Weisheiten #122

„Lahm liegt zu 90 Prozent falsch, und jetzt sage ich Ihnen, wer dahintersteckt: Roman Grill, sein Berater, der ja auch mal hier gearbeitet hat, will seinen Mandanten positionieren – als Kapitän, als Führungsfigur. Heute Morgen frage ich Grill am Telefon: Wieso erklärst du in der Öffentlichkeit, dass Philipp Lahm schon zwei-, dreimal beim Vorstand war? Du weißt genau, dass das nicht so ist. Und er antwortet mir: Wie soll er sich sonst profilieren? Das war die Antwort. Ist das nicht beschämend?! Da habe ich gesagt: Jetzt weiß ich Bescheid, ich wünsche dir noch einen schönen Tag!“

Uli Hoeneß, Insider und Quaselstrippe.

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0 Gedanken zu „Weisheiten #122

  1. bei aller hochachtung, ja verehrung für uli hoeness für das große herz, mit dem er immer das beste für seinen fc bayern erreichen will und oft erreicht hat und zudem vielen menschen abseits der schlagzeilen geholfen hat – das zeit-interview wirkt wie das blindwütige austeilen eines alternden potentaten, der die notwendigen veränderungen nicht erkennen will.

    wenn philipp lahm zu 90 prozent unrecht hat, dann haben 90 prozent der hier diskutierenden vom fußball keine ahnung. selbst wenn ihm grill das eingeflüstert haben sollte – was kaum vorstellbar ist, denn lahm ist keine marionette – falsch würde es dadurch noch nicht, was PL der süddeutschen erzählt hat. das UH-statement über trochowski allein reicht bei mir schon für drei wochen fremdschämen. wahrscheinlich haut uns der gute pjotr in der rückrunde in der arena zwei dinger rein. soll mal einer wagen, so etwas über einen unserer geistesreisen in rotweiß öffentlich daherzuplappern – der hätte uli honess gleich im genick. und weihnachten sind wir wieder oben und überhaupt’s, mir san die bestn und alle andern bläd..stoiber/kohl-syndrom, lieber uli hoeness. schade, wenn man sein lebenswerk so gefährdet. ein guter rat, den ich sonst nur auf die herren beckenbauer und rummenigge münzen würde, nun aber auch uli hoenss liebdn gern mitgeben würde: einfach mal die klappe halten und tatsächlich mal was „intern klären“ wie ihr’s angeblich immer von euren kickern so gerne hättet!

  2. Nun ja – ich bin, glaube ich, nicht der einzige, der denkt, dass Lahm in ziemlich vielen Dingen irrt. Ich kann das nicht anhand einer Prozentzahl ausdrücken, aber er hat auch in meinen Augen mehr falsches als richtiges gesagt.

  3. @q: ok, dann konkret: wo sind die deiner meinung nach falschen aussagen von lahm? ganz grob skizziert? tät mich echt interessieren, wie andere das sehen, wenn so viele es ebenso sehen wie PL…

  4. Es ist immer wieder ein verblüffendes Argument: „Person X hat recht, weil ich und viele, viele andere es genauso sehen“.
    Öhm … und was sagt das jetzt aus ? Die Meinung einer Person wird zur Wahrheit, weil 1000 andere Leute es genauso sehen ? Oder wie ?

    Kann es eventuell sein, das Uli Hoeneß recht hat und nicht die anderen ? Wäre zumindest eine Möglichkeit.

  5. @rotweiss:
    Also nur mal ganz grob aus dem Gedächtniss.

