Die eierlegende-TV-Gelder-Wollmilch-Einnahmen-Sau

Leute. Alles geht nicht. Begreift Ihr das nicht?

Schon der berühmte Fidel C. sagte, dass es nur Sozialismus oder Tod gibt – nicht beides…

Was hat das mit der Bundesliga zu tun?

Nun. Die Liga braucht Geld. Viel Geld. Damit weiterhin diverse Provinzfürsten das Geld der Allgemeinheit wild und zügellos verprassen, oder diverse Fahrstuhlmannschaften zwischen den Ligen hin und her pendeln können.

Zu krasse Sichtweise?

Sagen wir mal so. Ich hätte auch etwas gegen schottische oder niederländische Verhältnisse und ja, diese Diskussion ist nicht neu.

Aber sie wurde nicht von mir exhumiert!

Kommen wir zum Punkt.

Der Kirch-Deal. Einigen Vereinsfunktionären traten schon wieder die Tränen in die Augen, ob der Summen, die erneut im Raum stehen. Kritische Erinnerungen an einen der größten finanziellen Crashs im deutschen Fußball wurden barsch zur Seite gedrückt mit den Hinweis, dass Kirchs Imperium ja heute „gar nicht mehr mit dem vergleichbar wäre vom vor den Zusammenbruch“. Soso. Die lange Zeit mehr als nebulöse Bankbürgschaft – alles kein Problem. Millionen seid umschlungen…

Im Leben gibt es nichts umsonst. Bei den Fußballrechten gleich gar nicht!

Die Refinanzierung lässt sich nur durch die direkte Investition des Kunden gewährleisten. Will meinen: Pay-TV. Verdammt. Irgendwie muss man diese Kommunikationsform doch mal endlich kostendeckend an den Start bekommen. Ihr Deutschen, begreift das doch mal endlich!

So oder so ähnlich schwirrt es sicherlich Menschen wie Christian Seifert im Kopf herum. Überhaupt, Seifert. Heute, mit 38, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga, früher als Leiter der Abteilung Produktmanagement der Firma MGM Media Gruppe München noch selbst Teil des Kirch-Konstruktes. Ist da irgendjemand überrascht, dass er „seinen“ Deal mit Händen und Füßen verteidigt?

Zurück zum Pay-TV.

Der Hintergedanke ist, dass durch mehr Exklusivität das Pay-TV einen Kundenzustrom erlebt, der die Wahnsinnssummen wieder einspielt. Daran ist schon Kirch gescheitert und selbst das Intermezzo „Arena“ ging mit dem Gegenentwurf (günstig, auf Masse angelegt) baden.

Jetzt scheinen allerdings endlich Seifert und Co. am Ziel: Die Sportschau und somit zeitnahe Bundesliga-Berichte im Free-TV stehen vor dem Aus.

Kann man gut oder schlecht finden ist aber eine echte Kausalität. Koflers Vermächtnis.

Die (blinden) „Sozialisten“ unter den Fußball-Fans wie -Funktionären hatten sich durch den Kirch-Deal wohl mehr Geld für das Gießkannen-Prinzip versprochen, passieren wird aber insgesamt etwas anderes:

Die Gesamtsumme der Einnahmen wird sinken. Weshalb? Ganz einfach. Weil heutige Vereine immer eine Mischkalkulation fahren aus TV-Geldern und Sponsoren-Einnahmen. Sonstige Einnahmen aus Logen, Eigenvermarktung und Merchandising lassen wir mal aussen vor, denn die zählt ohnehin nur bei den großen Vereinen.

Wenn allerdings, bedingt durch den Kirch-Deal, die Sportschau verschwindet und erste Bilder im Free-TV erst ab 22:00 zu sehen sind, dann haben diverse Hauptsponsoren schon Kürzungen angekündigt. Zu Recht. Sind die Werbe- und Vermarktungsverträge doch auf Basis einer ermittelten Reichweite in der werberelevanten Zielgruppe erstellt worden. Und die verändert sich ja wohl gravierend, oder?

Man könnte jetzt sagen, dass das Problem ohnehin ja nur die Big-Player der Bundesliga betrifft und nicht die gesamte Solidargemeinschaft der Bundesliga-Vereine. Stimmt. Vor allem, wenn man in diese Richtung will. Aber eins gebe ich zu bedenken:

Wenn die Mischung kippt, sich die Vereine aufgrund sinkender Sponsoring-Einnahmen (und da sind wir in der Bundesliga in Euopa führend!) immer abhängiger von den TV-Geldern machen, dann ist ein Crash wie wir ihn mit Kirch vor Jahren schon erlebt haben nur ein Anfang. Dann werden die Provinzfürsten noch viel Schlimmeres und Existenzielleres erleben als damals.

Ehrlich gesagt bin ich da persönlich ganz entspannt.

