Der Worte sind genug gewechselt

Als ich erfuhr, dass Robert Enke an Depressionen litt, wollte ich endlich die Gelegenheit nutzen, derlei zu thematisieren.

Schon rund um das Thema Deisler und sein Buch war ich kurz davor. Dann glitt mir das alles wieder aus den Händen. Und auch heute ließ ich ab von diesem Vorhaben.

Allerdings ganz bewusst.

Sicher. Auch ich trauere um Robert Enke. So wie ich um jeden wildfremden Menschen trauere, den ich nie kennengelernt habe und allenfalls aus dem Fernsehen kenne.

Was da an Anteilnahme über die multiplen Kanäle aufprallte, fand ich bemerkenswert. Davor habe ich natürlich den größten Respekt – ich könnte das aber nicht. Enke war weder meine Frau, noch mein Kind, meine Familie oder ein enger Freund. Anders kann ich das leider nicht sehen.

Wo ich allerdings mehr als nah bei Enke bin, ist das Thema Verlust eines Kindes, bin ich doch selbst Vater eines fast zweijährigen Sohnes.

Na wie auch immer. Wenn sich die Emotionen wieder ein wenig gelegt haben, werde ich mir einen Bericht zum Thema überlegen.

Denn das wäre doch ein echtes Vermächtnis Enkes, wenn wir das (Tabu-)Thema Depressionen (gerade im Bundesliga-Fußball) beackern und somit fernab der aktuellen Schlagzeilen am Leben halten und uns damit auseinandersetzen, oder?

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0 Gedanken zu „Der Worte sind genug gewechselt

  1. Auch wenn ich Enke ebenfalls nicht kannte, bin ich doch schwer von seinem Tod getroffen. Wenn man jemanden über Jahre am TV und Stadion begleitet ist es doch irgendwie persönlicher, zumal ich generell bei verstorbenen Fußballern ein Gefühl wie „Einer von uns“ habe, das die Tragik für einen selbst noch verstärkt.

  2. @wildsau
    Geht mir ähnlich so. Vor allem weil er ja irgendwie auch ein besonderer Typ Mensch war. Symphatisch, Volksnah. Ich glaub auch das Haifischbecken FC Bayern hätte ihm bestimmt nicht gut getan.

  3. @paule – „so wie ich um jeden wildfremden menschen trauere, den ich nie kennen gelernt habe und allenfalls aus dem fernsehen kenne“ – ich glaube, das tust du nicht, das tut keiner und da hätte man auch (zu)viel zu tun. mit deinen worten triffst du die gefühle der meisten fußballfans gleich welcher couleur nicht so ganz.

    erstaunlich finde ich, welche eine welle der anteilnahme durchs ganze land geht. das dürfte an der person robert enkes liegen, die sich so wohltuend abhob vom vorherrschenden (manchmal berechtigten) klischeebild des profifußballers – und an seinem besonderen schicksal.

    könnte mir andere ehemalige oder noch aktive kicker vorstellen, deren tod, noch dazu auf diese furchtbare weise, hämische bis bitterböse kommentare nach sich zöge. (wir) fans können bisweilen grausam unversöhnlich sein…einen solchen kommentar habe ich den ganzen tag nirgendwo im netz gelesen und das führe ich schon auf die persönlichkeit robert enkes zurück – soweit sie in den medien durchschien. hätte ihn gern bei uns gesehen, aber wie munichbrewer schreibt…ob ihm der fcb gut getan hätte? andererseits hat uli hoeness sebsatian deisler in seiner ähnlichen bedrängnis soviel verständnis und hilfe entgegengebracht wie wohl niemand sonst.

