Das Medium ändert sich – der Ansatz nicht.

Über die Jahre bekommt man so etwas häufiger mit. Den Abschied. Eines Bloggers.

Mal steht einem die Person näher, mal kannte man das Blog gar nicht. Bis man von dessen Abschied hörte.

In meinem Urlaub erfuhr ich über die Spox-Blogschau von zwei Abschieden. Also eigentlich nur von einem und über dessen Abschied von einem anderen. Weil der erste seine Beweggründe vom zweiten ableitete.

Die erste BloggerIn kannte ich. Seit ein paar Wochen. Zumindest ihre Stimme. Vom Fehlpass-Podcast. Den zweiten Blogger nur vom Hören sagen.

Jetzt gibt es natürlich immer sehr persönliche Gründe für das Bloggen. Und das Aufhören.

Warum @jeky (mit dem Bloggen) aufhört, wurde mir nicht ganz klar, also kann ich nur die Gründe von MauriciusQ beleuchten.

Für mich sind die durchaus einleuchtend. Aus der Sicht von MauriciusQ.

Da ich aber in den letzten Jahren bei Abschieden zunehmend derlei Begründungen gelesen habe, habe ich mich nun spontan erneut gefragt: Warum macht man sich auch diesen Stress? Weil man nur Bloggen kann, wenn es dem eigenen, vielleicht manchmal überhöhten Ansprüchen genügt?

Hohe Ansprüche hatte z.B. auch Herr Wieland (einer von denen, die mir näher stehen). Und entschied für sich, mit dem Bloggen aufzuhören.

Zum Glück vieler Leser fand er aber in Nachgang für sich eine Lösung und bloggte weiter. Warum? Weil nicht das Bloggen das Problem war.

Womit wir beim Thema und bei mir sind.

Beruflich wie privat halte ich mich seit über 15 Jahren in diesem Internet auf. Natürlich blogge ich noch nicht so lange und schon gar nicht als Breitnigge. Aber das ist nicht der Punkt.

Bloggen ist hier nur ein Medium. Die Art der Kommunikation und Verarbeitung meines Fans-Seins, die Weise, wie ich meinen Verein digital begleite ist das Entscheidende.

Es fing alles mit E-Mails an, die wir uns in den 90ern hin- und her schickten. Mit den neuesten Links über unseren Verein. Später ging ich dazu über, chronologisch abwärts sortierte Teaser auf meinen Statistik-Webseiten anzeigen zu lassen (Blog-Logik, oder?), die obige Meldungen launisch kommentierten.

Weil das irgendann nicht mehr reichte, Später [1] wechselte ich zu einem dieser – wie Pilze aus dem Boden schießenden – Bloghoster und machte dort einfach nur weiter wie bisher. Ganz am Ende der Entwicklung wollte ich mehr Freiheiten und hostete vor fast 5 Jahren mit Breitnigge schließlich mein eigenes Blog Bis ich schließlich mein eigenes Blog hostete und Breitnigge vor fast 5 Jahren seinen Anfang nahm [1].

Worauf ich damit hinaus will: Ich kommuniziere, weil ich was zu sagen habe. Wenn nicht, lasse ich es. Und ich mach‘ das auch als ich. ‚Kreiere keine Kunstfigur.

Folge: Ich habe keinen Stress.

Denn mit derlei Stress hätte ich ebenfalls schon längst aufgehört.

Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass ich ja ohnehin nur so ein Sesselfurzer bin, der nie ins Stadion geht und deshalb nicht die Probleme mit der Community hat, die einen ständig auf sein Alter Ego anspricht und die eigene Person völlig verdrängt.

Stimmt weder noch.

Fragt mal bei all den Stadion-, Logen-, Sportsbar- und #tpcgn-Besuchern nach, die mich persönlich kennengelernt haben in den letzten Jahren.

Ich diskutiere immer noch wie vor 15 Jahren. Und das wird auch immer so bleiben. Irgendwann wird vielleicht dieses Blog hier sterben (weil einfach keine Zeit mehr ist), aber ich werde ein anderes Medium finden, denn meine Meinung über meinen Verein und den ganzen Rest werde ich mein Leben lang kundtun (müssen). Sorry all denen, die was anderes erwartet hatten… 😉

Das Medium ändert sich – der Ansatz nicht!

[1] Man sollte Texte nicht zu schnell schreiben, so gefällt es mir besser.

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11 Gedanken zu „Das Medium ändert sich – der Ansatz nicht.

