Paule der Fanversteher – eine Chronik

Wo soll man da anfangen? Bei meinen vielen Beiträgen zum Thema Ultras und FC Bayern? Bei der Zerissenheit der Fans des FC Bayern? Beim Kampf der Jungen („Ultras“) gegen die Alten („Kuttenträger“)? Bei den Problemen des Vereins mit seinen Fans? Und umgekehrt?

Es gibt unzählige Fäden, die man aufnehmen könnte und irgendwann aufnehmen muss.

Ich fang‘ am besten bei mir selbst an.

Meine Einstellung, meine Meinung zu weiten Teilen der aktiven Fanszene war für lange Zeit ein schwieriges Thema. Mit den Ultras hatte ich nichts zu tun, mit dem Club Nr.12 konnte ich nichts anfangen. Ich kannte den C12, klar, aber was waren die Hintergründe, was waren deren Abgrenzung, Positionierung zu kritikwürdigen Teilen unserer Fanszene?

Wahrscheinlich wäre ich auch heute noch so undifferenziert, wenn es nicht diesen Moment gegeben hätte, als es bei mir Klick gemacht hat.

Während des Heimspiels gegen Stuttgart.

Ich fing damals an, mir mehr Gedanken über unsere (aktiven) Fans zu machen. Ich versuchte differenzierter zu denken. Zu akzeptieren, dass es nicht die eine Lösung, den einen Weg geben könnte, geben müsse. Dafür war dieses Erlebnis zu prägend.

Ich hatte zuvor und auch danach einige Mitglieder des C12 zunächst virtuell über Twitter und später in der Realität kennen gelernt. Ich lernte, wie sehr sich der C12 unterscheidet von reinen Fanclubs oder abgrenzt von Ultragruppierungen.

Natürlich sind auch Ultras Mitglied im C12. Ebenso wie 40something-Familienväter und Ex-NRW-Allesfahrer-und-sogar-mal-SK-DK-Inhaber wie ich. Oder Prominente. Oder, oder, oder.

Ich bin ja nun selbst Mitglied des C12 und mir liegt die Vereinssatzung vor. Ich zitiere:

[…]

§2 Zweck

(1) Der Verein versteht sich als unabhängiger Zusammenschluss der aktiven Fans des Fußball-Club Bayern München e.V.

(2) Ziel ist die Vertretung allgemeiner Faninteressen gegenüber Vertretern des Fußball-Clubs Bayern München e.V., den Medien, den Fußballverbänden oder gegenüber anderen fußballspezifischen Organisationen. […]

(3) Wir setzen uns ein für die Erhaltung, bzw. Wiedergewinnung der Fankultur in deutschen und europäischen Stadien. Hierzu gehört insbesondere der Einsatz für die Erhaltung bzw. Rückgewinnung von Stehplätzen.

(4) Grundsätzlicher Bestandteil des Fanwesens ist die Unterstützung der eigenen Mannschaft. Ziel des Club Nr.12 ist es, die Unterstützung zu verbessern. Dazu gehört insbesondere die Organisation und Durchführung von Stadionchoreographien.

[…]

*Fettungen unterstreichen meine eigenen Interessen, auch schon vor meiner Mitgliedschaft

So richtig überzeugt (von einem notwendigen Beitritt) wurde ich von weiteren Informationen, die mir zwei Podcasts mit C12-Gästen lieferte.

Erfolgsfans“ und „Fehlpass„.

Was mir zuvor unbekannt war, waren die Grundlagen der Entstehung des C12. Die wundervollen Choreos und eine Organisation derselben. Dies gilt es imho auch für die Zukunft zu unterstützen!

Der andere – entscheidende – Aspekt ist der Ansatz, dass ich den C12 als (fast einzigen seriösen) Ansprechpartner für den FC Bayern in Fan-Fragen stärken will.

Wer ist denn Ansprechpartner für den Verein, wenn es der C12 nicht ist?

Die „Schickeria München“, oder „Inferno Bavaria“? Himmel!

Nein, ich bin mehr als überzeugt davon, dass meine 12,- Euro-Jahresbeitrag gut angelegt sind.

Auch hier, wie beim Thema „Stimmung im Stadion“, gilt: Wer macht es denn (die Kommunikation, den Dialog mit dem Verein), wenn es nicht der C12 macht? Fans wie ich sicher nicht (auch wenn ich persönlich dazu große Lust hätte, wären da nicht die frustrierenden Berichte meiner C12-Bekannten zum Thema FCB-Ansprechpartner).

Worum geht es mir aber eigentlich bei diesem Beitrag?

Bei all meinen Lesern um Verständnis zu bitten, für Verständnis zu werben.

Für die aktive Fanszene, für die Fans, die den Verein nicht nur genauso lieben (nein, ich vergleiche hier nicht), sondern für uns auch tatsächlich Stimmung machen.

Es geht in diesem Bericht ausdrücklich nicht um die Probleme, die viele Fans (auch Leser und Kommentierer) mit „den Ultras“, „der Südkurve“ haben.

Es gibt nämlich nicht „die Ultras“, „die Fans“ oder „die Südkurve“ – all das ist eine Illusion. Oder besser eine Utopie, ein Wunsch. Denn auf den Weg zu einer geeinten Kurve, einem gemeinsamen Ziel aller Fans, einem Verständnis des Vereins für seine aktiven Fans, in Folge dessen Verein und Fans Seite an Seite stehen, sind wir vielleicht gerade abgebogen, aber ob wir diesen Weg auch bis zum Ziel beschreiten ist offen.

Aus meiner Sicht ist hier eine „überparteiliche“ Organisation wie der C12 absolut notwendig. So gut oder schlecht die eigene Meinung eines jeden Bayern-Fans über den C12 sein mag.

Mich wühlt dieses Thema einfach viel zu sehr auf, viel mehr als ich dies noch vor Jahresfrist von mir selbst erwartet hätte.

Ich bin gar inzwischen – durch meine hinzugewonnenen Kontakte (aus der „Fan-Szene“) – zum „Fan-Versteher“ geworden. Und bevor jetzt einige Leser an dieser Stelle aufhorchen: Nein, der alte Teil von mir ist weiter vorhanden, es kam nur ein neuer Teil zu meiner (Fan-)Persönlichkeit hinzu.

