BL 2013/14 #08 Leverkusen – FC Bayern

Spiel: Leverkusen – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Leverkusen

Saison 2012/13
16.03.2013 Bayer Leverkusen – FC Bayern 1:2 (0:1)

Bayerns Ernst, Bayers Dusel und Paules Erinnerung

Ich war offenbar lange nicht mehr da. Im Ulrich-Haberland… in der BayArena. Das Dach, das über die Bismarkstraße reicht. Die Schleusen vorm Gästeblock. Der Außenaufgang(!) zum Block. Diese unfassbare Sichtbehinderung während man in G4 sitzt. Und diese Hechtsuppe. Was haben wir gefroren. Ich war bei Gastspielen in Leverkusen, da stand rechts noch die alte Kurve und waren direkt daneben die Heimfans untergebracht. Ja, ja, die Gästefans standen damals auch mal kurz auf der anderen Seite der Haupttribüne. Andererseits: Wo auch immer wir damals standen, ein Aufenthalt in der Farbenstadt war immer sehr zwiespältig und bot eigentlich im Rückblick die gesamte Bandbreite.

Saison 2011/12
03.03.2012 Bayer Leverkusen – FC Bayern 2:0 (0:0)

Das Ende. Vom Ende des Endes des Endes der Krise.

Ich bin es irgendwo leid. Hier immer wieder das gleiche zu schreiben. Also im Wochenwechsel entweder die neue Krise zu beschreiben oder das Ende der selbigen. Es geht mir an und auf die Nerven, dass in der letzten Woche alles gut und jetzt wieder alles schlecht ist. Oder sein soll. Fußball ist so. Und der Hauptunterschied im heutigen Spiel lässt sich an zwei Szenen festmachen. Zuerst ist Herr Gomez wirklich einen Bruchteil einer Sekunde vor dem 1:0 – verhindert wird dies durch Herrn Friedrich, der nicht aufgibt und den Ball von der Linie kratzt. Auf der Gegenseite unterläuft zwar Herr Neuer die Flanke bleibt aber die GESAMTE Abwehr, also vier Mitspieler, komplett stehen und ermöglicht so den Leverkusenern die Führung.

Saison 2010/11
20.11.2010 Bayer Leverkusen – FC Bayern 1:1 (1:1)

Der FC Kindergarten tritt auf der Stelle

Soll ich mich wirklich noch darüber aufregen? Das der FC Bayern, seine Verantwortlichen und Spieler weiter von der deutschen Meisterschaft faseln und das so was „einer Spitzenmannschaft nicht passieren darf“? Könnte ich, aber diese allwöchentliche Schallplatte hat einen Sprung. Ich bin da – zur Abwechslung – mal ganz bei Herrn Beckenbauer. Was der FC Bayern gerade abliefert ist nicht tauglich, sich als Meisterschaftskandidat oder Spitzenmannschaft zu bezeichnen. Klar kann man durchaus noch Meister werden und sicher wird dieser große Abstand auf Dortmund so nicht bis zum Saisonende bestehen bleiben. Aber dann muss man auch entsprechend auftreten. Auf dem Platz. Wenn man wirklich die deutsche Meisterschaft gewinnen, verteidigen will.

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78 Gedanken zu „BL 2013/14 #08 Leverkusen – FC Bayern

  1. vielleicht sind das alles Zeichen und letztendlich wird es schwieriger sein in der Bundesliga einen VFL Wolfsburg zu besiegen als international ein englisches Spitzenteam……..

    Ich steh noch immer unter dem Eindruck des 3:1 Sieges. Natürlich kann man viele Argumente bringen, die gegen eine epochale Leistung sprechen, es gab „Wackler“, keine Frage. Was ich aber im Vorfeld nicht gedacht hätte, ist die Tatsache, dass der Deutsche Meister ein so aufgeblasenes Team so sehr dominieren kann.

    Was mich so begeistert ist die Zielstrebigkeit. Auch wenn im Verhältnis zu Ballbesitzquote nicht genug zwingende Torchancen herausgearbeitet wurden, war doch trotzdem immer ein „Zug“ zum Tor vorhanden. Das ist der Unterschied zu Barcelona und deshalb verbieten sich die ständigen Rufe nach dem FC Bayern als neues Barcelona. Dieser FC Bayern ist schon einen Schritt weiter, körperlich stärker, direkter und mit wesentlich mehr Möglichkeiten ausgestattet. Auch wenn es fraglich ist, ob der FC Bayern derzeit einen Ausfall von Ribery einfach so wegstecken könnte, hat er doch unfassbar viele Alternativen um beispielsweise bei Verletzungen, roten Karten oder sonstigem ansprechend zu reagieren.

    Ich bin sehr gespannt auf das Spiel in Leverkusen. Die Kommentare im Vorfeld aus Leverkusen könnten schon wieder auf zuviel Demut hindeuten, aber letztendlich haben die nichts zu verlieren und eine unglaubliche Qualität. Ich bin sehr gespannt, das wird sicher eines der schwierigsten Spiele der Saison……….

  2. #1/ultramuc2007

    „Auch wenn im Verhältnis zu Ballbesitzquote nicht genug zwingende Torchancen herausgearbeitet wurden, war doch trotzdem immer ein “Zug” zum Tor vorhanden. Das ist der Unterschied zu Barcelona und deshalb verbieten sich die ständigen Rufe nach dem FC Bayern als neues Barcelona.“

    Exakt so isses! Barca hat mich häufig an diese Handballerszenerie erinnert, bis irgendwann der übliche Messi-Geniestreich für Torgefahr sorgte.
    Bei uns sehe ich viel mehr Druck dahinter, weil jederzeit von so ziemlich jedem Roten Gefahr ausgeht. Der Ball wird flüssig laufen gelassen, aber es wirkte bei der Scheichtruppe nie so, als ob der Gegner bewußt eingelullt werden soll. Eher so, als ob da wieder irgendeine Wahnsinnsaktion in Vorbereitung ist.

    Pep fügt da offenbar gerade sehr zielstrebig das Beste aus zwei Welten zusammen! 🙂

    Bei Vizekusen dürfte sicher mehr Widerstand zu erwarten sein, aber mit der entsprechenden Demut sollte auch das keine unüberwindbare Hürde werden.
    Ein schnelles Tor dürfte die Sache deutlich erleichtern – auch wenn Leno da sicher nicht so kooperativ wie Joe Hart sein dürfte…

  3. Ribben sagte am 4. Oktober 2013 um 12:46 (im WOB-Thread #148!!)
    „Gehts eigentlich nur mir so, dass ich die Spielweise bei Barca immer furchtbar nervig fand/finde aber bei uns aus dem Bewundern gar nicht mehr rauskomme? ;)“

    @Ribben:
    Da klangst du während des WOB-Spiels aber weniger euphorisch „das geht schief (oder so)…“. Und das zu Recht zu diesem Zeitpunkt. Mir gehts grade aber in manchen Bewertungen ein bisserl zu schnell hin und her zwischen Barca (einst das Idealbild, neuerdings eher negativ konnotiert) bzw. dem Äquivalent aus eigener Erfahrung, „van Gaal-Style“, also verkürzt: Ballbesitz ohne Dynamik einerseits und der (scheinbar bereits erreichten) völligen PePerfektion andererseits.
    Ich neige dazu, den Ball in beide Richtungen flach zu halten, den Prozess weiter zu beobachten und weder auszuflippen, wenn wir Leverkusen (auch) wegputzen, noch zu fluchen, wenn die wieder gewinnen solllten. Bis sehr gespannt und denke, es wird schwerer/ enger als gegen ManC.
    Aber ja, es macht schon phasenweise richtig Spaß zuzugucken, daher sind in nächster Zeit reichlich Kneipentermine angesagt (oder natürlich Arena…)
    @Paule: Morgen wieder vor Ort? Hoffentlich ziehts diesmal weniger …

  4. @seit82
    Ja, da hast du recht. Aber da bin ich Gefangener meiner Emotion während der 90 Minuten (und teils noch drüber hinaus *hüstel*).

