Kein Derby, keine Mühe, keine Sorgen – die Bayern in Augsburg

Es geht dahin.

Dies ist der erste Bericht in dieser Saison, wo ich im Vorfeld weder eine Überschrift im Kopf, noch beim Schreiben die Details für den Beitrag im Hinterkopf hatte.

Nur gut, dass unsere Spieler einfach immer nur weiter machen und von Sieg zu Sieg eilen. Denn langweilig wird mir bei Bayern-Siegen nie, allenfalls werde ich irgendwann blogmüde. So wie zur Zeit der Fall ist. Ihr kennt da meine Gefühlswelt (die natürlicht nicht aus der Siegesserie resultiert sondern aus meinen Umständen). Die Winterpause soll da als Platzhalten dienen. Für ein Luftholen, ein Auftanken. Hoffen wir das Beste.

Das Beste liefert ohnehin der FC Bayern auf dem Rasen. Ein Rekord jagt den nächsten. Tatsächlich war es schon das letzte Auswärtsspiel dieser Hinrunde und wir haben allen Ernstes nur ein(!) Gegentor kassiert und nur ein(!) Spiel nicht gewonnen? Unfassbar. Und da machen wir Bayern-Fans uns immer noch einen Kopf um irgendwelche „Probleme“? Haben wir schon vergessen, was hinter uns liegt? Was wir allein in der letzten Saison „gelitten“ haben?

Ab und an sollten sogar wir Roten mal eine Auszeit nehmen, uns zurücklehnen und diesen Anblick genießen. Diesen Anblick der bisherigen Saison. Wie gesagt: Winterpause.

Es war – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – kein wirklich berauschendes Spiel. Aber erstens muss und kann es das ja nicht in jedem Spiel geben und zweitens hatten wir mit solchen „Halbe-Kraft“-Spielen gegen defensive Gegner in den letzten Jahren genug Punktverluste zu beklagen. Wir schlagen den BVB mit seinen eigenen Waffen. So habe ich mir dies vor der Saison erträumt. Läuft.

Sicher, die Formkurve entwickelt sich bei vielen Bayern-Akteuren aktuell in unterschiedliche Richtungen, aber zum Glück gab es bei den meisten Spielern regelrechte Kurven und nicht nur lineare Verläufe (im schlimmsten Fall immer nur abwärts). Der diesjährige Glücksfall: Wir konnten Alternativen aufbieten. Der entscheidende Vorteil auf dem Weg zum Titel? Könnte sein. Und diese Chance sollten wir nutzen. Nicht, dass die schwarz-gelbe Borussia in der nächsten Saison auch noch lernt mit der Dreifachbelastung umzugehen. Titel abholen, wenn sich die Chancen dazu bieten. Und tatsächlich glaube ich, dass den Dortmundern heuer nicht noch einmal so eine Aufholjagd wie in der letzten Saison gelingt.

Was gibt es zum Spiel in Augsburg zu sagen?

Einerseits war dies kein Derby, liebe Medien und lieber FC Bayern (Twitter & Web)!

Anderseits war Augsburg zwar der erwartet unbequeme Gegner (sic!), der aber insgesamt trotzdem zu Recht dort in der Tabelle steht, wo er steht. Richtig gut war da nur die – phasenweise – Einstellung der Puppenkistenkicker, aber so richtig gefährlich für den FC Bayern? Nein, dafür sind wir wohl schon zu gefestigt, zu sehr auf Effizienz und Sieg gepolt. Ein beruhigender Zustand. Vor allem für Fans für mich.

Gibt es etwas zum Spiel zu diskutieren?

Den Handelfmeter? Nein, der war unstrittig. Allenfalls die Vorteilsauslegung von Schiedsrichter Drees. Aber das sollen Collinas Erben auseinanderpflücken.

Das zwei-zu-null von Joker Gomez? Gerne. Und ich habe auch nix gegen diesen Sportjournalisten-Reflex, dass man immer noch die Sekunden zählt, bis er nach seiner Einwechslung den Ball im Tor versenkt. Wie viel waren es diesmal? 180? In jeder Hinsicht ist dieser Umstand bemerkenswert, allein, weil Gomez früher nie ein Stürmer war, der nach Einwechslungen gut spielte. So kann sich Konkurrenz doch mal positiv auswirken, gelle?!