Um zum Anfang der Entwicklung zurück zu kommen.

Von dem Moment, der mich gegen Stuttgart so nachhaltig beeindruckte, gibt es leider weder Ton- noch Bildaufzeichnungen. Vom Spiel gegen die Dortmunder Borussia sehr wohl.

Dieses Spiel bewegte mich nicht minder. Als Fan-Versteher wie als FCB-Fan.

Es gab – ähnlich wie beim Spiel gegen den VfB – einen Protest, einen Stimmungsboykott. Wir konnten also im Stadion live verfolgen, wie so ein Fußballspiel ohne Stimmung ablaufen könnte. Nicht schön.

Der erste Mal war ich extrem berührt, als vor dem Anpfiff die BVB- mit den FCB-Fans einen Wechselgesang anstimmten. Gegen die DFL. Nicht unbedingt nur weil ich auch so einiges der möglichen DFL-Maßnahmen für zumindest diskussionswürdig halte.

Nein, es war diese – zugegeben – für Bayern-Fans ungewohnte „Verbrüderung“. Da war plötzlich dieses Gefühl der… Gemeinsamkeit. Über erbitterte Vereinsgräben hinweg. Berauschend.

Dann der Anpfiff. Und Stille. In der Südkurve. Und im kompletten Gästebereich. Beeindruckend. Und nicht wünschenswert.

Mein Video startet ca. in Spielminute 11:50 (und erweckte irritierte Blicke meiner unmittelbaren Mit-Fans im Block („Was macht der denn da und was passiert da gleich?“)).

Bildet euch selbst ein Urteil.

Man kann über Ultra-Sing-Sang und alles andere diskutieren wie man will. Und auch, ob es langfristig vielleicht ohne „die Ultras“ gehen könnte, weil sich dann wieder andere Stimmungsströmungen in „der Kurve“ entwickeln könnten. Ganz zu schweigen von den Problemen, die vor uns liegen, wenn es Politik, Verbände und Vereine geschafft haben, die „gemäßigten aktiven Fans“ aus den Kurven zu verdrängen und wahlweise nur noch „stimmungslose“ Fans, oder (im schlimmsten Fall) radikale(re) Gruppierungen den Ton angeben.

Man kann aber nicht weg diskutieren, dass auch und gerade der FC Bayern diese „Power“ braucht. Und was man im Video sieht, ist nur annähernd so beeindruckend wie mein „Schlüsselerlebnis“ im April diesen Jahres!

Unterstützt den C12 und ihr unterstützt am Ende imho diesen kraftvollen Support.

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45 Gedanken zu „Paule der Fanversteher – eine Chronik

  1. Genau aus den von Dir aufgezählten Gründen unterstütze ich den Club Nr. 12 auch. Auch die Oberen unseres Vereins brauchen eine starke, konstruktive Opposition. Gerade in Fan-Fragen.

  2. Tut mir leid das sagen zu müssen. Aber ich bin enttäuscht. Über diesen Beitrag. (Die Podcasts hab ich mir allerdings noch nicht anhören können)
    Aber im Endeffekt sagt der Beitrag nur wenig aus. Dass der C12 eine übergreifende Fanvereinigung ist. Dass die Soundkulisse beeindruckend sein kann und wichtig für die Stimmung in der Arena ist. Und dass du jetzt Fanversteher bist. Aha.
    Schade. Ich habe mir da mehr erwartet. Mehr Hintergrundinfos.
    Wer hat im C12 was zu sagen? Wer darf alles in den C12? Auch ich als 08/15-Oberrangsitzer? Welche Rolle spielen dort die Schickeria, Inferno Bavaria & Co.? Wie geht der Club mit unterschiedlichen Auffassungen innerhalb um? Welche Einstellung hat der Club gegenüber Pyrotechnik, Fan- und Polizeigewalt, Sicherheitskonzepten? Wie wird mit dem FCB kommuniziert und wie kommuniziert der FCB mit dem C12?
    (Sollten die Punkte in den Podcasts erklärt werden, nehme ich meine Kritik natürlich zurück. Dazu kann ich aber erst heut abend was sagen)

    Ich stimme dir insofern zu, dass wir weiterhin Stimmung, Choreos und Stehplätze brauchen. Ich würde auch jederzeit unterstützen, wenn es um eine geeinte, „große“ Südkurve geht.
    Was wir nicht brauchen sind Aggressionen, Anfeindungen jeglicher Art… und auch keine Pyros (nein, das ist KEINE Fankultur).

  3. servus,

    das du mitglied beim C12 bist ist doch völlig okay und legitim. was mich als „normalen Fan“ mal interssieren würde, sind ein paar interne dinge. warum werden täter die ordnungswidrigkeiten praktizieren, gedeckt? warum muss stämdig in auswärtsfahrten gezündelt werden, was genau definiert die südkurve FANKULTUR, doch nicht mit bannern alá DFB ist eine Hure oder Fick dich? warum macht nicht die ganze südkurve bei der stimmung mit? gibt es dort etwa grabenkämpfe? warum gibts auf einmal in der nordkurve stehplätze und und und. das wäre für mich mal interessant.

  4. @Marco Werner

    Ich glaube du wirfst gerade mehrere Ultra-Gruppen und den C12 in einen Topf. Ich habe keine Ahnung welche Ordnungswidrigkeiten du meinst, noch ist das von dir aufgegriffene Plakat vom C12 gewesen (War eindeutig mit IB gekennzeichnet).

  5. Du wirst ja das „Vorstand eine H***, gef**** von DFB und Polizei Banner“ meinen?!

  6. Grundsätzlicher Bestandteil des Fanwesens ist die Unterstützung der eigenen Mannschaft.

    Und genau dieser Bestandteil wird mir in der letzten Zeit zu sehr mit Füssen getreten: Bsp.: ALLE bisherigen CL-Heimspiele 2012/2013.