Der FC Bayern wird zwar auch unter sinkenden Sponsoring-Einnahmen leiden, aber wir könn(t)en diese Verluste besser auffangen als manch kleiner Verein.

Macht ihr alle also einfach mal. Ich schau‘ mir das dann an und werde beizeiten ein wenig schmunzeln, wenn sich die aktuellen Wortführer und Befürworter in Wehklagen ergehen…

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0 Gedanken zu „Die eierlegende-TV-Gelder-Wollmilch-Einnahmen-Sau

  1. Ich war auch sehr überrascht wegen des Kirch-Deals.
    Das ganze macht einen sehr überstürzten Eindruck und hat einen mehr als seltsamen Beigeschmack. Sich nochmals mit einem Fast-Totengräber an den Tisch zu setzen und einen solch dubiosen Deal unter Zeitdruck abzusegnen – naja.
    Da blendeten die Meisten wohl die Vernunft aus und dafür die Dollar-Zeichen ein…

    Teile deine Ansicht, dass da für den Einen oder Anderen noch das böse Erwachen kommt.

  2. Mein Problem bei der Sache ist: ich gebe Dir Recht, schaue aber mit Bestürzung auf die Politik meines FCB, dessen Chefs mit Kirch schon mal ins Bett gehüpft sind und jetzt wohl wieder die Oberfürsprecher des neuen Deals waren.

    Da gilt das Gleiche wie für die ewigen Mauscheleien mit der Bild-Zeitung (die aber noch mehr stinken, widerlich!): gerade der FCB sollte sich die Freiheit nehmen, auch moralische Grundsätze bei der Wahl der Geschäftspartner zu berücksichtigen. Es müssen ja auch nicht unbedingt immer meine sein!

    PS: wirklich nur auf diese Kirch-Sache bezogen – mir ist der Beiersdorfer manchmal ein ganz kleines bißchen sympathisch!

  3. Bericht Financial Times:
    Die ganze Geschichte entwickelt sich tatsächlich jetzt schon zu einem Skandal. Da lassen sich doch tatsächlich mehr als 30 hochbezahlte Manager angeführt von einem verklärt-blinden Seifert auf einen zig-Millionen-Deal mit einem Pleitier ein – obwohl der Vertrag nicht mal durch eine Bangbürgschaft abgesichert ist?
    Ich fass es nicht!!!

    Doof oder verbrecherisch? Vermutlich eine Mischung von beidem.

  4. Die Bedingung Bankbürgschaft wurde doch von Beginn an klar kommuniziert. Und Kirch ist in den Verhandlungen. Der Artikel in der FT klingt mir etwas voreilig.

    Natürlich wäre es eine erneute Mega-Pleite, die sich die DFL an die Backe heften müsste, aber erstmal sollte man Fakten abwarten.

    Das Problem mit den fehlenden Pay-TV-Einnahmen in Deutschland spielt für mich nur auf internationaler Ebene eine Rolle. Und betrifft deswegen nur einige Spitzenclubs. Fakt ist: Auch mit den bisherigen Einnahmen ist die deutsche Liga finanziell unter den Top-Vier-Ligen Europas und muss den aktuellen Uefa-Koeffizienten halten oder verbessern können. Interessiert es einen VfL Bochum oder Eintracht Frankfurt, ob deutsche Mannschaften in der CL konkurrenzfähig sind? Eher nicht.

    Das A und O für zwei Drittel der Bundesliga-Vereine und für die Zweitliga-Vereine bleibt unabhängig von den Einnahmen, dass diese zentral verteilt werden. So hält man die Liga so weit wie möglich spannend und für alle Fans attraktiv.

    Bis auf wenige Ausnahmen sind eben Fußballvereine in Deutschland keine Wirtschaftsunternehmen, bei denen es um Gewinnmaximierung geht und Dividendenausschüttung geht. Jeder Euro, der mehr eingenommen wird, geht ohne Umwege auf das Konto von Spielern und Beratern.

  5. Die Bedingung Bankbürgschaft wurde doch von Beginn an klar kommuniziert. Und Kirch ist in den Verhandlungen. Der Artikel in der FT klingt mir etwas voreilig.

    Natürlich, aber es wurde der Eindruck erweckt, dass die Bürgschaft nur noch eine Formalität und damit eine Frage von wenigen Wochen ist. Und der Name Comerzbank fiel noch. Über die Gründe können wir nur spekulieren, aber es ist auf jeden Fall so einfach, wie die DFL suggeriert hat.

    Natürlich wäre es eine erneute Mega-Pleite, die sich die DFL an die Backe heften müsste, aber erstmal sollte man Fakten abwarten.

    Es wäre eine Mordsblamage und ein bequemer Ausgang in einem…

    Zustimmung zum Rest.

  6. Pingback: Unbemerkt: Investoren-Alarm bei der DFL at Bolzplatz

  7. Ende