Leidenschaft schlägt Lässigkeit oder So bleibt der FC Ratlos ohne Titel

Jeder der selber ein eigenes Weblog betreibt, weiß wie das ist. Vor, aber vor allem während und auch noch nach einem Spiel des eigenen Vereins arbeitet es im Kopf. Man legt sich die Worte für die Bewertung, die eigene Sicht der Dinge zurecht. Verwirft, beginnt neu.

Dieser Beitrag ist das Resultat dieses Prozesses.

Wie soll ich am besten vorgehen?

Soll ich der Polemik freien Lauf lassen, die mich während des Spiels unseres FC Bayern in Freiburg beim dortigen Sportclub ergriff? Soll ich all den Kommentatoren hier und anderswo nach dem Mund reden, die teilweise die „Selbstauflösung“ des FC Bayern fordern?

Die Wahrheit liegt – wie so oft im Leben – in der Mitte.

Einerseits obliegt es mir mit meinem Blog – noch dazu mit einer solchen Reichweite – ein gewisses Regulativ zu sein. Ein gewisser Anspruch muss, meiner Meinung nach, gewahrt bleiben.

Andererseits kann ich nicht nach jedem – nicht gewonnenen – Spiel und auch nicht nach jeder Meisterschaft, die in Gefahr gerät eine Grundsatz-Polemik verfassen. Und an die spezielle jüdische Vergangenheit und die allgemeine Geschichte des Clubs verweisen…

Wissen die Spieler überhaupt um die Geschichte des Vereins für den sie spielen?

Wissen die Spieler, dass für diesen Verein seine Fans schon 1932 zum Endspiel der Deutschen Meisterschaft teilweise zu Fuß von München nach Nürnberg gelaufen sind?

Wissen die Spieler, dass dieser ursprünglich teilweise jüdische Verein unter den Nazis fast komplett von der Bildfläche verschwunden wäre und sich nach dem Krieg mühsam wieder aufbauen musste?

Wissen die Spieler, dass all die frühen Erfolge der 50er, 60er und 70er-Jahre nur durch harte Arbeit zustande kamen?

Und wissen die Spieler, dass ich bald 30 Jahre für den Verein alles empfinde, alles gebe, alles einstecke, alles ertrage, schon ertragen habe, als die meisten aktuellen Spieler noch gar nicht geboren waren?

Wissen das unsere Spieler alles?

Den Eindruck habe ich nicht, sonst wäre der gestrige Abend nicht möglich gewesen!

oder

Verschwindet ihr Söldner, ihr Wappen-auf-dem-Trikot-Klopfer, ihr, die ihr euch nicht für uns, für mich, für den Verein die Seele auf dem Leib laufen wollt, verschwindet, wir brauchen euch nicht!

Es würde sich zu schnell abnutzen und soweit will ich eben heute nicht gehen.

Ich will aber auch nicht verschweigen, dass es innerhalb und außerhalb der Mannschaft des FC Bayern ein Problem zu geben scheint. Wieso schafft es diese Mannschaft eine solch fabulöse Hinrunde, ein solches Pokalspiel wie in Stuttgart und eine solche erste Halbzeit wie gegen Kaiserslautern zu spielen um gleichzeitig Spiele wie in Gladbach, in Hamburg und jetzt in Freiburg abzuliefern?

Auswärts-, Abendspiel-, Flutlicht-Schwäche?

Das Thema ist in meinen Augen vielschichtig.

Man kann unserem Trainer nicht diese verloren sieben Rückrunden-Punkte anlasten, ohne ihm die Hinrunde auf die Habenseite zu verrechnen. Wer das macht, ist von seinen Emotionen getrieben und verliert den klaren Blick.

Ferner sind wir hier doch nicht der FC Harakiri, oder?

Nein, wir sind allenfalls der FC Ratlos.

Dramatisch ist für mich tatsächlich nicht, dass wir nun vier Punkte hinter der Tabellenspitze liegen, denn auch der BVB oder die Gladbacher Borussia werden nicht jedes Spiel bis zum Abschluss der Saison gewinnen, nein, schlimm ist, dass es nun offenbar schon dem Tabellenletzten(!) – und hier lügt die Tabelle doch nicht, oder soll es Zufall sein, dass Freiburg dort nach 22 Spielen steht? – mit einfachsten Mitteln gelingt uns und unsere Offensive in Schach zu halten.

Ferner gilt das alte Argument „die werden schon irgendwann müde, dann packen wir sie“ nun schon länger nicht mehr.

Hier hätten wir einen ersten Ansatz für Kritik am Trainer.

Denn „schnelles Umschalten“, „flexible, taktische Systeme“ oder „Standards-Variationen“ kann man trainieren, Herr Heynckes.

Klar, wir haben „den besten Kader der Liga“, klar, eigentlich „entscheidet sich der Titel nur über uns“, klar, eigentlich sind wir doch immer noch „der Top-Favorit auf den Titel“ (das könnte Euch so passen, liebe Dortmunder!).

Aber dieses Gefasel kann ich, ehrlich gesagt, nicht mehr ertragen!

Wenn wir hier schon einen Thomas Müller dafür abfeiern, dass er – wenn auch nur ansatzweise – die Probleme beim Namen nennt, dann ist das doch eher wischi-waschi im Vergleich zum dem, was unsere früheren Führungsspieler diesbezüglich – in der Öffentlichkeit (böse, böse) – rausgehauen haben.

Aber echte Führungsspieler, also nicht nur am Mikrofon, haben wir ja offenbar schon länger nicht mehr.

Womit wir bei den Trainern der letzten Jahre, unserer Führung und dem modernen Fußball im Allgemeinen wären.

Typen wie Kahn, Effenberg und Co. sind ja heutzutage nicht mehr gefragt. Rasierte, mediengeschulte Nichts-Sager wie unser Kapitänchen bestimmen die Szene. Wobei ich – in seinen Interviews nach dem Spiel (war da unser Präsi schon in der Kabine gewesen?) – diesmal den Eindruck hatte, dass er frei sprechen musste. So klang seine Stimme und seine Worte wirkten weniger abgelesen. Ich mag mich täuschen. Aber geredet werden wird an der Säbener Straße in den nächsten Tagen, da hat Herr Lahm schon Recht.

Nur am Rande bemerkt: Lahms Vorgänger als Kapitän wurde vom Vor-Vorgänger von DonJupp abgesägt. Der stand nämlich so gar nicht auf mündige Spieler mit Profil. Dies für alle die, die immer noch vorbehaltlos von van Gaal schwärmen.

Schlimm fand ich im Rahmen des gestrigen Spiels ferner, dass eine saftige Kabinenansprache vonnöten war, um unseren Kickern Beine zu machen. Neben der Tatsache, dass der Tabellenletzte nach dem Seitenwechsel genau dies erwartet hatte und somit der Respekt größer war als zu Beginn des Spiels.

10-15 Minuten hatten wir die Freiburger im Sack. Danach fielen wir zurück in den Handball-Ballbesitz-Trott. Nach einer Stunde war mir klar, dass wir mit Sicherheit an diesem Abend kein Tor mehr schießen würden.

Welch‘ mentale Probleme es offenbar im Team zu geben scheint (so viel zum Mia-san-mia-Geschwafel), zeigte doch die Neuer-Szene, als er einen Ball, der aus 30, 40 Meter auf ihn gespielt wurde, recht unbedrängt zur Ecke abfälschte.

Ist überliefert, ob ihm derlei in seiner Karriere zuvor schon einmal passierte?

Davon abgesehen will mir – trotz intensivem Nachdenken – kein Grund für die Leistung von Herrn Ribéry einfallen.

Was war das? Zwei, drei Fouls in den ersten 15, 20 Minuten und dann haben wir keine Lust mehr, Franck? Ich lehn‘ mich da mal aus dem Fenster, aber was unser kleiner Franzose da über 90 Minuten im Breisgau anbot, grenzte phasenweise an Arbeitsverweigerung. So kann man gegen einen Tabellenletzten nicht agieren.

Das einige Spieler ihre eigenen Probleme haben, ist ja unverkennbar und wenn wir dann auf einen Gegner treffen, der nicht nur mit Mann und Maus verteidigt, sondern auch Herz und Seele in die Hand nimmt und mit unfassbarer Leidenschaft läuft, rennt und kämpft, dann haben wir mit unserer Lässigkeit im Lauf- und Passspiel und in den Zweikämpfen da halt keine Chance.

So einfach ist die Fußball-Welt.

Ab hier wird es eben problematisch.

Wir sind immer noch nicht innerhalb der anstrengenden englischen Wochen, mental hatten wir noch gar keine Highlight – wir spielen hingegen seit der Rückrunde so, als ob wir ein NBA-Team mit über 100 Saison-Spielen und 4:3-Sieger nach einer mitreißenden Finalserie wären.

DAS kann ich wirklich nicht verstehen. Auch menschlich nicht. Noch eine Frage an den Trainer.

Ist aber der Trainer nun an allem schuld? Wird alles wieder gut, wenn nur der Trainer ginge?

Klare Antwort: Nein.

Was sollte die Grundlage für ein Problem zwischen Mannschaft und Trainer sein?

So eine Vorrunde und dann in der Rückrunde gegen den Trainer spielen?

Dann könnten wir wirklich 2/3 der Mannschaft auswechseln. Und wären erneut (2 Jahre schon rum?) im Rund-Erneuerungs-Wahn.

Himmel. Geduld, Erwartungshaltung und Strategie sind offenbar Elemente die beim FC Bayern nicht zusammen passen. Vom Präsidenten bis hinunter zum gemeinen Fan. Oder täusche ich mich da?

Der geneigte Leser wird spätestens hier bemerken: Selbst ich bin ratlos.

Weder will ich den Trainer loswerden, noch können wir JETZT die halbe Mannschaft rausschmeißen.

Wir müssen mit dem Personal, dass wir in diesem Moment haben, die Saison zu Ende spielen. Punkt.

Also lasst uns hier mal wieder konstruktiv werden und die offenen Fragen beantworten.

Erstens: Warum gelingt es uns nicht in jedem Spiel ein Offensiv-Pressing wie zu besten Hinrunden-Zeiten auf den Rasen zu brennen (all die anderen Teams (BVB(!), Freiburg(!!)) schaffen das schließlich auch)?

Zweitens: Warum spielte Herr Kroos – in der Startelf erneut auf der so geliebten 10 – in Freiburg so schlecht wie zuletzt nur auf 6?

Drittens: Was ist los mit Herrn Ribéry?

Viertens: Was macht Herr Rafinha von Beruf?

Fünftens: Wann bekommen wir den echten Philipp Lahm zurück (seit 2006 spielt ja sein Zwillingsbruder bei uns)?

Sechstens: Auf welcher Grundlage wird eine mögliche Vertragsverlängerung von Herrn Olic überhaupt diskutiert (abgesehen von der menschlichen Komponente)?

Siebtens: In den Tagen vor dem Freiburg-Spiel las ich, dass Herr Gustavo ja inzwischen endgültig beim FC Bayern angekommen sei. Was soll man heute von dieser Aussage halten?

Es gab allerdings – so schwer man sich das auch vorstellen mag – durchaus Positives zu bemerken:

Unsere Innenverteidigung stand sicher. Das Paar Badstuber/Boateng sollte bitte genauso zusammen bleiben. Das hat inzwischen Niveau. Sein Niveau hat inzwischen Herr Alaba verbessert. Sowohl auf der 6 als auch als AV-Vertreter. Ich erinnere mich da noch an ein Gastspiel in Frankfurt, an dessen Niederlage er entscheidend beteiligt war. Weia. Diesmal lief soweit alles glatt.

Habe ich aber Antworten auf die obigen Fragen? Nein. Ihr?

Wir spielen nun in Basel und danach zuhause gegen Schalke. Beides sind entscheidende Spiele. Aber in unserer aktuellen Lage passt diese Beschreibung auf jedes Spiel. Also sollten wir die üblichen Phrasen der bisherigen Bayern-Verfolger übernehmen: „Wir denken nur von Spiel zu Spiel!“

Und dann schauen wir mal, was am Ende dabei herauskommt. Mit der Einstellung von Freiburg nicht viel.

Auf geht’s, Ihr Roten!

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89 Gedanken zu “Leidenschaft schlägt Lässigkeit oder So bleibt der FC Ratlos ohne Titel

  1. Zustimmung Paule.

    Jetzt kann ich auch ins Bett. Wird schwierig genug morgen mit den Kollegen. Aber das geht ja nicht nur mir so…….

    s’Dirndl

  2. Danke, Paule. Es tut gut zu wissen, dass auch Dich Polemik erfasst. Mit etwas Abstand kann man zwar gelassener werden, aber solche Leistungen dürfen wir uns einfach nicht mehr gefallen lassen.

    In Sachen Trainer habe ich aber eine etwas andere Auffassung. Entscheidend ist, wie er sich in Krisen verhält. Schafft er es dann, die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen? Ein Team braucht keinen Chef, wenn alles läuft. Der Chef wird gebraucht, wenn es nicht mehr läuft. Dann muss jemand Lösungen suchen und aufzeigen. Und deswegen kann man Jupp Heynckes zwar die Hinrunde anrechnen, doch schwerer wiegt die Planlosigkeit seit dem Ende des Zwischenhochs in der Hinrunde. Ein Trainer muss dann zeigen, was er kann. Jupp Heynckes scheint die Kurve nicht zu kriegen. Dass er nicht der Alleinschuldige ist, ist mir schon klar. Aber wenn es eben seit Wochen nur bergab geht, dann braucht es neue Lösungen. Die kann der Trainer nicht liefern. Das sieht schon sehr hilflos aus. Und das können wir nun mal so gar nicht auf dieser Position gebrauchen.

  3. @koo #115422: Mein „Problem“ ist, dass es ja eben nicht seit Wochen nur bergab geht. Schon seine – zuvor, auch hier, heiß diskutierten – Umstellungsansätze vergessen?

    Plötzlich saß Robben auf der Bank und wir haben den VfB im Pokal phasenweise vorgeführt.

    Da haben wir den Trainer alle gelobt. Das ist doch erst ein paar Tage her (deshalb auch immer mein Unverständnis über die Schwarz-Weiß-Ansätze unter uns Bayern-Fans).

    Ich bin vielmehr total irritiert, dass es diese Schwankungen gibt…

  4. Naja, ich habe den Trainer nicht gelobt, sondern war schon die ganze Zeit skeptisch, ob das nun die Wende war. Das habe ich auch deutlich gemacht. Dass diese Skepsis berechtigt war, zeigt sich nun. So wie ich auch im vergangenen Frühjahr darauf hingewiesen habe, dass wir noch länger an der van Gaalschen Personalpolitik zu knabbern haben werden. Das klingt jetzt alles besserwisserisch, aber wenn man halt nicht auf mich hört 😉

    Mal im Ernst: Es gibt genügend Gründe, in Zukunft auch bei Zwischenhochs skeptisch zu bleiben, denn entscheidend ist, ob die spielerische Qualität dauerhaft gezeigt wird. Seit Klinsmann ist es eben so, dass es immer mal wieder gelingt, aber nach zwei guten Monaten auch alles wieder zusammenfällt. Und das wäre meine Frage, die ich ergänzen möchte:

    Warum gelingt es dem FCB nicht, die guten Leistungen zu stabilisieren? (Meine Antwort: zuviel Kuschelathmosphäre)

  5. Also ich lese hier – in aller Bescheidenheit – nur geballte Ratlosigkeit, lauwarme Durchhalteparolen und wachsende Verzweiflung heraus. Allein die vielen Leerzeilen sprechen Bände.

    Fakt ist: die Musik in der Fußball-Bundesliga spielt (nun schon seit geraumer Zeit) woanders. Obwohl die Bayern die mit Abstand teuerste Kapelle haben!

    Offenbar gibt es im Berufsfußball einen Paradigmenwechsel – weg vom Star-Kader, hin zur Trainermannschaft – der offenbar den Horizont des größten Wurstfabrikanten aller Zeiten übersteigt.

    Kurioserweise war es ausgerechnet der schmählich davongejagte und seither geächtete Klinsmann, der wenigstens versucht hat, in München etwas in der Art zu etablieren.

    Mit dem Holländer ging’s dann wieder zurück in die 90er, mit Heynckes gar in die 80er. Retrofußball im Divenstyle.