  4. @paule
    vielleicht bist du eher normal in deinen zurückhaltenderen Empfindungen.
    Die Medien bringen uns die Menschen nahe, unnatürlich nahe, aber Empathie ist wichtig im Fussball, ich denke das bringt uns auch den Spaß, den wir suchen.
    Wie oft hab‘ ich dem Enke die Seuche an den Hals gewünscht, wenn er gegen meinen Verein gehalten hat, wie oft habe ich gejubelt wenn er „National“ gehalten hat…
    Aber als Vater (und Sohn) mit „einschlägigen“ Erfahrungen relativiert sich dann alles und man empfindet sehr mit dem tragischen Schicksal.
    Vielleicht kann man sich in solchen Momenten auch mal klar machen wie absurd der allgemein übliche Fan-Hass ist !!!
    Ich freue mich auf jeden Fall schon auf deinen „Depressions Blog“
    Ist im Fussball Platz für Depressive, Schwule und Versager?
    Können wir eventuell Frauen-Fussball als solchen akzeptieren, oder ist die letzte Männer-Bastion in Gefahr?
    Nun denn, wir werden sehen, Enke war auf jeden Fall ein super Torhüter…

  5. Die Frage habe ich mir seit gestern morgen auch gestellt: Warum bin ich vollkommen erschlagen davon, dass ein Fußballer sich das Leben nimmt? Das tun schließlich zig andere jeden Tag – und jeder Fall ist auf seine Weise tragisch und grausam. Und? Man liest bestenfalls die kleinen Miniartikel in der Zeitung und geht seines Weges.

    Vielleicht ist’s die Diskrepanz zwischen dem Menschen im Schweinwerferlicht, von dem man vieles zu wissen glaubt und dem Menschen außerhalb der großen Bühne, von dessen Kämpfen man gar nichts weiß. Dazu kommt, dass Enke wahrscheinlich den meisten Fußballfans auf eine Art sympathisch war die selten ist.

    Und natürlich hat man als Familienvater (meiner ist nicht mal drei Monate alt) noch eine, wie auch immer hormonell gesteuerte, Sensibilität für alles, was mit Kindern, deren Krankheiten, Behinderungen und Leiden zu tun hat. Und versteht auch die wahnsinnige Angst, dass ihm durch seine neu aufgebrochene Krankheit die kleine Tochter weggenommen werden könnte. Auch wenn sie wohl unbegründet war. Allein der Gedanke daran ist unerträglich, weil man es immer auf seine eigene Situation und seinen Murkel bezieht. Da wird aus dem coolen harten Kerl (wenn es den noch gibt nach drei Monaten Inskindverliebtsein) im Nu ne ganz schöne Heulsuse.

    Und das reicht dann auch.

  6. Klar war auch ich im ersten Moment von dem Tode von Robert Enke geschockt. Aber jeder von uns hat auch ein Privatleben und eine eigene nähere Umgebung. Es ist hart und bestimmt für Familie und Angehörige.

    Aber wo war gestern denn noch was anderes zu hören??

    Schweinegrippe ist gestern gar nicht in den Medien gefallen. Depressionen sind ein sehr schwieriges Thema das weiß jeder von uns, aber er hatte auch ein Umfeld was soweit möglich das Mögliche getan hat.

    Von einer sehr guten Freundin erlebt der Vater dieses Jahr den Heiligabend zum letzten mal und das im Alter von gerade einmal 59, das bewegt mich noch mehr, weil ich unmittelbar davon betroffen bin.

  7. Mich hat die Nachricht von Enkes Tod auch richtig erwischt. Ich war total fertig und bin es immer noch. Warum? Vielleicht weil ich Enke immer für seine Stärke bewundert habe, wie er es geschafft hat mit den privaten Schicksalsschlägen in der Öffentlichkeit umzugehen.

    Stärke?

    Es macht mich traurig, dass Menschen in unserer Gesellschaft so einsam sein können. Selbst dann, wenn Wochenende für Wochenende Tausende deinen Namen rufen, dich bejubeln oder deine gute Leistung verfluchen. Ich weiß leider wenig über Depressionen, aber dass sie so stark sein können, soviel Macht über einen Menschen gewinnen können, dass erschüttert mich. Immer wieder.

  8. Ich weiß nicht ob das Thema „Depression“ ein so spezielles (Tabu-)Thema im Fußball ist. Ich glaube, dass das Thema Depression überall ein Thema ist welches nicht gerne angeschnitten wird weil es schlichtweg schwer zu greifen ist. Wann hat man mal einfach keine sonderlich gute Zeit, wann hat man denn dann wirklich eine Depression?
    Das Thema ist somit schwer zu analysieren und womöglich nicht zu greifen und betrifft mit Sicherheit nicht speziell den Profifußball.

