Selbstzufriedenheit, Krise, Tabellenführung und andere Winde

Der General hat ein Interview gegeben.

[…] Woher kommt der Leistungsabfall in den letzten drei Spielen?

Hitzfeld: „In Dortmund und gegen Frankfurt gab’s ein 0:0, das war ärgerlich. Gegen Bolton das 2:2 und jetzt eine klare Niederlage. Ich glaube, das ist gar nicht so schlecht: Mal ganz klar zu verlieren. Besser als am Schluss noch mit Pech zu unterliegen und mit Ausreden. So weiß jeder einzelne Spieler von uns, dass er nochmal eine Schippe drauflegen muss, dass das alles kein Selbstläufer ist. […] Das war eine – nein, das waren zwei lehrreiche Stunden für uns.“

Wie wollen Sie den FC Bayern aus der Krise führen?

Hitzfeld: „Wäre ja noch schöner, wenn eine Tabellenführung eine Krise ist. Wie gesagt: Wir werden die Lehren aus diesem Spiel ziehen. Wir werden das Spiel nochmal anschauen und analysieren und uns dementsprechend auf das Spiel gegen Wolfsburg vorbereiten.“

Ist die Selbstzufriedenheit bei den Spielern zu groß?

Hitzfeld: „Es liegt schon eine gewisse Gefahr darin, wenn man so erfolgreich bis jetzt gespielt hat und am Saisonanfang die Siege so leicht gefallen sind. Dann kann schon Leichtsinn und Sorglosigkeit einkehren. Vielleicht stimmt was nicht mit der Konzentration. Darum habe ich auch gesagt: Es ist mir lieber, dass wir eine klare Niederlage bekommen haben. Jeder weiß jetzt, dass ein anderer Wind weht.“

Soviel zur Theorie. Nur das jetzt wieder zwei Drittel der Mannschaft ausschwärmt. Ok. Lucio ist eh gesperrt, dem macht dann eine Ankunft am Freitag Abend, wenn am Samstag ein Spiel ansteht, nicht so viel aus. Bei Demichelis sieht’s da schon anders aus.

Wollen wir hoffen, dass sich die deutschen Nationalspieler bei den restlichen (Freundschafts-)Spielen in der EM-Quali nicht verletzen und sich vielmehr in eine bessere Form spielen. Gleiches gilt für Ribéry, Toni und Co.

Mal sehen, was im Auslauf dieser Hinrunde gegen Wolfsburg, Bielefeld, Duisburg und Hertha noch so alles geht.

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0 Gedanken zu „Selbstzufriedenheit, Krise, Tabellenführung und andere Winde

  1. Nun haben die Bayern „endlich“ mal verloren und der Rest der Bundesliga kann wieder hoffen und muss sich nicht ganz so abgeschlagen vorkommen. Aber seien wir doch mal ehrlich. Jede Mannschaft, und sei sie noch so gut, wird einmal eine Niederlage einstecken müssen. Also ist das jetzt auch mal den Bayern passiert. Man kann einfach keine endlose Serie von unbesiegten Spielen aufstellen…
    Jetzt wird wieder von einer Krise geredet. Aber es stimmt schon: Wer 1. in der Tabelle ist und ein Spiel verliert sollte sich nicht allzuviel Sorgen machen müssen. Und wenn Rumenigge meint, er muss deswegen gleich Ottmar Hitzfeld angreifen und sich fragen ob man Fußball berechnen kann, dann soll er das ruhig tun. So kriegt er wenigstens auch mal wieder etwas PR. Einige der Bayern-Verantwortlichen haben sich wohl noch nicht so daran gewöhnt, dass es jetzt nicht mehr so viel zu meckern gibt. Vielleicht sollte sich Herr Rumenigge damit aber jetzt auch mal langsam abfinden…

  2. Lustigerweise hat sich Ottmar direkt nach dem gestrigen Spiel beklagt, dass er auf die in den letzten Spielen aufgetretenen Schwächen der Bayern schon deswegen nicht reagieren könne, weil ihm die Nationalspieler nicht zur Verfügung stehen bzw. erst ganz kurz vor dem Spiel gegen Wolfsburg zurück kämen. Das hat er dann aber ausgerechnet am Beispiel Lucios festgemacht. Da hatte er sich offenbar vorher eine Argumentation zurechtgelegt, die zumindest mit Lucio nicht mehr so gut funktioniert.

    Der Brasilianer hat sich nun selbst rausrotiert. Das Duo Demichelis und van Buyten harmoniert aber im Zweifel besser als das Duo Lucio und van Buyten, auch wenn die beiden Südamerikaner in der Innenverteidigung bisher meist gut gespielt haben, im Fall von Demichelis sogar erstaunlich gut. In dem Zusammenhang: was macht eigentlich Ismael?

  3. Naja, für UH ist es schon blöd, dass mehrere andere Teams kein Fernglas mehr brauchen bei Blick auf die Tabelle… Hat er uns doch einen Durchmarsch versprochen… Und der Rest von Hitzfeld? Pure Durchhalteparolen….

  4. Die Stimmen anfangs der Saison erinnerten mich schwer an das „weiße Ballett“-Geschwafel. Manchmal ist es ein echter Nachteil, wenn der Start zu gut ist. Alles ander als das, was im Moment passier war unwahrscheinlich.

  5. Also ich will nicht sagen, dass ich selten ein nichtssagenderes Interview gelesen habe (kenne aber auch nur den Ausschnitt, der hier auf der Homepage steht)… aber macht Ottmar eigentlich eine handfeste Aussage dabei? Die habe ich dann aber noch nicht gefunden…

  6. Hitzfeld macht eigentlich nie handfeste Aussagen. Ist zwar llangweilig, aber er ist damit immer gut gefahren.

    Das Krisengeschwafel ist soweit unter der Linie, wie das neuer-König-von-München/Kloni-Geschwafel über der Linie war.

  7. Ende