    Da werden andere Themen über die eigenen Grundsätze gestellt zu Lasten derer, denen man sich verschrieben hat, nämlich der Mannschaft.

    Ansonsten bin ich durchaus bei @Finanzbeamter. Im Grunde bringt das jetzt keine neuen Infos, nichtmal tiefere Einblicke in deine Sicht der Dinge. Wie man zu gewissen Themen steht und ob das beschlossene „Sicherheitspaket“ oder besser „-paketchen“, so einen Wirbel rechtfertigte.

    Wobei ich sagen muss, dass ich diese 12:12-Aktion vollkommen in Ordnung fand. Wenn mam boykottiert, dann so, und nicht wie es (gewisse Teile) der Bayern-Anhänger machen, mit besagtem Plakat – sicher, NUR die IB, aber gehalten wurde das Banner von ziemlich vielen – oder Komplettabstinenz und Spielboykott.

    Wie ich neulich schon geschrieben habe: Im Grunde bin ich das Thema leid. Ich kann nicht ein Stück weit Verständnis für die Interessen (!) des Club Nr. 12 verhehlen. Bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Einforderung dieser sehe ich es allerdings komplett anders, aber ich lebe auch in einer anderen (Fan-)Welt.

    Insofern könnte es mir eigentlich egal sein, vor allem weil ich auch nicht zwingend die Atmosphäre ohne Singsang zum Abgewöhnen finde, aber da wird letzten Endes „mein“ Verein geschädigt, durch gewisse Minderheiten. Und das stört mich dann eben doch.

  7. @Finanzbeamter: Das ist schade, dass Du enttäuscht bist. Aber was soll ich sagen? Ich bin weder im C12-Vorstand, noch „aktives“ Mitglied im C12, um Dir hier im Detail Rede und Antwort stehen zu können.

    MEINE Sicht der Dinge kann und konnte man ja nun zur Genüge hier im Blog nachlesen (siehe Link zum Tag „Ultras“).

    Der Punkt ist: Der Club Nr.12 hat eine miserable Öffentlichkeitsarbeit. Sonst würde viele „normale“ Fans nicht so viele Dinge durcheinander bringen…

    Mein Beitrag sollte meine Beweggründe darlegen und ein „Aufruf“ zu mehr Geschlossenheit sein. Denn Grabenkämpfe gibt es in unserer Fankurve genug.

    Insgesamt ist natürlich doof, dass einige der Entwicklungen und Infos, auf die ich mich hier im Beitrag beziehe, vorwiegend über Twitter das Licht der (Fußball-)Welt erblickten. Für mich gehört Twitter halt einfach dazu. Für einige von euch nicht – deshalb das „Defizit“.

    Ist ja ok, aber ich kann – im Rahmen meiner begrenzten Zeit – immer nur versuchen, aufzuklären, zu informieren und Entwicklungen hier hin zu transportieren… 😉

    Hör Dir einfach mal in Ruhe die beiden Podcasts an. Das hilft schon einmal.

    @Ribben: Man kann immer über Methoden reden. Aber wie soll man sich ansonsten Aufmerksamkeit verschaffen, wenn der Verein einen eher nicht ernst nimmt und versucht die vorhandenen Probleme auszusitzen.

    Lösungen wäre relativ einfach – wenn alle Beteiligten wollen würden.

    Anyway – das sind eigentlich viele Themen. In einem Thema. Jedes würde einen eigenen Beitrag verdienen!

    Zum Sicherheitskonzept kommt vielleicht auch noch einer….

    Genug zu tun also. 😉

    @Marco Werner: Was @Miasanmia sagt. Es gibt Risse in der Kurve. Keine kleinen. Und IB („Inferno Bavaria“) trägt nicht gerade dazu bei, diese kleiner werden zu lassen…

  8. P.S. Das DFL-Sicherheitskonzept ist übrigens ein Witz. Verfügbar war im Netz gestern zumindest die Beschlussfassung, noch nicht die finale Version, mit der wird zur Zeit auf der DFL-Webseite gerechnet.

    Und diese Fassung ist – gelinde gesagt – lächerlich harmlos. Im Vergleich(!) mit der ursprünglichen Version, die vor Wochen rumging.

    Da fragt man sich schon, wem dieser ganze Wirbel und die heiße Luft am Ende gedient hat…

  9. @Paule

    Das hat dazu gedient, daß sich einige Herrschaften mächtig aufplustern und ihrem penetranten Hang zur Selbstdarstellung frönen konnten.

    Das ist es wohl auch, was so vielen auf die Nerven geht – dieses selbstgerechte Herumgeweine selbsternannter Elite-Fans, die sich für unersetzbar halten, weil sie einen Tibeter-Sing-Sang-Kurs belegt haben.

    Und ja, diese Polemik war beabsichtigt.

    Und nein, ich bereue sie KEIN STÜCK! 🙂

    P.S. Im übrigen dürfte es nun wirklich keinen, der sich mit politischen Themen beschäftigt (und spätestens nachdem die Innenminister mitgemischt haben WAR es ein politisches Thema) überraschen, daß nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.

    Aber auch hier gilt – erst mal ausflippen, denken kann man vielleicht später! Es ist einfach nur lächerlich.

  10. Im Endeffekt hat man mit dem Sicherheitspapier nur Aktionismus zeigen wollen. Das kam gestern gut raus, als Rauball nach der Zustimmung meinte, jetzt wären aber die ganzen Drohungen der Politiker (insbes. Bezahlung der Polizeieinsätze durch die Vereine, Abschaffung der Stehplätze) vom Tisch.

    Wobei man daran zweifeln sollte. Denn nach dem nächsten Vorfall wird sich bestimmt ein Politiker finden, der sich profilieren will und die populistischen Forderungen wieder aufwärmt. Geht dann das Spiel von vorne los?
    Der Hinweis, man hätte damals doch ein Papier verabschiedet, wird wohl kaum ausreichend sein um alle Diskussionen abzuwürgen.

    Was macht man also dann? Das nächste Sicherheitskonzept verabschieden mit weiteren Einschränkungen?

