Wir fahren nach Schalke, um zu gewinnen. Für Robert.

Oder so.

Zumindestens der erste Teil des Zitats ist echt. Von Hanno Balitsch. Noch einer, der das mit Robert Enke alles vorher gewusst hat.

Wieso auch nicht. Das mit dem Auswärtssieg für Hannover jetzt.

Geht das Leben weiter, oder nicht?

Meine Meinung zum Thema Enke habe ich ja schon zum Besten gegeben. Kann man ähnlich sehen, muss man aber nicht.

Aber glaubt eigentlich irgendjemand ernsthaft, dass sich jetzt in der Bundesliga etwas ändern wird?

Will jetzt keiner mehr gegen Hannover gewinnen? Wegen Robert?

Wird es jetzt keine Schmähungen mehr von den Rängen geben, nur weil es vielleicht einen Spieler auf dem Platz geben könnte, der davon betroffen sein könnte. Jetzt auch als Tabu-Thema?

Ich mein‘, klar, das wäre ja jetzt direkt mal eine Chance für die Schalker Fans, hier mal Charakter zu zeigen. Und sämtliche Schmähungen gegen den Gegner zu unterlassen. Nur die eigene Mannschaft nach vorne zu peitschen. Damit sie gegen Hannover das Heimspiel gewinnt?

Oder wäre das politisch inkorrekt? Weil Hannover schließlich Enkes Team war?

Und kommt es im nächsten Hannover-Spiel tatsächlich zum ausbleibenden Jubel, sollten die Bayern im Auswärtsspiel an der Leine siegreich sein? Sowas habe ich schon ernsthaft gelesen.

Für mich ist das alles weltfremd.

Ein Fußball-Fan mag das vielleicht noch differenziert sehen können. Aber in einem Stadion, in einer „Kurve“ gibt es „die Fans“. Da geht der einzelne Fan „in der Masse“ unter.

Und „die Masse“ differenziert nicht. Deshalb wird es auch in Zukunft derlei emotional getriebene Ausbrüche geben, die den Gegner insgesamt, einzelne Spieler, den Schiedsrichter oder wen auch immer, beleidigen, herabsetzen und verunglimpfen werden.

So ist nun einmal Fußball. Auch das kann man gut oder schlecht finden (und schlecht finden dies vor allen all die Gutmenschen, die in diesen Tagen eine Veränderung in der Gesellschaft fordern).

Damit mich keiner falsch versteht: Ich bin eigentlich gar nicht so. Aber zwischen An- und Abpfiff verändere ich mich. Das ist eine eigene Welt. Welcher (wirkliche) Fan (mit allen Konsequenzen) kann derlei abstreiten?

Es ist hier auch kein einfaches „weiter so“ gemeint. Das wird es nicht geben. Aber eben auch kein „jetzt wird alles anders“.

Was es geben wird – und sowas gibt’s (soweit ich weiß) auch beim FC Bayern schon – ist eine intensivere Betreuung rund um die Spieler. Psychologisch. Professionell.

Das ist gut und richtig.

Ferner wird es – sofern hier die Gesellschaft insgesamt ein Vorbild für den Fußball wird – irgendwann mehr Akzeptanz geben. Zum Beispiel auch für homosexuelle Fußballer (irgendwo habe ich den Vergleich mit Westerwelle/Wowereit gelesen – in der Politik geht’s, wieso dann nicht auch im Fußball? Alles nur eine Frage der Homophobie unter Hetero-Männern?).

Dann sind betroffene Spieler, dann ist der Mensch, der immer noch dahintersteht, eventuell stark genug, die „Schwulen“-Sprüche in Stadien locker(er) zu verarbeiten.

Aber stellen wir uns nur mal vor, man wüsste von der Depression eines Spielers. So wie im Falle Deisler. Gab es ab diesem Zeitpunkt wirklich keine Sprüche und Rufe mehr bezüglich seiner Krankheit? Wirklich nicht?

