Kein königsblauer King Kahn

Alliterationen rocken.

Ebenfalls nicht schlecht sind Länderspielpausen. Ich als Vereinsfußballfan kann da mal ganz entspannt die Seele baumeln lassen – wirklich Wichtiges passiert für mich ja ohnehin nicht…

Genauso können sich verletzte Nationalspieler mal so richtig erholen. Meine einzige Sorge in diesen Tagen: Das sich ein anderer meiner Lieblinge in solchen Graupenspiele wieder gegen Andorra oder sonstwen verletzten.

Hoffen wir das Beste.

Zeit ist dann auch immer für Beiträge fernab vom FC Bayern oder dem Fußballalltag.

Womit wir beim Thema wären.

Kahn wird’s dann doch nicht. Manager bei Schalke jetzt.

Ich war da zwiegespalten.

Zum einen ist Kahn ein freier Mensch. Nicht mit dem FC Bayern verheiratet. Zum anderen war er 14 Jahre lang Spieler in München. Und Symbolfigur für vieles, was man am FC Bayern hasst(e). Der Gegenentwurf zu einem Scholl. Zum Beispiel.

Und dieser Kahn sollte Manager beim königsblauen S04 werden?

Hätte er’s gemacht, hätte man sich auch daran gewöhnt. Hat er nun aber nicht.

Und jetzt?

Jetzt wird er wieder auf die Spekulativliste der Hoeneß-Nachfolger gesetzt. Mir soll’s recht sein. Allein um dem Boulevard dabei zuzuschauen, wie UH es vor sich hertreibt, denn sind wir mal ehrlich: Die haben keinen Schimmer, oder? Das Boulevard jetzt. 😉

Was aber geht jetzt bei Schalke?

So ziemlich jeder, der gestern noch da war.

Manager weg (zu Recht), Trainer weg (Bauernopfer) und 2010 auch noch der Vorsitzende. Dabei wäre es das Beste gewesen, wenn diese Führungsriege (Schnusenberg & Tönnies) als erste gegangen wäre. ‚Bin zwar nicht im Detail im Thema, aber von aussen betrachtet, gibt es – vom eigenen Anspruch her – keine Spitzenmannschaft in der Bundesliga, die unprofessioneller und fußball-befreiter geführt wurde, oder?

Schlimm, was in Schalke mit diesem Potential hinten rauskommt.

Ok. Kann mir als Bayern-Anhänger ja egal sein (auch wenn wir in dieser Stimmung Rafinha vielleicht billiger kriegen *g*). Aber wie gesagt – ist halt Länderspielpause…

23 Gedanken zu „Kein königsblauer King Kahn“

  1. Kahn muß beim FC Bayern (oder sogar beim KSC, sein erstes Verein) Manager werden, aber bei S04? Niemals. Ich freue mich sehr, daß er dies Angebot absagte.

  2. Besser so. Kann mich noch an meinen persönlichen Schock erinnern, als der Kaiser in Hamburg unterschrieben hat. Manche Dinge dürfen nicht sein.

  3. Schöner Beitrag, Paule. Aber mal Hand auf’s Herz: Hast du dir vorstellen können, dass er das wirklich macht? Ich nicht. Das passte irgendwie sowas von nicht zusammen. Nada.

  4. Ich glaube der Kahn ist denen einfach zu unerfahren und sie haben es so gedreht…nun ja…wie wär’s denn mit nem Profi z. Bsp Olli Bierhof, aber nee, den will ja der UH schon für’n FCB, ha ha ha 🙂 odder?

  5. Hat UH nicht noch einen Bruder, wenigstens einen Halbbruder oder Cousin, meinetwegen auch Stieftochter, Urenkel, Großvater oder Kanarienvogel, der bei S04 anheuern könnte, damit die unser Farmteam werden?
    Rafinha zum Freundschaftspreis sähe ich nämlich lieber bei uns als irgendeinen mit der buli unvertrauten RV aus England oder Frankreich. Und der Höwedes könnte auch mal ein richtig guter werden. Unsere Härtefälle schieben wir dann dorthin ab, da kriegen die Spielpraxis, wir müssen das gehalt nicht zahlen und schlechter als die jetzigen Schlaker werden die auch nicht auftreten. Win-Win-Situation, oder?

  6. @Liza: Soweit kommts noch. Nur, weil wir sportlich ein schlechtes Jahr haben, musst du uns noch lange nicht als Farmteam ausschreiben. Jetzt ist es wieder leicht von der Überheblichkeit der Bayern zu reden, aber zum Glück gibts da ja auch noch andere.

