Weisheiten #214

„Bayern München ist immer größer als der einzelne Spieler. Bei einem großen Klub wird es mögliche Härtefälle geben. Da erwarten wir eine Denkweise, dass alles für den Klub gemacht und dies akzeptiert werden muss. In schwierigen Situationen zeigt sich die Klasse […] Die Mannschaft war im letzten Jahr gut. Zu sehr gut ist es nicht so weit. In erster Linie steckt noch Entwicklungspotenzial bei uns, diese letzten Prozente suchen wir bei uns, nicht so sehr außerhalb.“

Matthias Sammer, bayerischer Sport-Vorstand und Aufbruchstimmungswecker

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29 Gedanken zu „Weisheiten #214

  1. Hm was heisst das jetzt? Wir brauchen keine Neuzugänge mehr. Wir müssen unseren vorhandenen Kader jeden Tag ein bisschen besser machen oder was? Kommt mir alles irgendwie bekannt vor.

  2. @Bärliner
    … andererseits würde „wir haben die Bank verstärkt und brauchen Qualität in der ersten Elf, um in allen Wettbewerben bestehen zu können“ seitens so mancher Vereine, die interessante Spieler in ihren Reihen haben, als Blankoscheck verstanden werden.

    Nicht so sehr heisst für mich, nicht überall. Und das muss ja auch nicht das Ziel sein. Uns hat ja in allen Wettbewerben nur „a bissal was“ gefehlt. Punktuelle Verstärkungen brauchen wir, und das sehe ich in dem Statement nicht ausgeschlossen.

    Abgesehen davon hat das mit „(fast) jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser machen“ ganz gut funktioniert. Nur halt nicht unter Klinsmann.

  3. Die Inhalte sind jetzt so neu nicht, nur dass sie diesmal von jemand kommen, der das Rückgrat hat und in der Position ist, auch dementsprchend zu handeln.
    Da wird im Zweifel die „Familie“ egal sein, wenn sich ein Spieler nicht eben daran hält. Da wird es kein Ausweinen bei UH und/oder KHR mehr geben.
    Das ist doch auch genau der Punkt, warum man ihn geholt hat. Die Spieler werden wissen oder merken, dass es ihm ernst ist. Das war es Nerlinger sicher auch, aber der hatte leider ein anderes respektive kein Standing (was ihm selbst – und da wiederhole ich mich – in keiner Weise anzulasten ist, den Fehler haben die gemacht, die noch da sind…).

    Insofern bin ich der Überzeugung, dass diese Aussagen nicht (mehr) nur hohle Phrasen sind, sondern wirklich was dahinter steht. Und wie sehr das mit den eigenen Talenten fruchtet, muss man natürlich abwarten aber da hatten wir ja auch in den letzten Jahren schon gute Erfolge.

    Was mich noch interessiert – das ist jetzt aber vermutlich noch zu früh – wie sich unsere Scouting-Abteilung unter Sammer entwicklet. Das wird sicher interessant zu verfolgen, ob sich da was (erkennbar) verbessert.

  4. @Ribben

    Zum Thema Scouting – Wiedervorlage in einem Jahr.

    Alles andere ist unrealistisch. So schnell kann man das nicht ändern. Sammer ist nicht der liebe Gott.

    Und bevor jetzt unrealistische Erwartungen geweckt werden, die dann nur zu einem gut sind (nämlich Sammers Arbeit zu diskreditieren, bevor er sie überhaupt machen konnte), sollten wir einfach mal die so berühmte wie ungeliebte GEDULD bemühen.

  5. Der Sammer mag’s halt gern pathetisch und salbungsvoll. Die eine oder andere Diva im Verein wird das recht wenig interessieren. Die Realität in Clubs wie Bayern ist heutzutage halt auch, dass da eine Reihe Subunternehmer unterwegs sind, die der Club erst an zweiter Stelle interessiert. Das muss man vorher wissen, wenn man sie holt und da bin ich dann mal gespannt, wie er dann damit umgeht.