Dafür muss man stark sein. Als Spieler, als Mensch, als Persönlichkeit. Und das kann man erreichen. Mit entsprechender Hilfe.

Trotzdem geht imho der Alltag weiter.

Wie? Sehen wir dann ja in Schalke.

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0 Gedanken zu „Wir fahren nach Schalke, um zu gewinnen. Für Robert.

  1. tja, das leben geht auf jeden fall weiter…und das ist gut so.
    denn das ist teil der bewältigung des ganzen!

    allerdings halte ich es für heuchlerisch was ich so teilweise lese und höre (nicht hier!!!)
    …warum denn der arme enke nix gesagt hat…
    …das es doch schwule fussballer gibt, die sich doch outen könnten…
    …das die erde eine scheibe ist…

    DAS GLAUBT AUCH NUR MEINE MUTTER !
    fussball ist ein männersport.
    sobald enke (jetzt mal stellvertretend) zugegeben „hätte“ das er depressiv ist „wären“ 10% der fans betroffen…
    … die anderen 90% würden ihm das leben zur hölle machen! FAKT !!!
    grad das ist das tragische an der geschichte.

    genauso würde es passieren wenn sich ein homosexueller outet.

    ich hab ein interessantes interview gesehen (ard?) mit nem sportpsychologen.
    der rät jedem schwulen dazu seine klappe zu halten bis ans karriereende!
    bei schauspielern oder politikern ist das nicht so schlimm ausgeprägt, da es keine „fans“ in dem sinne wie beim fussball gibt.
    oder habt ihr schon mal sprechchöre wie „steht auf, wenn ihr merkel seit“ gehört?

    die personenbezogene sympathie ebenso wie die antipathie ist beim sport extrem.
    grad beim fussball leider sehr extrem.

    auch ich bin froh, das die buli wieder losgeht.
    wenngleich ich auch nicht am nächsten wochenende nach hannover fahren werde.
    haltet mich für zu sensibel, evtl. ist es die örtliche nähe, die vorgeschichte seiner kranken tochter, die tragik im allgemeinen…whatever…
    ICH kann nicht party im bayern-block machen…noch nicht…
    zumal ich „die“ bahnstrecke nehmen müsste…

    nix wird anders, darauf gibts meinen segen! amen 😉

    p.s. trotzdem wird erssma neverkusen weggehauen, dann bauen wir hannover auf (sry, muss sein) dann gibts jeweils 3 punkte gegen g`bach, bochum und hertha!
    zack—herbstmeister und alle heulen wieder rum:
    „öööh, die bayern wieder…wie langweilig“
    …soooo solls sein!

  2. Ich denke es kommt darauf an, wie jeder einzelne sich ‚verändert‘.

    Wenn keiner umdenkt, dann wird sich auch nichts ändern.
    Ich werde umdenken und den versuchen den Menschen zu respektieren.

    Ich werde trotzdem schimpfen und zetern, versuche aber dabei respektvoll zu sein.

  3. Also ich gehe auch davon aus, das sich GARnichts ändern wird. In zwei-drei Wochen ist für den überwiegenden Teil Gras über die Sache gewachsen und das ist (vielleicht) auch gut so.

    Allerdings sehe ich es etwas differenzierter, ob es sich um eine Krankheit handelt oder um eine sexuelle Neigung. Ich denke (und hoffe), dass selbst die Dummen der Dummen verstehen, wie mit KRANKEN Menschen umzugehen ist und dass es irgendwie Respekt verdient. Ich denke Deisler wurde schon anders gesehen, als seine Krankheit raus kam. Bei anderen Krankheiten (Bsp. Krebs – Heiko Herrlich) war es ja auch so (soweit ich mich erinnere). Also warum soll man mit einer Depression einen allgemeinen Spießrutenlauf befürchten – natürlich auch von der Person abhängig und was unsere Medienwelt daraus macht.

