Weisheiten #161

Wir haben jetzt zwei Trainer gehabt, mit Jürgen Klinsmann und Louis van Gaal, die den Ansatz mit sich brachten, den Verein auch revolutionieren zu wollen und total in seinen Grundfesten zu verändern. Damit sind wir, und das muss man ganz klar sagen, nicht gut gefahren.

Christian Nerlinger, Hoeneß-light

12 Gedanken zu „Weisheiten #161“

  1. @boecko: Ist das so einfach, die zweite Saison so komplett auszublenden??? Oder fandest Du diese Spielzeit auch so überragend, dass man sich drüber freuen sollte, so mit verschenktem VF in der CL, mit verschenktem Finale im DFB-Pokal, mit dem Bangen um die CL-Quali??? Oder ist der Trainer für die Erfolge der letzten Saison verantworlich und alle anderen für die Misserfolge dieser Saison???
    PS: Das Double ist inzwischen ja fast zweijährliche Routine (alleine 5-mal in den letzten 10 Jahren) also nichts mehr worauf sich ein Trainer des FCB so wahnsinnig viel einbilden sollte, vor allem, wenn es das Einzige ist in zwei Jahren. Kein Thema, letzte Saison hat viel Freude gebracht (so ab Spieltag 14), aber dieses Jahr eben so mal überhaupt nicht. Und das lag zum größten Teil an LvG. Oder eben an allen anderen …

  2. Wobei ein Double in zwei Jahren auch nicht so schlecht ist. Interessant wäre es schon gewesen zu sehen wie und ob Van Gaal die Kurve gekratzt hätte und was in einem dritten Jahr dann möglich gewesen wäre. Auch Hitzfeld brauchte zwei Jahre um sein verpatztes Bayern CHfinale wieder „gutzumachen“. Und das war damals auch deswegen möglich weil wir eine Mannschaft hatten die über einen langen Zeitraum zusammenwachsen konnte.
    Dass es diesesmal dazu nicht kam lag an sowohl an LvG als wohl auch allen anderen im Verein.
    Wobei ich weder UH noch LvG als die Hauptschuldigen ansehe. Weil am Ende liegts an den Spielern. Und es fiel schon auf dass eigentlich all jene die im Vorjahr den „Durchbruch“ schafften eine Serie enttäuschender Auftritte hinlegten haben (Müller ist da meiner Meinung die Ausnahme, aber der stand ja auch recht häufig unter Kritik). Die Mannschaft war letztes Jahr eigentlich noch gar nicht weit genug für ein CH Finale, vielleicht kam es zu früh und die Spieler waren zu satt, zu zufrieden. Man feierte die Jungs ja wie die Weltmeister.

    Zum Nerlingerzitat; was sind denn die „Grundfesten“?

  3. @david: so sehe ich das auch. aber „die spieler“ ist halt zu schwammig. Ein Holländer, inkompetenter arroganter Eigenbrödler- das ist viel leichter.

    Aber wie gesagt, vorbei ist vorbei. Und alles gut ist noch lange nicht. ich möchte nicht wissen, wie das spiel gegen vizekusen läuft, wenn wir nicht nach 7 min führen.

    Komisch auch, das Jonker sagt, er hat den spielern freie hand gelassen. sie durften entscheiden wie und was. Wenn unsere spieler so erwachsen sind, wozu dann überhaupt ein trainer? Als animateur unter der woche?

    Irgendwie komisch- wie schon die ganze saison.

  4. Naja, es gab schon ein paar Vereinbarungen, die mit dem Trainer getroffen wurden. Zum Beispiel, dass alle auch immer wieder defensiv arbeiten müssen. Das hat besser geklappt als in den letzten Wochen.