  11. Bruchhagenhat es gestern auf den Punkt gebracht: „Es wurde nichts beschlossen, was es nicht schon gibt“ oder so. Das Ganze Ding ist eine Farce.

  12. @ Paule:
    „Aber was soll ich sagen? Ich bin weder im C12-Vorstand, noch “aktives” Mitglied im C12, um Dir hier im Detail Rede und Antwort stehen zu können.“

    Du bist Mitglied, kannst mir aber nicht viel mehr über diesen Verein sagen als die Satzung?
    Erzähl doch hier einfach mal, welche Entwicklungen und Infos denn so bei Twitter die Runde machen. Für alle Nicht-Zwitscherer.

  13. Ach @Finanzbeamter, es ist schon ein dickes Brett. Mit dieser Aufklärungsarbeit… 😉

    Schließt sich das aus? Unterstützer eines Vereins zu sein und sich mit seinen Statuten zu identifizieren, gleichzeitig aber nicht im Detail über jede kleine Aktivität im Bilde zu sein?

    Was hast Du für Fragen? Die Du oben gepostet hast?

    Warst Du schon einmal auf dem obigen Link zur Club Nr.12 – Webseite? Dort ist einiges der (aktuellen) Aktivitäten des C12 gelistet. Ich kann mir aber gerne auch die Mühe machen aus diesen – vorhandenen – Infos und all dem, was mir so zugezwitschert wird, eine Quintessenz zu bilden.

    Wenn ich die Zeit finde… 😉

  14. @ miasanmia:

    1.werfe ich keine ultrgruppen durcheinander und weiß das der C12 der dachverbande der fans ist.
    2. ordnungswidrigkeiten sind abfackeln von pyros und bengalos, denke du weist genau was ich meine.

    @ paule danke für die antwort und jepp die aktion von IB war nicht gerade förderlich zumal hoeneß ja den dialog angeboten hat auf der JHV

  15. @Marco Werner

    Dann hast du dich unglücklich ausgedrückt und da es hier im Beitrag um den C12 geht weiss ich nicht von welchen Ordnungswidrigkeiten du sprichst. Oder soll der C12 dir erklären warum Ultra-Gruppe XY Leute deckt die Pyros zünden?

  16. @ Miansanmia: das schrieb ich doch in meinem ersten kommentar. mich persönlich würde interessieren, warum keine selbstreinigung der kurve möglich ist und warum der C12 als dachverband sowas mit deckt, weil ich glaube schon das euch bekannt ist wer die einzelnen chaoten sind oder sehe ich das falsch?

  17. @ Paule:
    Nachdem in den letzten Wochen hier gerne mal über die Südkurve gemeckert und gegen sie gewettert wurde, kam von dir ja oftmals als Antwort, dass du ja in regem Kontakt mit dem C12 stehen würdest und mit mehr Hintergrundwissen der Gruppierung auch positiver gegenüber stehen würdest. Und beizeiten hier darüber aufklären würdest.
    Deswegen bin ich nun eben ein wenig enttäuscht. Weil eben keine Hintergrundinfos auftauchen.
    Die C12-Seite besuche ich gelegentlich. Ich wollte mich auch fürs dortige Forum registrieren. Um mich über den Club und seine Aktivitäten zu informieren. Leider habe ich bis heute keine Antwort auf meine Anfrage erhalten, geschweige denn Zugang zum Forum.
    Drum die Hoffnung, wenigstens über ein „echtes“ Mitglied aufgeklärt zu werden.

  18. @Finanzbeamter: Ich glaube Paule hatte mit dem Beitrag vieles im Sinn, aber bestimmt nicht explizit auf deine Erwartungen eingehen, denn sonst würde der Beitrag nämlich ganz anders aussehen und evtl. auch nicht „Chronik“ im Titel tragen.

    Ich bin sehr sicher, dass Details und/oder Einblicke in den kommenden Wochen/Monaten zu den von euch angesprochenen Themen Stück für Stück kommen werden, ohne jetzt darauf zu bestehen.

    Mein Verbleib in München und die neu gewonnen Kontakte quer durch die Fanszene des FC Bayern, haben auch viele Vorurteile und Meinungen geändert, wenn nicht sogar widerlegt, so dass ich Paules „Wandlung“ zum „Fan-Versteher“ sehr gut nachvollziehen kann (und das nicht nur, weil ich ebenfalls einen Mitgliedsantrag beim C12 ausgefüllt habe).

    In diesem Sinne: Geduld und ein offenes Ohr (nicht nur) in der nächsten Zeit kann bestimmt (nicht nur bei diesem Thema) das ein oder andere Wunder bewirken.

    Stay tuned! 🙂

  19. @Finanzbeamter: Achso. Sorry, mein aktueller Stresszustand (Job, Familie, Fußball, Bloggen) lässt kaum Spielraum mich um alles zu kümmern, bzw. mich an alles zu erinnern.

    JETZT wo Du es sagst erinnere ich mich an meine Worte! 😉

    Dann verstehe ich auch Deine Worte.

    BTW: Ich bin mir nicht sicher, ob Du als Nicht-Mitglied _überhaupt_ Zugang zum C12-Forum bekommen kannst…

    Davon abgesehen und @all:

    Ich habe einen meiner C12-(Twitter- und Real-)Kontakte angezapft (der aus dem @fehlpass-Podcast). Er hat selbst zwar gerade auch keine Zeit, die C12-Fragen hier direkt zu beantworten, aber angeboten, dass ich ihm Eure Fragen übermittle und mir dann die Antworten zwecks Publikation hier zurück schickt.

    Ergo: Immer her mit Euren Fragen an oder über den C12 (die bisher geposteten Fragen nehme ich schon mal mit)!

    P.S. Ich versuche die Fragen zu bündeln. Und würde jetzt noch bis morgen abend warten und ihm dann alle bis dahin hier gestellten Fragen übergeben.

  20. Tja Paule, aber jetzt erklärst Du Dich zum „Fan-Versteher“. Also sind es dann doch nur die, welche die wahren Fans sind, die Du jetzt verstehst?