    Der Vergleich mit den von Lahm genannten Vereinen hinkt gewaltig. Chelsea als Beispiel für eine gute Transferpolitik anzuführen dürfte jawohl ein Witz sein. Schulden ohne Ende ,und einmal FA-Cup gewonnen. Hurra. Stell dir vor der FCB hätte weit über 700Mios für neue Spieler ausgegeben und einmal den DFB-Pokal gewonnen. Ich glaub die Fans würden mit Fackeln und Heugabeln vor der Geschäftsstelle stehen.
    Barca hat ein System ,richtig. Aber um das nachzumachen müsste man mehr Geld in die Nachwuchsarbeit pumpen ,als der FCB für die erste Mannschaft zur Verfügung hat.
    Verfehlte Transferpolitik?
    Man wollte Bosingwa holen. Den hat man nicht bekommen. Rafinha ist vom Trainer abgelehnt worden. Die Baustelle AV ist also auf jeden Fall schon mal erkannt worden. Das die nicht behoben worde ist also vG in die Schuhe zu schieben.
    Und will man dem Vorstand vorwerfen, das man an Rensing geglaubt hat´? Wohl eher nicht. Wem will man zum Vorwurf machen, das der sich auch unter vG nicht durchsetzt?
    Die Systemfrage ist wohl auch eher den Spielern vorzuwerfen. Von hochbezahlten Profis kann man doch wohl erwarten, das sie 2 Systeme beherrschen.
    Ich bin Zimmermann. Ich kann meinem Chef auch nicht erzählen, das ich nur Satteldächer zuschneiden kann. Mit dem Wunsch nach nur einem System hat Lahm sich selbst ein Armutszeugniss ausgestellt.

  6. @rotweiss:
    Mein Kommentar aus nem anderen Beitrag:

    Dass die Transferpolitik nicht die beste war – geschenkt, wussten wir auch.
    Allerdings ist das auch schon ein Punkt, wo Lahm in meinen Augen komplett daneben greift. Wie einer meiner Vorredner schrieb: wenn man Gomez bekommen kann, und noch dazu Toni eine oder keine Saison mehr bleibt, muss man ihn holen. Er ist Mittelstürmer und kann natürlich in beiden Systemen spielen. Genau wie Robben – möchte jemand behaupten, dass er als Rechtsaußen im 4-4-2 schlecht ist?

    Und warum muss der Verein ein System vorgeben? Ich möchte den Weltklassetrainer sehen, der sich das System komplett diktieren lässt, wenn er mehr als eine Saison bleiben soll. Auch wenn man ein “Haupt-System” hat, wird man doch wohl als Weltklassefußballer die Möglichkeit haben, ein anderes System zu spielen, wenn wichtige Spieler ausfallen.

    Dass er sich selbst rausnimmt, und gar nichts mit der Situation zu tun haben soll, ist frech und ziemlicher Quatsch. Auf rechts läuft bei ihm nach vorne nicht viel, auf links war er offensiv wesentlich stärker. Und wo mangelt es momentan bei uns?

  7. Nunja, ich bin eher der Meinung, dass Lahm im Kern recht hat. Sieht man sich mal die Einkäufe der letzten 10 Jahre an – was ich mal in einem Anflug von Langeweile neulich gemacht habe – muss man unweigerlich feststellen, dass wenn man es positiv sieht 50% der Einkäufe floppten.

    Bsp. Gomez: er ist ein Stürmer den seit Jahren über lange Bälle kommt. Natürlich kann er auch 1 gegen 1 aber das ist nicht seine herausragende Stärke. Während seiner Zeit bei Stuttgart hatte man außerdem kaum Möglichkeiten dies zu beurteilen. Seine Stärke ist es, in die Tiefe zu gehen und zu knipsen. So, und wann kann man diese Stärke bei einem FCB ausspielen? Man hat also einen Stürmer verplichtet, der zweifelsohne herausragende Fähigkeiten hat. Allerdings benötigt er im System des FCB und bei der Einstellung der Gegner, ganz andere Fähigkeiten. Ob er die entwickelt weiß man nicht. Dafür 35 Mio. hinzublättern ist fragwürdig, zumal er sein Können auf höchstem oder auch nur hohen Niveau noch nicht bewiesen hat.

    Mit der Verpflichtung von Toni hingegen wurde (damals) alles richtig gemacht. Ein Strafraumstürmer, ein Wühler, ein Knipser. Das hat gepasst.

    Als Vergleich hat Lahm ja auch ManU und Barca genannt. Da wird wohl keiner behaupten, dass es in den letzten Jahren an Titeln fehlte. Und das ist ja auch der Anspruch des FCB, auf Augenhöhe mit solchen Vereinen zu sein.

