Von Kommerzbloggern, IP-TV, Logen, Elvis und starkem Bier

Ich bin ein Kommerzblogger.

Würde ich mal vermuten. Zumindestens in den Augen diverser „Teilnehmer“ der Blogosphäre. Weil ich eine Einladung zu einem Event eines kommerziell orientierten Unternehmens der Telekommunikationsbranche angenommen habe. Zu einem Event, auf dem ein Produkt vorgestellt wurde, bei dem auch noch das böseste aller Unternehmen überhaupt (bevor Google das wurde) mit im Boot ist. Software-technisch.

Schlimm. Wie kann man nur. Für viele bin ich jetzt wahrscheinlich erledigt. Aber total. Und zwar für alle Zeiten!

Abwegige Theorie? Bei Kai gehen einzelne Kommentare aber offenbar in diese Richtung.

Jeder ist in seiner Meinung natürlich völlig frei, aber: Hallo?! Ich bin schon groß. Darf ich selbst entscheiden, was ich zu tun oder zu lassen gedenke? Ich lasse mir nicht vorschreiben, was ich denke. Auch nicht, wenn ich von einer Agentur oder einem Unternehmen zu solch‘ einer Veranstaltung eingeladen werde. Aber ich nehme teil, um mir eine Meinung zu bilden.

Gerne will ich auch zugeben, dass ich es nicht getan hätte, wenn es kein Bayern-Spiel gewesen wäre, nicht in der Arena und nicht dort in einer Logo stattgefunden hätte. Ist das nachvollziehbar? Irgendwie? Ich bin Bayern-Fan. Was soll ich woanders?

Des Weiteren halte ich es für ein Gebot der Höflichkeit, dass man sich bedankt, wenn man eingeladen wird – wozu und in welchem Umfang auch immer. Sowas nennt man Kinderstube. Und zwar eine gute. Persönlich habe ich dies am Samstag bereits getan. Ob ich es dann auch noch in meinem Blog und über einen allzu freundlichen Beitrag tun muss, ist etwas ganz anderes…

Nicht das ich das müsste, aber hier mal kurz eine Aufstellung über das Sponsoren-„Geschenk“:

Bezahlt, bzw. geschenkt wurde mir Folgendes:

– Flug: ca. 80,- Euro
– Tagesticket MVV (Samstag): 10,-
– Eintrittskarte Loge/Spiel…
– Catering Loge…
– Benutzung T-Home-Decke…

Selbst getragen habe ich dagegen:

– Hotel: ca. 90,- Euro
– Einzelfahrt Flughafen MVV (Sonntag): 9,20
– Catering Bloggertreffen…

Wahnsinn. Ist das jetzt schon ein Fall für Transparencynow?

Aber was reg‘ ich mich auf. Würde nur den persönlichen Gesamteindruck stören. Meinen Gesamteindruck.

Auf der anderen Seite: Vielleicht habe ich ja selbst schon derlei ätzende Kommentare abgegeben. Im Rahmen des Bloggertreffens machte mich nämlich Markus noch einmal auf die Umstände, Reaktionen und Kommentare rund um die Coca-Cola-WG während der 2006er-WM aufmerksam. Er war nämlich dabei. In der WG. Persönlich will ich derartige Kommentare nicht ausschließen, aber bestimmt nicht so ideologisch…

Wie auch immer.

Ich hatte Spaß. Wie wir wohl alle. Und dafür will ich mich auch nicht weiter rechtfertigen.

Kommen wir also mal zum Kern der Präsentation und somit dem Event: Dem Produkt. T-Home Entertain.

Sagen wir es mal so: Dem IP-TV gehört die Zukunft. Die Zeiten der passiven Berieselung, ohne auf das Programm und das, was man wirklich sehen will, Einfluss nehmen zu können, gehören in eben dieser Zukunft der Vergangenheit an. Meine Meinung.

Die Lösung, die hier Microsoft und T-Home auf die Beine gestellt haben, ist ferner ’ne feine Sache. Genau nach meinem Geschmack. Wenn ich noch die Lebensumstände von vor einigen Jahren hätte. So ohne Kind und mit jeder Menge Freizeit, die ich für mich selbst „verbrennen“ kann.

