Die Akte Robben 05/10 – das Hornberger Schießen und die Gerichte

[11.09.2010] Die mit Spannung erwarteten Gespräche zwischen dem FC Bayern und dem niederländischen Fußballverband KNVB sind zunächst ergebnislos vertragt worden.

Man traf sich bei Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt und tauschte die Argumente aus. Bayern-Boss KHR sieht inzwischen eine „moralische Betrachtung der Dinge“. Ob derlei vor Gericht Bestand hat?

Ohnehin hatten die niederländischen Herren wohl anderes im Sinn.

„Wir hatten tolles Wetter, haben Beckenbauer zum Geburtstag gratuliert, mit Arjen gesprochen, leider ein Spiel ohne Tore gesehen und gehen jetzt noch ein helles Bier trinken. Das ist das Fazit des Tages.“

[13.09.2010] Der verletzte Robben selbst, beklagt inzwischen kaum noch körperliche sondern vielmehr mentale Schmerzen.

„Es tut jedes Mal unheimlich weh. Deswegen hoffe ich, dass diese Phase meiner Karriere bald vorbeigeht […] Körperlich habe ich eigentlich keine Probleme. Ich habe keine Schmerzen im Oberschenkel. Gerade das macht es ja so schwierig für mich.“

[14.09.2010] Nachdem das Treffen der Vertreter des FC Bayern und des KNVB ergebnislos vertragt wurde, fährt Rummenigge inzwischen größere Geschütze auf.

Es ist die Rede davon, dass man – insofern man sich nicht einigen sollte – Verband und behandelnde Ärzte verklagen will (muss). Dann „gehe es juristisch zur Sache“.

[14.09.2010] Gegenwind bekommt der FC Bayern und Müller-Wohlfahrt inzwischen zunehmend aus den Niederlanden selbst.

Dortige Medien berichten, dass sich der Verband „keiner Schuld bewusst sei“, man darauf verweise, dass der FC Bayern seinerzeit einfach „vergessen habe, seinen Spieler Robben vor der WM zu versichern“ (was für alle deutschen Nationalspieler wohl geschehen sei) und folglich eigentlich „gar nicht erst zum Treffen am letzten Samstag anreisen wollte“.

Danach wird es allerdings interessant – nämlich im Rahmen der Vermutung, dass die Vertreter des KNVB dann doch in München aufschlugen, weil sie sich so für die „Vergabe der WM 2018/2022 die Stimme eines Franz Beckenbauers sichern wollen“.

Wie bitte?

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13 Gedanken zu „Die Akte Robben 05/10 – das Hornberger Schießen und die Gerichte

  1. Ab wann darf Robben denn eigentlich wieder spielen? Wenn das Loch ganz zu ist (Geht das überhaupt bei 5 cm) oder halb zu, oder er verrückt, gibt es da irgendwelche Kriterien?
    Das muss schon hart sein für den „Glasmann“, jetzt hat er mal endlich keine Schmerzen und darf trotzdem nicht spielen. Aber so richtig jemandem die Schuld geben will er auch nicht, er sitzt so ein bisschen zwischen den Stühlen und jeder diskutiert über ihn hinweg, hoffentlich kann er das wegstecken und kommt bald zurück, weil dass wir ihn brauchen haben wir nun leider alle gesehen.
    Aber jetzt muss es halt ohne ihn mal möglich sein ein Tor zu schießen, aber gut, dass Italiener nicht mauern können.

  2. Wenn Nerlinger die Versicherung vergessen hat dann hoffe ich mal, dass der seinen Hut nehmen muss. Mann darf sich ja noch was wünschen,oder ß

  3. Ich habe ja irgendwie Zweifel, dass es der Sache dienlich ist, wenn KHR per Zeitung wieder große Töne spuckt. Sowas regelt man am besten hinter verschlossenen Türen. Wird außerdem später nur umso peinlicher, wenn beim KNVB nix zu holen ist.