    Bei Homosexualität sehe ich es komplett anders. Wer sich da im Fußball outet hat verloren. Der wird in jedem Stadion zu seinen Sprechchören kommen etc. Die Gesellschaft ist nicht soweit mit dem Thema adäquat umzugehen. Und mal Hand aufs Herz, es gehen ja nicht nur die oberen 10000 zu einem Fußballspiel und entsprechend kann auch nur die Erwartungshaltung sein.

    Wenn beim FCB nach 20 Minuten bei 0:0 die ersten Pfiffe ertönen, möchte ich mir nicht vorstellen, was sonst noch so drin ist.

    Zurück zum Tagesgeschäft. Sonntag Nachmittag – gewöhnungsbedürftig aber gut. Ich gehe fast davon aus, dass die Leverkusener wie eigentlich immer in den letzten Jahren mit sehr großem Respekt anreisen (ums mal unfäkalisch zu formulieren ;).

    Kann mich noch an die letzte Saison erinner, als wir (glaube damals in Leverkusen) gewannen und UH nach dem Spiel zum Besten gab, es wäre an der Zeit gewesen, dass wir sie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hätten.

    Hoffe es wird diesmal genauso…

  4. @nedfuller: du äußerst ähnliche gedanken wie ich sie habe. Wobei ich mich persönlich an Sprechchören wie (letzens erst in der arena) „Neuer du A******** “ nicht beteiligt habe.

    Aber mir kam in dem Zusammenhang Braafheid in den Sinn, der von zigtausend Leuten aus dem EIGENEM Stadion gepfiffen wird. Einerseits kann ich den Unmut gut verstehen (ich war ja selber da- unter hohem persönlichem aufwand und mühen) andererseits was geht in dem jungen vor? das er schlecht gespielt hat, wird er schon selber wissen. ´Da werde ich auch umdenken.

    Das ich mich wietrehin aufrege, auch mal ne beschimpfung über ein foul des Gegners oder bei einer katastrophalen aktion der eigenen manschaft raushaue, das werde ich sicher nicht aufgeben. Wenn ich das müßte, dann würde ich zum tennis gehn.

    @Ribben: Ein sieg muß her, schon alleine für vadders nerven!!! ich habe Leverkusen bei ihren letzen beiden auftritten in der AA live gesehn, immer ahben wir gewonnen. Am sonntag bin ich wieder da (ich habe nichts gegen Fußball am sonntag- für mich perfekt)- und aller guten Dinge….??? oder?

  5. Vermutlich hast Du recht, Paule, und es wird sich nicht viel ändern. Doch jetzt wäre ein guter Moment dafür, mal grundsätzlicher zu diskutieren, was angebracht ist und was nicht. Doch die Diskussionen in der Öffentlichkeit in den letzten Tagen haben sich zu sehr auf die Berichterstattung über die Umstände, das Krankheitsbild und die Reaktionen der Fans beschränkt. Nur ab und an tauchte mal die Frage auf, welches Verhalten im Stadion, gegenüber den Spielern und dem Verein eigentlich eigentlich wünschenswert wäre. Dabei geht es nicht darum, nur Gutmenschen zu produzieren. Aber warum sollte man in Zukunft nicht mehr darauf achten, dass Kritik sachlich bleibt und nur dann geäußert wird, wenn sie wirklich angebracht ist? Und warum nicht auch auf den Tonfall achten? Da geht es dann natürlich auch um die Frage der Berichterstattung und somit um die Verantwortung der Medien. Doch diese Frage wurde bisher noch nicht einmal ausführlich diskutiert. Tut es Not, junge Spieler erst in den Himmel zu schreiben und sie dann in Frage zu stellen? (jüngstes Beispiel: Thomas Müller, der zum Glück gleich nach dem Bordeaux-Spiel wieder gut spielte) Oder aus zwei Niederlagen in Folge gleich eine Krise zu machen? Nur weil es Auflage bringt? Wenn man sich dort seiner Vorbildfunktion mehr bewusst wäre, dann wäre schon viel gewonnen, weil man nicht mehr so marktschreierisch zu Werke ginge und etwas differenzierter berichten würde. Aber das wollen die Leute ja nicht lesen, gell?