    Im Erfolgsfans-Podcast kam da eine aus meiner Sicht ganz entscheidende Gegenfrage, als es um das Abstimmungsverhalten innerhalb eines Fan-Verein-Gremiums ging: es gibt eben auch sehr sehr viele Fans (auch organisierte), die sich nicht über die Südkurve definieren. Im Podcast wurden die Höslwanger genannt. Die gehören aber auch zum Verein und zu raktiven Fanszene und haben gar nicht erstaunlicherweise das gleiche Stimmrecht wie andere Vertreter. Und haben ganz andere Probleme als die Einlasskontrollen im Stehblock. Was nervt ist der Alleinvertretungsanspruch. Ich meine: Du als gutsituierter Manchmalfahrer mit guten Sitzplatzkarten bist nun eigentlich nicht unbedingt der Liebling der Stimmungsfans, auch wenn Du Dir im Mai die Seele aus dem Leib geschrien hast.

    Und jetzt kommst Du schon ein bisschen missionarisch rüber. Man kann sich auch über den C12 informiert haben und trotzdem ne dezidiert kritische Meinung haben. Oben wurde ja schon angesprochen, dass es keine Antwort gibt auf die Frage, wie man es mit dem Thema Selbstreinigung der Kurve hält. Wieder aus dem Podcast bei der Frage zur Pyrotechnik: er hat gar keine Meinung dazu. Das ist okay, aber es ist ein Problem, das genau da entsteht, wo er sich bei jedem Heim- und Auswärtsspiel aufhält.

    Es ist nicht so einfach, fürchte ich. 12 Euro überweisen wird die Welt auch an diesem Ende nciht besser machen.

  21. Was jetzt untergegangen ist: ja, ich finde eine Dachorganisation der Fans ist dringend notwendig, das kann gern der C12 sein. Ich bin ihnen dankbar für all die schönen Bilder, die immer mal wieder wechselnd meinen Bildschirmhintergrund bilden. Ja, der Verein zeigt sich nicht besonders dankbar und könnte mehr unterstützen.

  22. Ich bin mittlerweile etwas länger als ein Jahr Mitglied beim C12, in letzter Zeit sogar etwas „aktiver“ innerhalb eines mitgliederinternen Arbeitskreises.
    Man könnte sagen meine Entwicklung zu dem Thema ist ein bisschen mit dem von Paule vergleichbar. Vor 2 Jahren noch habe ich auch kopfschüttelnd über „die Ultras“ geschimpft, die ihre „Koan Neuer“ Zettel hochhielten. Mein Bild zur Fanszene wurde damals überwiegend von Berichten in den Medien geprägt (woher auch sonst?).
    Ich hatte den Eindruck, die Gruppierungen wollen nur Ihre Macht im Verein erhöhen, sehen sich alle als die „besseren“ Fans an, weil sie am meisten Zeit investieren und am meisten Spiele besuchen, und nehmen sich selbst wichtiger als den Erfolg des Vereines, den sie angeblich so sehr lieben.

    In den letzten 1 1/2 Jahren hat sich vieles davon…“verändert“ möchte ich nicht sagen…zurechtgerückt.
    Ich kam durch das C12-Forum in Kontakt mit den Leuten, konnte reichlich mitlesen über was in welchem Ton und mit welchen Ansichten diskutiert wurde, begann auch auf Twitter aktiv zu werden, was als Quelle für Informationen fast unschlagbar ist, und fuhr unter anderem auch das erste mal auf Auswärtsspiele im Inland und sogar Ausland. Ich habe den Abend vor dem CL-Finale 2012 zum ersten Mal im „Vereinsheim“ der Ultras verbracht wo in geselliger, großer Runde eine Atmosphäre herrschte wie im besten städtischen Jugendzentrum. Die Einladung für den Abend (es wurde z.B. das CL-Finale 2001 auf Leinwand gezeigt) wurde ebenfalls im Forum publiziert.

    Ich könnte noch mehrere Dinge aufzählen. Aber im Grunde geht es mir nur darum zu veranschaulichen, wie jemand wie ich, der eigentlich immer die Spiele am TV verfolgt hat und den Verein und die Fanszene nur aus der Distanz erlebt hat, mit etwas Einsicht die Vorurteile die ich zweifelsohne hatte, ablegen konnte. Es handelt sich bei weitem nicht nur um die hirnlosen Schläger mit Hang zur Selbstdarstellung und Machthunger, die jedes Wochenende in der Kurve stehen und einen Großteil Ihrer Freizeit investieren. Problemfälle gibt es natürlich überall, so auch bei uns. Aber der Anteil ist sehr gering. Umso ärgerlicher, da jede negative Aktion gleich so hohe Wellen schlägt.

    Ich würde mich persönlich als gemäßigten Fan beschreiben. Auch z.B. das affige „Arschloch!“ bei den Mannschaftsaufstellungen der Gegner schenke ich mir. Und gerade diese gemäßigte Einstellung finde ich oft im Umfeld und Vorstand des C12 wieder. Daher kann ich mit gutem Gewissen hinter meiner Entscheidung stehen, damals fast ohne „Vorkenntnisse“ beigetreten zu sein.
    Beitreten kann übrigens jeder Bayernfan. Meiner Einschätzung ist die Mitgliederstruktur sehr bunt gemischt.

    @Finanzbeamter
    Das Freischalten im Forum kann erfahrungsgemäß etwas dauern, da jede Registrierung individuell bearbeitet wird. Beachte am besten auch die Hinweise zur Registrierung 🙂
    http://wp1165368.vwp3553.webpa.....eadID=1826

    Ich will noch versuchen, unsortiert auf einige Punkte und Fragen in den Kommentaren einzugehen. Ich will nur nochmal betonen dass ich nicht im Vorstand bin oder eine sonstige, besonders bedeutende Position im C12 einnehme. Hier spreche ich nur aus der Erfahrung eines normalen, aktiven Mitglieds ;).