    Das Hoeneß als Argument nach einer fehlenden Philosophie lediglich durch die Schuldensituation anderer Vereine abzublocken versucht ist für mich ganz schwach und geht inhaltlich nicht auf Lahms Äußerungen ein. Dies zeigt, dass scheinbar keiner der Verantwortlichen überhaupt nur im Ansatz empfänglich ist für Kritik. Auch Beckenbauer tut es ab mit dem Verweis auf „die letzten 40 Jahre“. Ohne Worte.

    Eines gibt mir jedoch ein wenig mehr zu denken. Offensichtlich war bei der Verpflichtung von Robben „ganz klar vereinbart“ es beim 4-4-2 zu belassen. Dies scheint vG aber irgendwie nicht interessiert zu haben….

  8. Die Art und Weise, wie UH sich in dem Interview äußert, der primitive Tonfall, das Keifen, das verbale Um-Sich-Schlagen ist glaube ich das, was viele Fans stört. Und was mir als Hoeneß-Fan auch wehtut. Ich hätte mir gewünscht, er hätte in dem Interview etwas sachlicher argumentiert. Denn rein inhaltlich wird er in vielen Punkten richtig (und Lahm falsch) liegen.

    Als ich zunächst nur das Lahm-Interview kannte, gehörte auch ich zu denen, die Lahm zu 90% recht gaben. Jetzt, mit den Hoeneß-Aussagen (insbesondere zum Fakt, dass Lahm wohl doch nicht vorher intern eine Aussprache gesucht hat) stellt sich das anders dar.

    Dennoch: So primitiv auf einen eigenen Spieler einzudreschen war echt eine ganz schwache Nummer vom Würstchen Uli.

    Und wenn man das ganze Geld, dass Bayern in den letzten 10 Jahren für Graupen (inkl. Gehälter) verballert hat, zusammen nimmt, kommt man immer noch nicht auf Barca-Dimensionen, hätte sich aber zumindest eine deutlich harmonischere Mannschaft und ein System zusammenkaufen können.

    Unser Scouting ist Mist!
    Langfristiges strategisches Denken ist aus den Transfers heraus nicht zu erkennen!
    Erfolge sind abhängig von wenigen Einzelkönnern (Ribery, Toni im ersten Jahr, Makaay in der Double-Saison, etc).

  9. @q Zitat aus dem kicker: „es sei klar besprochen worden“. Wer mit wem lässt sich aus dem Kontext nur erahnen. Oder man müsste mal Karlo Wild fragen.

    @Franck Simmt! Das Scouting verdient seit Jahren nicht den Namen (zumindest was den Senioren-Bereich anbelangt). Wenn Neueinkäufe einschlagen, dann sind es bekannte und meist teure Spieler. Oder es sind bekannte Spieler aus der eigenen Jugend. Weitestgehend unbekannte floppen mit großer Regelmäßigkeit.

    Vor einem dreiviertel Jahr erklärte Breitner noch groß und breit, warum der Kauf von Baumjohann sowas von Sinn macht. Da wüsste ich gerne mal heute seine Meinung.

    Bei der Verpflichtung von Sosa hätte UH sein Haus verwettet, dass es nicht ein zweiter Fall Dos Santos wird. Heute?

    Breno wird für 12 (?) Millionen als IV geholt während man Hummels nach Dortmund ziehen lässt – für mich eine der unbegreiflichsten Transaktionen.