  6. Ich glaube, das Letzte, was sich Hannover jetzt wünscht, dass sie von den gegnerischen Fans behandelt werden wie rohe Eier. Wobei am Anfang sicher die schlimmsten Schmähungen ausbleiben, denn viele haben die trauernden jungen Männer gesehen, wie sie ihren Freund und Mannschaftskollegen zu Grabe getragen haben. Aber spätestens beim ersten üblen Foul von Hannover gibt es Pfiffe, und das ist auch gut so.

    Sind wir doch ehrlich: Stadionbesuche machen auch deshalb Spaß, weil man ein bisschen die Sau rauslassen kann, endlich mal politisch inkorrekt. Was wir nicht gefällt, sind die Arschloch, Wi…, Hurensohn-Schmähungen gegen die Torhüter und jegliche rassistischen Äußerungen.

    Für mich ist derzeit absolut unvorstellbar, dass sich heute ein schwuler Fußballer outet. Das ginge höchstens, wenn sich alle in der Liga geschlossen melden würden. Es wäre schon mal hilfreich, wenn sich Ex-Profis outen würden.

  7. Wer sich gegen Beleidigungen und Herabsetzungen im Stadion ausspricht, ist für dich gleich ein Gutmensch, womöglich ein Heuchler? „So ist nun einmal Fußball.“ Was ist denn das für eine Einstellung? Völlig abgesehen vom Thema Depressionen ist solch ein Verhalten schlicht und einfach asozial.

    „Herabsetzen“ klingt nach „herabwürdigen“, und da steckt „Würde“ drin. Die ist laut unserem Grundgesetz aber unantastbar – das gilt auch für den Spieler auf dem Platz. Schade, dass das offenbar noch nicht bei allen angekommen ist.

  8. Mich regt auf, dass die Medien, die regelmäßig Spieler und Trainer als Versager bezeichnen, jetzt voll auf der Trauerwelle mitschwimmen. Ebenso ekelhaft sind die, die Deisler als Weichei und Milchbubi abgekanzelt haben und jetzt furchtbar betroffen sind.

    Ich kann diesem Psychologen nur zustimmen: Schwule outet Euch nicht. Der einzige Zeitpunkt sich zu outen, wäre wenn man beim WM-Finale vier Elfmeter gehalten hat und den entscheidenden selbst verwandelt hat, obwohl man seit dem Eröffnungsspiel mit gerissen Kreuzbändern und offenen Brüchen spielt. DANN würde man in der Öffentlichkeit vielleicht 3 Tage überleben…

    Am Sonntag spielen wir? Gar nicht gewusst. Wird leider wieder nix, aber was soll’s.

  9. Ribben schrieb:

    „Bei Homosexualität sehe ich es komplett anders. Wer sich da im Fußball outet hat verloren. Der wird in jedem Stadion zu seinen Sprechchören kommen etc.“

    Wieso denn das? Und wie lange? Wäre es nicht Aufgabe der Mannschaftskameraden, den eigenen schwulen Spieler zu schützen? Sich vor ihn zu stellen? Wenn´s sein muss, auch den eigenen Fans gegenüber?
    Das haben die Italiener doch auch hingekriegt, als in einigen italienischen Stadien die Hetze gegen schwarze Spieler immer mehr zunahm. Was taten ein paar Tifosi? Bemalten sich schwarz und liefen als schwarze Kollegen auf. Das war eine coole Antwort auf die Blödmänner unter den Fans. Die Spieler von Sachsen Leipzig handelten ähnlich, als ihr Spieler Adebowale von Fangruppen (teilweise tätlich) angegriffen wurde.

    Ribben schrieb weiter:
    „Die Gesellschaft ist nicht soweit mit dem Thema adäquat umzugehen. Und mal Hand aufs Herz, es gehen ja nicht nur die oberen 10000 zu einem Fußballspiel und entsprechend kann auch nur die Erwartungshaltung sein.“

    Was soll das denn heißen? Dass alles unterhalb der oberen 10.000 homophob ist???

