Von bayerischen Dominas, 1979 und jeder Menge Irritation

Dieser Tage geistert eine Dominanzdebatte durch die Medien. Den sozialen wie den „richtigen“ Medien. Bislang verfolgte ich diese Diskussionen kopfschüttelnd bis amüsiert. Zum Thema wurde es für mich erst, als ich irritierende Tweets las, die davon sprachen, dass „die Bundesliga tot sei“, „langeweilig sei“ und „Bayern die Liga kannibalisiert“. Nun, dieser Beitrag ist das Ergebnis einer Zusammenstellung und Filterung meiner multiplen Gedanken (aktuell und früher) zu diesem Thema.

Der FC Bayern ist Marktführer in der Bundesliga, Branchenprimus – aktuelle Wirtschaftsdaten (auch im Vergleich zu allen anderen Bundesligavereinen) belegen dies. Er ist dies ferner nicht erst seit gestern. Aber war er es immer? Nein. Zum einen, weil es derlei Definition aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Wertung des Fußballs erst seit dem „Boombeginn“ in den 90ern gibt (Steigerung rund um WM-Vergabe 2000) und zum anderen weil es z.B. in den 60ern in Deutschland einen 1.FC Köln unter Kremers, in München – rund um den BL-Aufstieg des FC Bayern – einen TSV 1860 und auch in den 70er und vielleicht noch 80er oder 90er – Jahren Konkurrenz auf (wirtschaftlicher) Augenhöhe gab.

Die Olympischen Spiele 1972 bescherten München und dem FC Bayern ein Olympiastadion (BTW übrigens auch 1860), welches unmittelbar die Grundvoraussetzungen für Volumen und Komfort in Sachen Zuschauereinnahmen verbesserte (unvergessen jenes ausverkaufte „Endspiel“ um die Deutsche Meisterschaft 1971/72 gegen den FC Schalke 04). Einerseits. Andererseits hatte der FC Bayern bis Anfang / Mitte der 90er einen Zuschauerschnitt von zumeist 30.000 bis 40.000. Erst danach kletterte die Auslastung langsam und stetig Richtung 100 Prozent. Bleiben also die „Millionen“-Einnahmen für einzelne Top-Spiele. Natürlich. Vor allem in Anbetracht der damaligen Abhängigkeit der Vereine von eben diesen Eintrittskarteneinnahmen (um die 80%?). Mein Lieblings-Gegen-Argument in diesem Zusammenhang? Die „Heimspiele“ der Gladbacher Borussen in Düsseldorfer Rheinstadion oder in Müngersdorf.

All dies beschreibt die Gesamtsituation der Bundesliga und des FC Bayern bis in die 90er-Jahre imho ganz gut. Für mich ist aber ein anderes Datum viel bedeutender: Der 01.05.1979. An diesem Tag wurde Uli Hoeneß zum Manager des FC Bayern München e.V. und übernahm den Verein mit 7 Mio. DM (3,5 Mio. Euro) Schulden und 12 Mio. (6 Mio. Euro) Umsatz (pro Jahr). Wer würde im Zusammenhang mit diesen Zahlen von einer Dominanz der Bayern sprechen? Ich spreche von der Stunde Null des heutigen FC Bayern. Warum ist mir das wichtig? Weil es mir um Arbeit geht. Und um Professionalität und Konstanz. Wie z.B. auch bei Borussia Dortmund seit 2005.

Uli Hoeneß fing an zu arbeiten. Schon ein Jahr zuvor fädelte er den Sponsorenvertrag mit dem Ulmer Unternehmen Magirus Deutz ein und ermöglichte so mittelbar die Rückkehr seines Freundes Paul Breitner zum FC Bayern. Ein entscheidender Meilenstein für die frühen Erfolgen seiner Amtszeit (Meister 1979/80, 1980/81, Pokalsieg 1982, Endspiel Europapokal der Landesmeister 1982).

Man mag es glückliche Fügung nennen, dass ausgerechnet ein Spieler, Mensch und Manager wie Hoeneß dem FC Bayern 1970 über den Weg lief, aber eben jener Hoeneß war und ist geschäftstüchtig. Als Spieler (kein Sponsorentermin war vor ihm sicher) und erst recht als Manager. Nicht umsonst wuchsen Umsatz und Gewinn unter Hoeneß beim FC Bayern in heutige Dimensionen.

Gerne kann man einwenden, dass die heutigen Dimensionen erst durch massive Unterstützung von Außen und den Einsatz von Großkonzernen zustande kam (dunkle Kapitel wie den Kirch-Skandal können wir gerne einmal getrennt diskutieren), aber Hoeneß schaffte die Rahmenbedingungen, die die Attraktivität für derlei Sponsoren ergab. Die Politik der „kleinen Schritte“, die aber stetig nur in eine Richtung gingen. Nach Magirus Deutz und Iveco Magirus kamen Commodore, Opel und später die Deutsche Telekom. Im Rahmen dieses Vertrages konnte sich der FC Bayern 2002 seinen Hauptsponsor aussuchen, man stand Schlange (obwohl der Vertrag mit Opel imho vorzeitig aufgelöst wurde).

Apropos Nachhaltigkeit. Beim FC Bayern wird langfristig gedacht. Langfristige Partner bleiben langfristig an den Verein gebunden. Warum entschied sich der FC Bayern damals für das schlechtere Ausrüster-Angebot und schlug Nike in den Wind? Weil man Adidas später dann gar Anteile an der AG verkaufte. Im beidseitigen Einvernehmen.

Warum erwähne ich all das, noch dazu in epischer Breite? Weil wirtschaftliche Stärke – von mir aus „Dominanz“ – nicht aus der Luft kommt. Insofern man nicht Paris St.Germain oder Manchester City & Co. heißt. Derlei muss wachsen, vor allem muss man als Verein einen Plan und eine gewisse Struktur und Kontinuität an den Tag legen und ja, heutzutage wird es evtl. kaum mehr möglich sein, ein zweites FC Bayern München zu werden, aber man wird es sicher nicht, wenn man so agiert wie z.B. BVB & S04 vor dem großen Kollaps.

Was spräche dagegen, dass Hertha BSC, Frankfurt, HSV, Stuttgart oder eben Dortmund und Schalke aufgrund ihrer Stärken, die entweder im Fan-Potential, der Infrastruktur, regionaler Wirtschaftskraft oder konkurrenzlosem Einzugsgebiet zu einer konstanten Stärke finden können, die die Bayern „auf Trap“ hält? Wenn man die oben beschriebenen Voraussetzungen erfüllt? Nicht viel, meiner Meinung nach (P.S. Wer von den Großkonzernen spricht, die hinter dem FC Bayern stehen, der sollte Vereine wie z.B. Leverkusen, Wolfsburg oder Hoffenheim nicht unerwähnt lassen – warum sind diese Teams aber nicht schon längst dauerhaft in der deutschen Spitze vertreten? Denkt man drüber nach).

Wäre es anders, wären die Bayern ja seit den 80ern Dauer-Meister, oder?

Ach, die aktuelle Dominanz gibt es ja erst seit dem Double des BVB 2012? Warum erst seit dieser Spielzeit (und nicht schon seit dem Einzug in die Allianz Arena 2005 mit all den Logen und Vermarktungsmöglichkeiten?)? Warum „dominieren“ die Bayern erst seit 1,5 Spielzeiten? Weil die Bayern auf einmal noch viel bessere Rahmenbedingungen vorfinden als bis 2012? Die Einnahmen explodiert sind, man sich alle Stars der Welt zusammen gekauft hat? Wohl kaum. Nein, all das blieb unverändert. Es war eine Veränderung im Konzept. Nämlich tatsächlich erst einmal ein Konzept zu haben. Seit 2009 also. Seit van Gaal. Wieso aber wurden wir dann nicht wenigstens seit 2009 zum Dauermeister? Weil so eine Entwicklung wachsen muss. Auch und gerade bei einem Verein wie dem FC Bayern. Grundlagen van Gaal, Optimierung Heynckes und dann so ein Vize-Jahr wie 2012. Es war eine besondere Situation, die das gesamte Team, den gesamten Verein antrieb, eine solch fabelhafte Saison 2012/13 zu spielen. Ähnlich der Motivation nach Barcelona 1999 bis Mailand 2001.