  10. @q & uli: in anderen bereichen glaub ich auch nicht an die weisheit der masse -nur wird auf diesen seiten hier mit sachverstand und hingabe diskutiert von leuten, die sich mit dem fcb befassen und erkennbar ahnung haben – und hier findet lahm durchaus zustimmung. das heißt doch was! wie schon gesagt: um mich herum in der arena, wo wenig stadiontouristen und viele „lebenslängliche“ hocken, wurden lahms bemerkungen zu größten teil zustimmend aufgenommen.

    nicht alles, was er sagt, muss man unterschreiben. selbstverständlich müssen große mannschaften mehr als ein festes system spielen können – große spieler auch, wenn sie solche sein wollen. selbstverständlich wird sich kein trainer bei dienstantritt vom club sein system exakt vorschreiben lassen. mir fehlt nur eine wiedererkennbare – nein, nicht philosophie, eher: spielweise unseres clubs. die hieß mal, lang ist’s her: solide defensive, humorloses zuschlagen auch in den letzten zehn minuten, dem gegner respekt einjagen durch massives auftreten, kampfkraft statt brillianz. das hat weniger mit 4-4-2 oder 4-3-3 zu tun als mit mentalität und corporate identity. beides ist heute schwankend und unsicher geworden. wahrscheinlich hat uns das klinsmannjahr mehr geschadet als wir glauben…

    und was ist mit hoeness‘ ausfällen gegen die ganze welt? provoziert durch ein höflich-sachliches interview eines ebensolchen führungsspielers? mit unserer transferpolitik? alles blödsinn, was lahm da erzählt hat?

  11. Ich finde, dass genau die Änderung unser Philosphie uns im Moment Probleme bereitet.

    Früher, wie du sagst, „solide defensive, humorloses zuschlagen auch in den letzten zehn minuten, dem gegner respekt einjagen durch massives auftreten, kampfkraft statt brillianz“. Ist ja durchaus eine Philosphie gewesen.

    Seit einigen Saisons hat sich das, natürlich auch durch Druck von Außen, geändert. Wir versuchen krampfhaft, „schöneren“ Fußball zu spielen, und stellen gleichzeitig fest, dass das nicht unbedingt erfolgreicher ist. Weil u.a. die schön und gleichzeitig effektiv spielenden Fußballer verdammt selten und teuer sind.

    Und weil es schon rausklingt: ja, ich habe von dieser Änderung nie wirklich viel gehalten. Ich will kein zweites, in Schönheit sterbendes Leverkusen werden. Ich glaube nicht, dass es sich der FCB wie andere große ausländische Klubs leisten kann, über Jahre keine Titel zu holen.

    War Lahms Interview sachlich und höflich, als er die Mittelfeldspieler angegriffen hat, so getan hat, als ob Robben nicht in beide Systeme passt oder sich selbst einfach mal von jeglicher Kritik ausgenommen hat? 😉
    Was Ulis Ausfälle nicht besser darstehn lassen soll – auch er schießt zu oft über die Grenze hinaus, ganz klar.

  12. Die öffentliche Reaktion von Uli war eigentlich unnötig. Er hätte einfach sagen sollen, dass ihm solche Kritik in der Öffentlichkeit nicht gefällt – und fertig. Jetzt macht er die Baustelle noch mal wieder auf Da sieht mir doch ein wenig so aus, als wolle er kurz vor seinem Rückzug auf Biegen und Brechen seinen Ruf retten.

    Natürlich hat er recht, wenn er Barca oder Arsenal in Frage stellt, weil die mehr Geld raushauen als sie haben. Aber das hat nur bedingt mit dem FCB und dem Erfolg des Vereins in den letzten zwei Jahren zu tun. Und darum ging es Phillip Lahm ja in erster Linie. Um den Erfolg und wie man wieder dorthin kommen kann. Und dass der Weg dorthin in der letzten Zeit nicht zu erkennen war. Und da stimme ich Lahm zu, das ist erst mit der Verpflichtung des neuen Trainers wieder erkennbar gewesen.

