FC Bayern 1.5 – alles gar nicht so gemeint

Meine Güte.

Was ein Sturm der Entrüstung solch‘ eine Meldung doch auslösen kann.

Als „totalen Schrott“ und „echten Schmarrn“ kritisierten Fans in zahlreichen Leserbriefen an Münchner Zeitungen die Überlegungen.

und weiter

„Ich fühle mich als zahlendes Opfer. Wie eine Kuh, die ausgemolken wird und nichts zurückbekommt“, wetterte ein Fan.

Und das alles hängt ab von Besuchen an der Säbener Straße, um wie beim FC Pusemuckel den Spielern flotte Sprüche zuzuwerfen?

Ich versteh‘ ja, dass die Diskussion vielschichtig ist. Aber mal ganz im Ernst: Wenn man eins dem FC Bayern, vor allem im Vergleich mit anderen Vereinen (auch im Ausland) nicht vorwerfen kann, dann, dass derlei Volkstümlichkeit bisher nicht hochgehalten wurde.

Unabhängig davon, dass ich keine räumlichen Möglichkeiten hätte, regelmäßig beim Training vorbeizuschauen, hätte ich drauf überhaupt keinen Bock. Als Negativ-Beispiel führe ich hier immer den Tag der offenen Tür (1996) an, als ich mich mit Tausenden anderen „Fans“ über das Gelände presste.

Sind es denn nur echte und einzig wahre, den modernen Fußball ablehnende Fans, die täglich zum Trainingsplatz pilgern? Sind es nicht vielmehr Fan-Touristen, die per Busladung dort abgeladen werden? Und ansonsten kreischende Teenies, die in den Ferien von ihren Eltern beschäftigt werden müssen? Keine Ahnung. Klärt mich auf.

Sicher. Der Fan ist das Kapital des Vereins (jetzt mal nicht nur im finanziellen Sinne) und das soll auch so bleiben – wie ja der Verein inzwischen bestätigte – aber mir ist das alles immer wieder zu dick aufgetragen.

Was ändert sich denn wirklich, wenn öfter als zuvor, die Spieler des Vereins in Ruhe trainieren können? Wäre das wirklich soo schlimm? Gibt es nicht viel größere Probleme im Verein (Stimmung in der Arena, Aufteilung der Fans in verschiedene Blöcke, Tageskarten-Touristen in der Südkurve, Ticket-Vergabe insgesamt)??

Und unter „in Ruhe trainieren“ verstehe ich nicht ungestört von den Fans sondern vielmehr ausserhalb der Medien, denn die wären dann ja genauso ausgeschlossen – oder habe ich das falsch verstanden?

Es könnte einigen Spielern nämlich durchaus nicht schaden, wenn die mal an ihren technischen Schwächen arbeiten würden, ohne, dass es jeder gleich mitbekommt. Oder wie wäre es mal mit dem Einstudieren von, auch für den Gegner überraschenden Standard-Situationen?

Wo genau liegt also das Problem?

Mal wieder befürchte ich, dass es um etwas Prinzipielles geht. Ultra- und Nostalgiker-Fans gegen Vereinsführung. Ist doch so, oder?

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0 Gedanken zu „FC Bayern 1.5 – alles gar nicht so gemeint

  1. So, dann mal die Meinung eines Trainingsbesuchers.

    Vergangenen Herbst hab ich ja hier schon mal nen Link zu Bildern vom Training hier rein gestellt. Also ich fand es schon eine schöne Sache, mal beim Training zuschauen zu können und sich selbst mal eine Meinung davon bilden zu können.
    Warum die Medien da jetzt so extrem aufheulen mag auch daran liegen, dass noch nicht mal raus ist, wie weit dieser Ausschluss der Öffentlichkeit denn eigentlich gehen soll oder sollte. Ich finde es absolut legitim die Mehrheit der Einheiten im Stillen zu vollziehen. Die Gründe dafür beschreibst du ja oben schon.
    Zu einer kompletten Abschottung wird es auch unter Klinsmann mit Sicherheit nicht kommen. Ich weiß nicht mehr genau wo es war, aber auf jeden Fall habe ich gelesen, dass ja auch der Rekordumsatz zu einem Teil von diesem Halo-Effekt abhängt. Also Leute kommen und schauen sich das Trainng an und anschlißend wird im „Insider“ ein Bierchen getrunken und vielleicht noch der Junior mit Merchandising Artikeln eingedeckt. Im Grunde ist das ja eine Win-Win Situation. Die Fans haben einen relativ volksnahen Verein und der Verein zufriedene zahlende Fans.
    Es muss einfach nur in einem geregelten Rahmen ablaufen, dann wird’s da auch in Zukunft keinen großen Diskussionsbedarf geben.

  2. Wahrscheinlich liegt, wie immer im Leben, die Wahrheit in der Mitte.

    Und ob tatsächlich so ein Aufschrei durch die Fanschaft der Bayern geht, bleibt noch zu beweisen.

