Weltklasse. Daheim.

Stört das eigentlich niemanden ausser mir, dass die Bundesliga sich nur noch selbst feiert, die ach so tolle Spannung hochleben lässt und im Europapokal eine Blamage der nächsten folgt?

Reicht es Stuttgartern, Bremern oder Schalkern gegen die Bayern Punkte zu holen und oben daran zu bleiben, statt das eigene Land würdig zu vertreten?

Ist dieser Satz reduziert und haben die Schwaben doch in Lyon ganz, ganz toll gespielt und überhaupt bei den vier Niederlagen in vier Spielen als amtierender Deutscher Meister nur ganz, ganz doll Pech gehabt?

Ach so. Na dann stehe ich mit meiner Meinung also alleine?! Von mir aus.

Klar nervt es mich, dass am Donnerstag selbst die Bayern im UEFA-Pokal in diese Problematik eingestiegen sind. Aber ist der Europapokal/Championsleague inzwischen nur noch ein Experimentierfeld für deutsche (Fahrstuhl-)Teams? Reicht es euch, sich an der tollen Atmosphäre zu berauschen?

Fein. Dann will ich aber auch niemanden jammern hören, wenn der Vizemeister demnächst ebenfalls in die Quali muss und sowieso nur noch zwei Teams in der Königsklasse dabei sein werden (ich weiß, noch ist es nicht soweit, aber wir sind auf dem Weg, oder?)…

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0 Gedanken zu „Weltklasse. Daheim.

  1. Genau diese Problematik hat mich gestern nach dem „Sensationserfolg“ gegen den Tabellenführer und Rekordmeister auch gefragt.
    Es kann doch nicht sein, dass der VFB im internationalen Geschäft das Image des deutschen Fußballs mächtih nach unten drückt, und dann das Selbstvertrauen in der eigenen Liga durch einen (wohl gemerkt natürlich verdienten) Sieg gegen (fast schon auf peinliche Art und Weise schwache, aber das ist ein anderes Thema) Bayern aufpoliert.
    Dann lieber im internationalen Geschäft in den paar Spielen alles geben und in der eigenen Liga das eine oder andere Spiel verlieren..

  2. Naja. Vielleicht finden das alle ja auch irgendwie ok. Und nur ich sehe das so. Mag sein. Im weitesten Sinne müssen die Bayern jetzt auch die Suppe der Ballack-Ära auslöffeln. Denn hätten wir damals ab und an mal ein Halbfinale oder Endspiel erreicht, wären vielleicht ein paar Punkte mehr auf dem Konto und der zweite CL-Quali-Platz noch bei uns…

    Whatever.

    Die deutsche CL-Bilanz nach 3×4 Spielen ist nicht wirklich vorzeigbar. Im Vergleich zu beiden gestrigen Spielen zeigten sowohl VfB als auch Werder in der Bundesliga imho genau das Gegenteil. Das stieß mir eben auf – vor allem, weil jedes Spiel einer deutschen Mannschaft Auswirkungen auf alle anderen Bundesliga-Teams hat und es eben nicht nur um VfB, Werder oder Schalke geht…

    Nochmal: Ich beschwere mich nicht für den FC Bayern. Die sind selber schuld. Aufgrund ihrer Leistungen im Vorjahr. Allerdings beklage ich hier die Folgen für die Rahmenbedingungen und die gelten für alle. Selbst die europäischen Fahrstuhlmannschaften.

  3. @Oliver: Immer dieses Gejammer. Da bist du leider nicht der Einzige. Was ist denn eigentlich passiert? Ok, der deutsche Meister scheidet aus dem Europapokal aus. Sollen deswegen nur noch die Bayern Meister werden?
    Und sonst: Schalke hat noch alle Chancen, weiterzukommen. Im UEFA Cup sind vier deutsche Teams in der zweiten Runde, davon haben drei ordentliche bis sehr gute Chancen auf die nächste Runde.

