Menschenhandel jetzt auch beim FC Bayern?

So könnte man denken, wenn man diese Meldung liest:

Der FC Bayern München hat Pierre „Pier“ Larrauri verpflichtet. Der 13-Jährige wird in seinem Heimatland bereits als der „neue Lionel Messi“ bezeichnet.

Nun. Der Verein hat inzwischen dementiert. Und zwar heftig. Wie übermittelt wurde.

„Da ist überhaupt nichts dran. Der Junge war zweimal beim Probetraining hier, das war es. Einen Vertrag gibt es nicht“, sagte Werner Kern, Leiter des „junior teams“ des FC Bayern.

Man kann von diesen Dingen halten was man will, aber wir haben ja schon Probleme gerade volljährig gewordene Spieler aus Südamerika hier zu integrieren, wie soll das erst mit Jugendlichen klappen? Auf der anderen Seite könnte er im Jugendinternat aufwachsen (allein das Wort) – der Druck, dass man von ihm quasi erwartet eben dieser neue Lionel Messi erst noch zu werden ist schon ziemlich heftig. Geht eigentlich gar nicht. Dann hat man halt Pech gehabt und der Spieler wird mit 18 ziemlich teuer oder spielt bei richtigen Monopoly-Vereinen wie Chelsea oder Real. Punkt.

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0 Gedanken zu „Menschenhandel jetzt auch beim FC Bayern?

  1. Ich würde ja vermuten, dass es einem 13-Jährigen leichter fällt, sich an einen neuen Kulturkreis zu gewöhnen.

  2. Aber wir reden hier trotzdem noch von einem Kind. Meine Meinung. Und den von zu Hause wegzuholen finde ich echt ziemlich daneben. Welcher 13-jährige aus Südamerika ist so gefestigt, dass er eine dauerhafte Entfernung von geschätzten 12.000 km von Eltern und gewohntem Umfeld locker wegsteckt?

    Wie auch immer, kann mich ja auch täuschen…

  3. Da kann man natürlich drüber diskutieren.

    Aber ich weiß nicht, aus was für einem Umfeld der kommt. Kommt er sus ’nem Ghetto, geht’s ihm in München vermutlich besser. Und wenn man sich überlegt, wie viele Kids beispielsweise in England im Internat aufwachsen müssen…

    Und die Bayern haben ja schon hinlänglich bewiesen, dass sie sich um die Jungs vernünftig kümmern.

  4. Stimmt. Allerdings ist das Bayern-Internat zumeist auf in diesem Kulturkreis Aufgewachsene ausgerichtet. Wir werden es erleben, ob diese Art des Kinder-Transfers auch irgendwann beim FC Bayern aufschlägt…

  5. War da nicht mal vor ein paar Jahren ein rührender Bericht im SZ-Magazin über die Internats-Politik der Bayern? Irgendsowas Ähnliches auf jeden Fall… Sammy Kuffour hat erzählt, dass er eine eigene Betreuerin hatte, die für ihn gekocht hat, wenn er einsam war und die er dann auch „Mama“ genannt hat. Bei Owen Hargreaves war’s dasselbe, nur hatte der zuerst Hemmungen, seine Kontaktperson „Mama“ zu nennen. 🙂
    Klingt nicht nach menschenunwürdigen Zuständen, oder?

  6. Nein. Kuffour hatte keine eigene Betreuerin, das war quasi die „Mutter“ des Internats. Die hat die jungen Burschen betreut, für sie gekocht und war für sie da bei jeglichen Problemen, die man als junger Fußballspieler fern von zu Hause so hat.

    Die „Mutter“ hieß übrigens Christa Schweinberger und ist viel zu früh im Alter von 62 Jahren im letzten November verstorben.

  7. Wirklich eine schöne Geschichte, die Personalkosten könnte man sich ja auch dadurch sparen, indem man einen Fernseher und Essensautomaten aufstellt. Respekt, dass die Bayern sowas nicht machen.
    Aber was hat es denn mit den Zuständen in englischen Internaten auf sich, die ihr hier auch angesprochen habt? Woher kommen die Belege?

  8. Wenn die Eltern dabei nicht einschreiten, ist wohl schwer etwas zu machen: Man kann sie ja schließlich nicht dazu zwingen, ihr Kind in einem pädagogisch ausgereiften, gesicherten, sozialen Umfeld aufwachsen zu lassen.
    Dass die Bayern bei diesem Trend jetzt mitmachen, finde ich schon schwach, zumal sich der jetzt hochgelobte Kinderstar bei den Bayern wohl nicht zum Weltklassespieler entwickeln wird (bei wie vielen Spielern hat das bisher funktioniert? Und ja, Schweinsteiger ist schon toll, Lahm auch, aber die sind bei weitem nicht so weit wie manch Engländer oder Brasilianer in dem Alter. Komisch, bei den anderen funktionierts öfter…) 🙂
    Und wenn sie ihm noch so viele Apfelkuchen backen, 13 bleibt 13.

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  10. Ende