    Ich glaube, dass man manche Sachen auch einfach nicht erklären kann und dass es auch mal gut tut einfach innezuhalten. Gott zu danken, dass wir diese Zweifel die einen innerlich zerfressen nicht haben und einfach sich mal wieder zu konzentrieren was denn wirklich im Leben zählt und sich dessen bewusst zu werden wie klein oft gerade die Sachen sind von denen wir glauben sie wären so groß und so wichtig.
    Oft ist es andersrum. Die kleinen Dinge im Leben, die die wir als selbstverständlich hinnehmen, sind die, die eigentlich am größten und wichtigsten sind.

    Und machen wir das doch auch. Sparen wir uns die Versuche das „Warum“ zu erklären, wo wir doch schon wissen, dass die Suche danach im Sand verlaufen wird.
    Sparen wir uns die Fragen danach warum viele um jemanden trauern den sie scheinbar nur aus dem Fernsehen kennen und freuen wir uns lieber darüber, dass es in dieser Welt noch Platz gibt um jemanden zu trauern den man selbst nicht persönlich kannte.
    Lassen wir den Robert einfach so in uns weiterleben wie er uns die größten Freuden bereitet hat und lassen seinen Tod als Warnung einfach im Hintergrund schweben.

    Wir haben einen der „Unseren“ verloren auch wenn er die anderen Farben trug. Wir haben einen verloren der überall respektiert wurde, wir haben einen verloren der uns Wochenende für Wochenende begleitet hat. Wir haben einen verloren der nie die Schlagzeilen neben den Spielberichten beherrschte, dafür oft die Schlagzeilen in den Spielberichten. Wir haben einen sympathischen Sportler verloren, einen langen Begleiter.

    Wünschen wir ihm, dass seine Schmerzen jetzt vorbei sind. Wünschen wir ihm, dass er gefunden hat wonach er gesucht hat. Wünschen wir ihm, dass er in Frieden ruhen kann trotz seiner Flucht.
    Halten wir ihn in Ehren, bewahren wir ein Andenken was einfach das widerspiegelt was er lange lange Zeit für uns war.
    Ein sympathischer Sportler, ein großartiger Fußballtorhüter und ein Idol für viele Menschen.

    Sagen wir Danke für das was er uns gegeben hat und geben wir unsere Kraft seiner Frau die das Schicksal schwer gebeutelt hat und die jetzt alleine weitermachen muss.

    Ist jetzt meine Meinung. Darum noch mal.
    Ruhe in Frieden Robert, wo immer du jetzt auch sein magst.
    Und schließe ich mich den schönen – wie ich finde – Worten des Pfarrers von gestern an:

    You´ll never walk alone

  9. @paule:
    ich kann deine gedanken verstehen.
    auch ich hätte niiiiemals gedacht das mir der tod eines „fremden“ so nahe gehen kann.
    war selbst überrascht von meiner inneren trauer.
    evtl. liegt es an der örtlichen nähe…ich wohne ca.40 minuten vor hannover.
    als ich die bilder seiner frau am bahnübergang sehen musste, bekam ich schüttelfrost!
    wahrscheinlich wäre es bei spieler xy aus süddeutschland auch bei mir anders.
    ich bekomme die aura des robert enke fast täglich irgendwo zu spühren.
    er ist DIE gallionsfigur von hannover geworden. spätestens seit der tragischen geschichte seiner tochter.
    ausserdem war er ein total auffälliger fussballer; eben weil er NICHT auffällig war.
    kennt ihr irgendjemanden, der etwas negatives sagen könnte über enke?
    unabhängig von seinem dramatischen ende?
    nein! ich nicht…
    selbst das ausland würdigt ihn mit respekt…

    thema „respekt“:da wir die zweifelhafte ehre haben, als 1.mannschaft nach enkes ableben in seiner arena zu gast zu sein, würde ich gern mal ein paar meinungen einholen.
    wie sollten sich die fcb fans verhalten?
    ich hab meine karte verschenkt, weil ich mich dort unwohl fühlen würde.
    gründe, siehe oben.

    ich denke die ultras werden sich was überlegen müssen.
    denn jubel möchte ich aus dem bayern block nicht hören…
    ansonsten würde ich angewidert auf ein paarallel-spiel schalten.

    ich wäre für schweigen. zwar anwesend sein, aber schweigen…
    90 minuten stille aus dem bayern block!

    das wäre imho dem umstand angemessen.
    sehe ich das zu eng?