    Von mir aus kann Barrios ein Schaf gern haben – Hauptsache, er schießt weiterhin seine Tore! ;))

  10. @Michael: „……ist solch ein Verhalten schlicht und einfach asozial“

    Ich fühle mich nicht asozial, wenn ich zB sahin sehe, der ohne chance auf den Ball ribery an der außenlinie ummäht, als zB Drecksack zu bezeichnen. Und genauso verstehe ich jeden schalker, der robben wüßt beschimpft wegen seiner schubserei beim letzten spiel. Das gehört dazu, und ist für mich auch absolut ok. Zum Fußball gehört aggresion. Randale, rassismus und unfaires verhalten gehört nicht dazu.

    Und das werde ich auch weiterhin tun. Genauso wie ich weiterhin keinen gegner ohne Grund beleidigen werde- siehe Frankfurter löwe #6.

  11. Fussball ist eben so ist aber schon ein Totschlag Argument. Da hättest du dir den ganzen Artikel fast schon sparen können paule. So ist nun einmal Fußball. Wozu dann überhaupt darüber schreiben?
    Und hat sich die Stadionkultur in den letzten 10, 20 Jahren nicht eh schon stark verändert?
    Oder bin ich jetzt tatsächlich dazu gezwungen zu einem Verein wie Adana Demirspor oder A.S. Livorrno zu wechseln?
    Und was heißt das mit oberen 10.000? Stimme da Alex44 zu. In der Regel stimmt ja eben nicht das ganze Stadion zum Gesang ein, wohl kaum dann auch bei diversen Schmähgesängen.
    Und was vadder oder Ribben ansprechen sind doch eher aufs Spiel bezogene Momente.
    Hier geht es mehr um Spielerbeleidigungen die auf persönlicher Ebene stattfinden. Dass mag dann des Fussballers Sexualität gelten, oder auch einer Krankheit. Früher hat man es ja als dunkelhäutiger Spieler aufgrund der Hautfarbe schon extrem schwer, bzw ist dem auch heute wohl so. Nur hatte es ein Erwin Kostedde damals sicherlich noch schwerer als die heutigen Kicker. Fussball ist eben nicht einfach so. Da gehts um Prozesse, und zwar auch um gesellschaftliche.

  12. @ vadder: Es geht doch nicht um Unmutsbekundungen im Affekt. Aber wenn der gesamte Nürnberger Fanblock beim Aufwärmen der Torhüter „Kahn, du Fotze“ skandiert, dann ist das asozial.

  13. @Alexander 44

    Die Sprechchöre werden kommen. Wieso weiß ich nicht. Ich kann in die leute nicht reinschauen.
    Ich will ja niemand zu nahe treten, aber wenn man sich die Klientel mal ansieht, sie sich teilweise
    im Stadion rumtreibt… Soll heißen, ein gewisser Teil an Vollidioten ist doch immer dabei.
    Die brüllen halt dann „scheiß Homo“ oder irgendwas. Die drohen auch der eigenen
    Manschaft mit MORD (wo war das neulich noch gleich? Bochum?). Oder heben auf einem Fußballplatz
    in Leipzig oder wo 11 Gräbder aus. Wenn ich sowas sehe, dann braucht
    man sich keine Hoffnung machen, dass Schwule angemessen behandelt werden.

    Und dass die Teamkameraden ihren Kollegen in Schutz nehmen kann ich mir ebensowenig vorstellen. Vielleicht
    vereinzelt, vielleicht der Kapitän aber ansonsten? Da verbrennt sich doch keiner das Maul ohne Gefahr zu laufen
    selbst ins Kreuzfeuer zu geraten. Dahingehend ist Fußball nur eben bedingt ein Mannschaftssport. Da kocht halt
    – zumindest im Profibereich – jeder sein eigenes Süppchen. oder glaubt ihr noch an das Märchen von den 11 Freunden?

  14. Wer glaubt denn, dass die Mannschaftskollegen besser sind? Deisler hat es zeitweise in der Bayernkabine nicht ausgehalten, wurde als „Deislerin“ verspottet etc.