    Es sieht nicht gut aus.

  6. @paule

    Respekt!

    Trotz emotionaler Komponente doch halbwegs realistisch gesehen/ geschrieben und ein wenig den Dampf sowohl rausgelassen – und auch anderen diesen ein wenig weggenommen…

    Wenn jetzt Basel ein Selbstläufer ist und Schalke wieder so „lustlos“ aufgetreten wird, DANN gehört den Herren aber mal wirklich die Meinung gegeigt…

    Allen voran Phil Lahm…

    Saludos

    Conejero

  7. Naja, prinzipiell kann die Mannschaft auch den „modernen“ Fußball. Was fehlt, ist die Motivation, sich jedes Spiel aufs Neue über 90 Minuten zu quälen, die Konzentration in jeder Sekunde der Partie, die Schnelligkeit im Kopf und Spieler, die Druck auf die erste Elf (ggf. die ersten Vierzehn) machen und Spieler, die mit guten Beispiel vorangehen. Manches davon kann man trainieren (Schnelligkeit im Kopf), manches davon kann der Trainer befördern (Einstellung), und manches davon muss die sportliche Leitung organisieren (Spieler).

  8. @paule

    Rezepte, Lösungen? Kleinigkeit. Natürlich habe ich die, in allen Größen, Farben und Geschmacksrichtungen! Nein, sollte nur kleiner Scherz sein…

    Im Ernst: dieses sprunghafte, geldscheinwedelnde Management im Gutsherrenstil – wenn’s nicht gleich rund läuft, wird halt schnell wieder ein alter Spezi installiert – will mir einfach nicht mehr zeitgemäß erscheinen. (Siehe auch Hoppenheim.)

    Jaja, der Fisch, der Gestank und der Kopf. Darauf läuft es wohl hinaus.

    Nur: wenn der Trainer immer wichtiger wird und sogar schnell mal den Unterschied zwischen einem Abstiegs- und einem Meisterschaftskandidaten machen kann (Favre!), dann muß man halt a) den richtigen finden, und, ganz wichtig!, b) den dann auch machen lassen.

    Und bei diesen beiden Punkten ist es in München seit Hitzfeld eher „suboptimal“ gelaufen, um es vorsichtig auszudrücken…

    So, genug Klugscheißerei für heute abend…

  9. Endlich mal ein paar lobende Worte zum Gegner des gestrigen Tages. Die Freiburger haben alles gezeigt was wir haben vermissen lassen: Kampf, Leidenschaft, Einsatz, Biss.
    Bei denen ging es gegen den Abstieg und wir wollten zumindest nicht mehr an Boden verlieren. Wem der Punkt am Ende mehr nützt? Nun, wir werden sehen.

    Ob er uns mittlerweile noch spielerisch weiterhelfen könnte, weiß ich nicht. Aber in Spielen wie denen der letzten Wochen, stünde und unser ehemaliger Kapitän MvB gut zu Gesicht. Zeichen setzen in der Manier eines Kahn, Jeremies oder Effenberg.

    Vielleicht steht uns ja im Sommer eine solche Persönlichkeit ins Haus, wenn die Vereinsgranden ihre Transferhammer präsentieren.

  10. Rezepte? Wenn die herkömmlichen Methoden nicht mehr greifen, dann muss man halt mal neue Pfade beschreiten („Mir san mir“ heisst auch „wir machen es auf unsere Art“).

    Wie wäre es damit: JH überlässt die Mannschaft mal zwei Wochen sich selbst („Die Mannschaft trägt die Verantwortung selbst. Training, Aufstellung, Taktik beschliesst die Mannschaft“.) Dann kristallisiert sich vielleicht ein Mannschaftsgeist und eine Führungspersönlichkeit heraus. Wenn nicht, dann ist klar, dass es nicht am Trainer liegt. Wenn doch, dann ist die Saison nicht verloren. Und JH kann endlich in Rente gehen 😉

    Oder die Mannschaft bewertet nach jedem Spiel alle Mitspieler selbst (mit Begründung vor der ganzen Mannschaft!) und die beiden schlechtesten pausieren ein Spiel.

    Oder der Trainer tritt absichtlich nur mit 9 Feldspielern an (falls das regeltechnisch möglich ist).

    Irgendwie so. Die Spieler müssen an der Ehre gepackt werden und die Möglichkeiten für Ausflüchte müssen genommen werden.

  11. Irgendwie will ich auch meinen Senf dazu geben, aber das dauert wohl zu lange. Ich bin wahnsinnig gespannt auf Mittwoch. Wie sich die Herrschaften da präsentieren werden. CL-Sieg schön und gut (soviel Kreativität wie in diesem Gedanken steckt, möchte ich gerne mal auf dem Platz sehen), aber das ist für mich ein „Tod oder Gladiolen“-Plan mit verdammt hohen Risikofaktor.
    Die BL würde ich dafür nicht vernachlässigen und die „von Spiel zu Spiel“-Mentalität würde unseren Kickern auch ganz gut tun, dann hat man nicht so viel Schmarrn im Kopf. Kahn hat auch immer gesagt, im Fußball ist der Weg das Ziel, also immer schön die kleinen Schrittchen machen.

    Im anderen Thema kam ja ein bisschen die Verzweiflung(?) einiger zwecks des Alltagslebens nach schlechten Bayernspielen auf. Mich hat das auch immer fertig gemacht, die Woche bis zum nächsten Spiel war gelaufen, da konnte mich auch nichts von abbringen. Das gehört wohl in irgendeiner Form zum Fansein dazu. Allerdings muss man auch erkennen, dass man seine Lebensqualität nicht von anderen abhängig machen darf, vor allem nicht bei solchen Dingen, auf die man eh 0,0 Einfluss hat (=wir auf die Mannschaft). Das geht auf Dauer nicht gut und macht einen mehr kaputt, als dass es hilft. Denn keine 5 Siege wiegen so sehr wie eine Niederlage, jedenfalls bei mir.
    Ich bin immer noch zu 100% FCB-Fan und es wird nie einen anderen Verein in meinem Leben geben, aber man sollte sich das Leben nicht von anderen schwerer machen lassen, als es eh schon ist. 😉

  12. Wieder einmal bekomme ich bestätigt, warum ich diesen für den besten mir bekannten Fußball-Blog halte. Dieses Niveau würde ich aktuell gerne auch bei unserem Verein sehen.

  13. @FF: Ich bin ja bei Dir… 😉

    @Otto R.: Mhm. Moinst ned, dass der Ansatz etwas zu Klinsmann-esk wäre?! 😉

    @Hrumsch: Mein Reden. Und da lasse ich mich auch nicht als 50% Fan abstempeln…

    @Jake1965Blues: Oh, Danke für die rot-weißen Blumen…

  14. Dem FCB fehlen Impulse von außen. Leute die nicht mit der FCB-Luft aufgewachsen sind und die anders denken und handeln. Das impliziert ein hohes Maß an Mut, Toleranz und Geduld auf beiden Seiten.
    Das traue ich UH zu.

    Ich habe gestern einen guten Artikel gelesen, der einige Aspekte unseres Problems beleuchtet:

    http://faz-community.faz.net/b.....-2012.aspx

    Der letzte Satz ist möglicherweise der entscheidende:
    „Nicht ausgeschlossen, dass die von einem Faktor der Instabilität verursachte Offenheit notwendige Bedingung für Schönheit und für das Glück des Gelingens ist.“

    Good night and good luck.

  15. Wie so oft, fällt das Tor, wie hier durch Badstuber, dann läuft das Spiel ganz anders. Dann macht alles wieder Spass, die Gegner finden sich mit der Überlegenheit ab und Bayern können spielen.

    Aber so fällt es mal wieder nicht und danach verkrampft es mehr und mehr und die Freiburger haben einfach klasse gekämpft. Dagegen hilft kein überlegenes Spiel, Technik oder Klasse, sondern einfach kämpfen. Hier spielen viele Mimosen und Schöngeister, die einschnappen oder die Lust verlieren. Allein ein Badstuber haut auch mal dazwischen und zeigt Willen.
    Eine gelbe Karte und das wegen einer dämlichen Schwalbe? Das hat mich schon gegen Gladbach genervt, ohne eine Karte sich dämlich auskontern lassen. Ich will hier kein unfaire Spielweise, aber ich will mal ne agressive Gegenwehr.

  16. Wie immer sehr lesenswert und mit dem richtigen Wort für die Situation: „Ratlosigkeit“!

    Ich glaube weniger an die grundsätzlich angesprochenen „Probleme“: Leidenschaft, Führungsqualität, Mündigkeit.
    In der Fast-Triple-Saison vor zwei Jahren gurkte die Mannschaft bis November im oberen Mittelfeld und hat sich da selbst rausgespielt.
    Den Wert einzelner Personalien (van Bommel) kann man aber natürlich diskutieren.

    Auch in dieser Saison haben die Bayern national und international schon feinsten Fußball gezeigt.
    Wir hatten mal 8(!) Punkte Vorsprung vor Dortmund!
    Inzwischen ist aber klar, dass das aktuelle Tief kein üblicher Saisonhänger, sondern mehr ist.

    Wenn man ratlos ist, liegen psychologische Erklärungen m.E. oft nahe.
    Eine Rolle dürfte die jetzt anhaltend gute Form der Konkurrenz spielen, die man so nicht auf dem Zettel hatte.
    Drei Niederlagen bisher gegen die beiden Preussen-Teams sprechen eine deutliche Sprache.
    Dazu zwei aus der Vorsaison gegen Dortmund. Und jetzt noch zweimal auswärts.
    Auch dass es jetzt andere zumindest temporär das Monopol für den schönsten Fussball zu haben scheinen.
    Druck sind die Bayern aber traditionell gewöhnt, bzw., sie sollten es sein.

    Deshalb würde ich in erster Linie auf Prozesse innerhalb der Mannschaft tippen.
    Dafür gibt es es aber wenig Greifbares. Am ehesten war das Verhältnis Robben – Mannschaft auffällig (z.T. Siegtorjubel in Bochum).
    Wer mal Mannschaftssport gemacht hat, weiß auch, dass diese Probleme teilweise auch nicht eindeutig zu benennen sind.
    Als Musiker würde man sagen „Es groovt einfach nicht.“ Warum auch immer.

    Taktisch sind wir jetzt wieder bei der van Gaal-Debatte der Vorsaison.
    Wir sind ausrechenbar, die Gegner haben wirksame Konzepte gegen uns, die wir trotz des überlegenen Kaders nicht kontern können.
    Die Mannschaft wird dadurch unsicher, es fehlt an Selbstvertrauen, Aggressivität und Spielwitz.
    Jupp Heynckes probiert ja z.B. personell so Einiges, ohne tiefgreifende Verbesserung.

    Fazit: Von außen her schwer zu beurteilen. Wenn es in den nächsten Spielen schlecht läuft, kann es ganz übel werden.
    Ansonsten werden sie sich steigern.

    Prognose: Meister und Pokal: eher nicht, Champions League: eher ja.
    Warum? Der Zauber des AA-CL-Endspiels und die Saisondramaturgie.

  17. Sehen wir der Realität ins Auge: Den Turnaround schaffen wir nur durch a) exorbitanten Formanstieg der Leistungsträger (Maßnahmen: Moralpredigt, Ruhepausen oder schlichtweg tumbes Aussitzen) und b) taktische Makromaßnahmen (Robben in die Spitze oder Gomez weicht auf die Flügel aus).

    Fakt ist: Wir müssen speziell im letzten Dritteln viel mehr Räume schaffen, viel öfters in den Raum starten und wesentlich schneller und fluider agieren.

  18. @cienfuegos: Ja, aktuell muss man das Prädikat „überschätzt“ vergeben. So weh mir das auch tut;-(

  19. Zur Trainerfrage muss ich ein paar Sachen loswerden.

    Warum eine Diskussion über JH nichts bringt:

    1. JH wurde geholt, um die Linie von vG fortzusetzen und zu verbessern. Das hat in der Hinrunde auch sehr gut funktioniert. Es geht also. Jetzt klappt es nicht mehr. Warum, weiß auch hier keiner.

    Was passiert nun, wenn wir einen neuen Trainer holen? Dann geht alles wieder von vorn los: neues System, neue Spieler und die Forderung nach Geduld (!). Es dauert zwei Jahre, dann sind wir so wie Dortmund.

    Damit kommen wir zu

    2. Der heilige Klopp. Das ist der, der mit seiner Supertruppe zweimal hintereinander in der Gruppenphase eines internationalen Wettbewerbs rausflog. Was wäre hier wohl los, wenn der das bei uns abgeliefert hätte? Ich wills gar nicht wissen. Und wenn ich andere Namen höre (Slomka, Favre) – haben die schon was gewonnen?

    Nur mal zur Erinnerung: wenn Gladbach nicht in der 90. Minute des ersten Relegationsspiels das Tor macht, sind sie in der 2. Liga. So sind sie auf Platz 2 der 1. Liga. Ein mickriges Tor, und alles ist toll. Das ist Glück, und auch das fehlt uns derzeit.

    Weiter im Text

    3. Die Spieler und ihr Alibi. Wenn JH erst mal von den Medien, vom Verein und von den Fans zum Abschuß freigegeben ist – lebt sich’s gänzlich ungeniert. Und zwar für die Spieler. Denn Schuld ist immer der Depp auf der Bank. Ribery hat keinen Bock?

    Klarer Fall, der Trainer hat ihn ’nicht mehr erreicht‘. Warum auch arbeiten, die Kohle kommt auf jeden Fall. Und da die Meute ja bei der ‚Ein Trainer ist (k)ein Idiot‘- Nummer mitmacht und man keine Kapitalvernichtung betreiben kann und will, kommen Spieler mit dieser Masche auch noch davon (siehe Tevez und City)

    Jetzt kommt der Einwand: nach Trainerwechsel spielen sie aber besser (vG weg, Joncker da, alles knorke!). Klar! Das Alibi ist futsch, jetzt machen alle wieder ihre Arbeit. Wat’n Zufall…

    Und zum Abschluß

    4. Die Außendarstellung des Vereins

    Wer glaubt denn noch, daß Trainer wie z. B. Wenger kommen, wenn nach jeder großen oder kleinen Krise gleich der Trainer angezählt wird?

    Ich nicht. Wir machen uns langsam lächerlich. Wenn wir nicht endlich mal wenigstens EINE Saison einen Trainer (durch)arbeiten lassen, können wir bald in der Regionalliga nach Trainern suchen.

  20. @Paule
    Guter Artikel! Trifft es auf den Punkt und sagt im Grunde alles zur Situation. Und bei Olic dachte ich schon ich bin der Einzige, der das so sieht.

    @Jennifer8
    Da hat es dann vlt. doch was Gutes, dass JH erstmal felsenfest im Sattel sitzt. Die Spieler haben zumindest dieses Alibi nicht.

    Ansonsten finde ich aus aktuellem Anlass noch die Aussage von Effe bei sky90 erwähnenswert und damit ist es für mich bis Mittwoch erledigt:

    Auf die Frage, was wäre, wenn er aktuell Kapitän dieser Mannschaft wäre:

    „Hallelulja!“

  21. @nobilor:
    guter Punkt, sehe auch vor allem zwischenmenschliche und psychologische Dinge. Das steckt doch dahinter, wenn man das Gefühl hat, die Mannschaft kann (Talent, Erfahrung), kriegts aber nicht auf den Platz.

    Worauf ich in solchen Phasen immer hinweise, ist der psychologische Faktor „Schweinehund“. Wenn ich beim besten deutschen Club unterschrieben habe, dort kein Druck von der Ersatzbank kommt, mein Konto regelmäßig gefüllt wird, mir im Alltag jeder Furz abgenommen wird und, egal wie kacke die Saison im Verein endet, als Bonbon danach noch eine hübsche Europameisterschaft winkt, bei der ich (also 8/11 der Mannschaft) zu den Favoriten gehöre – und egal wie meine Leistung im Verein ist, ich auf jeden Fall dabei bin.

    Wenn also das alles zusammenkommt, fällt es verdammt schwer, im Kopf den Schalter umzulegen und Leistung zu bringen. Ganz einfach.

    Deshalb spielt die Mannschaft IMMER nur dann gut, wenn innerhalb der ersten 15-20 Minuten das Führungstor fällt. Dann wirds nämlich LEICHT.