Kritik würdig, bzw. ernüchternd erscheint offenbar, dass es den Bayern nach diesem Triple gelungen zu sein scheint, noch einmal alles zu hinterfragen und auf ein neues Level zu heben. Eine Herausforderung, an der 2001 sowohl der Verein als auch seine Führung unter Hoeneß & Hitzfeld gescheitert ist. Die Kritiker mögen einwenden, dass das ja kein Kunststück sei, wenn man dem weltbesten Team den weltbesten Trainer zur Seite stellt. Und dann noch so viel Geld beim Gehalt investieren kann. Sicher, Geld spielt immer eine Rolle, aber gerade Guardiola konnte sich jeden Verein der Welt aussuchen und viele davon hätten ihm auch noch einmal wesentlich mehr Gehalt bezahlt, aber trotzdem hat sich Pep für München entschieden. Weil er vielleicht vom Konzept überzeugt war und ist? Auch so etwas muss man sich erarbeiten und kann es sich (auf diesem hohen Niveau) nicht erkaufen.

Oder man macht es wie Borussia Dortmund, die aus einer Not eine Tugend machten und – am Boden liegend – einem jungen Trainer wie Klopp alle Freiheiten und Zeit der Welt ließen. Ergebnis? Mit nachhaltigem Aufbau aus der Asche der Fastinsolvenz (weil man mit aller Macht Jahrzehnte an Rückstand aufholen wollte und eingeplante Einnahmen wegbrachen), kreierte Klopp eine Mannschaft, die die Bayern zwischen 2010 und 2012 – Entschuldigung – dominierte. Verrückt.

Kann man imho über das Thema Geld, Sponsoren und wirtschaftliche Dominanz noch ausgiebig diskutieren, wird es beim Thema „Kannibalisierung“ der Bundesliga schon enger. Fast alle Nicht-Bayern-Fans sind ja mit den gleichen Vorurteilen aufgewachsen. Vorurteile, die vieles einfacher machten und von Generation zu Generation vererbt wurden. Bitte. Danke. Ich konnte darüber immer schon nur schmunzeln. Bayern immer nur mit Glück? Über 40 Jahre Bundesliga? Vielleicht sollte man dann eher eine Lottobude an der Säbener Straße aufmachen – bräuchte man sich dann um Sponsoren doch nicht mehr so intensiv zu bemühen. Aber zurück zu „der FC Bayern kauft der Konkurrenz die besten Spieler weg, um sie zu schwächen“.

Ich kann mich nicht erinnern, wie oft ich dieses Thema schon diskutiert habe. Und es wird nicht sinnvoller. Betrachten wir es zunächst einmal von der finanziellen Seite. Wäre es nicht betriebswirtschaftlicher Wahnsinn, wenn ein Verein massiv Geld verbrennt, weil er in Spieler investiert, die er nicht braucht und sie „auf der Bank versauern lässt“, weil so der aktuelle Konkurrent entscheidend geschwächt wird? Nein? Man glaubt also ernsthaft, dass dies eine Strategie war, die hinter den Führungstüren an der Säbener Straße Sommer für Sommer neu entwickelt wurde, welchen Spieler man also als nächstes „für die Bank kauft“? Sicher.

Richtiger ist da schon eher, dass ein FC Bayern diesen Spieler immer haben wollte, weil er sich davon eine Verbesserung der eigenen Stärke versprach und im Rahmen des eigenen Scoutings traditionell immer weitaus weniger erfolgreich war, als z.B. Vereine wie Leverkusen oder Bremen. Wir legen hier besser den Mantel des Schweigens über die meisten Transfers aus Südamerika. Das Umfeld des FC Bayern ist nun einmal schwieriger als es in Leverkusen, Bremen oder sonst wo immer war, was unbekannte Rohdiamanten aus dem Ausland oder unteren Klassen betrifft. Was ist daran zu kritisieren, wenn man als Verein irgendwann diesen Umstand akzeptiert und nur noch auf „akklimatisierte“ Bundesligaspieler setzt, die sich über den „Umweg“ der BL-Konkurrenz etabliert und „sichere“ Transfers darstellen?

Tatsächlich ist dieses Thema ambivalent, denn ein FC Bayern war ja selbst viele Jahre das „Transfer-Opfer“ (ausländischer) Kannibalen-Konkurrenz. Man denke nur an die Transfers der Sportkameraden Rummenigge (1984, Inter), Brehme, Matthäus (1988, Inter), Kohler, Reuter (1991, Juve), Effenberg, Laudrup (1993, Florenz), Ziege (1997, Milan). Andere Zeiten, vor Bosman, aber der Verein war damals noch in einer völlig anderen Position als heute. Viele dieser Transfers waren Schlüsselspieler und auch ein FC Bayern brauchte im Nachgang Ersatz und suchte sich diesen in der Bundesliga, reinvestierte quasi die Transfereinnahmen und pumpte Geld in den Bundesligakreislauf. Noch ein Lieblingsbeispiel in diesem Zusammenhang: Der Karlsruher SC. Auch unter dem Aspekt, dass ein FC Bayern in der Bundesliga immer einen gewissen Zuschlag berappen musste, den andere Teams nicht hätten bezahlen müssen, vor allem, wenn man wusste, dass die Bayern mal wieder frisches Geld aus dem Ausland bekommen hatten. Kapitalismus eben, kein Ding. Sternkopf, Scholl, Tarnat, Fink und Kreuzer. Damals gab es den launigen Spruch, dass die Bayern dem KSC die neue Luxus-Tribüne finanziert haben. Mein Thema: Richtig Erfolg hatte der KSC erst nach all diesen Transfers („Euro-Eddy“ & Co.). Abwärts ging es dann im Rahmen von Konzepten a la „KSC 2000“. Wie auch immer. Ein Karl Del’Haye muss auch heute noch als Kronzeuge herhalten.

Nicht alles an diesen Transfers war schlecht für den FC Bayern. Mit dem Rummenigge-Transfer war der FC Bayern 1984 endgültig schuldenfrei, selten zuvor erzielte man einen größeren Transfer-Überschuss als beim Hargreaves-Wechsel nach Manchester. Irgendwann setzte aber auch in München ein Umdenken ein, dass man vielleicht das eigene Geld eher in den eigenen Verein investieren und nicht mehr nur an die Konkurrenz überweisen sollte. Die Geburtsstunde des heutigen Jugendkonzeptes. Die ersten Jahre brachten nicht die Erfolge wie bei der Konkurrenz in Stuttgart, Gladbach oder Leverkusen, aber gleichwohl erhöhte sich die Quote der Eigengewächse im Kader. Nachhaltigkeit führt zum Erfolg – auch hier. All die Lahms, Müllers, Schweinsteigers, Badstubers & Co. wachsen nicht auf den Bäumen und dafür braucht es vielleicht doch einige Generationen an Jugendjahrgängen, aber dort, in diesem Bereich investiertes Geld zahlt sich immer aus. Ein Vorwurf der „Kannibalisierung“ der Bundesligakonkurrenz ist imho abwegig. Aus Gründen. Zum Beispiel, weil es schon immer so war, das höherklassige Vereine das Ziel von Spielern aus niederklassigen Vereinen/Ligen war. Kein Argument? Ein Mario Götze per Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag zu kaufen ist ein schlüssiges Argument für „Kannibalismus“? Viel schlüssiger als ein AK-Transfer von Marco Reus von Gladbach nach Dortmund? Und Götze zu Bayern ist „böse“, Sahin nach Madrid, Kagawa nach Manchester aber „gut“?

Ein BVB war bei Götze gezwungen, eine Ausstiegsklausel in den Vertrag zu schreiben. Vielleicht ändert sich dies einmal grundsätzlich in der Zukunft, wie es z.B. bei den Bayern schon länger üblich ist. War er deshalb aber per se Objekt der Begierde in München? Nein, man wollte ihn, weil er in unser Konzept passt, ein Spieler für die Zukunft ist, für eine Zukunft ohne Ribery & Robben. Robert Lewandowski hat keine AK in seinem Vertrag, er spielt weiterhin für Dortmund und hilft dort, die berauschende letzte Saison zu bestätigen. So läuft’s Business. Mit den Einnahmen der letzten Saison „kannibalisierte“ Borussia nun bei Shakhtar Donetsk (Mkhitaryan, 27,5 Mio. Euro), AS Saint-Étienne (Aubameyang, 13 Mio. Euro) und Werder Bremen (Sokratis, 9,5 Mio. Euro). Und jetzt? Nix.

Was ist aber jetzt mit all diesen Rekorden?

Die sind für mich ein Medienthema. Inzwischen. Anfangs war es mir vielleicht noch wichtig, zuvor aufgestellte BVB-Rekorde direkt wieder zu kassieren (man darf auch davon halten, was man will), aber diese Zählung und Erfassung überlasse ich anderen. Und ja, es mögen in diesen Zeiten sog. Uralt-Rekorde fallen, aber die Listen, die man dann so über den Zaun geworfen bekommt, sind imho noch „konstruierter“ als letzte Saison. Warum? Weil sich die Autoren Aufmerksamkeit, Clicks und Auflage erhoffen. Keine Frage, die Rekorde bleiben Fakt und ich will sie nicht klein reden, aber was werden diese Rekorde irgendwann für die Gegenwart aussagen, wenn die aktuellen Serien des FC Bayern enden? Wenig.