Über den Rest legen wir den Mantel des Schweigens.

Jetzt noch am Freitag Gladbach schlagen, sich somit – teilweise – für die letzte Saison revanchieren, dann erneut nach Augsburg reisen, um im Pokal eine weitere Runde spielen zu können und dann ist endlich Pause.

Also, Bayern – noch einmal die letzten Kräfte sammeln, kämpfen und siegen.

Auf geht’s, Ihr Roten!

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34 Gedanken zu „Kein Derby, keine Mühe, keine Sorgen – die Bayern in Augsburg

  1. Ob Konkurrenz den Gomez beflügelt? Bin mir nicht sicher. Schließlich hatte er sogar mal Klose und Toni als Nebenbuhler. Da hat sich der Mario bei Einwechlsungen scheinbar keine große Mühe gegeben. Damals hatte ich das Gefühl, dass er erstmal die Startelf als „Vorschuss“ für gute Leistungen wollte.
    Mittlerweile scheint sich seine Einstellung dahingehend gebessert zu haben. In seiner aktuellen (und Vor-Verletzungs-) Form ist er definitiv der beste Stürmer der Liga. Den möchte ich gegen keinen Lewandowski tauschen.

    Mal eine andere Frage:
    Vor 3 Jahren hieß es doch noch, dass wir die Arena in 4-5 Jahren abbezahlt hätten. War das nicht sogar noch vor dem Audi-Deal?
    Am Sonntag meinte Hoeneß, dass die Arena in 4-5 Jahren abbezahlt ist. Was hat sich denn da geändert?

  2. i.S. Arena-Abzahlung:
    vielleicht weil das blaue Gschwerl anteilsmäßig raus ist und nicht wie geplant allzu viel zur Tilgung (sei es durch Einnahmen oder inzwischen Miete) beiträgt?

  3. Nunja, Gomez ist wohl einer der Spieler, die das Vertrauen des Trainers spüren müssen, um ihr Potenzial voll abzurufen. In dieser Hinsicht haben wir doch einen großen Unterschied zur Anfangszeit unter van Gaal. Dieser hatte ihm das Vertrauen ja ausdrücklich verweigert. Bei Don Jupp wird er zwar gerade auch nur eingewechselt, angesichts der öffentlichen Aussage „Gomez braucht sich nach seiner Verletzung nicht hinten anstellen“ weiß der gute Mario aber wohl, dass er nach abgeschlossener Rekonvaleszenz bei Don Jupp Stürmer Nr. 1 ist und bleibt und das offensichtlich zurecht.

  4. @Finanzbeamter
    ich denke, das war nach dem Audi-Deal, weiß es aber nicht mehr genau. Die 59 sind ja eh raus, die dürften dabei keine Rolle mehr spielen. Die zahlen nur noch Miete und (hoffentlich) für das Catering. 😉
    Deren Mietvertrag läuft allerdings noch bis 2025 (?), falls nicht vorher die Blaskapelle anrückt.
    Ich denke ohnehin, dass die Aussage 4-5 Jahre eher ein Daumenwert für die Öffentlichkeit ist bzw. dort ja immer aktuelle Veränderungen mit reinspielen, weshalb es mal schnell +/- 1-2 Jahre sein kann, je nachdem, was man alles in die Rechnung mit einbezogen hat.

    Wann wird eigentlich der neue Hauptsponsor bekanntgegeben?

    Ach ja: Pep! Die Traumlösung schlechthin. Für mich schon ab Sommer 2013. Sprachbarriere wird mE überschätzt. Aber ich befürchte, dass die Verantworlichen wieder JH bequatschen, dass er noch ein Jahr dranhängt. Der soll sich aus meiner Sicht dann lieber endlich mal um seinen Hund kümmern.

  5. @Finanzbeamter
    Diese Aussage von vor 3 Jahren habe ich nicht mitbekommen.
    Ich kann mich nur an die JHV 2010 erinnern. Dort sprach man von 6-10 Jahren, die es noch dauern würde. Das war aber schon nach dem Audi-Deal.
    Da würden die 4-5 Jahre, von denen jetzt die Rede ist, gut passen.