    In diesem Zusammenhang: Grandioses und wohltuendes, ausführliches Interview mit Armin Veh heute in der SZ! Es geht um die Überhöhung der Trainer, um das Gehype von Trends und neumodisches Blendertum in der Branche. Er sieht auch die Euphorie um Sammer kritisch. Vollkommen zurecht. Der wird auch keine Revolution bei Bayern auslösen. Er wird seinen Job machen und fertig.

    Mein Lieblingssatz von Veh ist aber der zum auch hier gern genommenen Thema „Führungsspieler“: „Ich kann diesen Schmarrn nicht mehr hören. Das Thema kenne ich seit 20 Jahren, nach verlorenen Spielen heißt es immer: Wir brauchen Drecksäcke! Was soll das überhaupt sein?….“ Welch weiser Mann! 🙂

  6. Ich würde zu Sammer einfach eine alte Fußballweisheit vom Otto aus dem Phrasenschwein zerren: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz.“ Und solange Sammer nur NEBEN dem Platz agiert und nicht wieder die Stiefel schnürt …

    Und jetzt rahme ich mir meine alte Dauerkarte ein und hänge sie neben die anderen 24 …

  7. @alexander44:

    Nur mal so vorab: Ich hab mir eine Karte für den 32. Spieltag in DO bestellt. Das ist nämlich der Tag, wo wir mit nem triumphalen Sieg – im (wie heißt das nochmal?) Signal-Iduna-Park – die Schale wieder abholen. Welche Inschrift soll denn die Schleife des Kranzes tragen, den ich dir bei der Gelegenheit überreiche? Sag Bescheid, ich lass mich da nicht lumpen!

  8. Nun, es ist wohl so, dass man sich ein Feindbild suchen muss!!!

    Ich verstehe jeden Fan des FC Bayern, dass er mit dem BVB nicht klar kommt.

    Allerdings ist es nicht so, dass der BVB von den anderen Fans nicht gemocht wird. Nur vom FCB nicht (Schalke nehme ich jetzt mal aus, da das immer so ist und so sein wird, genau wie beim FCB und den 60ern).

    Die Dortmunder werden von Dir (und anderen FCB Fans) nicht gemocht Paule, weil sie dem FCB etwas wegnehmen (Meisterschaften, Pokalsiege, Rekorde…). Und klar, der FCB wird wieder mal gegen den BVB gewinnen. Vielleicht schon nächste Saison. Na und? Der FCB soll doch ruhig mal wieder gewinnen. Na und? Trotzdem wird er einen Partner haben, an dem er sich reiben kann. Nicht gut? Der FCB wollte doch immer einen nationalen Gegner… Und genau das wird den FCB weiterbringen!

    Der Grund, warum Du Klopp oder die Dortmunder nicht magst? Die Dortmunder nehmen den Bayern etwas weg. Dieses „Überlegene“, dieses „Unantastbare“, dieses „Coole“ und Überlegene. Das ist es, mit sich jeder Bayern Fan schwer tut.

    Genau so sieht es mit Klopp aus. Alle die hier mitlesen und schreiben würden (wenn sie ganz ehrlich sind) sich wünschen, dass Jürgen Klopp Bayern-Trainer wäre. Nicht weil er so „cool“ ist, sondern, weil er so erfolgreich ist, weil er eine Idee hat und weil er es schafft, dass seine Ideen Mannschaften dazu bringnen, schönen und dazu noch erfolgreichen Fußball zu spielen. Und außerdem wirkt er sehr sympathisch und telegen….. Natürlich nicht für Bayern-Fans.

    Und aus Bayernsicht verstehe ich das vollkommen, dass Du Paule den Klopp nicht mehr magst. Er nimmt dem FC Bayern etwas weg. Etwas, was in den letzten 40 Jahren noch nie spürbar war für den FC Bayern. Diese Unangreifbarkeit der Überlegenheit.