    Der C12 ist kein Fanclub im klassischen Sinne, und ist als solcher auch nicht im Fanclubprogramm des FCBayern. Es gibt einen regulären Vorstand, welcher von den Mitgliedern an der Jahreshauptversammlung gewählt wird. Dieser Vorstand ist meines Wissens nach in erster Linie für die offizielle Kommunikation mit dem Verein zuständig, aber da möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
    Es kam die Frage auf, welche Rolle die bekannten Ultravereinigungen beim C12 spielen. Es gibt sicherlich C12-Mitglieder, welche den Gruppierungen ebenfalls angehören, sowie umgekehrt. Jedoch bleiben diese natürlich untereinander autonom. Dass man sich bei gemeinsamen Themen zusammensetzt um zu diskutieren sollte auch nicht verwundern (Stichwort: Südkurvenrat).
    Da es sich um einen Dachverband von vielen einzelnen Fans und Gruppen handelt, ist es natürlich schwierig bei kontroversen Themen einen gemeinsamen Standpunkt zu haben. Über Themen wie Pyrotechnik und das Sicherheitspapier wird auch intern viel und kontrovers diskutiert. Auch das berüchtigte Spruchband wurde zum Großteil kritisch bewertet.

    Zur Problematik mit der Südkurve kann ich nur jedem empfehlen, den von Paule genannten Podcast der erfolgsfans zu hören. Dort gibt es alle Hintergrundinfos die beim Verständnis dieser komplexen Thematik hilfreich sind.
    Ich kann die Meinungen der Fans nachvollziehen, die es nicht verstehen können warum die Südkurve bei den wichtigen CL-Heimspielen nicht wie gewohnt Stimmung macht und ihr Team anfeuert, sondern dem Block fernbleibt. Aber gerade darauf wird hier gut eingegangen und wirft für den ein oder anderen vielleicht ein neues, klareres Licht auf die Sache.
    http://erfolgsfans.com/2012/11.....lub-nr-12/

    Ich habe beim Aktualisieren der Comments gesehen, dass Paule schon jemanden mit mehr Insiderwissen zum Beantworten der Fragen organisiert hat, daher mache ich jetzt auch Feierabend ;).

  23. @ Finanzbeamter
    zu deinen Fragen:
    Wer hat im C12 was zu sagen?
    1. Vorsitzender ist seit vielen Jahren Hr. Gregor Weinreich. Es wird schon seit vielen Jahren versucht, die Verantwortung auf viele Schultern zu verteilen (u.a. durch die Einrichtung von Arbeitsbereichen, bei denen sich jeder nach seiner Interessenlage einbringen kann), aber wie das eben bei einem Verein ist, bleibt dann vieles beim Vorstand hängen.

    Wer darf alles in den C12?
    jeder Bayern-Fan

    Auch ich als 08/15-Oberrangsitzer? ja (s.o.)

    Welche Rolle spielen dort die Schickeria, Inferno Bavaria & Co.?
    Man hat immer versucht, die Ultravereinigungen mit ins Boot zu bekommen, z.B. indem vor einigen Jahren versucht wurde die Schickeria zu motivieren, einen Vertreter für einen Vorstandsposten zur Wahl zu stellen. Das wurde damals abgelehnt, man wollte eher autark bleiben und sich nicht so sehr unter das Dach des C12 stellen. Inwiefern das heute noch der Fall ist weiß ich leider nicht so genau.

    Wie geht der Club mit unterschiedlichen Auffassungen innerhalb um? Welche Einstellung hat der Club gegenüber Pyrotechnik, Fan- und Polizeigewalt, Sicherheitskonzepten?
    Der C12 lehnt Gewalt ausdrücklich ab! Das Sicherheitskonzept auch, Hauptkritikpunkt: Thema „Nackt-Zelte“ und die Befürchtung, daß es für die Heimvereine leichter wird, Auswärtskartenkontingente zu verkleinern.

    Wie wird mit dem FCB kommuniziert und wie kommuniziert der FCB mit dem C12?
    Der C12 hat einen Vertreter im „Arbeitskreis Fandialog“. Diesen sieht der FCB offiziell als Hauptansprechpartner i.S. Fanangelegenheiten an. Im Rahmen von z.B. Choreographievorbereitungen gibt es aber weitere Kommunikationkanäle. Ein Vertreter vom C12 hat auch maßgeblich bei der Gestaltung der FCB-Erlebnis-Welt mitgewirkt. Desweiteren versucht der C12 bei aktuellen Themen (zuletzt u.a. Blockbegrenzung) stets den Kontakt mit dem FCB zu suchen, was wohl mal mehr mal weniger gelingt (vor dem Gladbach-Spiel -also morgen- ist wohl die Elefantenrunde mit Hoeness, einem C12-, einem Schikeria- und weiteren (vom FCB) „ausgewählten“ Fanvertretern).

    Für nähere (grundsätzliche) Infos kann ich nur die Homepage empfehlen. Im Forum kann sich eigentlich auch jeder anmelden, warum das hier im Einzelfall nicht geklappt hat weiß ich natürlich nicht, schätze mal ein technisches Problem, ich würds einfach noch mal versuchen …

  24. So habe jetzt auch noch mal bisl auf der homepage des club nr.12 gestöbert und mir stößt dieser absatz ziemlich auf. das kann doch nicht ersthaft seriös sein oder ? gibt es denn definitiv beweise dafür das sich mal ein 16 jähriges mädel komplett nackt ausziehen musste ? für mich klingt das doch sehr nach panikmache. man belehre mich eines besseren!!

    Stell dir vor, du fährst zu einem Auswärtsspiel und wirst gleich am Bahnhof in einen Polizeikessel genommen und mit den anderen Fans zum Stadion geführt. Du willst Gepäck abgeben – keine Chance. Du musst auf die Toilette – Pech gehabt. Du willst dir etwas zu Essen oder Trinken kaufen – sie lassen dich nicht raus. Du wolltest dir eigentlich vor dem Spiel die Stadt anschauen oder dich mit Freunden treffen – da musst du wohl noch einmal kommen. Jetzt wirst du wie Vieh zum Stadion getrieben. Läufst du zu langsam oder gerätst im Gedränge zu dicht an die dich bewachenden Polizisten, wirst du von ihnen geschubst oder getreten. Wenn du Pech hast, kann es auch passieren, dass du Pfefferspray in die Augen bekommst oder einen Knüppel auf den Kopf.