    Überhaupt fehlt mir hier jeder Ansatz der Analyse. Was möchtest du denn? Hört sich fast so an, als ob die Konkurrenten sich gegen Bayern zurücknehmen sollten, um sich auf Europa zu konzentrieren…

  4. Hab mich (als Schweizer) auch schon darüber gewundert, dass man sich in Deutschland mehr über die Tatsache beklagt, dass der dritte CL-Platz durch die Rumänen bedroht wird und sich weniger um die Frage kümmert, WIESO deutsche Klubmannschaften im internationalen Fussball oftmals eine eher kümmerliche Vorstellung liefern…
    Die deutsche Nationalmannschaft tritt (meist) selbstbewusst auf – entsprechend verlaufen dann auch (meist;-) die Spiele.
    Anders bei internationalen Clubwettbewerben. Da wird oftmals zögerlich oder ungestüm-naiv gespielt – die Abgeklärtheit fehlt einfach.

    Das vielfach vorgebrachte Argument wegen den Fernsehmillionen wird m.E. erklärt letztendlich auch nicht die schlechte Bilanz.
    Oder will da jemand behaupten, in Rumänien oder Portugal fliessen die Gelder reichlicher?

    Eine plausible Erklärung kann ich nicht liefern.
    – Ist man immer noch vom (nationalen) Erfolg der Bundesliga und der tollen Stimmung geblendet?

  5. @Nick: Du hast mich (einmal mehr) nicht verstanden. Es geht hier überhaupt nicht darum, dass immer nur der FC Bayern Meister werden soll!

    Du hast hier ferner ein Defizit in der Wahrnehmung meiner Person. Denn wer mich kennt, weiß, dass ich auf dem Standpunkt stehe, dass es einen klaren Zusammenhang gibt zwischen Erfahrung im Europapokal und dem Erfolg in eben diesem. Aus dieser Definition fällt heuer Werder ein wenig heraus, aber Schalke und der VfB bestätigen mich da mal wieder.

    Ich hätte im Prinzip auch gar nichts dagegen, dass jedes Jahr ein anderes Team Deutscher Meister werden würde (natürlich schon, aber das würde jeder Fan wohl so sehen, wenn sein eigener es auch werden könnte) und jedes Jahr andere Teams Deutschland im Europapokal vertreten.

    Was mich allerdings massiv nervt, ist vielmehr die Ignoranz obiger Kausalität.

    Es wird allgemein erwartet, dass die Bundesliga in dieser Besetzung ähnliche Erfolge wie in der Vergangenheit feiert. Das kann nicht funktioneren. Es wird eher dazu führen, dass wir irgendwann auf Platz 12 oder 15 der 5-Jahreswertung abrutschen…

    Ob das analytisch ist, überlasse ich dem Auge des Betrachters.

  6. @Luzern: Nein. Aber Rumänien tritt mit weniger Teams an. Der ergibt einen besseren Koeffizienten. Aus dieser Sicht kann’s für Deutschland nur besser werden…

    Das Thema „verfälschte innere Wahrnehmung der Bundesliga“ ist nicht von der Hand zu weisen. Hier spielt aber wieder das Thema Marketing, Vermarktung, „das-Produkt-Bundesliga“ und die davon abhängigen TV-Gelder eine Rolle…

  7. @Oliver: Ich kenne dich ja nur von deinem Blog und kann somit nur das beurteilen, was du hier schreibst. Dabei bin ich öfter anderer Meinung und manchmal verstehe ich schlichtweg den Sinn eines Beitrags nicht, z.B. in diesem Fall. Wenn man nur diesen Beitrag liest, klingt das einfach wie ein Bashing insbesondere der deutschen CL-Teilnehmer. Keine Vorschläge, keine Analyse – sorry, aber nur Lästern find ich zu wenig (deine erste Antwort habe ich erst gelesen, nachdem ich meinen ersten Kommentar geschrieben hatte).

    Ok, du siehst also einen Zusammenhang zwischen Erfahrung und Erfolg im Europacup. Aber trotzdem verstehe ich noch nicht, was dann für dich die Konsequenz daraus ist. Dass am besten immer die Mannschaften CL spielen, die das bisher schon am häufigsten gemacht haben? So dass also die Verhältnisse zementiert werden? Ich sehe das so: Die Entscheidung fällt sportlich und wer am Ende der Saison 1., 2. oder 3. ist, hats dann auch verdient.