  13. Uli Hoeneß hat einfach nichts begriffen von dem, was Lahm meinte. Er kann es offensichtlich auch gar nicht begreifen, weil er es nicht besser weis. Hoeneß verwechselt Philosophie mit System und umgekehrt.
    Hoeneß mag ein recht ordentlicher Geschäftsmann sein, aber von strategischer Unternehmensführung hat er keine Ahnung. Leute, die davon sprechen, sind für ihn sicherlich Klugscheißer und Dummschwätzer.
    Wie hier schon gesagt, kommt zuerst die sog. Corporate Identity, also wer bin ich eigentlich. Daraus kann man dann eine Philosophie ableiten, was wiederum über ein oder mehrere Systeme umgesetzt wird. Dann wird ein Schuh daraus.
    Das machen eben die von Lahm angesprochenen Clubs ManUtd., Arsenal und Barca.
    Natürlich reicht das noch lange nicht, um sämtliche Titel abzuräumen. Aber ohne diese Art von Vorgehen gewinnt man gar nichts mehr. Definitiv.
    Und Höneß stellt sich hin und watscht jeden ab, den er habhaft werden kann. Was für ein Armutszeugnis.

  14. @koo 13.

    Volle Zustimmung. Es ging mitnichten um die finanziellen Dinge, es ging und geht vielmehr um verpulverte Kohle durch schlechte, konzeptlose Einkäufe und dem daraus folgenden sportlichen Resultat.

    Und dazu sagte der Uli m.E. nicht so viel in seinem Furor!

    Wie rotweiss schon an anderer Stelle schrieb, Fremdschämen ist im Falle UH und seines letzten Statements zum Lahm-Interview angesagt.

  15. @Tafelrunde: Welche Philosophie haben die von dir angesprochenen Klubs denn?
    Alles kaufen was so rumläuft, weil Geld keine Rolle spielt.

    Und dem Mann, der seit 30 Jahren den FCB von Erfolg zu Erfolg führt, die Fähigkeit der Unternehmensführung abzusprechen, ist doch wohl nicht dein Ernst?. Wir werden weltweit beneidet um diesen Mann, und hier wird er kleingeredet, wegen einer zugegebenermassen etwas schwierigen Phase .
    Mal ruhig bleiben.

  16. @antikas – es würde die unglaubliche lebensleistung des uli hoeness für den fc bayern noch vergolden, wäre er in der lage, die ganze situation um lahms interview, den schlechten saisonstart, die kritik von allen seiten etc. gelassener anzunehmen, daraus zu lernen, konsequenzen zu ziehen und nicht den eindruck zu hinterlassen, er schlage auf alles ein, was nicht seiner meinung ist.

    btw: wir kaufen zwar nicht alles, was rumläuft – aber doch etliches, oder? und das läuft dann nicht, sondern hockt wie blei auf der bank und blockiert geldmittel und plätze für bessere. erinnert sich noch wer, wie paul breitner den sosa angepriesen hat, als er ihn in buenos aires abholte? und der breno war der kommende mann nach olympia in peking? au wei…

    es tut wahrscheinlich allen anderen bayernfans, die uli hoenss hier kritisieren, genauso weh wie mir, dies tun zu müssen. die fähigkeit zur unternehmensführung will ihm keiner absprechen, aber fehlentscheidungen und -entwicklungen darf man schon mal beim namen nennen. demn club schadet letztlich die reaktion auf das interview mit hoeness‘ trochowski-schelte etc. viel mehr als lahms aussagen!

  17. Aber so war er doch immer der Uli. Laut,polternd und wenn „sein“ FCB kritisiert wird emotional auch mal über die Strenge schlagend.
    Ich find es geil das der Mann, nach 30Jahren in der Branche, noch mit soviel Herzblut dabei ist.

    Und natürlich hat der FCB auch viele Fehlgriffe in der Personalpolitik gehabt.Keine Frage. Es ist aber naiv zu glauben, das andere europäische Spitzenklubs ne 100% Trefferquote haben. Die kaufen auch genug Müll,aber das kriegt man halt hier nicht so mit.

    Und dem Klub hat Lahm geschadet. Nicht Hoeness. Da war er schlecht beraten.

  18. @antikas: Schon mehrfach habe ich hier in diesem Forum dargelegt, wie die jeweilige Philosophie – besser ist hier der Begriff Positionierung – der immer wieder aufgeführten Clubs wie ManUtd. etc. aussieht, soweit man das als Außenstehender mal so auf die Schnelle sehen kann. Das ist eben genau das Gegenteil von „Alles kaufen was so rumläuft, weil Geld keine Rolle spielt“.