Denn diese Zeit bräuchte man, um all die Features von T-Home Entertain zu nutzen: Zeitverzögerten Anschauen von Live-Spielen, Archive voll mit Fußballspielen, jederzeit zum Anschauen bereit. Über 200 Programme, und, und, und.

All diese Dinge kann (und will) ich aber gar nicht nutzen. Ich hab‘ die Zeit nicht.

Zeit habe ich Samstags von 15:30 bis 17:15. Oder so. Oder Sonntags von 17:00 bis 18:45. Plus Zusammenfassung. Und das war’s. Davor und danach beschäftige ich mich mit all den anderen Dingen meines Lebens.

Punkt 2 und da war ich mir mit fast allen Fußballbloggern spontan einig: Wenn ein Spiel vorbei ist, interessiert mich nur noch das Ergebnis und die Zusammenfassung. Ich will nichts live sehen, was nicht live ist. Das ist ’ne Kopfsache. Ich war auch noch nie jemand, der – um die Spannung nicht zerstören wollte – früher keine Ergebnisse erfahren wollte, bevor er die Sportschau geschaut hatte.

So’n Quatsch. Aber es gibt trotzdem genug, die genau so denken. Und das ist ja auch gut so.

Am Ende kommt natürlich noch das Geld ins Spiel.

Für T-Home Entertain müsste ich den Telefonanbieter wechseln und den Kabelanschluss kündigen. Wäre ja alles im Paket mit drin. Und somit vielleicht sogar günstiger (Details wurden uns vorgerechnet, in der Summe (inkl. Bundesliga-Paket) kommt man wohl auf 50-60 Euro (im Monat) – Telefon, Premiere und ish sind zusammen teurer). Aber 1.) läuft Kabel bei uns über die Hausgemeinschaft, dass kann ich gar nicht kündigen und 2.) hat T-Home keinen Pokal und keine CL im Portfolio.

Fazit: Gutes Produkt, für mich und meine Umstände aber aktuell nicht passend.

War das jetzt politisch korrekt genug für mich als Blogger?

Gut. Dann zum zweiten und dritten Aspekt dieses Tages: Loge und Bloggertreffen.

Aus anderen, beruflichen Gründen, war ich Anfang 2007 schon mal Gast in der T-Com/T-Home Lounge. Der Besuch in der Loge war da eine Ergänzung, die ich sehr genossen habe. Das Drumherum, Catering, Bewirtung, ein Bayern-Spiel von dort zu schauen, war für mich persönlich schon was Besonderes.

Details rund um Anreise, Loge, Spiel und Bloggertreffen habe ich ja schon über Twitter und Twitpic zum Besten gegeben, damit will ich nicht erneut langweilen.

Es gibt Schlimmeres, was man Samstags um diese Zeit machen kann. Hierfür noch einmal danke (jetzt ist’s aber gut 😉 ).

In diesem Umfeld dann auch noch mir bekannte und unbekannte Blogger (wieder) zu treffen, rundete das Ereignis dann ab.

Ist es doch immer wieder erstaunlich, wie schnell man sich näher kommt, wenn man sich persönlich trifft. Da sind sich plötzlich Bayern-, Bremen-, Nürnberg– oder Bochum-Fans und -Blogger mehr als sympathisch (eine Auswahl – im Grunde waren wir uns alle gleich sympatisch…).

Fleissig wurde diskutiert, gefrotzelt oder einfach nur Meinungsgleichheit hergestellt. Bestechend, wie harmonisch abseits von Blogs alles über die Vereinsgrenzen sein kann…

Die Fortsetzung dieser Stimmung fand sich im Rahmen des Bloggertreffens. Des zweiten, dass ich mit Fußballbloggern erleben durfte.

Die Location hatte der liebe probek organisiert. Kurze Zeit nach Eintreffen war ihm das wohl schon ein wenig unangenehm. Was an „Shawn und Shannon“ gelegen haben mag. Ein Traumduo, dass dem Haidhausener Unionsbräu so richtig einheizte.

Sicher. Mir sind jetzt die urbayerischen Gebräuche und Riten nicht soo vertraut, aber ich ließ mir versichern, dass ein alternder Cowboy mit Hut mit dem aktuellen Starkbieranstich nix zu tun hat. Na dann… 😉

Realsatire wurde es, als – wie ich aber erst hinterher realisierte – „Shawn“ zu „Elvis“ wurde (und später wieder zu „Shawn“) und die folgenden 1,5 Stunden dessen Klassiker schmetterte!