    Keine Ahnung wie lange das andauert. Aber Bayern Fans haben Angst oder sind zumindest verunsichert. „Das gab es ja noch nie! Jetzt fange ich mal an die zu hassen oder zumindest so zu verabscheuen wie Kaiserslautern, nein, wie Willi aus Bremen, nein, ……….. Mist, mir fällt nichts Besseres ein. Nö, ich mag die aus Prinzip nicht, weil die gegen meinen eigenen Klub sind!!!!!!“

    Das ist normal. Verständlich. Logisch. Die Medien zitieren Rekorde über Rekorde. Für Rekorde war bisher immer der FCB zuständig. Da gibt es keinen Anderen. Letzte Saison zählt nicht, denn da war der BVB ganz schlecht in der Championsleague und hat sowieso nur Glück gehabt….

    Und jetzt kommt Matthias Sammer…. Der war überall erfolgreich… In Dortmund als Trainer zum Beispiel, mit dieser erkauften Truppe und da wurde er 2002 Meister und, na, warte mal, äh, zumindest da war er cool. Okay, da war er noch bis 2004, danach in Stuttgart…….

    Der Typ hat das Siegergen!!!!!

    Und dann erinnere ich mich, wie mein bester Freund, ein Bayern-Fan, 2002 über Sammer geschimpft hat: „Das ist so ein arroganter Unsympath, der nur Unruhe überall reinbringt. Völlig überheblich.“

    Wollte damit nur sagen, Bayern Fans mögen jetzt Klopp nicht mehr, da er ihrem Klub Böses antut. Und warten wir mal ab, was der „ach so böse Matthias Sammer“ dem FCB zusätzlich antut.

    Es bleibt spannend und der FCB wird Meister.

    Auf geht’s Ihr Roten.

  9. @Markus

    Bleib locker. Dortmund kann Klopp behalten. ICH will ihn nicht.

    Und ich bin schon laaaaange dabei. Als Bayern-Fan! 🙂

  10. @ Jennifer8

    Ich auch…… 😀 😀

    …ich wollte aber korrekt, neutral und ehrlich klingen!!!

    …und Klopp täte uns gut 😉

  11. @Markus
    Nur die FCB-Fans mögen die Dortumunder nicht?
    Allein in meinem Umfeld gibt es gunug anders geartete Fans, denen dieses schwarz-geile Getue der vermeintlichen (Neu-)Erfinder des Fußballs auf den Zeiger geht. Wenn Du dich selbst überzeugen willst: frag mal in Fürth nach. Mit dem grundsympatischen Auftritt dort haben sie sicher jede Menge Fans gewonnen….

  12. Mal kurz was zum Thema Medien und dem aktuellen Medienliebling BVB. Die FAS beschreibt heute einige Transfers innerhalb der Bundesliga. U.a. beschäftigt sie sich mit dem Wechsel des Herrn Reus von einer Borussia zur anderen. 17 Millionen bezahlt der BVB für einen Spieler, welcher in Dortmund geboren wurde, aus der eigenen Jugend stammt und 2006 aussortiert wurde. Für die FAS ist dies allerdings kein Thema. Der FAS geht es einzig darum, wie dieser Transfer angeblich die Bayern ärgert und wie sinnvoll dieser aus Sicht des BVB erscheint.

    So sieht kritische Berichterstattung aus!

  13. @ Flügelstürmer: Man stelle sich vor, wir würden Hummels für 17 Mio. zurückholen. Die Häme wäre uns sicher…

  14. @ Finanzbeamter: und natürlich würden wir dies nur tun, um einen direkten Konkurrenten zu schwächen. So wie damals bei Calle Del`Haye. 😉

  15. @Markus:

    Logisch macht es Spaß, einen Konkurrenten zu haben, an dem man sich reiben kann. Seit Jahrzehnten wechseln sich die Sparringspartner von Bayern im Ring ab. Jedesmal steht eine neue „Great White Hope“ da und wird dann regelmäßig ausgeknockt. Der Nächste, bitte! Mal sehen, wie lange sich Dortmund hält. Kann diesmal durchaus über 15 Runden gehen. Von mir aus…

    Aber bei einer Sache kannst du dir hundertprozentig sicher sein: Der Klopp würde zehnmal lieber zu Bayern gehen, als man ihn hier gerne haben möchte. Dann würde er wieder erzählen, dass er ja schon immer als kleiner Junge in Bayernbettwäsche geschlafen habe. Same procedure, …gähn…. Auch ich fand ihn mal sympathisch und kann sein Wir-sind-ja-so-geil-Gefasel längst nicht mehr ertragen. Der soll sich bitte, bitte, weiter um seine Große-Kopfhörer-Boygroup kümmern!