    Stell dir vor, deine Tochter ist dabei, sie ist vielleicht 16. Sie wird von Polizistinnen in ein Zelt geführt, wo sie sich ausziehen muss. Nackt. Vollständig. Sie muss mit ihren bloßen Füßen auf dem winterlich kalten Straßenbelag stehen und Körperübungen vor Polizistinnen machen, weil diese sich nicht anders davon überzeugen lassen, dass deine Tochter keine Pyrotechnik mit sich führt. Das Abteil des Zeltes ist an einer Seite offen, so dass Unbeteiligte hineinschauen können. Auf die Frage, warum gerade deine Tochter ausgewählt wurde, wird die Polizei antworten: Weil sie einen so unverdächtigen Eindruck machte.

  25. @Marco Werner
    Für einen Unschuldigen ist das in der Tat keine angenehme Sache. Mir kamen dabei folgende Gedanken:
    (1) Was ist Wahrheit, was ist Dichtung?
    (2) Meine (fiktive) 16jährige Tochter wird hoffentlich niemals mit Typen abhängen, die im Fanblock mit Pyros zündeln und diese zur Umgehung von Kontrollen von Mädels wie meiner Tochter ins Stadion schmuggeln lassen,
    (3) Die Polizei macht solche Kessel nicht zum Spaß, sondern weil es unter den Hardcorefans genug Kriminelle gibt, die gegen Schlägereien nichts einzuwenden haben. Wenn dann nicht immer das richtige Maß gefunden wird, dann ist das natürlich nicht gut. Ursache ist aber doch immer noch der Fanmob, oder? Leider büßen dann die Unschuldigen für diesen mit. Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.
    (4) Ich kann diese ganze Attitüde, dass für Fußballfans Sonderregeln gelten sollen, überhaupt nicht verstehen. Jeder Erwachsene hat seine Emotionen im Griff zu haben und sich an Recht und Gesetz zu halten. Da mache ich nicht einen Millimeter Abstriche. Wenn man zum Beispiel Pyros legalisieren will, dann kann man das im politischen Prozess durchzusetzen versuchen. Wenn das nicht geht, zum Beispiel weil sogar die große Mehrheit der Fans das nicht im Stadion haben will, dann ist das zu akzeptieren, Emotionen hin oder her. Irgendein Politiker hat dazu ganz passend gesagt, dass man es auch als großen Ausdruck persönlicher Freiheit und Kultur empfinden kann, mit 130 km/h durch eine geschlossene Ortschaft zu fahren. Ist aber leider trotzdem gefährlich und damit verboten. Recht hat der Mann.

  26. @Marco Werner: Der Fall ging damals durch Presse und Szene. Vor allem, weil sie in erster Instanz vor Gericht verlor, die Polizei Recht bekam. Übel.

    Erst in zweiter Instanz gab es ein Urteil, welches man in diesem Zusammenhang auch „erwarten durfte“.

    Derlei haben wir alle seit damals im Hinterkopf – auch wenn nichts vergleichbares mehr passiert ist. Imho.

  27. @FC phoenix:DANKE!!!!

    Ein so viel empathischerer und deshalb wertvollerer Beitrag als die vielen C12=ultras=dauersingsang=selbstdarsteller posts hier in letzter Zeit.

    Bin seit zwei Jahren Mitglied beim C12 und durfte in dieser Zeit einige C12ler und auch Ultras persönlich kennenlernen.

    Das (Kurven-)Leben ist viel interessanter, bunter und deshalb auch komplizierter als es sich bei Sky anfühlt…

  28. Nur kurz zu dem Beispiel eine Info eines befreundeten Fanclubmitglieds: Genau diese Mädchen werden haufenweise im Vorfeld der Stadien angequatscht, ob sie nicht die besagte Pyrotechnik mit reinschmuggeln können. Da kommen Typen von der Schickeria zu den anderen Fanbussen gelatscht und fragen die dort mitgefahrenen Frauen, on das denn möglich wäre. Genau aus DEM Grund werden eben stichprobenartig „unverdächtigen Eindruck machende“ rausgezogen.

    Aber klar: SO sollte es nicht laufen.

  29. @Valentino Rosso: genau – die einen da und wir hier! Ich glaube, die wenigsten sind so undifferenziert, „C12=ultras=dauersingsang=selbstdarsteller“ zu schreiben.

  30. @Joshtree: Was FC phoenix meiner Meinung nach gut dargestellt hat: so bald man offen ist für manches, lösen sich Vorurteile von alleine auf. Ich bin weit davon entfernt von „die einen da und wir hier“. Ganz im Gegenteil.

  31. @Joshtree: Wie schon auf Twitter prazisiert: Der Begriff „Fanversteher“ kommt daher, dass ICH nun einige (aktive) Fans viel besser verstehen kann, als ich es früher konnte. Mehr Wissen == mehr Verständnis.

    Und darum gehr es mir: Ich will das Wissen verteilen, ich will das Verständnis „der Einen“ für „die Anderen“ erhöhen.

    Ich will auch nicht missionieren, ich will aufklären. Wer mit dem Mehr an Wissen, dann immer noch genauso denkt wie zuvor, dem gestehe ich das persönlich immer noch zu.

    Mal ernsthaft: Wer mich länger kennt, müsste doch eigentlich wissen, wie offen und differenziert ich immer wieder versuche zu sein…

    Und nein, ich weiß auch, dass ich mit meinen 12,- Euro Jahresmitgliedsbeitrag nicht die (Fan-)Welt rette.

    Aber es sind 12,- Euro mehr für die nächste Choreo. Und ich bin eine (Fan-)Stimme mehr, die der C12 gegenüber dem FC Bayern vertritt.

    Einige Fragen wurden ja jetzt in obigen Kommentaren schon beantwortet, wenn ich in den nächsten Tagen mal mein Blog nicht nur übers Smartphone bediene, sorge ich dafür, dass auch die restlichen Punkte geklärt werden…

  32. @all: P.S. Ich schreibe morgen vielleicht noch einen Dummy-Beitrag, damit die Kommentare zum Spiel nicht unter diesen Beitrag gepostet werden.