    Noch mal ganz kurz: ManUtd. hat die Philosphie, schnellen und druckvollen Angriffsfußball zu spielen. Sobald sie eine Schwachstelle sehen, schauen sie sich auf dem Markt nach dem geeigneten Spieler um (oft sehr lange). Das ist in den seltensten Fällen ein großer Star (bitte mal die Stammelf von ManUtd. betrachten), der da geholt wird, aber eben auch manchmal ein Großkaliber.

    Barca hat eine andere, auf absolute Ballkontrolle basierende Philosophie. Durch schnelles direktes Passspiel werden Lücken aufgerissen, in die dann der tödliche finale Pass erfolgt. Die Spieler werden ganz gezielt dazu geholt, entweder aus der eigenen Jugend oder eben vom Markt.

    Die Bayern hatten mit ihrer Philosophie „Alles kaufen was so rumläuft, weil Geld keine Rolle spielt“, lange Zeit durchaus Erfolg. Nur, das funktioniert eben so nicht mehr, inzwischen nicht mal mehr national.

    Weiter oben konnte man lesen, dass du Handwerker bist. Was meinst du, ob ihr in eurem Betrieb eine Philosophie habt? Auch wenn es erst einmal unglaubwürdig klingen mag: Jeder Betrieb hat eine Philosophie, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht. Meistens ist diese in der Persönlichkeit des Chefs begründet. In seiner Art und Weise, die Dinge anzugehen. Je klarer, detaillierter und nachvollziehbarer die Vorgaben, desto größer der Erfolg. Oder man macht es über den Preis. Oder über eine besondere Art der Mitarbeiterführung. Oder, oder, oder. Und das fließt dann in die konkrete Arbeit ein. So entstehen Unterschiede in der Wahrnehmung der jeweiligen Betriebe.

    Wenn allerdings der Chef einen nicht nachvollziehbaren Zick-Zack-Kurs fährt, vielleicht weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben, wird der Erfolg schnell ausbleiben. Selbst wenn er vorher lange Jahre erfolgreich tätig war. Das zählt aber im Hier und jetzt schnell nichts mehr.

    Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer sehen die Zeichen der Zeit nicht mehr. Sie wollen sie auch nicht sehen. Das erinnert fatal als Altersstarrsinn. Oder was jeder schon mal gehört hat: „Des ham ma ja no nia ned so gmacht. Do kännt ja jeda kumma.“!

    Ich habe einfach große Sorge um meinen Lieblingsverein.

  19. Bei dem finanziellen Harakiri das Manu betreibt kann ich keine wirtschaftlich vernünftige Philosophie erkennen. Und das gilt für die meisten Vereine die in diesem Zusammenhang so genannt werden .
    Wollen wir das denn für den FCB? Wollen wir 800 Millionen Euro Schulden, und dafür international wieder ganz gross mitmischen?
    Ganz ehrlich,der Verein ist momentan sicher nicht in der einfachsten Phase, aber Sorgen muss man sich glaub ich eher um die Vereine machen die hier immer als leuchtendes Beispiel genannt werden.
    Irgendwann wird der FCB einen würdigen Hitzfeldnachfolger haben( vielleicht haben wir den ja schon), und dann landet der Verein auch wieder in ruhigeren Fahrwassern.

  20. Was Hoeneß so populistisch über den Schuldenstand von Barca und ManUtd. hinaus posaunt hat, ist entweder bewusste Volksverdummung oder, noch schlimmer, er weis nichts über die tatsächlichen Gegebenheiten.
    Um jetzt nur ManUtd. zu betrachten: Die Schulden stammen von einer Übernahme des Clubs, bei dem der Club selbst die Übernahmekosten tragen muss. Ist, leider, nicht unübliche Geschäftspraxis von den sog. Heuschrecken.
    Aber auch dieses Statement von Hoeneß zeigt, auf welchem Niveau er argumentiert, im Gegensatz zu Lahm, der wirkliche Schwachstellen benennt und die richtigen Fragen aufwirft.
    Und noch mal: Der Trainer kann alleine die Kernprobleme nicht dauerhaft beseitigen, wenn die Oberen weiter so agieren, wie sie das schon zu lange machen.
    Der m.E. einzige Ausweg wäre das englische Managermodell, das durch Magath bei uns eingeführt wurde. Doch dass das so beim FCB eine Chance hätte, darf bezweifelt werden, müssten sich doch die altverdienten Granden aus allem raus halten und die (noch zu erarbeitende) Strategie leise intern begleiten.