  15. Irgendwelche Dinge werden auch unter Kollegen und Mitspielern und Gegenspielern immer fallen. Davon spricht man ja auch schon seit es den Fußball gibt. In den 90 Minuten kennt man halt auf dem Platz keine Verwandten und danach kann man wie es hieß nen Kaffee oder Bierchen trinken gehen.

    Es ist leider ein heißes Eisen, das es Personen gibt die manche Kommentare in ihrem Inneren nicht verarbeiten können.

  16. @Michael: Habe ich behauptet, dass asoziales Verhalten von mir für relevant und gut befunden wird? Es gibt – sogar für mich – Grenzen. „Schwule Sau“, „scheiß Depri“ und derlei Kram wirst Du von mir nie hören. Auch die rechtsradikalen Gesänge, die es zu meiner Stadionzeit noch in der Kurve zu hören gab, habe ich immer boykotiert.

    Mit Gutmenschen meinte ich die Art von Fans, für die emotionale Ausbrüche im Stadion – abhängig vom Spiel, seinen Entwicklungen, Fouls, Fehlentscheidungen, etc. – völlig abwegig sind. Die auch nie zur Fäkalsprache greifen würden.

    Das ist für den „normalen“ Fan doch durchaus eine Option. Meiner Meinung nach. Wie kann man beim Fußball über 90 Minuten ruhig bleiben? Wenn die eigene Mannschaft einem keinen
    Anlass dazu bietet. Derlei ist für mich völlig abwegig. Frag‘ mal meine Frau, ob ich während eines Spiels sinnvolle Antworten auf Ansprache geben kann…

    Und so ist nun einmal Fußball. Fußball reisst einen mit, verändert einen, lenkt einen ab, versaut einem die ganze Woche, lässt einen den Rest der Woche ertragen, etc.

    Ist das für Dich anders? Dann möchte ich Dir mein Bedauern ausdrücken.

    Klar ist ebenfalls auch, dass ich – ausserhalb der 90 Minuten, und mit einem gewissen zeitlichen Abstand (nach Niederlagen) – ein ganz normaler Mensch bin. Mir sieht man spontan nicht an, dass ich so derart ausflippen kann. Was mir auch wichtig ist, denn nicht jeder Mensch, der mit einem zutun hat, sei es privat oder beruflich, kann mit Fußball und seinen Leidenschaften etwas anfangen. Da liegt es nahe, zunächst einmal ein wenig auf die Bremse zu treten. Kennt man sich näher, kann man die Büchse der Pandora gerne ein wenig öffnen…

    Desweiteren habe ich in keinster Weise die Würde des Menschen in Frage gestellt. Dieses Konstrukt kam von Dir. Möchte ich nur mal festhalten.

    @wildsau: Zustimmung. Zu Deiner Bewertung der Heuchler.

    @Alexander44: Zustimmung. Ist mir völlig egal, was ein Spieler sonst so macht (abgesehen von Straftaten, wenn jemand zu Schaden kommt, etc.). – die Hauptsache für mich als Fan ist auf’m Platz. Wobei für mich nicht der Umkehrschluss gilt, dass ich, wenn’s mal nicht mehr klappt – auf dem Platz – ich für ein „Feuer frei“ bin! Auf den Spieler und sein Privatleben.

    @vadder: So sieht’s aus. Ich nehme mir weiter das Recht heraus, über alles und jeden zu schimpfen und zu fluchen. Nicht ohne Anlass, dass ist klar. Es sei denn, hier handelt es um Erb-Feindschaft oder so… 😉

    Was wäre denn schließlich mein kleines, aber feines Blog, wenn ich plötzlich diesen Gutmenschen-Filter über alles legen würde? Wollte ihr alle das etwa?

