Besser spät als nie.

Also der Beitrag zum Spiel der Bayern in Berlin. Am letzten Spieltag.

Die Luft war irgendwie raus.

Trotzdem gaben die Bayern vom Anpfiff an Gas. Schnell hätte es ein, zwei, oder drei Tore geben können.

Hätte. Wenn die Bayern gemusst hätten.

So war es allein Wühlmaus Olic vorbehalten, die Führung der Bayern zu erzielen.

Gleichzeitig wurde vielen bewusst, weshalb die Hertha tatsächlich nur ein einziges Heimspiel in dieser Saison gewonnen hatte. Die Bayern haben in dieser Saison allerdings schon gegen (noch) schwächere Teams gespielt. Bitter für Hertha.

Mein Respekt aber für Spieler und Fans der Hauptstädter.

Nicht nur, dass das Funkel-Team es tatsächlich auszunutzen verstand, die Räume und Freiheiten zu nutzen, die ihnen die Bayern anboten, als sie nicht nur einen Gang herunter, sondern vielmehr in den Leerlauf schalteten und verdient den Ausgleich erzielten.

Einen Ausgleich, der das Heim-Tor-Konto der Berliner in dieser Rückrunde auf einen Schlag um 50% erhöhte.

Den Fans muss man ebenfalls Respekt zollen, weil sie ihre Mannschaft weiter unterstützten und sogar noch nach dem Spiel ihrerseits dem neuen Deutschen Meister die Ehre erwiesen und nicht fluchtartig das Stadion verließen.

Danke. Hätte ich nicht unbedingt erwartet.

Eine Einzelbewertung der Spieler fällt mir hingegen schwer. Nicht bei einer solchen Konstellation. Allenfalls dass es den Einwechselspielern schwer fiel das Niveau zu heben. Aber ein Fazit – auch von Seiten des Vereins – wird es wohl hoffentlich nach der Saison geben.

Am wichtigsten war irgendwann ohnehin das Drumherum. Die Meisterehrung. Die Feier des Meisters. Wer es am Ende wagen würde, unseren Meistertrainer mit Bier zu überschütten.

Inzwischen alles geklärt.

Nach dem Schlusspfiff nur noch Freude. Auf allen Ebenen. Aber hier hatte ich ja schon angedeutet, dass bei mir emotional, von der Lautstärke ebenfalls erstmal Luft holen angesagt war.

Begeisterung dagegen bei mir über die Feier der Spieler, des Trainers. Wie die Kinder tollten sie über den Rasen oder ließen endlich mal Dampf ab. Recht so.

Und in den nächsten Tagen wird sich bei mir der Dampf auch wieder aufbauen. Versprochen.

Rechtzeitig zu den beiden letzten Spielen der Saison. Einer Saison, die die Spieler unsterblich werden lassen könnte!

Und hoffentlich nicht mit einem Ende wie vor 11 Jahren…

T Minus 0: VfL Wolfsburg – FC Bayern

Na endlich.

Die Bayern feiern ihre 21. Meisterschaft, wir bekommen unseren vierten Stern und das Double zum Abschied von Kahn und Hitzfeld ist perfekt.

Das war’s dann aber auch schon. Viel mehr gibt es heute nicht zu vermelden. Vielleicht noch, dass die Wolfsburger zum zweiten Mal nach 2003 eine Meisterschaft des FC Bayern erleben. Wann es mit einer eigenen soweit sein wird, steht in den Sternen. Zu Recht.

Über’s Spiel gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen.

Die Bayern wussten, dass Ihnen ein Punkt zum Titel reicht. Merkte man an der Aufstellung und am Spiel. So langsam sind Auflösungserscheinungen zu erkennen. Nicht insgesamt. Nur im Rahmen dieser Saison. Wäre es noch enger, hätten diverse „verletzte“ Stammspieler aber gespielt. Jede Wette.

Anyway.

Gegen den VfL Magath reichte es auch so. Oder will den Golfsburgern irgendjemand absprechen, dass sie es versucht haben? Ich mein, für die geht’s ja noch um richtig was. Die Qualifikation für den Europapokal. Nach diesem trostlosen 0:0 wird’s eng.