    Diese Mannschaft ist prinzipiell titelhungrig. Aber nicht bereit, alles dafür zu geben. Sehr traurig. Und für mich liegt dieses Manko im SYSTEM FC Bayern begründet. Was war beispielsweise Olic für ein Arbeiter. Und jetzt bei uns? Lassen wir das…
    Ich befürchte schon, dass selbst Shaquiri einen Lebenstraum mit der Unterschrift beim FCB erreicht sieht und sich dann ebenfalls gehen lassen wird. Bzw. von dem allgemeinen Kuschelkurs anstecken lässt.

    Deshalb glaube ich, ist es verdammt schwer, durch „Transferhammer“ dieses Phlegma zu durchbrechen.

    Diese weichgespülte Spielergeneration, behütet aufgewachsen, von Kindheit an gewöhnt, für ihr Talent gelobt zu werden, ist das Problem.

    Und wenn Du einen der letzten Sauhunde im Kader hast, wie van Bommel, wird dem der Mund zugenäht, bzw. abgeschoben, weil er spielerisch mit dem weißen Ballett nicht mithalten kann.

    Mein Tipp? Keine Ahnung. Es müsste vom Vorstand aus ein anderer Wind im Verein wehen. Es müsste stärker nach Leistung bezahlt werden. Es müsste nicht nur Prämien für Siege geben, sondern Gehaltskürzungen bei Niederlagen. Es müsste eine komplette Top-Elf auf der Bank sitzen, bei der durch gnadenlose Rotation niemand einen Stammplatz sicher hat. Es müsste Konkurrenzkampf her, echter, geschürt vom Trainer und Vorstand, die dann bei zu erwartendem Spielergezicke zusammenhalten und sich davon nicht beeindrucken lassen.
    Es müsste ein Ribery mal nach 30 Minuten ausgewechselt werden (oder spätestens SOFORT nach der Schwalbe) und dafür ein AMATEUR eingewechselt werden. So das klassische Lattekhafte Zeichensetzen. Das wäre mal ein Anfang.

    Für den Rest der Saison bin ich bei Paule:
    Mit dem Kader und dem Trainer müssen wir da durch. Die CL-Quali werden wir schon schaffen, das ist ja das Mindestziel.
    Und Uli wird nienienie seinen Kumpel vor Saisonende rausschmeißen lassen. Würde ich auch nicht gut finden.

    Höchst bedenklich, und ehrlich gesagt ziemlich gehirnamputiert ist, was ich soeben von KHR lesen muss (der der Grund war, warum ich vor 32 Jahren Bayernfan geworden bin…): Vor Bayern nur Real, Barca und Milan. Das sagt er JETZT, HEUTE, nach diesem Spiel.
    Kalle, Du hast zwei vergessen, die auch noch vor Bayern stehen: Dortmund und Gladbach!

  22. KHR spricht von der aktuellen CL-Runde und den dort verbliebenen Mannschaften…nur mal so am Rande…

  23. Pingback: Die (mindestens) 3 Fragezeichen ??? « Mia-san-Mia

  24. Jungs, hier mal eine gut gemeinte Beruhigungspille für den kommenden Mittwoch:

    Kraft (2) – Lahm (3) , Tymoshchuk (2,5), BRENO (3) , Contento (2,5) – van Bommel (3), Kroos (3) – T. Müller (3), Schweinsteiger (3) , Ribery (2) – Gomez (3)

    Mit dieser lustigen Aufstellung haben wir im Dezember 2010 Basel mit 3:0 geschlagen (incl. kicker-Noten).

  25. @Jennifer8:

    Das ist doch total wurst, in welchem Zusammenhang er das gesagt hat. Das ist doch kein Anfänger im Mediengeschäft, der muss doch wohl wissen, wie so eine Aussage nach so einem Spiel und bei Platz 3 in der Liga ankommt:

    – Verkennung der Tatsachen
    – Ignoranz gegenüber dem Fan
    – Mannschaft nicht in die Pflicht nehmen
    – Verheerende Außenwirkung

    NACH der letzten Woche und der unsäglichen Schiri-Kritik!!

    Aber ok, die CL ist ja was ganz anderes als die Liga.
    Logik nach KHR: In der Liga sind Dortmund und Gladbach vor uns. In der CL Barca, Real, Milan. Na dann machen wir doch einfach so weiter, ist doch alles toll!

  26. Kicker spekuliert für Mittwoch mit Kroos zurück auf der 6:

    Neuer – Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm – Luiz Gustavo, Kroos – Robben, T. Müller, Ribery – Gomez

    Fände ich ehrlich gesagt, sehr bedauerlich;-(

    Ich vermute aber viel mehr, dass Müller jetzt pausiert und Robben von Anfang an spielt. Wichtig wäre dann, dass Robben mit Gomez und Ribery wechselt, um Räume zu schaffen und die Verteidigung Basels durcheinander zu bringen.

  27. Mir wäre eine Pause für Rafinha (Lahm rechts, Alaba links) noch lieber. Gemeinsam mit Ribery war das am Samstag Arbeitsverweigerung.

    Pause für Müller vielleicht auch, aber mehr als eine Rotation ist derzeit vom Personal her wohl nicht drin.

  28. Ratlosigkeit triffts wohl ganz gut, obwohl zumindest hier schon seit einiger Zeit gute Lösungsansätze skizziert wurden. Nur leider, wie hier öfters schon bemerkt, liest keiner mit, der beim FCB auch was zu sagen hat. Mir fällt auch auf, dass sich die hier genannten Probleme (egal wo diese gesehen werden) immer wiederholen. Das deutet darauf hin, dass weder Mannschaft noch Trainer noch Vorstand lernfähig sind. Das ist beängstigend.
    Ich will jetzt allerdings nicht weiter grundsätzlich werden. Zum einen haben das andere hier schon getan und zum anderen will ich diesbezüglich noch die nächsten Wochen und evtl. Monate abwarten. Die Betonung liegt auf noch. Daher nur ein paar Worte zur Mannschaft bzw. der Aufstellung:
    Müller bräuchte schon seit Monaten eine Pause. Er ist nur ein Schatten seiner selbst. Heynckes hat gegen Stuttgart nicht ihn, sondern Robben rausgenommen. Das war sicherlich eine mutige Entscheidung und es schien ja einigermaßen zu funktionieren. Doch Müller war trotz zweier Torvorlagen und einem Treffer gegen Stuttgart und Kaiserslautern wahrlich nicht überragend. Robben zeigte gegen die Pfälzer in einer lahmen zweiten Hälfte Einsatz, da hätte ich mir dann gewünscht, dass Don Jupp wieder mutig ist, weiter rotiert und Robben für Müller bringt. Das blieb aus. Hoffentlich ist das jetzt am Mittwoch der Fall.

    Zu Rafinha fällt mir irgendwie nichts mehr ein, außer dass er ein weiterer typischer FCB-Fehleinkauf zu werden scheint.

  29. Also gut, dann nochmal: Gegen Stuttgart und Kaiserslauutern hätten wir vermutlich selbst mit Usami und Petersen gewonnen.
    Diese „brillianten“ Siege vorzuschieben um personell nichts zu ändern ist für mich zu billig und für den Gegner zu einfach.
    Das Müller mal eine Pause braucht sieht offenbar jeder außer JH. Ich glaube es erst, wenn er wirklich mal eine bekommt.
    Bis dahin gilt für mich auch da die Fortsetzung der van Gaalschen Philosophie: „Müller spielt immer“…

  30. „Davon abgesehen will mir – trotz intensivem Nachdenken – kein Grund für die Leistung von Herrn Ribéry einfallen.“

    Auch so ein Punkt, der große Fragen aufwirft. Was ist los mit unserem Franzosen? Fehlt ihm wieder mal „der Spaß“, wie schon unter van Gaal? Hat der Junge psychologische Probleme? Auch da bleibt man relativ ratlos zurück.
    Jedenfalls klafft auch bei ihm momentan eine riesige Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Lustlosigkeit regiert und nach zwei, drei verlorenen Zweikämpfen gegen – zugegeben – meist zwei oder drei Gegenspieler wirkt er eher beleidigt als herausgefordert.

    Noch schlimmer, ich hatte in den letzten Partien Angst, dass eher wie im Spiel gegen Köln ausflippt. Regelmäßig steht Ribery kurz vor einer Tätlichkeit. Das kann es doch nicht sein.
    Die negative Krone setzt dem Ganzen noch die peinliche Schwalbe auf. Da muss man sich als Fan doch in Grund und Boden schämen. Glaube, gegen den HSV (?) gab es doch schon eine ähnliche Situation. Peinlich, peinlich. Oder ist das einfach der Ausdruck der Hilflosigkeit?
    Und wer weiß, lässt Ribery die Schwalbe sein, vielleicht pfeift Gagelmann Minuten später das Foul an Robben, das meiner Meinung nach durchaus elfmeterwürdig war. Das soll allerdings keine Ausrede sein. Gegen den Tabellenletzten kann und darf über das Wohl und Wehe des FCB nicht ein Strafstoß entscheiden.

  31. Mir ist das im Moment etwas zuviel Hysterie und entschieden zuviel „es wird doch schon seit Jahren versaeumt, dass…“. Die handelnden Personen haben durchaus Ahnung, wenn es einfache Loesungen gaebe, dann waeren die schon umgesetzt. Ich glaube, dass es aber sehr, sehr viel komplizierter ist, eine Mannschaft erfolgreich zu machen, und es daher auch nur sehr wenige Trainerfiguren wie Alex Ferguson gibt, die auch ueber sehr lange Zeitraeume in fast allem richtig liegen und Erfolg haben. Ansonsten scheint das Zusammenstellen und Fuehren einer Mannschaft so kompliziert zu sein, dass es auch nachgewiesenermassen guten Leuten immer wieder misslingt. Hinzu kommt noch der gute Kumpel Zufall, den wirklich keiner kontrollieren kann.

    Woran es jedenfalls NICHT liegt, so dass ein Nachbessern hier nicht entscheidend helfen wird:
    – Rotation, Stichwort Petersen: Wie Jennifer8 richtigerweise sagte, werden die Trainer sich genau ueberlegt haben, ob sie ihn bringen. Das „warum bringt er nicht mal Petersen?“-Geheule gab es auch schon bei Olic. Nachdem es durch dessen Einwechslung auch nicht besser wurde, ist das Geschrei ja etwas abgeklungen. Wird bei Petersen genau so sein.
    – Kader zu duenn: Auf lange Sicht brauchen wir sicher mehr Breite im Hinblick auf Belastung, Verletzungen etc, damit ist aber nicht der schwache Rueckrundenauftakt zu erklaeren. Weiterhin glaube ich nicht, dass man zwingend einen grossen Kader braucht, um eine vernuenftige Motivation sicherzustellen. Das waere im Uebrigen auch keine Garantie – s. Wolfsburg.
    – Kader nicht gut genug: Neue (und bessere) Spieler braucht man vermutlich, um mit Real, Barca etc. auf Augenhoehe zu kommen, fuer die Etage dadrunter – also die gesamt BuLi – sollte die Qualitaet allemal reichen.
    – Mannschaft in die Pflicht nehmen, richtige Ansprache, die bekommen halt zuverlaessig ihr Geld ueberwiesen, der Rest ist denen egal etc.: Kuechenpsychologische Brachialmassnahmen werden nichts fruchten. Irgendwer hat geschrieben, dass der angebliche Weckruf durch die Kaiser-„Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft“-Rede reine Legende sei. Glaube ich gern (vor allem nachdem ich die ruehrend komischen Motivationskuenste von Klinsmann in Sommermaerchen gesehen habe – da muss man erstmal ernst bleiben). Ich denke, das Fuehren einer Mannschaft von 20-25 Profisportlern mit unterschiedlichsten Charakteren kann extrem schwierig sein. Nicht nur die Diagnose der Befindlichkeiten ist eine Wissenschaft fuer sich, auch die Therapie braucht so einiges – so ist der hairdryer von SAF eben nur wirksam, wenn man auch SAF ist, also eine derart unantastbare Stellung hat, dass auch Weltklassespieler das akzeptieren.

    Was ich sagen will:
    Es gibt einmal den Bereich der Spielausrichtung, also Aufstellung/Taktik/Gegneranalyse etc., wofuer man sehr gute Fachleute als Trainer braucht – hier habe ich meine Zweifel, ob Don Jupp da allererste Garde ist. Bei Favre waere ich da z.B. sofort sicher, der waere hier meine erste Wahl, waere ich Nerlinger.

    Dann gibt es aber auch den Bereich „Chemie der Mannschaft“, also das persoenlich/psychologische. Bekomme ich eine Mannschaft so zusammengestellt, dass willig gearbeitet wird, die Raedchen ineinandergreifen, der Glaube an sich selbst da ist etc.? Das ist eine ganz hohe Kunst fuer die Alex Fergusons, Mourinhos und Guardiolas dieser Welt. Da koennen wir wohl alle nicht mitreden, wir koennen nur anhand des Ergebnisses sehen, ob es funktioniert oder nicht. Hier hapert es im Moment offensichtlich unter Don Jupps Anleitung. Welcher andere Trainer das hinbekommen koennte? Keine Ahnung. Was ein Favre in Gladbach hinbekommt, muss noch lange nicht in Bayern reproduzierbar sein, hier hat er es naemlich nicht mehr mit Spielern zu tun, die er eigenhaendig vor dem Abstieg gerettet hat, sondern mit einem Haufen Nationalspielern, die alle sehr von sich ueberzeugt sind. Das gilt uebrigens auch fuer Klopp, der beim BVB (i) einen hoeheren Status hat, als er bei Bayern haette und (ii) in Dortmund mit juengeren aufstrebenden Spielern einen einfacheren Sack Floehe zu hueten hat als das bei Bayern der Fall waere.
    Bei deutschsprachigen Trainern gibt es m.E. derzeit keinen, der bei Bayern „im Bereich der Chemie“ mit Sicherheit funktionieren wuerde, das wird immer eine Wette sein. Um wieder auf Favre zurueckzukommen: Kann gut sein, dass er diesen Bereich bei Bayern nicht hinbekommen wird, wissen kann man es aber wohl nicht.

    Vielleicht ist aber auch einfach nur Kumpel Zufall im Moment gegen uns, wie das in fast jeder Saison fuer eine gewisse Zeit der Fall ist, und das unerklaerliche Formtief geht einfach von alleine wieder vorbei und Don Jupp erweist sich noch als der richtige Griff.

    Das alles soll keinen davon abhalten, hier seine Diagnosen zu schildern und auch einfache Rezepte zur Loesung anzubieten, das ist schliesslich sehr unterhaltsam. Im Moment waere es aber nicht schlecht, wenn wir alle einen Gang zurueckschalten.

  32. „Wutrede war nur Legende“:
    Weil ich das behauptet hatte, will ichs noch kurz mit einem Link belegen:

    http://www.merkur-online.de/sp.....48867.html

    „“Als 2001 nach dem 0:3 in Lyon Franz Beckenbauer seine berühmte Rede hielt, nahm das kein Spieler ernst. Am Tag danach sprach Effenberg 15 Minuten in der Kabine, danach wussten alle: Wir werden Erfolg haben.“

    Der Willy hats ausgeplaudert.

    Und ich halte das auch für realistisch.

  33. Also wenn die wirklich Dante und Höwedes verpflichten wollen, dann sind das sehr mediocre Lösungen auf (momentanen) Boateng-Niveau. Hat Herr Nerlinger keine internationalen Kontakte?

    Zu Ribery:
    Ja, momentan geht er mir auch auf den Geist, hat uns aber in dieser Saison aber schon mehr genützt als geschadet. Wenn der sich verletzt, wäre wieder ein belebendes Element im Spiel nach vorne weniger.

    @El Tren
    Hier schlägt keiner einfache Lösungen vor. Der erste Schritt zu besserem Spiel wäre schon mal eine höhere Einsatzbereitschaft der Spieler. Darauf könnte man dann auch taktisch aufbauen.
    Als küchenpsychologische Brachialmaßnahme würde ich das nicht bezeichnen.

    Komischerweise habe ich für Mittwoch ein gutes Gefühl.

