T Minus 17: Hansa Rostock – FC Bayern

Was haben wir diskutiert. Und was wurde über uns diskutiert. Die Winterpause war lang. Und jedes Jahr denkt man, sie wird länger. Zumindestens wenn man das Boulevard betrachtet.

“Wenn jetzt die Bayern in Rostock Punkte lassen und die Bremer gegen Bochum gewinnen, dann sind die Tabellenführer.”

Und so gut wie Meister. Schon klar. Herrje.

Allein. Die Realität hielt diesen Träumereien nicht stand. Die Bayern wirkten ausgeruht und spielten Rostock an die Wand. Allein das 1:0 kann man nicht anders bezeichnen als “den Gegner überrennen”.

Dominanz allerorten.

Ein erstes Zucken durchfuhr mich, als ich Klose sah, wie er, so gut wie allein vorm Tor, noch auf Toni querlegen wollte.

Nein. Nicht schon wieder. Dominanz ohne Konsequenz.

Doch. Genauso kam es.

Hätten die Bayern seriös betrachtet zur Halbzeit doch statt 2:0 (Super Toni-Tor übrigens, allein die Technik: Weltklasse.) eher 3:0 oder 4:0 führen müssen. Naja. Man hat ja noch die zweite Halbzeit. Wird schon schiefgehen.

Ging’s auch.

Auswechslung Ribéry. Entsetzen bei mir. Hitzfeld-Rotation? Aus Überlegenheit wird wieder Überheblichkeit?

Nun. Nach dem Spiel wussten wir, dass die Auswechslung verletzungbedingt vorgenommen wurde, aber wussten dass die Rostocker auch? Die mussten sich doch geradezu herausgefordert sehen, wenn wir mal wieder selbst die Schaltzentrale matt setzen. So nach dem Motto: “Die Bayern schenken das Spiel her, wollen wir doch mal sehen, ob wir denen in die Selbstgefälligkeitssuppe spucken können!”

Sicher. Die Rostocker waren in den ersten 50 Minuten des Spiels so schwach und harmlos, dass ich mit einem Tor niemals gerechnet hätte. Aber eben dies habe ich in dieser Saison schon öfters gedacht.

Das Anschluss-Tor selbst passte da ja auch ins Bild. Dreimal durften die Rostocker auf’s Kahn-Tor zimmern, ohne behelligt zu werden. Quasi solange ballern, bis die Pille drin ist. Fein. Sowas nennt man doch Überheblichkeit, oder?

Der Bann war gebrochen und die Rostocker glaubten für die nächsten 15-20 Minuten tatsächlich auf Augenhöhe agieren zu können. Die Bayern ihrerseits wirkten geschockt darüber, dass es ein Gegner wagt zu widerstehen. Schlimm.

Der Rest ist schnell erzählt.

Rostock mühte sich redlich, war aber letztlich nicht in der Lage, die Bayern ernsthaft zu gefährden. Die Bayern schaukelten das Spiel nach Hause. Ohne Ribéry und die Einstellung der ersten Halbzeit war aber offensiv kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Drei Punkte sind allerdings auch in Rostock drei Punkte und bis zum Spitzenspiel am nächsten Sonntag, sollte man mal ein bißchen daran arbeiten, nicht immer nur 45 Minuten zu zaubern. Gegen Bremen bräuchte es 50% mehr Leistung. So wie im Hinspiel – wie wäre das? Schaffen wir das?

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6 Gedanken zu “T Minus 17: Hansa Rostock – FC Bayern

  1. Eigentlich bin ich mit dem Spiel zufrieden gewesen. Bis auf diese beängstigende Panik bei den Bayern nach dem Gegentor. Meine Güte, man führte noch, da braucht man doch nicht auf einmal alles vergessen, was in der ersten Halbzeit noch klappte. Ich wundere mich immer wieder, wie labil die Mannschaft vom Kopf her ist. So lange der Gegner es zulässt, wird gezaubert. Sobald echte Gegenwehr kommt, bricht Panik aus.

