu holen” [...] “Uns ist sportlich und finanziell Schaden entstanden. Eventuell könnte eine Lösung sein, dass man ein Spiel Niederlande gegen Bayern macht und unseren Schaden mit den Einnahmen kompensiert. Beide Parteien sind da willig”, sagte Rummenigge.

Ach was. Und durch die Einnahmen eines einzigen Spiels sind die vielen Millionen der Gehaltsfortzahlungen für Robben ausgeglichen? Interessant. Soll das Spiel in Maracana stattfinden? Ticketpreise ab 250,- Euro?

Wie auch immer. Mir ist ohnehin nur wichtig, dass derArjen in 2011 endlich mal wieder spielt.

[30.12.2010] Robbens Physiotherapeut Dick van Toorn hat ein klitzekleines Ego-Problem. Streitet er zwar bestimmt vehement ab, aber was soll das denn bitte wieder?

“Robben ist schon im fünften Monat, ohne etwas zu tun. Es ist unbegreiflich, dass Robben, der Mannschaftskameraden gegenüber sagt, gesund zu sein, monatelang draußen sitzt. Das ist weggeworfene Zeit für einen Spitzensportler. Die Bayern sind doch meschugge.”

Ahja. Und weiter…

Aus Sicht des Therapeuten schadet die lange Auszeit dem Spieler mehr als sie nutzt: “Bevor er jetzt wieder fit ist, muss ganz schön was passieren. Und es besteht jetzt eine große Gefahr, dass die Verletzung wieder aufbricht.”

Wunderheilern sagt man ohnehin nach, dass sie hellsehen können. Auch und gerade aus der großen Entfernung…

Worum es eigentlich geht, sagt er erst danach. Irgendwie.

Mit dem FC Bayern will van Toorn nichts mehr zu tun haben: “Die haben über mich einen Eimer voll Schlamm gekippt. Das ist Müller-Wohlfahrts Schuld. Ich habe Robben fit gemacht. Und dann werde ich beschimpft, das hat weh getan. Meiner Meinung nach geht es hier um das Ego des Arztes, der viel Macht bei den Bayern hat.”

Wer hier was über wen ausgekippt hat, dass lassen wir mal so stehen.

[04.01.2011] Aus ist es mit Wunderheilung. Die letzten Worte Dick van Toorns waren des Guten wohl zu viel. Arjen Robben trennt sich von seinem bis dahin persönlichen Therapeuten.

“Arjen und van Toorn arbeiten nicht mehr zusammen”, sagte Hans Robben, Vater des Bayern-Spielers.

Das ist doch mal eine Ansage. Anschließend bringt Hans Robben das Thema auch gleichzeitig zum Abschluss. Mit einer passenden Beschreibung.

“Man darf seine Sätze nicht ernst nehmen. Van Toorn ist ein frustrierter Mann.”

Die Fifa, die WM, die Wetten und überhaupt

Die Fifa hat die nächsten Weltmeisterschaften vergeben.

Nach Russland und nach Katar.

Im Rest der Welt hat das einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Mich lässt das bemerkenswert kalt.

Warum? Weil ich in Bezug auf Fußball-Funktionäre ohnehin jegliche Hoffnung verloren habe. Je höher, desto schlimmer. Wer sich über Herrn Blatter aufregt, der hat offenbar schon vergessen, unter welchen Umständen er überhaupt ins Amt kam und wie er sich seine Wiederwahlen zu sichern pflegt. Was man so hört.

Ein einziges Mal konnten “wir” ihm ein Schnippchen schlagen, als der Vertreter Ozeaniens nicht so abstimmte wie er sollte und Deutschland statt der abgesprochenen Südafrikaner die WM 2006 ausrichten durfte. Nun, dieser Fehler im System wurde kurz mal korrigiert, als man die Kontinental-Rotation einführte und somit Südafrika für 2010 (und Brasilien für 2014) die WM sicherte (danach wurde sie wieder abgeschafft, brauchte man offenbar nicht mehr). Man kann ja mal auf bei anderen afrikanischen Fans und Funktionären nachfragen, was die wiederum von der damaligen WM-Vergabe halten (ich kenne da ein paar Stimmen z.B. aus Marokko).