Und wer kann schon in die Zukunft schauen und garantieren, dass der Status quo auf Jahrzehnte hinaus bestehen bleibt? Wer weiß, was mit dem Verein FC Bayern nach einer Inhaftierung der Gallionsfigur Uli Hoeneß passiert? Werden wir auch in Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen? Werden weiterhin so viele Topstars nach München wollen und wir parallel und weiterhin all die Müllers, Lahms und Schweinsteigers aus dem eigenen Nachwuchs zu diesen Weltklasse-Spielern ausbilden und formen können? Die Angst, die viele Kritiker der aktuellen bayerischen Dominanz umtreibt ist doch eher die Angst davor, dass es – zum ersten Mal in der Geschichte des Fußballs – eine Mannschaft schaffen könnte, „unschlagbar“ zu sein. Übertreibe ich an dieser Stelle? Ich glaube nicht, zumindest wenn ich diese Befürchtungen beschreibe. Persönlich kann ich diese Angst nicht teilen. Zeiten kommen, Zeiten gehen. Wahrscheinlich wird es so sein, dass wir uns – sollte sich nicht etwas Grundlegendes in der Statik des Welt- oder europäischen Fußballs verändern – wohl von romantischen Märchen verabschieden können, wie „in der Bundesliga kann jeder jeden schlagen“. Geschenkt. Aber will man ernsthaft abstreiten, dass es auch in Zukunft Mannschaften, Trainer, glückliche Fügungen (als Kombinationen aus Trainer und Mannschaften) geben wird, die die Dominanzen anderer Mannschaften beenden werden? Barca hat über einige Jahre Europa dominiert. Und wurden von uns in der letzten Saison auseinander genommen. Ob es erneut dazu kommen wird, wenn wir heuer auf sie treffen? Ich bin mir da noch nicht sicher.

Ich bin mir aber sicher, dass ich als Bayern-Fan zur Zeit dankbar eine Ära erlebe, von der ich schon als kleiner Junge immer geträumt habe – dass der eigene Verein Erfolge auch auf europäischer Ebene feiern kann, dass in meiner Mannschaft Automatismen existieren, die Siege wahrscheinlicher machen. Wer hier einen Widerspruch zu obigem Absatz sieht, dem sei gesagt, dass hier nur der emotionale Teil, der Fan-Teil spricht. Logisch, dass ich derlei gut finde. Der andere, menschlich-rationale Teil, ist sich durchaus bewusst, dass alles endlich ist.

Wir Bayern-Fans hoffen darauf, dass sich dieser Zeitpunkt noch ein wenig hinauszögert, aber er wird kommen – ganz sicher.

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47 Gedanken zu „Von bayerischen Dominas, 1979 und jeder Menge Irritation

  1. Welcome back, Paule! 🙂

    Du greifst da zweifellos eine Thematik auf, der wir alle uns schon seit ewigen Zeiten stellen mußten und wohl auch in Zukunft – erfreulicherweise – immer stellen werden müssen. Erfolgsfans halt… Kann ich schon seit 1974 bestens mit leben! 🙂

    Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass viele der heutigen Kritiker/Neider die historischen Hintergründe gar nicht kennen und einfach die platten Parolen, die sich in Jahrzehnten festgesetzt haben, nachplappern.
    Ist ja auch deutlich einfacher, als sich selbst Gedanken zu machen, oder die Erfolge einfach mal emotionsfrei zu hinterfragen.

    Ich bin es mittlerweile aber auch ziemlich leid, jedem frustrierten Schalker zu erklären, dass der Trophähenschrank sich eben nicht nur durch pures Glück, schwache Gegner oder weggekaufter Spieler so üppig gefüllt hat.
    Hätte ich diese Geduld, wäre ich heute wohl eher im missionarischen Dienst tätig…

    Nein, ich genieße es inzwischen einfach, diese wunderbare und kontinuierliche Entwicklung der letzten Jahre miterleben zu dürfen.
    Sehen zu können, dass eine Mannschaft an drei Vizetiteln, garniert mit jeder Menge Häme, eben nicht zerbricht, sondern eine „jetzt erst recht“ Mentalität entwickelt, die die Bundesliga so noch nie gesehen hat.

    Oder ein Management zu beobachten, dass in Anbetracht einer massiv bröckelnden Dominanz genau die richtigen Schlüsse zieht und den Kader und die Geschäftsleitung (Sammer!) – in einem wirtschaftlich absolut vertretbarem Rahmen – so aufrüstet, dass mir um die Zukunft in keinster Weise bange ist.

    Oder zu sehen, dass unsere Top-Spieler eben nicht, wie in der Vergangenheit, zu anderen europäischen Spitzenteam wechseln, um den berühmten nächsten Schritt zu machen.
    Ganz im Gegenteil – Top-Spieler und Trainer versuchen inzwischen zu uns zu wechseln, um diesen Schritt zu machen!

    Selbstverständlich geht das zu Lasten der Ausgeglichenheit der Liga. Gar keine Frage!
    Aber man kann auf der einen Seite natürlich auch nicht erwarten, von Teams wie Augsburg oder Braunschweig des öfteren geschlagen zu werden und auf der anderen Seite eine Truppe im Lande zu haben, vor der Barca, Arsenal & Co. zittern.

    OK, wir haben trotzdem in keinem Wettbewerb ein Titel-Abo und jede Ära geht auch mal zu Ende, aber momentan ist mir das ziemlich wurscht und ich genieße die super super Bayern in vollen Zügen!

    In diesem Sinne der ganzen Gemeinde erstmal ein frohes Fest und einen guten Rutsch in das hoffentlich nächste super super Jahr!

  2. @simply red: Danke für die Blumen. Und @all schließe ich mich den Wünschen nach einem fröhlichen Fest mit hoffentlich auch ein paar ruhigen Momenten an. Lasst euch reich beschenken.

    Hier gab es ja offenbar auch schon was, denn mit dem letzten Update, kamen die Kommentarzahlen wieder in das mobile Theme… 😉

  3. Alles auf den Punkt gebracht. Sowohl @Paule als auch @simply red. In diesem Sinne schöne Weihnachten.

  4. Das seriöse Wirtschaften des Vereins durch Hoeneß und des 1984(?) dazu gestoßenen Hopfner unterschreibe ich sofort.

    Dennoch glaube ich, daß es vor allem die letzten vier Champions League-Jahre waren, die als wirtschaftlicher Quantensprung gelten müssen. Drei Finalteilnahmen spülen eine Menge Geld in den Verein. Ohne die Endspiele 2010 und 2012 hätte der FCB im Werben um Guardiola keine Chance gehabt. Bei all seiner Überzeugung vom sportlichen Konzept und der familiären Atmosphäre hätte er wohl nicht angefangen, wenn der FCB nur 3 Millionen per annum geboten hätte.
    Ähnlich verhält es sich mit Mario Götze. Dicke, regelmäßige Transfers sind auch erst seit ein, zwei Jahren möglich. Innerhalb eines Jahres rund 100 Millionen Euro (Martínez, Götze, Thiago) auf den Tisch zu legen — vor drei Jahren undenkbar!

    Wenn die Verantwortlichen nicht überschnappen, wird sich an der wirtschaftlichen Vormachtstellung des FCB in der Bundesliga in den nächsten Jahren nichts ändern. Wenn dem Verein der bald notwendige Umbruch (Ribéry, Robben, Schweinsteiger, Lahm) noch gelingt, wird sich seine Stellung auch (weiter) in Titeln niederschlagen.

    Dennoch sollte man sich zumindest die Verteilung der Fernsehgelder durch die DFL mal genauer anschauen.

    Gerade für Vereine wie SC Freiburg, Mainz 05 oder den FCA, die vor allem mit sportlichen (und wirtschaftlich tragfähigen) Konzepten und fähigen Trainern überzeugen, aber nicht das wirtschaftliche Umfeld haben, wird es schwierig werden, auf Dauer mitzuhalten. Ein Verein wie Gladbach hat womöglich auch das Pech, alle zwei, drei Jahre wichtige Spieler zu ersetzen. Aber deren Konkurrenten sind eher Wolfsburg, Hoffenheim, bald RB Leipzig und mit Abstrichen Leverkusen.
    Was herauskommt, wenn man Geld verplempert, keine erwähnenswerte Nachwuchsarbeit und kein wirtschaftlich ergiebiges Umfeld hat, sieht man auf traurige Weise in Bremen. Wie der Verein, der vor einiger Zeit als so etwas wie die „Zweite Kraft” ernsthaft gehandelt wurde, an die Wand gefahren wurde, ist bitter anzusehen.
    Vereine wie der HSV, Eintracht Frankfurt oder auch der 1. FC Köln sind in der Tat selber schuld, daß sie die Rolle spielen, die sie seit Jahren spielen. Deshalb kann ich den wiederholten Äußerungen und Forderungen Bruchhagens wenig abgewinnen. Schließlich hat er den vollkommen unnötigen wie überraschenden Abstieg 2011 als Vorstandsvorsitzender zu verantworten. Hertha BSC leistete sich gar zwei Abstiege…

    Ebenso problematisch ist die finanzielle Wertlosigkeit der Europaleague. Bis zum Halbfinale ist sie unattraktiv und kostet auch sportliche Substanz. Daß Stuttgart, Frankfurt und Freiburg während der EL in der BL Probleme hatten/haben, ist kein Zufall.

