Weisheiten #209

„Wir haben ja keine Katastrophensaison gespielt. Wir müssen nur aufpassen, dass wir „Mia san mia“ nicht nur überall hinschreiben, sondern es auch auf dem Spielfeld zeigen. Wenn es nach mir geht, halten wir uns mit „Mia san mia“ etwas zurück, bis wir es wieder demonstrieren. „Mia san mia“ heißt nämlich auch, erfolgreich zu sein.“

Uli Hoeneß, demütig.

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8 Gedanken zu „Weisheiten #209

  1. Danke, Uli.

    Vielleicht hat die Niederlage ja doch etwas Gutes bewirkt.

  2. ja, da hat er so sehr den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Schlagworte haben sich selbständig gemacht und unterm Strich musste es darauf hinauslaufen, dass uns das Leben/der Fußball innerhalb eines Spiels zeigen, dass die Wahrheit auf dem Platz liegt und keine Marketing-Phrase, kein mediales Sperrfeuer, keine Kampagne gewinnt letztendlich irgendwas. Man muss dann, wenn es darauf ankommt erfolgreich sein, clever und zielstrebig…..vielleicht wurde hier die mediale Überhöhung zu groß für die Spieler, man kann irgendwann vor lauter millionenfacher Erwartung gar nicht mehr laufen und am Schluss sorgt der Druck dafür, dass man keinen Elfmeter mehr schiessen kann…..

  3. Natürlich habe auch ich mich jedesmal geärgert, wenn nach einer Niederlage dieser Spruch als Motivation für das nächste Match heran gezogen wurde. Allerdings können sich die Bayern(-Fans) leider nicht davon befreien, denn – egal welcher Sender – beginnt ja jeder Beitrag über die Bayern mit „Mir san Mir“ und endet mit „Duselbayern“. Meine persönliche Meinung ist, dass dieser Spruch überhaupt nicht mehr zeitgemäß ist. Der stammt aus einer Zeit wo anders Fußball gespielt wurde, wo Aufstellungen und Spielsysteme lichtjahre von der heutigen Situation entfernt waren, und wo man sich das Recht auf diese Aussage durch jahrelangen internationalen Erfolg erspielt hatte. Anderes Thema: Momentan kann man wieder täglich neue Transfer-Enten im Netz bzw. TV entdecken. Die ARD hat ja schon vor Tagen bei Dzeko Vollzug gemeldet. Bei Martinez scheint nur noch die Frage zu sein, ob wir jetzt 25 oder 40 Mio. im Briefumschlag über den Tisch schieben. Da fällt mir ein: Habe letztens gelesen, dass der FCB sechs Spieler verabschiedet hat. Petersen war aber nicht dabei. Wie ist da der letzte Stand? KP Boateng gefällt auch mir sehr gut auf dem Platz. Von einer Verpflichtung würde ich aber trotzdem absehen, da der Junge noch bei jedem Verein Probleme gemacht hat. Da kann der Schaden größer sein als der Nutzen des Spielers auf dem Platz.

  4. Das „Mia san Mia“ ist doch völlig losgelöst vom Spielsystem. Und Typen haben wir allemal im Kader, die dieses Selbstverständnis, das ich da rauslese, auch verkörpern können:

    -Wenig am Gegner als vielmehr an den eigenen Stärken ausrichten (auch wenn natürlich derzeit der Rivale aus dem Westen uns dazu zwingt, zu überlegen, wie wir ihm am besten beikommen können)

    -gesundes Selbstvertrauen (leider hat das zuletzt im CL-Finale der Gegner spätestens in der Verlängerung deutlich demonstriert, während bei uns nach meiner Wahrnehmung immer mehr Mut geschwunden ist (letztendlich hatten wir ab dem verschossenen Elfer in der Nachspielzeit aber auch nur noch viel zu verlieren, der Druck war einfach zu groß)

    -Individualismus, d.h., es wird niemand anderes kopiert, sondern man versucht, die eigene Idee umzusetzen.

  5. Da hat Uli Hoeneß vollkommen recht. Einerseits. Denn es ist nicht nur das Fehlen von Titeln seit zwei Jahren, was „mia san mia“ abschwächt. Es ist doch seit ein paar Jahren so, dass dieser Spruch vor allem dazu genutzt wurde, es auf alle möglichen Fanartikel zu drucken. Vermarktung ist das Stichwort. Und dieses total gehypte Pushen von „mia san mia“ hat dazu geführt, dass es mehr und mehr zur Phrase verkommt. Schade, denn obwohl ich kein Bayern-Fan bin, wünsche ich mir genau das vom FC Bayern und seinen Fans – nämlich „mia san mia“ mit Leben zu füllen. Und dieses Leben, das ich meine, sollte sich nicht bloß an Titelgewinnen und dem damit verbundenen Absolutismus (und einer oft mitschwingenden Arroganz) festmachen, finde ich. Im ernst: Das hat dieser tolle Verein doch gar nicht nötig.

    Irgendwie wirkt es für mich als Außenstehenden (was den FCB und seine Fans betrifft), der allerdings in München lebt und deshalb täglich eine Menge vom Verein und seinen Unterstützern mitbekommt, nämlich so, dass „mia san mia“ vor ein paar Jahren wiederentdeckt wurde, um es als die bayrische Variante von Barcas „més que un club“ zu vermarkten. Was ja wiederum Ironie pur ist: „mia san mia“ als Kopie.

  6. @LeSchmi:

    sehe das genauso wie Du:

    Das war eine Reaktion aufs Barca-Credo. Eine Marketing-Maßnahme. Ein „sowas wollen wir auch haben“.

    Aber man muss danach handeln, unds nicht einfach aufs Trikot drucken.

    Ansonsten wünsche ich mir, dass UH das ernst meint, was er da sagt. Das bedeutet nämlich auch:
    Titel sind nicht alles.
    Auch ohne einen Titel kanns eine erfolgreiche Saison gewesen sein.

  7. Ende

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