    Ganz ursprünglich (2005?) hieß es mal, dass die Finanzierung auf 18-20 Jahre ausgelegt wäre. Dass man das deutlich unterbietet obwohl man noch einige Zusatzinvestitionen getätigt hat, die Anteile vom ehemaligen Miteigentümer abkaufte und dessen Tilgungsleistung auch noch mit stemmen musste, ist beeindruckend.

  6. Wer zweifelt, dass Gomez die Nr. 1 im Sturm ist, dem ist nicht zu helfen. Die Torquote alleine in den vergangenen Jahren spricht doch für sich. Und eine längere Zeit ohne Torerfolg hatte er auch nicht, wie so viele Stürmer vor ihm. Das Beruhigende ist doch, dass danach gute Alternativen vorhanden sind. Egal, ob Mario II oder ob der Pizza-Express liefert.

    Zum Thema Trainer : Wenn man Guardiola bekommen sollte, dann nix wie her damit. Natürlich hat er von den vorgefundenen Bedingungen bei Barca profitiert. Aber nach x Erfolgen noch mal xx Erfolge dazu zu holen, ist aller Ehren wert und zeichnet ihn aus. Und die Sprachbarriere ist weniger ein Problem, zumal der Vergleich mit Trap hinkt. Das vergleichsweise schlechte Abschneiden in der Liga unter Trapattoni in der ersten Saison war zum großen Teil der damaligen Verletzungsseuche in der Saison 1994/1995 geschuldet. Trotzdem hat man es bis in das Halbfinale der CL geschafft. Und als er zurückkam, hat er nicht gerade besser gesprochen, aber einmal Meister und einmal Pokal sind nun wirklich keine schlechte Ausbeute.

  7. Mario ist und bleibt die Nr. 1. Wer an Ihm zweifelt (wenn auch durch die guten Leistungen von Mario II, nicht ganz unberechtigt), hat irgendwas verpasst. So regelmässig wie der Gomez die Hütten macht ist und bleibt er, meines Erachtens nach, einer der Top 10 Europas, wenn nicht sogar Top 5.

    Pep Guardiola wäre natürlich ein Traum. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Bayern tatsächlich versuchen an Ihn ranzukommen, hoffe aber, dass es dann ne „Klausel“ gibt, dass er ein gewisses Niveau der Deutschen Sprache schon beherrschen muss.
    Allerdings glaube ich auch, wenn Pep tatsächlich Interesse hat, dass er sich da auch schon aus eigenem Antrieb und Ehrgeiz drum kümmern würde. Wenn nicht wäre er auch irgendwie falsch in seinem Job…

  8. bin ebenflls sehr zufrieden damit wies bisher läuft, gomez von anfang an gegen gladbach könnt ich mir gut vorstellen…

    einige bemerkungen noch zum bvb: eigentlich sind mir die nicht ganz so wichtig, auch wenn ich mich über jeden punktverlust schon leicht freue, dennoch find ich deren reaktion rund um die schmelzer szene bemerkenswert, bemerkenswert assozial:
    ich hab das zunächst ebenfalls als hand bewertet, in der superzeitlupe (sic!) sieht man, dass vermutlich erst das knie, dann die hand den ball berühren, unmöglich so richtig zu erkennen meines erachtens, dennoch tun die dortmunder, nicht nur der (be)kloppt(e), so, als wäre ihnen das ganze spiel zerpfiffen worden; es soll mannschaften gegeben haben die einen gegner wie wolfsburg auch mit 10 mann in schach halten können
    die ganze mekerei erfolgt zudem ca. 1 woche nachdem in holland ein schieri totgeprügelt wurde; ich möchte einmal soweit gehen und dem frühlich zustimmen, wenn er, vermeintlich, meint, klopps verhalten ist auch ein schlechtes beispiel für die unteren klassen