    Zu den Verkäufen des FCB möchte ich noch anmerken, daß man eigentlich recht froh war, Matthäus, Brehme, Effenberg und Laudrup für gutes Geld abzugeben. Deren Transfers geschahen in Zeiten, in denen es sportlich (und menschlich) nicht rund lief. „Gewehrt“ hat sich die Führung meiner Erinnerung nach nur bei KHR und Hargreaves.

    Das Thema ist komplex. Ob es nur unter dem Eindruck dieser und letzter Saison stehen, wird sich zeigen.
    Im Auge behalten muss man es.
    Etwas mehr Nüchternheit wäre allerdings ganz gut.

  5. @Stadtneurotiker:
    Das wirtschaftliche Umfeld ist in Bremen nicht so schlecht, wie es von Vereinsseite immer propagiert wird. Das müsste man nur zu nutzen wissen.
    Die Wahrheit ist, dass bei Werder einfach schlecht gearbeitet wurde.

  6. @Stadtneurotiker: Viel widersprechen will und kann ich Dir nicht, allein der Punkt Transfers hat sich imho seit 2007, seit Ribery und Luca Toni geändert. Seit dieser Zeit ist der FC Bayern bereit die mittleren Wahnsinnspreise zu bezahlen. Er _konnte_ es also schon länger. Und die hohen Wahnsinnspreise will man auch in Einzelfällen zahlen. Aber nur ausnahmsweise. Für Weltklasse a la Martinez & Götze. So habe ich Hoeneß zumindest verstanden… 😉

  7. @Paule #1: Was ja oft vergessen wird: Es gab Zeiten, da spielte der komplette NM-Sturm in Köln (Liitbarski, Fischer, K. Allofs), zusammen mit dem NM-Torhüter und weiteren. Nur konnte auch ein äußerst fähiger Trainer (R. Michels) nichts daraus machen. Dies war 82/83, wird aber sehr gerne übersehen im Zusammenhang mit dem FCB. Ebenso werden die Einkäufe des HSV ab´83 übersehen (Schatzschneider, Wuttke, etc.).
    Diese Konstellationen passen in gar keine Logik bezüglich „Konkurrenz schwächen durch FCB“.

    Imho ist ein weiterer ausschlaggebender Punkt, dass Uli nie mit dem zweiten Platz zufrieden war. Nie. In anderen Vereinen hieß es „ok, wir wollen oben mitspielen“. Wenn es dann nicht klappte: auch gut. In München gab es dann richtig Stress. Damals waren es nicht immer die überragenden Einzelspieler in unserer Mannschaft, es waren viel mehr die Atmosphäre und der Anspruch im Verein, sich nicht mit dem zweiten Platz nicht zufrieden zu geben.

    Wie immer machen aber die simplen Thesen auch die Diskussionen über den FCB einfach.

    Würde man mal in Köln nachfragen, wieviel Geld die von Roger van Gol über T. Woodcock bis K. Allofs ohne nachhaltigen Erfolg verbrannt haben, (zu heutigen Maßstäben) kämen dort einigen ob der jetzigen sportlichen Situation sicher die Tränen…

    Euch allen schöne Weihnachten.

  8. Sehr gute Analyse, aber ein wichtiger Punkt wurde vergessen. Die Saat des heutigen Erfolgs haben wir nur einem zu verdanken: dem großen Jürgen Klinsmann! Es hat nur eben ein paar Tage gedauert, bis dann auch jeder Spieler jeden Tag so gut wurde, um zur dominierenden Weltspitze zu gehören… In diesem Sinne: frohe Weihnachten!

  9. @paule,
    ganz großes Kino! Eigentlich meint man, das Alles als alter bayern-Fan im Wesentlichen schon zu wissen, aber es so zusammengefasst und kommentiert zu lesen ist klasse. Ein Sammlung guter Gedanken und Argumente, dabei durchaus differenziert, auch mit ein paar offenen Fragen.
    Zukünftig zu diskutieren bleiben m.E. die Anmerkungen von Stadtneurotiker z.B. bzgl. Fernsehgeldern und Europaleague. Habe da keine „Lösung“ im Blick, aber ein bisschen mehr Möglichkeit zum „Ausgleich“ wäre zu prüfen(?)
    Zur Stadiondiskussion bliebe zu ergänzen, dass München bis 1972 mit dem Grünwalder (Kapazität ca. 40.000) unterdurchschnittlich aufgestellt war und mit dem Oly erst an Dimensionen wie in z.B. Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Geslenkirchen etc. herangerückt ist, nicht mehr und nicht weniger.
    Allerseits schöne Weihnachten!

  10. So weit kommt`s noch, dass man sich rechtfertigen muss wenn man der Beste ist, da man vieles richtig gemacht hat 🙂

    Rot-weißes fest euch allen !
    Bei mir hats 15 Grad draußen – unchlaublich

  11. @Antikas (#5):
    Ich schätze das wirtschaftliche Umfeld Bremens ähnlich ein wie das in Augsburg, Freiburg und Mainz. Dass unterscheidet sich in meinen Augen schon wesentlich von dem in Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt. MIt dem Unterschied, daß während der fetten CL-Jahre an der Weser wesentlich mehr Geld verpulvert wurde als in Augsburg, Freiburg und Mainz zusammen.
    Will heißen: Ich glaube nicht, daß Werder auf absehbare Zeit wieder an die geldträchtigen CL-Tröge herankommen wird.

    @Paule (#6):
    Die bis auf 2007/08, die Saison, vor der Ribéry und Toni verpflichtet wurden, ununterbrochene Teilnahme an der Champions League ermöglichte es dem FCB, wesentlich früher als anderen Bundesligisten, die sog. „mittleren Wahnsninnspreise“ zu bezahlen. Danach war aber bis Robben auch erst mal zwei Jahre Ruhe.

    Und wenn Hoeneß ihn heute noch verflucht: Louis van Gaal hat nach langen Irrungen und Wirrungen konzeptionell den Weg geebnet, von dem der Verein profitiert. Die bis 2009 schon nicht schlechte Nachwuchsarbeit wurde mit dem Einbau von Badstuber und Müller sowie der richtigen Position für Schweinsteiger auf höchstem Niveau geadelt. Davon profitieren die Genannten, der Verein und Alaba sowie womöglich Julian Green und Pierre-Emile Højbjerg. Gepaart mit einem Spielsystem, das inzwischen als Nonplusultra gilt.
    Etwas, das mit Geld nicht zu bezahlen ist, und von Heynckes und jetzt Guardiola perfektioniert wird.

    Womit wir wir wieder am Ausgangspunkt sind: wirtschaftliche Potenz ist das eine. Sie hilft, sportliche Konzepte umzusetzen. Sind sie nicht vorhanden, reicht’s eben nur für fünf bis sieben Bundesligatitel in zehn Jahren, für mehr nicht.
    Darüber sollten sich die Verantwortlichen in Hamburg, Frankfurt, Köln und Berlin Gedanken machen.

  12. @Stadtneurotiker:
    Das es deutlich bessere wirtschaftliche Umfelder bei anderen Vereinen gibt, ist unbestritten. Es ist in Bremen nur nicht so schlecht, wie der Verein das immer weinerlich verkündet.
    Beispiel: Im Aufsichtsrat von Werder sitzt Dr.Werner Brinker. Das ist der Vorstandsvorsitzende der EWE, ein Millardenunternehmen. Die EWE würde sich gerne stärker engagieren beim SVW, unter anderem haben sie ein Vorkaufsrecht auf den Stadionnamen, aber der Verein ziert sich , aus welchen Gründen auch immer.
    Und das ist mein Punkt. Die Bremer jammern ständig über den nachteiligen Wirtschaftsstandort, aber nutzen nicht mal die Möglichkeiten, die sich ihnen bieten.

  13. Frohe Weihnachten aus Texas Euch allen!
    Ein tolles Bayern Jahr geht zu Ende und dank Euren informativen Diskussionen und Updates ist es nicht mehr ganz so schlimm sieben Zeitzonen von dem Geschehen entfernt zu sein.