  1. Ganz mein Reden, den Stress macht man sich selber. Ich haue raus, wenn ich Bock drauf habe und was mir ehrlich durch den Kopf geht. Fesseln, wie tägliche Beiträge, Spieltagsberichte oder Alter Ego-Posts müssen einen zwangsläufig runterziehen. Man sollte viel entspannter an die Geschichte gehen und sich damit den Druck nehmen. So wie es Jens von catenaccio machen wird, der keine (regelmäßigen) Spielberichte mehr schreiben will/muss/möchte.

    So verhindert man den „Blog-Burnout“, denke ich.

    Weitermachen und Spaß haben! 🙂

  2. Eine sehr gute Einstellung hast Du diesbezüglich!
    Den größten Stress macht man sich meistens selbst bzw. geht auf Stresssituationen der anderen zu sehr ein.

  3. Holla, jetzt habe ich mich bei der Einleitung und dem Wort „Abschied“ aber einen kurzen Moment erschrocken…

    Schön, dass die Info nicht die war, die ich spontan befürchtete! 🙂

    Ich denke, mit der von Dir beschriebenen Einstellung läßt sich das zeitlich recht gut managen (zumal auch aus Reihen der Leserschaft diesbezüglich keine weiteren Forderungenn).

    Und noch weniger Sorgen habe ich, dass Dir irgendwann einmal der Stoff ausgehen könnte!
    Das sollte beim FC Bayern nun wirklich nicht passieren… 😉

  4. St. Pauli Blogger zu sein, ist eh zum Scheitern verurteilt. Man schreibt sich die eigene heile Welt von den Fingern und wird dann vom heuchlerischsten Club Deutschlands permanent enttäuscht.

    Ansonsten, jeder wie er es möchte. Die einen kommen, die anderen gehen, manche bleiben. Nicht jedem sind diese sozialen Medien so derart wichtig, dass sie immer präsent bleiben wollen.

  5. @Simply Red: Keine Sorge. Mich gibt es sicher noch eine lange Zeit… 😉

    @Pekka: Also prinzipiell würde ich das abstreiten, aber was man so hört bzgl. der neuen Pauli AGBs ist schon starker Tobak, ja.

    @Tinneff: Danke. Lob „von außen“ ist mir ja, wie man weiß, immer besonders wichtig… 😉

  6. @paule
    Du hast es ja eh einfach, also von wegen Streß. Stell einfach einen Beitrag rein, wann immer es Dir paßt. Die Kommentierer beschäftigen sich hier zur Not auch von alleine. 😉

  7. @Pekka Solche Statements sind wirklich eine Versuchung, doch weiterzumachen. Tut mir leid, dass ich Ihnen die Plattform für Missbilligung so rüde entzogen habe 😉

    @breitnigge Wenn man das mit dem Bloggen rund um diesen Verein wirklich ernst nimmt, hat das zur Folge, dass es einen quasi „einsaugt“. Man gerät in Bereiche, in die man nicht wollte, empfindet Verpflichtungen, die einen weiter einkreisen, denen man aber nachkommt, wenn man das Ding mit 100% Einsatz wuppen will. Und das wollte ich und das habe ich. Das alles nahm aber so viel Raum ein, dass es zuviel wurde. Und halbe Sachen kann ich nicht. Also hiess es ganz oder gar nicht. Und vieles, was MauriciusQ sagte, konnte ich darüberhinaus noch adaptieren. Und so kam es dann.

    Aber selbst Kommentatoren wie der Herr pekka werden mir fehlen. Da sehen Sie mal…. *seufz*

  8. Moin,

    ich verstehe den Ansatz von DIr durchaus. Es ist ja auch das natürliche Verhalten, dass man einfach dann bloggt, wenn man meint etwas zu sagen zu haben. Mein Ansatz war dagegen exzessiver. Immer wieder jeden Tag zu schreiben, ob man wollte oder nicht. Dabei kam oft Quark raus, manchmal was Großes und ab und sehr oft weder noch. Für mich lag der Reiz gerade drin den inneren Schweinehund zu überwinden, mich zu zwingen und alles zu geben auch wenn ich nicht wollte. Sehr oft waren es gerade die lustlosen Tage, die meiner Meinung nach die besten Blogposts hervorbrachten. Aber jeder ist anders und jeder hat einen anderen Ansatz. Deswegen sind es ja Blogs.

  9. @Jekylla & @MauriciusQ: Zunächst einmal Danke für das direkte Feedback.

    @Jekylla: Sag‘ ich doch, dann sind wir uns ja einig. 😉

    @MauriciusQ: So isses. Jeder Jeck ist anders. Aber ist es nicht geradezu „selbstzerstörerisch“ (als Blogger) zu schreiben, „ob man will oder nicht“? Hui. Dafür meinen ausdrücklichen Respekt.

  10. Ende

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