Herrlich. Und das mein‘ ich jetzt total ernst. Wir hatten auf jeden Fall jede Menge Spass. Wie Bolle. Ob die MittvierzigerInnen, die zu Elvis‘ Klängen (vergeblich) bemüht rhythmisch ihrer Begeisterung für den King auszudrücken, bemerkt haben, dass wir sie nur bedingt „anfeuerten“?

Selten habe ich in München, bzw. Bayern soviel gelacht. Auch die Blogger-Gespräche betraten, je später der Abend wurde, noch weitere metaphysische Ebenen… 😉

Tiefergehende Details werden nicht verraten, waren sie doch teils privater Natur oder verbietet es sich, sie, ob des Zustands der einzelnen Blogger preiszugeben… 😉

P.S. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass sich Gerd Müller in der Arena von mir persönlich verabschiedet hat? 😉

P.P.S. Bin natürlich mal wieder ((un-)angenehm?) aufgefallen. Aufgrund meiner chronisch perfekten Organisation (Verbindungen, Abfahrtszeiten, Zeitpläne, Richtungen, etc.)…

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28 Gedanken zu “Von Kommerzbloggern, IP-TV, Logen, Elvis und starkem Bier

  1. Die Diskussion bei Kai finde ich auch ein wenig daneben. Aber so ist es eben wenn die einen in die Loge dürfen und die anderen eben nicht.

  2. Holla, solche Kommentare zu deinem kleinen Ausflug kenn ich sonst nur vom St.Pauli-Forum … grins … meinem kleinen Zweitverein (ich gebs zu).

  3. Nur bei einem Punkt haste nicht Recht, über T-Home Entertain bekommste auch CL und Pokal, musst nur Premiere dazubuchen 😉

  4. …what’s all the fuss about?

    Hey, cool, dass du ne gute Zeit hattest.
    Und erstaunlich, was sich die Vögel vom Rosa Riesen so einfallen lassen, um Euch ‚Meinungsbildner des Austauschwebs‘ zu triggern. Es liest sich so, als hätte Microsoft auch was dazugetan. OK.
    so what?
    Öhm – ich wäre auch nach München gekommen.
    Und als „T-irgendwas webzweinull-SI-community Product Manager“ o.ä. hätte ich meinem Boss auch irgendwann mal den Vorschlag gemacht, dass man mit der Bloggosphäre mal schmusen sollte.
    Dass es dann eine unsubtile Verkaufsveranstaltung wurde, naja, so sind halt Grosskonzerne.

    Ich finde, Du hast da nen guten Blog.
    Wenn Du den irgendwie monetarisieren kannst, oder Du die ‚fringe benefits‘ Deiner Tätigkeit geniesst – ich freue mich für Dich.

    Neid riecht immer so nach Schalkefan.

  5. >- Einzelfahrt Flughafen MVV (Sonntag): 9,20

    Mit deiner chronisch perfekten Organisation hätte dir auffallen müssen, dass das Tagesticket vom Hotel in Verbindung mit einer Tageskarte Außennetz ausgereicht und nur 5€ gekostet hätte 😉

  6. Die Coca-Cola-WG, oder die Opel-Blogger … der Aufschrei ist ja immer groß am Anfang – und letztlich ist das alles viel Theater um nichts. Weder sind wir aufgefordert worden besonders positiv über das Produkt zu berichten (wir sind sogar zu gar nichts aufgefordert oder gebeten worden), noch tragen wir jetzt alle heimlich magenta-farbene Unterhosen.