    Cheers!

  14. Auch von mir zunächst einmal ein frohes Fest!!

    Was das Oly angeht, da hatten doch andere Vereine ähnliche Stadien. Außerdem war der Schnitt bei den Bayern nicht exorbitant höher als bei anderen, dieser oft beschworene Vorteil des FCB (großes Stadien = deutlich mehr Zuschauer = mehr Geld) passt so überhaupt nicht. Tatsache ist, dass der FCB aus seinen Möglichkeiten seit UHs Einstieg im Management beinahe das Optimale aus dem Verein rausgeholt hat und erfolgreiche Mannschaften naturgemäß eher Zuschauer anziehen als erfolglose bzw. anzogen, denn heute kommen die Zuschauer ja selbst in der 2. Liga in Scharen.

    Die deutliche Dominanz des FCB im Moment ist sicherlich kein Fingerzeig für die Ewigkeit. Mitte der 70er war die damalige Mannschaft auch auf dem Zenit (wenn auch deutlich schwankender), der Umbau nach den Abgängen bzw. Ausfällen der Helden von damals von Beckenbauer, Müller, Maier, Breitner, Hoeneß und Co hat allerdings einige Jahre gedauert. Bis eben Csernais Breitnigge zu Beginn der 80er dem FCB wieder Leben einhauchte. Übrigens auch die Zeit als der große HSV die Liga dominierte: Von 79 bis 83 – 3 x Meister und 3 x Vize; dazu 3 europäische Finals (80 EC 1, 82 EC 3 und 83 Sieger EC 1!). dazu hatte der HSV damals ähnliche Zuschauerzahlen wie der FCB, mit Netzer ein ähnlich kompetentes Management und den damaligen Toptrainer Happel. Danach haben sie es aber einfach nicht auf die Kette bekommen sondern sich zumeist von innen selbst zerfleischt. Kann man schlecht dem FCB vorwerfen.

    Es wird doch keiner ernsthaft erwarten, dass der FCB in den nächsten 10 Jahren zehnmal in Folge Meister wird, dazu wenigstens achtmal den Pokal gewinnt und in der CL stets unter die letzten 4 kommt. In den beiden Jahren, wo der BVB Meister wurde (und dass mit deutlichem Vorsprung – wo war da übrigens die Langeweile???), war der FCB ja nicht schlechter besetzt, der BVB hat einfach das Optimale aus seine Möglichkeiten gemacht – so wie der FCB jetzt. Das auch wieder andere Zeiten kommen werden, weiß doch jeder. Gerade deshalb heißt es „Einfach genießen“. And that is exactly what I’m doing right now ;-)!

    In diesem Sinne auf ein schönes neues Jahr 🙂 …

  15. Auch von mir frohes Fest.
    Danke für den Beitrag Paule. Schöner Abriss der Erfolgsgeschichte des FCB.

  16. So, jetzt komm ich auch mal dazu. 😉

    Super Zusammenfassung, @paule!

    Einen Punkt halte ich im Zusammenhang mit 2012 und Motivation für 2013 noch erwähnenswert: Matthias Sammer. Ich glaube sein Anteil ist (viel) größer, als man ohnehin schon annimmt. Natürlich gäbe es noch ein Dutzend weiterer Personalien zu dem Thema zu erwähnen, Müllers SMS, Robben etc. Ein separates Thema.

    Euch allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr!

  17. @Paule: Großartiger Artikel. Auch wenn man darüber diskutieren könnte, wieso Uli den Nike-Deal damals ausgeschlagen hatte. Will ich aber heute nicht.
    Allerdings: Es heißt immer noch „auf Trab“ halten. „Auf Trap“ halten wäre vielleicht ein schönes Wortspiel gewesen, wenn der Guiseppe noch bei euch das Zepter schwingen würde …

    Allen noch geruhsame Tage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

  18. @ Paule
    Im Großen und Ganzen kann ich mit deinen Argumenten mitgehen, aber einen Plan / Struktur konnte ich bis 2009 nicht wirklich beim FCB erkennen. Das änderte sich erst mit der Verpflichtung Klinsmanns/LvGs. Nach der Saison 2009/2010 erkannte man die Notwendigkeit einer wirklichen Spielphilosophie.
    2012 mit der Verpflichtung Sammers wurde klar, dass sie es Ernst meinen.
    Bis hinunter in die Jugend. Bei möglichst gleichbleibendem sportlichem Erfolg.
    Dass das 2013 schon solche Früchte trug, ist ein Traum.
    Sammer, Götze, Guardiola – das war und ist schon ein Hammer.
    Ich hoffe, wir wachen nicht so schnell auf.

  19. Auf der Sport1-Homepage gibt es unter der Rubrik „Hoffmanns Erzählungen“ einen amüsanten Jahresrückblick zu lesen. Zitat:

    „Ein missratenes zweites Halbjahr geht für die Bayern versöhnlich zu Ende: Sie gewinnen das Finale der Klub-WM im eigenen Land mit 2:0 gegen den SV Germania Rehden. Nach der Siegerzeremonie, in denen Jürgen Klopp den Bayern dreimal hintereinander im Ritterkostüm die Hand schütteln muss dann aber die große Enttäuschung, dass die gesamte Klub-WM nur ein Twitter-Scherz des Bloggers Breitnigge war.“

    Paule hat wohl seine Spuren im kollektiven Mediengedächtnis hinterlassen 😉

    Kirchhoff wird bis 2015 an Schalke verliehen. Wahrscheinlich das Beste für alle Seiten, wobei ich mich schon frage, ob Pep von Anfang an nicht von ihm überzeugt war…

  20. Schön, mal wieder etwas Längeres von dir zu lesen, Paule! Und für einen Fan ist das auch schön differenziert.

    Ich finde es natürlich auch legitim, den langen Weg der Bayern unter Hoeneß darzustellen. Die aktuelle Dominanz wurde allerdings besonders durch die noch mal massiven Ausgaben der letzten Jahre ermöglicht. Der BVB konnte zwei Jahre mehr als dagegen halten. Was sicher auch mit der Umsetzung eines schlüssigen Konzepts zu tun hatte – so wie es der FCB jetzt auch macht.

    Der Punkt ist: Nachdem bei den Bayern alle Puzzleteile zusammengesetzt wurden, scheint die Dominanz derzeit aufgrund des wirtschaftlichen Vorsprungs so uneinholbar wie lange nicht. Besonders eklatant ist es halt gegenüber den kleineren Vereinen, wie Stadtneurotiker richtig schreibt. Du, Paule, stößt dich – vielleicht zu Recht – an den Vokabeln, die jetzt von manchen Medien verwendet werden. Die Legitimität des Bayern-Erfolgs und der Vorgehensweise wird dir wahrscheinlich zu wenig betont. Doch das Ergebnis für den Rest der Liga ist halt wie es ist. Ich halte es selber nicht für fest geschrieben, dass die Bayern in den nächsten Jahren wirklich absolut alles abräumen, aber die Dominanz wird noch schwerer zu knacken sein und die Diskrepanz zu den Kleinen wird noch größer.

    Wenn sich daran ansatzweise etwas ändern soll, muss man sich tatsächlich auf Verbandsebene Gedanken machen – etwa über die Fernsehgelder, wie oben angeregt wurde. Das Einzige, was ich von den Bayern-Funktionären verlangen würde, ist, auf Äußerungen zu verzichten, wie sie KHR 2012 tätigte: Sinngemäß, dass man den Konkurrenzkampf mit dem BVB ja toll fände und nicht vorhabe die Borussia durch Transfers zu schwächen. Das ist eben Stand heute schlicht und einfach als Heuchelei entlarvt.

  21. Wo ist seine Aussage Heuchelei gewesen?
    „…Wir werden keinen Spieler von Dortmund kaufen, nur um den BVB zu schwächen…“
    Meines Wissens spielt Herr Götze eine wichtige Rolle im Team, somit ist er nicht bei Bayern nur (!) um den BvB zu schwächen. Man kann das eine oder andere auch einfach mal weglassen oder ergänzen, schon ergibt es den Sinn, den man gern haben möchte.
    Heuchelei ist zu behaupten, der Konkurrent lanciere die Mitteilung eines Wechsels zu einem bestimmten Zeitpunkt, um Unruhe im eigenen Team zu verursachen. Und einige Wochen später erklärt der eigene Trainer dann dummerweise, man habe von diesem Wechsel schon Wochen zuvor gewusst…

  22. @Steinschweiger: Es geht hier nicht um ein Wort mit drei Buchstaben, es geht um den Kern der Aussage: Dass man als FC Bayern froh um den Konkurrenzkampf ist und diesen nicht zu unterbinden versucht. Das hat KHR ja auch gesagt. Aber faktisch geht es nun in diese Richtung, spätestens wenn nach Götze auch noch Lewandowski geholt wird.

