Jedes Jahr aufs Neue

wird diese alte Geschichte wieder hervorgeholt…

Zumindest in den Jahren, in denen der VfL Bochum 1848 in der ersten Liga spielt – aber egal…

Wie gesagt diese Geschichte wird immer wieder aufgewärmt:

An jenem Samstagnachmittag im Jahr 1973 hilft es den Anhängern des Bayern-Fanclubs „Südkurve“ wenig, dass ihre Mannschaft im Bochumer Ruhrstadion mal wieder gewonnen hat. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof pöbeln enttäuschte VfL-Zuschauer die Fans des bayerischen Serienmeisters an. Beleidigungen und erste Handgreiflichkeiten sind Anzeichen für eine bevorstehende Keilerei – und die Männer mit roten Schals und Trikots sind klar in der Unterzahl.

Aber plötzlich geschieht ein Wunder: Eine vorbeilaufende Gruppe des ältesten VfL-Fanclubs „Bochumer Jungen“ geht zwischen die Fronten, weist ihre prügelwilligen Kollegen in die Schranken und fordert die verdutzen Münchner auf: „Kommt mit uns ‚inne Kneipe, wir trinken mit euch einen und beschützen euch!“ Es entwickelt sich ein feuchtfröhlicher Abend, an dessen Ende die bayerischen Schlachtenbummler betrunken, aber unversehrt in den Zug Richtung Süden steigen. Im Rückspiel laufen die Bochumer Fans mit dem Plakat „Der VfL grüßt München“ im Olympiastadion auf. Eine der bekanntesten Fanfreundschaften der Bundesliga hat begonnen.

Nun hat sich, wie ja sogar im Bericht erwähnt, die Welt in den letzten 31 Jahren ein wenig verändert und deshalb dürften nur die weltfremdesten Fans noch an derlei nostalgische Dinge wie wahre Fanfreundschaften glauben, oder?!

Sympathien oder Antipathien ja, die hat jeder, aber in der Regel auch nur subjektiv und aufgrund persönlicher Erlebnisse (ich darf mich mal wieder selbst zitieren):

Newsgroup: de.rec.sport.fussball
Subject: Re: 12. Spieltag Samstag
Date: Tue, 09 Nov 2004 10:11:54 +0100

>> [Sch*lk*]

> Warum mag die eigentlich keiner?

Bei mir fing das an, als sich Schalke ’96 für den UEFA-Pokal
qualifizierte und das mit dem Spiel gegen uns. Nach Schlußpfiff stürmten 20.000 zahnlose Monster den Rasen und wollten uns an die Wäsche, naja ich wäre nicht gelaufen, denn beissen hätten sie mich ja nicht mehr können und bei deren Alkohol-Pegel hätte ich alleine bestimmt 5 bis 6 geschafft, aber der Graben und der Zaun haben dies verhindert. Aprospos „verhindern“: Unsere Freunde und Helfer hielten sich derweil übrigens im Mannschaftswagen auf und traten bei Bayern-Gastspielen im Parkstadion eigentlich immer nur dann in Kompanie-Stärke in Erscheinung, wenn es einzelne Fans aus dem Block zu fischen galt…

Ja und dann ging mir natürlich genauso die „Meister-der-Schmerzen“ – Rumheulerei auf die Nerven, ähnlich wie der schon angesprochene Assauer-Größenwahn und dieses ewige „Schalke-ist-eine-Religion“ – Gequatsche, was auch hart an der Grenze ist!

Reicht das erstmal!?

Derlei Beschreibung fand übrigens vereinsübergreifende Zustimmung… 😉

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8 Gedanken zu „Jedes Jahr aufs Neue

  1. Ich bin heilfroh, dass diese „Fanfreundschaft“, von der in den letzten 10 Jahren wahrscheinlich eh kaum einer wusste, dass es sie gibt, endlich gelöst wurde. Das war der einzige echte Makel, der mich am VfL immer schon gestört hat 😉

    Glückwunsch übrigens zum äußerst schmeichelhaften Sieg gestern.

  2. Naja, zuletzt aktiv habe ich diese „Fanfreundschaft“ wahrgenommen, als die Bayern gegen Wattenscheid im Ruhrstadion gespielt haben und VfL – Fans in der Bayern – Kurve standen und das ist ja schon mehr als 10 Jahre her… den VfL als solches fand ich auch davon unabhängig immer sympathisch, wenn z.Zt. „Peter der GerneGroße“ nicht wäre… :-/

    Und zu dem Spiel gestern: Glücklicher Sieg – durchaus, aber man kann das Glück auch erzwingen und die Bochumer haben uns ja weiß Gott kein 90-minütiges Dauer-Offensiv-Spiel aufgezwungen…!
    😉

  3. Ich muss dir ja in beiden Fällen Recht geben. „Peter der Große“ ist wirklich eine Zumutung und ein neuer Trainer sollte m.E. lieber heute als morgen gesucht werden.

    Zum Spielverlauf muss ich dir auch zustimmen. Allerdings wäre ein Punkt schon verdient gewesen. Aber das macht eben den Unterschied aus. Ihr macht aus 2 Chancen 3 Tore und die Bochumer zur Zeit eben nicht. Aber es gibt ja noch eine lange Rückrunde und die Hoffnung stirbt zuletzt 😉

  4. Sag das nicht zu laut, am Ende bekommt ihr Toppi Toppmöller! 😉

    Glücklich war der Sieg übrigens nicht wegen der 3 Tore, sondern wie die gefallen sind: 1:1 abgefälscht, 1:2 Abseits und 1:3 Eigentor…

    Was ich auch gar nicht mehr wußte, war, dass uns letztes Jahr bei der Niederlage ein reguläres 1:1 in der 90. aberkannt wurde – naja, alles gleicht sich aus *klimper*

    Ansonsten muss ich Dir schon wieder zustimmen, die Rückrunde ist auch noch da und es gibt mind. 3 andere Mannschaften, die einen Abstieg wesentlich mehr verdient hätten, als der VfL!!

  5. total off topic: Nette Kabarett-Linkliste und einen guten Buchgeschmack hast du. Kenn ich alle(s) und bin ebenfalls großer Fan. Pispers war mit seinem neuen Programm „bis neulich“ am Samstag Abend im fernsehen zu sehen. Der Kerl ist einfach genial. Und Goosen muss ich ja allein schon aus lokalpatriotischer sicht unterstützen 😉

    In diesem Sinne „42“

  6. Stimmt, obwohl man sagen muss, dass Pispers das gleiche Problem hat wie viele andere aus dem TV bekannte Kabarettisten: Man kennt sein Programm…

    Ergo war die Übertragung am Samstag zwar ziemlich gut, aber das Programm kannte man jetzt halt schon fast auswendig…
    😉

  7. Ende

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