    Und den Spielern die Entscheidung lassen, heißt ja nicht, dass man alles laufen lässt. Standards und Spielzüge kann man trotzdem trainieren. Aber die Spieler dürfen dann auf dem Platz entscheiden, was sie davon wie umsetzen. Und dazu gehört dann auch das zuletzt wieder Gesehene: Befreiungsschläge, lange Bälle, anarchische Positionswechsel im Offensivspiel, schnelle Pässe in die Spitze nach Ballgewinn. Das ist wohl eher mit freie Hand lassen gemeint. Letztlich müssen die Spieler je nach Situation die Entscheidung treffen. Das durften sie aber offensichtlich unter van Gaal zuletzt nicht mehr.

  5. @chicken:
    nein .. kann man klar nicht ganz ausblenden. Es ist müßig darüber zu diskutieren, was gewesen wäre, wenn van Gaal/Hoeneß anders entschieden hätten.
    Aber mir geht das ewige Vor-/Nachkarten der Sonnenkönigs + Vasallen auf die Nerven. Die sollen mal stecken lassen.

  6. offtopic: Laut tz ist ein neuzugang Gregory van der Wiel. Und Coentrao soll weiter Thema sein?

    Ente???

  7. Ich finde die Meinung von Nerlinger platt und undifferenziert. Sowohl Klinsmann als auch van Gaal haben Neuerungen eingebracht von denen der Verein langfristig profitieren wird. Dass beide Probleme in der Selbsteinschätzung haben steht wiederum auf einem anderen Blatt.

    Man muss aber einsehen, dass der Trainertypus Heynckes/Hitzfeld halt am besten zum FCB passt. Und das ist auch gut so.

    Das wird den Verein aber nicht daran hindern, in zwei Jahren wieder eine neue Zeitrechnung anzukündigen und einen neuen Trainer präsentieren, der eigentlich gar nicht passt.

    So wird es wenigstens nicht langweilig.

    Was ist schlecht daran van der Wiel und Coentrao zu holen? Damit hätte man die Außen doppelt besetzt und könnte bei einem Ausfall Ribérys Coentrao auf den linken Flügel stellen.

    Jetzt nur noch ein gescheiter Innenverteidiger und ich bin glücklich. Hummels wird es wohl nicht, aber mit Höwedes wäre ich auch sehr zufrieden.

    Hoffe aber sehr, dass man von Vidal Abstand nimmt. Zumindest vorläufig.

  8. @ boecko #7: Tja, leider wird das ewiglich Wunschdenken bleiben, dass die Oberen des FCB die Füße still und den Mund geschlossen halten, wo beides angebracht wäre. >> Siehe auch Nerlingers Äußerung zu Klopp („Ansätze psychopathischen Verhaltens“) – egal, ob das aus irgendeinem Zusammenhang gerissen wurde oder sogar witzig gemeint war – sowas tut man einfach nicht. Gehört aber scheinbar zum FCB wie der zweite Platz zu Leverkusen.

    @ david #4: Ähemm!! Das lässt sich wohl etwas wenig gut vergleichen, die zweite Saison von Ottmar und die zweite von Louis. Unter Hitzfeld wurde der FCB in der zweiten Saison Meister (wenn auch nur Dank Vizekusens Gnaden), gewann den Pokal (3:0 gegen Bremen) UND erreichte das HF in der CL (wobei es dem FCB gelang den späteren Sieger Real in vier Vergleichen dreimal zu schlagen – dürfte wohl einmalig bleiben). Insgesamt also eine deutlich bessere Bilanz als dieses Jahr!! dazu kommt, dass unter Hitzfeld die Mannschaft jedes jahr kontinuielrich verstärkt/verändert wurde – aber so was braucht(e) ein van Gaal ja nicht.
    Ich bleibe dabei – wäre ein Fortschritt trotz Ausbleiben des Erfolgs erkennabr gewesen (in Spielkultur, Mannschaftsentwicklung, Trainer-Team-Vorstand-Verhältnis, etc.) wäre van Gaal eventuell Trainer geblieben. So blieb ja fast keine Wahl.

  9. so wie einst, Aleksandar Ristic: Wenn man ein 0:2 kassiert, dann ist ein 1:1 nicht mehr möglich. *gg*

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