Der Fall Maik Franz?

Eigentlich wollte ich das Thema auf sich beruhen lassen. Einmal mehr.

Dann las ich, was Herr Franz seinem Gegenspieler gesagt haben soll.

„Franz hat meine Eltern beleidigt, mich einen dreckigen Neger und nach Schlusspfiff noch Hurensohn genannt.“

So sein letzter Gegenspieler Bance im Interview. Wenn man sowas hört, fallen einem dann doch all die anderen Dinge ein, die Herr Franz sich in den letzten Jahren so geleistet hat.

Frankfurt Fans (und zuvor KSC’ler) werden dies naturgemäß anders sehen, seine eigenen Spieler nimmt man immer zunächst einmal in Schutz.

Aber gibt es wirklich eine Verschwörung in der Bundesliga? Von Spielern wie Bance, Mario Gomez und allen anderen, die sich nach Spielen gegen Franz zu Wort melden?

„Maik Franz muss sich nicht wundern, dass sein Ruf so schlecht ist, ich habe jetzt gesehen, warum sich zehn Spieler unserer Mannschaft über ihn beschweren.“

Und nur weil die Lippenleser des Boulevard versagten und auch sonst keine Zeugen aufzutreiben waren, die mitbekommen haben, was Franz „aus einigen Zentimetern in Ohr geschrien hat“, steht er jetzt als Verfahren-Eingestellter erneut als Saubermann da und Bonce ist der Böse mit dem Stinkefinger.

Sauber. Und solange das so funktioniert, wird er weiter pöbeln und provozieren bis die Schwarte kracht!

Ein Gomez hat mit ihm ja schon zu Stuttgarter Zeiten seine Erfahrungen gemacht, unser Thomas Müller zum Auftakt der Frankfurt-Woche. Auch wenn sich hier Franz durch Müllers „Schwalben“ provoziert fühlte. Durchgebrannte Sicherungen sind nun einmal durchgebrannt (Zum Glück folgt die „Strafe“ für Franz wenige Tage später…).

Erinnern wir uns nicht alle noch an seinen „Auftritt“ rund um das KSC-Heimspiel gegen Schalke in der Vorsaison?

Eben. [1]

Aber wir leben nun einmal in einem Rechtsstaat und solange man ihm nichts nachweisen kann, bleibt alles impliziert, sind das alles nur Indizien. Irgendwann macht er aber mal einen Fehler. Und dann sind die Lippenleser zur Stelle.

Herr Materazzi, übernehmen Sie.

P.S. Und bevor jetzt jemand mir als Bayern-Fan im Gegenzug van Bommel und Effenberg vorwirft, darf ich die Frage in den Raum werfen, ob wir derlei Berichte, Anschuldigungen und Verfahren auch von diesen beiden Spielern mitbekommen haben? Abgesehen von einer eventuell ähnlich harten, aber zumeist nicht pöbelhaften Spielweise. Bei Herrn Franz scheint eben dies zur Grundausstattung zu gehören…

[1] Nettes Zitat übrigens von Herrn Amanatidis zum Thema. Zum dumm, dass es nicht aus der gemeinsamen Zeit in Frankfurt stammt. Ansonsten wäre das noch interessanter… 😉

Klick zum Ende der Kommentarliste

0 Gedanken zu „Der Fall Maik Franz?

  1. Na ja. Franz ist sicher kein Kind von Traurigkeit.
    Aber so ca . 3 Tage nach dem Spiel gab es schon das grosse Versöhnungsfoto mit Bance und Franz. Ich würde mit niemandem für ein Foto posieren, der meine Mutter eine Hure und mich einen dreckigen Nigger genannt hätte.
    Franz mag ein Arschloch sein, aber ob er jetzt auch gleich ein mieser Rassist ist?

  2. Mal ganz unabhängig davon, ob Franz Bance jetzt rassistisch beschimpft hat oder anderweitig beleidigt. Warum wird eigentlich toleriert, daß Spieler ihren Gegenspieler ständig beleidigen um sie zu provozieren? Franz hat das sogar beim Verfahren gegen Bance noch zugegeben und dennoch wird er dafür nicht bestraft? Und wenn man seinem Gegenspieler ins Ohr schreit, wie hier ja wohl geschehen ( habs selber nicht gesehen), muß das der Schiedsrichter doch auch unterbinden.

    Oder ist sowas etwa kein unsportliches Verhalten? Für mich hat dieser Fall auch einen komischen Nachgeschmack, selbst wenn Franz sich nicht rassistisch geäußert hat.

  3. @srOlli
    Hast Du schonmal selbst gespielt? Auf dem Spielfeld gibts – speziell im Amateurbereich – manchmal mehr Beleidigungen unter den Spielern als angekommene Pässe. Insgesamt.
    Und nach dem Schlusspfiff trinkt man miteinander ein Bierchen, sofern es keiner mit den Beleidigungen übertrieben hat bzw. eine daraus resultierende Rudelbildung einer kurzfristigen Versöhnung den Riegel vorschiebt.