    Aber die Unterschiede sind zum Teil auch frappierend. Gerade diese müde WOB-Nummer und dann dieser Sahne-Auftritt in Manchester.

    Für mich ist es so: Das Potential ist da und das System „Pep“ oder wie auch immer man es nennen will funktioniert. Die Frage ist nur: Was macht der Kopf? Wie erklärt man gegen WOB gefühlte 50% Passquote und gegen Manchester gefühlte 110%?
    Und das ist doch das Gefährliche in diesem Jahr. Gegen Bundesliga-Mittelmaß scheint es in der Tat ein Kopfproblem zu geben. Von Motivationsproblem will ich nicht reden, denn sie wollen ja und der Einsatz stimmt auch. Es fehlt lediglich an den Ideen, dem letzten Quäntchen Konzentration etc. Das liegt aber nicht an Pep oder Sammer, sondern an der letzten Saison. Ich hoffe gegen LEV greift wieder der „Spitzenspielfaktor“.

  5. aber die Passquote hängt doch auch immer vom Gegner ab und wenn Wolfsburg ausschließlich zerstören will, ist doch die Möglichkeit deutlich größer, dass die Passquote eben schlechter ist, als gegen ManCity, die ja zumindest die besten Vorsätze hatten, auch ein bißchen was zum Spiel beizutragen……..

    Im Moment hab ich den Eindruck, dass Pep ganz, ganz genau weiß, was er mit dieser Mannschaft machen kann und er arbeitet zielstrebig an seinem Werk. Hört sich jetzt furchtbar geschwollen an, aber mir kommt er immer ein bißchen wie ein Künstler vor. Jemand, der die größere Möglichkeit sieht, der immer das perfekte Spiel sucht, für den Spieler auch Farben sind, die in speziellen Bereichen besonders wirken können……Letztendlich bin ich mir sicher, dass er dieses Jahre alte Versprechen, dass man Spieler jeden Tag besser machen könne, einlöst. Nur ein Beispiel, was Dante in Manchester gespielt hat, war nicht mehr das Spiel eines Innenverteidigers, das war ein großer Spieler, der ganz viele Freiheiten hatte und diese äußerst grandios eingesetzt hat. Er war überall und sein Pass vor dem 2:0 ist für mich bis jetzt eines der größten Kunstwerke im Fußball 2013. Von beispielsweise Toni Kroos will ich jetzt gar nicht anfangen…….

    Sorry, das sollte jetzt wirklich nicht abgehoben klingen, aber ich glaube, dass wir und jetzt wieder sehr pragmatisch ausgedrückt, gerade bei der Geburt einer sehr großen Mannschaft dabei sein dürfen……….

  6. Ich habe den Eindruck, das Pep sich gerade international leichter tut,weil er die Manschaften einfach besser im Blick hatte als zB Wolfsburg. Er hat ja selber gesagt, das er schon einige Umstellungen wegen der Spielweise in der BL einleiten mußte.

    Vor Leverkusen habe ich keine Angst- hatten die schon nen schweren Gegner? Und wenns hart auf hart kam(wie zB bei Manu) dann konnte man sich noch immer auf das nervenkostüm der Werkself verlasen!

  7. @Paule: Ich dachte das wäre primär ein Blog-Sabbatical, aber für die Livespiele „um die Ecke“ würd’s noch reichen.

    @Ribben: Gegen Wolfsburg waren es ja nicht nur die Fehlpässe, wir waren da insgesamt weit von 100% entfernt. Was ich aber bemerkenswert finde ist, dass wir das Spiel trotzdem sicher gewinnen.
    Eine ausgeglichene Liga ist das nicht mehr. Bayern und Dortmund spielen m.E. auf einem deutlich höheren Niveau. Leverkusen ist da aktuell noch dabei, aber da halten die nicht mit.

    Von Leverkusen haben sich ja einige sehr optimistisch zum morgigen Spiel geäußert. Gutes Zeichen. Die hauen wir 3-0 weg.

  8. Bei DO lieg ich bisher richtig – der erste richtige Gegner in der Liga, und schon haben die Bienchen ein Problem 😉

    Hummels, Du bist der beste Mann! 🙂

    Egal wie wir heute spielen – das ist jetzt schon ein geiler Spieltag!

  9. Steilvorlage bitte unbedingt nutzen und zwar so gut es geht (aka 3 Punkte in Leverkusen).

  10. Sodele, heute Abend haben wir also einen neuen Tabellenführer. So oder so.

  11. Früher habe ich mich ja wahnsinnig geärgert, das Bayern Hummels verkauft hat. So langsam muss ich wohl umdenken.

  12. Da hat der Spielplangestalter schon geschickt vorausgedacht und uns nach dem (möglichen) Punktverlust des BVB das vermeintlich schwerste Auswärtsspiel – nach einem CL-Auswärtsspiel – und dann noch Samstag Abend, beschert. 😉

    Ich hoffe, dass wir an die Leistung von Manchester anknüpfen können. Leverkusen hatte bisher auch im Wesentlichen „leichte“ Gegner und der geringe Punkteabstand sagt nicht nbedingt was zur Stärke. Um 20:20 Uhr wissen wir dann ob doch…

  13. Heftiges Tempo bis jetzt in der Partie. Wird auf jeden Fall schwieriger als gegen City.

  14. Argh, ist das ärgerlich! Eine super Halbzeit gespielt, und Leverkusen schießt mit der einzigen Chance den Ausgleich. Wenn wir in der zweiten Hälfte unsere Chancenverwertung verbessern können, sehe ich uns aber trotzdem ganz klar auf der Gewinnerseite.

  15. Unchlaublich. Ich kann mich an keine derart gute Bayern-Halbzeit erinnern. Nicht nur Ballbesitz, sondern absoluter Drang zum Tor. Aber… Man legt sich gegen Bayer mal wieder selbst einen rein und Müller vergibt die Hundertprozentige. Und es heisst 1:1.

    Mega-schmeichelhaft für Bayer, aber das war der Gladbacher Sieg ja auch.