  34. Eigentlich gibt es dem nichts hinzuzufügen. Sehr gut.
    Ich möchte nur ergänzen, dass ich wie viele andere mich von den Speilen der Vorrunde habe blenden lassen. Denn wenn man es mal nüchtern betrachtet, war außer Man City, keine Mannschaft dabei, die während des Flows wirklich Klasse hatte. Die taktisch gut geschulten Mannschaften kamen vor dem Flow (Gladbach) oder dananch (Hannover, Mainz, Dortmund, Freiburg). Alles Mannschaften mit einer taktischen System (Grundordnung). Am Samstag hat man einfach neben der Bocklosigkeit auch gesehen, dass die Mannschat ratlos war. Von Beginn an. Gegen Freiburg! und deren taktische Ausrichtung. Und da ist m.E. schon mal der Trainer gefragt. Die Ablaufe in der Offensive stimmen nicht. Ich gehe mal davon aus, dass JH („die Defensive muss stehen, die Offensivaktionen kommen von selber), anders als Van Gaal, da gar nichts mehr macht. Aber selbst vermeintliche Weltklassespieler müssen halt fast tägliche die Abläufe trainieren. (siehe Barcelona)

  35. Ich habe in meinem Beiträgen immer zur Mäßigung aufgerufen. a) Mein Hauptkritikpunkt: Defizite in der Mikrotaktik im Offensivbereich. Ich sehe mich im Grunde in meinen bereits letzte Woche geäußerten Befund bestätigt: Defizite in der Mikrotaktik (dazu a), treffen zusammen mit einem Kopfproblem. Es droht ein schleichender Erosionsprozess in Psyche der Mannschaft, ihrer geistigen Frische und ihrem Zutrauen in die Anweisungen des Trainers (zu dieser Sorge b). Ich bin so anmaßend, neben der Diagnose auch einen Therapievorschlag zu machen (dazu c).

    Zunächst einnige Anmerkungen zu einigen Kommentaren:

    @peter; @Jennifer – Zustimmung soweit Ihr auf den Glück-/Schicksalsfaktor verweist. Wenn man die Spiele Freiburg – Bayern und Hertha – Dortmund betrachtet, wäre bei allen Mängeln ein 0:0 in Berlin und ein 1:0 für uns in Freiburg folgerichtiger gewesen als umgekehrt.

    @paule und viele
    Ich verstehe aber sehr gut den Frust und bin auch der Meinung, dass man nicht alles mit Pech und/oder fehlenden Einsatzwillen erklären kann. Es ist auch traurig, dass man sich als Bayern-Fan ärgern muss, dass andere Mannschaft effektiv teilweise unschöne Arbeitssiege einfahren, während die eigene Mannschaft teilweise mit größerem Aufwand geringeren Ertrag erntet. (ich spreche jetzt von der gesamten Rückrunde, nicht vom Freiburg-Spiel!). Gewissermaßen verkehrte Welt.

    @flinsi @hrumsch: Auch ich plädiere sehr dafür, Robben stärker mit Gomez rochieren zu lassen, da er seine Stärken als echte Spitze besser einbringen kann. Die Aufstellung und Systemfrage (Makrotaktik) ist das eine.

    a) Defizite bei der Mikrotaktik in der Offensive
    Aber das einstudieren von Spielzügen und Laufwegen (Mikrotaktik) wird oft zu stark vernachlässigt. (das ist man ceterum censo / Mantra) Hier liegt aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Unterschied zu Klopp und Favre. Dort werden Spielzüge einstudiert. Da jeder genau weiß, wo er hinzulaufen hat, und weiß wo der andere hinläuft kann man auch viel schneller in den Lauf spielen und one-touch-Kombinationen spielen .

    Hier liegt ein Problem, das mit der Aussage von JH, „erst einmal die Defensive stärken zu wollen; in der Offensive sei man immer für ein Tor gut“, seinen Anfang genommen hat Schon in der Hinrunde, hat man sich von der Anzahl der Tore blenden lassen. Bis zum 1:0 war es auch in der Hinrunde relativ schwerfällig. Nun hat sich das Verhältnis der Vorsaison „Offensive weitgehend Hui, Defensive pfui“ genau umgedreht. Hinsichtlich der Defensive gibt es aus taktischer Sicht meiner Meinung nach so gut wie nichts zu meckern. Die Gegentore resultierten aus einer brutalen Chancenverwertung des Gegners im Zusammenspiel mit individuellen Fehlern, vor denen die beste Taktik nicht schützen kann. Aber in der Offensive hakt es.

    b) Meine Sorge: schleichender Erosionsprozess
    JH hat mit dem oben genannten Satz selbst zugegeben, das Einstudieren von Spielzügen in der Offensive vernachlässigt zu haben. Damit will ich nicht sagen, dass JH die Spieler ganz ohne Offensivkonzept auf den Platz schickt. Aber die Spielzüge sind eben nicht so akribisch geplant. Es kommt ein weiterer Aspekt hinzu. Ich glaube, dass es zunehmend auch an der Umsetzung, dessen, was JH den Spielern mit gibt, krankt.

    Bayern-Spieler sind selbstkritisch genug, um zu realisieren, dass die Mehrzahl der Tore aus den Standards resultiert. Die Negativerlebnisse fressen sich in die Psyche. Die Mannschaft verliert (zumindest unbewusst) das Zutrauen in das Offensivkonzept des Trainers; gerade die Individualisten. Resultat: Man versucht Dinge auf eigene Faust. Wenn aber viel auf eigene Faust gemacht wird, dann sinkt die Motivation der anderen Spiele sich freizulaufen und sich anbieten.

    Dies führt zu einer weiteren These: Heynckes will modern spielen, aber kann dies mit den Spielern nicht umsetzen. JH verlangt ja durchaus ein modernes Pressing der ganzen Mannschaft. Das wurde in der Vorrunde mit den Erfolgserlebnissen im Rücken ganz gut umgesetzt und jetzt aus den genannten Gründen eben nur halbherzig. Das Pressing ist nicht nur körperlich, sondern auch geistig ermüdend, da man 90 Minuten voll konzentriert sein muss. Wenn die Erfolgserlebnisse ausbleiben, dann ist es noch ermüdender. Damit erfasst der „Erosionspozess“ nicht nur den Offensivbereich, sondern das koordinierte Umsetzen des Pressing. Ist diese nicht koordiniert, gelingen weniger Ballgewinne, gelingen weniger Ballgewinn sinkt die Motivation für das temporeiche Pressing usw. . Deshalb sehe ich weniger eine körperliche Müdigkeit, noch Arbeitsverweigerung, sondern (unbewusste) geistige Müdigkeit.

    c) Was tun? ein Therapieansatz
    Die bei a) diagnostizierten Defizite im mikrokaktischen Offensivbereich können angesichts der Terminhatz nicht so schnell aufgearbeitet werden. Aber dennoch könnte man sich ein wenig von Favre/Gladbach inspirieren lassen. Dies ist das beste Beispiel für die Bedeutung der „Mikrotaktik“. Favre spielt an sich, wie von „Spielverlagerung“ mehrfach überzeugend erläutert, „makrotaktisch“ unmodern. Klassisches 4-4-2 mit Arbeitsteilung 6 defensive Feldspieler, die kaum aufrücken und vier Offensive, die aber schnelle, vertikal orientierte, einstudierte Spielzüge mit traumwandlerischer Sicherheit abspulen. Das ist natürlich kein Konzept wenn der Gegner immer hinten drin steht. Aber es ist eine Inspiration, wie man den Stärken/Schwächen des Bayern-kaders besser gerecht werden kann und eine Variante, die man ruhig in sein Spiel aufnehmen kann.

    Anstatt nach Balleroberung den Fokus auf Ballsicherung zu legen und sich als gesamte Mannschaft langsam nach vorne zu spielen (bzw. schleichend zu tasten), sollte viel häufiger gleich nach der Balleroberung vertikal nach vorne in den Lauf gespielt werden; ruhig riskant und Ballverluste in Kauf nehmend. (Natürlich müssen die Offensive darauf getrimmt werden, in den Raum zu starten und nicht – wie derzeit die Regel – dem Ball entgegenzulaufen, um ihn kurz zurückzupassen.)
    Solange ungewiss ist, ob dieser schnelle Risikopass ankommt, rücken Abwehr und Sechser nicht auf. Wenn der Pass gelingt, dann sind Robben /Ribbery /Gomez in einer 1:1 Situation und nicht 1:2 Situationen. Hier kann ihr Instinkt die Defizite beim Einstudieren von Spielzügen kompensieren. Wenn der Ball verloren wird, ist das nicht so wild, da die Mannschaft noch nicht aufgerückt ist. Erst wenn Pass direkt geglückt ist, oder der „zweite Ball gewonnen wird, wird in“ der zweiten Welle“ aufgerückt. Ähnlich variabel kann man das Pressing spielen. Wenn man aufgerückt ist, dann muss man voll auf den Gegner vorne drauf, damit dieser keinen Gegenstoß einleiten kann. Wenn aber der Versuch schnell in die Spitze zu spielen, scheitert und man nicht aufgerückt ist, dann müssen unsere Offensiven nicht vor draufgehen, da hinten noch alle sicher stehen. Damit haben die „Künstler“ mehr Freiheit, müssen nicht 90 Minuten so intensiv Defensivarbeit leisten. Entsprechend haben sie mehr Puste und geistige Frische, um in freien Räume zu starten. Diese Erholungspausen bringen mehr, als zu versuchen, mit ungeeigneten Spielern ein Offensipressing à la Dortmund zu imitieren.

    Ich weiß, diese Arbeitsteilung zw. Defensive und Offensive gilt als antiquiert. Aber sie entspricht den Stärken und Schwächen in unserem Kader: Viererkette und die Gustavo plus Timo reißen nichts in der Offensive; die Offensive hat großartige Individualisten mit jeweils unterschiedlichen besonderen Stärken. Ihre Gemeinsamkeit ist: Defensiv arbeiten wollen sie nur sporadisch, können tun sie es eh nicht so toll. (Das ist auch ein Geheimnis des großen Werts von Schweinsteiger und ein Defizit im Bayernkader. Schweinsteiger ist der einzige Stammspieler der „polyvalent“ in dem Sinne ist, dass er Stärken sowohl in der Offensive als auch in der Defensive hat. Auch deshalb ist Alaba Gold wert.)

    Jetzt kann ich mir die Haare raufen und greinen, „ich will auch so tolle polyvalente Teamplayer wie z.B. Dortmund haben.“ Für den Ist-Zustand, wo bei näherer Betrachtung unser Trainer moderner ist als der Kader, bringt es aber mehr, sich einzugestehen, dass mit Ribbery, Gomez und Robben ich kein ein Dortmund-, und schon gar kein Barcelona System spielen kann; und selbst ein modernes Pressing nur schwer umsetzbar ist. Da ich mich aber auf diese Spieler nun einmal festgelegt habe, richte ich meine Taktik eben daran aus. Die genannten Spieler haben dafür ja auch Stärken, die andere nicht haben.

    Zum Abschluss eine kleine Rückblende Schon einmal war Freiburg ein Tiefpunkt mit einem Grandseigneur der Trainerzunft: In der Saison 1994/1995 setzte es mit Trap eine 1:5 Niederlage in Freiburg, aber in der Championsleaque ging es bis ins Halbfinale und man flog gegen den späteren Sieger Ajax. Das Halbfinale war primär den Trainerkünsten des als antiquiert kritisierten Trap, und weniger der Kaderqualitität zuzuschreiben. Also kein so schlechte Omen (Solange wir mindestens Dritter werden, wäre mir Halbfinale gegen Barcelona oder Finale eh wichtiger als die Meisterschaft – das ist meine – wie ich sehr gut weiß – sehr individuelle Präferenz).

  36. Zum Thema Don Jupp: Im Kicker wird er heute von Hanno Balitsch sehr gelobt. „mit Heynckes hatte ich einen tollen Trainer, der auf einfache, fussballspezifische Sachen sehr viel Wert gelegt hat. Thema Passspiel, Thema Positionsspiel, taktisches Verhalten in der OFFENSIVE, Ruhe am Ball.“

    Finde ich mal ganz interessant…

  37. @Poborsky

    Ich nehme an, mit Mikro- und Makrotaktik meinst Du Individual- und Gruppentaktik.

    JH hat richtigerweise in der Hinrunde und der Vorbereitung dazu großen Wert auf das Defensivverhalten gelegt. In der Offensiv hat er sich – mit Recht – auf die individuellen Fertigkeiten seiner Ausnahmekönner verlassen.

    Das war sehr erfolgreich, lag aber zu einem Großteil daran, dass es der Mannschaft gelungen ist, früh in Führung zu gehen. Es war förmlich beängstigend mitanzuschauen, wie regelmäßig die Anzeigentafel in der Anfangsviertelstunde zu unseren Gunsten ausschlug.

    Richtigerweise wollte JH in der Vorbereitung an dem Offensivspiel arbeiten. Und wenn ich die euphorischen Bewertungen dieser Vorbereitung lese, scheint das auch gut funktioniert zu haben.

    Daraus folgert richtigerweise eien gewisse Ratlosigkeit beim Fan, was man denn dann überhaupt noch tun könne, um die missliche Lage zu verbessern.

    Genau wie Du war ich zu Beginn der Rückrunde der Meinung, man müsse das Kombinationsspiel variabler gestalten. Viel Ballbesitz ist für eine technisch so starke Truppe wie dem FCB ein Muss. Ein Trainer, der diese Stärke nicht nutzt, macht in meinen Augen etwas falsch. Aber die Variablität muss stimmen: Steilpässe, einstudierte Spielzüge, Risiko! Gerade wenn doch der Gegner stets im selben Rhythmus verteidigt, kann man sich doch besser darauf vorbereiten als wenn eine Truppe wie der SC Freiburg taktisch überrascht.

    Mich führt diese Feststellung ebenso wie Dich zu der Erkenntnis, dass die Psyche die entscheidende Komponente ist. Die Spieler sind nicht ausreichend konzentriert, fokussiert und wach. Selbst ein Erweckungsspiel (VfB) oder eine bittere Niederlage können diese Saison nicht als Wendepunkt (Stichwort Lyon, Juventus) herhalten. Das geistige Problem ist förmlich greifbar.

    Kann also JH die Mannschaft nicht erreichen? Glaube ich nicht, denn es gibt immer wieder Momente, die einen mitreißen und überzeugen (Robben und Ribéry in der Rückwärtsbewgung; Doppelpässe gegen den VfB).

    In meinen Augen hat sich aus der Unkonzentriertheit eine Hilfolosigkeit entwickelt, die von der Fokussierung auf das Finale in München nochmals befeuert wurde.

    Im Gegensatz zu Dir habe ich keine Lösung parat. Mehr Druck über die Bank zu erzeugen scheint angesicht der Qualität nicht wirklich überzeugend.

    Ich persönlich hoffe auf die Champions League. Gelingt uns der Einzug ins VF und dort das Weiterkommen gegen ein großes Kaliber ist die Schale noch drin.

    Ansonsten sehe ich für Pokal und Meisterschaft schwarz und hoffe, dass man Platz 3 oder 4 sichern kann. Was anderes würde mich jedenfalls sehr wundern.