    Dafür sind mir die bisherigen Kommentare zu kostbar. 😉

  33. Danke schonmal an FC Phoenix und Stiepel-Arne. Die Infos machen es einem leichter sich mit dem C12 differenzierter auseinanderzusetzen.

    @ Paule: Ich hab wohl auch das Wort „Fanversteher“ etwas falsch aufgefasst. So wie z.B. ein Frauenversteher vorgibt, die Handlungen und Gedanken von Frauen in- und auswendig zu kennen.

    Zu den Sicherheitskontrollen und Nacktzelten: Es ist ja nicht so, als dass sich die Polzei willkürlich Aktionen überlegt, mit denen sie den gemeinen Fußballfan ärgern kann. Actio – Reactio. Wenn die Ultras (oder wer auch immer) nicht auf die Idee kommen würden, auf diese Art und Weise Pyrotechnik ins Stadion zu schmuggeln, würde es solche entwürdigenden Kontrollen nicht geben. Da dürfen sich unschuldige Betroffene nicht bei der Polizei, sondern bei den Schmugglern bedanken.

  34. natürlich sind im Endeffekt die Zündler schuld!
    Aber rechtfertigt dies Kontrollen, bei denen automatisch erhebliche Kollateralschäden in Kauf genommen werden?
    Die ein oder andere Argumentation erinnert mich an meinen Geschichtslehrer, überzeugter Alt-Kommunist. Angesprochen auf die Verhältnisse in der DDR meinte der auch „Jaaaa – sooo war das ja auch nicht gedacht!“
    Verabschiedet euch vom „mitgegangen – mitgefangen – selber schuld, besser aufpassen“-Gedanken! Das ist in der Realität bei einem Auswärtsspiel nicht so einfach!
    Nur ein persönliches Beispiel: Nach dem Auswärtssieg in Düsseldorf hab ich mit meinem Freund in der Altstadt VOR einer ganz normalen Kneipe ein Bier getrunken. Plötzlich wurden wir eingekesselt, da IN der Kneipe ein paar angebliche Bayern-Hools anwesend waren. Alle Bayern-Fans (also auch wir) wurden zur Wache abtransportiert und in die Zelle gesteckt. Nach im Endeffekt 4 Stunden Polizei-Gewahrsam wurde dann endlich mal festgestellt, daß wir keinerlei Verbindung zu den anderen Inhaftierten hatten und entsprechend frei gelassen. Was hätte ich machen sollen? In der Minute, als ich in der Kneipe mein Bier bestellt habe, auch mal kurz jeden nach seinem polizeilichen Führungszeugnis fragen? Die hatten leider nicht „Hooligan“ auf ihrer Stirn tätowiert?
    Ich bin auf Auswärtsfahrten immer mit mehreren Leuten unterwegs, für die kann ich Verantwortung übernehmen und ihr Verhalten kontrollieren.
    Aber es kann JEDEM passieren, daß er zufällig mal in die falsche Bahn steigt, vor der falschen Kneipe steht oder eben in das Suchraster für Nacktkontrollen fällt. Bereits jetzt hat man hier als friedlicher Fußballfan keinerlei Grundrechte gegenüber der Polizei.

  35. @Stiepel-Arne: Da gebe ich Dir allerdings Recht („keinerlei Grundrechte“ ist natürlich zu pauschal).

  36. o.k., dann nenn ich es mal „sehr stark eingeschränkt“.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich will nicht der Polizei den Schwarzen Peter zuschieben, schon gar nicht dem einzelnen Beamten vor Ort.
    Aber man sollte bei einzelnen Maßnahmen – wie toll sie sich auch immer in der Theorie anhören – immer überlegen, daß diese in der Praxis auch immer Folgen haben können, die nicht nur die „bösen Ultras“ betreffen, und ob man dann nicht über das Ziel hinaus schießt.

  37. Manchmal habe ich das Gefühl das einige, die Ordnungskräfte inbegriffen, nicht zwischen Hooligans und Ultras unterscheiden wollen. Und es billigend in Kauf nehmen, das über die Medien ein teils arg verzerrtes Bild zu Stande kommt.
    Die Mehrheit der Ultras sind doch nicht mit gewaltbereiten Hooligans gleichzusetzen. Oder sollte ich da dermaßen irren?

    Frei nach Heinz Sielmann (schnarrende Stimme an): „Der gemeine Ultra ist ein leidenschaftlicher Fußballanhänger, der einen nicht unerheblichen Teil seiner Lebens- und Freizeit der Unterstützung seiner favourisierten Mannschaft widmet. Er nimmt dafür einige Unannehmlichkeiten in Kauf und legt dabei teils enorme Entfernungen zurück ….“

  38. @hensen: Wenn schon Sielmann, dann aber auch: „Die possierlichen Tierchen nehmen dafür einige Unannehmlichkeiten….“

  39. @all: Sind denn jetzt noch Fragen rund um den C12 offen?! Ich hab‘ den Überblick verloren… 😉

    Könnt‘ ihr ja nach dem Spiel noch mal in diesen Thread posten. Für Kommentare zum Spiel habe ich ja einen anderen Beitrag eingeschoben… 😉

  40. Was war denn da gestern abend los? Während die Südkurve wieder 12 Minuten schweigt, dürfen die Gladbacher Stimmung machen? Und keinen störts?

  41. Morgensvorderarbeitfleißigsein: Habe gerade die Zusammenfassung des C12 zum Gespräch am letzten Freitg gelesen. Fühle mich bestätigt: die Welt ist kompliziert. Aber vielleicht war es für den C12 ne gute Gelegenheit, der Vereinsführung die Zuständigkeiten zu erläutern: NICHT für das IB-Transparent, NICHT für das Südkurvenbladdl,…

    Interessant sind auch auf jeden Fall die Aussagen über die anderen Fanclubs. Da ist noch ein weiter Weg bis zur Interessenvertretung für ALLE Bayernfans.

  42. Ende

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