    Ach ja, Sam darf gern Gelb sehen.

  16. Vor allem das Ding von Müller. Und Leverkusen macht mit einer halben Chance ein Tor. 2012/2013 reloaded…

  17. Alte Floskel: bitte nicht in Schönheit sterben…

    Aber: Freunde ist das ein Fußball! Auch wenn das Ergebniss was anderes sagt- die Pillendreher sind Lichtjahre von unserem Spiel und der klasse der Mannschaft entfernt. Diese Spielweise ist Hammer- das Pressing, die laufwege, aber auch wie wir uns gegen die Angriffe der vizekusner wehren können und meist noch die spielerische Lösung finden. Ick freu mir!

    Pep dreht jetzt in der Kabine noch an ein paar schräubchen und dann klappt’s auch mit dem 3 er.

  18. SO, ich pack mal die Zweckpessimismus-Keule aus: Es soll heute nicht sein! So viele unglaubliche Dinge, Tor wie zugenagelt, Elfer nicht gegeben, leeres Tor nicht getroffen undundund.
    Außerdem so wie es läuft würden wir nach dem 2:1 vermutlich durch ein Eigentor das 2:2 machen…
    Kann mich nicht erinnern, dass wir jemals soviel Ballbesitz hatten. Nichtmal beim 40:1 Torschuss-Festival gegen Frankfurt damals.
    Und das beim Dritten. Auswärts….

  19. Das Ding muss rein. Mensch…

    Tolles Ding von Boa, aber diese Anfälligkeit manchmal gefällt mir nicht.

  20. Uff, kann das jetzt nur schwer einschätzen. Natürlich schön wieder Tabellenführer zu sein, auf der anderen Seite ist das für mich eine gefühlte Niederlage.

  21. @ hrumsch War doch ne geniale leistung auswärts, nach dem klasse Spiel bei City. Sowas passiert halt, meine Güte, leverkusen komplett dominiert, freu mich schon jetzt auf unser Heimspiel in der Rückrunde.

  22. na ja, gefühlte Niederlage finde ich jetzt übertrieben. Aber wahnsinnig ärgerlich, so ein Spiel nicht zu gewinnen. Wie gegen Manchester City: Fußball zum Zungeschnalzen, aber die Effektivität vor dem Tor fehlt ein bisschen. In Manchester war halt Joe Hart recht hilfreich.
    Aber wenn man das Glas lieber halb voll sehen will: Wenn wir weiter so Fußball spielen, mache ich mir keine großen Sorgen.

  23. Super Leistung und am Ende ein Punkt (und kein Siegtor für Pillendreher per Boatengs Gesicht oder so). Sollte nicht mehr sein, der Schiri wird sich ärgern, wenn er die Bilder vom Elfer sieht.

  24. Also ich bin total entspannt. 😀

    So Spiele haben wir doch immer mal wieder. Jedes Jahr. Am Ende muss man mit dem Punkt auch mal zufrieden sein. Im dümmsten Fall verlieren wir noch, insofern: Mund abputzen und weiter.

    Auch Leno hab ich jetzt nicht als den entscheidenden Faktor ausgemacht. Die scharfen Schüsse kamen genau auf Mann und die platzierten waren weder scharf noch platziert genug. Und dann kommt halt so ein Ding wie mit dem Elfer an Müller – glasklar – der halt von Kircher (mal wieder) nicht gegeben wird, dazu. Drauf gepfiffen.

    Nebeneffekt: Die Truppe bleibt am Boden. Ist Tabellenführer und dennoch unzifrieden, das ist gut für die nächsten Wochen.

    Vor 2-3 Wochen habe ich mich noch über die Stolpersiege gegen Hannover und Konsorten aufgeregt, jetzt bin ich zwar mit dem Ergebnis nicht zufrieden, aber das Spiel ist zum Zungeschnalzen. Wenn jetzt noch die Effizienz aus den ersten Wochen dazu kommt werden wir alle noch viel Spaß haben.

    Geiles Bild übrigens, wie Pep lange nach Schlußpfiff alleine auf der Bank saß. Der tüftelt auf dem Rückflug schon wieder Dinger aus um die Wahrscheinlichkeit für solche Spiele künftig zu minimieren.

  25. Es ist zwar absolut sog. off-topic. Aber es brennt einem dann doch unter den Nägeln. Nämlich das Thema Ex-Profis als „Experten“ in allen möglichen Fußball-Sendungen. Heute am Beispiel Zickler bei den Freunden (hüstel) von Sky.

    Man muss dazu natürlich die Sache auch differenziert sehen. Es gibt halt – wie überall – solche und solche. Auffallend ist aber, dass die überwältigende Mehrheit der (Ex-)Profis sich verhält wie Schauspieler. In beiden Berufsfeldern gibt es Leute, die wollen wissen, warum, wieso, weshalb, etc. dies so und nicht anders gemacht werden soll. Die also Interesse daran haben, was ihre Lebenswelt im Kern bestimmt. Das scheint offensichtlich die Minderheit zu sein. Was freilich ebenso für die „Fans“ gilt. Nur das ist ein ganz anderes, weites Feld.

    Wie oft schon konnte man Schauspieler in diversen Talk-Shows erleben, die man in ihren Filmen als Super-Stars und absolut überzeugend wahrgenommen hat, die dann aber – ohne Drehbuch, ohne vorgegebene Anweisungen des Regisseurs, sich sowas von hilf- und kopflos präsentiert haben, dass sie einem schon (fast) leidtun mussten, eben weil sie einen solchen – Verzeihung – geistigen Dünnpfiff absondern. Dagegen gibt es selbstverständlich einige wenige Gegenbeispiele wie George Clooney, Clint Eastwood, Jodie Forster, usw.

    Bei den allermeisten (Ex-)Profis ist es nicht anders. Selbst wenn diese sich damit brüsten, sogar die höchste Trainerlizenz erworben haben zu dürfen. Dabei wäre es wohl durchaus interessant zu wissen, was da in der so gerühmten Sporthochschule in Köln so gelernt und geprüft wird.

    Nun mal ganz konkret: Ein Matthäus, ein Effenberg, ein Basler, ein Strunz, ein Kahn, etc. pp. haben von einem Spielsystem und was dahinter steckt, wie es von Gardiola, von Klopp, auch von Heynckes, von Slomka, von Tuchel, von Hecking, uvm. aber schon so was von gar keine Ahnung, dass es schon weh tut.

    Da kommen dann die üblichen Plattitüden wie „Gras fressen“, „energischer in die Zweikämpfe gehen“, „die Außen/die Mitte dichtmachen“, „enger am Mann stehen“, blablabla. Manche Ausnahmen wie Jens Lehmann, neuerdings Metzfelder, leider schon lange nicht mehr Marco Bode, bestätigen nicht nur die Regel, sondern bringen das, was ein sog. Experte machen soll: Dem gemeinen Fußball-Interessierten die Hintergründe des Spiels verständlich nahezubringen.

