Entscheidung im Titelkampf?

Eine der meistgestellten Fragen an diesem Wochenende.

Sicher. Ich kann nicht behaupten, dass ich unglücklich über die Bremer-Niederlage war. Aber wie ich im KSC-Spielbericht schon erwähnt habe: Es gibt noch 33 Punkte zu vergeben. Für den HSV noch 36. Da ist noch gar nix entschieden.

Viele Leser dieses kleinen aber feinen Weblogs erwarten jetzt wahrscheinlich von mir, meine vollen Kübel auszupacken und über Werder auszuschütten. Weit gefehlt. Ich bin da ganz bei Uli Hoeneß. Ein Verein, eine Mannschaft am Boden – da tritt man nicht drauf!

Wenn ich allein an die gestrigen Zahlen der Schaaf-Kicker denke (28:9 Torschüsse, 5:1 Ecken, 0:7 Abseits, 57:43 Prozent Ballbesitz), dann kann man kaum verstehen, dass die 6 Tore kassiert haben.

Bitter gar, dass innerhalb von 2,5 Tagen die Bremer zwei Spiele verloren, dabei noch 8 Tore kassiert haben und das alles zumeist aus eigenem Verschulden. Über die Wiese-Patzer wurde ja schon eingehend gesprochen. Das Thema ist durch. Die gestrige Abwehr-, oder besser Defensiv-Leistung kann man dagegen nur als hanebüchen bezeichnen. Geplant war das so sicher nicht. Trotzdem ist es eines der Gründe, weshalb Werder insgesamt imho so viele Probleme hat, die einer Meisterschaft im Wege stehen könnten.

„Offense wins games, defense wins championships“

Darauf lässt es sich reduzieren. Die Nordlichter haben zwar 51 und damit 10 Tore mehr erzielt als die Bayern, parallel aber mit 34 fast dreimal soviele Gegentore bekommen! Dabei schon 6 Spiele verloren. Das wäre ja mit der 3-Punkte-Regelung nicht tragisch, wenn sie entsprechend auch mehr Spiele gewonnen hätten. Haben sie aber nicht. Eins weniger als die Münchner.

Wie man es dreht und wendet, aktuell läuft es nicht gerade für Werder.

Auf der anderen Seite: Sollten sie nächste Woche aus dem UEFA-Pokal ausscheiden (die Chancen sehe ich bei 50%), werden die Erholungsphasen länger (auch ein Grund für die gestrige Niederlage: Stuttgart hatte 11(?) Tage Pause!). Sicher. Bayern kann das besser kompensieren, da Werders Kader einfach dünner ist. Aber vielleicht kommen ja diverse Leistungsträger zurück und finden ihre Form, bevor Allofs und Co. die Saison ausgeht.

Nein, nein. Da ist noch nix entschieden. Die Tendenz und die Form spricht allerdings momentan klar gegen Bremen.

Klick zum Ende der Kommentarliste

0 Gedanken zu „Entscheidung im Titelkampf?

  1. Was mich beruhigt auf den 6/7 Punkte Vorsprung kucken lässt, ist das Restprogramm von Bayern.
    Die beiden schwierigsten Spiele sind Leverkusen und Stuttgart zuhause. Selbst wenn sie die beide verlören, wären sie noch Tabellenführer. Vorausgesetzt Bremen und Hamburg gewinnen von den verbleibenden Spielen zwei mehr als Bayern, was definitiv nicht passieren wird.

    Mit 6 Niederlagen ist glaube ich noch nie jemand Meister geworden. Tschüss Bremen.
    Hamburg hat erst 3 Niederlagen. Die werden am Ende auch wegen ihrer guten Abwehr Zweiter, meiner Meinung nach.

    Durch die Rotation kommt jeder mal dran. Alle haben gute Laune, alle integrieren sich mehr oder weniger gut ins Spiel. Gut genug jedenfalls, dass es für das Niveau dieser Liga reichen sollte.

    Keine Verletzten! Entscheidend beim Titelkampf in den heißen Wochen der Saison!

    Ich hab das schon mal hier an anderer Stelle bemerkt: Die medizinische Abteilung von Bremen ist meiner Meinung nach mitverantwortlich für die Jahr für Jahr lange Verletztenliste. Die Dosierung von Regeneration und Trainingsbelastung und die Behandlung angeschlagener Spieler scheinen nicht zu funktionieren.
    Bei Bayern ist es auffällig, dass schon seit Jahren zwar immer mal 2, 3 Spieler verletzt sind, aber nie so viele wie bei Bremen oder anderen Vereinen.