    Wie schon oben gesagt: Ich sehe die Situation gar nicht so schwarz wie du. Was du außerdem nicht erwähnt hast: Die Bayern kriegen aufgrund ihrer ‚Erfahrung‘ auch immer leichtere Gruppen, da sie in Lostopf 1 sind (im Gegensatz zu Bremen (Topf 2) und S04 / VFB (Topf 3)).

  8. „Reicht es Stuttgartern, Bremern oder Schalkern gegen die Bayern Punkte zu holen und oben daran zu bleiben, statt das eigene Land würdig zu vertreten?“

    Ja, ich denke fast es würde den Schalkern reichen, oben dran zu bleiben. Genau lässt sich das aber aktuell leider nicht herausfinden …

  9. Natürlich fällt die Entscheidung sportlich. 🙂
    .
    Aber es braucht auch niemand wundern und lamentieren das es mit dieser Höchst Abwechslungsreichen Besetzung int. nicht so läuft.
    So verliert man nach oben einfach den Anschluss und von unten wird man halt von Rumänien bedroht, die in den letzten Jahren immer mit den selben 3 erfahrenen und starken Mannschaften vertreten waren.
    .
    Leute wie Oliver wissen das (schon länger). 😉

  10. Danke Thomas. Du hast es verstanden.

    @Nick: Es geht hier nicht um Dich, um mich, oder sonstige klar denkende Blog-Leser. Es geht um eine Berichterstattung, die sich wundert, dass die Bundesliga seit einiger immer weiter in der 5-Jahreswertung abrutscht.

    Meiner Meinung nach hängt das eben mit wechselnden Besetzungen im Europapokal zusammen. Andere können gerne anderer Meinung sein.

    Und ob das ein Bashing der anderen Europapokalteilnehmer war?

    Nun. Gestört hat es mich schon (als deutscher Fan), dass Vereine wie Werder und Stuttgart am Samstag so Gas gegeben haben, in der CL davon aber einiges haben vermissen lassen.

    Das darf mich doch stören, oder? (Klar hat es mich auch gestört, dass es gerade uns getroffen hat, aber das ist ein anderes Thema… *g*)

    @Torsten: Ich weiß. Aktuell wären die Schalke sicher gerne „oben dran“… 😉 Es war aber im Zusammenhang und allgemein gemeint…

  11. Schon klar.
    Dann werde ich auch noch mal kurz sachlich.

    Mir ist nicht ganz klar, wen Du in deinem Beitrag kritisierst. Die Clubs, die Fans (bzw. die Blogger?) oder die Medien? Wer mach denn nun was genau falsch?

    Ich denke schon, dass im allgemeinen die schlechten internationalen Leistungen ausreichend kritisiert werden, falls Du es auf die Medien gemünzt hast.
    Der Fußball der BL wird in der „Binnenberichterstattung“ zu gut dargestellt. Aber diese Tendenz, seit Anpfiff auf RTL gibt es sie, ist doch allgemein bekannt und wird von allen, die damit kein Geld verdienen, kritisiert.

    Das Stuttgart ob des Sieges über die Bayern so sehr gefeiert wurde war völlig normal, denke ich. Völlig ungeachtet des Niveaus des Spiels, dass ich auch garnicht gesehen habe.

    Und wegen der Gründe für die schwachen Leistungen im Europapokal: Du (und meinetwegen auch Thomas) hast vermutlich recht, dass es besser für das Abschneiden wäre, wenn sich immer die gleichen Clubs qualifizieren würden. Aber jedermann, dem die Bundesliga was wert ist, kann das nicht ernsthaft als sportpolitisches Ziel verfolgen, oder?

  12. Oh, mir dämmert es doch noch, glaube ich.
    Dir stank, dass Stuttgarts Veh am vorletzten CL-Spieltag sagte, dass für den VfB nurnoch die BL zählen würde. Und Du denkst, dass Stuttgart in der CL mit Handbremse gespielt hat, um unter anderem gegen Bayern Gas geben zu können. So in etwa? Meintest Du das mit „Experimentierfeld CL“?

  13. @Thomas: Ich persönlich lamentiere auch gar nicht. Ich glaube nicht, dass die Rumänen in dieser Saison mehr Punkte machen werden als Deutschland. Und wie ich in meiner ersten Reaktion weiter oben schon angedeutet habe, siehts für drei bis vier der deutschen Vereine (S04, Bayern, HSV, evt. Leverkusen) gar nicht so schlecht aus. In der ganzen Debatte ist viel zu viel Hysterie und kurzfristiges Denken drin.