Jetzt also Russland. Und Katar. Beides vorbildliche Nationen. Auch was die Regierungsform und die Gesellschaft angeht. Aber wer auf gesunden Menschenverstand oder Demokratie-Ansatz beim Weltverband hofft ist, wohl eher ein Träumer.

Die Kommentare Herrn Putins nach der besiegelten “Sport-Weltherrschaft” (Olympia, WM) im nächsten Jahrzehnt sprechen da ebenfalls eine deutliche Sprache.

Wer mehr Details zu diesem Thema nachlesen will, dem empfehle ich wärmstens die Webseite Herrn Weinreichs.

Speziell diesen Beitrag hier.

Und wo wir ohnehin bei Herrn Weinreich sind, ist der Weg zu Herrn Zwanziger nicht weit (Oh, ist das jetzt abmahnfähig?).

Nun gut. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Ich distanziere mich natürlich und selbstverständlich total davon, hier irgendeinen Zusammenhang konstruiert zu haben zwischen den obigen Zeilen und dem DFB-Präsident. Nichts liegt mir ferner.

So was gibt’s doch gar nicht in der bundesliga wetten?

Apropos Wetten – was gibt’s denn da Neues?

Der Prozess um den letzten Wettskandal läuft. Und Thomas Cichon wird stark belastet. Was dieser in Abrede stellt.

Womit wir die Kurve kriegen zu meiner obigen Aussage: Und?

Die Akte Robben 07-08/10 – es brodelt wieder

[18.10.2010] Der FC Bayern will es im Fall Robben notfalls zu einem zweiten Fall Bosman kommen lassen. Ein Umstand, der alle Vereine mit Nationalspielern freuen dürfte.

Der FC Bayern will den Mediziner-Streit mit dem [...] KNVB zum Präzedenzfall machen. In der Zeitung DeTelegraaf sagte [...] Rummenigge, die Münchner seien zu einer ‘jahrelangen’ juristischen Auseinandersetzung bereit, um eine finanzielle Entschädigung für die Ausfälle von Arjen Robben und Mark van Bommel zu erzwingen. ‘Wenn ein Prozess kommen sollte, hat dieser Bosman”sche Dimensionen’

Haben wir denn wenigstens eine gültige Rechtsschutzversicherung?

[18.10.2010] Da offenbar die bisherigen Verhandlungen mit dem KNVB zu keinem sinnvollen Ergebnis gekommen sind, kommt jetzt ein neuer Verhandlungsführer ins Spiel.

In den Streit zwischen dem FC Bayern und dem holländischen Fußballverband KNVB kommt Bewegung. [...] Die niederländische Zeitung De Telegraaf berichtet, dass KNVB-Präsident Michael van Praag [...] Kontakt zu der Führung des deutschen Rekordmeisters aufgenommen habe. [...] Nun sollen sich Van Praag und Rummenigge beim Bundestag des DFB treffen [...] Beide Funktionäre sind als Gäste eingeladen. Auch KNVB-Direktor Henk Kesler sei dabei. “Van Praag und Rummenigge hoffen, dort einen Schritt in Richtung einer Lösung zwischen Bayern München und dem KNVB gehen zu können”

[22.10.2010] Das Treffen in Essen lieferte zunächst keine brauchbaren Ergebnisse. Man will sich noch ‘mal treffen. Ahja.

“Die Atmosphäre hat sich entspannt. Wir haben unsere Positionen ausgetauscht. Die Holländer wünschen sich, dass wir uns mit Attacken zurückhalten.” [...] Noch gibt es keine Einigung zwischen den beiden Parteien. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll ein weiteres Treffen stattfinden. Dann wird auch Verbands-Direktor Bert van Oostveen dabei sein.

[05.11.2010] Na sowas, der KNVB erkennt seine Verantwortung im Fall Robben an? Wirklich? Bayern-Boss Rummenigge sieht es so.

Die Holländer hätten jetzt “erkannt, dass sie eine Verantwortung tragen”, sagte der Vorstandschef des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge. In naher Zukunft habe man ein Gespräch vereinbart, um die “Causa Robben” zu besprechen. Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich “vorsichtig optimistisch”, dass man zu einer Einigung kommen könnte.

Hier meint KHR ausserhalb der Gerichte.

[07.11.2010] Er läuft.