    Zum Konkreten: Das, was heute der BVB und der FCB auf den Rasen gezaubert haben, war Fußball am absolut oberen Limit. Beide Teams haben allerdings, dem Fußball immanenten extrem großem Zufallsfaktor geschuldet, ihre avantgardistische Idee des Spiels nicht in den entsprechend nummerischen Erfolg umgesetzt. Das wird mit Sicherheit die Ausnahme bleiben.

    Unabhängig vom Endresultat sollte einen Fan oder Freund des Fußballs doch brennend interessieren: Warum dies so ist, was da dahinter steckt, wie die Art der Zweikämpfe und des Zweikampfverhaltens eine Rolle spielen, und und und. Leider ist nichts Teil der Berichterstattung oder der Diskussion (glorreiche Ausnahme dieses Forum!! ;-)). Eigentlich ein Armutszeugnis für den Großteil der Teilnehmer dieses Events Fußball.

  26. UNFASSBAR! Im ASS spricht man bei der Schluss-Szene, als Hegeler Ribery umrennt, doch glatt von einem klaren Elfmeter für Vizekusen!
    Die zweite Einstellung von der Hintertorkamera (bei Sky z.B. zu sehen), hat man aber sicherheitshalber aber gar nicht erst gezeigt…
    Immerhin konnte man trotzdem nicht verhehlen, dass das wieder mal ein „supersuper Spiel“ unserer Helden war.

    Zum Spiel: Wie hier schon gesagt – passiert halt. Super gespielt, trotzdem nicht getroffen, Schwamm drüber!

    Hätte ich die Wahl, hat mir das Tor gegen Chelsea in der letzten Minute z.B. deutlich mehr Freude bereitet, als das heute der Fall hätte sein können.
    Und gegen City waren die Treffer ebenfalls wichtiger, als heute.

    Wir sollten uns also, wie Pep, in Demut üben. Man kann, bei aller Überlegenheit, eben nicht jedes Spiel gewinnen und es hat heute ja sogar Teams gegeben, die trotz hoher Überlegenheit 0:2 verloren haben… 🙂

  27. @tafelrunde
    daccord!
    Die Antwort (wenn es denn überhaupt eine Frage war), gibst du ja gleich mit: Die Massenmedien machen Sendungen halt nicht für die Ausnahmen sondern für den Otto-normal-Durchschnittsfußballinteressierten. Ich hab mir das ASS gestern genau aus dem Grund schon geschenkt.

    2 Sachen noch zum Spiel:
    #Schweinsteiger gefällt mir auf der Position nicht so richtig. War wie auch gegen ManC wieder (nennen wir es mal) unauffälligster Akteur. Sicher ist er noch nicht richtig fit, geschweige denn, dass er überhaupt mal wieder in einen Rythmus kommt aber ob das da was auf Dauer wird…. ich weiß nicht.

    #Neuer
    Ich frage mich die ganze Zeit, wie die total normale und harmlose Flanke überhaupt so gefährlich werden konnte. Meine Antwort: Manu stand einfach falsch, ggf zu weit am kurzen Pfosten. So einen Ball muss er doch im Grunde einfach runterpflücken oder in der Kiste bleiben. Zuerst dachte ich er kommt gar nicht ran, dank seiner Länge und Sprungkraft hat er ihn dann noch mit den Fingerspitzen erwischt. Vlt. wäre ersteres sogar besser gewesen, da Boateng (glaube ich) ja da war. De facto unnötig.

    Ach ja, Robben hat mir nicht gefallen nach seiner Einwechslung. (Über)Motiviert und wieder zu lange am Ball. Aber die paar Minuten will ich nicht überbewerten.

    Komisch auch, dass wir die Punktverluste immer vor den Länderspielpausen haben. Naja, gibt es wenigstens was zu diskutieren. 😉

  28. spielverlagerung.de verweist auf diesen Text von transfermarkt.de zum Gegentor und Neuers Rolle gestern.

    Xylen
    Beiträge: 10876
    IP: logged

    Zitat von AmigodeBirillo:
    Er entschärft ihn direkt in die Füsse von Boenisch. Ganz große klasse.
    Dann hätte er die Aktion auch bleiben lassen können. Möglicherweise hätte er auch gar nicht gegen Kießling entschärfen müssen. Rafinha war ja da.

    Ohja, Rafinha gegen Kießling im Kopfballduell – da kann man schonmal drauf vertrauen, dass der schmächtige Brasilianer sich problemlos durchsetzt. Dass der Ball vor die Füße von Boenisch kommt, kann Neuer in dieser Situation gar nicht antizipieren, da er mit dem Rücken zu diesem steht und lediglich die Flanke klären will – zur Seite, wie sich das gehört. Und im Normalfall ist Neuers Job erledigt, nachdem er den hohen Ball abgelenkt hat – in einer perfekten Welt steht dann da ein Verteidiger bei Boenisch und hindert ihn am Torabschluss. Und selbst wenn das nicht gegeben ist, MUSS jemand danach bei Sam sein.

    Zitat von Robbaaan:
    Alte Fußballweisheit: Wenn er rauskommt, muss er ihn haben.

    Diese Aussage ist schlichtweg völliger Quatsch. Wenn Neuer da nicht rauskommt, fällt das Tor sehr wahrscheinlich ebenfalls. Indem Neuer überhaupt eingreift, verkleinert er diese Wahrscheinlichkeit. Und wenn unsere Abwehr da nicht erst Boenisch und dann Sam VÖLLIG frei durch unseren Sechzehner rennen lassen, fällt das Tor auch nicht.

    Ein Fehler ist es doch nur, wenn ein Torwart in einer Szene aktiv das Gegentor verschuldet, wo es sonst OHNE sein Eingreifen wohl kaum/gar nicht gefallen wäre. So wie Neuers Slapstickeinlagen gegen Gladbach in seiner ersten Saison. Aber heute versuchte er nur, durch sein aktives Spiel noch irgendwas zu retten, was dann im Endeffekt nicht geklappt hat. Ist dann natürlich doof und ganz glücklich sieht er dabei sicher nicht aus, aber ein Fehler ist das mit Sicherheit nicht.

    Diese Diskussion (und die klare Schuldzuweisung von Sky und ZDF in Richtung Neuer) zeigt einfach, dass viele Leute in Deutschland das moderne Torwartspiel immer noch nicht kapiert haben. Für die breite Masse ist der passive Linienschnapper, der bei solchen Szenen wie angewurzelt auf der Linie bleibt, immer noch der Idealtypus des Goalies. Da heißt es dann, dass der Keeper ja nichts machen könne und die Abwehr gepennt habe. Was völliger Blödsinn ist, da die Keeper sehr wohl was machen können – sie es nur oft einfach nicht tun. Gerade deshalb hebt sich Neuer von allen anderen Keepern der Bundesliga ab, weil er in solchen Situationen die Eier hat, selbst aktiv zu werden, auch wenn er im Endeffekt dabei doof aussieht.

    Beitrag bearbeitet von Xylen, 06.10.13 – 01:13

    Interessanter Ansatz, wie ich finde.