  38. Hallo, ihr Bajuwaren!
    Zuerst einmal von einem Gladbach-Anhänger großes Kompliment an den Blog und die durchweg sachlichen Kommentare hier – das erlebt man selten im WWW
    Ich will jetzt weniger über Mikro- und Makrotaktik (die übrigens Mannschaftstaktik, Gruppentaktik und Individualtaktik in der Fachterminologie genannt werden) reden, sondern vielleicht mal als Außenstehender ein, zwei Dinge in die Runde fragen:
    1. Seid ihr euch so sicher, dass Bayern die beste Mannschaft dieses Jahr hat? Worin besteht die Überlegenheit gegenüber Dortmund? Meiner Meinung nach sind beide Teams gleich stark und wenn das eine Team momentan „gut drauf“ ist, dann ist es fast eine logische Konsequenz, dass dieses Tabellenführer ist. Von den anderen Mannschaften in der Buli brauchen wir natürlich nicht zu reden, auch nicht von meinen Gladbachern, diese Phase des Erfolgs wird leider nächste Saison wieder vorbei sein, fürchte ich. Und natürlich: Gladbach, Leverkusen, Schalke und co. sind definitiv nicht so gut besetzt, wie Bayern und der BVB…
    2. Seid ihr wirklich der Meinung, dass Jupp Heynckes wirklich ein Problem ist, so wie es manche von euch hier andeuten? Ich glaube kaum, dass er in irgendeiner Weise veraltete Inhalte vermittelt oder die Mannschaft nicht erreicht, geschweige denn, dass das Team „gegen“ ihn spielt. Letzteres halte ich für absurd.
    Ich bin der Meinung, das „Problem“ des FC Bayern, welches nur aufgrund einer Standard-Extrem-Hocherwartung entstanden ist, beruht in der Formschwäche eurer Spieler – Ribery, Müller, Kroos spielt auch nicht stabil in der Rückrunde, Lahm (als eigentlich überragender Akteur, der allerdings seit Monaten ohne Mut und zündende Ideen spielt) und eben Schweinis Verletzung. Ob ihr es hören wollt oder nicht, aber ohne ihn fehlen euch einfach 10%.
    Es geht doch anderen Top-Vereinen in Europa nicht anders, ob Chelsea, Arsenal oder Inter, es gibt Phasen, in denen es einfach nicht läuft. Das ist im Leistungssport völlig normal, gerade bei so komplexen Gebilden, wie es Spitzenmannschaften nun mal sind.
    Von daher: Wenn am Ende die Vize-Meisterschaft als Ergebnis stehen sollte (woran ich nicht glaube), dann sollte man das akzeptieren.
    Weniger wird es ganz sicher nicht!
    Nur als Abschluss: Deswegen ist es so schön, Fan einer Durchschnittsmannschaft zu sein, dann freut man sich über Platz zwei bis sechs. 🙂
    Grüße und viel Erfolg für den FCB, außer im Pokal. 😉

  39. Denke, dass FCB-Problem ist, dass man 2010 eine überragende Offensive hatte, die in einem Wirtschaftsunternehmen einem Innovationsvorsprung gegenüber der Konkurrenz gleichkam. Dann hat sich die Konkurrenz aber angestrengt und dieser Vorsprung (unstoppbare Außen) ist aufgebraucht. Nicht immer, aber immer öfter. Das hatte vor der Saison keiner gemerkt – ich inklusive – aber jetzt ist es so und es ist zu spät. Die Defensive steht prinzipiell gut (wobei Neuer wenig, aber für die wenigen Gelegenheiten doch deutlich zu oft Bockmist baut), sie wurde gut verstärkt, was ja auch notwendig war. Aber ein belebendes neues Element hätte es, wie sich im Nachhinein herausstellt, eben auch in der Offensive bedurft. Eine Verbesserung einer funktionierenden Mannschaft bzw. eines funktionierenden Mannschaftsteils wurde aber nach der 2010er-Meisterschaft ein zweites Mal verschlafen.

  40. ich persönlich glaube nicht, dass der Kader des BVBs schlechter ist als der vom FCB. allerdings fehlen den Borussen aktuell ja 2 Granaten. aber mich nimmt hier sowieso keiner (mehr) ernst… 😉

  41. Wir haben ganz klar die besseren Spieler. Die bessere Mannschaft hat allerdings der BVB.

    So einfach ist das aus meiner Sicht und da liegt für mich das Hauptproblem.

    Überlegt mal, wieviele Tore wir aufgrund von Kombinatsionsfußball schießen und wieviel aus Einzelleistungen (die sehr oft im finalen Pass auf Gomez enden) resultieren.

    Solange unsere Stars nicht lernen oder willens sind, sich dem Kollektiv unterzuordnen, wird sich aktuell nichts ändern.

    Bei positiv-Läufen ist das nicht so gravierend, entscheidend ist, wenn es mal nicht so läuft.

    Es war lange eine unserer größten Stärken, mit Niederlagen richtig umzugehen. Momentan ist das ein großes Defizit.

  42. Hallo Frenschie,

    schön, dass hier auch Fans anderer Mannschaften mitlesen. Zu deinem Statement: Den Aspekt, dass viele Spieler Ihre Form momentan nicht haben/finden/abrufen, sehe ich genauso, aber dies verstärkt die Probleme in unserer Spielanalage nur.
    Alle weiteren taktischen Unzulänglichkeiten hat Poborsky schon sehr schön dargelegt. Die bessere Mannschaft ist Dortmund, die besseren Einzelspieler haben wir.
    Ob Dortmund allerdings auch mal europäisch was reißt und dann immer noch 2.oder 3. in der Tabelle ist, steht auf einem anderen Blatt. Ein wenig Glück fehlt uns momentan auch ein wenig. Genauso wie ein gedrehtes Spiel nach Rückstand, wo alle mal mit anpacken.

    Die Fragen, die dann bleiben sind:
    Warum sieht der Kader so aus, wie er ist?
    Wie kann man mit diesen Spielern konstant guten Fußball spielen?

    Wenn jetzt schon die zweite Saison in Folge ohne Titel droht und nach der strapaziösen EM-Saison 2012/2013, (bei der fast alle Bayern-Spieler involviert sein werden), es bestimmt nicht leichter als 2011 wird, irgendetwas zu holen, dann stimmt wohl etwas Fundamentales nicht.
    Aber noch ist die momentane Saison noch nicht gelaufen und ich gebe die Hoffnung natürlich nicht auf.

    PS:
    Ach ja: Kalle stichelt heute mal wieder via Bild gegen Hiernase. Unerträglich und durchsichtig.

    @ Fußballfreund: sehr guter Beitrag.

  43. Ich denke, dass die Kader annähernd gleich gut sind. Wenn Schweinsteiger fit ist, haben wir vielleicht leichte Vorzüge im DM, dafür hat Dortmund eine eingespielte starke Hintermannschaft. Vorne ist vielleicht insgesamt unsere INDIVIDUELLE Klasse auf einer Position besser, dafür greift das beim BVB derzeit alles besser ineinander.

  44. @Frenschie
    „Seid ihr euch so sicher, dass Bayern die beste Mannschaft dieses Jahr hat? Worin besteht die Überlegenheit gegenüber Dortmund?“
    Wenn man die Spieler auf den jeweiligen Positionen vergleicht, hat Bayern auf vielen Positionen Vorteile (Beispiel: Ribbery bleibt der gegenüber Großkreutz bessere Fußballer). Aber zum einen gilt der berühmte Satz. Form+Lauf und – gaaanz wichtig Fortune !!! – schlägt Klasse.
    Aber es gibt auch ein strukturelles, formunabhängiges Element: Bei Dortmund wird durch Trainingsarbeit jeder Spieler individuell stark verbessert und durch die Taktik ist das Ganze stärker als die Summe seiner Einzelteile. Genauso ist es bei Gladbach
    Bei Bayern ist das nicht so. Das ist aber nur bedingt dem Trainer anzulasten. Hier kommt das aus der Ökonomie bekannte Gesetz des Grenznutzens zum Tragen: Je höher das Ausgangsniveau, desto aufwendiger und schwieriger ist es, Verbesserungen zu erzielen. Das bedeutet: Wenn ein Top-Trainer eine Durchschnittsmannschaft (Gladbach letztes Jahr) oder eine Reihe, junger, hungriger lernwilliger Spieler (Dortmund) übernimmt lassen sich viel schneller gravierende Verbesserungen erzielen (siehe auch „van Gaal-Effekt bei Müller, Badstuber, Contento). Man kann buchstäblich die Spieler jeden Tag besser machen. Auch ist viel schneller spürbar, dass jeder stärker wird, wenn man durch eine gute Gruppentaktik sich effektiv gegenseitig unterstützt.
    Bei einen Ribbery und Robben ist das Verbesserungspotential gering. Es geht eher darum, zu verhindern, dass die Spieler schlechter werden. Dabei ist Stimmungsfaktor besonders wichtig. Das könnte ein Grund sein, warum Trainer mit Stärken in Moderation und/oder /Motivation (JH, Hitzfeld, Magath) bei Bayern erfolgreicher waren als Trainer die das System bzw. ihr Überzeugung vom Spiel über die Wünsche der einzelnen Spieler und/oder des Präsidiums stellen (Rehhagerl, Trap, Klinsmann, der Holländer. (Teilweis sind sie an ihrem Ego gescheitertm teilweise aber auch, weil im Kader zu wenig lernwillige, verbesserungsfähige Spieler vorhanden waren und/oder das Präsidium quergeschossen hat)
    Durch die Fortschrifte in Trainungslehre und Taktik ist die Lücke zwischen top organisierten Mannschaften ohne viele Megastars und den Starensembles, die in Stimmung gehalten werden müssen, die nach dem Motto „Geht raus und spielts Fußball; zeigt Eier und hört auf den Leitwolf“ funktionieren geringer geworden. Bei Mannschaften mit vielen Individualisten, die schon als Stars gekommen ist, ist es auch viel schwerer die Mannschaft auf eine Gruppentaktik einzuschwören. Teilweise kann ein enges taktisches Korsett auf Stars lähmend wirken, während ein solches Korsett genau das ist, was aus einer Durchschnittsmannschaft eine gute Mannschaft macht (zwei Beispiele: Boa mit Porto sehr erfolgreich, scheiter in Chelsea; Bsp. aus der Bundesliga: Dutt hat Freiburg über seine Verhältnisse spielen lassen; bei Spielverlagerung kriegt er auch als Leverlusen-Trainer gute Kritiken für seine taktischen Kniffe, aber Leverkusen wirkt die Saison gehemmt und unkonstant)
    Wenn zu dem skizzierten Grenznutzeneffekt noch Lauf und Antilauf mit ihren psychologischen und medialen Begleiterschungen hinzukommen sind die Dinge wie sie gerade sind. Man kann bei JH das eine oder andere kritisieren (dazu mein post oben). Er hat aber deutlich geringere Handlungsspielräume als Viele denken. Vom „Kopfproblem“ abgesehen, lässt sich aus den genannten Gründen mit Trainingsarbeit bei Bayern weniger herauszuholen als bei anderen Mannschaften.

  45. ist der 1:1 Vergleich eurer Meinung nach wirklichmso eindeutig? RL ist variabler als MG und das zentrale OM mit Kagawa nicht schlechter als Kroos, Götze ist sehr gut, auch wenn Rib&Rob natürlich sehr stark sind, dafür auch x mal divenhafter. Großkreutz habe ich am Amfang für über-, mittlerweile aber eher für unterschätzt. der ist sehr kampfstark und zwar wie Poldi eher eindimensional, das aber dafur sehr gut. mit Ausnahme von BS und MN ist die gesamte Abwehr des BVB individuell ähnlich stark/stärker, Schmelzer vielleicht nicht, aber von Lahm wartet man im FCB Dress auch schon länger auf gute Spiele….

  46. Wer Großkreutz jetzt noch kleiner macht als unser offensives Mittelfeld, sollte sich diese Zahl hier anschauen: 7 Tore!

    Wir träumen in diesem Jahr davon, dass außer Ribery ein ähnlicher OM-Spieler derart einlocht. Und auch ich bin jetzt nicht unbedingt Fan No. 1 von Großkreutz.

  47. Wow, Poborsky, super Beitrag 115485!!

    Bin begeistert von der Analyse.

    Die Konsequenz daraus müsste folgende sein:

    Es müsste ein Trainer her, der selbst nicht nur taktisch top sondern vor allem auch ein Superstar ist, bei dem unsere Stars also kuschen und dessen taktische Vorgaben akzeptieren. Außer Mourinho und Guardiola und mit Abstrichen Löw fällt mir da aber niemand ein.

    Denn das wäre dann wohl wirklich eine Mannschaft, die auf Augenhöhe mit Barca und Real wäre: Eine Mannschaft exzellenter Einzelspieler (die wir überwiegend bereits haben), die durch den oben erwähnten Trainer zu einer wirklichen „Mannschaft“ zusammenwächst.

    Aber diese Lösung wird unser egomanischer Vorstand schon zu verhindern wissen 🙁

  48. Hatten wir doch alles in Person von van Gaal. Das ist aber mit unserem Vorstand nicht kompatibel.

    Mit diesem Kader Meister zu werden, traue ich Heynckes jedoch definitiv zu. Nur in der CL wirds gegen die Großen nicht reichen. Weil er eben versucht, van Gaals Stil zu kopieren und gleichzeitig eine bessere Defensive aufzustellen und schnelles Konterspiel zu betreiben. Dinge, die nicht zusammenpassen.
    Es ist eigentlich all das, was schon vor der Saison von verschiedenen Leuten prophezeit wurde. Heynckes lässt keine Handschrift erkennen und das macht ihn angreifbar. Eine zweite Amtszeit wird es nicht geben.

  49. Geht euch das nicht langsam auf den Geist, immer wieder mangelnde Einstellung als ersten Grund anzuführend. Das machen die Spieler ja schon selber seit Wochen, weil ihnen nix besseres einfällt.
    Es gibt mitlerweile ein gutes und bekanntes Rezept um Bayern zu ärgern.
    Man kann dann zwar nicht zwingend von einem Sieg ausgehen, aber einen Punkt kann man so immer mitnehmen.
    Lautern hats versucht, war aber zu schwach und Stuttgart wollte sich was eigenes überlegen.
    Wenn man dann sieht wie langsam alles geht, wenn man den Ball erobert hat, fragt man sich warum da nicht schneller umgeschaltet wird (wie bei BMG oder BVB)? Das sind doch Laufwege, die man trainieren kann, oder?
    Entweder fehlt dazu das Spielermaterial (Wintertransers?) oder die Idee, was beides beim Trainer endet.
    Es kann sich halt kein Spieler vor ein Mikro stellen und sagen, daß er nicht wüsste was man da tun könnte, also wird immer nur rumgejammert das man nicht präsent genug war oder die Einstellung gefehlt hat. In solch einer Situation kann es einem Profi nicht an der Einstellung mangeln. Das geht mal bei einem Spiel aber nicht bei fünfen!!

    Und was Herr Rummenigge jetzt macht ist nur noch peinlich!
    Wie ein Kind dem man das Förmchen geklaut hat. Ich will meinen FCB wieder zurück!

  50. Die Ära „nach Hitzfeld“:
    Klinsmann war für mich wie ein lustiger Kindergärtner für verwöhnte Lausbuben. Letztendlich haben die Jungs schnell gemerkt, dass es so nicht geht. Da gab es keinen wirklich praktikablen Plan. Also haben die das auf ihre Art geregelt. Und siehe da, Heynckes übernahm, die Jungs haben die Verantwortung übernommen und somit hat diese Kombo noch das Minimalziel gewahrt.
    Dann kam Louis van Gaal. Ich sage es auch hier noch einmal: Ich war überglücklich als er weg war. Aber der hat erst einmal den Respekt genossen, einen Plan gehabt und dann auch noch Erfolg. Lausbuben wurden vom Hof gejagt. Erfolg blieb aus. Seine menschliche Seite hat dann auf einmal nicht (mehr) zum Verein gepasst. Die Jungs haben das auf ihre Art geregelt. Ende.
    Heynckes hat darauf aufgebaut. Man kennt sich. Es menschelte wieder an der Säbener Straße und die Lausbuben durften wieder rausgelassen werden. Friede Freude Eierkuchen. Erfolg stellte sich ein. Jetzt ähnelt Heynckes dem lieben Kindergartenonkel, der die Rasselbande nicht mehr in den Griff bekommt. Es fehlt ihm nicht an Autorität, das ist das falsche Wort. Er wirkt auf mich in dieser konkreten Situation, wenn auch mal die Peitsche rausgeholt werden muss, so, wie ich mir einen Philipp Lahm als Trainer vorstellen müsste. Weichgespült. Altersmilde? Da muss doch auch mal öffentlich einer aus der Haut fahren! Effenbergs „Halleluja“ habe ich auch gehört. Danach bin ich ins Bett. Dieser Ausdruck steht für mich für dieses Wochenende (Danke Ribben!). Wir brauchen einen, der das „Halleluja“ auspackt. Nur wer? Der Vorstand? Was soll das bringen? Eine Gehaltskürzung? Da bin ich bei Made.
    Ich bin jetzt nicht der Meinung, dass die Mannschaft gegen den Trainer spielt. Ich habe eher das Gefühl als spielen zwei kleine Mannschaften teilweise miteinander teilweise gegeneinander auf dem Platz. Oder eben KEINE Mannschaft. Und der Trainer bekommt das nicht in den Griff. Und der Kapitän bekommt das nicht in den Griff. Und der Bastian Schweinsteiger ist verletzt. Ribery/Robben/Müller/Kroos. Eine ganz schwierige Konstellation. Van Gaal hat das auf seine Weise gelöst („Müller spielt immer“). Kroos war der Leidtragende. Aber es war geregelt. Da fehlt mir derzeit das Konzept und sichtbar im Spiel etwas einstudiertes aus dem Trainig. Denn auf dem Papier müssten die fast jede Abwehrreihe auseinandernehmen können. Fakt ist aber leider, dass sie das überhaupt nicht mehr auf die Reihe bekommen. Wer hat konkret daran jetzt die Schuld? Eben.
    Das wird noch interessant.