Nach monatelanger Verletzungspause ist der niederländische Superstart zurück auf dem Trainingsplatz. Eine knappe halbe Stunde lang absolvierte Robben unter der Regie von Fitness- und Rehacoach Thomas Wilhelmi das genau auf seine Bedürfnisse abgestimmte Programm. [...] Und Wilhelmi war “sehr zufrieden” mit den Eindrücken, die er dabei von seinem Schützling gewonnen hat.

Mehr will man eigentlich nicht wissen, oder?

[09.11.2010] Alles zurück auf Los. Pustekuchen mit Einigung.

Der niederländische Verbandsdirektor Bert van Oostveen ist mittlerweile vom FC Bayern München in der Causa Arjen Robben genervt. “Karl-Heinz Rummenigge geht mir auf die Nerven. Lassen sie mich Eines klarstellen: Der KNVB erkennt die Schuld an der Verletzung Robbens nicht an. Die Parteien verhandeln noch”, so van Oostveen gegenüber ‘Voetbal International’.

Jetzt mal ganz im Ernst: Gehen einem die Holländer auf den Sack oder nicht? Und wer ist da eigentlich alles im Boot? Wieviele Chefs haben die beim KNVB?

Die größte Klappe hat Verbandsdirektor Bert van Oostveen. So. Bad Cop. Good Cop ist KNVB-Präsident Michael van Praag. Vorher KNVB-Generalsekretär Harry Been und ein gewisser Henk Kesler.

Für mich wirkt das alles immer noch wie Hinhaltetaktik. Wenn der FC Bayern sich sicher ist und auch alle juristischen Fachberater, dann sollte man einfach klagen. Zack. Wenn man sich aber nicht sicher ist und die Holländer tatsächlich Recht haben – was ich mir auch kaum vorstellen kann – dann sollte man das Thema möglichst bald beenden. So oder so.

P.S. Auf der Wikipedia-Seite des KNVB wird man auch nicht schlauer. Da stehen nur Michael van Praag und Harry Been. Was haben van Oostveen und Kesler also zu melden?

Na laut KNVB-Webseite ist van Oostveen Chef der “Businessunit Betaald Voetbal”. Na dann.

Der FC Bayern ist der VfR Aalen oder Seit über 270 Minuten ohne Tor

Hätte ich diesen Beitrag direkt nach dem Schlusspfiff verfasst, hätte man ihm meinen blanken Hass über Mannschaften wie die Kölner oder den AS Rom angemerkt. Oder den niederländischen Fußballverband und die Ärzte der dortigen Nationalmannschaft.

Heute allerdings, mit fast 24 Stunden Abstand, bin ich eher fassungslos, dass es dem FC Bayern – und wir reden hier eben nicht von einer Kirmestruppe – tatsächlich gelungen ist, in VIER Bundesliga-Spielen insgesamt nur ZWEI Tore zu erzielen.

Ähnlich wieder dem VfR Aalen in der dritten Bundesliga (vier in acht Spielen Tabellenletzter)! Sicher, Fortuna Düsseldorf ist eigentlich in den obersten vier Ligen in Deutschland diesbezüglich das schlechteste Team (eins in drei Spielen), aber da geht ja heute gegen die Kätzchen bestimmt einiges…

Ist DAS nicht das eigentliche Drama?

Und Recht hatten wie immer alle die, die nur den FC Bayern selbst als ernstes Risiko auf dem Weg zum erneuten Double sahen.

Nur wir selbst stehen uns hier – aktuell – im Weg.

WM-Loch, Formschwäche, kurze Vorbereitung und Robben-Abwesenheit hin oder her – es hat niemand unsere Kader-Spieler gezwungen, hier so eindimensional und unkonzentriert zu agieren.

Die Kölner sind die Kölner. Die können nix anderes und werden auch in dieser Saison wohl eher im unteren Tabellendrittel zu finden sein. Und die Roma ist ebenfalls die Roma.

Richtig ernst wird es in den nächsten Spielen (bis zur nächsten Länderspiel-Arie!).

In Hoffenheim. Gegen die Mainzer, den 12-Punkte-Tabellenführer, die jetzt auch die konfusen Bremen auseinander genommen hat (noch ein Grund für ungute Gefühle gen Norden) oder in Dortmund.