  14. @Torsten: Wir kommen der Sache näher. Allerdings dachte ich, dass ich das in zwei, drei Kommentaren inzwischen erklärt hätte…

    Noch einmal kurz eine Zusammenfassung:

    1. Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung und Sichtweise zu den gleichen Themen (in diesem Fall zu den deutschen Europapokalauftritten)

    2. Mir gehen die, auch in dieser Saison wieder ach so überraschten Medien auf die Nerven, die der Misserfolg im Europapokal „überrascht“

    3. Ganz speziell (und das war die Bridge zum VfB-Spiel) ging mir auf die Nerven, dass ein Magnin, den man in Lyon für den schwächsten Mann auf dem Platz hielt, gegen die Bayern sein bestes Spiel seit gefühlten Jahren machte. Ich denke nicht, will sogar für Fans und Verein hoffen, dass Spieler wie er derlei Schwankungen nicht mit Absicht einbauen.

    4. Seit den Tagen eines Reiner Calmund bin ich ebenfalls allergisch gegen hergeschenkte Europapokal-Spiele. Der hatte ja seinerzeit ganz offiziell und öffentlich die restlichen CL-Zwischenrunden-Spiele abgehakt, da Bayer parallel im Abstiegskampf steckte.

    5. Mit „Experimentierfeld CL“ meinte ich den Ansatz, dass Vereine, die „mal wieder“, oder unregelmäßig am Europapokal teilnehmen, einfach mal zu schauen, was man so erreichen kann. Ich will das gar nicht verurteilen und dem VfB auch durchaus zugestehen, dass sie das vielleicht anders geplant hatten, aber derlei hat eben auch dazu geführt, dass die Bundesliga in den letzten Jahren in der Wertung abgerutscht ist… Und damit will ich eben nicht sagen, dass immer nur die gleichen Mannschaften die Bundesliga repäsentieren sollten (die Bayern haben sich in den Ballack-Jahren ja auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert), sondern NUR, dass man (Medien, Vereine, Fans, Blogger, einfach alle) einfach endlich mal akzeptiert, dass es diesen Zusammenhang gibt! Von mir aus könnte die Bundesliga auf Platz 37 der 5-Jahreswertung liegen. Würden die Bayern dann Meister werden, müssten sie sich halt durch drei Runden CL-Quali quälen müssen – so what…

    Reicht das grob als Erklärung?

  15. Die deutschen Clubs haben dieses Jahr schon mehr als doppelt soviel Punkte eingefahren wie die rumänischen. Und der letzte rumänische Verein ist genau so gut wie Stuttgart…

    Tatsächlich steht Deutschland im aktuellen Ranking wieder auf Rang 5 vor Rumänien. Und wenn nächstes Jahr die Punkte der Saison 03/04 wegfallen sind die Franzosen wieder in Schlagdistanz. Also erstmal den Ball flachhalten.

    Und lustigerweise hat dieser Jahr der HSV die meisten Punkte eingefahren, der letztes Jahr so kläglich ausgeschieden ist, wie es dieses Jahr die Stuttgarter machen.

    Interessanter finde ich die Frage, wieso sich alle drei deutschen CL-Vertreter sich zu Anfang der Saison eine mehr oder minder große Krise genommen haben und anscheinend erst jetzt langsam darüber weg kommen. Die schlechten Ergebnisse waren ja nicht auf die CL beschränkt. Ich meine, einer kann ja passieren, aber alle drei?

    Oder allgemeiner, wie kommt es zu dieser mangelden Konstanz der deutschen Manschaften?

    Das ist IMHO die entscheidende Frage. Die Hysterie, wenn mal zufällig alle Spiele in einer Woche vergeigt werden, lenkt da nur ab. Da sind ja noch ein paar Spiele bis zum Ende der Gruppenphase.

  16. Ich glaube nicht das eine deutsche mannschaft in den naechsten 5 bis 10 Jahren die Championsleague gewinnen kann. Wir sind einfach zurueckgeblieben!!! meilenweit…

  17. Ende