    Natürlich gibt es noch sehr gute andere Gründe, die beiden zu verpflichten. Nur wenn dem FCB an diesem Konkurrenzkampf gelegen wäre, hätte man sich mit den eigenen Möglichkeiten auch auf dem internationalen Markt umsehen können und wäre fündig geworden – womöglich für weniger Geld. Da sind wir bei dem, was Paule im Beitrag ja auch (für die Vergangenheit) teilweise eingeräumt hat: Dass das Scouting der Bayern nicht das beste ist / war. Man kann es sich aber leisten, es sich einfach zu machen und die besten Spieler vom deutschen Markt zu holen. Und natürlich stört es in Wahrheit niemand beim FC Bayern, dass die vom größten Konkurrenten der letzten Jahre kommen.

    Was du dann noch andeutest, ist nicht zutreffend. Von den BVB-Verantwortlichen hat niemand behauptet, der FC Bayern habe die Meldung über den Götze-Transfer lanciert. Im Übrigen gäbe es dann noch einen Unterschied, ob eine solche Information nur intern bekannt ist oder auch in der Öffentlichkeit.

  23. @Nick:
    Das stimmt nicht. Andeutungsweise wurde von BVB-Seite schon behauptet der FCB hätte die Meldung der Presse gesteckt um für Unruhe beim BVB zu sorgen.
    Was von BVB-Seite mit Lewandowski gemacht wurde, war eine Sauerei.
    Wenn er nicht zum FCB geht, geht er halt woanders hin.Das kannst du nun wohl kaum den Bayern ankreiden.

  24. Antikas, wer genau vom BVB soll das behauptet haben, hast du Links dazu?

    Inwiefern ist es eine Sauerei, auf Einhaltung des Vertrags zu bestehen? Oder meinst du, bei angeblichen mündlichen Absprachen reicht es, nur den Beratern zu glauben?

  25. Außer dem was Frantisek gesagt hat: Ich kreide den Bayern höchstens an, wenn sie selbst jetzt auch noch Lewy holen. Und auch nur, weil KHR damals etwas anderes nahegelegt hat. Wenn Lewy woanders hin wechselt, habe ich damit kein größeres Problem.

  26. Herrlich, wie immer wieder an der Bayern-kauft-alles-um-andere-zu-schädigen-Legende weitergestrickt wird.
    Lewandowski wird den BVB (wohl) verlassen, hat er zumindetens mehrfach gesagt. Hätte der BVB ihn im Sommer (für viel Geld) gehen lassen, hätte Bayern jetzt vermutlich Zoff im Sturm oder keinen Mandzukic mehr und der BVB mit dem vielen Geld einen guten Ersatz gekauft (und irgendwen geschwächt).
    So aber geht Lewa demnächst für umme. Pech für den BVB. Alles aus Trotz oder Stolz oder wegen welchen Motivs auch immer.
    Ich hoffe übrigens sehr, dass er nicht zum FCB kommt. Brauch ma net.

  27. @seit82: Macht doch gar niemand, das Weiterstricken. Jedenfalls nicht so undifferenziert, wie du es unterstellst. Und schließlich war diese ‚Legende‘ ja das Thema von Paules Beitrag.

    Ansonsten: Sehr viel Konjunktiv in deinem Kommentar. Außerdem muss man manchmal auch im Fußball noch weiter als bis zum eigenen Kontoauszug denken. Möglich wäre ja auch, dass der BVB ohne Lewandowskis Tore viel schlechter da stünde, vielleicht in der CL schon ausgeschieden wäre.

  28. @Frantisek:
    Das hat Klopp seinerzeit auf einer Pressekonferenz behauptet mit dem Verweis “ Man müsse ja nur gucken, wer da einen Vorteil von hat“.
    Das er den FCB meinte, war damals allen klar.

    Die Sauerei sehe ich darin, dass man sich an getroffene Absprachen mit dem Spieler nicht mehr gehalten hat.
    Das es diese Absprachen gab, hat Watzke im ASS eingeräumt.
    Wo ich herkomme, nennt man sowas Wortbruch.

  29. @Antikas
    korrekt. So habe ich das auch in Erinnerung.
    Außerdem war da noch die Sache mit „Bayern hat kein schriftliches Angebot abgegeben und das brauchen wir“ wegen AG etc. Hat Watzke auch gesagt. Insofern wäre es nur logisch, wenn die „Für 25 Mios kannst du gehen“-Geschichte sich tatsächlich so ereignet hätte. Dazwischen kam leider die 37.Mio Ausstiegsklausel von Götze und ein „Umdenken“ beim BVB (um mal nicht den „Wortbruch“ zu bemühen).

    Also das es sich genau so zugetragen hat ist mehr als offensichtlich und jeder Versuch, das Gegenteil zu behaupten absolut untauglich, wie Ackis Versuch, den Bayern den schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben: „Ich wäre auch sauer, wenn den FCB kein Angebot abgegeben hätte“.

    Aber hey, es ist doch in der Tat so, dass wir Lewandowski gar nicht brauchen. Ich halte ihn in gewissen Bereichen für besser als Mandzukic aber der hat bewiesen, dass man mit ihm die ganz großen Titel gewinnen kann. Das geht Lewy ab. Vlt. beweist er es ja dann bei uns. 😀
    Der 2. Januar ist ja in Kürze, dann wissen wir mehr.

  30. Ihr solltet etwas genauer zuhören und nicht eure Interpretationen mit dem tatsächlich Gesagten verwechseln. Es ist schon recht bezeichnend, dass ihr keinen Link angeben mögt.

    http://www.bvb.de/Spiele/Spiel.....erst-recht

    … „er machte seinem Ärger über die Veröffentlichung Luft („Wir werden alles dafür tun, dass der – wer auch immer es wollte, dass wir in der Vorbereitung auf das Spiel gestört werden – damit keinen Erfolg haben wird“), ohne aber den FC Bayern als Verursacher zu vermuten („So weit geht die Rivalität dann nicht“)“ …

    Natürlich lag es nahe, die Verantwortung für die Durchstecherei bei den Bayern zu vermuten, allerdings war der Zeitpunkt für Real noch günstiger.

    Es ist aber doch lustig, wie man sich hier schon über „böse“ Andeutungen aufzuregen vermag, während die direkten „Beleidigungen“ der Gegner und all die nachgewiesenen Unwahrheiten von den eigenen Verantwortlichen komplett übersehen werden. So ein ganz klein wenig realistische Einschätzung sollte man auch gegenüber den „eigenen“ Leuten bewahren. Es ist niemand, der im Fußball jemals Erfolg hatte, ausschließlich ausgewogen und gerecht (nicht einmal Hitzfeld) – das wäre schließlich auch zu langweilig.

  31. @Frantisek:
    Ich hör schon genau zu . Da mach dir mal keine Sorgen.
    Das sind auch nicht die Äußerungen die ich meinte. Klopp hat sich an anderer Stelle deutlich Richtung „Der FCB wars“ geäußert.

    Und der Link fehlt, weil ich echt keinen Bock hab das Internet zu durchsuchen, nach Aussagen des Irren.

  32. Immer dieses rumgeheule. Und alles auf die Goldwaage legen sobald die Obergeilen vielleicht nicht so Obergeil dastehen nervt einfach.
    Sorry aber das musste gerade mal raus.
    In diesem Sinne einen guten Rutsch

  33. Off-topic: habe mir heute Nacht von 2 bis 5 Uhr auf Youtube alle nur erdenklichen Beiträge und Dokus zum Bundesliga-Finale 2001 angesehen. Ich hab gezittert und gelitten, mich an meinen Aufschrei in der Südkurve erinnert, als Zickler am vorletzten Spieltag die Chance erst jämmerlich vergeigt und dann zeitgleich mit Balakov das Ding macht. Von Barbarez und „weiter immer weiter“ will ich gar nicht anfangen. Und dann bin ich drei Tage später nach Mailand gefahren. Ich saß 3 Stunden mit Gänsehaut vor dem Laptop heute Nacht. Hab geplärrt wie ein Irrer als die Tore fielen… Hatte wieder kein Mitleid mit den weinenden Schalkern. Ist das alles irgendwie bedenklich oder macht ihr sowas gelegentlich auch?

  34. „Wir sind in der Offensive perfekt besetzt. Außerdem bin ich kein Freund davon, Spieler nur zu kaufen, um die Konkurrenz zu schwächen. Wir werden keinen Spieler von Dortmund kaufen, nur um den BVB zu schwächen. Im Gegenteil: Dieser Zweikampf führt dazu, dass beide Teams noch besser werden“, sagte Rummenigge der Bild-Zeitung.