  29. Diesen Kommentar auf spielverlagerung.de fand ich auch ganz gut bzgl Neuer:
    #####################
    Aamteur
    6. October 2013 at 12:01
    […]
    Das 1:1 – Fehler von Neuer?
    Naaajaaa – eher nein. Es gab einige Situationen, bei denen die Münchner den Angriff und damit vor allem diese sagenhafte und mit unglaublich viel Effet geschlagene Flanke hätten verhindern können bzw. müssen. Neuer’s Position orientierte sich während des ganzen Spielzugs korrekterweise am Ball, sprich er stand erst Höhe 5er, zog sich dann mit „Vorspielen“ des Balls zurück, sodass er bei der Flanke auf der Torlinie stand bzw. genau in diesem Moment, diesen letzten Schritt zurückgemacht hat. Letzteres waren dann genau die Sekunden bzw. Zentimeter, die für eine weitere Abwehr seinerseits gefallen haben.
    Kommt er nicht raus, haut den Kießling ein, da bin ich mir aber sowas von sicher! Dass er da überhaupt rankommt, finde ich eher bemerkenswert, die meisten hätten den doch unterflogen.
    ##################

  30. @modernes Torwartspiel (was so modern ja gar nicht ist, siehe Lew Jaschin):

    Situation: Ball hinter die Abwehr. (10 mal) (gerade in solchen Fällen kam die Diskussion schon öfter auf, gestern war es ja eine andere (Flanke „falsch geklärt“), da lässt sich aber sicher eine ähnlich Betrachtung finden)

    Torwart A (Typ „Linienkleber“): Hält sensationell 6 von 10 mal im 1 gegen 1. Unfassbar schwer zu überwindender Torwart. Keine Fehler gemacht, sogar „sichere Tore“ verhindert -> Bilanz: 4 Gegentore

    Torwart B (Typ „Neuer“): Läuft 9 mal langweilig den Ball ab und spielt ihn zum Mitspieler, kommt ein mal zu spät, Gegner schiebt den Ball ins leere Tor -> Torwart ist „schuld“ + hat nicht einen „unhaltbaren“ gehalten -> Bilanz: 1 Gegentor

    Welcher Torwart ist jetzt wertvoller für eine Mannschaft? Der der 4 Gegentore kassiert, aber „unfassbar stark gehalten hat“ und „fehlerlos“ war? Oder der, der nur 1 Gegentor kassiert hat, aber an diesem Tor „schuld“ ist?

    Insofern ist nämlich das „nicht rauskommen“ schon der Fehler im Torwartspiel und Torwart A begeht 10 Torwartfehler.

  31. Ich finde es müßig, gerade bei Neuer über seine „Fehler“ zu diskutieren.
    Habt ihr über Hearts Fehler im CL-Spiel auch so akribisch diskutiert? Wenn Heart die zwei wirklich haltbaren Dinger hält, dann geht auch dieses Spiel trotz absoluter Überlegenheit nur 1:1 aus, im schlimmsten Falle verliert man es sogar, wenn Silvas Freistoß reingeht.

    Ich bin da ganz bei Vadder (#180333)

    Solche Gegentore muss man bei Neuers Spiel eben mit einplanen. In den meisten Fällen verhindert Neuer aber. Und genau das zeichnet ihn aus.

    Dank auch an tafelrunde, der da feststellte:

    „Zum Konkreten: Das, was heute der BVB und der FCB auf den Rasen gezaubert haben, war Fußball am absolut oberen Limit. Beide Teams haben allerdings, dem Fußball immanenten extrem großem Zufallsfaktor geschuldet, ihre avantgardistische Idee des Spiels nicht in den entsprechend nummerischen Erfolg umgesetzt. Das wird mit Sicherheit die Ausnahme bleiben.
    Unabhängig vom Endresultat sollte einen Fan oder Freund des Fußballs doch brennend interessieren: Warum dies so ist, was da dahinter steckt, wie die Art der Zweikämpfe und des Zweikampfverhaltens eine Rolle spielen, und und und. Leider ist nichts Teil der Berichterstattung oder der Diskussion (glorreiche Ausnahme dieses Forum!! 😉 ). Eigentlich ein Armutszeugnis für den Großteil der Teilnehmer dieses Events Fußball.“

    Wenn alles normal läuft, dann gehen Bayern und BVB als klarer Sieger vom Platz. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert und es nützen die ganzen herausgespielten Torschüsse nichts, wenn am Ende zu wenig dabei herumkommt. Das können sich Thomas Müller, Reus etc. gerne ankreiden – aber prinzipiell machen beide Mannschaften doch alles richtig, jede auf ihre spezielle Weise. Und sehenswert ist es sowieso.
    „Normalerweise“ gewinnen die beiden Mannschaften solche Spiele, so ist aber der Bayern/BVB-Dusel halt man bei den anderen. Und dann wird es auch wieder Spiele geben, wo selbst klasse Gegner wie Gladbach oder Leverkusen vom Platz geschossen werden. Wenn es sein muss, sogar im eigenen Stadion.

  32. Lahm mit Hut auf der Wiesn: Wenn man mit dem Hintern umwirft, was man mit den Händen aufgebaut hat;-(

  33. @Fkinsi: den Hut hatte er doch schon öfters auf… Pep auch mit Hut- modern?

  34. Das war doch nicht ein Fehler von Neuer. Wenn Lahm bei Sam bleibt (hat ihn ja freundlich durch den 16er begleitet) und ihn nicht allein stehen lässt, dann passiert da gar nix.

  35. Das mit Lahm hör ich jetz auch schon zum zweiten/dritten Mal. Das Problem war, das am 16er noch ein Leverkusener frei stand und Lahm sich entscheiden musste. Tendenziell hätte ich auch mit dem Rückpass statt mit dem Schuß von Bönisch gerechnet.

    Also wie auch immer, man kann über alles diskutieren. Ich bleibe dennoch dabei, dass Neuer zumindest unglücklich aussieht. Die Flanke war nicht wahnsinnig weit vom Tor weg, im Normalfall pflückt er die eigentlich. Natürlich war die Flanke tückisch und die Verteidigung nicht richtig postiert (wo war eigentlich der Gegenspieler von Bönisch? Shaqiri?). In Summe sicher nicht der alleinige Fehler von Neuer. Aber wenn man ihn zweimal in den gegnerischen Fuß abwehrt mindestens unglücklich.

    Ich halte auch nix davon, alte (und bewährte) Weisheiten pauschal mit dem Verweis auf moderne Spielweisen abzutun. Da gibt es noch genug, die ihre Berechtigung haben (im Gegensatz zu anderen wie das immer vom Kaiser bemühte „der Gefoulte darf nicht selbst schiessen“ sogar nachweislich nicht).