    eine fehlentscheideung, eigenes abseitstor + elfmetergeschenk werden nicht erwähnt, und man hat scheinbar das recht den schieri unsäglich zu diffamieren, dortmund wird gar von den medien gefeiert, weil man sich nicht zu mehr hat hinreißen lassen, die spieler wurden gar geschützt (sic!), damit sie nichts über den stark sagen: find ich einfach pervers – der mann hat eine fehlentscheidung getroffen, nciht mal eine besonders gravierende, wie sich kloppo und co. aber aufführen ist unmöglich
    folgendes auf den punkt bringendes zitat dazu in der sz-kommentarspalte:
    „Die Reaktionen der meisten Medien und der Dortmunder Verantwortlichen sind, wenige Tage nach dem Tod des Linienrichters in Holland, beschämend und verantwortungslos.

    Natürlich hat Stark falsch entschieden, nur wissen wir dies nach Superzeitlupen und unzähligen Wiederholungen. So wie Schmelzer zum Ball geht, wollte er auch Hand spielen. Alles spielt sich in dieser Szene in Sekundenbruchteilen ab. In Originalgeschwindigkeit ist es kaum zu erkennen, wohin der Ball geht. Ist es wirklich ein realistischer Anspruch, von einem Menschen zu verlangen, dass er solche Szenen zu 100% richtig entscheidet?

    Ich finde, es gehört Mut dazu als Bundesligaschiedsrichter zu arbeiten. Dieser Mut hat Respekt verdient. Und die Schiedsrichter haben es verdient, dass man ihnen Fehler zugesteht, denn sie sind eben nur Menschen und keine Maschinen.

    Klar ärgert man sich als Dortmunder über diese Entscheidungen. Aber Respekt gegenüber Stark aus Dortmund wäre nach der Tragödie von Holland ein Signal von Größe gewesen. Und ein Signal an alle gewaltbereiten Spinner, dass sich die Bundesligavereine hinter die Schiedsrichter stellen, auch wenn diese einmal einen schwarzen Tag erwischen.“

  9. edit: die moralkeule, das beispiel aus holland, schwinge ich eigentlich nie; ich fande aber dass sich klopp und andere durchaus mal fragen könnten ob der umgang mit den schieris nach fehltentscheidungen, häufig auch jeden vertretbaren entscheidungen die gegen das eigene team getroffen werden, so in ordnung ist…
    ich meine: auf keinen fall
    auch wenn heynckes nicht mein absoluter favorit ist; ich finde sein verhalten da, soweit ichs in erinnerung habe, absolut richtig, zurückhaltung und verständnis (zumindest toleranz gegenüber den schieri-entscheidungen) statt pausenloses draufhauen…

  10. Ich bin sicher, dass Pep, sollte er zu uns wollen bis nächstes Jahr halbwegs passabel deutsch gelernt hat.

  11. Laut Sport 1 hat Boateng Martinez im Training umgegrätscht, so dass der verletzt vom Platz gefahren werden musste. Mann mann, der Jerome macht aber auch alles, damit nix unter’m Baum liegt!

  12. Laut merkur-online ist Boateng auf Schnee aus und dann in Martinez reingerutscht, ich würde ihm da jetzt mal keine Absicht unterstellen…aber umgegrätscht schreibt sich halt besser. Paradebeispiel für unsere überdramatisierenden Medien 🙂
    Schneit hier aber auch grade wie blöd in München…

  13. bei dem wetter kann man ja froh sein dass nur einer verletzt worden ist http*doppelpunkt*//sphotos-e.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash3/16007_575168569166505_960781935_n*punkt*jpg

    mal sehen ob ich so die spamanalyse überlistet habe 😉

  14. Zitat aus Welt.de

    ‚Deshalb gehört es sich auch nicht, dass der BVB in seinem ganzen Frust auch noch die vermeintlichen Fehler des Wolfgang Stark auflistet und auf seiner Homepage veröffentlicht. Der Beitrag ist mittlerweile wieder gelöscht. Die feine Art war es nicht und spricht nicht für einen Klub, der es in der jüngsten Vergangenheit nicht nur mit seinem brillanten Fußball geschafft hatte, die Menschen in Deutschland für sich zu begeistern.‘

    Man siehts mal wieder – fairer kann man nicht spielen.