    Ich vermute inzwischen etwas ganz anderes: Das Boulevard, speziell Springer, versucht Klinsi schon mal vorab sturmreif zu schießen.

    Ist ja bekannt, dass zwischen beiden keine Liebesbeziehung besteht und die Schlagzeile mit der Aussperrung stammt schließlich aus dieser Ecke…

    Offenbar wird hier bewusst Zwietracht in die Bayern-„Familie“ gesät. Dumm, wenn wir alle darauf einsteigen!

  3. Diese „Diskussion“ bzw. die hohe Aufmerksamkeit in den Medien zu dieser Geschichte haben sicherlich keine wahren Bayern-Fans aufgebracht. Es ist doch immer die gleiche alte unsägliche Leier: Der böse FCB, der seine Fans schröpft und ansonsten in aller Arroganz dem armen, kleinen Fan nichts zugesteht. Und genau um dieses unausrottbare Klischee regelmäßig zu füttern, steht der Mist in jeder (wirklich jeder!) Zeitung.

    Reichen nicht zwei „Tage der offenen Türen“ oder hin und wieder mal ein Training in der Öffentlichkeit? Als Fan dieses Klubs ist es mir allemal lieber, die Jungs können ungestört und konzentriert arbeiten und liefern dann auch erfolgreiche Arbeit ab. Rein kommerziell würde sich der FCB (wenn auch minimal) ins eigene Knie schießen, würde man die Öffentlichkeit ausschließen. Weniger verkaufte Merchandising-Artikel und keinen Umsatz im Vereinsrestaurant. Oh – siehe da – der Verein will anscheinend seine Fans nicht bis auf’s Blut aussaugen. Aber eine solche Betrachtungsweise passt den Bayern-feindlichen Journalisten nicht ins Konzept – dann lieber von den „arroganten“ Bayern berichten, mit solch‘ propagandistischen Schlagzeilen wie „Bayern sperren eigene Fans aus“.

    Rummenigge hat doch recht wenn er sagt, dass alle Weltklubs in Ruhe und unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren. Wir haben an der Säbener mehr Zuschauer als manch Zweitligist bei Spielen: Wie soll man denn dabei ungestört arbeiten können?
    Letztendlich sind es – genau wie Du sagst – in der Masse Fussball-Touristen, Teens, und gelangweilte alte Herren, die hier die Pilgerströme bilden. Das braucht niemand. Wenn’s nach mir ginge: Türen zu!

  4. dorten war ich noch nie, leider. muss doch irgendwie lustig sein und vor allem informativ für einen, wie denn so eine startruppe trainiert. ist dazu eine günstige alternative zu dem seit jahren (wie schon öfters gesagt) komischerweise dauerhaft ausverkauften stadion äh arena. es entzehrt sich dann auch ein wenig.

    der ex-freund meiner mutter warmal mit seinen kindern dorten, ferien versteht sich. soll sehr schön gewesen sein.

    man möchte als fan auch mal den jungs ein wenig näher sein als nur im stadion. so ein verein hat nunmal viele fans und wenn man wie früher halt einfach bei den autos warten könnte, so versucht mans heut halt beim training.

    klar ein wenig ruhe täte manchen auch gut. von mir aus gerne ein paar wichtige geheime einheiten hinter einem hohen zaun, aber um einfach ein wenig die fannähe zu behalten ein paar öffentliche. also wie paule schon gesagt: 1.5

    ps: den insider oder wie das restaurant heißt, was ich vorher nicht kannte, wird geschlossen damit die fußballer nimmer heim müssen zum essen sondern um die gemeinsamkeit zu fördern.
    wie ichs im bayernmagazin immer schön les z.b. vor kurzem ein-tages-ablauf-mit-ribery. sind zwar irgendwie auch 8std-tag, aber dazwischen mal 3std heim und familie essen und kicker spielen ist in meinen augen luxus pur!

  5. In diesem Fall finde ich vor allem den „Kommerz-Pur“-Verwurf, ähm, seltsam. Wenn es darum ginge, dann würden die Bayern doch Eintritt beim Training nehmen. Und nicht, wie Zechbauer schon schrieb, den Fans weniger Gelegenheit zum Einkaufen oder Essen gehen geben.

  6. @hilti

    Ich schätze, es läuft eher nach dem Prinzip „Eine Hand wäscht die andere“. Und da werden eben die Unterstützung der eigenen Mannschaft und als Entschädigung der Einblick in das Trainingsgeschehen gegeneinander aufgerechnet, und nicht etwaige Gaststätten, die den Fans angeboten werden.

    Kommerz kann man dem FCB dabei nicht vorwerfen, aber ihm auf populistische Weise Undankbarkeit gegenüber den Fans zu unterstellen ist ja ein „all time favorite“.

  7. Ende