Die Ligashow – eine Entwicklung

Wer kennt sie nicht – die Ligashow von Max und Franz.

Für mich immer der beste Fußball-Sport-Podcast gewesen wo gibt. Hervorgegangen aus debss (die einfach beste Sportshow), war es im Grunde mein erster Kontakt mit dem Medium Podcast. Insgesamt zweimal wurde ich selbst interviewt, einmal für debss und einmal für die Ligashow.

Ich fand das alles im Grunde total spannend, vor allem weil man so auch mal eine Stimme zu all den anderen bekannten Fußballbloggern hörte – witzig.

Inzwischen habe ich DSL-Flat mit ausreichender Bandbreite und da macht der Download (zumeist so um die 30 Minuten Sendezeit) dann noch mehr Spaß, allein, ich komme nicht dazu, die einzelnen Ausgaben zu hören, pro Spieltag sind das immerhin 2!

Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist: Man hört überhaupt keine Fußball-Blogger mehr, sondern nur noch die „echten“ (Sport-)Journalisten, oft aus dem eigenen Hause (WAZ & Co.) aber auch aus anderen Medien (11Freunde, Sportstudio, WDR, etc.).

Persönlich finde ich das schade, aber wahrscheinlich ist selbst hier eine solche Entwicklung unumgänglich: Je größer man wird, desto weniger Platz ist für ein privat anmutendes Statement eines Fußball-Bloggers, eines Fußball-Fans und desto mehr für die „professionelle“ Sichtweise eines Sport-Journalisten.

Die Welt dreht sich weiter, auch in der Blogsphäre und erst recht in den (Fußball-)Medien…

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0 Gedanken zu „Die Ligashow – eine Entwicklung

  1. Ich finde den Podcast auch sehr klasse. Höre ihn jedoch noch nicht allzu lange. Ich bin ja noch nicht so lange wie ihr eigener Sportblogger 😉

    Aber die Show gefällt mir. Ich habe mir einige Episoden anghört und muss sagen, dass es sehr informativ ist. Toll!

  2. Zustimmung.
    Ich fand die Liga-Show immer interessant, wenn Blogger als Gäste dabei waren. Leider wird dies immer seltener und die üblichen Verdächtigen Sportreporter der schreibenden und fernsehübertragenden Zunft übernehmen. Meiner Meinung nach täte eine gesunde Mischung aus 1 Blogger plus 1 Sport-Journalist dem Podcast Liga-Show gut. Per Viererkonferenz könnten beispielsweise beide ihre Meinungen mit Max und Franz austauschen. Zeitlich wäre dies in jedem Fall drin.

  3. Eine interessante Diskussion hast du hier gestartet Oliver. Erstmal danke für das Lob, denn das ist uns – vor allem wenn es von Bloggern kommt – immer noch unheimlich wichtig.

    Dieser von dir bemerkte Trend was die Gäste der Show betrifft ist uns natürlich nicht fremd und du kannst dir sicher sein, dass wir auch schon darüber diskutiert haben. Wir wissen natürlich wo wir herkommen und das wir Gästen wie dir, Wortwelt, Bolzplatz, und Co. natürlich viel zu verdanken haben. Unglaublich wenn man sich jetzt die Aufnahmen von damals anhört. 😉

    Was ich damit sagen will: wir wissen was wir tun, und es fällt uns nicht leicht, aber wir haben nur zwei, drei Spots pro Woche für die Gäste und du kannst dir sicherlich vorstellen dass wir viel höhere Hörerzahlen haben wenn ein Manni Breuckmann, oder eine Kathrin Müller-Hohenstein da ist.

    Ich denke wir sind da, wie auch die Branche, an einem Punkt angelangt an dem man sich fragen muss wie man das Alternative, dass man ja gerne repräsentieren will, mit dem Relevanten, dass man gerne sein will, unter einen Hut bringt.