  15. Mal etwas Selbstironie zum Ausklang des Tages von der Titanic-Site:

    Fragen zum neuen Sicherheitskonzept der DFL:

    „Haben denn diese zwölfminütigen Stimmungsverweigerungen in den Stadien etwas bewirkt?

    Ja, zahlreiche Spieler waren verwirrt, weil sie meinten, sie würden in Leverkusen, Sinsheim oder München spielen – selbst wenn sie etwa ein Heimspiel in Dortmund hatten.“

  16. @jennifer8
    Blitzsauber halt die Truppe. Blitzsauber…

    @Flinsi
    Jo, Selbstironie ist durchaus ok. Wobei die Titanic in letzter Zeit weder mit intelligenter Satire noch mit objektivem Meinungsbild zum FCB geglänzt hat. Insofern: wen kratzt das Blatt?

    Aber davon ab sehe ich es durchaus ähnlich: Was juckt den DFB (oder DFL oder wen auch immer) dieser 12 Minuten Bojkott? Zumal ich den Eindruck nicht los werde, dass das Ganze mal wieder zum Selbstzweck inszeniert wurde. Unter anderem um sich selbst nach dem Countdown zu feiern und für unersetzlich zu halten. Ich sehe die Aktion vom Grundsatz her positiv, bezweifle allerdings, dass die Mehrheit der teilnehmenden überhaupt an irgendeiner Form von Konsens interessiert ist.

    Aber auch das kratzt mich nicht. Es wird so kommen wie es soll. Boykotte hin oder her. Man wird aus den Ereignissen der letzten Wochen und Monate seine Schlüsse ziehen und handeln. Und wenn das mit „diesen“ Fans nicht zu machen ist, dann halt mit „anderen“.

  17. (#140328) Ribben schrieb am 11. Dezember 2012 um 20:03 :

    „@jennifer8
    Blitzsauber halt die Truppe. Blitzsauber…“

    Joh. Wir sind Fußball. Ihr seid Erfolg. Ausnahmsweise mal wieder. 😉

    „@Flinsi
    Jo, Selbstironie ist durchaus ok. Wobei die Titanic in letzter Zeit weder mit intelligenter Satire noch mit objektivem Meinungsbild zum FCB geglänzt hat. Insofern: wen kratzt das Blatt?“

    Titanic? Objektives Meinungsbild? Was erwartest du? Hat der Teufel die 10 Gebote an der Wand hängen? Doch nur, um sie mit Missachtung zu strafen.

  18. @Ribben
    Der Stimmungsboykott hat m.E. schon etwas bewirkt. Vielen Fußballinteressierten war vermutlich vorher gar nicht klar, dass es diesen Protest gibt. Der ein oder andere wird sich danach informiert haben und sich seine eigene Meinung bilden. Allein das wäre doch schon mal was.

    Auch fand ich es beeindruckend, dass man die Aktion auch beim – extremst gehypten – Spiel Bayern-BVB hinbekam.

    Zum Papier selbst ist schwer was zu sagen, selbst wenn man es sich genauer angesehen hat. Es ist alles maximal vage gehalten, außer dass man sich eindeutig für den Erhalt der Stehplätze ausspricht.
    Allerdings will die eigentlich auch keiner abschaffen.

    Ich halte das Papier primär aus zwei Gründen für ablehnungswürdig. Erstens weil es so vage ist. Da kann sich DFB/DFL jetzt hinstellen und sagen, dass alles halb so schlimm wäre und sich eigentlich nichts ändern würde. Zwei Jahre später gibt’s dann massive Verschärfungen und sie verweisen auf das doch bereits vor langer Zeit verabschiedete Papier in dem schon alles drinstand.
    Zweitens, weil der Druck so ein Papier überhaupt anzufertigen und zu verabschieden, ausschließlich von der Politik kommt. Man lässt sich von irgendwelchen Politikern, die keine Ahnung vom Stadionerlebnis haben vor sich hertreiben, weil sonst könnten die ja angeblich Gesetze verabschieden die den Fußball ruinieren.
    Realistisch ist das Szenario zwar nicht, aber darum geht’s gerade nicht.