    @David: Nein. Den Beitrag hat es eben doch gebraucht. Aus meiner Sicht. Ich wollte das loswerden. Und mich damit auseinandersetzen. Ob man am Ende zum Schluss kommt, dass man sich im Kreis dreht? Kann passieren. Weiß ich auch nicht immer, wenn ich einen Beitrag beginne… 😉

    @Michael#13: Da stimme ich Dir wiederum zu. Wenn es ohne Grund passiert. Einfach so. Weil Kahn z.B. Bayern-Spieler ist und man Bayern so aus Prinzip hasst. Schon immer (ich weiß – oben habe ich Ähnliches behauptet, aber die Form trotzdem bestritten).

    Ein wenig differenzierter wird es, wenn hier z.B. etwas im Hinspiel vorgefallen ist. Ein Gegentor, eine Geste, etc. – dann könnte ich derlei schon besser verstehen, wenn auch nicht gutheissen.

    @Bayernandreas: Gute Schlusssätze. Wenn hier Schluss wäre… 😉

    @all: Insgesamt habe ich bei diesem Thema Enttabuisierung inzwischen den Eindruck, dass sich was tut. Immer mehr – zumeist Ex-Sportler „bekennen“ sich dazu. Auch von Michael Sternkopf, Ex-Bayern-Spieler und Ex-Teenie-Star, habe ich heute gelesen, dass er zu seiner Bayern-Zeit Depressionen hatte. Depressionen, die er wohl nur mit Medikamenten im Griff hatte.

    Tja. Der Fußball und der FC Bayern waren wohl zu dieser Zeit noch etwas „ganz Anderes“. Soviel zum Thema gesellschaftliche Entwicklung. ‚Scheint sie wohl doch zu geben…

  17. @Paule: Wenn ich nur noch Gutmenschen wollen würde (was für ein satz!!!) wäre ich Bremen Fan/Werder Blog Leser!! grins..grüße an Conti- der mußte jetzt einfach sein!! Nix für ungut.

    @Michael: Na da hast du ja gleich die Richtigen genannt (Glubberer)… Könnte dazu ne Story vom letzten derby erzählen, was sich so während der schweigeminute für Brunner im Block der Gäste „Fans“ zugetragen hat… ist mir jetzt aber zu langwierig, und gehört hier nicht hin. Oder irgendwie doch? Zivilcourage, verständnis, Rücksichtnahme?

  18. das trainingsspiel iss mir zu langweilig… 😉
    (btw. iss der kießling über seine schnürsenkel gestolpert?)

    das problem IN der kurve ist ja, das meist einige schwachköppe mit 5promille auf dem trichter geistigen düns**** von sich geben wollen/müssen und dummerweise einige minderbemittelte drauf einsteigen.
    das macht schnell die runde, und schon sinds ein paar viele!
    — die hemmschwelle in der menge ist meist ziemlich tief —

    zivilcourage in der kurve? würd ich mir sehr wünschen, nur ob das praktikabel ist? ich denke das fans wie die meisten hier im blog eher in der minderheit im „harten fanblock“ sind, oder? wie auch immer.

    aktuelles paradebeispiel?
    vor 20 minuten…
    stadionsprecher auf schalke: „…zuerst die hymne unserer gäste…“
    „fans“ aus dem hintergrund „…buuuuuuuuuuuh…“
    okay, das mikro stand wohl zufälligerweise dumm.

    anyway: ICH für meinen teil bin ziemlich ins grübeln gekommen!
    ich werde nachwievor spieler wie herrn jarolim auf dem platz während des spiels als a-loch beschimpfen wenn er mal wieder von der schwindsucht heimgesucht wird 😉
    den stinkefinger hats von mir eh noch nie gegeben…soviel anstand hatte ich auch vorher schon.
    aber ein umdenken in der kurve?
    evtl. die nächsten 2 wochen…
    …spätestens im januar zur rückrunde ist das leider vergessen.

    offtopic: NICHT AUCH NOCH LAHM VERLETZT?!!!???!!!
    fuc*§&%§%“/“/“$(!%$(/%“§/%$“/&$(/“$****

    puuhhh…da stehta wida 😉

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  20. Ende