  10. ich denke mal die Bayern Fans werden sich geanauso angemessen verhalten wie insgesamt der Verein Bayern München.
    Das die Bayern gestern ihre Internetseite zum Gedenken An Robert Enke in Schwarz aufgebaut hatten sagt da schon einiges.

    Der Großteil wird mit Sicherheit angemessen mit dem Umstand umgehen. Leider wissen wir aber auch, das überall ein paar Ausreißer geben wird ob nun aus Bayern Hamburg Berlin oder Köln um es mal mit Nord-Süd-West-Sost zu deuten…..

  11. @vonboedefeld: 90 Minuten Schweigen halte ich dann doch für übertrieben. Sicher, es ist ein großer Schock für uns alle und ein fußballerischer und menschlicher Verlust. Dennoch haben wir momentan eine Mannschaft, die unsere Unterstützung braucht, und mMn spricht nichts gegen Anfeuerungsrufe und (hoffentlich…) Torjubel. Das ist doch völlig normal.

    Die Bayernfans werden sich, da bin ich überzeugt, absolut korrekt verhalten und Robert Enke den Respekt erweisen, der ihm gebührt. Ich erinnere hier an Frankfurt letzte Saison, als der Eintracht-Fan gestorben ist und unsere Fans die Viertelstunde Schweigen mit durchgezogen haben. Da gab’s damals von Frankfurter Seite her großen Respekt.

    Das ist wirklich das geringste Problem…

  12. Ich hab von der Sache per SMS von nem guten Freund erfahren. Am Anfang hab ich mir auch irgendwie gedacht, dass es ja täglich Menschen gibt, die sich umbringen. Was ich aber eigentlich hervorheben will ist die Stärke seiner Frau! Ich fand die gestrige Pressekonferenz sehr erstaunlich, ich weiß nicht ob ich so kurz nach dem Selbstmord meiner Frau vor den Medien auftreten könnte und offen über die Sache reden möchte! Meinen Respekt hat die Frau 😉

  13. Ich weiß nur nicht, ob seine Frau das machen will, um aufzuklären, oder ob sie nicht einfach dem abscheulichen Boulevard-Treiben zuvor kommen will, dass sie zwangsläufig erwartet hätte.

    In meinen Augen eher schade, dass sie so etwas tun muss.

  14. Die Geschichte um Robert Enke ist traurig und tragisch, ohne Frage. Hat aber schon einmal jemand an die Zugführer/S-Bahn-Fahrer/Autofahrer gedacht, die die Selbstmörder „erlösen“ müssen. Die kriegen diese Bilder nie mehr aus dem Kopf.

  15. so sehe ich es auch es gibt doch eigentlich nicht viele die jetzt wirklich leiden.

    die Ehefrau, die Familie, der Zugfahrer……..

    der Rest ist nur ne Momentaufnahme.

  16. @dorfkind
    deswegen interessieren mich ja eure meinungen.
    ich habe meine karte ja wie gesagt schon verschenkt.
    hannover, bremen und wob sind meine „heimspiele“ da ich nunmal nicht in den genuss komme 14-tägig in der arena zugegen zu sein.
    (man, was beneide ich euch darum)
    das gehört fest in den alljährlichen terminkalender.
    aber so?
    nee, das würde ich nicht können.
    vielleicht fehlt euch der regionale bezug.
    versteht das nicht als vorwurf !!! bitte nicht…
    jeder „trauert“ nunmal anders.

    ein paar kollegen waren gestern, eher zufällig, in hannover.
    darunter viele bremer, 2 hamburger und ein schalker.
    sie haben allesamt geheult wie 4 jährige mädchen!
    das steckt einfach an.

    ich, als eingefleischter fcb fan seit geburt, verneige mich vor dem sportler und menschen robert enke.

    ein feiner kerl, der leider zu sensibel für unsere erfolgsverwöhnte gesellschaft war.
    life`s a bit*h

    hannover wird übrigens die nummer „1“ nie wieder vergeben.

    ich habe damals als mehmet „ging“ dasselbe von seiner „7“ gefordert;
    heute schäme ich mich für diese worte…aber wer konnte das ahnen…

  17. @Rantus
    Sehr schöne Worte.