    Spiegel online hat seit gestern einige (m.E.) gute Artikel zu dem Thema veröffentlicht. Der Stimmungsboykott hat da bestimmt für eine erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt.

  19. @Alexander44: Ganz ehrlich, wenn „Fußball“ sein bedeutet, als Trainer seinen Spieler nach nem Spiel en Friedensnobelpreis anzudichten, dann bin ich lieber weder „Fußball“ noch erfolgreich. Klopp sagte sinngemäß: dem Schmelzer gehört der Friedensnobelpreis, das er die Rote Karte so hingenommen hat.
    Da frage ich mich: Welche andere Reaktion hätte Klopp denn auch noch verstanden? Das der Schmelzer den Schiri verprügelt? Mit nem Schlagbohrer noch auf dem Feld häutet? Oder was?

    Der selbsternannte Fairste Fußball Verein aller Zeiten hat noch gehörigen Nachholbedarf in Sachen Fair Play.

    Wobei ich sowieso glaube, das im Falle eines Heimsieges oder gar eines Unentschiedens eine ganz andere Sprache von schwachgelb zu hören gewesen wäre. Stichwort Mentalitätsmonster usw.

    Bestes Beispiel dafür, wenn auch nicht aktuell: Das Phantom Tor von München- haut der Schwabel den 11er kurz vor Schluss ins Bayern Tor, geht’s unentschieden aus- also wohl kein Club Protest. Mit dem Punkt wäre der Club wohl nicht abgestiegen. Stattdessen: Zeter, Mordio- Wiederholungsspiel, 5 Gegentore für den Club- der steigt am Ende mit der schlechteren Tordifferenz ab- wenn ich mich noch richtig erinnere.

  20. (#140534) vadder schrieb am 12. Dezember 2012 um 12:47 :

    „@Alexander44: Ganz ehrlich, wenn “Fußball” sein bedeutet, als Trainer seinen Spieler nach nem Spiel en Friedensnobelpreis anzudichten, dann bin ich lieber weder “Fußball” noch erfolgreich. Klopp sagte sinngemäß: dem Schmelzer gehört der Friedensnobelpreis, das er die Rote Karte so hingenommen hat.“

    Das ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Merke: Wer viel sagt (und das tut Kloppo), sagt eben auch viel Blödsinn. Liegt in der Natur der Sache.
    Und noch einmal: Der BVB hätte das Spiel gegen Wolfsburg unabhängig von der Roten Karte viel früher für sich entscheiden können. Und es ist auch nicht das erste Mal, dass es bei Roten Karten Fehlentscheidungen gab. Damit muss der BVB einfach leben. Wie jeder andere Verein eben auch. Wir sind hier schließlich nicht am letzten Spieltag – und selbst da sind schon viel dubiosere Entscheidungen getroffen worden. Muss ich an die um die Meisterschaft betrogene Eintracht aus Frankfurt erinnern?

    Viel schlimmer aber finde ich, dass Stark (diese Saison) kein Spiel mehr mit Beteiligung des BVB pfeifen soll/darf. Das halte ich für ein absolutes Unding und No-Go. Seit wann dürfen sich Vereine aussuchen, wer ihre Spiele pfeift? Wenn das Schule macht und jeder sich seinen Wunschschiri aussuchen darf, dann gute Nacht, Bundesliga! Was anderes wäre es, wenn so ein Schiri-Spezi (halb)öffentlich zu verstehen gibt, dass er die Bayern (wahlweise Verein eintragen) hasst. Der muss sich nicht wundern, wenn er Bayern(wahlweise Verein eintragen)-Spiele nicht mehr pfeifen darf – aber so? Stark hat eine Fehlentscheidung getroffen – passiert halt. Mag für den BVB ärgerlich sein, aber da fand ich die generell falsche Beurteilung des WM-Endspiels von Webb deutlich katastrophaler und folgenreicher. Wenn Webb vorzeitig (und berechtigterweise) Rote Karten gezückt hätte, hätten wir wahrscheinlich ein ziemlich gutes Endspiel zu Gesicht bekommen.