    Was mich noch optimistisch stimmt:
    In dieser Saison werden die Kleinen ernst genommen. Früher war es oft so, dass erst ein Rückstand in Spielen gegen Cottbus, Bielefeld etc her musste, um aufzuwachen.
    Die Einstellung stimmt in dieser Saison gegen jeden Gegner. Dass Spiele gegen Frankfurt und Duisburg nicht gewonnen wurden, lag weder an der Einstellung noch an spielerischen Mängeln. Es war einfach Pech bei der Chancenverwertung.

  2. Ob schon mal jemand mit 6 Niederlagen Meister wurde, weiß ich jetzt nicht, aber 2001 wurden wir mit 9 Niederlagen Meister, weil der Meister der Schmerzen nicht wollte.

  3. Stimmt! Ich nehme alles zurück, bis auf meine Meisterprognose 😉
    Selbst in der letzten Saison hatte der VfB 6 Niederlagen und 2002 wurde Dortmund ebenfalls mit 6 Niederlagen Meister. Kicker-Web-Statistik sei dank.

  4. Mein erster Gedanke am Samstag nach den Schlussergebnissen: Das war Bayerns Meisterstück.
    Sicher sind noch jede Menge Punkte zu verteilen, aber wer bitte soll es den Bayern noch versalzen? Hamburg ist derzeit kein echter Aspirant, Leverkusen zu unstet, Bremen viel zu anfällig in der Defensive – und mehr als diese drei Mannschaften kommen eh nicht mehr in Frage.

  5. @Zechbauer: Du verdrängst aber die Tatsache, dass sich z.B. Ribéry noch mal verletzen könnte oder diverse der sog. „kleinen“ Gegner, von denen wir demnächst noch jede Menge haben werden, eine noch intensivere Mauer-Taktik an den Tag legen könnten, oder? 😉

  6. Also ich denke die Chose ist gelaufen, da müsste schon sehr sehr viel passieren, dass ihr nicht Meister werden – was ja leider im Endeffekt zu Beginn der Saison schon fast feststand, angesichts des Kaders. Auch wenn es zur Winterpause mal wieder besser wurde, denke ihr habt daraus gelernt und es wird nicht mehr so ne unentschieden-phase kommen. leider.

    die einzige „chance“ ist wohl wirklich, dass sich Ribery verletzt (und Frings schnellstmöglich zurückkommt) aber zumindest ersteres kann man sich ja nicht ernsthaft wünschen. Letzteres wünschen sich warhscheinlich zumindest alle NM-Fans.

    Anderseits: Es fliesst noch viel Wasser die Weser hinunter bis zum 34 ST…

  7. Eben. Und wer weiß, wer sich noch alles gegen uns verschwört und euch Tür und Tor öffnet. Freiwillig. 😉

  8. Was ich zur Zeit selbst fast ein wenig erschreckend finde, ist, mit welcher Sicherheit (von den üblichen Wacklern in der Defensive (Lucio…) mal abgesehen) die Mannschaft momentan auftritt und äußerst präzise die Ergebnisse rausspielt. Ich frage mich momentan eigentlich nur, ob das so weitergehen kann bzw. wird. Zu wünschen wäre es, aber die Erfahrung hat gelehrt, dass auf so eine Phase, in der alles scheinbar perfekt läuft, meist ein wenig Ernüchterung kommt.

    Der für mich augenscheinlichste Unterschied zu den ersten Spieltagen, nach denen man auch meinen konnte, dass der FCB nicht zu stoppen sie, ist, dass es nicht mehr der absolute Hurra-Fußball ist, der jetzt de Punkte bringt, sondern alles wesentlich überlegter und zielgerichteter, wie soll ich sagen, aufgeräumter wirkt. Und das lässt mich dann doch wieder im Hinblick auf die „kleinen“ Gegner, die wohl mauern werden, Hoffnung schöpfen.

  9. @paule
    Naja, das war ja nie anders. Die Kleinen waren stets die größten Stolpersteine für den FCB (ich sag‘ nur: Waldhof Mannheim) – nur geht das anderen ja auch so. Ich traue den „Konkurrenten“ einfach die nötige Konstanz nicht zu – Bremens starke Phase ist vorbei.

  10. Ende