    Man sollte uns – oder auch Bloggern allgemein – zutrauen eigene Eindrücke zu sammeln, zu reflektieren, bewerten zu können und Entscheidungen bzw. Urteile zu treffen.
    Wer mir das nicht zutraut, den frage ich: „Warum liest Du eigentlich meinen Blog?“

  7. Warum rechtfertigst Du Dich?

    Imho völlig ok dass Du die T Einladung angenommen hast. Hätte ich auch getan. 🙂 Der Transparenz ist imho völlig genüge getan wenn die Umstände des Logenbesuchs erwähnt werden. 😉 Was der Leser dann damit anfängt kann man ihm überlassen…

    jm2c

    Starkbier könnt ich auch mal wieder trinken. Vielleicht gleich heute Abend als Einstimmung zur CL…

  8. @Tomse: Sagen wir mal so: Die Organisation, die ich im Vorfeld machen konnte, habe ich gemacht, was alles mit dem Hotel-MVV-Ticket möglich gewesen wäre (musste ich imho beim Auschecken aber wieder abgeben), habe ich natürlich nicht evaluiert oder nicht evaluieren können…

    Whatever. Wenigstens habe ich für 9,20 mein Einzelfahrt-Ticket bekommen. Markus beim ersten Mal nicht. Nur das Wechselgeld. Der hat dann mal schlappe 18,40 für’ne Fahrt zum Flughafen bezahlt – ist das Methode beim MVV?! 😉

  9. @zechbauer: es gibt magenta farbene unterhosen? todschick!!! hoffentlich mit dkl streifen- die machen so irre schlank….

    Ansonsten interesiert mich das Thema hier nicht. Glückwunsch Paule, in den Logen bereich der AA bin ich noch nicht vorgedrungen. Und dann gleich noch 5 tore-herz, was willst du mehr?

  10. Ach, du warst einer von denen, die sich im Stadion in weißer Kleidung zu einem Buchstaben zusammengefunden hatten?

  11. An deiner Stelle hätte ich die Einladung auch angenommen. Alle die motzen sind neidisch. Habe mich persönlich auch von der Südkurven-Dauerkarte zu gelegentlichen, beruflich bedingten, Besuchen im Business-Bereich verändert… ansonsten Premiere-Ultra ;-).
    Eines noch: Ich bin jedesmal beschämt, wenn der Gerd im VIP-Bereich rumstehen muss und sich mit Menschen fotografieren lässt, von denen die Hälfte vermutlich noch nicht mal weiß, wer an dem Tag spielt. Gnadenbrot für nen alten Zirkusgaul.
    Peinlich das.

  12. @vadder
    Ich kenne seinen Arbeitsvertrag nicht. Aber jedesmal wenn ich da war,war er auch da.
    Bzw. habe ich auch von Dritten gehört, dass er da war.
    Und da ich mir nicht vorstellen kann, dass er das persönlich toll findet, sich mit verdienten Vertriebsmitarbeitern fotografieren zu lassen liegt meine Vermutung nahe, dass man ihn darum „bittet“.
    Ist halt auch immer nur der Bomber da. Sepp und Katsche z.B. habe ich da noch nicht gesehen,

  13. Ein Foto mit dem Bomber- das wäre schon mal was für den vadder.

    Aber ich weiß wenigstens, wer draußen in der Arena spielt. Aber schon schade irgendwie…da hast du recht.

  14. Na ja, immerhin ist er ja auch noch Co-Trainer bei den Amateuren… Unser Kaiser muss ja auch mit Hinz und Kunz für Fotos gerade stehen. So ist das nunmal…

    @vadder: vielleicht haben wir da eine Marktlücke entdeckt :))

  15. Also ich kann mich zum Thema noch groß äußern. Aber der Gerd ist immer für ein Bild zu haben und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dem das groß was ausmacht.
    Der ist wirklich ein herzensguter Mensch, immer freundlich, immer mit nem Lächlen und ein echtes Orginal.

    Frühers in der alten Kneipe am Trainingsgelände war der auch immer anzutreffen. Gemütlich beim Weißbier mit dem Sepp. Das war schon fast Standard.

  16. Beim gedanken an diese zeiten bekommt man doch direkt tränen in die Augen…

    Heute sieht man einen krankgeschrieben Ribery wohl nur nachts um 2 im P1. Und wen man den dann um ein Foto bittet,, kann es evtl wohl schon passieren, das man von seinem Bodyguard was auf die nase bekommt…oder auch nicht…So ändern sich die zeiten…

    Nee, nee, bitte den Bomber nicht SOOOO vermarkten…lieber t shirts oder trikots von damals im Fan shop verkaufen..meine meinung…

  17. kommerzblogger, hehe.
    *prust*

    Wer kommt denn auf solch eine Idee?
    Ich hoffe nicht, daß ich hier jetzt alle 2 blogs auf rosane Werbund stoße 😉

    Wurde denn entschieden, wer der beste Trink.. erm Blogger Deutschlands ist?