  21. Ich seh das n bisschen anders. Das zur Verfügung stehende Spielermaterial wird nicht optimal genutzt. Mit diesen Leuten müsste man ganz anders dastehen. Und das kann nicht der Transferpolitik angelastet werden, sondern nur dem Trainer.

  22. Och, da gäbe es viel zu sagen. Klar sind das alles klasse Fußballer. Die sollten inzwischen auch begriffen haben, wie van Gaal spielen lassen will. Denn nur das ewige Hinten-rum-Ballgeschiebe kanns ja noch nicht gewesen sein.
    Nur, um ein so völlig neues Spielverständnis einer Mannschaft zu implementieren, bedarf es Zeit. Kriegt er die auch bei weiterhin ausbleibenden Erfolg?
    Und, warum erklärt Hoeneß nicht der Öffentlichkeit, wie man sich den FCB künftig spielerisch vorstellen kann. Glaubt er, das verstehen die Doofies eh nicht.
    Stattdessen haut er um sich und schleudert Giftpfeile in alle Richtungen.

  23. Ich werfe mal eine Möglichkeit in den Diskussionsring, die so offensichtlich ist, daß sie mir erst einige Tage, nachdem ich das Interview von Uli gelesen habe eingefallen ist.

    Uli lenkt alle Flak auf sich.

    Alle. Komplett.

    Keiner redet in der Presse mehr über die mögliche Demission von van Gaal. Der kann jetzt in Ruhe mit der Mannschaft arbeiten.

    Statt dessen hassen alle den Uli und prügeln auf ihn ein. Ich wette, Uli ist zufrieden.

    Alle auf ihn, das kann er abhaben. Seinen Verein lassen die Bayern-Hasser jetzt in Ruhe. So sitzt er jetzt wohl gerade zu Hause und lacht, weil die eigentlichen Themen (van Gaal, Transfers, Spielsysteme, Vereinsphilosophie) prima hinter seiner Polemik und damit aus den Medien verschwinden.

  24. @jennifer8: Wenn das tatsächlich so in Hoeneß‘ Kopf abgelaufen ist, dann aber höggschden Reschpeckt.

    Allerdings ist schwer vorstellbar, dass nun für ausreichend lange Zeit die eben eigentlichen Themen van Gaal, Transfers, Spielsysteme, Vereinsphilosophie von der Öffentlichkeit, sprich Anhängern und Medien, nicht mehr aufgegriffen werden.

    Auf der anderen Seite kann man die Aussagen von Hoeneß aber doch wohl viel glaubhafter in seiner großen, ja oft überbordenden Impulsivität begründet sehen.

  25. Ich weiß nicht, irgendwie drehen wir uns hier im Kreis. Lahm Interview hin, impulsiver Rundumschlag von Uli her. Fakt ist, es muss besser werden und zwar auf allen Ebenen und es muss bald besser werden.

    Die nächsten Wochen werden die Weichen dahingehend stellen, was im Winter zu tun ist. In welcher Ausprägung auch immer.

    Was ich bis dahin erwarte bzw. erhoffe?

    In der Liga zunächst wenigstens 1 Punkt gegen Leverkusen und jeweils drei Punkte aus den darauf folgenden vier Partien. Macht 33 Punkte zum Ende der Hinserie. Mal sehen, wo wir damit dann stehen.

    In der CL erwarte ich einen klaren Sieg gegen Haifa und – sofern das dann noch eine entscheidende Rolle spielt – eine bis dahin beste Saisonleistung in Turin.

    Danach wird zwischenbilanziert, sachlich hoffe ich.