    BTT:
    Wir haben halt nicht nur sportlich ein schlechtes Jahr, sondern der ganze Verein steckt zur Zeit leider in einer tiefen Krise. Die gesamte Außendarstellung, angefangen mit der Olympia-Affaire, war in dieser Saison unter aller Sau. Eigentlich müsste man für so ein Verhalten die komplette Riege da oben neu wählen.
    Ich bin auch froh, dass Kahn es letztendlich nicht wird. Ich als Fan habe genau die oben beschriebenen Abneigungen in Kahn gesehen. Davon abgesehen muss man aber auch sagen, dass er seine Eskapaden eigentlich ausschließlich auf dem Platz ausgelebt hat. In der Arbeit mit den Medien ist er ein absoluter Profi. Als Hoeness Nachfolger ist er sicher eher geeignet. Ich gehe davon aus, dass es zunächst eine Doppellösung geben wird.

  7. Gut, dass dieser Alptraum nicht wahr wurde. Olli muss ein Münchener bleiben!

    Der wäre viel zu gut für den Chaosclub gewesen. Aber so lange Klinsi bei Bayern ist, wird Kahn nicht den Uli machen. Soviel dürfte klar sein.

  8. @Franck
    Wäre er wirklich zu gut für dieses Chaosteam gewesen oder hatten wir insgeheim befürchtet, dass dieses Chaosteam unter ihm zu gut wird?

  9. Also ich hatte ganz klar Angst das Kahn bei Schalke richtig einschlagen würde, und sozusagen den schlafenden Riesen weckt.
    Ich wünsche ihn mir als Hoenessnachfolger . Er startet mit weit besseren Grundvoraussetzungen als Uli damals und ist für mich DIE Identifikationsfigur der letzten Jahre. Was besseres könnte dem FCB doch gar nicht passieren. Ahnung vom Geschäft, Vereinstreue und den besten Lehrmeister der Welt. Was soll da schief gehen?

  10. Ich bin froh, das Olli nicht nach Schalke geht. Er gehört in Funktion bei den Bayern eingebunden Punkt.

    Allerdings bin ich mir über die Form dieser Funktion kein bißchen sicher. Und hätte da eine ernstgemeinte Frage in die werte Runde:
    Ich lese doch erstaunt, mit welcher Sicherheit und Selbstverständlichkeit Kahn als Nachfolger vom Uli von vielen gesehen wird.
    Woher nehmt ihr diese Sicherheit, das Olli ein guter Manager wäre? Ich kann diese Frage weder positiv noch negativ beantworten. Ich weis es schlicht nicht. Und ich habe auch kein Wissen das in irgend einer Form darauf schließen läßt, das er für diesen Job geeignet wäre.

    Wenn wir mal kurz auf die Anfangszeit vom Uli zurück blicken: Der hatte schon als ganz junger Spieler einen legendären Ruf als Geschäftsmann. Wenn ihr in der Bio vom Sepp nachlest („Ich bin doch kein Tor“) steht da sinngemäß drin, das der Uli bereits als Jungspund den älteren Spielern Zusatzeinkommen in Form von Autogrammstunden u.ä. organisiert hat. Uli wußte immer über alles und jeden bescheid. Und, so Sepp weiter, es erschien ihm fast so, als hätte Uli damals schon gewußt, das ihm nur ein paar Jahre bleiben würden, um Kontakte mit den richtigen Leuten zu knüpfen, die wirklich am Hebel saßen.
    Dieser Ruf eilte Hoeneß vorraus. Und ich weis noch genau, als er ans Ruder kam, wie alle aufschnauften, das da jetzt ein guter kommt. Ein richtig cleverer Geschäftsmann eben. Trotz seiner jungen Jahre.

    Nochmal, meine ernst gemeinte Frage: Gibt es Anhaltspunkte, das der Olli (bei aller Wertschätzung für ihn) auch so ein guter ist? Oder ist das genau genommen nur ein Wunsch? Ein großer Sportler zu sein, ein großer Kapitän zu sein heißt noch lange nicht, auch ein guter Manager zu sein. Ich glaube einfach nicht, das sich diese Qualität an einer großen sportlichen Karriere festmachen läßt. Bzw. andersrum: Wer hat Klaus Allofs als durchaus passablen Manager aufgrund seiner Spielerkarriere vorher sehen können?

    Ich habe seit Jahren Angst vor dem Moment, wo Ulli zurück tritt. Vermutlich ist dies der größte Verlust, den der Verein je zu kompensieren hatte. Ich hoffe wirklich, das es zu einer guten Lösung kommt.

  11. Ich bin doch erleichtert, dass Kahn sich das nicht antut. Ich glaube nicht das dies ein guter und vor allem erfolgreicher Start in seinen neuen Lebensabschnitt gewesen wäre. Ausserdem hoffe ich immer noch auf eine Rückkehr zum FCB als Manager.
    Auf Schalke wird es wohl sehr unruhig weitergehen. Kein Manager, kein Trainer und eine schlecht zusammengestellte Mannschaft.