Danach wissen wir, wo Barthel den Most holt.

Klar kann man das positiv sehen, sind diese drei Spiele doch garantiert keine Begegnungen mit ähnlich exzessiv defensiv agierenden Mannschaften, aber wer weiß das schon.

So lange dieses Prinzip gegen den FC Bayern funktioniert, fangen vielleicht auch die offensivsten Teams der Liga an, so gegen uns zu spielen. Klappt bei den Bremern ja auch seit Jahren perfekt.

Schlimm.

Im Moment hat man den Eindruck, als würde jeder so ein paar Zentimeter neben sich stehen. Bis auf Butt.

Und vielleicht auch Badstuber. Anderseits sieht der aber auch nur deshalb so gut aus, weil seinem Kollege van Buyten ein Fauxpas nach dem anderen unterläuft.

Kennen Sie eigentlich Maximilian Haas, Herr van Buyten? Nein? Dann wird es Zeit, dass Sie ihm mal von der Bank aus zuschauen.

Die Außenbahnen sind soweit stabil, wenn auch zumeist uninspiriert und mit grottigen Flanken. Himmel.

Davor wird es aber nicht besser. Schweinsteiger verliert jede Spielminute mehr von seiner Stabilität und Sicherheit, die ihn – spätestens bei der WM – zu einem Star gemacht hat. Und van Bommel kann ihm hier – aufgrund seiner eigenen Probleme – nicht helfen.

Ribéry ist ebenfalls überfordert und im Grunde auch gar nicht in dieser Rolle zuhause. Also als Anführer jetzt.

Ebenso wenig wie Thomas Müller und Toni Kroos. Diese beiden sind allerdings zu jung dafür und in Ansätzen blitzt es ja trotz allem noch auf, was wir in Zukunft an Freude mit beiden haben werden.

Bleiben also noch die Stürmer.

Allerdings muss man darüber kaum ein Wort verlieren. Es fehlt an Frische, an Präzision, aber gleichzeitig auch an verwertbaren Zuspielen.

Kurz: FiaT – Fehler in allen Teilen.

Da wirst Du als Fan irgendwann wahnsinnig. Vor allem mit der Perspektive, dass das noch wochenlang so weitergeht. Und unser Messias ist schließlich bestimmt noch bis zur Rückrunde außer Gefecht. Bis zur Rückrunde!

Wie viele Punkte Rückstand werden wir bis dahin haben?

Das weiß niemand und das ist ja auch das Schöne am Fußball.

Vielleicht dreht sich ab dem nächsten Spiel das Blatt und wir holen jetzt Team für Team von der Spitze.

Die Akte Robben 05/10 – das Hornberger Schießen und die Gerichte

[11.09.2010] Die mit Spannung erwarteten Gespräche zwischen dem FC Bayern und dem niederländischen Fußballverband KNVB sind zunächst ergebnislos vertragt worden.

Man traf sich bei Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt und tauschte die Argumente aus. Bayern-Boss KHR sieht inzwischen eine “moralische Betrachtung der Dinge”. Ob derlei vor Gericht Bestand hat?

Ohnehin hatten die niederländischen Herren wohl anderes im Sinn.

“Wir hatten tolles Wetter, haben Beckenbauer zum Geburtstag gratuliert, mit Arjen gesprochen, leider ein Spiel ohne Tore gesehen und gehen jetzt noch ein helles Bier trinken. Das ist das Fazit des Tages.”

[13.09.2010] Der verletzte Robben selbst, beklagt inzwischen kaum noch körperliche sondern vielmehr mentale Schmerzen.

“Es tut jedes Mal unheimlich weh. Deswegen hoffe ich, dass diese Phase meiner Karriere bald vorbeigeht [...] Körperlich habe ich eigentlich keine Probleme. Ich habe keine Schmerzen im Oberschenkel. Gerade das macht es ja so schwierig für mich.”

[14.09.2010] Nachdem das Treffen der Vertreter des FC Bayern und des KNVB ergebnislos vertragt wurde, fährt Rummenigge inzwischen größere Geschütze auf.

Es ist die Rede davon, dass man – insofern man sich nicht einigen sollte – Verband und behandelnde Ärzte verklagen will (muss). Dann “gehe es juristisch zur Sache”.