  36. Neuer und das Gegentor: Wenn er nicht rausläuft, dann köpft Kießling ins Tor, alle sagen „unhaltbar“, man meckert noch kurz über die „Zuordnung“, und das war’s. Stattdessen verhindert Neuer das einfache Kopfballtor, er hält den Nachschuß aus kurzer Distanz (und aus der Entfernung kann er den nicht mehr kontrolliert festhalten/ablenken). Bei beiden Aktionen ist die Abwehr nicht in der Lage, den Ball endgültig zu entschärfen, beide Male steht ein Leverkusener völlig frei. Für mich ist Neuer da völlig schuldlos. Beim BayernBlog gibt es in den Kommentaren auch einen ziemlich treffenden, der bemerkt, daß viele Torhüter schon damit überfordert gewesen wären, den Kopfball zu verhindern.

  37. Ich bleib dabei- mit xaver auf der 6 werden wir noch stabiler defensiv. Lahm dann wieder nach außen (Rafinha hat für mich immer mehr schatten als Licht- solide, ja, das ist contento auch- aber keiner würde den für Alaba fordern). Außerdem hat der Martinez irgendwie so ein Sieger Gen oder sowas. Der scheint ein Glückskind zu sein. Ich freu mich auf seine Rückkehr.

    Robben hat mir auch gar nicht gefallen. wie Ribben schon gesagt hat. ich bleibe dabei: wenn alle da sind, hat Robben ein Problem…

  38. Für alle die sich für das „moderne“ Torwartspiel interessieren sei dieses Buch von Neuers Vorbild Jens Lehmann ein Lesetipp: Jens Lehmann, Christof Siemes „Der Wahnsinn liegt auf dem Platz“.
    insgesamt eine sehr abwechslungsreiche und unterhaltsame Lektüre!

  39. Vielleicht denke ich da zu archaisch, aber mit einem Buch von Jens Lehmann würde ich nicht mal meinen Kamin befeuern.

  40. @ Vadder Bei Rafinha stimme ich dir zu. Mir fehlt bei ihm v.a. das von Lahm, im Zusammenspiel mit Robben, perfektionierte hinterlaufen. Das passiert bei Lahm/Robben zumeist in der brandgefaehrlichen Zone, oft direkt im Strafraum. Dieses Element kommt gar nicht mehr vor und raubt dem von dir (und Ribben) kritisierten Robben eine zusaetzliche Option. Wie man es richtig macht, haben Alaba u. Ribery gg Leverkusen wieder mal bewiesen.

    Off-topic: Im heutigen Kicker jammert Aki Watzke ueber die vielen Verletzten beim BVB. Finde es sehr erfreulich, dass dergleichen bei uns nicht (mehr) vorkommt. Auf jeden Fall freue ich mich auf Javis Rueckkehr ins Team, ohne Thiago und Goetze nicht zu vergessen….

  41. @JP
    ohne jetzt über Gebühr drauf rumreiten zu wollen: Ich hab mir die Szene jetzt noch x mal angesehen und für mich bleibt es dabei: Eine Flanke auf Höhe 5er, unbedrängt, muss er fischen. Fertig. Passiert, Haken dran. Von einem „Vorwurf“ den man da vlt. schnell raushört bin ich weit entfernt. Zumal es sicher immens schwierig ist, wenn in 90 Minuten halt ein einziger Ball durch den 16er fliegt…

    @Tokyostegi
    lol. 😀
    Aber ich für meinen Teil muss wirklich sagen, dass Lehmann (mit Abstand) der geistreichste Co-Kommentator bzw. Studiogast etc. ist. Er ist in der Regel weit entfernt von den immergleichen 08/15-Plattitüden von Effenberg & Co. Insofern durchaus wohltuend anders. Ob ich mir deswegen sein Buch kaufen würde mal dahingestellt.

    @Flo, vadder
    ich sehe es genauso. Lahm ist als AV zu stark und die anderen können es auf der 6 genausogut, bzw. Martinez sogar besser. Rafinha hinterläuft vlt. 1-2 Mal im Spiel, während Lahm das vermutlich 10 Mal macht. Außerdem war Lahm zuletzt als AV sehr effektiv als Vorbereiter. Das geht ihm auf der 6 total ab.

  42. Ah ja, Jens Lehmann beim TSV 1860 im Gespräch……da würden sich ja wirklich immer noch tiefere Tiefpunkte treffen…….nach 10 Spieltagen 8 Tore geschossen, der Aufstiegsaspirant versinkt mal wieder im Dreck, so erbärmlich und ich kann nicht aufhören auf eine Insolvenz oder ähnliches zu hoffen……….will sich der abgesicherte Jens das wirklich antun?

    Zum tatsächlichen Fußball, als ich am Samstag nach dem Schlusspfiff in Leverkusen Pep alleine auf der Bank gesehen habe, aufgewühlt und nachdenklich, hat mich das sehr berührt. Dieser feine Mensch denkt immer nur nach vorne, will nach einer Perfektion streben, die eventuell nicht möglich ist. Das Spiel in Leverkusen, ich hatte das Vergnügen, das auf Sky komplett und live zu sehen, war ein Statement. Der FC Bayern hat eine Dominanz ausgeübt, gegen einen unmittelbaren Konkurrenten, die ich so noch NIE gesehen habe. Das war modernster Fußball, schnell, sicher, dominant und mit einem unfassbaren Pressing. Natürlich ist es schade, dass sich der Spielverlauf nicht im Ergebnis niedergeschlagen hat, aber allein die Tatsache, was Pep mittlerweile offensichtlich vermitteln konnte, macht mich sehr, sehr froh! Ich denke, dass jeder Spieler inzwischen erkannt hat, dass dieser Trainer jeden besser machen kann, dass dieser Trainer keine Grenzen hat. Im Endeffekt sprechen wir doch hier nicht mehr von irgendwelchen Systemen, wir sehen, dass eine Mannschaft sich so bewegt, dass sie nie fassbar ist, alles ist in Bewegung und jeder Spieler kann alles……

    Ist mir schon klar, dass das eine sehr limitierte Aussage dazu ist, wie ich meinen Verein derzeit empfinde. Ich sehe einfach, dass da was entsteht, was später in der Rückschau als ein großes Team, als eine Mannschaft, die eine Epoche geprägt hat, gelten könnte und das finde ich einfach nur großartig. Bitte Pep, bleib sehr lange hier und sei ein Architekt von etwas großem………..

    Weil auch schon alles so unfassbar gut läuft, läuft auch die Wiederbelebung der Südkurve in eine gute Richtung. Der FC Bayern (und das ist im Moment offensichtlich nicht mehr der gruslige Prof. Salewski) macht Zugeständnisse, die Fans, über alle Grenzen hinweg, tun alles mögliche und auch wenn ich mich kaum traue, dass auszusprechen, vielleicht werden wir irgendwann eine große Kurve im Süden erleben dürfen………

    Bei der Gelegenheit, was dem BVB in Gladbach passiert ist, tut mir wirklich (!!) leid, so kann es auch gehen. Das war ungerecht, unverdient und schade, weil sich am Schluss nicht die Qualität durchgesetzt hat……

  43. @ Ribben
    Das ist leider wahr. Blöd ist der nicht, der Lehmann. Aber so manche Wunde aus dem Sommermärchen vernarbt sehr langsam

    @ Ultramuc

    Das unterschreibe ich voll und ganz. Was da entsteht ist grandios, ich habe mich vor allem beim Manchester-Spiel mehrfach dabei ertappt, dass ich „scheiße, sind die gut“ vor mich hingemurmelt und fassungslos auf den Bildschirm gestarrt habe. Die Ära PG möge so weitergehen und lang halten.

