Geheimtreffen, die Fifa und das Paradies

Ein Gerücht. Eine Quelle. Und alle schreiben ab.

Also doch: Miroslav Klose verhandelt mit Bayern […] Eine wirkliche Überraschung ist das nicht mehr.

Es ist wohl tatsächlich so, dass man sich getroffen hat und vermutlich auch zwecks Verhandlungen. Ein Sturm der Entrüstung geht durch die grün-weiße Welt – „überall hin, aber nicht zu den Bayern“!

Karsten sieht das etwas entspannter, aber Karsten ist ja für mich auch kein typischer Werder-Fan, aber das ist ein anderes Thema.

Es steht ausser Frage, dass Klose ein guter, ein sehr guter Stürmer ist. Vor allem ist er heute wesentlich stärker, als er es noch zu Zeiten seines 5-Mio.-Wechsels von Lautern an die Weser war. Das nur für alle die, die sich jetzt fragen, warum die Bayern nicht damals schon zugeschlagen haben.

Was mich irritiert:

Wenn die Bayern allen Ernstes in Hannover, im Hotel mit Klose verhandelt haben, dann war das ziemlich unprofessionell. Zum einen weil ich vermute, dass dies gegen Fifa-Statuten verstoßen könnte und zum anderen weil Bremen heute ein wichtiges Spiel im UEFA-Pokal absolviert.

Früher haben sich die Bayern bei solchen Verhandlungen auch nie erwischen lassen – stehen wir so unter Druck?

Werder und sein Umfeld ist erbost. Aus dieser Perspektive nicht unverständlich. Einen Klose gerade an die Bayern abzugeben, wo man sich doch langsam an dem Punkt sieht, sie kurz- bis mittelfristig überholt zu haben, wäre schon bitter.

Aber wie viele Talente (und gerade da war Werder immer stark) kann man für mehr als 20.000.000,- Euro erwerben?

15.000.000,- Euro Gewinn? Nicht schlecht, oder?

Aber das zählt wohl nur zu 50%.

Nicht ganz von der Hand zu weisen sind Fakten wie die kurzfristige Perspektive:

Werder spielt in der neuen Saison wohl Championsleague, die Bayern eher UEFA-Pokal.

Was die Meisterschaft betrifft wird zwar Werder in dieser Saison mit größerer Wahrscheinlichkeit Meister als die Bayern, aber in der neuen Saison werden die Karten einmal mehr neu gemischt.

Was bleibt also als Argument?

– Gehalt:

Wer glaubst ernsthaft, dass Klose in München weniger verdienen kann als in Bremen?

– Perspektive:

München ist immer noch ein größerer Verein als Werder, das Anspruchsdenken ist höher, die Plattform größer, das Behaupten schwieriger. Darüberhinaus ist der FC Bayern immer ein perfektes Sprungbrett für internationale Vereine gewesen.

Genau das mag zwar jetzt auch schon so sein, aber Gerüchte um Barcelona hatten sich zuletzt ja zerschlagen.

Im Grunde wissen wir nur, dass wir nichts wissen. Wir wissen nicht, ob es dieses Treffen tatsächlich gegeben hat, ob die Bayern mit ihm gesprochen oder gar mit ihm verhandelt haben.

Wer uns da weiterhelfen kann, darf sich gerne melden, ansonsten warten wir weiter ab und spekulieren.

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0 Gedanken zu „Geheimtreffen, die Fifa und das Paradies

  1. Interessieren würde mich das andere Thema: Wie ist ein typischer Werder-Fan und warum ist Karsten keiner und was ist Karsten?

    Zu der ganzen Klose-Sache stimme ich Dir mehr oder weniger voll und ganz zu…

  2. Ich würde sagen der typische Werder-Fan hat einen dermaßen großen Hass auf den FCB, dass er bei diesem Thema nicht so sachlich und nüchtern an die Sache rangegangen wäre wie Karsten.

  3. Ich denke aktuell kann Hoeneß verhandeln wo er will,. irgendein Pressevertreter wird ihm immer auf den Fersen sein und die Sache kommt raus.
    Das Argument Champions League ist doch nicht mehr als eine Ausrede, wenn die Kohle stimmt, spielen die besten Jungs auch UEFA Cup oder sogar Serie B (siehe Juve)!