    Auch Pläne eines Kreuzverhör, dass kurtspäter vorgeschlagen hat, gingen uns schon durch den Kopf, und wir sind zum gleichen Ergebniss gekommen: Derjenige der mehr zu verlieren hat wird das nicht machen wollen.

    Also ich mache hier Schluss in der Hoffnung dass die Diskussion noch ein wenig weitergeht. Viele Grüße aus Berlin.

    Franz

  4. Hallo Franz,

    schön mal wieder von euch/Dir zu lesen.

    Ich freue mich, dass ihr zumindestens noch Bauchschmerzen habt, das Konzept umgestellt zu haben. Es spricht für euch, dass ihr das damals nicht vergessen habt. Denn Du sagst richtig, ohne die Blogger-Interviews und die dadurch steigende Beliebtheit, wäre die WAZ sicherlich nicht auf euch aufmerksam geworden.

    Das sollte übrigens auch nicht als Kritik verstanden werden, nur als Bestandsaufnahme.

    Ehrlich gesagt war mir völlig klar, dass sich das so entwicklen würde, als ich erfuhr, dass ihr nur noch unter dem großen Dach der WAZ arbeiten würdet.

    Womit wir schon beim Thema wären: Es ist Arbeit. Raus aus der Nische. Das kann man gut oder schlecht finden, ist aber so. Und weil dem so ist, ist natürlich auch völlig klar, das Dinge wie „Quote“ und „Reichweite“ ein Rolle spielen. Logisch. Und das mit Leuten wie Breuckmann mehr Nicht-Blogger vor das „Radio“ gelockt werden steht sowieso ausser Frage.

    Ebenso wie die Tatsache, dass es ein solches Kreuzverhör nie geben wird und vielleicht ist das auch gut so, denn z.B. ich könnte mit einem Breuckmann gar nicht „normal“ diskutieren. Ich bin ohnehin immer wieder gespannt, ob beim DSF-Stammtisch mal irgendwann ein Fan mit ihm ’ne Diskussion auf offener Szene anfängt…

    Nein, nein. Macht ihr nur so weiter. Wem das nicht gefällt, der kann ja einen eigenen Podcast aufmachen!

    (Vielleicht machte ich das ja auch mal irgendwann…)

  5. Erstmal: Gute Diskussion und natürlich auch gut, dass Franz sich dieser stellt.

    Es ist absolut klar: Die Ligashow funktioniert vor allem dann, wenn man ein mehr oder weniger prominentes Aushängeschild hat. Mit dem tatsächlichen Unterhaltungswert hat das nix zu tun. Dass sich professionelle Sportjournalisten nicht unbedingt besser verkaufen können als Blogger, hat die Vergangenheit eindeutig gezeigt.

    Allerdings möchte ich stark bezweifeln, dass die Zuhörer abschalten, wenn sie Blogger hören. Wenn ich die Kommentare auf den Ligashow-Seiten mitverfolge, sehe ich, dass die Zuhörer sehr gerne Interviews hören, erstmal egal ob Blogger oder Journalist. Negative Reaktionen kamen, als Max und Franz gar keinen Gesprächspartner hatten. Positive Reaktionen kamen hingegen wenn der Gast wirklich was zu sagen hatte.

    Ich als Hörer finde es auf jeden Fall erfrischend, wenn man nicht nur die Leute hört, die für ihre Meinung bezahlt werden. Und ich glaube, dass das den meisten Podcast-Hörern auch so geht. Auch wenn es bei der WAZ läuft, dürfte das Publikum immernoch einigermassen speziell und Blog-affin sein.

    Deswegen fände ich die beste Lösung, beiden Seiten eine Stimme zu geben. Ein „Promi“ und ein Blogger pro Sendung – getrennt voneinander. Das würde der Erdung und der Originalität der Sendung gut tun. Und die Glaubwürdigkeit des Westeins-Konzepts würde es auch gut tun.