  4. @K1974
    Geh mal davon aus, dass Nerlinger nicht die Versicherung vergessen hat. Aber auch wenn, ist dein Wunsch etwas überzogen. Um nicht zu sagen grotesk. EIn Verein , der um die 15 Spieler regelmäßig zu NM-Spielen abstellt, wird schon ein lange entwickeltes Vorgehen zu derartigen Themen haben. Es geht den Bayern ja auch nicht um die Versicherung, sondern um vorsätzlich riskantes Verhalten der Holländer. Eine Verletzung aus dem Spiel heraus wäre doch überhaupt kein Thema gewesen…

  5. never-ending story

    Das Zitat („Wir hatten tolles Wetter…“) liest sich wie eine Unverschämtheit. Aber ich will mal unterstellen, dass es vielleicht aus den Zusammenhang gerissen und überspitzt formuliert wurde.

    Das jemand vergessen hätte, Robben zu versichern, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Eher schon, dass es entweder exorbitant teuer gewesen wäre oder ein Gläserner überhaupt nicht mehr versicherbar ist. Warum sollte sich Robben sonst ewige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall festschreiben lassen? Und warum sollte Bayern dann nicht sowieso eine Ausfallversicherung – ganz unabhängig von der WM – haben?

  6. Versicherung hin oder her – es geht ja um das fahrlässige Verhalten seitens der Niederländer: Die haben Robben ja nicht verletzt aufgestellt, weil er nicht versichert war, sondern weil sie die Verletzung unterschätzt beziehungsweise gar nicht erst erkannt haben. Nur weil ich nicht (oder in Deutschland vielleicht: schlecht) versichert bin, erlaubt das meinem behandelnden Arzt noch lange nicht, munter drauf los alles an mir auszuprobieren. Natürlich haftet der auch für seine Behandlung. Wenn der niederländische Arzt ihm die ganzen Risiken vor Augen geführt haben sollte und ihm von einem Einsatz abgeraten hat, Robben sich im vollen Bewusstsein aber aufgrund seiner vermeintlichen Schmerzfreiheit dem Risiko ausgesetzt hat, sehe ich keine Verpflichtung gegenüber den Bayern. Hat der Arzt aber schlichtweg die Verletzung nicht erkannt und ihm zu einem Einsatz geraten, ist es schon seine Schuld. Könnte mir aber durchaus vorstellen, dass es keine Konsequenzen hat: Ärzte verstehen sich sehr gut darauf, sich in jeder erdenklichen Hinsicht abzusichern.

    Außerdem ist Robben ja sowieso, da in Deutschland beschäftigt, krankenversichert. Eine fehlende Arbeitsunfallsversicherung entbindet doch nicht den behandelnden Arzt jeglicher Verantwortung, das ist doch das Kranke an der Argumentation der Niederländer! Aber ist halt eine rechtliche Grauzone, wenns um Fußball geht, wie so vieles.

    Dass jetzt auch Dr. Müller-Wohlfarth in fragwürdiges Licht gerückt wird, sozusagen, dass er der einzige sei, der von Robbens „mysteriöser“ Verletzung profitiert, halte ich für ganz schlechten Stil. Der hat schließlich keinerlei Bedürfnis, sich noch irgendwie profilieren zu müssen, der ist arrivierter Mediziner und hat genügend Geld, nehme ich mal an. Ich hoffe inständig, dass sich Robben die Verletzung nicht schon noch gegen Ende der Saison zugezogen hat und sie da schon von MW übersehen wurde. Dann wären die Holländer fein raus.

  7. @Bernhard „fahrlässiges“ Verhalten reicht mMn nicht. Es müsste sich schon um „grob fahrlässiges“ oder „vorsätzliches“ Verhalten handeln – und zwar im juristischen Sinne – um hier Schadenersatz durchsetzen zu können. Normalerweise ist solches Verhalten nur schwer nachzuweisen und es dauert dann ohnehin Jahre vor Gericht.