  12. Ich glaub selbst ein Oliver Kahn hätte bei diesem Chaosclub nichts ausrichten können. Ein Club in dem an oberster Front ahnungslose (was Fussball angeht) Fleischfabrikanten regieren, da kann es langfristig nur nach unten gehen. Also entweder hätte dort der Olli alle rausschmeißen müssen oder er wäre leider bei seiner ersten Managerstation ordentlich gescheitert.

    Des Weiteren finde ich, dass Ex-Profis erstmal ein BWL-Studium und einige Praktika absolvieren sollten, bevor Sie an oberster Front Manager eines Clubs werden. Schließlich sind das Firmen mit Millionenumsätze! In der Wirtschaft würde sich auch niemand anmaßen ein Unternehmen in dieser Größenordnung zu führen.

  13. Ich muss jetzt auch schon mal sagen, dass ich prinzipiell einem ehemaligen Fussballprofi nicht wirklich ein Management zutraue. Ich weiß, bei UH war das auch so. Doch haben sich da die Zeiten ein wenig geändert. Und UH verbrachte seine Lebenszeit auch nicht mit einer grad der Minderjährigkeit Entwachsenden. Kahn ist jetzt nicht unbedingt ein Mensch der durch seine Bildung und seinen Intellekt außerhalb des Platzes auffiel.

    Kann daher Sebastian auch teilweise zustimmen. Denke auch, dass die oft angekündigte Doppellösung genau darauf hinauslaufen wird. Ein ausgebildeter Manager (oder eine Managerin) und ein Exkicker/Extrainer der sportliches Verständnis mitbringt.

  14. @ David

    Also wenn ich mir alte Aufnahmen vom Uli anschaue, aus der Zeit bevor er Manager wurde, kann ich da intellektuell kein größeres Potenzial entdecken als beim Oli.
    Soweit ich weiß, hat Oli, im Unterschied zu Uli, bereits während der Karriere ein BWL-Fernstudium angefangen (abgeschlossen?). Er gibt seit Jahren immer wieder an, an wirtschaftlichen Themen interessiert zu sein und wer in Oli nicht immer nur einen Gorilla oder Wahnsinnigen gesehen hat, sondern hin und wieder mal genau hingehört hat, muss zugeben, dass Oli einen ziemlich intelligenten und reflektierten Eindruck macht.

    Im Mix mit Rummenigge und Hopfner und Breitner (und UH im Aufsichtsrat) wäre Oli mit seiner Unerfahrenheit hervorragend im Club aufgehoben. Uli hatte damals glaube ich schlechtere Voraussetzungen bei seinem Start. Oli würde sich demgegenüber quasi ins gemachte Nest setzen.

  15. @Franck

    Ich halte von Olli auch ziemlich viel und bin begeistert wie er ausserhalb des Platzes auftritt. Trotzdem hat er keinerlei Erfahrung in der Führung eines Unternehmens – BWL-Studium hin oder her. So wie David schon sagte – das optimale ist den Manager-Posten doppelt zu besetzen. Ein erfahrenen BWLer für alle finanziellen und Organisatorischen Aufgaben. Eine Fussballgröße für den Bereich Außendarstellung, Beratung bei Transfers und Gesamtaufstellung des sportlichen Bereiches.

  16. Ganz egal, wer wann dem Uli folgt, er wird in verdammt große Fußstapfen treten müssen! Unabhängig von seiner Vorbildung (oder vielleicht auch gerade deswegen) hat Uli H mit seinem unbändigen Ehrgeiz, seiner Energie und seiner Liebe zum Verein etwas geschaffen, was es vorher so in Deutschland noch nicht gab (nämlich den professionellen Fußballmanager, der zum Wohle des Vereins tätig ist) und wohl auch nicht wieder geben wird.

    Er hat den FCB finaziell wieder handlungsfähig und zum wohlhabendsten Verein D’lands gemacht und nebenbei mit seinen Visionen (für die er immer erst mal schön auf den Deckel bekam, von denen dann aber jeder gerne profitiert hat – nicht wahr Herr Lemke) die BuLi wettbewerbsfähig gehalten. Ob demnächst überhaupt nochmal jemand den Mut haben wird zunächst unpopulär klingende, allerdings notwendige Forderungen und/oder Reformen laut zu denken, das wage ich zu bezweifeln.

    Übrigens war UH auch nicht der Dümmste – Abi mit Einserschnitt und Schulsprecher, also auch früh schon einer, der Verantwortung übernimmt. Sich dazu neben dem Vollzeitjob als Manger des FCB noch eine Wurstfabrik „zu halten“, zeugt ja auch nicht gerade von wirtschaftlicher Unkenntnis . . .