Bezeichnend fand ich übrigens, dass die meiste Action erst nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen zu sehen war. Wieviele Tankwagen hatte unser Weißbier-Sponsor eigentlich in den Norden geschickt?

Überhaupt.

Die üblichen Verdächtigen werden, viel anderes bleibt ja nicht mehr übrig, eben diese Art der Feierei der Bayern kritisieren. Bin ich sonst nicht mit ihnen einer Meinung, müsste ich hier Zustimmung bekunden.

Das geht mir echt auf die Nerven.

Klar. Da freuen sich „Erwachsene wie Kinder“ (Zitat Beckenbauer). Aber wo ist dann die kindliche Spontanität? Alle Reporter haben doppelt Anzüge dabei, immer wieder die gleichen Spieler, schütten wild mit Bier um sich und machen „Jagd“ auf die Offiziellen unseres Vereins. Toll. Und so kreativ…

Meine Meinung kennt ihr. Das letzte Mal, als ich die Bierduschen witzig fand, waren Brazzo, Scholl, Hoeneß und ein Premiere-Studio beteiligt. Seit Schweinsteiger, Lell und Co. die Gläser in der Hand haben, wirkt’s allzu fad.

Egal.

Das Double ist da und ich brauche mir endgültig keine Sorgen mehr machen!

Gibt’s noch Rest-Motivation?

Jede Menge. 😉

Zum Beispiel die Torjägerkanone für Luca Toni sichern. Fünf Tore Vorsprung für drei restliche Spiele? Sollte reichen.

22 Gegentore als Minusrekord? Im Moment haben wir 18. Also bei nur höchstens einem Gegentor gegen Bielefeld, Duisburg und Hertha (2x Heimspiel) lösen wir Werder Bremen ab. Ebenfalls möglich. Oder auch nicht. Zum Beispiels wenn’s jetzt endgültig den Bach runter geht mit der Einstellung.

Rekordvorsprünge sind dagegen nicht mehr möglich.

Naja. Wollen wir’s für denClub hoffen, dass die Bayern sich gegen die beiden Mitkonkurrenten im Abstiegskampf noch einigermaßen am Riemen reissen…

Was vergessen?

Ach ja. Auch dieser Counter hat sich jetzt erledigt.

Dieses war der zweite Streich, doch der dritte folgt sogleich?

Ich weiß gar nicht, weshalb man immer den Ligapokal so aussen vor läßt?! Weil sich das Wort Triple bei all den mittelmäßig begabten Journalisten besser schreiben und darstellen läßt? Oder weil der Ligapokal ein Stiefkind ist und in der nächsten Saison nicht ausgespielt wird?

Nun. Die Bayern haben genau in diesem Ligapokal ihren ersten Titel gewonnen. Gestern also den zweiten.

Der Pokal also.

Ich hatte ja leichte Zweifel. Wie so oft in dieser Saison. Habe ich zwar nicht unbedingt überdeutlich kommuniziert. War aber so. Und das Spiel gab mir Recht.

Damit ist natürlich nicht diese Pseude-Spannung gemeint, die immer und immer wieder der übertragene Sender und auch sonst jeder Journalist in die Welt geschafft hat, der hauptsächlich von Schlagzeilen, Sprüchen und Gerüchten rund um den FC Bayern lebt.

Hat irgendein Bayern-Spieler, -Funktionär, oder -Fan vor dem Finale „nur über die Höhe des Sieges diskutiert“?

Hat irgendein Bayern-Spieler, -Funktionär, oder -Fan vor dem Finale einen Kantersieg erwartet, wie beim 5:0 am letzten Sonntag?

Nur einer? Nein. Achso. Waren also doch nur „Journalisten“. Naja. Das Übliche.

Es war doch völlig klar, dass die Schwachgelben zumindestens laufen und kämpfen würden, um so etwas wie ihre Ehre wiederherzustellen. Wem war das nicht klar? Fußballer sind auch nur Menschen. Sowas will man nicht auf sich sitzen lassen. Ein ganz anderes Spiel. Und das habe ich in den letzten Tagen auch gebetsmühlenartig aus München gehört.

Was passierte also? Genau das!