[14.09.2010] Gegenwind bekommt der FC Bayern und Müller-Wohlfahrt inzwischen zunehmend aus den Niederlanden selbst.

Dortige Medien berichten, dass sich der Verband “keiner Schuld bewusst sei”, man darauf verweise, dass der FC Bayern seinerzeit einfach “vergessen habe, seinen Spieler Robben vor der WM zu versichern” (was für alle deutschen Nationalspieler wohl geschehen sei) und folglich eigentlich “gar nicht erst zum Treffen am letzten Samstag anreisen wollte”.

Danach wird es allerdings interessant – nämlich im Rahmen der Vermutung, dass die Vertreter des KNVB dann doch in München aufschlugen, weil sie sich so für die “Vergabe der WM 2018/2022 die Stimme eines Franz Beckenbauers sichern wollen”.

Wie bitte?

Zum falschen Zeitpunkt das Falsche getan oder Ich hatte Recht. Leider.

Breitnigge @ FC Bayern - Werder Bremen, 11.09.2010

Fußball ist so. Man weiß es halt vorher nicht. Wie so ein Spiel ausgeht. Nach dem Gastspiel der Bremer in München, kann man sich denken: Und dafür tue ich mir den Stress mit Flug und Übernachtung in München an? Dafür?

Andererseits ist das eben das Spannende. Was uns alle daran reizt.

Ohne Smartphone und ohnehin am gestrigen Abend geschafft von den Umständen, hatte ich bis jetzt genug Zeit, mir Gedanken über diesen Bericht zu machen.

Ich könnte vom Murmeltiertag reden. Immer wenn die Bremer in den letzten Jahren nach München kommen, igeln sie sich in ihrer Hälfte ein und lauern auf Konter. Wider der eigenen Natur und wie einer dieser potentiellen Abstiegskandidaten. Ferner bringt uns Herr Wiese mit seinen Paraden jedes Mal zur Verzweiflung.

Das Problem (mit einem Tag Abstand bewertet): Das Spiel war nicht so einseitig wie die letzten Gastspiele der Schaaf-Kicker. Es waren nicht nur schnelle Konter aus einer massiven Deckung. Es war teilweise ein offenes Spiel und Spieler wie Marin oder Arnautovic eine permanente Herausforderung für unsere Abwehr.

Die erste Halbzeit konnte man aus bayerischer Sicht vergessen. Kaum Zug zum Tor, viele Unkonzentriertheiten und Fehlpässe. Werder dagegen mit einem Chancenplus – Butt, nach Meinung fast aller, hielt uns hier im Spiel.

Nach dem Pausentee drehte sich das Blatt und die Bayern fingen – im Rahmen ihrer aktuellen Möglichkeiten – plötzlich an, Fahrt aufzunehmen. Im gleichen Maße, wie die Offensivaktionen der Jungs von der Weser abnahmen.

Ein Problem stand und steht den Bayern in diesen Wochen da allerdings – einmal mehr – im Weg: Die mangelnde Chancenverwertung.

Und selbst das wäre ja noch zu verschmerzen, aber was die van-Gaal-Kicker da teilweise vor dem Tor – in der rotesten aller roten Zonen – fabrizieren, grenzt schon an Absicht.

Entweder man sieht den Nebenmann in der wesentlich günstigeren Position nicht oder man ist selber in der günstigsten aller Situation und spielt am 5-Meter-Raum aber noch einmal quer, wo der Mitspieler von 2-3 Gegenspielern zugedeckt ist.

Unzählige Male habe ich von meiner Position im Stadion derlei gesehen.

Irgendwann ist einem da klar: Die schießen kein Tor mehr. Noch nicht einmal, wenn sie bis morgen durchspielen.

Mit besagtem Abstand habe ich aber schon wieder etwas mehr Verständnis.

Gomez sieht den besser postierten Müller nicht, weil er selbst das Tor machen und so endlich seine Situation beim FC Bayern verbessern will. Müller selbst verlor so oder so die Übersicht, weil er – meiner Meinung nach – so dermaßen im WM-Loch drin ist, dass es zwar noch reicht, ab und an einige seiner Solo-Läufe auf den Rasen zu zaubern, aber fehlt dir die Fitness, fehlt dir auch die Konzentration vorm Tor.