    Franz verhält sich auf dem Spielfeld grundsätzlich gerne wie ein Amateur, was nicht grundsätzlich abwertend gemeint ist – denn ich meine nicht die Qualität, sondern die Spielweise. Und DEN Job macht er gut, denn man merkt bei den Stürmern oft, dass sie mit dieser Spielweise nicht klarkommen… weil sie damit schon lange nichts mehr zu tun hatten. Stichwort Griechenland, Libero, EM. Da hat man das halt als Spielzerstörung abgestempelt – auch nicht schmeichelhaft.

    Im Zweifel für den Angeklagten… aber wird er mal wirklich mit einer rassistischen Bemerkung erwischt, wäre ich trotzdem dafür, ihn wie einen „Vorbestraften“ zu behandeln.

    Bance und Franz auf einem Foto muss nix heissen – vom Bierchen nach dem Spiel bis zur gezielten Deeskalation zwischen benachbarten Fans halte ich alles für möglich

  4. Ich bin auch eher Pro Franz. Was auf dem Platz passiert, bleibt auf dem Platz. Ein guter Spieler zahlt es dem Trash-Talker entweder körperlich oder durch Tore heim.

    🙂

  5. @Ben: Hellmut Krug hat mal gesagt, man muss als Schiedsrichter auf dem Platz alles sehen, aber darf nichts hören.:-)

  6. hi,

    mich auch mal dazu äußere, also wir alle die mal Fußball gespielt haben ob nur zum Spaß oder vielleicht ein wenig professioneller, wissen doch wohl das in den 90 Minuten auf dem Platz ne Menge gesagt wird, im Hobbybereich geht man dann nach dem Spiel zusammen einen trinken und hat die 90 Minuten vergessen.

    Klar, die Dinge wie deine Mutter oder Schwester ist eine *******, sollte man überall auf dem Platz unterlassen denn dies geht weit unter die Gürtellinie und muss nicht sein.

  7. Ich weiß nicht ob eine Beleidigung wirklich schlimmer ist, nur weil die Vokabeln Mutter oder Schwester drin vorkommen. Diesen Ehrenkodex bei Beleidigungen von Familienangehörigen würde ich doch eigentlich eher in anderen Kulturkreisen sehen. Ich denke eine direkt michbetreffende Beleidigung würde ich in der Regel schlimmer empfinden, als die Beleidigung einer dritten Person, egal wie nahe sie mir steht.

    Vielleicht bin ich da aber auch zu entspannt…

    Abgesehen davon muss aber doch eh jedem klar sein, dass sowas platte Provokationen sind, egal obs gegen einen selber oder gegen die Familie geht.

  8. wie gesagt, ich hab so einen immer vom Platz getreten. Natürlich nicht, ohne vorher den Ball zu spielen 😉

  9. es kommt natürlich auch immer auf die Emnotionen an und ob man sich beherrschen kann.

    Als Torwart ist es mir ja auch nicht durchgehend während eines Spiels so gegangen.

  10. @faulerbeamter. Ja ich habe auch sehr lange selber gespielt und auch so einiges zu hören bekommen. Allerdings wars bei mir nie so schlimm, da ich auch fair recht leicht vom Ball zu trennen war ;-).
    Mir ist bewußt, daß es üblich ist den Gegenspieler aus dem Konzept zu bringen (auch verbal und auch auf niedrigem Niveau), aber ich frage mich halt, wie das in den propagierten Fair Play Gedanken des DFB passt.
    Sicher ist es auf dem Platz für den Schiedsrichter schwer zu ahnden, weil er es fast nie hört, daher mein Beispiel mit dem ins Ohr schreien, das man auch ahnden könnte, wenn man nicht versteht, was da geschrien wurde.

    Ich frage mich halt, warum Trikotzupfen oder taktisches Foul bestraft wird, ich aber meinen Gegenspieler beleidigen darf, so lange es nicht rassistisch ist.

  11. Was ich wirklich erstaunlich finde, wie es Maik F. schafft, Bance ständig anzuschreien, ohne dass ein anderer (oder die TV-Mikros) hören konnten, was er da schreit.
    Und er hat Bance wirklich nach jedem Zweikampf angeschrien, zumindest in der Zeit als ich das Spiel geschaut habe (ca. 50% der Spielzeit).

    Gomez hatte schon Recht.

  12. Wenn ich mir ansehe, wie Bancé in Lehmann reingeht am letzten spieltag, so ist dieser Herr doch sicher auch kein Kind von Traurigkeit. Ebenso habe ich gelesen, dass er kaum ein Wort Deutsch kann und ob MF ihn auf Französisch beschimpft hat?

    Man weiß es nicht…

    Letztlich ist MF auf dem Platz ein Assi. Keine Frage, aber das waren/sind die Herren Salihamidzic, Gattuso und so auch, wenn auch vielleicht nicht in dieser verbalen Form. Unser Trainer hat früher gesagt, wir sollen dem Gegenspieler sagen, wir hätten keine Unterhose an – hat auch was genützt 😉

  13. Brazzo war aber in keinster Weise so wie die Besagten………er war ein Figther mit Emotion aber nicht so wie die

  14. Pingback: Verschwörerische hessische Vorbereitung - Breitnigge.de - Ärmel hoch. Stutzen runter.

  15. Ende