  26. Wann hat Hoeneß eigentlich das letzte mal erwähnt, wie viel Schulden Bayern hat? Waren es jetzt 250 Mio oder mehr?

  27. Sehe es wie BigEasy, wir haben zwar eine mäßige Saison bisher, aber dank der Leistung der anderen ist soviel auch noch nicht verloren.

    @Pekka, wer hat dir erzählt das die Bayern Schulden hätten???

    die Finanzierung des Stadions wirst ja wohl nicht mit in die Liste aufnehmen, das wäre kaufmännisch ziemlich unlogisch.

    Also „UNSERE BAYERN“ sind doch wohl so ziemlich der einzige Klub dem es finanziell sehr gut geht.

  28. pekka: sowas nennt sich verbindlichkeiten!
    für die 250 mios (??!!) haben wir einen greifbaren gegenwert…

    keine „angst“; uns gehts sehr gut 😉

    hoffentlich reflektiert sich das auch bald wieder auf die sportliche leistung…

  29. Ich fand die Retourkutsche so Unnötig wie das Interview von Lahm wenn ich ehrlich bin. Aber gut. Man weiß ja was man bekommt wenn man einen sichtlich geladenen UH interviewt. Da sind Schlagzeilen immer dabei.
    Obs hilfreich ist oder etwas Druck von der Mannschaft nimmt? Nun ja. Muss sich zeigen.

    Lustig finde ich jetzt das Gewäsch mit dem HSV und was die Scharfrichter von der Zeitung mit den Großbuchstaben daraus machen.

    Aber hier finde ich echt lustig was UH gesagt hat. Weil leider Gottes stimmts auch…..

    Naja. Ansonsten ist das Mediengedöns zur Zeit wieder die Hölle. Immer heißt „Alarm bei Bayern“, „Sorgen um Bayern“, „Bayern qausi erledigt für die nächsten 600 Jahre“….

    Ich kanns nicht mehr hören.

    Liebe Spieler. Tuts mir doch bitte einen gefallen. Hauts nächsten Sonntag die Neverkusener mit 5 Toren aus dem Stadion, spielts denen Knoten in die Beine, grätscht nieder was sich rührt und gebt danach kein Interview….

    Wird leider nicht eintreten, ich weiß, bin ja irgendwo Realist. Aber träumen wird man ja noch dürfen…

  30. @Rantus: glaube nicht, das das jetzt sooo unrealistisch ist, zumindest ein sieg gegen leverkusen. Die werden sich (hoffentlich) nicht mit 10 mann hinten reinstellen. Und dann haben wir evtl,. mehr platz nach vorne.

    Außerdem riskiert vadder mal wieder die fahrt nach München. Ich muß doch auch endlich wider mal dafür belohnt werden. Gerade nach dem Mist gegen Bordeaux…

  31. @vanboedefeld

    Klar gibt es einen Gegenwert und klar kann man das auch Verbindlichkeiten nennen. Aber man kann es auch Schulden nennen, so wie es Hoeneß bei anderen Clubs macht. Oder gibt es bei Real oder Arsenal oder ManUnited oder oder keinen Gegenwert?

  32. @vadder

    Ja. Bin auch im Stadion. Und hoffe, dass ich nicht nochmal eine Niederlage ansehen muss nachdem schon gegen Bordeaux die Serie riss…..

    Aber eigentlich sahen wir gegen Neverkusen immer gut aus. Schau mer mal.

  33. Also im Normalfall dürfte uns ja wenn es nach den letzten Jahrzehnten geht rein gar nichts passieren. Denn die Zeiten eines Ökland, der uns doch mal drei eingeschenkt hatte sind ja lange vorbei…. 😉

  34. @ rantus und vadder:
    Bin auch mal wieder im Stadion – trotz knapp 800 km Entfernung. War das letzte Mal im April da, damals gab´s ein 4:0 gegen Frankfurt. Das darf sich gerne wiederholen. Ist zwar keine Serie, aber wenn wir drei uns zusammentun, dann müsste doch was gehen.;-)

  35. Ende