    Aber ich bin ja jetzt, 19:20, nach dem Bochum-Sieg in Bremen, SOWAS VON ENTSPANNT vor kommendem Sonntag… da reicht mir gerne auch die Leistung gegen Rostock. Ohne Naldo… Klose wird aufatmen!

    Hab immer gesagt, wer nach dem Bayern-Bremen-Spiel Tabellenführer ist, wird Meister. …

  2. Ich fand das 1:0 sehr stark gespielt, das 2:0 super gemacht und den Rest ziemlich gurkig. Von Bayern (weil die mehr können) enttäuschend gurkig, von Rostock (weil die nicht mehr können) erwartet gurkig.
    Wen Du Premiere geschaut hättest, dann hättest Du im Übrigen schon direkt nach dem Wechsel gewusst, daß eine Verletzung bei Ribery vorlag.

  3. Naja, mal langsam, nach dem Bremen-Spiel sind’s immer noch 15 Partien…, dann wird allerdings interessant, wer sich als neuer Bayern-Verfolger etabliert; vielleicht hat ja Leverkusen mal wieder Lust. (Oder Schalke will’s zum 50jährigen Jubiläum mal wieder spannend machen…)

  4. “Ottmar Hitzfeld – Du bist der beste Mann!”

    Der geniale Schachzug des Abends: er bringt Ottl rein und dirigiert Ze gestenreich weiter nach vorne. Das muss so um die 75. Minute gewesen sein und danach war wieder Ruhe vor dem Bayern-Tor.

    Das Gegenargument: Altintop zu bringen war so was von sinnlos… Warum nicht den Local Hero Kroos?

    Ansonsten: Agali ist nen Saubeutel, unfair, aber wirkungslos (das ist fast wörtlich von nem Rostock-Fan zitiert)

    Im Stadion wars richtig nett – ein sehr schön lauter Bayern-Fanblock! Wir saßen auf der Gegengeraden, Block 16, schön nah an der roten Ecke. Und haben uns vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit einen gelacht. Da ging die Hälfte des Flutlichts flöten, was dann mit “Das Licht geht aus, Ihr geht nach Haus, La Bimmel, La Bummel, La Bumm” und “Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir” und Feuerzeugen quittiert wurde. Bestimmt 10Minuten lang. Freude machten auch noch ein schöner Wechselgesang im Bayern-Block und ne Menge rotweiße Fahnen zur Begrüßung.

    Die Atmosphäre war ansonsten ziemlich angenehm, obwohl in unserem Block nur ca. 10Bayern saßen. Das Stadion war blockweise abgeriegelt, für jede Ecke gab’s einen extra Eingang und keinen Rundgang an den anderen Blöcken vorbei. Den harten Fankern der Rostocker zu treffen war so fast unmöglich, es war alles sehr familiär und stressfrei, auch mit zwei Bayernschals um den Hals.

    Wenn auf dem Heimweg nicht noch nen Beklopptentrupp irgendwas von ner U-Bahn von München nach Auschwitz gebrüllt hätte, hätte ich mich im kalten Norden richtig wohl gefühlt.

  5. Also als Premiere-Kucker war ich ehrlicherweise sehr begeistert von dem Rostocker Fan-Support!
    Dieser Wechselgesang “Hansa” und “Rostock” kam extremst laut rüber. Mehr Druck dahinter als selbst bei Schalke-Spielen!

  6. Stimmt! Die zweite Hälfte der zweiten Halbzeit war es allererste Sahne, was aus dem Hansa-Blöcken kam. Die sind übrigens auch ziemlich geschickt verteilt, besetzen quasi drei Ecken komplett.

    Was aber schmerzt : “In Europa kennt Euch keine Sau!” Aaaaarrrrgggghhhhhh!

  7. Ende

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