  51. Jetzt haben’s auch die SPON-Redakteure mitbekommen:

    „[…] Heynckes lässt im Grunde genauso spielen wie in der erfolgreichen Hinrunde. Aber die Gegner spielen anders als noch im Herbst: konzentriert in der Deckung, überfallartig konternd. Der FC Bayern stellt erstaunt fest, wie leicht er zu schlagen ist – und hat keinen Plan B in der Tasche.

    Der Trainer-Routinier stößt an seine Grenze, wenn er sich taktisch flexiblen Teams gegenübersieht. Heynckes ist ein angenehm ruhiger und im Ton zurückhaltender Trainer. Einer, der anders als van Gaal keine destruktiven Kräfte in die Manschaft lenkt. Aber er ist kein Innovator, das ist er nie gewesen. Heynckes ist ein Verwalter eines Status Quo. Letztlich ist er beim Rekordmeister daher nur ein Zwischentrainer.

    Die Visionäre, die Coaches, die aus Spielern mehr herausholen können, als das, was diese sich selbst zugetraut haben, sitzen woanders. In Dortmund, wo Jürgen Klopp ein Team nach seinem Bilde geschaffen hat. In Mönchengladbach, wo Lucien Favre im Rekordtempo einen Fast-Absteiger zur Spitzenmannschaft umgebildet hat.“

    Prinzipiell sehe ich das genau SO. Aber noch bin ich bereit mich zu revidieren und es ist auch nicht das alleinige Problem unseres aktuellen Zustands!

  52. @icke
    „Das sind doch Laufwege oder? Die kann man doch tranieren“. Gnau. Mein Reden siehe oben mein Post #115473

    @hefewetz / flinsi
    @franky (vielen Dank für die Blumen)
    Mein post oben (#115485) war nicht so gemeint, dass Bayern unbedingten einen absoluten Trainer-Star braucht, der alles allein bestimmt und die Spieler entmündigt. Was ich versucht habe deutlich zu machen ist, dass man nicht erwarten darf, dass man Favre oder Klopp oder einen ähnlichen Typen holt und dann die Mannschaft eine ähnliche Steigerung erfährt wir Gladbach bzw. Dortmund, weil eben das Ausgangsniveau bei Bayern viel höher ist und die Spieler eine viel höhere Individualität haben. Damit muss ich Ihnen mehr Freiräume lassen, damit sie ihre Stärken auch ausspielen können und sie müsse gute Laue haben. (Wenn ein Trainer bei Bayern für gute Stimmung sorgt ist daher schon viel geleistet.) Leider ist man so stärker von Stimmungs- und Formschwankungen abhängig als bei Konzeptmannschaften bei denen die Spieler stärker austauschbar sind. Bei Systemmannschaften die mehr oder weniger innovativ spielen sind entweder alle Spieler mehr oder weniger Stars (Barcelona, Real Madrid) oder es gibt keinen Megastar bzw. „normale“ Spieler wurden erst im bzw. durch das Konzept/System zu Stars (Dortmund, Gladbach).
    Bei einem Kader, wo es von vornherein einige Megastars mit einem entsprechenden Selbstverständnis gibt, was Besonderes zu sein, und anderen von vornherein der Status des Mitläufers/Wasserträger auf der Stirn geschrieben steht, können auch Favre und Klopp ihr Konzept nur bedingt um- oder durchsetzen. (siehe Dauerkonflikt zwischen Favre und Pantelic bzw. Arne Friedrich in Berlin, der meiner Meinung nach der Anfang vom Ende von Favre in Berlin war).
    JH ist nicht der beste Trainer auf dem Erdenrund. Aber ich habe das Gefühl, er hat ein Gespür für die geschilderten Besonderheiten. Deshalb wüßte ich kaum Jemanden, bei dem man einigermaßen sicher sein kann, dass er kurzfristig bessere Resultate erzielen würde.
    (Mittel- und langfristig sollte die Transferpolitik stärker auf hochveranlagte, aber noch jüngere, entwicklungsfähige und noch formbare Spieler ausgerichtet sein. Ideal ist es, wenn sie bereits über den reinen Talentstatus hinaus sind und sich bereits in qualitätsvollen Wettbewerben bewiesen haben. Boateng ist daher ein sehr guter Transfer, Shaquri geht auch in die richtige Richtung. )
    Kurzfristig müssen wir es einfach hinnehmen, dass der Abstand zwischen Mannschaften mit starken Individualisten zu gut organisierten Mannschaften kleiner geworden ist und nicht ohne Weiteres kurzfristig ausgebaut werden kann.
    Ein wichtige Konsequenz daraus für Spieler und Fans betriff die Frage der Mentalität, die EL Tren bereits sehr treffend beschrieben hat. Wichtig ist, dass alle das von Spiel-Spiel-denken verinnerlichen eben und nicht immer denken: Ein tolles Spiel, dann platzt der Knoten und dann kommt die Serie der „FLow“. Da steckt nämlich schon die Erwartung drin, dass das nächste Spiel nach einem schönen Erfolg leichter wird. Jedes einzelne Spiel, auch gegen Freiburg, ist eine große Herausforderung, auf die man sich individuell vorbereitet, und darauf gefasst ist, dass es einen ein zäher Kampf erwartet (und man selbst vielleicht einen schlechten Tag) Eine Serie ist nicht Ergebnis eines Flow, sondern eine Kette von erfolgreich gestalteten Einzelspielen, die alle bei „Null“ anfangen, auch wenn man das Spiel vorher 5:0 gewonnen hat. Gladbach und Dortmund mögen mit ihrem von „Spiel zu Spiel denken-Gelaber“ nerven. Aber die Leier „wir müssen jetzt eine Serie starten“ geht mir noch viel mehr auf den Geist: da steckt die Mentalität drin: wenn der Knoten mal platzt, geht alles viel leichter. Genau dieses Denken müssen Spieler und wir Fans aus den Köpfen kriegen (daher sollte man auch für 1:0 oder 2:1 Siege gegen Außenseiter dankbar sein!!!). In diesem Sinne: Bange machen gilt nicht. Den Kampf annehmen, auch wenn es zäh wird!

  53. Wunderbar beschrieben.
    Jedes Spiel geht eben immer wieder bei 0 los und muss erst einmal gewonnen werden. Das widerum benötigt den nötigen Ernst und die dazu nötige Einstellung.
    Und wenn der Gegner, wie fast immer über sich hinauswächst, da er ja sein Spiel des Jahres gegen die Bayern macht und unsere Jungs oft meinen aufgrund der vermeintlichen Kaderstärke auf dem Papier die Punkte schon im Laufe des Spieles einzufahren, dann kommen eben so Spiele wie gegen Freiburg raus.

    Wie oft haben wir diese Pomadigkeit schon gesehen, die dann so ab Minute 65 durch Hektik und Brechstangenfussball abgelöst wird, wenn die Mannschaft merkt, dass die 3 Punkte eben doch kein Selbstläufer werden und keine der zu erwartenden Einzelleistungen den Erfolg gebracht hat, der eigentlich doch nur Formsache sein dürfte.

    Im Übrigen möchte ich allerdings noch erwähnen, dass ich schon sehr oft (auch gegen Bayern) im freiburger Stadion war aber bisher weder so ein beherztes Auftreten noch so ein engagiertes Publikum dort jemals erlebt habe.

  54. @Poborsky

    Du hast ja zwei Wege vorgestellt:

    Den Konzepttrainer, der eine Mannschaft mit wenigen Top-Stars erheblich verbessert. Und eine MANNSCHAFT auf den Platz stellt, bei der einzelne Spieler (Sahin, Reus) auch viel besser ersetzt werden können.

    Eine Ansammlung hochklassiger Spieler, die man als Trainer bei Laune halten muss, um deren Topleistungen rauszukitzeln.

    Meine Vision wäre eine Verbindung beider Welten:

    Eine MANNSCHAFT aus Einzelkönnern. Wo dann die Summe deutlich mehr ist als die schon guten Teile. Wo man nicht mehr von Einzelaktionen und Formschwankungen einzelner Spieler abhängig ist.
    So eine Mannschaft braucht, meine Theorie, eben nicht einen Trainer, der die Stimmung hebt, um es mal salopp zu sagen, sondern vermutlich einen mit Star-Status. Den die Stars respektieren. Für den sie ihre Egoismen unterordnen. van Gaal hatte was von so einem Trainer, das ist bekanntermaßen schief gegangen. Dann verpflichten wir halt den nächsten. Ich würde ja wirklich gerne mal einen Guardiola bei uns sehen, der höchstwahrscheinlich nach dieser Saison Platz machen wird für einen großen Umbruch bei Barca (10 Punkte Rückstand auf Real und eine ziemlich überspielt wirkende Truppe lassen das vermuten).

    Ich sehe den aktuellen Zustand auch und gerade wegen der angeblich guten Stimmung im Kader als Problem. Das ist mir zuviel Kuschelei, zuwenig Druck und dadurch zuviel Larifari im Spiel. Es war zwar ok und nachvollziehbar, nach van Gaal die Seelchen Ribery ua zu streicheln, in Person von Heynckes. Aber das reicht wohl nicht, um dauerhaft erfolgreichen Fußball zu spielen.
    Und deshalb kann es mit einem „Verwalter“ (SPON – diesmal bin ich völlig d’accord mit denen) und In-Watte-Packer so nicht weitergehen.

  55. Pingback: Es geht zur Sache beim FC Bayern | FC Bayern München News

  56. @Poborsky

    Prinzipiell hast du Recht. Klopp, Favre und Co. können nicht unsere Wunschtrainer sein. Die passen dort wo sie sind perfekt. Ich kann mir ebenfalls nicht vorstellen, wie Ribery oder Robben damit umgehen würden. Aber der Rest? Superstars? Man benötigt das gewisse Händchen – keine Frage. Der Vergleich nervt gerade in der jetzigen Situation mehr als je zuvor, aber man muss ihn sich gefallen lassen: Real Madrid. Stargespickt. Mourinho. Barcelona. Messi und gefühlt 20 weitere Stars. Guardiola. Manu. Rooney. Evra. Ferguson. Arsenal. Früher Fabregas. Van Persie. Wenger. Celsea, City, … . Ich lass die Italiener jetzt mal weg. Hitzfeld war in meinen Augen der Einzige, der in dieser Liga mitgehalten hat. Gefallen hat mir das auch nicht immer. Aber mir fällt keiner ein, der das besser konnte. Diese Trainer sind natürlich nicht sehr üppig vertreten geschweigen denn verfügbar, aber das muss der Anspruch sein. Klinsmann war ein Verusch. Ging in die Hose. Aber es war ein Versuch. Van Gaal war ein Versuch. Ging ebenfalls in die Hose. Aber auch das war ein Versuch. Beide Versuche waren auf Ihre Art auch unterhaltsam. Heynckes war und ist ein Schritt rückwärts. Das ist mir heute klar. Ich erwarte da nicht mehr viel taktische Kabinettstückchen. Alleine die Mannschaft kann das Ruder rumreißen. Es ist mir klar, dass die das prinzipiell auch ohne Trainer könnten. Trotzdem braucht man einen Mann mit Konzept und taktischer Finesse an der Seitenlinie, der halt auch mal reindrischt wenn es sein muss und die Samthandschuhe auszieht. Mourinho wäre wahrscheinlich unser Untergang aber es hätte schon was. Ich glaube Hoeness würde das keine zwei Wochen mitmachen. Guardiola ist über jeden Zweifel erhaben. Was da mit Piqué? Der lässt sich nichts bieten. Die Stars liegen an der kurzen Leine und es funktioniert. Die benötigen auch keine tatktische Flexibilität mehr. Momentan. Die spielen einfach alles an die Wand was kommt. Denen könnte man es verzeihen, wenn sie satt wären. Siehe spanische Meisterschaft.

    Und genau das ist das Dilemma. Sind wir untrainierbar? Ich hoffe nicht.

    Gibt es eine realistische Alterantive zu Jupp Heynckes? Nein.

    Er ist wahrscheinlich die einzig mögliche und sinnvolle ÜBERGANGS-Lösung. Aber wohin? Zu wem? Wem gibt man die Chance und die Geduld? Zur Not auch gegen die vermeintlichen Superstars?

    Wir wollen gerne wie Barca sein. Die Strukturen von oben runter und die Geduld der Fans (auch meine) gibt es halt nicht her. Wer soll es machen?

    Poborski, je mehr ich schreib desto mehr gebe ich dir Recht.

  57. Es würde gut zum Verein passen (ob es das Richtige wäre weiss ich nicht) wenn einer der „Ehemaligen“ Trainer der Zukunft wäre.

    Effe als Feldherr auf dem Platz mit unbedingtem Siegeswillen hätte zumindest die viel geforderten „Eier“ sich auch hier durchzusetzen. Kahn natürlich ebenso, bei Scholl bin ich mir schon unsicher.

    Ob wir uns das allerdings trauen sollten, einen Trainer ohne große Erfahrung einzustellen, kann ich nicht beurteilen. Sicherlich wäre es jedoch besser als eine Zweitewahllösung nur weil man von den ganz Großen keinen bekommt.

    Zumindest hätte man dann die Chance, mal langfristig an einer Ära zu arbeiten.

    Träum……….

  58. Ja, die Ehemaligen…
    Ich finde, dass es immer eine große Stärke unseres Vereins war, diese Spieler in den Verein zu zu integrieren. Meistens waen dies aber keine strategisch wichtigen Posten (Fanshop, Fanbeauftragter, A-Jgd Co-Trainer usw.) Ausnahme da halt Uli und der Kalle. Von daher würde ich das begrüßen. Aber Effe? Ganz ehrlich: NEIN. Der hat sich aus meiner Sicht nach seiner Sportlerlaufbahn mit so vielen Sachen dieskreditiert, das wäre ja fast Lodda-Niveau. Fachlich hätten die beiden es sicher drauf, aber der Rest…?
    Wen ich wirklich gerne dabei hätte, wäre der Oliver. Der hätte ein Standing, meine Fresse. Das wäre schon was anderes als beim Nerlinger. Zudem hat er bis auf seine TV-Tätigkeit sich etwas zurück gezogen, sich das Fundament mit seinem Studium aufgebaut, der könnte es, da bin ich mir sicher.
    Und Mehmet als Amateur-Trainer ist auch gut. Dem traue ich zu auf seine Art den Tiger irgendwann zu ersetzen – den man niemals von dem Amateuren hätte wegnehmen dürfen.

  59. Hat nach der PK von heute irgendjemand den Eindruck , dass man wirklich die Probleme erkannt hat?
    „Wir müssen eine bessere Einstellung zeigen“
    „Wir müssen aggressiv dagegen halten“
    „Das von Freiburg darf nicht nochmal passieren“
    „Wir können vorne immer 1-2 Tore machen“
    usw.

    Gut, Kroos und Gomez sind jetzt auch nicht die, die mal Tacheles reden, aber ich würde mir mal deutlichere Worte wünschen („wir wissen, dass wir einen großen Sch*** gespielt haben und haben uns alle vorgenommen, dass es morgen anders wird.“ o.ä.)

    Aber ich denke das wird von den heutigen Spielern nicht viel anders kommen, als eher….naja….schlafmützig.

    Immerhin hat JH angekündigt an der Taktik nichts zu ändern. Fände ich jetzt in der CL auch nicht notwendig. In der Bundesliga täte es eher mal Not.