  6. So, jetzt haben wir ja die halbe Fussball-Blogger-Elite versammelt…

    Die Vorschläge hören sich gut an und machen Sinn, nur muss ich mal kurz anmerken dass wir nie das Konzept geändert haben; das ist nämlich seit August 2005 das Gleiche:

    Wir wollen sehr subjektiv und kontrovers mit Leuten über Sport/die Bundesliga diskutieren und erwarten von unseren Gästen, dass sie uns und unseren Zuhörern etwas „neues“ erzählen. Das ist natürlich durch einen Blogger insofern schon gegeben, da er auf jeden Fall einen frischen Blickwinkel auf die Dinge wirft.

    Aber auch bei den etablierten Journalisten versuchen wir etwas andere Fragen zu stellen. Das beste Beispiel war in der Tat das erste Breuckmann-Interview, denn nach dem Auftritt in der LigaShow war er eine halbe Stunde später im RBB InfoRadio zu hören. Gleiche Länge, gleiches Thema und ich muss sagen dass er da bei uns einfach lockerer war und genau das wollen wir auch von den Leuten.

    Es ist nun eine andere Frage ob man wirklich hören will wie der Sohn von Frau Müller-Hohenstein seine Mutter kritisiert, oder wie Rudi Brückner nebenbei anmerkt, dass mit ihm die Quoten des Doppelpass besser waren, aber genau das hebt uns trotz des neuen Arbeitgebers immer noch ab von einem normalen Interview im Radio.
    Aber vielleicht sehr ihr das ja anders.
    Wir wollen wirklich nicht die herkömmliche Schiene fahren nur weil wir jetzt auf der Pressetribüne Platz nehmen, und ich hoffe das wird trotz der Gästeauswahl immer noch offensichtlich.

    Danke auf jeden Fall für euren Input.

  7. Wie gesagt Franz, von mir war das alles gar nicht als Kritik gemeint…

    Ich stimme Dir zu, dass man im Umfeld eines Podcast vielleicht auch von einem Manni Breuckmann Dinge anders hört, als man sie in den sog. Standard-Medien hören würde und ich stimme Dir ferner zu, dass das Konzept, so wie Du es noch einmal dargelegt hast, tatsächlich nicht verändert wurde.

    Was ich meinte, ist eben der Punkt, dass jetzt durch das veränderte Umfeld andere Möglichkeiten bestehen was Gesprächpartner betrifft, denn hätte ein Manni Breuckmann (immer wieder diese Name *g*) damals auch debss ein Interview gegeben? Wohl nicht.

    Diese „Entwicklung“ meinte ich. Und falls Du das vielleicht so aufgefasst hast: Ich wollte natürlich auch nicht andeuten, dass ihr beide euch irgendwie verändert hättet, nur weil ihr jetzt beim/für den großen Medienkonzern arbeitet. Auf keinen Fall!

    Abschließend fühle ich mich übrigens geehrt zur „Fussball-Blogger-Elite“ gezählt zu werden… 😉

  8. Na wenn das nicht die Elite ist… nur damit hier keine Missverständnisse entstehen, ich zählte mich übrigens nicht dazu.

    Du hast mit deinen Punkten absolut recht und ich habe es keineswegs als Kritik aufgefasst, jedenfalls nicht als negative, unangebrachte Kritik.

    Herr Steinbrecher (um mal einen anderen Namen zu nennen), wäre garantiert nicht zu DEBSS gekommen, und genau da ist ja unsere Chance gewesen. Ãœbrigens auch die Chance für anderen Podcaster und Blogger auf sich und ihr Genre aufmerksam zu machen.

    Ich hoffe schon dass wir uns verändert haben, da man mit den neuen Herausforderungen sich auch weiterentwickeln will. Nur muss man dabei immer aufpassen dass man nicht die Dinge vergisst die einem überhaupt erst den „Erfolg“ gebracht haben. Wir sind zwei bodenständige Jungs die weiterhin verdammt viel und gerne über Fussball reden, und das soll auch so bleiben.

  9. Ende