Der BVB begann um Längen verbessert. Alles andere hätte er seinen Fans in Berlin auch nicht zumuten können. Die Bayern schauten sich das zunächst mal an. Gingen in Führung. Früh. Durch Luca Toni. Der Wahnsinn. Der Mann.

In der Folge hatte der FCB mal wieder genügend Chancen ein zweites Tor zu erzielen, den Borussen war ein gewisser Schock anzumerken: „Geht’s schon wieder los?“.

Ging es aber nicht. Schlendrian nennt man sowas. Als der BVB das begriffen hatte, kam er zurück. Die Halbzeitführung war imho trotzdem, auch in dieser Höhe, verdient.

Ein anderes Bild zeigte sich nach der Pause.

Nur noch verwaltende Bayern „standen“ kämpfenden Doll-Kickern gegenüber. Trotzdem weitere Chancen auch für die Bayern zur Entscheidung. Sie kam nicht und deshalb der „Barcelona“-Ausgleich für den BVB. Ich hätte mich gefreut, wenn ich gewusst hätte, wofür der Schiedsrichter 3 Minuten hat nachspielen lassen?! Habe ich irgendwas verpasst (Verletzungen, Zeitspiel der Bayern)? Helft mir bitte.

Trotzdem darf man sich nicht so ein Tor reinwürgen lassen. War ja wie der Ausgleich beim 1:1 in Hamburg in der Hinrunde. Alter Schwede. Durch zwei Bayern durch.

Aber – da beißt die Maus keinen Faden ab – dieses 1:1 und die Verlängerung waren verdient. Der Ruhrpott-Verein wurde belohnt, die Bayern bestraft. Für die zweite Halbzeit.

Dann ein merkwürdiges Spiel.

Die Borussen voll auf Aufholjagd, die Bayern auf Halten eingestellt. Und dann noch mal 30 Minuten, eine Entscheidung herbeiführen? Schwierig. Den Bayern gelang das nur schwer. Ebenso den Borussen. Eigentlich war ich auf Elfmeterschießen eingestellt.

Und dann Toni. Beziehungsweise Poldi. Wenn’s gewollt war, war’s genial. Das würde ich bei Toni aber nur zu 50% so sehen. Charme hat dieser Gedanke allerdings. Trotzdem ist der Typ der Wahnsinn. Genie und Wahnsinn.

Anyway.

Unserem Gegner fiel danach nicht mehr viel ein. Der abermalige Rückstand, dann auch noch so, war wohl zuviel.

Generell würde ich sagen, dass die Borussen froh und glücklich sein können. Sie stehen im UEFA-Pokal. Das hätten sie in der Liga in dieser Grottensaison nie und nimmer erreicht! Des Weiteren hatten sie die Bayern am Rande einer Niederlage und hätten den Sieg durchaus ebenso verdient gehabt. So sehr wie seit 19 Jahren nicht mehr. Für viele Fans war ferner die Spielweise nach Monaten zum ersten Mal wieder eine Offenbarung. Viel schlimmer wird’s erst jetzt. Denn wer glaubt, dass sich derlei auf die triste Liga übertragen werden kann? Ich will’s hoffen. Für die Fans. Denn ein derartiger emotionaler Abstieg wäre das schlimmste Ende an solch einer Saison.

Was bleibt mir von diesem Finale noch in Erinnerung?

Ribéry und Toni, zwei Weltstars, die sich wie Kinder freuen! Und irgendwie die Veranstaltung sprengen (oder hat zuvor mal jemand mit Ribéry gesprochen, wie das so läuft mit der Ehrenrunde?!). Herrlich. Schön ebenfalls, dass, entgegen anderer Meldungen, das gesamte Team in Berlin war. Selbst Altintop humpelte auf’s Podest.

Affig dagegen die Bierduschen. Nachdem Scholl und Brazzo nicht mehr dabei sind, fühlte sich wohl Schweinsteiger berufen hier Glas auf Glas zu verschütten. Ehrlich, nur peinlich. Sorry, Schweini.

Was noch?

Der Schiedsrichter? Nicht im Ernst, oder? Was gibt’s da zu diskutieren? Ok. Ich mach’s trotzdem. In einem eigenen Beitrag.

Einzelne Spielerkritik?

Nö. Heute nicht!