  16. @Kunstwadl, der da wissen wollte:

    „Welche Inschrift soll denn die Schleife des Kranzes tragen, den ich dir bei der Gelegenheit überreiche? Sag Bescheid, ich lass mich da nicht lumpen!“

    Wie wäre es mit „Hic Rhodos, hic salta!“? Den Kranz überreichst du mir natürlich vorher und danach lädt der Verlierer den Gewinner im Strobels zum Bier ein. Ein „Glückwunsch zu dritten Deutschen Meisterschaft“-Kranz wäre mir natürlich noch lieber … 😉

  17. Ich kann auch bestätigen, dass Klopp und Konsorten längst nicht nur von Bayern-Anhängern nicht gemocht werden. Der kann gerne bleiben, wo er ist.
    Sicherlich ruft der aktuelle Erfolg Neider auf den Plan – insofern sicherlich eine Komponente, weshalb man ihn im Bayern-Umfeld nicht mag. Wesentlich unerträglicher und von daher entscheidend für MEINE Abneigung war der Auftritt in Fürth. Das war das allerletzte, und seitdem ist Klopp für mich nichts weiter als ein (erfolgreicher) stilloser Vollprolet, der sich halt nur so lange als Traumschwiegersohn verkaufen kann, wie es läuft. Wenn die mal eine Phase von 6-7 Spielen mit Pech, Fehlentscheidungen etc. haben, dann bekommen wir alle noch viele Szenen a la Fürth freihaus geliefert. Darauf kann ich beim FCB gerne verzichten!

  18. Ich hoppelte eben mal zu der Jimmy-Wales-Enzyklopedie und da haben die das Zitat unter „Hic Rhodus…“ – egal, eine würdige Inschrift, weil so schön bi-direktional verwendbar.
    …liest sich ungefähr wie „Zeig her, was du kannst“.
    Oder: „lass‘ jucken, baby“.

    In der Bundesliga-Historie gab es immer mal wieder so ein paar, die die bayrische Eiche a weng angeschabt haben. Gladbach in den 70ern, der HSV in den 80ern, die Pottis in den 90ern. Und jetzt schaben sie halt wieder, die Pottis.

    Aber am Ende hat sich Qualität immer durchgesetzt. Also wir.

  19. Kann jedem nur die gerade laufende Cantona-Doku auf Arte empfehlen. Was ich da über Drogba erfahren habe, sein politisches extrem mutiges Engagement für den Frieden in der Elfenbeinküste, ist sehr sehr respektabel. Richtig guter Junge, irgendwie gönne ich ihm den CL-Titel…

  20. platoche schrieb:

    „Aber am Ende hat sich Qualität immer durchgesetzt. Also wir.“

    Am Ende gewannen die Spanier, der FC Chelsea, der BVB … insofern hast du mit dem ERSTEN Satz natürlich Recht. 😉

  21. …haben manche eingefleischten bvb-fans eigentlich nix anderes zu tun als hier jeden fliegenschiss zu kommentieren? ehrlich: bisweilen nervt’s, lieber alexander 44. lass’uns halt auch mal in ruh! wir sind doch auch nicht dauergast auf schwarzgelben seiten…

  22. @Rotweiss:

    Also ich fands jetzt irgendwie drollig.Da wurde doch jetzt Bezug genommen auf 2 Wettbewerbe,mit denen der BVB mal so gar nichts zu tun hatte.
    Der Frust sitzt halt noch tief.

  23. KHR versucht zumindest, den BVB dahin zu drängen, wo ein zweimaliger Meister hingehört: als Favorit!

    In die Rolle haben sie sich nach guten Leistungen hineinmanövriert und irgendwann sollten sie mal dazu stehen.