  18. @Oliver: Ich verstehe die ersten Absätze nicht so ganz. Wer hat DIR denn eigentlich einen Vorwurf gemacht? Und bei „Allesaussersport“ hat lediglich Jens Weinreich mal kritisch nachgefragt, weil dogfood/Kai selber immer sehr unabhängig-kritisch berichtet. Worauf wiederum die anderen Diskutanten dann gleich hingewiesen haben.

  19. Ich würd einfach tippen, dass dieses Gefühl, sich immer rechtfertigen zu müssen, einem Bayern-Fan schon zur zweiten Natur geworden ist… 🙂

  20. Solche Diskussionen rund um sich kaufen lassen und Kommerz und so weiter zieht sich, wie Oliver auch schreibt, schon sehr lange durch die deutschen Blogs. Ich mache beruflich auch relativ viel mit Bloggern aus anderen Bereichen und da kommt das auch immer wieder vor.

    Hat aber weniger etwas mit Neid zu tun, sondern eher mit einer gewissen Vorstellung von gut und böse und dem Gefühl, dass Unternehmen im allgemeinen und PR im Besonderen sich jetzt auch in Blogs breit machen und diese korrumpieren. Blogs und Social Media sind allerdings genauso korrupt und lügen wie alles andere auch, wo Menschen im Spiel sind. Schwarze Schafe gibt es auf allen Seiten natürlich zuhauf…

    Und jetzt bitte wieder zurück zum Fußball. 🙂

    (Die Vorstellung, in der Loge zu sitzen und aufm Fernseher das Spiel zu sehen, ist übrigens absurd…so nebenbei)

  21. Ich bin absolut gegen Produkte wie T-Home Entertain. (Weiß aber auch, dass sie nicht aufzuhalten sind). Weil sie auf die Gesellschaft einen ähnlich zerstörerischen Einfluss haben werden wie einst das Fernsehen auf die Familie.

    In den Fünfzigern saßen die Familien (Vater, Mutter, Kinder) noch am Abend oder Wochenende zusammen und beschäftigten sich miteinander (Gesellschaftsspiele, Gespräche oder was weiß ich – ich war schließlich nicht dabei). Dann kam das Fernsehen – und man starrte lieber gemeinsam auf die Mattscheibe statt miteinander zu kommunizieren. Aber immerhin taten es die Menschen noch gemeinsam, denn bei zwei oder drei Programmen war die Auswahl doch eher gering. Und heute? Heute sitzt jeder in seinem Zimmer und glotzt was anderes. Kommunikation? Fehlanzeige! Und genau diese Entwicklung steht nun endgültig dem ganzen Land bevor.

    In den Siebzigern/Achtzigern redete am Mittwoch morgen das halbe Land über die letzte Dallas-, Magnum- oder was-weiß-ich-Folge. Man hatte wenigstens noch noch gemeinsame Erlebnisse/Themen – wenn auch oberflächliche – und sprach darüber. Vom Malocher bis zum Herrn Dr. Dr. Prof.

    Das reduzierte sich natürlich schon durch das immer weiter wachsende Programmangebot deutlich, doch T-Home Entertain und ähnliche Produkte werden auch diese letzten gesellschaftlichen Gemeinsamkeiten zum Teufel schicken. Weil jeder zu jeder Zeit genau das gucken kann, worauf er gerade Lust hat.

    Ein toller Schritt für das Individuum – eine Riesenkatastrophe für die Gesellschaft.

  22. Na ja, daran ist doch eher das Individuum – und mit Masse dann die Gesellschaft Schuld – und nicht „das Fernsehen“ bzw. ein Anbieter wie die T-Com. Schließlich werden wir nicht vor den Fernseher gezwungen.

  23. @DonParrot
    T-Home Entertain ist in meinem beschaulichen Dorf 30km ausserhalb Münchens nicht verfügbar, daher kann ich beim Thema Video on Demand nur eingeschränkt mitreden. Eingeschränkt deshalb, weil mein Programm ebenfalls dann läuft, wenn ich es will. Man nehme einen Festplattenrecorder und programmiere ihn grundsätzlich eine Woche im Voraus.