    Sich gegen die Folgen von Verletzungsunterbrechungen abzusichern, ist zunächst einmal Sache von Robben. Hat er ja auch getan, in dem er sich ewige Lohnfortzahlung bis Vertragsende festschreiben ließ. Er hat das finanzielle Risiko damit auf Bayern übertragen und die können das dann eben absichern oder nicht. Völlig unabhängig von einer WM.

    Ob es darüber hinaus eine verbindliche Regelung gibt, dass die nationalen Verbände ihre Spieler zu versichern haben, weiß ich nicht (die deutschen WM-Spieler wurden vom DFB versichert und mMn nicht auch noch von Bayern). Das scheint wohl angedacht zu sein, aber noch nicht umgesetzt. Ich bezweifele auch, dass sich das schnell umsetzen läßt. Dazu müsste Blatter ja auch den ganzen afrikanischen Ländern (Wählerstimmen) Kosten aufdrücken. Insofern gibt es für Bayern nur was zu holen, wenn sie den Holländern mindestens grob fahrlässiges Verhalten nachweisen können. Und da werden sie vermutlich auf die Mithilfe von Robben angewiesen sein, nur fraglich, ob sie die auch bekommen.

    Prognose: Außer Spesen nix gewesen. Aber vielleicht hilft der Fall dann wenigstens für die Zukunft eine Lösung zu finden. Ich denke ja immer noch, dass hier auch die FIFA gefragt ist, da sie Hauptprofiteur der Veranstaltung ist.

  8. @Pekka
    Ärzte wissen, was sie tun dürfen, und wann unter Umständen die Zulassung schnell weg ist. Wenn ein paar Befunde für Robbens Genesung sprechen, dann wird wohl kein Gericht der Welt „grob fahrlässiges“ Verhalten feststellen. Da stimme ich natürlich mit dir natürlich überein. Trotzdem führen wir ja hier wieder mal eine naive juristische Diskussion, und das Ergebnis des „gesunden Menschenverstandes“ kann ja durchaus von der Gesetzeslage abweichen. Will mich da also gar nicht festlegen. Fakt ist, dass auch eine Entschädigung für Bayern Robben nicht gesund macht.

  9. Gebe Dir auch recht, dass der „gesunde Menschenverstand“ hier häufig ein klares Urteil zu Gunsten der Bayern findet. Das ist sicher auch die Motivation der Bayern-Oberen, für die der Fall („moralisch“) eindeutig ist. Habe mich auch nur eingeschaltet, weil ich eine zeitlang für einen Ärzte-Haftpflichtversicherer gearbeitet hatte. Die Schadenersatz auslösende Messlatte ist einfach sehr hoch. Und gesund wird er dadurch auch nicht, sehr richtig.

    Ich würde auch nicht ausschließen, dass da – neben der ehrlichen Empörung – ein klein wenig Taktik dabei ist, indem man etwas vom Holperstart ablenkt

  10. hui, die bayern, die uefa und die gerichte…

    scheinbar geht jetzt noch an anderer front die post ab:

    ein uefa-mensch, der laut az/tz-bericht auch bei der sperre ribery´s mitgewirkt hat, hat wohl – gestützt auf einen zwielichtigen informanten – behauptung vom stapel gelassen, die bayern, allem voran uh und hopfner, hätten für 50 mio ein spiel verschoben.

    der fcb fährt schon mal große geschütze auf…

  11. War doch offensichtlich, dass das mit Ribérys Sperre nicht mit rechten Dingen zugegangen sein konnte….

    Im übrigen war die rote Karte gegen Höwedes gestern ein noch größerer Witz als die gegen Franck. Schiri war diesmal aber ein Kroate. Bin mal auf die Sperre gespannt….

  12. Hab mir den Bericht mal auf der Stern-Seite und bei spox angeschaut.

    Ich glaube, der Herr Limacher ist ein kleiner Bayern-Hasser mit einem GROSSEN Problem.

    Und ich gönne es ihm von Herzen. Und frage mich, wie viele Euronen wohl auf SEINEM Konto gelandet sind – mit besten Grüßen aus Italien…

  13. Ende

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