    Andere interessante Randnotiz aus dem Trainingslager (spox):

    „Als nach dem Training die Nachwuchsspieler das Tor wegtrugen, eilte Robben als einziger Profi herbei, um mitzuhelfen“

    Wird Zeit, dass auch die restlichen NM-Spieler mit einsteigen. Wenn nur dieser unsägliche aber vermutlich notwendige China-Trip nicht schon wieder anstünde…

  24. Was ich von den Unaussprechlichen halte, habe ich neulich schon geschrieben. Irgendwie schwer zu verdauen, dass wir uns mit dieser Petitesse des Weltfussballs auseinandersetzen müssen, das grenzt fast schon an Ehrabschneidung. Wir, der Club aus dem Land, wo immer die Sonne scheint, und der Zwergenaufstand aus der soziokulturell verelendeten Herzkammer der „shrinking cities“ … Es ist ein Jammer.

  25. @kunstwadl:
    Auf sport1.de gibt es auch Mitschnitte aus dem Training, der Mann ist richtig heiß. Und so kommen hoffentlich auch die anderen aus dem Urlaub: nicht den verlorenen Titeln nachtrauernd, sondern unheimlich ehrgeizig auf die neue Saison.

  26. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bin Bayern-Fan seit 1969. Ich bin kein Ultra, aber den (Halb-)Satz „Gegen den modernen Fußball“ verstehe ich gut. Normalerweise rede ich am Stammtisch über Fußball, nicht im Internet, doch seit ein paar Wochen lese ich hier mit. Gefällt mir gut, die Seite, viele sehr interessante Ansichten, kluge Kommentare. Ich muss reden. Die letzte Saison war eine, die mich so intensiv beschäftigt hat wie keine seit 1999. Das ist wahrscheinlich vielen so gegangen. In nuce war sie bereits im Saisonauftakt gegen Gladbach zu lesen: Hochgesteckte Erwartungen, eine glanzvoll auf- und eingestellte Mannschaft, größte Überlegenheit – und eine unbegreifliche Heimniederlage. Ich erinnere mich, wie Schweinsteiger nach diesem Spiel seinen Kopf in den Händen vergrub. Ich hielt das damals für übertrieben. Er sollte recht behalten. Ich weiß, nicht jeder Bayern-Fan interessiert sich für die Nationalmannschaft. Ich mich schon, wenn so viele Bayern mitspielen. Leider setzte sich das bei der EM fort, was wir vorher schon erlebt hatten. Die Mannschaft blieb hinter den Erwartungen zurück. Und das ist das Thema, das mir eigentlich zu schaffen macht: Erwartungen. Wenn es einen Indikator für die Infantilisierung einer Gesellschaft gibt, dann sind es wohl die öffentlich formulierten Erwartungen. Pizza hat bereits bekannt gegeben, dass er die Mannschaft zum Triple führen wird. Jeder Fanmeilen-Depp faselt schon vom WM-Gewinn in zwei Jahren. „Wir wollen alles, sofort“ war in einer bedenkenträgerischen BRD einmal ein geiler Slogan, heute erinnert es mich einfach nur an Kleinkindergeschrei. Wie geil ist Fussball, wenn man nichts erwartet und unverhofft etwas erkämpft. Warum gleichen Gespräche mit anderen Fans mittlerweile Management-Selbstoptimierungs-Meetings in denen besprochen wird, wie man Etappen-Targets erreicht. (Als bei der EM in einer Spielunterbrechung mal wieder hübsche Fan-Mausis eingeblendet wurden sagte plötzlich einer am Tisch: „Wia ma no Grattler waren, war’s scheena“). Das Weiterkommen in Madrid letzte Saison war einer der größten Erfolge des FC Bayern jemals. Klar, kein Titel, aber,Entschuldigung, was für ein Triumph! (Den spanischen Meister im eigenen Stadion besiegt, im CL-Halbfinale. Und wie! Hallo?) Geht es im Fussball wirklich nur um Titel, wie die sog. Experten sagen? Ich weiß, das klingt gefährlich nach Dabeisein-ist-alles, und das meine ich nicht. Aber der Spaß beim Fussball liegt woanders. Zur Zeit tue ich mich, wegen der beschriebenen Situation ein bisschen schwerer damit als sonst. Kann das jemand verstehen?

