T Minus 25: VfL Bochum – FC Bayern

Auftakt zur Ruhrpottrundreise des FC Bayern. Die Erwartungshaltung vor dem Spiel war klar: Bochum, ziemlich schlechte Heimelf, muss weggeputzt werden. Eine kleine Wundertüte war das Spiel an der Castroper Straße allerdings trotzdem: Länderspielpause und Klose-Verletzung ließen mich mit flauem Gefühl im Magen zurück.

Am Anfang zwei stürmische Teams. Bochum mit dem Mute der Abstiegsgespenstverzweiflung und die Bayern mit dem inzwischen üblichen Spiel.

Die Führung der Bochumer – ein Witz.

Klar. Dennis Grote zirkelt den Ball mustergültig ins Tor. Rensing machtlos. Aber was war denn das bitte davor? An Dämlichkeit kaum zu überbietender Fehlpass von Demichelis, ein Lell im Sekundenschlaf über gefühlte Minuten, ein Lucio mit Beinschuss und auch sonst nur müde hinterher trabende Bayern-Spieler?

Sowas wird Bochum im Laufe der restlichen Saison sicherlich nicht wieder passieren. Das nach dem Spiel Koller überdies die Leistung der Bochumer über den grünen Klee lobt. Geschenkt. Das seine Spieler das dankend aufnehmen und sich so Mut für den weiteren Abstiegskampf einflößen. Logisch.

Aber sah das Spiel nicht doch ein wenig anders aus?

Allein HZ1 sah einmal mehr einen derart überlegenen FC Bayern, dass es weh tat nur den Zauberausgleich von Ribéry gesehen zu haben. Schlimm.

Womit wir schon beim größten aktuellen Problem der Bayern sind: In Schönheit sterben!

Das ist eine Kopfsache. Und zwar ohne Wenn und Aber.

Die Spielstärke ist in uns. Aber wir müssen auch was damit anfangen. Und bitte in jedem Spiel unerbittliche Konsequenz beweisen. Klar. Auch nach diesem Spiel ist das wieder Jammern auf hohem Niveau. Aber irgendwann (jaja, irgendwann…) kommt ein Gegner, der das bestraft – und das muss nicht erst Milan oder Chelsea in der nächsten Saison sein. Das könnte schon der BVB werden…

Ich weiß. Die zweite Halbzeit war schon nicht mehr so prall. Und das ausgerechnet ein Schweinsteiger den Siegtreffer in die Maschen drischt ist schon komisch. Aber offenbar haben die bayerischen Funktionärsworte und das Bankdrücken der letzten Wochen ein bißchen was bei ihm freigesetzt.

Wohl auch bei Podolski. Denn ich bin da ganz bei Hoeness, der nach dem Spiel von einer guten Leistung, der „besten gar der letzten Wochen“ beim Ex-Kölner sprach. Stimmt. Sein Engagement, seine Laufbereitschaft, sein Zweikampfverhalten war in den wenigen Bochumer Minuten um ein Vielfaches den letzten Wochen überlegen.

Weiter so, „Schweini“ und „Poldi“.

Das der VfL aus Bochum überwiegend einfach nur hoffnungslos überfordert und schlecht war, werden wohl fast alle bestätigen, die das Spiel über die vollen 90 Minuten gesehen haben. Von den ersten 15 Minuten einmal abgesehen. Es tut mir körperlich weh, wenn ich sehe, wie wir immer mal wieder in „solchen Spielen“ versuchen, den Ball förmlich ins Tor zu tragen, ins Tor zu zaubern. Kann man mit 11 Ribérys überhaupt Erfolg haben? Daran zweifle ich mal ganz stark. Mit 11 so lauffreudigen Spielern sicherlich, aber das ist es ja nicht alleine. Es muss auch Stürmer geben, die topfit sind. Klose und Toni waren das gestern leider (noch) nicht. Wie auch. Klose kehrte einmal mehr nach einer Verletzungpause zurück (danke noch mal – ihr wisst schon, an wen) und Toni schien überspielt. Obwohl er doch – das hat mich richtig begeistert – vorzeitig von der ital. Nationalmannschaft abreiste um in München zu trainieren.

Irgendwie war trotzdem der Wurm drin. Chancen hatte Klose in den 90 Minuten so einige. Mehr als ich erwartet hatte. Allein verwandelt hat er sie nicht (hört nun endlich bitte einmal das abermalige Gequatsche über Gerd Müllers Rekorde auf?).

Auf ein Neues in Dortmund.

Stürmen wir das Westfalenstadion? Werden wir ein dolles Spiel abliefern?

Ich will’s hoffen. Sind die Schwachgelben doch trotz allem ein anderes Kaliber als die Bochumer.

Glück auf.

Klick zum Ende der Kommentarliste

0 Gedanken zu „T Minus 25: VfL Bochum – FC Bayern

  1. Pingback: Mein Bundesliga Wochenende : Bundesliga-Blog

  2. So ganz verstehe ich Deine Sorgen nicht. Ich hatte nie das Gefühl, Bochum könne (noch) gewinnen – ich hatte auch nicht das Gefühl, dass es zu keinem Bayern-Treffer mehr kommt.
    Das war nicht alles Glanz und Gloria, aber letztlich haben sie den Sieg erzwungen. Das konnten sie in der letzten Saison jedenfalls nicht – heuer geht’s wieder. Die Souveränität ist zurück, und schön anzuschauen ist es auch.

  3. Ist ja keine Frage, dass es mir in dieser Saison besser gefällt als in der letzten, allerdings stört es mich, wenn durch selbstauferlegte Lethargie und eine gewisse Nachlässigkeit eventuell ein wenig Sand ins Getrieb kommen könnte…

    Wirkliche Sorgen hatte ich am Samstag auch nicht, aber man weiß ja nie, was derlei Teams noch mit Glückstreffern aus heiterem Himmel alles schaffen können…

  4. Schweinsteiger drosch den Ball also in die Maschen, ach so. Dann habe ich das wohl nur falsch gesehen. Ich hatte nämlich gesehen, dass Lastuvka im Bochumer Kasten aus irgendwelchen Gründen schon auf dem Hosenboden saß als Schweinsteigers Schüsschen angerollt kam, und dann irgendwie über ihn drüber ins Tor hoppelte…

  5. @Libero: Wenn ich mir Schweinsteigers Ausholbewegung und Maltritz Abwehrsprung auf eben diesen vor Augen führe, kann man schon von „dreschen“ sprechen. Das der Ball dann im Endeffekt, ebenso wie beim Ausgleich, mehr oder weniger in Zeitlupe am Torhüter vorbei läuft, ändert ja nichts an der Tatsache, dass ich S. ansonsten selbst in dieser Situation nur einen Ball in den Wolken zugetraut hätte…

  6. Pingback: Sonntagsschuss, Der Breitnigge.de - Ärmel hoch. Stutzen runter. – Das Weblog über Bayerns Traumduo der 80er, die Bundesliga und den ganzen Rest.

  7. Ende