Der Sieger, der nicht sein durfte

Gestern war Championsleague. Das Finale.

Ich habe kaum was gesehen. Nur kurz einen Ticker. Da stand es 2:0 für Milan. Als ich den Fernseher anmachte, stand es nur noch 2:1, aber meine Hoffnung war trügerisch. Wenn in einem Spiel Inzaghi zwei Tore macht, noch dazu so eins wie das 1:0, dann kann für Milan nichts schiefgehen.

Jetzt könnte man als Bayern-Fan natürlich sagen: Hey, wir sind gegen den späteren Sieger rausgeflogen. Derlei beschäftigte mich nach dem Spiel aber mitnichten. Ich musste einmal mehr zurückdenken. An den letzten Sommer.

Kann sich eigentlich noch jemand daran erinnern, dass Milan mehr als tief im Sumpf des italienischen Ligaskandals steckte?

Milan, neben Juve Nummer 2 der Beschuldigten, sollte zunächst gar aus der Serie A absteigen, zumindestens ein saftiger Punktabzug stand auf der Agenda.

Aber was passierte dann?

Schon in der ersten Instanz lächerlichen Urteilen, folgte Berufung auf Berufung. Sogar die UEFA ließ sich zu einem Gnadenurteil hinreissen und Milan in die Qualifikation zur Championsleague. Zwar wollte kurzfristig die Fifa noch eingreifen, dies zeugte allerdings einmal mehr nur von blindem Aktionismus.

Am Geldtropf des Medienmoguls und Ex-Ministerpräsidenten hängend, der seinerzeit drauf und dran war, sich neben den Medien und der Justiz, gleich ganz Italien unter den Nagel zu reissen, schaffte es Milan seine Stars zu halten, die sich tatsächlich durch eine holprige Vorrunde schleppten, um dann mit Glück das Achtelfinale zu überstehen, ausgerechnet gegen den FC Bayern im Rückspiel in München zu alter Stärke zurückzufinden und in der Vorschlussrunde als Gipfel die zuvor bärenstarken Engländer aus Manchester auszuschalten.

Im Finale war es dann zu spät Milan noch aufzuhalten, dafür war Liverpool einfach nicht frisch genug und vielleicht einen Tick zu britisch.

Wie auch immer: Diese ganze Entwicklung ist für mich mehr als bedauerlich, habe ich doch den Weg Milans seit dem Skandal verfolgt und konnte immer wieder nur mit Entsetzen feststellen, dass der AC Hürde über Hürde nahm, zunächst vor ital. Gerichten (schon in sich ein Widerspruch), dann auf dem Rasen.

Schlimm.

Klick zum Ende der Kommentarliste

0 Gedanken zu „Der Sieger, der nicht sein durfte

  1. Und wenn man dann noch mit ansehen muss wie B. mit dem Henkeltopf von den Spielern auf Händen getragen wird….
    *mirwirdschonwiederschlecht*

  2. Du sprichst mir zu 100% aus der Seele! Egal gegen wen oder wie sie gewonnen haben… sie haben sich national durch Betrug für diesen Wettbewerb qualifiziert und das darf einfach nicht sein!!! Wenn ich überlegen, wieviel Aufhebens damals um den Fall Hoyzer gemacht wurde, aber das hier geht fast unter…
    Ich habe mir daher auch ganz bewusst, dass Milan-Halbfinale sowie auch das Finale nicht angeschaut!

  3. armer europäischer fußball ….

    herr hoyzer, wolln sie nicht das nächstjährliche finale pfeifen?

  4. Ende