    Danke fürs Lesen!

  27. @Rumpelfuß
    herzlich willkommen (wenn ich das mal so schreiben darf)!

    Interessante Dinge, die Du da ansprichst bei denen es sich lohnt drüber nachzudenken.

    Ich bin zB jemand, der das Ganze nicht nur an Titeln festmacht. Wie geil war bitte diese CL-Saison? Nur weil sie eben ab der letzten regulären Minute eher eine unschöne Wendung nahm, stelle ich nicht alles in Frage. Nur weil wir am Ende nicht den Pokal bejubeln dürfen geht für mich die Welt nicht unter (für mich ist es ohnehin eine äußerst interessante Fragestellung, was einem als Fan mehr Wert ist bzw. Freude bereitet: 9 Monate lang super Abende mit tollen Spielen und Erlebnissen oder einfach nur die Freude über einen Titel (von dem ich als Fan – übertrieben gesagt – ja gar nix habe)). Klingt vlt. blöd, schwirrt mir aber in der Tat schon ne Zeit im Kopf rum. Ist der grenzenlose Jubel in Minute 83 nix mehr wert weil kein Weiterer folgte? Wie hätte ich mich noch mehr freuen können?
    Ich weiß, etwas viel Psychologie noch dazu um die Uhrzeit. Später gerne mehr, auch zu den anderen Aspekten. Jetzt erstmal einen Kaffee. 😉

  28. @Rumpelfuß

    Lass das mal nicht den Sammer lesen… 🙂

    Und im übrigen bin ich bei Sammer.

    Der Zweite IST der erste Verlierer. Wenn man diese Einstellung nicht hat, wird man im modernen Profi (!) – Fussball einfach nichts mehr erreichen.

    Sammer hat recht – das müssen die Herrschaften ganz schnell wieder verinnerlichen.

    Ansonsten können wir bald wirklich ’ne Zweigstelle von Vizekusen bei uns aufmachen…

  29. @jennifer 8 / rumpelfuß,

    stimmt schon das der Zweite der erste Verlierer ist. Aber mal im Ernst. Damit es zu den 3 Vizetiteln in einer Saison kommen konnte bedurfte es rückblickend doch einiger besonderer Umstände damit die Dinge so passieren wie sie passiert sind.
    Das war unabhängig vom Ausgang eine bärenstarke Saison. Es wird so schnell aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wieder vorkommen, dass mein Ballspielverein eine so hohe Punkteausbeute national einfahren wird.

    Der olympische Gedanke alleine macht halt nicht glücklich.
    Klar ist es schön (wieder) mitspielen zu dürfen. Aber wenn ich mir dann die Spanne zwischen Aufwand und Ertrag international im Vergleich zum FCB anschaue kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Das 1:0 für Italien geht nicht alleine auf Hummels Kappe aber er kann doch auch mal der sein der in einer Fehlerkette das starke Glied ist und den Fehler wettmacht. Genau solche Dinger in allen Mannschaftsteilen machen es international schwierig … Ach Quatsch! … wohl eher unmöglich zu bestehen.

    Sammer hat da schon recht. In Schönheit sterben ist oft undankbar und frustriert auf Dauer auch noch.
    Für mich als Fan ist es im Saisonverlauf trotzdem … wie sage ichdas jetzt … emotionaler, aufwühlender? Es nimmt einen mehr mit, wenn dein Verein einen deine Erwartungen übertrifft und dabei auch noch richtig gut aussieht.
    Wenn dann zusätzlich die Ergebnisse noch stimmen läufst Du wochenlang beschwingt und federnden Schrittes mit einem leicht debilen Grinsen durch die Gegend.

    Das schlägt dann leider negativ genauso heftig zu Buche.

    Der FCB wird niemals ´ne Zweigstelle von den Pillendrehern werden können, was die Titelambitionen oder die (Ich nennen es mal …) Aura angeht. Da rennen auf dem Platz und Drumherum zu gute Leute rum.
    (Außer vielleicht Ihr holt Tante Käthe als Mental-Coach?)

  30. Ende

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