    Aber hier dürft ihr natürlich schon jedes einzelne Wort auf die Goldwaage legen und weil er „nur“ gesagt hat, ist es die pure Wahrheit?

    Natürlich wird jeder Spieler, der realistisch Stammspieler bei den Bayern werden kann, auch aus diesem Grund gekauft. Aber es verdoppelt schlicht den Nutzen, wenn man gleichzeitig auch die Konkurrenz damit schwächen kann. Was Nicht-Anhänger der Bayern ärgert ist der Eindruck, dass die Bayern im Zweifelsfall lieber einen etwas schwächeren Bundesligaspieler von den Konkurrenten holen als einen potentiell Stärkeren aus dem Ausland, wie es bei Götze statt Neymar der Fall war. An Stelle von Dante, Klose, Gomez, van Buyten, Ismael, Borowski hätten die Bayern vermutlich auch stärkere Spieler in anderen Ligen finden können, Stattdessen gibt es Äußerungen wie diese:

    Über die Dortmunder Neuzugänge Henrich Mchitarjan und Pierre-Emerick Aubameyang sagte Rummenigge süffisant: „Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kenne die beiden Spieler nicht sehr gut, ich kann sie nicht mal richtig aussprechen.“

    Den Zweitbesten der Torschützenliste in Frankreich wird auch Rummenigge kennen, aber er konnte der Pointe nicht widerstehen. Aber es reicht ja auch, wenn Spieler mit unaussprechlichen Namen sich bei anderen deutschen Clubs in sein Bewusstsein spielen.

    Wie oben schon analysiert wurde: richtig international an Stärke gewonnen haben die Bayern erst seit Änderung der Einkaufspolitik. Ribery und Toni als Nationalspieler starker Länder haben Klasse und Substanz gebracht, die jahrelang fehlte, weil die Bayern in den Nuller-Jahren zuvor meist nur in der schwachen eigenen Liga geschaut haben und so nicht einmal Ballack ersetzen konnten. Mit Robben, Martinez und Thiago wurden dann weitere Spieler geholt, die eben nicht nur die Bayern, sondern die ganze Liga stärker gemacht haben. Dies sollte doch auch den Bayern-Entscheidern zu denken geben, um eventuell in Zukunft auf Unsinnseinkäufe wie Kirchhoff zu verzichten. Aber mit Rode scheint da ja schon der nächste Kandidat eingetütet.

  35. Was ich immer so lustig finde ist diese Idee, dass wir bei anderen Vereinen reinspazieren können wie in ein Ladengeschäft und einen anderen Spieler ‚kaufen‘ können wie ein Buch. Dazu mal ein paar Anmerkungen.

    1. In diesem Lande herrscht Koalitionsfreiheit. Diese beinhaltet auch Vertragsfreiheit. Wenn ein Spieler keinen Bock hat für uns zu spielen, wird er das auch nicht tun.

    2. Wenn ein Verein einen Spieler während der Vertragslaufzeit nicht abgeben will, braucht er das auch nicht machen.

    3. Es soll Spieler geben, die gerne für uns spielen wollen. Ganz freiwillig. Weil wir bessere Konditionen bieten – sportlich, finanziell, persönlich.

    Und genau das tut weh, gelle?

    Dass der Herr Götze nämlich lieber unter einem Pep trainiert als unter einem Klopp. Weil er den ‚Wa(h)re Liebe‘-Spruch als genau das entlarvt hat was er ist – ein Marketing-Slogan.

    Und genau so war es bei den anderen Spielern, die Lauf all der Jahre zu uns kamen. Und die uns verließen in Richtung Italien, England, Spanien. Bevor wir die besseren Konditionen bieten konnten.

    Und wenn das noch nicht reicht und man einfach nicht davon lassen will auf seinem moralischen Ross daherzureiten als blitzsauberer Ritter in strahlender Rüstung – einfach mal Herrn Eberl fragen, wie der Reuss-Transfer abgelaufen ist…

    Aber natürlich hat man damit nicht die böse Konkurrenz geschwächt (wo steht Gladbach eigentlich noch mal in der Tabelle?)

    Auf diese Idee würde man in Dortmund natürlich nie kommen. Da ging es ja nur darum, dass der arme Junge endlich mal seine wahre Liebe entdeckt hatte…

  36. @TheWalkingDead:
    Schönes Beispiel ist auch Sokratis. Der sollte Samstag zur Vertragsunterzeichnung nach Leverkusen kommen. Man war sich einig, es ging nur noch um die Unterschrift. Einen Tag vorher hat der BVB ihn dann noch zum Wortbruch verleitet. Er hat Leverkusen per SMS abgesagt, und dann sein Handy ausgeschaltet.

  37. Kein Mensch bezweifelt, dass die (meisten) Handlungen der Bayern legitim sind (blöde Ausrutscher wie die Kirch-Affäre können ja mal vorkommen). Natürlich kann ein Club Spieler von anderen Clubs kaufen, wenn der Spieler das will (hat das jemand bezweifelt?). Natürlich ist Götze vor allem wegen des besseren Trainings unter Pep zu den Bayern gegangen. Wäre er bestimmt auch, wenn der BVB das Doppelte zahlen würde im Vergleich zu dem, was die Bayern ihm jetzt zukommen lassen.

    Aber so ein ganz klein wenig sollte man doch auch als Bayern-Anhänger nachvollziehen können, dass Anhänger anderer deutscher Vereine die Bayern trotzdem aus genau diesem Grund nicht mögen, weil sie eben ihre besten Spieler verpflichten können und nicht umgekehrt. Die Bayern sind nun mal der Bully der Liga und Bullies sind nur sehr selten allgemein beliebt.

  38. Damit ein Neuzugang sofort eine Verstärkung für den FC Bayern ist, muss er Erfahrung in einer der 5 Topligen Europas haben. In allen anderen Ländern ist das Niveau zu niedrig, als dass sich ein Spieler nahtlos in die Mannschaft einfügen kann. Als einzige Ausnahme fällt mir da nur Shaqiri ein, alle anderen Transfers hatten massive Probleme bei uns.
    Von den fünf Topligen fallen drei weg (England, Spanien, Italien). Dort kriegen wir nur Spieler, wenn wir sehr viel Geld zahlen (Makaay, Martinez), oder die Spieler bereits aussortiert wurden (Robben, Toni). Und selbst für einen Transfer aus Frankreich mussten wir eine Rekordsumme ausgeben.
    Da ist es nur logisch sich in der Bundesliga umzusehen. Ähnliche Qualität, günstigerer Preis.
    Bestes Beispiel dafür ist Özil: Für 11 Mio. aus Deutschland nach Spanien, jetzt für 50 Mio. aus Spanien nach England.

  39. @Frantisek
    also das mit Götze und Pep mag eine nette Geschichte für die Medien sein, vor allem weil sie suggeriert, dass es beim BVB ja so geil war, dass man da NUR weggeht, um mit dem vermeintlich besten Trainer der Welt zu arbeiten. Sonst natürlich nieeeeeemals. Also das kann mir keiner erzählen, dass das der ausschlaggebende Grund war, denn Götze ist nicht so blöd um nicht zu wissen, dass der Trainer von heute auf morgen weg sein kann.

    Und in die Kategorie „Kirchhoff“ zähle ich im Übrigen auch Transfers wie Rafinha, Dante, Mandzukic, Alaba und Kroos (bei denen halt schon im Jugendbereich). Es gibt immer glückliche Umstände (siehe Rafinha) und weniger glückliche Umstände (Petersen, Kirchhoff), aber kein Spieler will sich vorwerfen, es nicht versucht zu haben. Einmal eine Verletztenmisere und man ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ansonsten finde ich die Variante jetzt mit den Rückkaufsoptionen wie bei Can und Kirchhoff doch für alle Beteiligten in Ordnung.

    Außerdem hatte Pep mit dem Kirchhoff-Deal sicher nichts zu tun. Kann mir nicht vorstellen, dass das sein Mann gewesen wäre, wenn man bedenkt, auf welchen Spielertypus er so steht. Man wird sehen, wo die Reise hingeht, aber eins ist klar: Der Spieler hat sich damals selbst für Bayern entschieden und gegen Schalke. Und das alles ganz legitim und sauber. Und Sokratis ist das beste Beispiel, wie man den „blitzsauberen“ Jungs mal den Wind aus den Segeln nehmen darf. Und schon kommt der Acki mit seiner Anti-Fußballromantik Aussage daher. Beisst sich das nicht etwas mit der „echten Liebe“. Ach wat solls.