    Hier wie auch da ist der Punkt doch der: Jeder hat die Verantwortung für seine eigene Zeit. Bei uns zuhause läuft es z.B. eben genau anders herum – da wird eine Runde „Phase 10“ oder Siedler von Catan nun nicht mehr wegen des Fernsehprogramms unterbrochen (Ausser für ein Bayernspiel, versteht sich).

    Ich habe aktuell keinen Überblick über das Kinderprogramm, aber ich kann mich noch gut an meine eigene Schulzeit erinnern – damals kamen die besten Kinderserien zur klassischen Hausaufgabenzeit… auch wenn die Flimmerkiste nicht eingeschaltet war, lief das Programm doch zumindest im Kopf irgendwie mit; Videorecorder waren damals noch eine Ausnahmeerscheinung. Auch hier sehe ich Vorteile beim Fernsehen zur Wunschzeit.

  24. Wird hier jetzt nicht ein bisschen viel Wind gemacht? Kommerzblogger?! Was ist das denn hier? Ein Weblog, OK. Aber es ist nicht die Riesennummer, die jetzt quasi Meinungsbildend für Millionen von Bayernfans ist. Ohne natürlich Paules Schweiß und Tränen kleinreden zu wollen, aber es ist nur eine kleine Internetseite.

    Und wenn der Herr dann mal auf Einladung von T-Mobile oder T-Online oder sonst wem auf einer Veranstaltung ist, dann muss man doch nicht gleich die magenta-Färbung der kompletten FCB Berichterstattung oder Meinungsbildung fürchten…

    Also wer auch immer diesen Vorwurf, allein schon dieses Wort „Kommerzblogger“ in den Raum geworfen hat, hat für mich einen an der Waffel… Und bei allem Respekt: Sich dann auch noch mit einem Riesenartikel dafür rechtfertigen, ist nicht weniger übertrieben.

    Es ist nur eine Internetseite… :-

  25. @vadder: Die Anwesenheit von Vertretern des FC Bayern (aktive, ehemalige Spieler, etc.) ist Teil des Sponsorenvertrages. Hat mir vor kurzem ein Mäuschen geflüstert… 😉

    @Nick: Mir persönlich hat keiner einen Vorwurf gemacht, wäre auch noch schöner. Ich habe lediglich die Diskussion bei Kai verfolgt (und da war es nicht nur einer) und mich daran erinnert, wie die Diskussion damals rund um die Cola-WG war. Wenn man so will, waren meine Worte so etwas wie ein Rundumschlag…

    Der Begriff „Kommerzblogger“ fiel eigentlich sogar im Gespräch zwischen uns Bloggern selbst, als wir (nicht nur Bayern-Blogger) in der Loge reflektierten, wie dekadent das da eigentlich alles war/ist… 😉

    @lars: Ich für meinen Teil fand‘ übrigens den Gedanken, dass ich mich für einen tendentiellen Bericht kaufen lassen würde, so dermaßen absurd – da könnte ich ja gleich Lautern-Fan werden… 😉

    @Don: Soweit kommt das noch, dass ich T-HE in Schutz nehme… 😉

    ABER mal ganz allgemein: Was kann T-HE, das Internet, etc, dafür, dass die Menschen, die Gesellschaft so sind, wie sie sind?

    Sicher. Die Gelegenheit, x Programme im TV zu schauen, kann dazu verführen, dies auch zu tun. Aber wer zwingt einen dazu?

    Vielleicht die Tatsache, dass man ansonsten nichts mit sich anzufangen weiss?

    Eins kann ich Dir versprechen, allein die Tatsache, dass ich jetzt ein Kind habe, hat dazu geführt, dass mein TV-Konsum merklich geschrumpft ist. Wieso? Na weil man ein gutes Vorbild für sein Kind sein und sich dann lieber sinnvoll mit ihm beschäftigen will.

    Trotzdem werden wir es ihm nicht verbieten, da derlei oft das Gegenteil bewirkt.

    Was ich damit sagen will:

    Nicht das Medium ist schuld, sondern das Individuum dass es konsumiert.

    Schließlich gab es ja auch schon Kinderschänder, bevor es das Internet gab und auch schon gestörte Kinder vor Counter Strike…

    So. Jetzt reichts aber mit off topic… 😉

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  27. Ende

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