  60. @hefewetz @franck
    Bei Real Madrid und Barcelona funktioniert es mit der Unterordnung der Stars unter den Trainer, weil fast alle Spieler Stars sind. (bei Barcelona sind auch viele erst durch das Barcelona-System zu Stars geworden). Wenn ein Star beleidigt ist, sitzt er eben auf der Bank, weil viele andere Stars da sind. Jede dieser Mannschaften hat allerdings einen Spieler, der etwas über allen steht (Messi / Ronaldo) an denen die Taktik auch ein Stück weit ausgerichtet wird.
    Aber es ist jeweils EIN Spieler. Bei Bayern sind es ZWEI Spieler, die meinen über allen zu stehen, und an die die Taktik angepasst werden muss. Das engt die Optionen stärker ein. Eifersüchteleien sind auch vorprogrammiert. Es sind ZWEI die nicht richtig nach hinten arbeiten, und für die die Mannschaft defensiv arbeiten muss, während die anderen im Rampenlicht stehen. Hinter den zwei kommen noch Spieler die mannschaftsdienlicher sind, die aber auch nicht ersetzt werden können (Schweinsteiger, Gomez, Lahm, mittlerweile sogar Badstuber) und bei denen man auch von Stimmung/Formschwankung extrem abhängig ist. Fazit: Das Leistungsgefälle innerhalb des Kaders ist bei Bayern viel größer als bei Barcelona oder Madrid.

    Man kann dies durch megateure Transfers beheben, um den gesamten Kader auf ein Ribbery-Schweinsteiger-Niveau zu hieven (dieser Weg ist mir sehr unsympathisch)

    Oder man muss es noch einmal Konzepttrainer versuchen und klarstellen, das Konzept hat Vorrang vor den Befindlichkeiten von Stars und Transfer -und Nachwuchspolitik ist an diesem Konzept auszurichten. (Modell Favre/Klopp).

    Aber wir haben ja gesehen, wie riskant das ist. Es gibt allerdings zwei Arten von Konzepttrainern. Diejenigen, die EIN Grundkonzept entwickeln, alles daran ausrichten und dieses immer und überall durchdrücken wollen (Paradabsp: der Holländer, Favre, Klopp).

    Dann gibt es Trainer, die auf der Basis einer relativ breiten, abstrakten Grundidee von Spiel zu Spiel ein Konzept entwickeln ( Stichwort Matchplan, klassische Beispiele: Tuchel, Mourinho, Benitez mit Abstrichen Slomka). Diese Variante ist aus meiner Sicht für den Bayern-Kader besser geeignet. (Zur Zeit führen wir bei Bayern eine Variante der Konzepttrainervariante 1 auf: Es wird immer dasselbe Konzept gespielt, und das mit gewissen Defiziten beim Konzept und dessen Umsetzung.)

    Bei der zweiten Variante („Matchplanvariante) ist noch zu differenzieren, zwischen dem in jedem Detail ausgeklügelten Matchplan (Tuchel, Benitez) und dem etwas vageren Matchplan, der durch die Führungsspieler konkretisiert wird (Hitzfeld/Magath/Sir Alex).
    Die Beispiele der nicht wenig erfolgreichen Bayer-Trainer Hitzfeld und Magath zeigen, dass „mir san mir“ nicht bedeuten muss, dass man sich nicht am Gegner ausrichten darf. ManU sagt man ja auch keine Minderwertigkeitskomplexe nach.

    Zum derzeitigen Kader der Bayern würde vielleicht am besten ein moderner „Achsen-Matchplan-Trainer“ passen. Jemand der wie Hitzfeld oder Sir Alex sagt, dass sind meine festen Größen, denen überlasse ich auch bestimmte Entscheidungen auf dem Platz. Um die Achse herum wird rotiert. (Wenn jemand aus der Achse das unbedingte Vertrauen spürt, dann nimmt er es auch hin, wenn er mal zur Erholung auf der Bank sitzt.) Dabei bin ich mir auch nicht zu fein, mich am Gegner auszurichten. Das ganz müsste angereichert werden durch Einstudieren von Laufwegen und Passkombinationen zur Beschleunigung des Vertikalspiels.

    Thorsten Fink oder Babbel könnten irgendwann mal ganz gut in dieses Anforderungsprofill passen. International würde mir zur Zeit Benitez einfallen. Auch die italienische Trainerschule erscheint nicht verkehrt. Italienische Trainer sind geübt im Umgang mit Stars, nicht mehr so destruktiv wie früher; und kommen ebenfalls mehr über die spielspezifische Vorbereitung als über das Generalkonzept. Aber die Sprachbarriere!

    Festzuhalten bleibt für das heute und hier: das von mir in meinem letzten post angemahnte von Spiel- zu Spiel denken muss sich auch in der taktischen Ausrichtung manifestieren, indem man die Taktik stärker von Spiel zu Spiel abhängig von Stärken und Schwächen des Gegners variiert. „Mir san mia“ sollte sich in einem gesunden Selbstbewusstsein und Siegermentalität zeigen, nicht in hoffärtiger Ignoranz!

  61. Mooooment. Ob Effe, Kahn oder Mehmet es „fachlich drauf haben“, ist aber mal alles andere als bewiesen. Wir befinden uns doch gerade in einer Phase, in der die Ansprueche an die fachliche Qualifikation der Trainer so gestiegen sind, dass die meisten der ehemaligen Topspieler das nicht mehr erfuellen koennen, da das notwendige Talent und die Hingabe an solcherlei Arbeit nur rar gesaet sind. Nicht umsonst sind die besten Trainer der BuLi der letzten Zeit (inkl. Ottmar Hitzfeld) als Spieler nur zweite Reihe oder noch viel weniger gewesen. International aehnlich, Mourinho hatte keine, Ferguson eine ueberschaubare Spielerkarriere, AVB (auch wenn es bei Chelsea gerade nicht laeuft) hatte keine Spielerkarriere, eigentlich faellt mir gerade nur Guardiola als Ehemaliger ein.
    Man braucht zwei Faehigkeiten als Trainer, man muss „fachlich“ (Taktik etc.) sehr gut und dazu noch ein exzellenter Dompteur sein, letzteres kann man nicht lernen, das muss man einfach sein. Auch wenn Effe oder Kahn den Dompteur drauf haben moegen (halte ich auch schon fuer fraglich), ist der Beweis der fachlichen Exzellenz nicht erbracht.

    Ich waere nach wie vor fuer Favre. Der ist zu haben (Vertrag laeuft zum selben Zeitpunkt aus wie der von Heynckes), kann deutsch und er bringt eine ordentliche Reputation als Fachmann mit. Einen Versuch waere es wert, Mourinho bekommen wir halt nicht. Auf lange Sicht draengen sich natuerlich die Namen Fink und Babbel auf, wenn die noch ein paar Sporen zu den vorhandenen dazufuegen.

  62. @poborsky:hervorragende erklärungsansätze.hebt das ohnehin hohe niveau hier noch mal an. echt super deine gedanken.

    auf diesem weg auch noch mal danke für deinen ausgangsbeitrag,paule. bin immer froh,wenn auch mal an die geschichte unseres vereins (since 1900) erinnert wird, das hilft auch krisen besser einzuordnen.

    zur trainerdebatte: favre fachlich ja, aber ob er zu unserer mannschaft passt? am ehesten babbel (wenn er die geduld hat,hoppenheim hätte er sich sparen können) und auch joncker wäre für mich vorstellbar. alles aber so ein bauchgefühl. die teilweise atemberaubenden analysen (ihr habt keine kinder,oder?) überlasse ich euch

  63. @ El Tren:

    Ich denke, Mehmet und Lodda haben es durchaus schon gezeigt, dass Sie es fachlich drauf haben. Bei Lothar darf man sich nicht vom Klang der Vereine täuschen lassen. Der hat dort eigentlich immer gute Arbeit geleistet, es ist halt das Drumherum, was bei ihm nicht passt.
    Zu Oliver: den seh ich ja nicht als Trainer, sondern als Manager! Hat es fachlich drauf (BWL-Studium abgeschlossen), und sportlich macht ihm sicher auch keiner was vor. Den würde ich mir schon wünschen.

    Zum eigentlichen Thema: warum es nicht läuft, wurde ja schon trefflich angeführt. Dies wird man nicht von heute auf morgen abstellen können. Entscheidend ist für mich, dass dann zumindest die Grundtugenden deutlich abgerufen werden. Und da muss man es manchmal auch unbedingt „wollen“ und „glauben“. Diese beiden Komponenten fehlen mir einfach im Moment. Das ist mit einer Siegesserie im Rücken natürlich etwas einfacher. Ich glaube aber auch – ganz fest – dass wir morgen eine andere Mannschaft erleben werden, zumindest was die Einstellung betrifft.

  64. Ich weiß nicht – wenn ich immer höre Babbel, Fink, Effe, Scholl, Kahn. Die sind noch vieeel zu jung und unerfahren auf dem Niveau, auf dem sie coachen müssen. Die sollen sich erstmal über einen längeren Zeitraum (>2,5 Jahre) bei mehreren Mannschaften in unterschiedlichen Ligen beweisen.
    In Deutschland kommen m.E. nur Favre/Slomka in Frage
    International: Benitez

    Aber wir sollten momentan keine Trainerdiskussion führen, auch wenn uns JH langfristig nicht weiterbringt. Es ist genug Zeit für Korrekturen.

  65. Loddar hat in Österreich als Trainer – milde gesagt – versagt aber dafür junge Ehefrauen angesammelt.
    Da kömma ja gleich den Skibbe holen. Wäre ähnlich erfolgsversprechend.

  66. Jungs, Ihr wollt mich nicht verstehen, oder? 🙂
    Ich habe doch deutlich gesagt, dass ich Effe oder Lothar aus verschiedenen Gründen ebenfalls NICHT als Trainer haben oder im Verein haben möchte. (Effe wurde von Uli für den Vorstand angedacht – ohne Worte).

    Kahn halte ich als MANAGER oder SPORTDIREKTOR für eine 1A-Lösung. Weil er sich ein fachliches Fundament mit dem Studium aufgebaut hat und weil ihm im Fussball niemand etwas vormachen kann.
    Mehmet hat schon als Trainer gearbeitet und dort viel Lob geerntet. Nicht umsonst holen wir ihn ja wieder. Er hat dann den Fussballlehrer und fängt in der 4.Liga an – alles richtig gemacht.

    So, weiter machen! 😉

  67. Kinders, jetzt wird’s aber wirklich lächerlich:-( Ihr wollt nicht vollen Ernstes diese Ehemaligen als Trainer bei uns sehen? Und bitte vergesst auch die Statements auf Pressekonferenzen. Das ost Außenkommunikation und kann natürlich keine Interne beinhalten. Da unterscheidet sich ein Verein nicht von einer x-beliebigen Firma!

    Gott sei Dank wird morgen wieder gekickt und wir können uns dann wieder den richtigen Themen widmen: Neuer Trainer, Matchpläne und Neuzugänge:-)

  68. Es gibt im Moment beim FCB 2 Baustellen, die im Moment förmlich danach schreien, aufgeräumt zu werden: zum einen das Fehlen einer strategischen Perspektive im sportlichen Bereich, die vergebliche Suche nach konzeptionellem Denken in der Führung des Vereins, beim Entwickeln einer Spielidee und bei der dazugehörigen Spielerauswahl. Zum anderen empfinde ich es aktuell als besonders ärgerlich, wie sich der Club im Moment öffentlich präsentiert.

    Das hysterische Geplärr der Medien lässt in den letzten Wochen nur den Schluss zu, der FCB stehe vor der Selbstauflösung oder dem unvermeidlichen Abstieg. Weltuntergang pur. Man fragt sich, warum unser Club eigentlich noch in der Liga mitspielt und nicht umgehend die Lizenz zurückgibt. Nun könnte man in bewährter Manier sagen: Was juckt es den Baum, wenn sich die Wildsau daran schabt, man kennt das ewig gleiche Geplapper der Bayernhasser ja zur Genüge, egal ob in den Medien oder außerhalb. Nur: So schlimm wie zurzeit, war die Häme noch nie. Er wäre durchaus an der Zeit, dem etwas entgegenzusetzen.

    Und was machen unser immer noch lernender Herr Sportdirektor und unser Schwiegersohn-Kapitän? Sie faseln etwas von „schrillenden Alarmglocken“, von „Druck,… Druck, … Druck“ (in übelster Kahn-Diktion) und davon, dass es der FCB nun „selber nicht mehr in der Hand“ habe, Meister zu werden (sage und schreibe, 12 Spieltage vor Schluss!). Sie übernehmen nahezu die Sprache der Mikrofonhalter. Anstatt mit Souveränität und einem Schuss Coolness auf die erbärmlich boulevardeske Sensationsmasche der sog. „Sportjournalisten“ (die diesen Namen längst nicht mehr verdienen) zu reagieren, opfert sich der Verein fast vor der Meute, in dem er in den Chor der Untergangspropheten mit einsteigt. Ich plädiere hier nicht proletenhaftes Reingrätschen á la Effenberg, sondern für deutliche Aussprache und Einsicht in die mangelhaften Leistungen, auch öffentlich. Gleichzeitig sollte aber in aller Ruhe nach außen vollkommen klar gemacht werden, dass dies nicht der endgültige Bankrott des besten Clubs im Lande für alle Zeiten ist und wir durchaus in der Lage sind, selbstkritisch mit den Problemen umzugehen und Konsequenzen zu ziehen.

    Dass stattdessen in äußerst antiquierter Art und Weise eine total überflüssige Schiedsrichterdiskussion vom Zaun gebrochen wird, um von den Problemen abzulenken, spielt wiederum nur den gegen Bayern gestimmten Medien in die Hände. Dieses Gezündel ist die Methode aus den 80er Jahren, von der sich damals noch Lemke/Rehhagel provozieren ließen. 30 Jahre später wirkt solch ein Kommödienstadl nur peinlich. Unabhängig davon ist es allerhöchste Zeit, eine selbstbewusstere und professionellere Außendarstellung an den Tag zu legen, um die Situation aktiv zu beeinflussen und sich nicht von der Anti-Bayern-Stimmung der Medien am Nasenring durch die Arena führen zu lassen!

    Womit wir bei der zweiten Baustelle angelangt wären, der sportlichen Misere. Ich lese hier etwas von Namen wie Effenberg, Kahn und Scholl. Das kann ja wohl nicht war sein, Herrschaften! Effenberg versteht etwas von Fußball, dies kann ihm nicht abgesprochen werden. Er ist in seinem Auftreten jedoch ein unverbesserlicher Proll, der für offizielle Funktionen in einem Verein wie Bayern gänzlich ausscheidet. Olli Kahn muss erst noch beweisen, ob er außer seiner altbekannten Philosophie des „Drucks“ auch in anderen Dimensionen denken kann und in der Lage ist, Menschen zu führen. Mehmet Scholl ist, bei aller Wertschätzung als Mensch, immer noch ein Kindskopf, dem man (noch) nicht ernsthaft eine Profimannschaft anvertrauen kann, die sich zu den stärksten in Europa rechnet.

    Jupp Heynckes ist nicht Klopp, taktisch mag er gegenüber diesem Trainertypus sicher Schwächen haben. Er besitzt jedoch andere Qualitäten im Umgang mit einer Ansammlung von Stars und Primadonnen, die die Klopps, Tuchels und Dutts sicher noch nicht in diesem Maß besitzen. Zu Heynckes gibt es im Moment keine Alternative und man sollte ihm auch zutrauen, die richtigen Analysen treffen zu können.

    Viel gravierender ist jedoch langfristig, dass das konservative und verstaubte Familiendenken innerhalb der Clubführung eine Entwicklung hin zu mehr Dynamik im sportlichen Bereich seit langem blockiert. Es ist weit und breit niemand in Sicht, der mal die Fenster aufreißt und Neues zulässt. Nerlinger ist in dieser Hinsicht eine Enttäuschung, er macht nicht den Anschein, sich vom Übervater Hoeneß emanzipieren zu können. Die Vereinspolitik, dass noch jeder, der mal bei Bayern gespielt hat, in diesem Verein auch einen Job kriegen kann, ist zwar sympathisch, bringt uns jedoch in keinster Weise weiter und führt zur Betriebsblindheit. Das Fehlen eines Planes für das, was man mit dem Modebegriff „Philosophie“ umschreiben mag, ist ein Beispiel dafür. Welchen Fußball will der FCB eigentlich spielen?