    @Tokyostegi
    na, ganz so krass nicht, und 2001 habe ich mir schon lange nicht mehr gegeben. Aber grade heute wieder ein paar best of von Arjen Robben, inkl. dem 2:3 in Manchester damals und natürlich dem Siegtreffer in Wembley.

  40. Allen Freunden des FC Bayern wünsche ich einen guten Rutsch in´s Neue Jahr!

    Bedanken möchte ich mich vorab bei Paule für seine sehr gute Zusammenfassung der historischen Leistung von Uli Hoeneß in den letzten mehr als 40 Jahren und generell sei im Dank für seine HP!

    Zwei – drei Dinge zu obiger Diskussion möcht ich noch anführen:
    – die Mär, dass der FC Bayern mit goldenen Löffeln seine Vereinsgeschichte begonnen habe, hat Paule mit seinem Beitrag schon widerlegt. Andre Vereine hatten sowohl vergleichbare Stadionkapazitäten, sowie eine entsprechende Industriebranchen vor Ihrer Haustür. Nochmal Dank an Uli, dass er – im Gegenatz zu anderen Vereinsmanagern – die Gegebenheiten genutzt hat.
    – die Transferpolitik des FC Bayern:
    war schon immer ein Ansatzpunkt für Kritik. Komischerweise wird selten der eigentlich zu kritisierene Umstand angeprangert, dass nämlich über viele Jahre überwiegend darauf geachtet wurde „günstig“ viele Nationalspieler nach München zu holen (Borowski, Podolski, etc.) und weniger positionsbezog der Bedarf erkannt wurde. In den letzten Jahren (ab van Gaal) hat sich dies erfreulicherweise geändert. Jetzt werden Spieler geholt, die uns an exakt den Positionen verbessern, wo wir noch (zugegeben auf hohem Niveau) Defizite haben. Dazu gehören ein Martinez, ein Boateng, ein Dante und natürlich auch ein Götze und (vielleicht demnächst) ein Lewandowski.
    Im Gegensatz zu einer Meinung eines Kommentars hier im Forum halte ich übrigens Götze NICHT für schwächer als Neymar. Götze hat zwei Vorteile gegenüber Neymar: er hat sich in Deutschland bereits erfolgreich bewiesen und es besteht die größere Chance, dass er sehr lange beim FC Bayern bleiben wird. Das ist bei einem Brasilianer unwahrscheinlicher, der sich mit Klima, Sprache etc. durchaus schwer tun könnte – ergo, mit Götze weiß man, was einen erwartet! Ob das dem geneigten Bundesliga-Publikum nun passt oder nicht, ob Neymar mehr Exotik bietet als ein deutscher Spieler? Mag sein, spielt aber für die Vereinslenker des FC Bayern definitiv keine Rolle bei der Auswahl. Was eine Rolle spielt, ist sicher, dass bei vergleichbarer Spielstärke eines Spielers gern eher ein konkurrierender Verein „geschwächt“ wird…und das halte ich für legitim! Konkurrenzbelebung ja bitte, aber am Ende will die Vereinsführung (und die Fans) ihren FC Bayern auf dem ersten Platz sehen – eine andere Sichtweise wäre auch nicht nachvollziehbar.
    – womit wir bei der Spannung wären: alle Welt faselt wieder von fehlender Spannung in der BL. Das ist verständlich aus Sicht der „anderen“ Fans. Aus Sicht des FC Bayern und, ich oute mich jetzt, auch aus meiner Sicht, spricht überhaupt nichts dagegen, dass unsere Manschaft die Gegner herspielt und frühzeitig die Spiele respektive (wie letztes Jahr) die Liga frühzeitig entscheidet. Das beruhigt meine Nerven und ich kann mich sehr viel besser auf die Schönheit des Spiels konzentrieren.

    Und ja, auch ich schaue ab und an gern Szenen aus einem Klassiker an. Mein Favorit im Jahr 2013 ist natürlich das entscheidende Tor durch Robben im CL-Finale, aber auch das Götze-Tor im BL-Spiel im Idunapark macht selbst bei häufiger Betrachtung immer noch Spaß.

    Im diesem Sinne, hoffe ich auf ähnlich viel Spaß im Neuen Jahr für alle FC Bayern-Freunde und bedanke mich für eure Geduld!

  41. @all: Kaum ist die besinnliche Weihnachtszeit rum, gehts hier wieder „rund“… 😉

    Wenn ich es dieser Tage schaffe und meine Familie mir Freiräume gibt, gibts noch einen Rückblick und dann rutschen wir einfach mal alle ins neue Jahr und warten ab, ob der Weihnachtsmann wirklich der Osterhase wird…

  42. Ich bin ja ein Verfechter der Meinungsfreiheit und begrüße prinzipiell auch, dass hier Dortmunder mit konträrer Meinung aufschlagen dürfen. Im Sinne der Vielfalt um verschiende Sichtweisen zu erfahren etc.
    Aber diese von Nick und Frantisek angesetzte Polemik zur Transferpolitik nervt, bietet mir zuviele Widerholungen. Und überhaupt, was ein Bullshit: Man hätte Neymar haben können, holt aber den „schwachen“ Götze, nur um Dortmund zu ärgern. So wichtig wäre nicht mal der BVB, dass man so einen Quatsch machen würde. Aber dem liegt zudem ein Irrtum zugrunde: Götze ist viel besser für den FCB. Sollen die (z.T. selbsternannten) besten Spieler (Ibra, Messi, Neymar) sonstwo spielen, der FCB hat das beste Team.
    Nee 2001 gebe ich mir nicht mehr. Gäb’s 1986 zu sehen, würde ich mir das nochmal reinziehen, war eh viel geiler. Aber ich habe kürzlich mit Freunden (darunter auch BVBler) einen langen CL-Abend mit den jeweiligen DVDs des BVB und des FCB zur CL-Saison 12/13 gemacht (unsere Version war natürlich besser).

  43. @seit82: Mal bitte einfach genauer lesen, was von wem geschrieben wurde! Polemik wurde eigentlich vor allem durch die Bayern-Kommentatoren reingebracht und dann uns unterstellt. Oder was für eine „Polemik zur Transferpolitik“ meinst du? Das Neymar-Beispiel? Ansonsten wurde doch von uns zwei Borussen deutlich klargestellt, dass es nicht darum geht, die Bayern-Transfers als irgendwie illegitim darzustellen.

    Bitte nicht vergessen: Der Beitrag stammt ja von Paule. Darin werden die Vorwürfe gegen die Bayern beklagt und diskutiert. Ich nehme eben den Standpunkt eines Borussen oder des Rests der Liga ein und sage: Trotz des legitimen Vorgehens der Bayern ist die Bundesliga ganz oben derzeit nicht so spannend und das könnte sich verfestigen.

    Und trotz des KHR-Zitats zum Wert eines Zweikampfs in der Liga haben die Bayern eben anders gehandelt. Bürschchen stellt das ja vollkommen nachvollziehbar dar, wie in der Führung vermutlich gedacht wird. Diesen Widerspruch bei KHR aufzuzeigen, ist sicher keine „Polemik zur Transferpolitik“.

  44. Nur mal zur Klarstellung:
    @Nick. Ich sehe überhaupt keinen Widerspruch in Rummenigges Aussage. Es ist eine Sache davon auszugehen, dass die Konkurrenz innerhalb der Liga auch den FC Bayern zu vermehrter Anstrengung treibt. Was durchaus in den letzten zwei Jahren der Fall war. Eine andere Sache ist es, dass jede Mannschaft ihre eigene Ergebnismaximierung betreibt. Das bedeutet im Falle des FC Bayern mit Sicherheit die Nr. 1 in Dt. zu sein,. mittlerweile stellt sich Frage, ob der Anspruch nicht auch auf Europa ausgedehnt wird.
    Nur zum Vergleich: ich denke nicht, dass das BVB-Präsidium aus Gründen der Konkurrenzpflege auf einen attraktiven Spieler von Schalke 04 verzichten würde. Es gab dazu in der Vergangenheit bereits Beispiele dazu. Und nochmal zur Causa Götze/Lewandowski: beide Spieler sind auf ihren Positionen das Non-Plus-Ultra und es gibt derzeit keine Mannschaft im europäischen Fussball, die nicht beide mit Kusshand nehmen würden (sofern sie eben die AK bezahlen bzw. ein attraktives Paket auf den Tisch legen können). Also, wo bitte besteht hier ein Widerspruch?

  45. @tokyostegi – bedenklich? naa, normal…hab mir letzte nacht mit der sauteuren champions-league-sieger-pulle Rotwein und ganz allein endlich mal die doku übers cl-finale gegeben. wenn ich im mai nicht heulen konnte, da war’s dann fast so weit…in diesem sinne: guten rutsch und saluti rossobianchi!

  46. Ende

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