    @vonboedefeld
    Ich denke, die Fans sollten sich einfach den Wünschen des Gastgebers anschließen. Das bekommen die beiden Fanlager bestimmt hin.

  18. Eigentlich fand ich ja, dass die meisten Medien das Thema Enke relativ sensibel behandelt haben. Aber die schönen Worte vom Umdenken sind nur schöne Worte. Habe gerade die oberpeinliche Werbung der ARD für das Länderspiel gegen die Elfenbeiner gesehen. Als ob nix gewesen wäre. Als ob dieses Spiel wirklich wichtig wäre in sportlicher Hinsicht. Warum können diese Idioten nicht einfach mal die Klappe halten. Das Spiel ist wichtig, aber nur in der Hinsicht, dass den Spielern Gelegenheit gegeben wird, ganz langsam wieder in den Alltag zurückzufinden.

  19. @rantus
    Respekt für deine Worte. Sehr schön.

    @vonboedefeld
    Auch ohne räumliche Nähe geht es einem (mir) ziemlich nahe, obwohl ich in der Regel auch sehr rational reagiere.

    Es traf halt doch nicht irgendjemand. Enke war nicht nur ein äußerst sympathischer Mensch und Sportler, auch aufgrund
    seines couragierten Einsatzes für karitative Zwecke und im Tierschutz habe ich ihn immer bewundert. Erst neulich bin ich noch auf
    seiner Hompage gewesen (was ich von keinem anderen Spieler behaupten kann) und habe über die unkonventionelle Art der
    Gestaltung schmunzeln müssen. Berichte und Intervies mit ihm habe ich immer gerne gesehen und ja, auch ich habe mich schon seit
    langem gefragt, warum er beim FCB überhaupt kein Thema gewesen ist.

    Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie hart es nun für die Hinterbliebenen sein muß. Vielleicht ist die überwältigende Anteilnahme
    allerorten ein kleiner Trost. In jedem Fall ist sie ein beleg dafür, welches Ansehen er genoss.

    Was bleibt einem noch zu sagen, was nicht schon gesagt wäre? Das Leben kann grausam aber auch sehr schön sein. Jeder muss seinen
    Weg finden.

    So bitter es ist: Weiter, immer weiter…

  20. Vielleicht, aber nur auch ganz vielleicht, kann der Suizid von Robert Enke tatsächlich eine über das Mediengedöns hinaus gehenden Effekt haben. Allüberall wird die Frage nach den Auswirkungen gestellt. Reinhard Rauball schwafelt im Sportstudio von grundsätzlich neuen Sichtweisen in Fußball, Sport und Leben.

    Diese Art von Betroffenheitsorgien (auch von Jackson unerreicht: Lady Di), zeichnen vor dem Hintergrund einer eigentlich untolerierbaren Weg-Schau-Haltung unserer Gesellschaft ein bizarres Bild. Was wird sich ändern?
    Werden sich die Medien ändern in ihrem Bestreben, möglichst schnell und möglichst exklusiv die auflagen- quoten- oder klickstärkste Story zu bringen?
    Werden sich die Fußballer bzw. Sportler ändern, ändern können, weil sich einer von ihnen umgebracht hat?

    Werden sich die Menschen in unseren gegenwärtigen, allgemein fast als göttlich gegeben betrachteten, Rahmenbedingungen ändern? Im Hinblick auf Depression? Oder im Hinblick auf das Leben? Ihr Leben?
    Werden also die vielen, sich so betroffen zeigenden Menschen, etwas in ihrem Leben ändern?

    Und mit Ändern ist nachhaltiges Ändern gemeint, nicht nur die 3 Wochen Medienhype, die so ein Event andauert.
    Wird sich wirklich was ändern?
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    @rantus #8: Dem kann man sich nur anschließen. Besser geht’s nicht. Danke.

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  24. Ende