    Was immer nach Uli kommt, es wird die größte Bewährungsprobe des FCB überhaupt, noch größer als der Umbruch in den 70ern.

  17. Zwar leicht off topic aber vielleicht keine schlechte Idee für den Osterhasen … Ich habe vor kurzem „Gute Freunde: Die wahre Geschichte des FC Bayern München“ von Thomas Hüetlin gelesen und war angenehm überrascht. Wer sich für die jüngere Geschichte des FCB interessiert, macht hier mit der Taschenbuchausgabe sicher nichts verkehrt.*

    Kommt natürlich hinzu, dass für mich die 70er und 80er besonders interessant, weil mit vielen Jugenderinnerungen verbunden, waren.

    Empfehlen kann ich das Buch vor allem denjenigen, die im Hinblick auf unseren Klub immer nur auf Titel fokussiert sind. Auch die mageren Jahre werden darin gut dargestellt und hinterher fragt man sich, was heute wohl passieren würde, wenn mal drei Jahre lang kein Titel eingefahren wird.

    Hätten seinerzeit die „Mechanismen“ von heute gegriffen, wäre UH längst nicht mehr der Manager des FCB. Ja, dies ist zugegebenermaßen eine schreckliche Vorstellung. Aber vielleicht regt das ja den einen oder anderen hier auch zum Nachdenken an.

    * Nein, ich bin mit dem Autor weder verwandt noch verschwägert, ich kenne ihn nicht einmal persönlich.

  18. Big Easy, ich kenn das Buch nicht. Könntest du das mit den Mechanismen etwas näher erläutern?

    @ Franck, kenne auch den jungen UH. Wo liegt bei dem das Problem?

  19. @The Big Easy.

    Das Buch ist wirklich klasse, amüsant und liest sich in einem Guss.
    Da bekommt man dann auch den Einblick wo auch später noch die großen Deals gemacht wurden (Stichwort Golf: Beckenbauer, Hoeneß, Hitzfeld und plötzlich war Effenberg wieder bei Bayern), wie die Verbindungen zwischen den Vereinen so war, was man dachte, etc.

    Also wirklich ein tolles Buch sollte jemand am FCB interessiert sein. Es liest sich auch echt relativ leicht und flüssig und man hat es eigentlich sehr schnell durch, da es gespickt ist mit interessanten Randinformationen, die Zusammenhänge schlüssiger erscheinen lassen.

    Ich kanns nur empfehlen.

  20. @David
    Habe ich irgendwo ein Problem mit UH formuliert?!?
    Habe nur ausdrücken wollen, dass ich OK nicht für weniger intelligent und geeignet halte, als den jungen UH. Punkt.

    @Chicken
    100% Deiner Meinung. Man konnte allerdings damals bei UHs Start nicht ahnen, welch grandiose Persönlichkeit sich da entwickeln würde, bzw. in welch erfolgreiche Zukunft er den Verein führen würde.
    Und wer weiß, vielleicht gelänge einem Manager OK ähnliches in den nächsten 20 Jahren?

  21. @Franck
    Da hast Du natürlich Recht, niemand konnte auch nur ahnen, was UH bei Bayern schaffen würde und wie sehr er diesen Posten prägen und verändern würde. Mag sein, dass es OK auch gelänge, allerdings wäre es schon ein Hammer es zu schaffen, gleich zwei ehemalige Profis für diesen Dienst auszuwählen, die hundertprozentig für den Job geschaffen sind. Denn, wie Du selber schreibst: Bescheid weiß man erst hinterher. Aber in Einem bin ich mir absolut sicher – niemand nach UH wird diese totale Identifikation mit dem FCB je wieder so leben.

  22. @David
    Mechanismen in dem von mir gemeinten Sinn –> Siehe aktuell auch S04 und Andreas Müller. In den von mir angesprochenen Jahren war UH noch ein junger Manager des FCB, mit relativ wenig Erfahrung und der Club blieb eine ganze Zeit ohne Titel. Niemand in der Öffentlichkeit hat aber deswegen seinerzeit seine Ablösung gefordert. Lass‘ das heute passieren und die Hütte brennt.

    Sieht man ja auch an der aktuellen Trainerdiskussion, die u.a. auch hier geführt wird, obwohl wir – Stand heute – eigentlich sehr gut unterwegs sind. Bin gespannt, was für eine Diskussion losgetreten wird, wenn wir die Meisterschaft verpassen und uns bspw. gegen Barca in der VF aus der CL verabschieden.

    Liegt natürlich vor allem auch daran, dass der Fußball heute viel mehr als früher im Fokus der Medien steht. Ich meine aber auch, dass in den Führungsetagen der Clubs nicht mehr viel Standing da ist.

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