Von Glücksrittern, Holzhackern und dem ganzen Rest!

Jetzt mal gut zugehört: Die Liga ist wieder spannend – Werder Bremen hat den Rückstand auf die Bayern um 2 Punkte verkürzt – nur noch 9 Punkte – Wahnsinn!

Aber der Reihe nach:

Die Bayern haben beim Verein des Hobbyliteraten für Arme nur 1:1 gespielt!

Unabhängig davon, dass nicht nur dasPeterchen unendlich nervt, sondern auch der Verein unsagbar langweilig ist, kam das Ergebnis unter sehr glücklichen Umständen zustande…

Wie jetzt? Schreibt der Mythos etwa endlich einmal davon, dass die Bayern mit ihrem üblichen Dusel in der vorletzten allerletzten ersten Nachspiel- Minute ein überaus glückliches Tor zum absolut glücklichen und völlig unverdienten Ausgleich erzielten?

Sagt mal ehrlich, glaubt ihr das wirklich?

Eben!

Aber es stimmt trotzdem, das Ergebnis war glücklich – und zwar für den pseudogroßen HSV!

Klar sind die Leine-Kicker gerannt wie die Teufel (nein, dieser Vergleich ist zu hart, die Teufel rennen nicht wie um ihr Leben, die bekommen die Punkte inzwischen schon geschenkt…), aber macht das nicht zunächst jeder Verein in diesen Tagen beim Heimspiel des Jahres gegen die Bayern?

Wenn die Bayern nicht einmal mehr ihre altbekannte Schwäche offenbahrt hätten, wären die Spieler aus der niedersächsischen Provinz mit 0:1, oder gar 0:2 in die Pause gegangen – wer will das ernsthaft bestreiten?

Wie auch immer, es war nicht so und das ist schlimm genug, aber das Mr. Todesangst, dann kurz nach der Halbzeit seinen speziellen Freund vom Rasen tritt, wie nennt man das?

Dummheit, platt, gar „Rache“?

Nun, sagen wir mal so, beide Beteiligten haben den Vorfall nach dem Spiel heruntergespielt – Kahn, weil er ohnehin immer gerne vom Männersport spricht und Brdaric fiel dann – Gottseidank – im dritten Interview endlich noch ein Schuldiger ein – der Rasen…

Fast logisch, dass in der ersten, oder zweiten Aktion, Rensing schon hinter sich greifen musste, weil zuvor besagter Brdaric Demichelis an die Schulter griff – ein Umstand, den Trainer vom Schlage eines Neururer nach dem Spiel gerne auf die Formel „der Schiedsrichter hat so entschieden, also hat er Recht“ herunterbrechen, im Umkehrschluss, aber allen und jedem an die Gurgel wollen – hoffnungslos!

Geradezu peinlich wurde dann die Peter’sche Betrachtungsweise des nicht gegebenen Handelfmeters für die Bayern, als er im Interview stammelte, dass der Arm nicht absichtlich gegen den Ball schlug und somit klar die Richtung änderte – logisch dass mit diesem Weltbild keine Absicht mehr im Spiel war – völlig unter den Tisch fiel natürlich auch, dass die Landeshauptstadtkicker nicht nur in der ersten Halbzeit, sondern auch nach der 1:0-Führung Angriff auf Angriff auf ihr Tor zurollen sahen und nur das Unvermögen der bayerischen Offensivkräfte, das Aluminium und ein starker Enke die Heimniederlage abwendete…

Apropos Enke: Keine Frage, Enke ist ein guter Torhüter und den Hannover-Fans steht es völlig frei seinen Einsatz im Nationalteam zu fordern, der ohnehin kommen wird, wenn die Riege Kahn, Lehmann und Rost abgetreten ist, aber was treibt eine kritische Masse, wie die der Leine-Fans während der Verletzungsbehandlung von Kahn und während er vom Spielfeld humpelt, Enkes Einsatz in der Nationalmannschaft zu fordern?

Allein der Fanatismus der niedersächsischen Tundra-Fans? Die Folgen der Neururer-Polemik?

Lassen wir diese Fragen einmal unbeantwortet, denn dem Gesetz der Serie und der Statistik folgend, ist die Euphorie-Welle, die dasPeterchen mit seinen Psychologischen Fern-Uni-Tricks losgetreten hat, in spätestens 5-10 Spieltagen ohnehin verschwunden, so war das bisher in allen Vereinen und so wird es auch diesmal sein – von mir aus führt er Hannover in den UEFA-Pokal, gerne, aber dann sollte man dort schon mal für die zweite Liga planen, wo man nämlich 2007 landen wird – auch dafür gibt es genügend Beispiele, selbst in der jüngsten Bundesliga-Geschichte…

Soviel zum Bayern-Spiel, was gab es sonst noch?

Ach ja, die Bremer…

Gewinnen 1:0 in Dortmund und nach allem was man so hört, hätte es bestimmt 20 oder mehr Torchancen gegeben, wenn die Linienrichter ab und zu mal den rechten oder linken Arm hätten sinken lassen – allein die Zusammenfassungen zeigten da einmal mehr ein deutliches Bild, aber Vereine wie Bremen haben ja bekanntlich kein Glück, da können sie alle fragen – nicht nur den Kaputzenmann…

Die neben der Meisterschaft einzig interessante Frage, wird in dieser Saison wahrscheinlich der Abstiegskampf sein und dort ist – da leg ich mich mal fest – gestern eine erste Entscheidung gefallen: der FC aus Köln wird es wohl nicht mehr schaffen, verloren sie doch selbst bei der ihrerseits kriselnden Borussia aus Mönchengladbach, die zunehmend an ihren eigenen, völlig aus der Luft gegriffenen Ansprüchen zu scheitern droht – zumindestens für eine Woche ist dort mal Ruhe im Karton!