  44. So, und grade wird vermeldet, dass auch Reus die NM-Strapazen abgesagt hat. Logischerweise ist er in 2 Wochen wieder fit. Pfffftttt.

    Fehlt nur noch, dass Hummels die Rotsperre während der NM-Pause absitzt. 😀

  45. „Neuer und das Gegentor: Wenn er nicht rausläuft, dann köpft Kießling ins Tor, alle sagen “unhaltbar”, man meckert noch kurz über die “Zuordnung”, und das war’s.“

    – Genau, mein Punkt. 10 mal eine solche Flanke mit der schlechten Zuordnung in der Mitte: Der Linienkleber kassiert 6 „Unhaltbare“ und schafft es irgendwie 4 davon abzuwehren. Ist offensichtlich der beste Torwart der Welt mit Wahnsinnsreflexen. Neuer kassiert eins, ist daran aber „schuld“ und hat 7 mal die Flanke irgendwie zur Seite geklärt und 2 mal gefangen. Von den zur Seite abgewehrten Flanken sehen 3 auch noch „unsicher“ aus, weil der Bayernspieler der den freien Ball erläuft sich auch noch sputen muss, diesen Ball zu bekommen.

    Was ist besser? Ich hab lieber den „schlechteren Torwart“ mit weniger Gegentoren. (Der noch dazu im Spielaufbau hilft und einfach eine Anspielstation mehr ist, die nicht gleich den Ball ins Seitenaus drischt, wenn der Ball kommt)

    Torwartspiel heißt die Wahrscheinlichkeit eines Gegentores zu verringern. Nicht keine „Fehler“ zu machen. Wobei „Fehler“ da einfach falsch wahrgenommen und zugeteilt werden. Wie weiter oben schon geschrieben, müsste das „Nichtrauskommen“ eigentlich als Fehler angesehen werden, denn damit ist die Chance höher ein Gegentor zu fangen, also wurde der Job nicht erfüllt. Aber die Durchschnittskommentatoren haben es dann auch eher mit den Plattitüden „Wenn er rauskommt muss er ihn haben“. Aber selbst das rauskommen ohne ihn zu fangen (also nach außen verlängern oder so) verringert die Wahrscheinlichkeit des Gegentores und ist somit „gutes Torwartspiel“

    (Wenn die Flanke gar nicht zu erreichen ist, ist drinbleiben natürlich besser als das Tor komplett aufzumachen, das war ja aber an diesem Wochenende nicht der Fall)

  46. @Ribben: Also ich finde, da muss man schon mal Verständnis haben. Wo doch in der Nationalmannschaft sowieso immer die Bayern vorgezogen werden, und wenn mal ein Gegentor fällt, hauen alle auf die Klopp-Jünger ein. An deren Stelle würde ich mir da auch lieber eine Ganzkörperprellung o.Ä. nehmen 😉

  47. Am Rande: Die Noten zu unserem letzten Spiel belegen recht eindeutig, dass maximal der Kicker halbwegs eine Ahnung hat. Der Rest der sogenannten Sport-Medien: ohne Worte.

    Zum Vergleich die Noten von Kicker und Sport 1:

    Müller (4 / 4)
    Ribery (1,5 / 2,5) Schweinsteiger (2,5 / 3,5) Kroos (2 / 2) Shaquiri (3 / 2,5)
    Lahm (1,5 / 3,5)
    Alaba (1,5 / 3) Dante (2 / 3) Boateng (2 / 3) Rafinha (3,5 / 3)
    Neuer (3,5 / 4)

    1) Da zelebriert eine Mannschaft ein Spiel in einer Art und Weise, wie man es selten gesehen hat. Ja gut, sie schießt nur ein Tor und lässt sich ein krummes Ding legen, aber dafür erhalten die Spieler dann im Schnitt ein „befriedigend“?

    2) Da läßt ein Mittelfeld die gegnerische Mannschaft fast nicht an den Ball und die drei Hauptakteure bekommen eine 2 und 2x 3,5?

    3) Da kreiert ein Stürmer Topchancen im Duzend und ein Torwart agiert souverän. Beide agieren mehr oder weniger unglücklich, aber dafür vergibt man zweimal eine 4?

    Das Zeugs, was die Herren Redakteure so rauchen, hätte ich auch gern.

  48. Und UH weint wegen der Götze Nomminierung. Dabei braucht der doch Spielpraxis.

  49. Nachtrag: bei der Nomminierung von Jansen und Westermann hätte ich auch lieber ein Wehwehchen und bliebe dahoam ;-))

  50. @tokyostegi Nein, Nein Nein, das kann ich so nicht stehen lassen, das mit dem Kamin. Ich habe nämlich keinen, für den ein Buch vom Jens als Befeuerung nicht genug sein könnte.

    Deswegen möchte ich zum Ausdruck bringen, dass die Seiten eines Buchs vom Lehmann selbst zum Trocknen der herbstnassen Schuhe nicht zu verwenden sind.

  51. Das liebe ich so an diesem Blog. Kluge differenzierte, fachlich saubere Fußballkommentare, grundsätzliche Einigung auf den Fair-Play-Gedanken und trotzdem ist Raum für ein bisschen gepflegtes Lehmann-Bashing.

    Off-topic: was um Himmelswillen ist das für eine Schwachsinns Idee von Platini. Wie sieht denn das aus wenn der Europameister Argentinien heißt?

  52. @Tokyostegi:
    Ich glaub, Platini hat sich einfach zu lang mit ein paar Südamerikanern unterhalten. Bei der Copa America (eigentlich die Konföderations-Meisterschaft der CONMEBOL, sprich die Südamerika-Meisterschaft) sind auch regelmäßig Mexiko oder die USA dabei. Und Japan hat auch schon mal mitgespielt. Nun ja, andere Länder bzw. Konföderation, andere Sitten…

  53. ganz offtopic:
    die neue „W&V“ titelt:
    „Was Marken vom BVB lernen können –
    Borussia Dortmund gilt jetzt als erfolgreichste Marke in der Bundesliga“
    dazu ein ausführliches Interview mit Watzke at his worst.