  4. Ich glaube, dass Schalke in dieser Hinsicht in letzter Zeit stark Boden gut gemacht hat.

    Und zu Bayern/Werder beruht vieles ja auch auf Gegenseitigkeit…

  5. Ich denke ja, dass Klose von seinem Charakter her bei keinem Großclub gut aufgehoben wäre.

    Für den ist ein Club wie Werder – sportlich top aber trotzdem weitgehend von der Boulevardpresewe verschont – einfach perfekt.

    Wie ich den sehe, könnte er höchsten nach England wechseln. Da haut die Boulevardpresse zwar auch jeden Tag drauf, aber dank der zwei Jahre, die ich in London gelebt habe, weiß ich, dass der Engländer seine Boulevard-Zeitungen – im Gegensatz zu uns – nur als Unterhaltungslektüre betrachtet und keineswegs ernst nimmt.

  6. Meinst Du wirklich, dass Klose mit dem Boulevard ein so großes Problem hat? Ich glaube eher, dass vereinsinterne Dinge wichtiger sind und solange er da Unterstützung bekommt, spielt er auch gut (natürlich spielt da ein gutes Mittelfeld auch eine Rolle, also Ihr Bayern: Auch da müsst Ihr zuschlagen!). Abgesehen davon, dass er sich international immer noch mehr beweisen muss.

  7. @Sohn: So sieht es aus.

    @Frank: Ganz genau…

    @lars: Keine Sorge, da sind wir ja offensichtlich auch dran… 😉

  8. @Lars: Vielleicht schätze ich den Miro ja auch falsch ein. Aber ich glaube, der hat keinen großen Bock drauf, jeden Tag irgendwelche behämmerten fFagen beantworten zu müssen und an die Backen zu kriegen, sobald es mal nicht so gut läuft.

  9. Wer hat das schon? 😉

    Ich glaub, Klose ist da relaxt genug, sowas einfach nicht an sich rankommen zu lassen.

  10. Ich habe nicht den Eindruck, dass Klose sich über Dinge wie Boulevard oder Perspektive große Gedanken macht. Vielmehr geht es ihm ums Geld und um Prestige.

    Ich denke, dass man ihm das auch nicht verübeln kann. Allerdings sehe ich es wie meine Vorredner: wenn er sich da mal nicht verzockt!!

  11. Achtung, ich biete ne Saalwette! Wetten, dass die angeblichen Geheimverhandlungen mit Klose von irgendeinem Presseblödi (Süddeutsche?, Berleiner Zeitung?) als Grund für die wirklich peinliche Vorstellung des ach so schön spielenden SV Werder genannt werden?

  12. Ähmm, Joshtree, dieses Geheimtreffen wurde aber schon VOR Werders gestrigem Auftritt bekanntgegeben. Deine aufgezeigte Kausalkette ist daher nicht haltbar.

    Der Artikel der Berliner Zeitung könnte auch einem drittklassigen Blog entstammen: rhetoisch gut, aber inhaltlich totaler Dünnpfiff. Im Fußball (wie überall) gilt das Motto: friss, oder du wirst gefressen. Wenn Spieler wie vdV und Klose öffentlich kundgeben, dass sie auf dem Markt zu haben sind, dann wären die Bayern ja schön blöd, wenn sie nicht tätig werden. Da sind dann auch nahezu alle Mittel erlaubt. Das gehört zum Geschäft. Allerdings kann ich Oliver nur beipflichten, dass sie das früher ein wenig geschickter angestellt hätten.

  13. Hach, wie nett…der Beginn einer wunderbaren (Fan)freundschaft…ich sehe schon die grünweißrotweißen Schals vom Winde verwehen…

    😉

  14. Keine Sorge. Das hat nix mit den Vereinen zu tun, sondern eher mit persönlichen Weltanschauungen, Ãœberzeugungen und Gemeinsamkeiten – es gibt noch genug Spinner und Ideologen im grün-weißen Umfeld (wie auch bei den Bayern)!

  15. Ich möchte hier aber auch nicht als Weichei abgestempelt werden :). Die Bundesliga wäre nicht die gleiche ohne die Bremer-Bayrischen-Grabenkämpfen (man beachte die Reihenfolge)…

  16. Sehe ich genauso. Ich habe meine Abneigung jahrelang gehegt und gepflegt. Macht mir das nicht kaputt!!!

  17. Dazu nur so viel: wie heißt noch gleich der Aufsichtsratsvorsitzende des grünorangen Vereins?

    Na, isse wieder da, die alte Abneigung? Ging doch ganz schnell, oder?

    😉

  18. Lehmke ist einer der Verwirrten, den nimmt in Bremen ohnehin keiner mehr ernst. Habe ich zumindestens mal gehört…

  19. Ende