Nicht so rund um das Geißbockheim, wo man immer noch versucht mit Durchhalteparolen gegen den Absturz anzureden, aber auch mit Schweizer Akzent hört sich das nicht besser an, wieso sollte es ausgerechnet im nächsten Spiel klappen mit dem ersten Sieg nach 17 Spielen?

Die Gegner im Abstiegskampf siegen und siegen und nur der FC tritt auf der Stelle, eine Tatsache, die auch die Seifenoper-Ausgabe unter den Fußball-Blogs nicht ernsthaft abstreiten kann…

Selbst Kaiserslautern fängt jetzt wieder an das Glück für sich zu beanspruchen, von den Nürnbergern ganz zu schweigen, einzig Duisburgs MSV rutscht auf der gleichen Welle!

Warten wir, ob sich daran nächste Woche etwas ändert und hoffen wir das Beste!

Apropos nächste Woche: Es kommt selten vor, dass ein Platzverweis ein Spiel verspätet ausgesprochen wird und dann auch noch über zwei verschiedene Wettbewerbe hinweg – aber das ein Fabian Ernst gestern in Berlin vom Platz gestellt wurde kann in Gelsenkirchen nicht wirklich jemanden aufregen, man sollte lieber froh darüber sein, dass er zu Unrecht im UEFA-Pokalspiel am Mittwoch nach seinem äußerst rüden Foul auf dem Platz bleiben und später sogar noch glückliche 2:1 gegen Barcelona schiessen durfte – das man sich auf Seiten der Championsleague-Absteiger tatsächlich ernsthaft über einen nicht gegebenen Platzverweis für Ernst‘ Gegenspieler aufregen konnte, zeigt die inzwischen eklatante Realitätsferne beim Schulden-Club aus dem Pott!

Jetzt noch schnell die Tipps für heute abend und dann ist Feierabend:

Frankfurt – Hamburg 2:2
Stuttgart – Mainz 1:2

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6 Gedanken zu „Von Glücksrittern, Holzhackern und dem ganzen Rest!

  1. holla, so viel text auf einem mal. Puh.

    Naja, ich werde jetzt weder das eine, noch das andere bestreiten. Verdientes unentschieden und das wars. Enke ist gut, aber wie du ja schon sagst, nach Kahn und Lehmann.

    Das Tor von Brdaric war ok.

    naja, und köln… da wird es eng mit unserem wettkampf in der nächsten saison.

    Deine Tipps sind gut, aber Frankfurt schießt max. 1 Tor und verliert.

  2. Die Länge des Textes steht in der Regel im direkten Zusammenhang mit meinem Grad der Aufregung… 😉

    Mein Tipp bzgl. Frankfurt – HSV (dem echten!) bezog sich auf die aktuelle Hamburger Auswärtsstärke und die zuletzt wiedergewonnene Heimstärke der Frankfurter – anderer Meinung?

  3. Mannomann, ihr Bayern-Fans und -Verantwortliche seid ganz schön dünnhäutig, wenn mal jemand wie Peter Neururer nicht in Demut erstarrt vor dem großen FCB. Und das bei 8 Punkten Vorsprung. Ist doch ein legitimes Mittel für schwächere Mannschaften mal verbal etwas Feuer reinzubringen, haben die Bayern vor Spitzenspielen früher auch immer gemacht.
    Außerdem: Brdaric’s ‚Foul‘ vor dem 1:0 war nicht mehr als robustes Zweikampfverhalten, sowas macht ein Demichelis doch 5x im Spiel. Der Zusammenprall von Brdaric und Kahn war offensichtlich ein Unfall. Und die Krönung: Michael Ballack beschwert sich, dass er einen Gegenspieler hat, der ihm überall nachläuft!

  4. Du hast offenbar diesen und den anderen Text über dasPeterchen nicht richtig gelesen, es ging doch gar nicht darum, dass es mich (oder die Bayern) stört, dass Peter-der-Große gegen uns „stänkert“, er geht uns allen einfach nur auf die Nerven – egal was er sagt!

    Zum Thema Demichelis: Ja, er hat selbst eine robuste Spielweise, aber unmittelbar vor einem Torerfolg würde auch bei ihm, oder gerade bei ihm, derlei „Aufstützen“ abgepfiffen…

    Und Michael Ballack hat sich nicht generell darüber beschwert, dass ein gegnerischer Spieler angewiesen wurde, nichts anderes zu tun, als ihm und nur ihm ständig hinterher zulaufen, sondern dass derlei wohl kaum etwas mit Fußball zu tun hat und da kann man ihm nur zustimmen, finde ich…

    Vielmehr ist es natürlich Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit im Umgang mit derlei Spielern, aber trotz allem gelang es ihm ja ein Tor zu erzielen und dies gegen sogar zwei Gegenspieler, die ihn behindern sollten und wollten – sein anschließender Spruch gegen Venedig (oder wie heißt der?! *g*) fand ich da doch ziemlich spaßig, so nach dem Motto: „Ätsch, jetzt bist Du ganz umsonst 90 Minuten hinter mir hergelaufen“
    😉

  5. Nochmal zu Ballack. Ich versteh immer noch nicht, warum er es nötig hat, sich trotz des Tores nach dem Spiel noch über seinen Gegenspieler zu beschweren. Natürlich hatte das was mit Fußball zu tun – das nennt man Manndeckung.

  6. Reine Manndeckung hat sicherlich und ganz bestimmt was mit Fußball zu tun, aber offensichtlich war da ja noch mehr, wie man an Ballacks Reaktion und dem Gerangel in der zweiten Halbzeit gesehen hat – aber mit „vorgefasster Meinung“ ist so etwas immer schwer zu beurteilen, ich weiß… 😉

  7. Ende

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