  54. Ich warte immer noch auf den Moment, an dem die unaufhörliche Selbstbeweihräucherung der Dortmunder in Vorstand und auf der Trainerbank bei den „neutralen“ Fans endlich in die verdiente Stimmung des Angegeekeltsein umschlägt, die diese sich ständig selbst auf die Brust klopfende Besser-als-alle-anderen-vor-und-nach-uns-Selbstdarstellung verdient. Sie behaupten ja nicht nur, dass sie besser als die bösen, bösen Bayern sind, sondern besser als so ziemlich alles, was die BuLi je hervorgebracht hat.
    Die Phase, in der ich anerkennend das betrachtet habe, was sie in Dortmund aufgebaut haben (wenn auch stets mich wundernd, wie man ohne EC-Einnahmen mehr als 100 MIO Schulden so schnell verschwinden lassen kann …) und ihnen, wenn auch extrem widerwillig, die errungenen Titel als verdient zugestehen musste, diese Zeiten sind endgültig vorbei. Mir stehen diese selbsternannten „WahreLiebeFußballerundFunktionäre“ inzwischen bis dorthin … und weit darüber hinaus.

    Was Platini betrifft – vielleicht ist es ja erforderlich, dass man ein gewisses Maß an Realitätsverlust nachweisne muss, um bei Fifa und/oder Uefa ganz nach vorne zu kommen. Find die Idee genauso abstrus wie die WM in Katar.

  55. Ich finde die Idee von Platini wegweisend, aber nicht weitgehend genug. Hier mein Vorschlag:

    Ab nächster Saison werden auch deutsche Club-Mannschaften in die Pokalwettbewerbe anderer Ligen eingeladen.
    Werder Bremen scheitert dabei leider in der ersten Runde des färoerschen Steypakappingin mit 0:3 am VB Vagur und kündigt daraufhin keine weitere Teilnahme bei, Zitat Robin Dutt, „den Fischköppen“ an.
    Der SC Freiburg erreicht bei der Coupe de France immerhin das Achtelfinale, verliert das Spiel gegen Straßbourg jedoch kampflos, da die Breisgauer sich weigern, unter von Atomstrom gespeisten Fluchtlichtern aufzulaufen.
    Unverhofften Zuspruch erfahren hingegen der Hamburger SV und Schalke 04 bei ihren Auftritten im griechischen Kipelo Ellados HOL: „Endlich mal Deutsche, die genauso Pleite sind wie wir!“, freuen sich die heimischen Fans und bejubeln den Finaleinzug beider Teams. Dieses kann dann jedoch nicht ausgespielt werden, weil das Olympiastadion in Athen kurz vor Anpfiff von Vertretern der europäischen Kommission gepfändet wird.
    Ebenfalls das Finale erreicht Borussia Dortmund beim Coupe de Luxembourg. In einem packenden Endspiel triumphieren die Schwarz-Gelben mit 2:1 n.V. gegen Jeunesse Esch und werden bei der Heimkehr von zwei Millionen Fans auf dem Borsigplatz gefeiert. Das von Jürgen Klopp zu diesem Anlass getragene Shirt mit der Aufschrift „Superlativsteigerer“ findet nicht nur reißenden Absatz, sondern wird als erster Begriff überhaupt zugleich Wort und Unwort des Jahres.
    Bodenlose Enttäuschung hingegen beim 1.FC Köln: In Hoffnung auf eine durch den Pokalsieg in der maltesischen F.A. Trophy gesicherte Europapokalteilnahme hatten die Rheinländer vor der Saison die sensationelle Rückverpflichtung von Lukas Podolski verkündet. Der 15-Millionen-Zugang trifft in 7 Pokalspielen gegen die Malteser auch unfassbare 31 Mal bei einer Laufleistung von durchschnittlich 29 Metern, erzielt alle zwölf Tore des Monats mit Schüssen von der Mittellinie aus und wird von der Sportbild prompt zum besten deutschen Spieler aller Zeiten gekürt. Ausgerechnet im Finale trifft in der 66. Minute ein ansatzloser Linksschuss aus 57 Metern Torentfernung jedoch den Schiedsrichter mit einer solchen Wucht am Hinterkopf, dass dieser bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Da auf der ganzen Insel kein Ersatzschiedsrichter gefunden wird, muss das Spiel beim Stand von 3:2 für den FC (Tore: Podolski 23., 42., 61.) leider abgebrochen werden. Vor der Fortsetzungspartie verletzt sich dann Prinz Poldi unglücklich als ihm ein Ball vor den rechten Fuß rollt. Der FC verliert so noch mit 3:4 gegen den FC Qormi – und stürzt in die Insolvenz. Poldi wechselt für 2,50€ zum Drittligaaufsteiger Fortuna Köln, kommt im neuen Umfeld jedoch nicht zurecht.
    Nichts neues auch bei der TSG Hoffenheim: Der Auftritt beim westsibirischen Club FK Tom Tomsk gerät aufgrund von einem Dutzend schwerer Patzern des gerade erst rehabilitierten Tim Wiese zum Desaster: Mit 5:7 scheidet 1899 in der ersten Runde des Kubok Premjer-Liga aus. Dass Wiese im Anschluss am Flughafen mit einem Greenpeace-Aufkleber am Rücken und einer Pussy Riot-CD im Koffer zurückgelassen wird, bezeichnet Dietmar Hopp als „Verkettung unglücklicher Umstände“, kündigt jedoch kurz darauf das Vertragsverhältnis mit dem Torwart auf, weil, Zitat, „der ausgedehnte Aufenthalt in einem sibirischen Straflager einen Abwesenheit vom Arbeitsplatz darstellt, die wir nicht tolerieren können.“
    Nachdem hingegen der FC Bayern das Finale der Copa del Rey mit 7:0 gegen eine Best-of-Mannschaft von Barcelona und Real gewinnt, dekretiert Juan Carlos I., dass man in Spanien „keine spanischen Verhältnisse“ haben möchte und spricht für das kommende Jahr eine Einladung an Eintracht Braunschweig aus.
    Schließlich: Der Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen Metalist Charkiw und dem FC Aberdeen kann leider nicht überliefert werden, da weder Zuschauer noch Medienvertreter das Berliner Olympiastadion an diesem Tag aufsuchten.

  56. @Paule: Kannst den Blog hiermit schließen. Nach diesem Höhepunkt kann es nur noch bergab gehen.

  57. @Liza: Gefällt mir!! Mein Highlight: der BvB gegen Jeunesse Esch- herrlich!!

  58. @Liza: Keine Sorge. Auch von so was lebt mein Blog. Von daher begrüße ich es. Was meine Zukunft bringt, steht noch in den Sternen… 😉

  59. @Liza
    vom Feinsten!
    Fast schade, dass du nur alle Jubeljahre mal so ein Brett raushaust. 😉

  60. leute, solche „bretter“ kann man eben nicht servieren wie marmelade an jedem tag, sondern nur wie kaviar! großer sport!
    danke liza!

  61. @ribben: Meistens resultiert das daraus, dass ich mich über irgendetwas ärgere, das gar nichts mit Fußball zu tun hat, aber spöttische Energie in mir freisetzt. Und dann brauche ich auch noch einen Anlass (hier: Platini) und Zeit, um das tatsächlich zu schreiben, daher kommt das eher selten vor.

    Freue mich jedenfalls, dass es euch gefällt! Deutsche Bahn und Co. finden es deutlich weniger witzig, wenn ich bei denen direkt meinen Frust rauslasse…

  62. Ende

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