Leider behalten somit Mahner wie van Gaal (und auch ich) Recht. Die lange Arm der WM hat uns weiterhin fest im Griff. Und keine Mannschaft mehr als den FC Bayern. Die Schattenseite der Medaille, dass unser Verein dieser WM den Stempel aufgedrückt hat.

Recht behielt ich auch, dass alle Teams, die bis in den Spätherbst oder Früh-Winter gegen uns spielen werden, klar bessere Chancen haben (werden), als alle späteren Gegner.

Butt (sehr gut), Gomez (überwiegend Standfußball, trotzdem bemüht) und Thomas Müller (s.oben) habe ich schon erwähnt. Contento und Lahm spielten defensiv solide ohne größere Schnitzer, blieben offensiv aber zumeist aufgrund der fehlenden Gesamtgeschwindigkeit und Anspielmöglichkeiten uneffektiv. Unser IV-Duo dagegen zeigte eine entgegengesetzte Leistung wie im Spiel zuvor in Kaiserslautern. Badstuber diesmal solide und van Buyten am Nervositätslimit.

Meine Güte, was waren da im ersten Abschnitt Schnitzer vom Belgier zu sehen. Übel.

Das Mittelfeld mit Schweinsteiger und van Bommel war im Aufbau zu langsam. Teilweise aber auch durch’s Bremer Pressing bedingt. Was da Abhilfe geschaffen hätte? Entweder mehr Tempo oder auch mal eine der Chancen zu verwerten…

Ribéry soll ja, laut unserem Trainer, schon wieder nahezu bei 100% Fitness sein. Na dann. Die berühmten letzten 5% sind ja immer die schwierigsten.

Im Ernst: Das war nicht schlecht, aber ohne Unterstützung haben wir mit ihm wieder das Problem wie 2008/09. Da fehlt klar die andere Hälfte der Flügelzange. Auch wenn ich nicht immer wieder auf dem Thema Robben rumreiten will, aber Thomas Müller ist aktuell eben nicht in der Lage hier ähnliche Stärken die Waagschale zu werfen (s.oben).

Und Klose und Olic?

Unser kroatischer Wirbelwind ist aktuell ein Schatten seiner selbst.

Diese Eigenschaft wäre für einen Klose noch ein Gewinn, erweckt derMiro doch momentan eher den Eindruck, als wäre beim FC Bayern sein Zwillingsbruder angestellt. Der echte Klose dagegen bei der Nationalmannschaft geblieben. Bitter.

Neben den Tatsachen, dass ein guter Butt uns gestern wenigstens den Punkt und die gute Gegentorquote (nur 3 in 3 Spielen – selektiv gesehen ein Wunder bei dieser Abwehr(leistung)) bewahrt hat und man einem Contento inzwischen durchaus anmerkt (habe ihn mal bewusst beobachten können), dass sich Vertrauen und Spielpraxis bei manchen jungen Spielern (gell, Herr Podolski?!) auszahlt, fiel mir (und jetzt hoffentlich auch einmal unserem Trainer) auf, dass mit Herrn Kroos in den zweiten 45 Minuten direkt mal ein ganz anderer Wind durch die Arena pfiff.

Kroos gegen Köln in der Startelf, Herr van Gaal? Oder schon gegen die Roma?

Ein Versuch wäre es wert.

Ach und noch etwas, Herr van Gaal:

Wieso schaffen selbst Sie – der erste ausländische Trainer des Jahres in Deutschland – es nicht, einem FC Bayern gefährliche Standards beizubringen?

Gehört derlei nicht in ihr ganzheitliches Prinzip?

An diesem Problem sind zwar schon ganz andere Trainer vor Ihnen gescheitert, ja, aber meiner bescheidenen Meinung nach, kann man sowas doch trainieren, oder?

Und wenn dann in einem Spiel wie gegen die Bremer aus dem Spiel heraus offenbar nichts zu gehen scheint, wieso geben Sie dann – spätestens in der Halbzeit – nicht Ihren Spielern sämtliche Kreativität bei Eckbällen und Freistößen frei? Oder werden kurze Ecken und verwirrende Freistoß-Varianten bei Ihnen gar nicht trainiert?

Schade.