  21. Sowas hat der DFB schon früher stillschweigend so gemacht. Ich erinnere mich noch gut an den Schiedsrichter „Strampe“, der nach seinem Kartenfestival beim Bayernspiel in Dortmund kein einziges Bayernspiel mehr gepfiffen hat.

    (Ich war damals im Stadion und bin bis heute der Meinung, dass es sein arrogantes Auftreten und viel zu frühes Kartenzeigen war, was dann die Unruhe und Härte ins Spiel gebracht hat. Aber das ist ein anderes Thema.)

  22. Dass Stark die Borussia nicht mehr pfeift, hat weniger mit Dortmund zu tun als mit dem Umstand, dass die DFL ihren SR schützen will. Zumal jetzt immer noch gar nicht so im Hintergrund mitschwang, dass Stark aus Landshut nahe München kommt.

    So, das Sicherheitskonzept ist durchgewinkt. Da vom ersten Entwurf nicht viel übrig geblieben ist, kann man notfalls damit leben. Jetzt muss aber dringend wieder ein Dialog mit den Fans her. Und die Fans sollten sich endlich mal positionieren, was sie gegen die Pyros, die nun mal verboten sind, zu tun gedenken. Aber ich fürchte, am Wochenende wird es ordentlich Rabatz geben, weil sich alles so hochgeschaukelt hat.

  23. Das befürchte ich auch. Hoffentlich haben die supertollen Fans ein wenig Hirn auf ihren Wunschzettel geschrieben. Da könntest ja momentan meinen (ich weiß das es nicht so ist), in den Fankurven der Republik stehen nur Gehirnamputierte.e

  24. @ wohlfahrt: kannst du deine meinung auch belegen, dass in den kurven „nur gehirnamputierte“ rumstehen? soweit ich das mitbekommen habe – und im eigenen stadion selbst erlebt – wurde da ziemlich diszipliniert, wenn auch laut und erbost ein standpunkt vertreten. dass dir der evtl. nicht passt, macht die so denkenden nicht zu gehirnamputierten.

    schimpfst du mit derselben schärfe gegen die hetzer aus der politik wie herrn friedrich oder polizeivertreter, die uns wider besseres wissen einreden wollen, dass der deutsche fußball an einem heftigen gewaltproblem krankt?

  25. @ rotweiss:

    Du hast aber schon den dazugehörigen ersten Halbsatz (inkl. Klammerzusatz) von wohlfarth gelesen, oder?

  26. Also gehirnamputiert finde ich es, nach einem Brief der eigenen Manschaft (und die geht den Fans ja über alles) gleich im nächsten Auswärtsspiel (in Heimspielen wird in München ja nicht gezündelt) zu Spielbeginn und nach der halbzeit Pyros zu zünden.
    Die Aktion hatte nichts mit Sicheres Stadion oder mit dem DFL Papier zu tun, sondern war…ja was war es denn?? Ach ja, gehirnamputiert.
    Gegen das schweigen oder dem „Block leer halten“ habe ich gar nichts einzuwenden.

    Habe heute gehört, das es sogar einen spieltags boykott geben soll? Fände ich in jedem Fall besser als Gewalt- oder Pyros. Oder beledigende Plakate.
    Die Frage ist nur: Werden dann trotzdem Tickets für die Stadien gekauft? schon alleine um zu verhindern, das andere trotzdem hingehn? Wirkliche Macht hätten wir Kunden ja nur dann, wenn wir die ware liegenlassen. Oder sehe ich das falsch?

    @Alexander44: Da sind wir absolut einer meinung. Auch mal schön! Obwohl ich den DFB/DFL auch verstehn kann, den Schiri zu schützen. Und ich meine mich dunkel auch an Kritik von UH an Schris zu erinnern, wo eine „Sperre“ bei Bayern Spielen für den jeweiligen Schiri gefordert wurde. Also da sind wir auch keien Chor Knaben!

  27. @vadder
    genauso hab ich es gemeint.
    Pyrotechnik ist verboten und aus.
    Ich bin ja mal gespannt in wieviel Stadien dieses Wochenende Pyros brennen. Ich denke in allen 9 der 1.Liga und wahrscheinlich auf jeder Seite.
    Aber ich lass mich eines besseren belehren.

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  31. Ende

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