    Ebenso verhält es sich der der Methodik der Trainer- und Spielerauswahl. Bei van Gaal (wie auch zuvor bei Klinsmann)überzeugte die Herren anfangs nur der Name, von den bekannten Schwächen hatte man offensichtlich nie etwas gehört. Bei Spielertransfers verhält es sich ähnlich. Es geht nach dem „Klaus-Wunder-Prinzip“: Wer die Bayern mal geärgert hat, wird gekauft und wer einen – vermeintlich – großen Namen hat sowieso.

    Ob diese angebliche hohe Qualität der Einzelspieler am Ende dann zusammenpasst, ist zweitrangig. Die Frage, ob elf Einzelspieler eine Mannschaft ergeben, hat die Clubführung seit her überfordert. Dies genau ist der wunde Punkt, in dem uns Dortmund im Moment entscheidend voraus ist. Dort ist anscheinend ein Konzept vorhanden, nach dem systematisch gehandelt wird. Die Methode FCB hat sich dagegen abgenutzt, sie wird in Zukunft nicht mehr greifen. Das Beunruhigende an der momentanen Situation ist nicht, dass Bayern vielleicht nicht Meister wird. Diese Chancen sind nach wie vor intakt. Da jedoch die Bayernführung stets nur in Kategorien des Erfolgs denkt, müsste man fast schon hoffen, dass Bayern heuer nicht Meister wird. Denn nur dann besteht die Chance, dass Veränderungen angestoßen werden, die längst überfällig sind. Deprimierend ist jedoch, dass keine Person im Verein in Sicht ist, die diese ernsthaft anstoßen könnte. Und wer draußen ist, bleibt draußen. Leider.

  69. Noch mal ein Gedanke zum Teamfussball:
    Wenn es denn so ist, dass wir zu wenig Teamfussball spielen (was ich auch denke), dann muss es doch auch mal möglich sein, dass der Trainer so etwas mehr einfordert. Ein Beispiel: Robben erhält von RV den Ball an der Mittellinie auf seiner Außenposition. Den Ball spielt er dann sofort an den 6er oder auf den RV, um sofort in den Sprint an der Seitenlinie aufzunehmen und bis zur Grundlinie zu gehen. Gleichzeitig lässt sich Kroos etwas zurückfallen. Ggf. kann der RV nachrücken. Je nach Pass von Robben (auf RV oder ins Zentrum) bestehen nun 3 Optionen: Entweder der RV spielt auf Kroos, der den Ball auf Robben leiten kann, der von außen flankt oder ins 1:1 gehen kann. Oder der 6er spielt gleich den Doppelpass mit Robben, der gleich auf Kroos weiterspielt, um dann wieder auf Robben zu spielen, der dann mit Tempo Richtung Tor ziehen kann oder Gomez sucht. Variante drei ist dann eine Spielverlagerung nach links, wo Ribery inzwischen auch Fahrt aufgenommen hat, um den Diagonalball auf dem Mittelfeld Richtung Eckfahne aufzunehmen.

    Was ich damit sagen möchte: Wir müssen auch die Bewegung ohne Ball (gerade von Robben und Ribery) deutlich forcieren. Die beiden müssen auch mal unnötige Wege gehen, denn dadurch entsteht Verwirrung und entstehen Räume. Die Aufgabe von Jupp Heynckes muss also sein, die Spieler zu mehr Bewegung und vor allem zu mehr Sprints anzuhalten. Und wenn die Spieler das nicht umsetzen, dann muss er sie eben auch mal nach 45 Minuten auf die Bank setzen. Das werden sie nicht allzu oft mit sich machen lassen. Da er als Trainer aber den Rückhalt der Vereinsführung hat, ist er in dieser Hinsicht eigentlich erst recht unantastbar – vor allem wenn er dann Leute wie Alaba, Müller und Olic bringt, die zwar nicht die gleiche Qualität wie RIb und Rob haben, aber zumindest diese Laufwege gehen. Das Tor von Ribery in Stuttgart war ja genau das Ergebnis eines Laufweges von Müller, den Robben nie macht. Ist vielleicht auch das Problem, dass er invers spielt, aber dennoch kann man auch von ihm erwarten, dass er mal auch mal ohne Ball und ggf. auch ohne unmittelbar einen Pass zu erwarten die Linie runterläuft.

  70. „Klaus-Wunder-Prinzip“: I like.
    Ich stell mir schon die Frage ob wir wirklich die besseren Einzelspieler haben.
    Ribery, ok einen solchen gibts in der BL nicht nochmal.
    Robben ist auch BL-Spitzenklasse.
    Aber der Rest, sind das wirklich die besten Spieler der Liga?
    Ich denke Dortmund braucht sich da nicht zu verstecken, da gäbs einige aus unserer Topelf, die dort auf der Bank sitzen würden. Und nicht nur jetzt gerade, sondern über die letzten 1 1/2 Jahre betrachtet.
    Da muss ich poborsky widersprechen, auch wenn seine Beiträge Klasse haben.
    Wir haben noch sehr viele Spieler im Kader, die (auch aufgrund ihres Alters) noch sehr wohl verbessert und nicht nur bei Laune gehalten werden müssen.
    Müller, Badstuber, erst recht Alaba sind erst am Anfang ihres Weges. Auch Kroos sollte sich doch hoffentlich noch weiterentwickeln, ebenso wie Boateng. Und wenn Gustavo entwicklungsmäßig schon das Ende der Fahnenstange erreicht hat, dann habedere. In meinen Augen ein Paradebeispiel für mangelnde Weiterentwicklung. Grätschen und Bälleerkämpfen mag in Hoffenheim gereicht haben, beim FCB ist das zuwenig.
    Und mit Mario Gomez würde ich gerne persönlich mal ein Gespräch führen, bezüglich Laufwege eines Stoßstürmers und das ist jetzt nicht böse gemeint, mir, und nicht nur mir, wie ich oft bestätigt bekomme, fällt nur sehr oft auf, das er zuoft nicht da steht wo ein Mittelstürmer stehen muß.
    So hoch sehe ich das „Ausgangsniveau“ bei uns nicht, hier kann mit gezielter Arbeit sowohl die Mannschaft als auch die Großzahl der Spieler noch einen gewaltigen Sprung machen.
    Wie gesagt, abgesehen von Robbery. Auch Schweinsteiger und Lahm werden keine Quantensprünge mehr machen, brauchen sie auch nicht, „nur“ fit und Normalform, das reicht.
    Tymo, Rafinha, van Buyten usw. sind außen vor, die schwimmen mit, wenns läuft, spielen sie auch gut, wenns nicht läuft gehen sie mit unter. Solche Spieler hat jede Mannschaft.
    Hoffentlich zeigt uns die Mannschaft morgen ihr Feiertagsgesicht. Auf geht’s ihr Roten.

  71. Eben, Wohlfarth, es sind zu viele Spieler im Kader, die meist nur so „mitschwimmen“ und gekauft wurden, weil sie einen „Namen“ hatten. Tymoshchuk, Rafinha, Gustavo zählen zu denen, für die ein Haufen Geld hingeblättert wurde, ohne dass ausreichend Entwicklungspotential vorhanden wäre.

    Van Buyten und Olic sollen nun anscheinend neue Verträge erhalten. Bei aller Liebe, aber warum? Wo ist da die Zukunftsperspektive? Bei den beiden greift dann wieder das Prinzip „Familie“. Ich finde sie auch sympathisch, sie haben große Verdienste und sie gehören irgendwie dazu, könnte man meinen, aber: wie lange noch und kann das wirklich als Begründung ausreichen?

    Natürlich kann Bayern nicht nur mit jungen Spielern arbeiten, aber ich frage mich, warum die Bender-Zwillinge in Leverkusen und Dortmund spielen, obwohl sie einen knappen Kilometer von der Säbener Str. entfernt das Kicken gelernt haben?

    Die Dortmunder springen geschickt in die Lücke und arbeiten bewusst mit jungen talentierten Leuten, für die Klopp genau der Richtige ist. Dass genau dies auch Qualität erzeugen kann, beweisen sie gerade. Bayern dagegen schafft es nicht, eine Balance zwischen Talenten und sog. Stars herzustellen, die auch als ein Ganzes miteinander harmonieren. Seit je her wird zu einseitig auf Namen gesetzt, die einfach zusammengeschraubt werden, ohne dass Rücksicht darauf genommen wird, ob dadurch ein Team mit einer Spielidee entsteht.

  72. Mich wundert, dass hier in der Trainerdiskusion unser Dauerwunschkandidat Arsene Wenger noch nicht genannt wurde.

    Momentan wäre zumindest vorstellbar, dass er ein wenig Luftveränderung nicht abgeneigt wäre….

    OK, er kennt die Liga nicht und wird zweifellos auch kein Sonderangebot sein, aber dafür gibt es immerhin keine Sprachbarriere.

    Nur mal so an Denkanstoß…

  73. jetzt eine trainerdiskussion, gott bewahre uns davor, obwohl ….
    vielleicht gibts da draußen ja noch nen ehemaligen trainer, so um die 70 (plus-,minus 2-3jahre), welcher in den 90ern mal entlassen wurde und dem man noch ne chance geben will, welcher zufällig auch seit kurzem wieder aus der versenkung aufgetaucht ist, zumindest sind diese kriterien im vermeintlich“hochprofesionellem“ trainerscouting bei uns gefragt

  74. Wenn wir am Ende der Saison da stehen, wo wir jetzt stehen, wird eine Trainerdiskusion wohl unvermeidlich los getreten….

    OK, seitens der Vereinsführung soillte das jetzt selbstverständlioch kein Thema sein, aber hier kann man ja strategisch etwas freier denken… 🙂

  75. Die Trainerfrage stellt sich nach Saisonende wieder, jetzt sicher nicht. Jupp war die risikoarme Sicherheitslösung, die den Laden beruhigen sollte. Das hat er geschafft, ein Zukunftsmodell ist es nicht. Auch bei seinem Engagement galt wieder das bekannte Muster vom „alten Freund“.

    Der frische Wind von draußen, der für Weiterentwicklung steht, wird auch bei der Trainersuche kaum zu erwarten sein. Auch wenn sie z. B. Klopp nun sehr loben: Er könnte nie Trainer bei Bayern werden, da er sich nicht rasiert und seltsame Käppies statt Krawatte trägt. Das passt dummerweise nicht ins Selbstverständnis der Bayernbosse.

    Ein junger hungriger Trainer mit Potential ist leider nicht zu erwarten, sondern wieder eher der „große Name“. So dreht sich der Verein im Kreis….

  76. …. der geht zu Real, wenn Mourinho fliegt (meint er). Mourinho wäre dann der übliche Startrainer für Bayern, der die Öffentlichkeitsarbeit belebt und uns in der Beliebtheitsskala in neue Höhen katapultiert. Auf der Kommunikationsebene mit Uli/Franz und in der allseits geschätzten Schiedsrichterdebatte wäre es sicher ein interessantes Experiment…. mit albtraumhaften Zügen… 😉

  77. Bei Mourinho muss man sich nicht einmal im Voraus informieren, dass das menschlich nicht mit der Führung zusammenpasst. Da hätte wohl Rummenigge schon nach 3 Wochen eine Vollglatze wegen stressbedingtem Haarausfall.

    Chelsea hat übrigens 1-3 gegen Neapel verloren. Ja genau, die Mannschaft, deren Torschüsse man gegen uns an einer Hand abzählen konnte. 😉
    Da wird wohl auch gerade ein Trainerstuhl frei 🙂

  78. Also ich finde die hier geführte Trainerdiskussion absolut richtich! Von Vereinsseite sollte man diesbezüglich unter der Hand schon mal schauen, was man will und was man bekommen kann- nach der Saison. Dann soll der Jupp „von sich aus“ in Rente gehen und der Vorstand den Neuen präsentieren-fertig.
    Auch wenn im Moment noch alles drinne ist, möchte ich erwähnen, daß ich nach der Bekanntgabe von Osram als neuen Trainer schon gezweifelt habe, ob mit DEM ein Titel zu holen ist. Und wäre der net der Kumpel vom Uli, würde der Stuhl wohl auch schon wackeln.(Ich habe erzählt bekommen, daß Donjupp schon jetzt mehr Niederlagen kassiert hat als LvG, als er gehen durfte…stimmt das???)
    Wie auch immer: ich hoffe ja, daß sich alles noch zum Guten wendet und ich Lügen gestraft werde, aber wenn der Jupp jetzt net bald mal anfängt, Spielzüge einzustudieren und eine sich variable Taktik für die Offensive ausdenkt, sehe ich schwarz.
    Schau´mer mal!

  79. @Togo:
    VanGaal musste aber den Verein nicht nur aufgrund seiner Niederlagen verlassen,sondern weil er es vor allem menschlich nicht hinbekommen hat.

  80. Gleich ist CL – und ich kann mich nicht mal drauf freuen.

    Obwohl ich mir das Lesen der Kommentare hier schon verkniffen habe in den letzten Tagen und obwohl ich NICHTS von der Mannschaft erwarte nach dem Gewürge der letzten Wochen.

    Kann mich nicht erinnern, daß mir das in den letzten dreißig Jahren mal so passiert ist…

  81. Unsere Abwehr (bis auf Neuer, der ist top) völlig unkonzentriert, Robben allein zu Haus, Kroos macht gleich weiter wie in Freiburg, Rafinha auch…

    Immerhin ist das Glück diesmal bisher bei uns…

  82. Konstruktiv sehe ich vor allem ein taktisches Problem mit dem 4231. Inzwischen weiß JEDER, auch Freiburg, wie man das verteidigt. Es klappt nur noch, wenn beide Außenspieler einen Glanztag erwischen (dann soll man es meinetwegen auch ruhig ab und zu spielen).

    So wie aber jetzt die meisten Gegner agieren, braucht es zwei Stürmer im Zentrum.

    Problem: Für eine Raute, wie sie Heynckes recht erfolgreich mit Kroos als Spielmacher in Leverkusen spielen ließ, oder für ein flaches 442, das von einigen Ligagegnern gegen uns, aber auch schon international oft erfolgreich gegen 4231 gespielt wird, haben wir den Kader nicht: Robben und Ribery sind als LM / RM in diesen Systemen zu offensiv, einen echten Stürmer, der als zweite Spitze gut neben Gomez passt, haben wir nicht auf internationalem Top-Niveau (Müller ginge evtl. noch auf RM).

    Solange man sowohl Robben als auch Ribery im Kader hat und aufstellen will (und wenn einen von ihnen nicht, dann aber Müller), kann man nur ein System mit nur einer echten zentralen Spitze spielen.

    Und dabei nehme ich gerade einen Paradigmenwechsel wahr, weil eben inzwischen alle Welt weiß, wie man so etwas verteidigt.

    Notlösung: Zumindest ein Barca-ähnliches System spielen mit statt zwei Sechsern nur einem und dafür zwei zentralen Mittelfeldspielern, die auch mal auf den Halbpositionen lange Wege gehen und halbrechts oder habllinks in den Strafraum neben Gomez drängen.

    Dann müssten aber die Außenstürmer stärker in den Flanken sein – Ribrob ziehen einfach zu oft mit Dribbling selber nach innen, ohne aber dabei wie ein Stürmer auch mal hoch anspielbar zu sein. Dabei verlieren sie halt gerne den Ball, weil sie dabei inzwischen von jedem Gegner gedoppelt werden.

    Solche zentralen Mittelfeldspieler müssten aber mehr laufen, als Kroos das zu tun in der Lage ist (oder auch dazu bereit ist).

    Ich würde aber dennoch konstruktiv sagen:

    ———————-ST Gomez—————————
    —LA Rib ODER !Rob———————RA Müller–
    ——ZM Alaba/Schweini——-ZM Kroos————–
    ———————-DM L.G. oderTymo——————-
    –LV Lahm—IV Bad——–IV Boateng—-RV Rafinha

    Wobei Rafinha mal einen Positionhalten-Einlauf braucht.

    Mittelfristig einen Kader planen, der echte RMs, LMs im System hat und Robben tendenziell abgegeben. Stattdessen einen zweiten Strafraumstürmer auf internationalem Topniveau verpflichten.

    Konkret außerdem jetzt Binse: Wer nicht 90 Minuten am Atemluftlimit rennt, grätscht und Gras frisst, spielt nächste Mal nicht.

  83. Ende

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