Die Akte Robben 04/10 – und die Fifa ist wie immer fein raus

[07.09.2010] Mich überrascht beim niederländoschen Verband und seiner Nationalmannschaft inzwischen nichts mehr.

Im TV-Sender NOS wurde im Rahmen eines Berichts zum Thema Robben behauptet, das dieser “bei der Endrunde mit zwei Muselfaserrissen” gespielt hätte.

Laut Bericht erkannten die Team-Ärzte in Südafrika nur einen, der andere Muskelfaserriss blieb unentdeckt und verschlimmerte sich zunehmend.

Ohne Worte.

[08.09.2010]

“Alle Nationalverbände haben unterschrieben, dass ihre Nationalspieler selbst versichert werden. Verbände und Clubs haben das aber nicht alle gemacht. Jetzt reklamieren die Bayern, aber es ist zu spät.”

Wie? Was? Hat Herr Blatter jetzt auf einmal Recht, oder was?

Und liegt der Schwarze Peter jetzt doch bei den Verbänden? Dann eher beim DFB oder beim KNVB?

Fragen über Fragen und am Ende will dann wieder niemand verantwortlich sein und die Zeche zahlen. Schlimmer als in der Politik.

[09.09.2010] Robbens Vater Hans ist übrigens nebenbei auch noch Arzt. Könnte man meinen. Aber er hat bloß beim FC Bayern nachgefragt. Und dieser ist Gerüchten aus den Niederlanden entgegengetreten, dass die aktuelle Verletzung das Karriereende für Robben bedeutet, bedeuten könnte.

Inzwischen sind alle Beteiligten auch ein wenig genervt.

“Es ist eine nervige Situation. Vor allem für Arjen. Wenn die Berichte so weiter gehen, heißt es bald noch, er sei mit einem gebrochenem Bein zur WM gefahren.”

Andererseits: Ich traue inzwischen den behandelnden Ärzten… ach ne, lassen wir das…

Die Akte Robben 03/10 – kurz vor der Entscheidung?

[02.09.2010] Laut der Zeitung mit den vier großen Buchstaben soll es vor dem nächsten Bundesliga-Spiel des FC Bayern (11.09. gegen Werder Bremen) einen Gipfel mit dem KNVB-Generalsekretär Harry Been zum Thema Robben geben.

Ziel der Bayern bleibt die Gehaltsübernahme Robbens durch den niederländischen Fußball-Verband.

[02.09.2010] Bondscoach Bert van Marwijk hat sich auch mal wieder zum Thema geäußert.

“Ich habe gehört, dass Arjen längere Zeit ausfällt. Das ist ein schwerer Schlag für ihn, ich werde ihn in dieser schwierigen Situation aber unterstützen. Ich kann zur Verletzung nichts sagen. Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass wir sehr vorsichtig mit ihm während der WM umgegangen sind. Es ist mysteriös, was mit ihm passiert ist.”

Mysteriös. In der Tat. Wie von Zauberhand, war das 5cm-Loch in Robbens Oberschenkel während der WM plötzlich geschlossen und hat sich erst wieder aufgetan als die Bayern mal reinschauten. Dieser böse holländische Muskel mag die Bayern einfach nicht und hat sich nur für die WM mal kurz zusammengerissen. Mysteriös.

Die UEFA wäre so gerne einer von uns

Die UEFA hat entschieden. Und spricht den echten Fußballfans aus dem Herzen. Also nicht diesen WM-Touristen jetzt.

“Die Magie des Fußballs besteht aus dem gegenseitigen Zusammenspiel der Emotionen zwischen dem Platz und den Rängen, wo die Zuschauer ihre ganze Palette von Gefühlen auf die Spieler übertragen können. Die UEFA befürchtet, dass die Vuvuzelas die Atmosphäre komplett verändern, die Emotionen der Fans untergehen lassen und vom Spiel selbst ablenken würden.”

Ui. Auf einmal sind Fans doch irgendwie wichtig? Oder ist es nur wichtig, sich den Anstrich zu verleihen, als hätte man die Fans dabei wirklich im Auge und nicht nur das eigene Image?

Wie auch immer. Diese Entscheidung der UEFA finde ich gut – das sagt aber nicht darüber aus, was ich von den sonstigen Überzeugungen dieses Verbandes halte.